Dante Alighieri - La Divina Commedia
Die göttliche Komödie
Inhaltsübersicht von B. Carneri

HÖLLE

01 - Dante verfällt am Charfreitag des Jahres 1300 in einen tiefen Schlaf und hat eine zehn Tage umfassende Vision, die er in diesem Gedicht beschreibt. Er findet sich plötzlich in einem entsetzlichen Walde verirrt und sieht von weitem einen Hügel, auf den er sich zu retten hofft. Aber ein Pardeltier, ein Löwe und eine Wölfin stellen sich ihm so furchtbar in den Weg, daß er tiefer in den Wald zurück flieht. Da begegnet ihm Virgil, den er um Hilfe anfleht. Dieser erklärt, gegen die drei Tiere, besonders gegen die Wölfin ihn nicht schützen zu können, erbietet sich jedoch, ihn durch die Hölle und das Fegefeuer bis zum Paradies zu führen, von wo an eine andere Person die Leitung übernehmen würde. Dante folgt ihm nur zögernd, obwohl er überglücklich ist, mit der Seele des Dichters, den er wie keinen verehrt, zusammen getroffen zu sein.

02 - Nach einer Anrufung der Musen setzt Dante dem Begleiter seine Bedenken gegen den vorgeschlagenen Gang auseinander. Allein Virgil erzählt, daß eine erhabene Frau des Himmels (es scheint die Jungfrau Maria gemeint zu sein) Lucia, als deren Getreuer Dante bezeichnet wird, aufgefordert habe, Beatrice auf die Gefahr, die der Geliebte laufe, aufmerksam zu machen, damit sie ihm beistehe. Beatrice habe sich nicht gescheut, die Hölle zu betreten, um ihn mit der erwähnten Sendung zu betrauen, die er mit Freuden übernommen. Dadurch vollständig ermutigt, schreitet Dante, dem vorangehenden Virgil folgend, der Hölle zu. Die kindliche Redeweise Beatrices ist im Original (II. 88-90) eben einzig in ihrer Art, wie die Glut, mit der Lucia sich an sie wendet.

03 - Die Dichter gelangen zum Thor der Hölle, das eine grauenvolle Aufschrift trägt und aus dem ihnen lautes Wehgeheul entgegentönt. Hier, noch vor der eigentlichen Hölle, ist der Ort der Thatlosen, die für nichts auf der Welt waren und weder Ruhm noch Schmach erworben haben. Sie müssen, von Bremsen und Wespen gequält und aufgestachelt, in rasender Eile einer Fahne nachlaufen. Unter ihnen erkennt Dante Papst Cölestin V. Endlich gelangen die Dichter zum Acheron, über den Charon zahllose Scharen von Seelen setzt, Dante jedoch als Lebenden schroff zurückweisen will, bis Virgil ihn beruhigt. Plötzlich erbebt das Gefilde von einem Sturmwind, und ein blendender Blitz bringt Dante um alle Besinnung.

04 - Erster Kreis. Aus der Betäubung zu sich kommend, sieht sich Dante jenseits des Acheron in der Vorhölle (Limbus), dem weitesten der Höllenkreise, in dem es nur tiefe Seufzer und kein Wehgeheul, weil keine Martern gibt. Hier befinden sich die ungetauft gestorbenen Kinder mit den Heiden und Juden, die tugendhaft gelebt haben und von denen einige durch Christus bei seiner Höllenfahrt erlöst worden sind. Es sitzen da beisammen die großen Dichter des Altertums, zu deren Kreis Virgil gehört, der Dante mit ihnen bekannt macht und ihm hierauf eine gr0e Anzahl ausgezeichneter Männer und Frauen der Vorzeit weist.

