Dante Alighieri ─ La Divina Commedia ─ Paradiso ─ Canto 17

Konrad Falke ─ Die Göttliche Komödie ─ Paradies ─ Gesang 17

Wie zu Klymenen kam ─ Gewißheit suchend
In dem, was gegen sich er hatt' erfahren ─,
Der heut noch karg die Väter macht den Söhnen:

So tat auch ich; und so ward ich empfunden
Von Beatricen wie der heiligen Ampel,
Die meinethalb den Ort gewechselt hatte.

Drum meine Herrin: »Ström hervor die Glut denn
Deines Begehrs«, sprach sie, »so daß sie flamme,
Geprägt durchaus vom innern Seelenstempel!

Nicht etwa, daß drum unser Wissen wüchse,
Indem du sprichst; nein, nur um dich zu üben,
Den Durst zu künden, daß man Trank dir reiche!« ─

»O du mein teurer Stamm, der so du hoch strebst,
Daß ─ wie die irdischen Geisteskräfte einseh'n,
Es fass' ein Dreieck nicht zwei stumpfe Winkel! ─

Gleich klar du siehst die nichtigen Zufallsdinge,
Eh' in sich selbst sie sind (da du den Punkt schaust,
Drin alle Zeiten ewig gegenwärtig):

Derweil ich noch Vergil war beigegeben
─ Droben am Berge, der die Seelen reinigt;
Und niedersteigend durch die Welt der Toten ─,

Wurden mir kund von meinem künftigen Leben
Gar schlimme Worte ─ wenn ich mich gleich fühle
Vierschrötig fest in allen Schicksalsschlägen! ─:

Weshalb mein Wunsch mir voll befriedigt wäre,
Hört' ich, welch ein Verhängnis mir sich nähert;
Denn träger langt der vorbernerkte Pfeil an..."

So redet' ich zu eben jenem Lichte,
Das erst noch zu mir sprach; und ─ nach dem Willen
Beatrices ─ war somit mein Wunsch gebeichtet.

Nicht in Orakeln, drin das Volk der Heiden
Sich einst verfing, bevor geopfert wurde
Das Lamm des Herrn, das alle Sünden wegnimmt;

Nein, klaren Wortes und in knapp gehalt'nem
Vortrag gab mir Bescheid die Vaterliebe,
Verhüllt (und sichtbar doch!) im eigenen Lächeln:

»Der Zufall, der sich übers Buch von eurer
Stofflichen Körperwelt mitnichten ausdehnt,
Liegt ganz im Ewigen Antlitz abgebildet:

Doch zieht er draus nicht auch Notwendigkeit,
So wenig als vom Aug', darin sich's spiegelt,
Ein Schiff, das auf dem Strom hinuntergleitet.

Von ebendort ─ gleichwie uns kommt zu Ohren
Liebliche Harmonie der Orgel! ─ kommt mir
Die Zeit vor Augen, die sich dir bereitet ...

Wie einst Hippolytos sich aus Athen entfernte
Der tückisch-grausamen Stiefmutter wegen,
So wirst auch du Florenz verlassen müssen.

So will man's und so wird's bereits betrieben;
Und bald wird der's bewirken, der drauf abzielt
Dort, wo man Christus täglich neu verschachert.

Die Schuld folgt der geschlagenen Partei,
Dem Rufe nach, wie stets; doch die Vergeltung
Wird Zeuge sein der Wahrheit, die sie freispricht.

Aufgeben wirst du alles, was am meisten
Dir teuer war; und dieses wird der erste
Pfeil sein, den der Verbannung Bogen abschnellt.

Dann wirst erfahren du, wie sehr nach Salz schmeckt
Das fremde Brot und welch ein harter Gang ist
Das Auf- und Niedersteigen fremder Treppen.

Doch was zutiefst dir wird die Schultern drücken,
Das wird die Rotte sein, verrucht und hirnlos,
Mit der du stürzen wirst in diesen Abgrund:

Denn ganz undankbar, gänzlich toll und schändlich
Zeigt sie sich gegen dich; doch wenig später,
Und ihr, nicht dir, wird drob die Schläfe bluten!

Von ihrer Tierheit wird ihr weiteres Handeln
Beweis erbringen; so daß wohl dir ansteht,
Daß du dich selbst gemacht hast zur Partei...

Dein erster Zufluchtsort, die erste Herberg'
Liegt in der Huld des mächtigen Lombarden,
Der auf der Leiter führt den heiligen Vogel;

Er wird für dich so gütige Rücksicht haben,
Daß da, von Tat und Bitte, bei euch zweien
Zuerst wird sein, was später kommt bei andern.

Mit ihm erblickst du, der so mächtigen Einfluß
Bei der Geburt erfuhr von diesem Stern hier,
Daß Ruhmes wert einst seine Taten werden!

Noch sind die Menschen des nicht acht geworden
Bei seiner jungen Kraft; denn erst neun Jahre
Sind diese Sphären rings um ihn geschwungen.

