Dante Alighieri ─ La Divina Commedia ─ Paradiso ─ Canto 01

Konrad Falke ─ Die Göttliche Komödie ─ Paradies ─ Gesang 01

Die Herrlichkeit Des, welcher alles antreibt,
Durchdringt die weite Welt und glänzt, sich spiegelnd,
Im einen Teile mehr und minder sonstwo.

Im Himmel, der am meisten seines Lichts faßt,
Weilt' ich; und schaut' ich Dinge, die zu schildern
Nicht weiß noch kann, wer dorther steigt hernieder ─

Denn, nähert es sich seiner heißen Sehnsucht,
Taucht unser geistiges Schau'n in solche Tiefen,
Daß nicht mehr das Gedächtnis ihm kann folgen!

Doch wahrlich: Was ich von dem heiligen Reiche
In meinem Denken mocht' als Schatz bewahren,
Wird nunmehr Gegenstand sein meines Sanges.

O gütiger Apoll: Fürs letzte Wagnis
Schaff so mich zum Gefäße deiner Stärke,
Wie du's verlangst zur teuren Lorbeerspende!

Bis hierher war Ein Gipfel des Parnasses
Genügend mir; doch jetzt mit Hilfe beider
Muß in den Kampf ich zieh'n, der noch geblieben.

Tritt ein in meine Brust und hauch so mächtig,
Wie damals, als den Marsyas du zerrtest
Aus der Umhüllung seiner eignen Glieder!

O Gotteskraft, leihst du dich mir nur soweit,
Daß ich den Schattenriß des seligen Reiches,
Ins Haupt mir eingeprägt, mag klar verkünden,

So siehst du nah'n mich deinem lieben Strauche
Und alsdann krönen mich mit jenen Blättern,
Deren der Stoff und du mich würdig machen!

So selten, Vater, werden sie gebrochen
Zu eines Kaisers oder Dichters Preise
─ Schuld ist's und Schande menschlicher Begierden! ─,

Das füglich Lust erwecken in der lichten
Delphischen Gottheit sollte das Penei'sche
Gezweig, wann immer wer sich nach ihm hinlehnt.

Auf schwachen Funken folgt oft starke Flamme:
Vielleicht wird man nach mir mit bessern Lauten
Gebete tun, daß Cirra Antwort schenke!

Es strömt den Sterblichen aus vielen Schlünden
Das Licht der Welt empor; allein aus jenem,
Der da vier Kreise zu drei Kreuzen bindet,

Bricht es mit besserm Lauf, mit besserm Sternbild
Vereint, hervor und kann das Wachs der Erde
Noch mehr nach Lust sich formen und beprägen.

Geschaffen hatte Morgen dort ─ hier Abend! ─
Wohl jener Schlund (und ganz war dort jetzt hellicht
Die halbe Kugel, hier die andre dunkel):

Als ich Beatrice sah nach ihrer Linken
Gewendet steh'n und auf zur Sonne schauen ─
Kein Adler sog sich jemals so ihr ein!

Und wie da wohl ein zweiter Strahl dem ersten
Pflegt zu entspringen und zur Höh' zu steigen
(Gleich einem Pilger, der nach Haus will kehren!):

So ihrem Tun, durchs Auge mir gegossen
Tief in den Sinn, schuf sich das meine ähnlich ─
Und fest schaut' ich die Sonne, mehr als Brauch ist.

Vieles wird dort gewährt, was nicht gewährt wird
Hier unsern irdischen Kräften, dank dem Orte,
Geschaffen eigens fürs Geschlecht der Menschen!

Nicht lang ertrug ich's; doch auch nicht so kurz nur,
Daß ich's darin nicht hätte blitzen sehen
Dem Eisen gleich, das siedend aus der Glut kommt ─

Und jäh auf einmal schien ein Tag dem Tage
Hinzugefügt, als hätte der Allmächt'ge
Mit andrer Sonne noch geschmückt den Himmel.

Beatrice stand, ganz in die ewigen Sphären
Den Blick versenkt; derweil ich selbst in sie nur
Die Augen tauchte, droben weggewendet.

Bei ihrem Anschau'n ward mir so im Innern,
Wie Glaukus einst beim Kosten jenes Krautes,
Das ihn gesellt' im Meer den andern Göttern.

»Dem Menschlichen entrückt sein« kann mit Worten
Man schwerlich schildern ─ drum genüg' dies Beispiel,
Wem Gnade einst Erfahrung vorbehält!

Ob ich von mir nur das war, was zuletzt du
Erschuffst, o Liebe, die das All du lenkest:
Du weißt's, die du mit deinem Glanz mich hochhobst!

Wie jetzt der Umschwung, dem du ewige Kraft leihst,
Du All-Ersehnter, mich ließ auf sich merken
Durch seinen Wohlklang, den du stimmst und abtönst,

Zeigte sich mir soviel des Himmels brennend
In Sonnenglast, daß Regen nicht noch Stromflut
Je einen See so ausgebreitet schufen.