05 - Zweiter Kreis, der einen geringeren Umfang hat, wie auch die folgenden, weil Dantes Hölle die Gestalt eines Trichters hat, dessen Spitze auf dem Mittelpunkt der Erde ruht. Die einzelnen Kreise hat man sich als breite Terrassen vorzustellen, die durch in den Felsen gehauene Stufen miteinander verbunden sind, sowie auch stellenweise durch Brücken, wo nämlich Schluchten vorkommen. Zwischen dem V. und VI. Kreis befindet sich die Höllenstadt Dis oder des Dis, so genannt nach dem römischen Beinamen d. Pluton (VIII. und IX. Gesang.) in der nur Teufel, Furien und Gorgonen hausen, welche Stadt man aber passieren muß, um tiefer in die Hölle zu gelangen. Hier im II. Kreis werden bestraft, die der Wollust sich hingegeben haben. Am Eingang will Minos die Dichter zurückweisen; aber Virgil weiß ihn, wie früher Charon, zu beruhigen und zeigt und nennt Dante die durch einen finsteren Sturm umhergepeitschten Schatten, unter denen Francesca da Rimini und Paolo Malatesta seine ganze Teilname wecken. Francesca erzählt die Geschichte ihrer Liebe und ihres tragischen Todes mit solcher Innigkeit, daß Dante, von Mitleid ergriffen, in Ohnmacht fällt.

06 - Dritter Kreis. Hier werden die Schlemmer von Regen und Schnee gepeitscht und zu Boden geworfen, wo sie dann von Cerberus zerfleischt werden, der auch die beiden Dichter anfällt, aber von Virgil beruhigt wird, der ihm Erde in die drei Rachen schleudert. Der Florentiner Ciacco erkennt Dante und sagt ihm die Zukunft seiner Stadt voraus. Von Dante befragt, äußert sich Virgil über die Veränderung, die nach dem jüngsten Tag die Strafen erleiden werden.

07 - Den vierten Kreis betretend, der die Geizigen (Habsüchtigen) und Verschwender umfaßt, (die entgegengesetzten Laster kommen an denselben Ort, um über sich selbst klarer zu werden), stoßen die Dichter auf den alten Gott des Reichtums Pluto, der hier machtlos lebt. Verschwender und Habsüchtige wälzen hier unaufhörlich riesige Lasten gegen einander. Hier bietet sich Virgil die Gelegenheit zu den treffendsten Aussprüchen über die Göttin Fortuna und deren Walten. Weiter schreitend steigen die Dichter zum fünften Kreis hinab, wo in dem vom heißen Styx gebildeten Sumpf die Zornmütigen sich balgen, während auf seinem Grund die Trägen schmachten. Beim Umwandeln des Sumpfes erblickt Dante einen rätselhaften Turm.

08 - Vom Turm aus werden Feuerzeichen gegeben und beantwortet, und Phlegyas kommt auf einem Kahn, um unsere Wanderer auf die andere Seite des Sumpfes zu bringen, nimmt aber nur mit Widerstreben den Lebendigen auf. Während sie hinüberschiffen, taucht aus dem Sumpf Philippi Argenti auf, der Dante anredet, jedoch von ihm mit Entrüstung zurückgewiesen wird. Hierauf entspinnt sich eine förmliche Jagd auf Argenti, der von verschiedenen Mitgestraften mißhandelt wird. Dante freut sich darüber, und Virgil lobt die Gerechtigkeit seiner Freude. An der anderen Seite des stygischen Sumpfes gelandet, stehen die Dichter vor den eisernen Mauern der Stadt Dis, und Virgil bittet die den Eingang verwehrenden Teufel um eine Unterredung. Er wird eingelassen, und Dante bleibt, von den schlimmsten Besorgnissen erfüllt, allein zurück. Und als Virgil, hinter dem die Teufel das Thor zuschlagen, sich ihm wieder nähert und selbst verzagt aussieht, steigen diese Besorgnisse auf das höchste. Vergebends sucht der gute Meister, indem er Hilfe von oben in Aussicht stellt, dem Hoffnungslosen Mut einzuflößen.