Doch eh' der Guaske trügt den hohen Heinrich,
Werden sich Funken zeigen seiner Tugend,
Indem er weder Geld noch Mühen ansieht.

Es werden seine großgesinnten Taten
Einst so bekannt sein, daß selbst seine Feinde
Davon nicht können still die Zungen halten!

Auf ihn vertrau und seine Gunstbeweise;
Wird doch durch ihn vertauscht viel Volk der Menschen,
Wenn ihren Stand so Reich' als Arme wechseln.

Du wirst geschrieben tragen im Gedächtnis
Von ihm ─ doch sagen nicht! ─:...« Und er sprach Dinge,
Unglaublich denen, die's erleben werden.

Drauf fügt' er bei: »Dies, Sohn, ist die Erklärung
Dessen, was dir gesagt ward; das die Ränke,
Die hinter wenigen Sommern sind verborgen...

Doch magst du drum den Nächsten dein nicht gram sein ─
Denn weiter in die Zukunft reicht dein Leben,
Als je die Strafe reicht für ihre Falschheit!«

Dieweil, durch Schweigen, sich die heilige Seele
Zu Ende zeigte mit dem Einschlag-Setzen
In das Geweb', das ich ihr bot gezettelt,

Hub ich denn an wie einer, der in Zweifeln
Sich Rat zu holen wünscht von einem Geiste,
Der schaut und will das Rechte und voll Lieb' ist:

»Wohl seh' ich, o mein Vater, wie das Schicksal
Einsprengt auf mich, den Stoß mir zu versetzen,
Der um so schwerer den trifft, der nicht achtgibt;

Weshalb mir ziemt, mit Vorsicht mich zu wappnen,
Damit, ist mir der liebste Ort genommen,
Ich nicht verlier' die andern durch mein Dichten.

Tief in der Welt, über die Massen bitter;
Und dort am Berg, von dessen schönem Gipfel
Die Augen meiner Herrin mich enthoben;

Und hernach durch das All, von Stern zu Sterne,
Hab' ich erfahren, was, bericht' ich's wieder,
Gar vielen wird nach starker Herbe schmecken!

Doch wenn der Wahrheit ich ein feiger Freund bin,
Fürcht' ich, verlier' das Leben ich bei jenen,
Die diese Zeit die alte nennen werden...«

Der Glanz, darinnen lächelte das Kleinod,
Das dort ich fand, begann erst zu erschimmern,
So wie im Sonnenstrahl ein goldner Spiegel;

Drauf gab er Antwort: »Schamvolles Bewußtsein,
Sei's eigner oder anderwärtiger Schande,
Wird einzig deine Rede rauh verspüren.

Doch drum nicht minder frei von jeder Lüge
Bring ganz dein geistiges Schau'n zur Offenbarung;
Und laß nur kratzen, wo sie ist, die Krätze !

Denn ob dein Wort gleich mag beschwerlich fallen
Beim ersten Schmecken, wird doch Lebensnahrung
Es hinterlassen, wenn es erst verdaut ist.

Dieser dein Schrei wird wie der Sturm verfahren,
Der auch die höchsten Wipfel stärker schüttelt;
Und solches legt nicht kleinen Grund zur Ehre.

Drum wurden dir gezeigt in diesen Sphären,
Am Berg dort und im schmerzenreichen Abgrund
Die Seelen nur, die schon durch Ruf bekannt sind.

Denn das Gemüt des Hörers gibt sich hin nicht,
Noch schenkt es Glauben einem Beispiel, welches
Im Unbekannten und Verborgenen wurzelt,

Noch auch dem Grund dafür, der nicht ins Aug' fällt!«

Qual venne a Climenè, per accertarsi
di ciò ch'avëa incontro a sé udito,
quei ch'ancor fa li padri ai figli scarsi;003

tal era io, e tal era sentito
e da Beatrice e da la santa lampa
che pria per me avea mutato sito.006

Per che mia donna «Manda fuor la vampa
del tuo disio», mi disse, «sì ch'ella esca
segnata bene de la interna stampa:009

non perché nostra conoscenza cresca
per tuo parlare, ma perché t'ausi
a dir la sete, sì che l'uom ti mesca».012

«O cara piota mia che sì t'insusi,
che, come veggion le terrene menti
non capere in trïangol due ottusi,015

così vedi le cose contingenti
anzi che sieno in sé, mirando il punto
a cui tutti li tempi son presenti;018

mentre ch'io era a Virgilio congiunto
su per lo monte che l'anime cura
e discendendo nel mondo defunto,021

dette mi fuor di mia vita futura
parole gravi, avvegna ch'io mi senta
ben tetragono ai colpi di ventura;024

per che la voglia mia saria contenta
d'intender qual fortuna mi s'appressa:
ché saetta previsa vien più lenta».027

Così diss' io a quella luce stessa
che pria m'avea parlato; e come volle
Beatrice, fu la mia voglia confessa.030