Des Klanges Fremdheit und das große Leuchten
Entflammten mir nach ihrer Ursach' Sehnsucht,
Nie noch empfunden mit so inniger Schärfe;

Worauf sie ─ die mich sah, wie ich mich schaute ─,
Zu stillen mir die tiefbewegte Seele,
Auftat, bevor zur Frage ich, die Lippen

Und so begann: »Selber machst du dich irre
Mit falscher Einbildung, daß du nicht wahrnimmst,
Was du doch sähest, hätt'st du sie verwiesen...

Du bist nicht auf der Erde, wie du glaubst:
Ein Blitzstrahl, fliehend seinen Heimat-Urgrund,
Schießt nicht wie du, der du zu ihm zurückkehrst!«

Ward ich da gleich des ersten Zweifels ledig
Beim Lächeln ihrer kurzgefaßten Worte,
Verstrickt' ich mich doch nur in einen neuen.

Ich sprach: »Schon kam befriedigt ich zur Ruhe
Vom allgewaltigen Staunen; doch nun staun' ich,
Wie diese leichten Körper ich durchsteige!«

Worauf sie denn, nach fromm-nachsichtigem Seufzer,
Die Augen auf mich warf mit jenem Ausdruck,
Mit dem die Mutter sieht ihr Kindlein fiebern.

Und sie begann: »Die Dinge samt und sonders
Steh'n unter sich in Ordnung, die die Form ist,
Welche das Weltall macht Gottvater ähnlich;

In ihr erseh'n die hohem Wesen Spuren
Der ewigen Schöpferkraft, als die das Ziel ist,
Nach dem sich die erwähnte Regelung richtet.

Der Ordnung, die ich meine, sind ergeben
Alle Naturen, durch verschiednes Schicksal
Mehr ihrem Ursprung oder minder nahe:

Weshalb sie nach verschiedenen Häfen steuern
Durchs große Meer des Daseins; eine jede
Im Triebwunsch, ihr verlieh'n, daß er sie lenke.

Der trägt das Feuer aufwärts nach dem Monde;
Der ist in tierischen Herzen Lustbeweger;
Der zwingt und eint die Erd' in sich zusammen:

Und nicht auf Wesen nur, die außer aller
Vernunft besteh'n, schießt dieser Bogen Pfeile ─
Auf jene auch, begabt mit Geist und Liebe!

Gottes Vorsehung, die so Großes ordnet,
Schafft durch ihr Licht den Himmel ewig ruhsam,
In welchem umschwingt der von größter Eile;

Und dorthin nun, als zum bestimmten Orte,
Entrückt die Kraft uns jener Bogensehne,
Die, was sie abschießt, lenkt zu lichtem Ziele.

Zwar freilich, wie die Form nicht übereinstimmt
Des öftern mit der künstlerischen Absicht,
Weil taub der Stoff ist, Antwort ihr zu geben:

So auch entfernt von diesem Weg zuweilen
Sich das Geschöpf, dem eigne Macht verlieh'n ist,
Zu weichen ─ gut bewegt ─ in schlimmer Richtung

(Ähnlich, wie man kann niederfallen sehen
Der Wolke Blitz), sofern der »erste Anstoß«
Zur Erde wird gelenkt durch falsche Lust!

Drum sollst du mehr nicht staunen (folgr' ich richtig)
Über dein Steigen, als vor einem Waldbach,
Wenn hoch vom Berg er abfließt nach der Ebne:

Nein, Wunder wär's an dir, hättest du, ledig
Der Erdenlast, dich drunten angesiedelt,
Wie träg am Boden ein lebendig Feuer!«

Drauf wandte sie zum Himmel hoch ihr Antlitz.

La gloria di colui che tutto move
per l'universo penetra, e risplende
in una parte più e meno altrove.003

Nel ciel che più de la sua luce prende
fu' io, e vidi cose che ridire
né sa né può chi di là sù discende;006

perché appressando sé al suo disire,
nostro intelletto si profonda tanto,
che dietro la memoria non può ire.009

Veramente quant'io del regno santo
ne la mia mente potei far tesoro,
sarà ora materia del mio canto.012

O buono Appollo, a l'ultimo lavoro
fammi del tuo valor sì fatto vaso,
come dimandi a dar l'amato alloro.015

Infino a qui l'un giogo di Parnaso
assai mi fu; ma or con amendue
m'è uopo intrar ne l'aringo rimaso.018

Entra nel petto mio, e spira tue
sì come quando Marsïa traesti
de la vagina de le membra sue.021

O divina virtù, se mi ti presti
tanto che l'ombra del beato regno
segnata nel mio capo io manifesti,024

vedra' mi al piè del tuo diletto legno
venire, e coronarmi de le foglie
che la materia e tu mi farai degno.027