09 - Ein Verschweigen in Virgils Worten will Dante nicht aus dem Sinn, und er fragt den Meister, ob es schon vorgekommen sei, daß eine Seele den Limbus verlassen und die ganze Hölle durchwandert habe. Virgil bejaht diese Frage und fügt bei, daß er selbst schon einmal, durch die Zauberin Erichtho beschworen, diesen Weg gegangen sei und ihn gut kenne. Das wirkt etwas beruhigend, aber auf den Zinnen das Stadt sieht es immer bedrohlicher aus. Es erscheinen die Furien und rufen Medusa herbei, daß sie den Lebenden, der es wagt, das Reich der Toten zu betreten, in Stein verwandle. Auf Virgil's Geheiß schließt Dante die Augen. Da verkündet ein donnerartiges Rollen das Nahen eines Engels. Das Thor springt auf, die wegen ihrer Unbotmäßigkeit energisch zur Rede gestellten Teufel verschwinden, und die Dichter treten ein. - Sowie Dante und Virgil die Stadt Dis im Rücken haben, befinden sie sich im sechten Kreis, dem der Ketzer, der nur ein wenig tiefer liegt als der fünfte, von dem er nur durch die Stadt geschieden. Eine Zeit lang schreiten sie schweigend zwischen Zinnen und glühenden Särgen, deren Deckel aufgeschlagen sind.

10 - Wandelnd zwischen den Mauern der Stadt Dis und den offenen Särgen, spricht Dante den Wunsch aus, einen der so Bestraften zu sehen und zu sprechen, und Virgil teilt ihm mit, daß Epikur und die seinem Atheismus Huldigenden hier zu finden seien. Da richtet sich Farinata degli Uberti, der an der Sprache den Florentiner erkannt hat, in seinem Sarg empor und spricht mit ihm. Sie werden durch den in der Nähe liegenden Cavalcante Cavalcanti unterbrochen, der wissen will, ob sein Sohn Guido noch lebt, und setzen dann ihr Gespräch fort, wobei Farinata verschiedene Seelen nennt, die hier zu finden wären, mitteilt, daß die Höhlenbewohner von der Gegenwart nichts wissen, dafür aber in die Zukunft sehen, und schließlich Dante das Exil voraussagt. Diese mit feindlicher Betonung gemachte Eröffnung betrübt Dante, und im Weggehen beruhigt in Virgil damit, daß Beatrice ihm das Richtige über seine Zukunft sagen werde.

11 - Die Dichter wenden sich dem Rande zu, von dem aus sie in den nächsten Kreis hinab sehen können, woraus ihnen ein entsetzlicher Geruch entgegendringt. Um gegen diesen sich zu schützen und allmählich an ihn sich zu gewöhnen, verbergen sie sich hinter den Sarg des Papstes Anastasuis, sehr verwundert, einen Papst unter den Ketzern zu finden. Virgil benützt diesse Zeit, um Dante die Einteilung der unteren Hölle auseinander zu setzen. Der nächste von den nachfolgenden drei Kreisen ist der der Gewaltthätigkeit, und da man in dreifacher Weise gewaltthätig vorgehen kann: gegen den Nächsten, gegen sich selbst und gegen Gott, - so ist dieser Kreis in drei Unterkreise geteilt. Der folgende Kreis, nämlich der achte, ist der der Betrüger und zerlegt sich in zehn concentrische Sackthäler, von deren Mittelpunkt man in den neunten und letzten Kreis, den der Verräter, hinabgelangt, der vier Unterabteilungen aufweist. Schließlich erklärt Virgil auf eine Frage Dantes, warum die Ummäßigen nicht strenger bestraft werden, und wieso der Wucher Gott verletze.