Né per ambage, in che la gente folle
già s'inviscava pria che fosse anciso
l'Agnel di Dio che le peccata tolle,033

ma per chiare parole e con preciso
latin rispuose quello amor paterno,
chiuso e parvente del suo proprio riso:036

«La contingenza, che fuor del quaderno
de la vostra matera non si stende,
tutta è dipinta nel cospetto etterno;039

necessità però quindi non prende
se non come dal viso in che si specchia
nave che per torrente giù discende.042

Da indi, sì come viene ad orecchia
dolce armonia da organo, mi viene
a vista il tempo che ti s'apparecchia.045

Qual si partio Ipolito d'Atene
per la spietata e perfida noverca,
tal di Fiorenza partir ti convene.048

Questo si vuole e questo già si cerca,
e tosto verrà fatto a chi ciò pensa
là dove Cristo tutto dì si merca.051

La colpa seguirà la parte offensa
in grido, come suol; ma la vendetta
fia testimonio al ver che la dispensa.054

Tu lascerai ogne cosa diletta
più caramente; e questo è quello strale
che l'arco de lo essilio pria saetta.057

Tu proverai sì come sa di sale
lo pane altrui, e come è duro calle
lo scendere e 'l salir per l'altrui scale.060

E quel che più ti graverà le spalle,
sarà la compagnia malvagia e scempia
con la qual tu cadrai in questa valle;063

che tutta ingrata, tutta matta ed empia
si farà contr' a te; ma, poco appresso,
ella, non tu, n'avrà rossa la tempia.066

Di sua bestialitate il suo processo
farà la prova; sì ch'a te fia bello
averti fatta parte per te stesso.069

Lo primo tuo refugio e 'l primo ostello
sarà la cortesia del gran Lombardo
che 'n su la scala porta il santo uccello;072

ch'in te avrà sì benigno riguardo,
che del fare e del chieder, tra voi due,
fia primo quel che tra li altri è più tardo.075

Con lui vedrai colui che 'mpresso fue,
nascendo, sì da questa stella forte,
che notabili fier l'opere sue.078

Non se ne son le genti ancora accorte
per la novella età, ché pur nove anni
son queste rote intorno di lui torte;081

ma pria che 'l Guasco l'alto Arrigo inganni,
parran faville de la sua virtute
in non curar d'argento né d'affanni.084

Le sue magnificenze conosciute
saranno ancora, sì che ' suoi nemici
non ne potran tener le lingue mute.087

A lui t'aspetta e a' suoi benefici;
per lui fia trasmutata molta gente,
cambiando condizion ricchi e mendici;090

e portera'ne scritto ne la mente
di lui, e nol dirai»; e disse cose
incredibili a quei che fier presente.093

Poi giunse: «Figlio, queste son le chiose
di quel che ti fu detto; ecco le 'nsidie
che dietro a pochi giri son nascose.096

Non vo' però ch'a' tuoi vicini invidie,
poscia che s'infutura la tua vita
vie più là che 'l punir di lor perfidie».099

Poi che, tacendo, si mostrò spedita
l'anima santa di metter la trama
in quella tela ch'io le porsi ordita,102

io cominciai, come colui che brama,
dubitando, consiglio da persona
che vede e vuol dirittamente e ama:105

«Ben veggio, padre mio, sì come sprona
lo tempo verso me, per colpo darmi
tal, ch'è più grave a chi più s'abbandona;108

per che di provedenza è buon ch'io m'armi,
sì che, se loco m'è tolto più caro,
io non perdessi li altri per miei carmi.111

Giù per lo mondo sanza fine amaro,
e per lo monte del cui bel cacume
li occhi de la mia donna mi levaro,114

e poscia per lo ciel, di lume in lume,
ho io appreso quel che s'io ridico,
a molti fia sapor di forte agrume;117

e s'io al vero son timido amico,
temo di perder viver tra coloro
che questo tempo chiameranno antico».120

La luce in che rideva il mio tesoro
ch'io trovai lì, si fé prima corusca,
quale a raggio di sole specchio d'oro;123

indi rispuose: «Coscïenza fusca
o de la propria o de l'altrui vergogna
pur sentirà la tua parola brusca.126

Ma nondimen, rimossa ogne menzogna,
tutta tua visïon fa manifesta;
e lascia pur grattar dov' è la rogna.129

Ché se la voce tua sarà molesta
nel primo gusto, vital nodrimento
lascerà poi, quando sarà digesta.132

Questo tuo grido farà come vento,
che le più alte cime più percuote;
e ciò non fa d'onor poco argomento.135

Però ti son mostrate in queste rote,
nel monte e ne la valle dolorosa
pur l'anime che son di fama note,138

che l'animo di quel ch'ode, non posa
né ferma fede per essempro ch'aia
la sua radice incognita e ascosa,141

né per altro argomento che non paia».

Falke Hölle
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Falke Fegefeuer
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Falke Paradies
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