Dante Alighieri ─ La Divina Commedia ─ Paradiso ─ Canto 16

Konrad Falke ─ Die Göttliche Komödie ─ Paradies ─ Gesang 16

O du geringer Adel unseres Blutes!
Doch wenn mit dir du prahlen läßt die Menschen
Auf Erden, wo doch Schwachheit unser Teil ist,

So soll das niemals wunderbar mir scheinen:
Denn dort, wo unsere Neigung sonst nicht fehlgeht,
Ich mein' im Himmel, schwoll ob dir mein Fühlen.

Wohl bist ein Mantel du, der bald zu kurz wird;
Dieweil, mehrt man ihn nicht von Tag zu Tage,
Die Zeit um ihrs herumgeht mit der Schere...

Mit jenem »Ihr«, das erstmals Rom gebrauchte
(Woran jedoch sein Volk jetzt minder festhält!),
Begannen neuerdings denn meine Worte;

Worob Beatrice, die mit leisem Lächeln
Seitab stand, jener glich, die hustend Laut gab
Beim ersten Fehl, berichtet von Ginevra.

Ich hub so an: »Ihr also seid mein Ahnherr;
Ihr flößt mir volle Kühnheit ein, zu sprechen;
Ihr hebt so hoch mich, daß ich mehr als ich bin !

Durch soviel Ströme füllt sich an mit Freude
Mein Geist, daß ob sich selbst er muß frohlocken,
Weil er's ertragen kann, ohne zu reißen...

So sagt mir nun, Ihr, mein geliebter Urquell:
Wer waren Eure Vordern und was schrieb man
Für eine Jahreszahl in Eurer Kindheit?

Sagt von der Hürde mir von San Giovanni,
Wie groß sie war damals; und wer die Männer,
Würdig in ihr der allerhöchsten Sitze!«

Wie neu emporlebt unterm Windeswehen
Der Kohle Glut: also sah ich erglänzen
Die hehre Leuchte unter meinem Schmeicheln;

Und wie sie meinen Augen schöner wurde,
Also mit Lauten, süßer noch und weicher
(Doch nicht in dieser neuzeitlichen Rede)

Sprach sie: »Vom Tag, wo ›Ave‹ ward verkündet,
Bis da, wo meine Mutter ─ die jetzt selig! ─
Mein sich entband, mit dem sie war bebürdet,

Kehrte zu seinem Leu'n fünfhundertfünfzig
Und dreißigmal hier dieses Himmelsfeuer,
Neu zu entbrennen unter seiner Pranke.

Die Vorfahr'n mein, wie ich, wurden geboren
Dort, wo zuerst berührt das letzte Sechstel,
Wer immer mitläuft euer jährlich Rennen.

Genug's, von meinen Ahnen dies zu hören ─
Wer selbst sie waren und woher sie kamen,
Steht besser an zu schweigen als zu schwatzen!...

Sämtliche, die zu jener Zeit dort waren
Fähig der Waffen zwischen Mars und Täufer,
Waren ein Fünftel derer, die jetzt leben;

Allein die Bürgerschaft, die heut gemischt ist
Mit Campi, mit Certaldo, mit Figghine,
Sah sich noch rein im letzten Handwerksmanne.

O wieviel besser wär's, daß Nachbarn blieben
Die Leute, die ich mein', und bei Galluzzo
Und bei Trespiano lägen eure Grenzen:

Statt daß ihr drin sie habt und Stank erduldet
Vom Bauer von Aguglion' und von Signa,
Der schon zum Gaunern hat gespitzt das Auge!

Wär' nur das Volk, zutiefst verderbt auf Erden,
Gewesen nicht dem Kaiser Schwiegermutter,
Nein, wie die Mutter ihrem Sohn, voll Güte:

Der heut als »Florentiner« feilscht und handelt,
Wär' längst zurückgekehrt nach Semifonti,
Wo einst der Urahn als Hausierer umging!

