Dante Alighieri ─ La Divina Commedia ─ Paradiso ─ Canto 07

Konrad Falke ─ Die Göttliche Komödie ─ Paradies ─ Gesang 07

»Gruß dir, erhabner Gott der Heeresscharen,
Der hochher du bestrahlst mit deinem Glanze
Die seligen Brände dieses Himmelreiches!«

Also, zu seinem Liede hin sich wendend,
Schien Worte mir zu singen jenes Wesen,
Auf welchem doppelt Leuchten sich vereinigt.

Dann regt' es mit den andern sich im Tanze;
Und ähnlich allerschnellsten Feuerfunken
Verbargen sie sich mir in jähem Schwinden.

Ich schwankte erst und sprach: ›Sag ihr's, sag ihr's!‹
Im Innern; ›sag's‹, so sprach ich, ›deiner Herrin,
Die dir den Durst nimmt mit so süßen Tropfen!‹

Doch jene Ehrerbietung, die sich meiner
Bei »B« sowohl als »ice« schon bemächtigt,
Beugte nach vorn mich, wie wer in den Schlaf sinkt.

Kurz ließ in solcher Stellung mich Beatrice;
Sprach dann, bestrahlend mich mit einem Lächeln,
Das selbst im Läuterungsfeuer noch beglückte:

»Nach meiner unfehlbaren Meinung hast du,
Wie denn gerechte Sühne nach dem Rechte
Werde bestraft, gefragt dich in Gedanken!

Doch werd' ich schleunig dir den Geist entwirren;
Und du merk auf, denn meine Worte werden
Von großer Wahrheit ein Geschenk dir machen...

Weil keinen Zaum ertrug an seinem Wollen
(Zu seinem Heil doch!), hat der Nie-Gebor'ne,
Verdammend sich, verdammt sein ganz Geschlecht;

Worob die Menschheit drunten lag in Krankheit,
Viel hundert Jahre durch, an großem Irrtum,
Bis daß sich Gottes Wort ließ dorthin nieder,

Wo die Natur es, die von ihrem Schöpfer
War abgekommen, in Person sich einte,
Einzig durch Wirkung seiner ewigen Liebe.

Nun gib wohl acht auf das, was draus man folgert!
Diese Natur, vereint einst ihrem Schöpfer,
War so, wie sie geschaffen, rein und edel;

Doch durch sich selber ward sie ausgeschlossen
Vom Paradies, weil sie sich seitab wandte
Vom Weg der Wahrheit und von ihrem Leben.

Die Strafe demnach, die das Kreuz verhängte
─ Wenn die erworbene Natur man anschaut! ─,
Hat niemals noch so vollgerecht getroffen;

Und doch war keine je so voller Unrecht,
Blickt man auf die Person, die sie erlitten,
Mit det vereint war solcherlei Natur.

Drum ging von einer Tat verschiedenes aus;
Ein Tod gefiel so Gott wie auch den Juden:
Der Erdball bebte, auf tat sich der Himmel !

Nicht darf es nunmehr schwierig dir erscheinen,
Wenn da gesagt wird, daß gerechte Rache
Hernach gerächt ward von gerechtem Richter...

Doch seh' ich deinen Geist anjetzt verstrickt
Im Knoten von Gedanken zu Gedanken,
Daraus voll Sehnsucht Lösung er erwartet.

Du sagst: ›Recht wohl begreif' ich, was ich höre;
Allein noch bleibt mir dunkel, warum Gott denn
Just diesen Weg zu unserer Rettung wählte!‹

Dieser Beschluß, o Bruder, bleibt begraben
Den Augen eines jeden, dessen Denkkraft
Nicht in der Liebesflamme ward gehärtet!

In Wahrheit denn: Weil man nach diesem Ziele
Gar manchmal ausschaut, doch nur wenig klar sieht,
Meld' ich, warum die Weise war die hehrste...

Die Güte Gottes, die weit von sich wegweist
Jedweden Neid, funkt aus der eignen Flamme
So stark, daß ewige Schönheit sie entfaltet.

Das, was aus ihr unmittelbar hervorquillt,
Hat nie ein Ende, weil sich nicht verändert
Ihr Formendruck, wenn Sie das Siegel führt.

Das, was von ihr unmittelbar herabfließt,
Ist gänzlich frei, weil es nicht untertan ist
Dem Machteinfluß der neugeschaffenen Dinge.

Mehr gleicht es ihr, und drum so mehr gefällt's ihr,
Dieweil die heilige Glut, die alles ausstrahlt,
Im Ähnlichsten auch zeigt am meisten Leben.

Mit allen diesen Gütern ist begnadet
Das menschliche Geschöpf: doch fehlt ihm eines,
Muß es aus seinem Adel niederstürzen.

