Dante Alighieri ─ La Divina Commedia ─ Paradiso ─ Canto 03

Konrad Falke ─ Die Göttliche Komödie ─ Paradies ─ Gesang 03

Die Sonne, die mit Lieb' einst mich durchglühte,
Hatte von schönster Wahrheit mir entschleiert,
Mit Grund und Gegengrund, den holden Anblick;

Und ich, daß ich mich selbst bekehrt und gläubig
Nunmehr bekannte, hob, soweit als not tat,
Den Kopf, es zu verkünden, steil zur Höhe ─:

Als mir ein Bild erschien, das mich gebannt hielt
Auf sich so unverwandt, es zu erfassen,
Daß ganz mir mein Geständnis war entfallen.

Gleichwie durch Gläser, lichthell und geglättet
─ Auch durch Gewässer, glänzend-klar und ruhig;
Doch nicht so tief, daß schwarz die Gründe wären! ─

Rückkehren unsres Angesichtes Züge
─ So schwach, daß selbst die Perl' auf weißer Stirne
Nicht minder schnell gelangt in unsre Augen ─:

So sah Gesichter ich, zur Rede willig;
Drob ich dem gegenteiligen Wahn anheimfiel,
Als zwischen Mensch und Quell er Lieb' entflammte.

Sobald ich ihrer inne war geworden
(Da ich sie nur für Spiegelbilder ansah!),
Wandt' ich, zu schauen, wes sie sei'n, die Blicke;

Doch sah ich nichts und warf aufs neu sie vorwärts,
Just in den Glanz hinein der holden Führerin,
Die, lächelnd, glüht' aus heiligen Augensternen.

»Nicht darfst du dich verwundern, wenn ich lächle«
(Sprach sie zu mir) »bei deinem kindischen Einfall,
Weil in der Wahrheit er nicht wagt zu fußen,

Vielmehr dich, wie gewohnt, umsonst herumdreht!
Wirkliche Wesen sind es, die du siehst dort,
Hierher versetzt durch ihr versäumt Gelübde...

Indessen sprich mit ihnen, hör und glaube!
Denn jenes Wahrheitslicht, das sie befriedigt,
Läßt niemals sie die Schritte von ihm wenden.«

Und zu dem Schatten, der zumeist begierig
Der Rede schien, wandt' ich mich denn und sprach ich,
Beinah wie wen zu heftiger Wunsch durchschüttert:

»O glückgeschaffener Geist, der im Gestrahle
Des ewigen Lebens du die Süße schmeckest,
Die, nie gekostet, niemals wird ermessen:

Huldreich wirst du mir sein, machst du bekannt mich
Mit deinem Namen und mit eurem Schicksal!«
Worauf er willig und mit Lächelblicken:

»Unsre Barmherzigkeit verschließt die Tür nicht
Gerechtem Wunsche; sei's denn so wie jene,
Die ähnlich sich den ganzen Hof will sehen...

Ich war auf Erden jungfräuliche Schwester;
Und wenn dein Geist genau sich selbst durchmustert,
Wird, daß ich schöner bin, mich dir nicht bergen.

Vielmehr erkennst du mich: Ich bin Piccarda,
Die, herversetzt mit diesen andern Sel'gen,
Selig sich fühlt im trägsten Himmelskreise!

All unsre Wünsche, die von nichts durchloht sind
Als von der Seelenlust des Heiligen Geistes,
Frohlocken, seiner Ordnung sanft ergeben;

Und dieses Los, auf also tiefer Stufe,
Ward drum beschert uns, weil wir unsre Schwüre
Zum Teil versäumten, teils nicht ganz erfüllten.«

Drauf ich zu ihr: »Aus wundersamen Mienen
Leuchtet hervor euch weiß nicht was Gottsel'ges,
Das ganz verändert euren früheren Ausdruck.

Darum war im Erinnern ich nicht rascher!
Allein nun hilft mir das, was du mir kundtust,
So daß mir's leichter wird, mich zu entsinnen...

Doch sag mir: Ihr, die ihr hier weilt im Glücke,
Ersehnt ihr nicht euch noch erhab'nern Wohnsitz,
Mehr dort zu schau'n und teurer Gott zu werden?«

Sie lächelte mit jenen andern Schatten;
Drauf gab sie Antwort mir so voller Wonne,
Als glühte sie vom ersten Liebesfeuer:

»O Bruder, unsern Willensdrang beschwichtigt
Die Kraft der Güte, die uns nur macht wollen,
Was wir schon haben, und nicht andern Durst schafft!