Es wäre Montemurlo noch den Conti,
Die Cerchi noch im Sprengel von Acone,
Wohl auch im Greve-Tal die Buondelmonti !

Noch immer war Vermischung der Personen
Der Anfang des Verderbens für die Städte,
Wie für den Leib die Speise, die man drauf-ißt;

Und jäher stürzt ein blinder Stier zu Boden,
Denn's blinde Lamm; und mehr und besser schneidet
Ein Schwert wohl dann und wann als ihrer fünfe!

Betrachtest Luni du und Urbisaglia,
Wie sie verkommen sind und wie nach ihnen
Verkommen Chiusi und auch Sinigaglia,

So wird, zu hören wie Geschlechter welken,
Dir nicht so gänzlich fremd und schwierig scheinen,
Wo doch die Städte selbst ein Ende haben.

All euren Dingen wohnt der Tod im Herzen,
So wie euch selbst: nur zeigt sich's kaum bei manchem,
Das lange währt; denn kurz sind ja die Leben

Und wie der Kreisumschwung des Mondenhimmels
Rastlos bedeckt und abdeckt die Gestade,
So macht auch mit Florenz es die Fortuna.

Drum braucht nicht wunderbar dir vorzukommen,
Was jetzt ich meld' von hohen Florentinern,
Davon der Ruf im Zeitlauf ist verschollen...

Ich sah die Ughi, sah die Catellini,
Greci, Filipp', Ormann' und Alberighi,
Ob im Zerfall schon, hochvornehme Bürger;

Und sah, so mächtig als von altem Ruhme,
Mit jenem von Sannella den von Arca,
Und Soldanier', Ardinghi und Bosticchi.

An jenem Tor, das nunmehr ist belastet
Mit neuem Treubruch von so großer Schwere,
Daß bald zum Scheitern kommen wird die Barke,

Wohnten die Ravignan', von denen abstammt
Graf Guido und wer immer drauf den Namen
Des großen Bellincion hat angenommen.

Ein Della Pressa wußte einst, wie würdig
Man soll regieren; und ein Galigaio
Führte vergoldet Degenknauf und Stichblatt.

Groß waren einst die Säul' im Graupelz-Wappen,
Sacchetti, Giuochi, Fifant' und Barucci
Und Galli, wie, die sich des Scheffels schämen.

Der Stamm, dem die Calfucci sind entsprossen,
Er war einst groß; und waren einst berufen
Zum Ratsherrnsessel Siz' und Arrigucci.

O, wie sah jene ich, die nun zerstört sind
Durch ihren Hochmut! Auch die goldnen Kugeln
Schmückten Florenz bei jeder seiner Großtat.

So hielten's auch die Älterväter jener,
Die stets, wenn eure Kirche unbesetzt ist,
Sich fett aufmästen, im Kapitel sitzend.

Die freche Sippschaft, die zum Drachen auswächst
Hinter dem Flieh'nden, doch dem, der den Zahn zeigt
(Oder die Börse!) gleich dem Lamm sich anschmiegt,

Kam schon empor, doch aus so niederm Volke,
Daß Ubertin Donati wenig froh war,
Daß ihn der Schwäher zum Verwandten machte.

Schon war der Caponsacco nach dem Marktplatz,
Von Fiesole her, gestiegen; und schon waren
Biedere Bürger Giuda, Infangato.

Ich sage dir Unglaubliches, doch Wahres:
Zur innern Stadt ging ein man durch die Pforte,
Die nach den Della Pera schon sich nannte.

Jedweder, welcher führt das schöne Wappen
Des großen Grafen ─ dessen Nam' und Preislied
Das Fest des heiligen Thomas stets erneuert! ─,

Empfing von ihm einst Ritterschlag und -rechte;
Mag immer mit dem Volk sich heut verbrüdern,
Der es umbänderte mit goldnem Streifen.

Schon gab es Gualterott' und Importuni;
Auch lebte noch der Borgo mehr in Ruhe,
Wär' neuer Nachbarn ledig er geblieben.