Die Sünde ist's, was ihm die Freiheit wegnimmt
Und es unähnlich macht dem höchsten Heile,
Weshalb von seinem Licht es schwach erhellt wird;

Und niemals kehrt's zu seiner Würde wieder,
Ersetzt es nicht, was ihm die Schuld geraubt hat,
Für schlimm Gelüste mit gerechten Strafen,

Eure Natur, als sie als Ganzes fehlgriff
In ihrem Samen, ward aus diesen Würden,
Wie aus dem Paradiese, jäh verstoßen;

Und konnten nicht zurückerlangt sie werden
─ Gibst du wohl acht! ─ auf irgendwelchem Wege,
Man zog denn hin durch eine dieser Furten:

Sei es, daß Gott allein durch seine Gnade
Hätte verzieh'n; sei's, daß der Mensch sich selber
Zur Sühne dargebracht für seine Torheit...

Dring mit dem Auge ganz nun in den Abgrund
Des ewigen Rats hinunter; meiner Rede
So innig, als dir's möglich, angeschlossen!

Es konnte nicht der Mensch, bei seinen Schranken,
Jemals genugtun, weil so tief in Demut
Er nicht sich beugen konnte, jetzt gehorchend,

Als, ungehorsam, er zu steigen hoffte:
Und dieses ist der Grund, warum dem Menschen
Die Sühne durch sich selber war verweigert.

Mithin kam Gott es zu, auf seinen Wegen
Dem Menschen zu erneu'n sein reines Leben ─
Auf einem, sag' ich, oder nein, auf beiden!

Denn weil das Werk des Handelnden um soviel
Geschätzter ist, als mehr in ihm sich darstellt
Die Herzensgüte, welcher es entsprungen,

Gefiel's der Güte Gottes, die die Welt prägt,
Auf allen ihren Wegen vorzugehen,
Um wieder in die Höhe euch zu heben.

Nie, zwischen letzter Nacht und erstem Tage,
Gab's herrlicher und hehrer ein Verfahren,
Auf diesem oder jenem, noch wird's geben:

Denn gütiger war Gott, sich selber schenkend,
Daß er den Menschen stark zum Aufstieg schaffe,
Als wenn er aus sich selbst vergeben hätte;

Und jede andre Art war unzureichend
Vor der Gerechtigkeit, wenn Gottes Sohn nicht
Erniedrigt worden wäre, Fleisch zu werden...

Nun, um dir recht jedweden Wunsch zu stillen,
Kehr' ich zurück zur Klärung eines Punktes,
Damit du so ihn schaust, wie ich ihn schaue!

Du sagst: ›Ich seh' das Wasser, seh' das Feuer,
Erde und Luft und ihr Gemischt-Erzeugtes
Sich der Verderbnis nah'n und kurz nur dauern:

Und waren sie nicht auch 'Geschöpfe Gottes'?
Drum wenn, was ward gesagt, wahr ist gewesen,
So sollten sicher sie vor dem Zerfall sein!‹

Die Engel, Bruder, und dies lautere Reich hier
Darin du weilst, mag man ›geschaffen‹ heißen
─ So, wie sie sind ─ nach ihrem ganzen Wesen;

Allein die Elemente, die du nanntest,
Und jene Dinge, die aus ihnen werden:
Von ›schon-erschaffner‹ Kraft sind sie gebildet!

›Geschaffen‹ ward der Stoff nur, den sie haben,
›Geschaffen‹ nur die Kraft der Formengebung
In jenen Sternen, die sie rings umkreisen!

Die Seele aller Tiere, aller Pflanzen
Zieht ─ aus hierzu befähigter Vermischung ─
Das Licht erst und der Schwung der heiligen Sterne.

Doch euer Leben haucht, ohne Vermittlung,
Die höchste Güte aus und flößt ihm Lust ein
So sehr nach sich, daß stets es drauf ihr zulechzt.

Und daraus magst du noch des weitern schließen
Auf eure Auferstehung, denkst zurück du,
Wie damals ward des Menschen Fleisch geschaffen,

Als das Urelternpaar geschaffen wurde!«

«Osanna, sanctus Deus sabaòth,
superillustrans claritate tua
felices ignes horum malacòth!».003

Così, volgendosi a la nota sua,
fu viso a me cantare essa sustanza,
sopra la qual doppio lume s'addua;006

ed essa e l'altre mossero a sua danza,
e quasi velocissime faville
mi si velar di sùbita distanza.009

Io dubitava e dicea 'Dille, dille!'
fra me, 'dille' dicea, 'a la mia donna
che mi diseta con le dolci stille'.012

Ma quella reverenza che s'indonna
di tutto me, pur per Be e per ice,
mi richinava come l'uom ch'assonna.015

Poco sofferse me cotal Beatrice
e cominciò, raggiandomi d'un riso
tal, che nel foco faria l'uom felice:018

«Secondo mio infallibile avviso,
come giusta vendetta giustamente
punita fosse, t'ha in pensier miso;021

ma io ti solverò tosto la mente;
e tu ascolta, ché le mie parole
di gran sentenza ti faran presente.024

Per non soffrire a la virtù che vole
freno a suo prode, quell' uom che non nacque,
dannando sé, dannò tutta sua prole;027

onde l'umana specie inferma giacque
giù per secoli molti in grande errore,
fin ch'al Verbo di Dio discender piacque030

u' la natura, che dal suo fattore
s'era allungata, unì a sé in persona
con l'atto sol del suo etterno amore.033