12 - Siebenter Kreis, den der Minotaur bewacht, der vor Virgil zurückweicht. Hier geht es über einen Bergsturz hinab, von dem Virgil erzählt, er sei durch das Erdbeben bei Christi Tod entstanden. In einem langen, mit kochendem Blut gefüllten Graben stecken die Gewaltthätigen gegen die Nächsten und werden von Centauren mit Pfeilen bedroht, so oft sie mehr, als ihre Strafe gestattet, aus dem heißen Blute emportauchen. Auch unsere Dichter werden bedroht, aber Virgil unterhandelt mit Chiron, der ihnen Nessus als Begleiter mitgiebt, auf den Dante gesetzt wird. Nessus zeigt und nennt einige der in diesem ersten Unterkreis bestraften Tyrannen und kehrt zurück, nachdem die Dichter auf die andere Seite des Grabens gekommen sind.

13 - Im zweiten Unterkreis des siebenten Kreises befinden sich jene, die an sich selbst und ihrem Gut (Selbstmörder und Verprasser) Gewalt geübt haben, in ein Gehölz verwandelt, das unter entsetzlichem Ächzen von den Harpyen fort und fort verwüstet wird. Da Dante meint, es rühre das Ächzen von Leuten her, die im Gehölz versteckt sind, fordert Virgil ihn auf, einen Zweig abzubrechen. Unter herzzerreißendem Klagen stürzt helles Blut hervor. Der Unglückliche giebt sich als Pietro de Vinois zu erkennen, der, durch Verleumdung allzusehr gekränkt, sich das Leben genommen hat und bittet, seinen guten Ruf wieder herzustellen. Er giebt Auskunft über die Strafe der Selbstmörder. Dann stürzen noch herbei, von Hunden verfolgt, Lano aus Siena und Jacopo da Sant' Andrea aus Padua und zerschmettern einen Busch, der bekennt, ein Florentiner gewesen zu sein (nach einigen Rocco de' Mozzo, nach andern Lotto degli Agli), dem die eigenen Häuser zum Galgen geworden sind.

14 - Im dritten Unterkreis des siebenten Kreises erleiden ihre Strafe, die gegen Gott, die Natur und die Kunst gefrevelt haben. Auf einer glühenden Sandfläche, über die fortwährend Feuerflocken herabfallen, liegen, laufen oder kauern die armen Seelen, je nachdem sie Gotteslästerer, Sodomiten oder Wucherer waren. Hier sehen die Dichter den trotzigen Kapaneus, der die Götter schmäht wie einst vor Theben. Hierauf gelangen sie zu einem blutroten Flüßchen, über dessen Ursprung wie über den der anderen Flüsse der Unerwelt Virgil Auskunft giebt.

15 - Im dritten Unterkreis des siebenten Kreises gelangen nun unsere Wanderer zu den Sünden wider die Natur, und aus einer ihnen begegnenden Schar tritt Brunetto Latini auf Dante, seinen ehemaligen Schüler, zu, der ihn gleichfalls erkennt und staunt, ihn hier zu finden. Dante erbietet sich, zu verweilen, doch Brunetto kann nur mit ihm weiterschreiten, weil er nicht ruhen darf. Rührend ist die Ehrfurcht des Schülers und die Treue des Lehrers, der das ergreifendste Bild der Schlechtigkeit und des Undanks der Florentiner entrollt, dann auf Befragen einige seiner Genossen nennt, und schließlich Dante sein Buch, in dem er noch lebt, ans Herz legend, sich eiligst entfernt.

16 - In derselben Abteilung des dritten Unterkreises kommen drei Schatten auf die Dichter zu, bei den Händen sich haltend und eine Art Ringtanz aufführend, um in ihrer Nähe bleiben und mit ihnen reden zu können. Es sind dies dreri vornehme Florentiner: Guidoguerra, Aldobrandi und Rusticucci. Nur die Feuerflocken halten Dante ab, den hochgeachteten und verdienstvollen Mitbürgern ans Herz zu fliegen. Von Virgil gerufen, nähert sich Dante dem Rand des Kreises, wo auf ein Zeichen Virgils das Ungeheuer Geryon aus der Tiefe emportaucht.