Ersehnten wir, daß wir noch höher weilen,
So wären ja gespalten unsre Wünsche
Vom Willen jenes, der uns hier will sehen;

Was ─ du erfährst's ─ nicht vorkommt hier im Himmel,
Wo »in der Liebe ruhen« All-Gesetz ist,
Und wenn ihr Wesen du genau betrachtest.

Vielmehr ist eigen diesem seligen Dasein,
Sich ganz im Willen Gottes zu erhalten,
Damit all unsre Willen Einer werden;

Derart, daß, wie von Stufe wir zu Stufe
Verteilt im Reich sind, all dem Reiche recht ist,
Wie ihm, der uns beseelt mit seinem Willen.

Und seine Willensmacht ist unser Friede:
Sie ist das Meer, nach welchem alles hindrängt,
Was selbst sie schafft und was Natur kann schaffen!«

Klar wurde mir allda, wie jede Stätte
Im Himmel Paradies ist, mag die Gnade
Des höchsten Heils auch nicht gleichmäßig träufeln.

Doch wie sich's gibt, wenn eine Speise sättigt
Und uns nach einer andern noch der Mund steht,
Daß man die fordert und für jene Dank sagt:

So bat ich mit Gebärden und mit Worten,
Von ihr zu hören, welches das Geweb' war,
Bei dem sie nicht ans Ende zog das Schiffchen.

»Vollkommnes Leben, groß Verdienst umhimmeln
Höher ein Weib«, sprach sie, »nach dessen Vorschrift
In eurer Welt man Kleider wählt und Schleier,

Auf daß man bis zum Tode wach' und schlafe
Mit jenem Freier, welcher jeden Schwur hört,
Den da Barmherzigkeit ihm tut zuliebe.

Ihr nachzufolgen floh bereits als Mädchen
Die Welt ich; und ich schloß in ihr Gewand mich;
Und ich versprach den Wandel ihres Ordens.

Männer alsdann, schlimm mehr als gut geartet,
Rissen heraus mich aus dem süßen Kloster;
Und Gott weiß es, wie da mein Leben wurde...

Auch jener andre Schimmer ─ der sich bietet
Zu meiner Rechten dir; und welcher leuchtet
Von all dem Lichte dieser unsrer Sphäre ─

Versteht, was ich von mir sprach, von sich selber:
Schwester war sie; und ähnlich ward genommen
Vom Haupt ihr der geweihten Schleier Schatten.

Doch dann auch, als zur Welt sie ward gewendet
Entgegen ihrem Wunsch wie guter Sitte,
Ließ sie doch nie des Herzens Schleier fallen!

Es ist das Licht der mächtigen Costanza,
Die aus dem zweiten Sturm vom Schwabenlande
Den dritten schuf und letzten Herrscherglanz.«

So sprach zu mir sie; dann begann sie »Ave
Maria«, im Gesang; und singend schwand sie,
Gleichwie durch tiefes Wasser etwas Schweres.

Mein Antlitz, das soweit Geleit ihr darbot,
Als möglich war, wandt', als es sie verloren,
Sich nach dem Ziel des größeren Verlangens;

Und ganz kehrt' es sich hin auf Beatricen ─
Allein sie strahlte so vor meinen Blicken,
Daß es zuerst das Aug' nicht mocht' erleiden!

Und dies war, was mich säumen ließ mit Fragen.

Quel sol che pria d'amor mi scaldò 'l petto,
di bella verità m'avea scoverto,
provando e riprovando, il dolce aspetto;003

e io, per confessar corretto e certo
me stesso, tanto quanto si convenne
leva' il capo a proferer più erto;006

ma visïone apparve che ritenne
a sé me tanto stretto, per vedersi,
che di mia confession non mi sovvenne.009

Quali per vetri trasparenti e tersi,
o ver per acque nitide e tranquille,
non sì profonde che i fondi sien persi,012

tornan d'i nostri visi le postille
debili sì, che perla in bianca fronte
non vien men forte a le nostre pupille;015

tali vid'io più facce a parlar pronte;
per ch'io dentro a l'error contrario corsi
a quel ch'accese amor tra l'omo e 'l fonte.018

Sùbito sì com'io di lor m'accorsi,
quelle stimando specchiati sembianti,
per veder di cui fosser, li occhi torsi;021

e nulla vidi, e ritorsili avanti
dritti nel lume de la dolce guida,
che, sorridendo, ardea ne li occhi santi.024