Or drizza il viso a quel ch'or si ragiona:
questa natura al suo fattore unita,
qual fu creata, fu sincera e buona;036

ma per sé stessa pur fu ella sbandita
di paradiso, però che si torse
da via di verità e da sua vita.039

La pena dunque che la croce porse
s'a la natura assunta si misura,
nulla già mai sì giustamente morse;042

e così nulla fu di tanta ingiura,
guardando a la persona che sofferse,
in che era contratta tal natura.045

Però d'un atto uscir cose diverse:
ch'a Dio e a' Giudei piacque una morte;
per lei tremò la terra e 'l ciel s'aperse.048

Non ti dee oramai parer più forte,
quando si dice che giusta vendetta
poscia vengiata fu da giusta corte.051

Ma io veggi' or la tua mente ristretta
di pensiero in pensier dentro ad un nodo,
del qual con gran disio solver s'aspetta.054

Tu dici: "Ben discerno ciò ch'i' odo;
ma perché Dio volesse, m'è occulto,
a nostra redenzion pur questo modo".057

Questo decreto, frate, sta sepulto
a li occhi di ciascuno il cui ingegno
ne la fiamma d'amor non è adulto.060

Veramente, però ch'a questo segno
molto si mira e poco si discerne,
dirò perché tal modo fu più degno.063

La divina bontà, che da sé sperne
ogne livore, ardendo in sé, sfavilla
sì che dispiega le bellezze etterne.066

Ciò che da lei sanza mezzo distilla
non ha poi fine, perché non si move
la sua imprenta quand' ella sigilla.069

Ciò che da essa sanza mezzo piove
libero è tutto, perché non soggiace
a la virtute de le cose nove.072

Più l'è conforme, e però più le piace;
ché l'ardor santo ch'ogne cosa raggia,
ne la più somigliante è più vivace.075

Di tutte queste dote s'avvantaggia
l'umana creatura, e s'una manca,
di sua nobilità convien che caggia.078

Solo il peccato è quel che la disfranca
e falla dissimìle al sommo bene,
per che del lume suo poco s'imbianca;081

e in sua dignità mai non rivene,
se non rïempie, dove colpa vòta,
contra mal dilettar con giuste pene.084

Vostra natura, quando peccò tota
nel seme suo, da queste dignitadi,
come di paradiso, fu remota;087

né ricovrar potiensi, se tu badi
ben sottilmente, per alcuna via,
sanza passar per un di questi guadi:090

o che Dio solo per sua cortesia
dimesso avesse, o che l'uom per sé isso
avesse sodisfatto a sua follia.093

Ficca mo l'occhio per entro l'abisso
de l'etterno consiglio, quanto puoi
al mio parlar distrettamente fisso.096

Non potea l'uomo ne' termini suoi
mai sodisfar, per non potere ir giuso
con umiltate obedïendo poi,099

quanto disobediendo intese ir suso;
e questa è la cagion per che l'uom fue
da poter sodisfar per sé dischiuso.102

Dunque a Dio convenia con le vie sue
riparar l'omo a sua intera vita,
dico con l'una, o ver con amendue.105

Ma perché l'ovra tanto è più gradita
da l'operante, quanto più appresenta
de la bontà del core ond' ell' è uscita,108

la divina bontà che 'l mondo imprenta,
di proceder per tutte le sue vie,
a rilevarvi suso, fu contenta.111

Né tra l'ultima notte e 'l primo die
sì alto o sì magnifico processo,
o per l'una o per l'altra, fu o fie:114

ché più largo fu Dio a dar sé stesso
per far l'uom sufficiente a rilevarsi,
che s'elli avesse sol da sé dimesso;117

e tutti li altri modi erano scarsi
a la giustizia, se 'l Figliuol di Dio
non fosse umilïato ad incarnarsi.120

Or per empierti bene ogne disio,
ritorno a dichiararti in alcun loco,
perché tu veggi lì così com' io.123

Tu dici: "Io veggio l'acqua, io veggio il foco,
l'aere e la terra e tutte lor misture
venire a corruzione, e durar poco;126

e queste cose pur furon creature;
per che, se ciò ch'è detto è stato vero,
esser dovrien da corruzion sicure".129

Li angeli, frate, e 'l paese sincero
nel qual tu se', dir si posson creati,
sì come sono, in loro essere intero;132

ma li alimenti che tu hai nomati
e quelle cose che di lor si fanno
da creata virtù sono informati.135

Creata fu la materia ch'elli hanno;
creata fu la virtù informante
in queste stelle che 'ntorno a lor vanno.138

L'anima d'ogne bruto e de le piante
di complession potenzïata tira
lo raggio e 'l moto de le luci sante;141

ma vostra vita sanza mezzo spira
la somma beninanza, e la innamora
di sé sì che poi sempre la disira.144

E quinci puoi argomentare ancora
vostra resurrezion, se tu ripensi
come l'umana carne fessi allora147

che li primi parenti intrambo fensi».

Falke Hölle
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