Sì rade volte, padre, se ne coglie
per trïunfare o cesare o poeta,
colpa e vergogna de l'umane voglie,030

che parturir letizia in su la lieta
delfica deïtà dovria la fronda
peneia, quando alcun di sé asseta.033

Poca favilla gran fiamma seconda:
forse di retro a me con miglior voci
si pregherà perché Cirra risponda.036

Surge ai mortali per diverse foci
la lucerna del mondo; ma da quella
che quattro cerchi giugne con tre croci,039

con miglior corso e con migliore stella
esce congiunta, e la mondana cera
più a suo modo tempera e suggella.042

Fatto avea di là mane e di qua sera
tal foce, e quasi tutto era là bianco
quello emisperio, e l'altra parte nera,045

quando Beatrice in sul sinistro fianco
vidi rivolta e riguardar nel sole:
aguglia sì non li s'affisse unquanco.048

E sì come secondo raggio suole
uscir del primo e risalire in suso,
pur come pelegrin che tornar vuole,051

così de l'atto suo, per li occhi infuso
ne l'imagine mia, il mio si fece,
e fissi li occhi al sole oltre nostr'uso.054

Molto è licito là, che qui non lece
a le nostre virtù, mercé del loco
fatto per proprio de l'umana spece.057

Io nol soffersi molto, né sì poco,
ch'io nol vedessi sfavillar dintorno,
com' ferro che bogliente esce del foco;060

e di sùbito parve giorno a giorno
essere aggiunto, come quei che puote
avesse il ciel d'un altro sole addorno.063

Beatrice tutta ne l'etterne rote
fissa con li occhi stava; e io in lei
le luci fissi, di là sù rimote.066

Nel suo aspetto tal dentro mi fei,
qual si fé Glauco nel gustar de l'erba
che 'l fé consorto in mar de li altri dèi.069

Trasumanar significar per verba
non si poria; però l'essemplo basti
a cui esperïenza grazia serba.072

S'i' era sol di me quel che creasti
novellamente, amor che 'l ciel governi,
tu 'l sai, che col tuo lume mi levasti.075

Quando la rota che tu sempiterni
desiderato, a sé mi fece atteso
con l'armonia che temperi e discerni,078

parvemi tanto allor del cielo acceso
de la fiamma del sol, che pioggia o fiume
lago non fece alcun tanto disteso.081

La novità del suono e 'l grande lume
di lor cagion m'accesero un disio
mai non sentito di cotanto acume.084

Ond'ella, che vedea me sì com'io,
a quïetarmi l'animo commosso,
pria ch'io a dimandar, la bocca aprio087

e cominciò: "Tu stesso ti fai grosso
col falso imaginar, sì che non vedi
ciò che vedresti se l'avessi scosso.090

Tu non se' in terra, sì come tu credi;
ma folgore, fuggendo il proprio sito,
non corse come tu ch'ad esso riedi".093

S'io fui del primo dubbio disvestito
per le sorrise parolette brevi,
dentro ad un nuovo più fu' inretito096

e dissi: "Già contento requïevi
di grande ammirazion; ma ora ammiro
com'io trascenda questi corpi levi".099

Ond'ella, appresso d'un pïo sospiro,
li occhi drizzò ver' me con quel sembiante
che madre fa sovra figlio deliro,102

e cominciò: "Le cose tutte quante
hanno ordine tra loro, e questo è forma
che l'universo a Dio fa simigliante.105

Qui veggion l'alte creature l'orma
de l'etterno valore, il qual è fine
al quale è fatta la toccata norma.108

Ne l'ordine ch'io dico sono accline
tutte nature, per diverse sorti,
più al principio loro e men vicine;111

onde si muovono a diversi porti
per lo gran mar de l'essere, e ciascuna
con istinto a lei dato che la porti.114

Questi ne porta il foco inver' la luna;
questi ne' cor mortali è permotore;
questi la terra in sé stringe e aduna;117

né pur le creature che son fore
d'intelligenza quest'arco saetta,
ma quelle c' hanno intelletto e amore.120

La provedenza, che cotanto assetta,
del suo lume fa 'l ciel sempre quïeto
nel qual si volge quel c' ha maggior fretta;123

e ora lì, come a sito decreto,
cen porta la virtù di quella corda
che ciò che scocca drizza in segno lieto.126

Vero è che, come forma non s'accorda
molte fïate a l'intenzion de l'arte,
perch'a risponder la materia è sorda,129

così da questo corso si diparte
talor la creatura, c' ha podere
di piegar, così pinta, in altra parte;132

e sì come veder si può cadere
foco di nube, sì l'impeto primo
l'atterra torto da falso piacere.135

Non dei più ammirar, se bene stimo,
lo tuo salir, se non come d'un rivo
se d'alto monte scende giuso ad imo.138

Maraviglia sarebbe in te se, privo
d'impedimento, giù ti fossi assiso,
com'a terra quïete in foco vivo".141

Quinci rivolse inver' lo cielo il viso.

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