"Non ti maravigliar perch'io sorrida",
mi disse, "appresso il tuo püeril coto,
poi sopra 'l vero ancor lo piè non fida,027

ma te rivolve, come suole, a vòto:
vere sustanze son ciò che tu vedi,
qui rilegate per manco di voto.030

Però parla con esse e odi e credi;
ché la verace luce che le appaga
da sé non lascia lor torcer li piedi".033

E io a l'ombra che parea più vaga
di ragionar, drizza' mi, e cominciai,
quasi com'uom cui troppa voglia smaga:036

"O ben creato spirito, che a' rai
di vita etterna la dolcezza senti
che, non gustata, non s'intende mai,039

grazïoso mi fia se mi contenti
del nome tuo e de la vostra sorte".
Ond'ella, pronta e con occhi ridenti:042

"La nostra carità non serra porte
a giusta voglia, se non come quella
che vuol simile a sé tutta sua corte.045

I' fui nel mondo vergine sorella;
e se la mente tua ben sé riguarda,
non mi ti celerà l'esser più bella,048

ma riconoscerai ch'i' son Piccarda,
che, posta qui con questi altri beati,
beata sono in la spera più tarda.051

Li nostri affetti, che solo infiammati
son nel piacer de lo Spirito Santo,
letizian del suo ordine formati.054

E questa sorte che par giù cotanto,
però n'è data, perché fuor negletti
li nostri voti, e vòti in alcun canto".057

Ond'io a lei: "Ne' mirabili aspetti
vostri risplende non so che divino
che vi trasmuta da' primi concetti:060

però non fui a rimembrar festino;
ma or m'aiuta ciò che tu mi dici,
sì che raffigurar m'è più latino.063

Ma dimmi: voi che siete qui felici,
disiderate voi più alto loco
per più vedere e per più farvi amici?".066

Con quelle altr'ombre pria sorrise un poco;
da indi mi rispuose tanto lieta,
ch'arder parea d'amor nel primo foco:069

"Frate, la nostra volontà quïeta
virtù di carità, che fa volerne
sol quel ch'avemo, e d'altro non ci asseta.072

Se disïassimo esser più superne,
foran discordi li nostri disiri
dal voler di colui che qui ne cerne;075

che vedrai non capere in questi giri,
s'essere in carità è qui necesse,
e se la sua natura ben rimiri.078

Anzi è formale ad esto beato esse
tenersi dentro a la divina voglia,
per ch'una fansi nostre voglie stesse;081

sì che, come noi sem di soglia in soglia
per questo regno, a tutto il regno piace
com'a lo re che 'n suo voler ne 'nvoglia.084

E 'n la sua volontade è nostra pace:
ell'è quel mare al qual tutto si move
ciò ch'ella crïa o che natura face".087

Chiaro mi fu allor come ogne dove
in cielo è paradiso, etsi la grazia
del sommo ben d'un modo non vi piove.090

Ma sì com'elli avvien, s'un cibo sazia
e d'un altro rimane ancor la gola,
che quel si chere e di quel si ringrazia,093

così fec'io con atto e con parola,
per apprender da lei qual fu la tela
onde non trasse infino a co la spuola.096

"Perfetta vita e alto merto inciela
donna più sù", mi disse, "a la cui norma
nel vostro mondo giù si veste e vela,099

perché fino al morir si vegghi e dorma
con quello sposo ch'ogne voto accetta
che caritate a suo piacer conforma.102

Dal mondo, per seguirla, giovinetta
fuggi' mi, e nel suo abito mi chiusi
e promisi la via de la sua setta.105

Uomini poi, a mal più ch'a bene usi,
fuor mi rapiron de la dolce chiostra:
Iddio si sa qual poi mia vita fusi.108

E quest'altro splendor che ti si mostra
da la mia destra parte e che s'accende
di tutto il lume de la spera nostra,111

ciò ch'io dico di me, di sé intende;
sorella fu, e così le fu tolta
di capo l'ombra de le sacre bende.114

Ma poi che pur al mondo fu rivolta
contra suo grado e contra buona usanza,
non fu dal vel del cor già mai disciolta.117

Quest'è la luce de la gran Costanza
che del secondo vento di Soave
generò 'l terzo e l'ultima possanza".120

Così parlommi, e poi cominciò 'Ave,
Maria' cantando, e cantando vanio
come per acqua cupa cosa grave.123

La vista mia, che tanto lei seguio
quanto possibil fu, poi che la perse,
volsesi al segno di maggior disio,126

e a Beatrice tutta si converse;
ma quella folgorò nel mïo sguardo
sì che da prima il viso non sofferse;129

e ciò mi fece a dimandar più tardo.

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