Das Haus, aus dem hervorbrach euer Jammer
Ob dem gerechten Zorn, der euch zerstört hat
Und Schluß gemacht mit eurem „heitern Leben«,

War hochgeehrt, es selbst wie die Verwandten:
Buondelmonte, wie so übel flohst du
Sein Hochzeitsfest auf anderer Betreiben!

Gar viele wären fröhlich, die jetzt trüb sind,
Hätte dich Gott der Ema überlassen,
Als du das erstemal zur Stadt gekommen !

Allein es mußte dem zerbrochenen Steinbild,
Das auf der Brücke wacht, Florenz ein Opfer
In seines Friedens letzten Tagen bringen...

Mit diesen und noch anderen Geschlechtern
Sah ich Florenz in so beschaffnem Rutestand,
Daß keinen Grund es hatte, um zu weinen:

Mit eben diesen sah so ruhmbeladen
Und rechtgewillt sein Volk ich, daß die Lilie
Niemals am Speer nach abwärts ward gewendet,

Noch durch Entzweiung purpurrot sich färbte!«

O poca nostra nobiltà di sangue,
se glorïar di te la gente fai
qua giù dove l'affetto nostro langue,003

mirabil cosa non mi sarà mai:
ché là dove appetito non si torce,
dico nel cielo, io me ne gloriai.006

Ben se' tu manto che tosto raccorce:
sì che, se non s'appon di dì in die,
lo tempo va dintorno con le force.009

Dal 'voi' che prima a Roma s'offerie,
in che la sua famiglia men persevra,
ricominciaron le parole mie;012

onde Beatrice, ch'era un poco scevra,
ridendo, parve quella che tossio
al primo fallo scritto di Ginevra.015

Io cominciai: «Voi siete il padre mio;
voi mi date a parlar tutta baldezza;
voi mi levate sì, ch'i' son più ch'io.018

Per tanti rivi s'empie d'allegrezza
la mente mia, che di sé fa letizia
perché può sostener che non si spezza.021

Ditemi dunque, cara mia primizia,
quai fuor li vostri antichi e quai fuor li anni
che si segnaro in vostra püerizia;024

ditemi de l'ovil di San Giovanni
quanto era allora, e chi eran le genti
tra esso degne di più alti scanni».027

Come s'avviva a lo spirar d'i venti
carbone in fiamma, così vid' io quella
luce risplendere a' miei blandimenti;030

e come a li occhi miei si fé più bella,
così con voce più dolce e soave,
ma non con questa moderna favella,033

dissemi: «Da quel dì che fu detto 'Ave'
al parto in che mia madre, ch'è or santa,
s'allevïò di me ond' era grave,036

al suo Leon cinquecento cinquanta
e trenta fiate venne questo foco
a rinfiammarsi sotto la sua pianta.039

Li antichi miei e io nacqui nel loco
dove si truova pria l'ultimo sesto
da quei che corre il vostro annüal gioco.042

Basti d'i miei maggiori udirne questo:
chi ei si fosser e onde venner quivi,
più è tacer che ragionare onesto.045

Tutti color ch'a quel tempo eran ivi
da poter arme tra Marte e 'l Batista,
eran il quinto di quei ch'or son vivi.048

Ma la cittadinanza, ch'è or mista
di Campi, di Certaldo e di Fegghine,
pura vediesi ne l'ultimo artista.051

Oh quanto fora meglio esser vicine
quelle genti ch'io dico, e al Galluzzo
e a Trespiano aver vostro confine,054

che averle dentro e sostener lo puzzo
del villan d'Aguglion, di quel da Signa,
che già per barattare ha l'occhio aguzzo!057

Se la gente ch'al mondo più traligna
non fosse stata a Cesare noverca,
ma come madre a suo figlio benigna,060

tal fatto è fiorentino e cambia e merca,
che si sarebbe vòlto a Simifonti,
là dove andava l'avolo a la cerca;063

sariesi Montemurlo ancor de' Conti;
sarieno i Cerchi nel piovier d'Acone,
e forse in Valdigrieve i Buondelmonti.066