17 - Beschreibung der Gestalt und Natur des bösen Ungeheuers. Während Virgil mit Geryon unterhandelt, um ihn für seine Zwecke zu gewinnen, begiebt sich Dante auf die dritte Abteilung des dritten Unterkreises, wo die Gewaltthätigen gegen die Kunst oder Natur, die Wucherer, (die nämlich, anstatt auf die natürlichen Lebensquellen sich zu beschränken, sich auf erkünstelte Einnahmen verlegen) sich befinden. Während die gegen Gott Gewaltthätigen im Feuerregen liegen und die Frevler gegen die Natur fortwährend sich bewegen müssen, kauern die Wucherer im heißen Sand und Feuerregen und tragen, insofern sie adeligen Familien angehören, ihr Wappen auf einem Täfelchen an der Brust. Zu Virgil zurückgekehrt, der bereits auf dem Rücken Geryon's sitzt, nimmt Dante, wiewohl mit Widerstreben, ebenfalls auf ihm Platz, und sie fahren in die Tiefe.

18 - Achter Kreis, Malebolge genannt. Er teilt sich in zehn, konzentrisch zusammenlaufende Schluchten, Sackthäler oder Gräben, die keinen Ausgang haben,und in denen die Betrüger bestraft werden. Im ersten Sack befinden sich die Kuppler und Verführer, in entgegengesetzter Richtung gehend. Hier sind besonders viele aus Bologna, unter anderen Caccianimico. Virgil macht Dante auf Jason aufmerksam. Im zweiten Sack sind die Schmeichler, unter anderen Interminei und die Buhlerin Thais.

19 - Im dritten Sack des acten Kreises sind in den Boden und in die Seiten des Felsens runde Löcher gehauen, in denen kopfüber, sodaß nur die Beine mit brennenden Sohlen heraussehen, die Seelen derer stecken, die Simonie, Schacher mit geistlichen Gütern, getrieben haben. Virgil trägt über die steile Böschung des zweiten Sackes Dante da hinab, der mit dem zu reden wünscht, der am stärksten mir den Füßen um sich schlägt. Es ist Papst Nikolaus III. aus dem Hause Orsini, der Dante für Papst Bonifaz VIII. hält, sich dadurch verrät, und von Dante gereizt, zu weiteren Bekenntnissen sich hinreißen läßt, die Dante Anlaß geben zur großartigen Anklage gegen die entartete Kirche. Sehr befriedigt trägt ihn Virgil wieder hinauf, um mit ihm das nächste Sackthal zu besehen.

20 - Vierter Sack des achten Kreises, worin die Wahrsager sich befinden, die gleiche Strafe mit den Zauberern erleidend. Sie haben den Kopf ganz verdreht, sodaß sie nach rückwärts sehen und nur mehr nach rückwärts gehen können. Hier sieht Dante unter anderen Amphiaraus, Thersites, Aruns, Eurypylus, Scotus, Bonati und die Zauberin Manto, die das nach ihr benannte Mantua gegründet und deren Geschichte Virgil ausführlich erzählt. Am Schluß dieses Gesangs bezeichnet Dante die Komödie als eine Tragödie.

21 - Im fünften Sack des achten Kreises stecken die Bestechlichen und Bestenden, die mit Ämtern und Würden Handel getrieben, in siedendem Pech, von Teufeln bewacht, die mit Haken sie untertauchen, so oft sie sich hervorwagen. Während Dante hinter einem Felsen verborgen bleibt, unterhandelt Virgil, auf seine himmlische Sendung sich berufend, mit Malacoda, dem Oberteufel, damit er ihm eine schützende Bedeckung mitgebe. Dieser ist dazu bereit und stellt ein Fähnlein von zehn Teufeln unter Führung Barbariccias zusammen, daß unsern Dichtern längs dem Pechteich das Geleite zu geben hat, nachdem er aber vorher Virgil darauf aufmerksam gemacht, daß die von der 5. zur 6. Stufe führende Brücke eingestürzt sei, eshalb sie, um zur 6. Stufe zu langen, in die Tiefe der 5. Schlucht hinabzusteigen hätten. Der Dante sehr unheimliche Zug setzt sich in Bewegung. Diese Teufel heißen Malebranche, Böspranken, und nach ihnen wird die ganze Schlucht benannt.

22 - Fortsetzung des vorigen Gesangs. Auf dem linker Hand des Pechteichs fortlaufenden Damm ihren Weg fortsetzend, sehen die Dichter verschiedene Sünder, die, unbewachte Augenblicke benützend, hervortauchen. Einer davon, Ciampolo, wird von einem Teufel mit dem am Speer befindlichen Haken gepackt und hervorgezogen. Auf Befragen sagt er, Navarese zu sein, erzählt einiges von sich und nennt verschiedene seiner Genossen, von ihren Streichen berichtend, wobei er die ihn bewachenden Teufel derart zu überlisten weiß, daß zwei von ihnen bei dem sich ergebenden Streit selber in das kochende Pech fallen und von ihren Spießgesellen mittels der Haken hervorgezogen werden müssen. Während dieser mit mittelalterlich derber Komik geschilderten Scene machen sich unsere Dichter davon, nicht ohne Besorgnis, im Bewußtsein, die Patsche, in der sie die Teufel zurückgelassen, durch das Befragen des Navarresen verschuldet zu haben.

23 - Sechster Sack des achten Kreises. In der von Dante geteilten Besorgnis, die Teufel möchten sie verfolgen, nimmt Virgil den Freund in seine Arme und rutscht mit ihm die steile Felsenwand hinab, die ins 6. Sackthal führt, wodurch sie glücklich aus dem Bereich der die bereits verfolgenden Teufel kommen. Hier sind die Heuchler, mit schweren, bleiernen, außen vergoldeten Kutten angethan und mühsam und weinend dahinschleichend. Zwei Bolognesen vom Orden der "Lustigen Brüder" reden mit Dante.Der eine ist Catalano, der andere Loderingo. Am Boden liegt gekreuzigt Kaiphas, überden die Schwergekleideten hinschreiten. Von den Bolognesen erfahren unsere Dichter, welchen Weg sie nun zu nehmen haben und daß die Teufel aus Bosheit sie betreffs des einzuschlagenden Weges falsch unterrichtet hatten.

24 - Siebenter Sack des achten Kreises. Dante schildert seinen Schrecken bei dem Unmut, in den Virgil die gelaufene Gefahr versetzt hatte und die darauffolgende Beruhigung. Sie waren auf der Flucht zu tief gekommen und erklimmen nur mit großer Anstrengung das siebente Sackthal, in dem die Diebe und Räuber bestraft werden. Von Schlangen gestochen, gehen sie in Flammen auf, um gleich darauf erneuert dazustehen. So sehen sie Vanni Fucci aus Pistoja, der wertvolles Kirchengerät geraubt und einen Unschuldigen, auf den er den Verdacht gelenkt, auf den Galgen gebracht hatte, In seinem Zorn, von Dante hier angetroffen worden zu sein, sagt er ihm die bevorstehende Niederlage der Weißen voraus.

25 - Von einem Felsenvorsprung noch immer in das von entsetzlichen Schlangen wimmelnde siebente Sackthal blickend, sehen sie, wie Fucci Cacus verfolgt wird.Hierauf folgt die großartige Metamorphose. Sie betrifft vier Florentiner, die sich öffentliche Gelder zugeeignet. Cianfa, der schon früher in eine sechsfüßige Schlange verwandelt worden war, wird von Agnello Brunelleschi, Buoso Donati und Puccio Sciancato vermißt. Die Schlange, das ist Cianfa, stürzt sich auf Agnello und verbindet sich mit ihm zu einem Ungetüm, während Buoso mit dem in eine Schlange verwandelten Guercio Calvalcanti die Gestalt wechselt. Der einzige Puccio Sciancato bleibt unverändert.

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