Sempre la confusion de le persone
principio fu del mal de la cittade,
come del vostro il cibo che s'appone;069

e cieco toro più avaccio cade
che cieco agnello; e molte volte taglia
più e meglio una che le cinque spade.072

Se tu riguardi Luni e Orbisaglia
come sono ite, e come se ne vanno
di retro ad esse Chiusi e Sinigaglia,075

udir come le schiatte si disfanno
non ti parrà nova cosa né forte,
poscia che le cittadi termine hanno.078

Le vostre cose tutte hanno lor morte,
sì come voi; ma celasi in alcuna
che dura molto, e le vite son corte.081

E come 'l volger del ciel de la luna
cuopre e discuopre i liti sanza posa,
così fa di Fiorenza la Fortuna:084

per che non dee parer mirabil cosa
ciò ch'io dirò de li alti Fiorentini
onde è la fama nel tempo nascosa.087

Io vidi li Ughi e vidi i Catellini,
Filippi, Greci, Ormanni e Alberichi,
già nel calare, illustri cittadini;090

e vidi così grandi come antichi,
con quel de la Sannella, quel de l'Arca,
e Soldanieri e Ardinghi e Bostichi.093

Sovra la porta ch'al presente è carca
di nova fellonia di tanto peso
che tosto fia iattura de la barca,096

erano i Ravignani, ond' è disceso
il conte Guido e qualunque del nome
de l'alto Bellincione ha poscia preso.099

Quel de la Pressa sapeva già come
regger si vuole, e avea Galigaio
dorata in casa sua già l'elsa e 'l pome.102

Grand' era già la colonna del Vaio,
Sacchetti, Giuochi, Fifanti e Barucci
e Galli e quei ch'arrossan per lo staio.105

Lo ceppo di che nacquero i Calfucci
era già grande, e già eran tratti
a le curule Sizii e Arrigucci.108

Oh quali io vidi quei che son disfatti
per lor superbia! e le palle de l'oro
fiorian Fiorenza in tutt' i suoi gran fatti.111

Così facieno i padri di coloro
che, sempre che la vostra chiesa vaca,
si fanno grassi stando a consistoro.114

L'oltracotata schiatta che s'indraca
dietro a chi fugge, e a chi mostra 'l dente
o ver la borsa, com' agnel si placa,117

già venìa sù, ma di picciola gente;
sì che non piacque ad Ubertin Donato
che poï il suocero il fé lor parente.120

Già era 'l Caponsacco nel mercato
disceso giù da Fiesole, e già era
buon cittadino Giuda e Infangato.123

Io dirò cosa incredibile e vera:
nel picciol cerchio s'entrava per porta
che si nomava da quei de la Pera.126

Ciascun che de la bella insegna porta
del gran barone il cui nome e 'l cui pregio
la festa di Tommaso riconforta,129

da esso ebbe milizia e privilegio;
avvegna che con popol si rauni
oggi colui che la fascia col fregio.132

Già eran Gualterotti e Importuni;
e ancor saria Borgo più quïeto,
se di novi vicin fosser digiuni.135

La casa di che nacque il vostro fleto,
per lo giusto disdegno che v'ha morti
e puose fine al vostro viver lieto,138

era onorata, essa e suoi consorti:
o Buondelmonte, quanto mal fuggisti
le nozze süe per li altrui conforti!141

Molti sarebber lieti, che son tristi,
se Dio t'avesse conceduto ad Ema
la prima volta ch'a città venisti.144

Ma conveniesi, a quella pietra scema
che guarda 'l ponte, che Fiorenza fesse
vittima ne la sua pace postrema.147

Con queste genti, e con altre con esse,
vid' io Fiorenza in sì fatto riposo,
che non avea cagione onde piangesse.150

Con queste genti vid' io glorïoso
e giusto il popol suo, tanto che 'l giglio
non era ad asta mai posto a ritroso,153

né per divisïon fatto vermiglio».

Falke Hölle
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Falke Paradies
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