Dante Alighieri - La Divina Commedia - Inferno - Canto 01

Konrad Falke - Die Göttliche Komödie - Hölle - Gesang 01

Inmitten auf der Fahrt durch unser Leben
Fand ich mich jäh in einem finstern Walde,
Dieweil der recht Weg mir ging verloren.

O, was - zu sagen, wie er war - ist hart doch
Dieser verwachsne Wald, dornig und buschig,
Der beim Drandenken schon erneut das Grauen!

So ist er herb, daß herber kaum der Tod ist -
Doch eh' vom Heil ich handle, das mir wurde,
Red' ich von anderm erst, das dort ich wahrnahm.

Ich weiß nicht so recht zu melden, wie ich eintrat,
So war ich voller Schlaf in jenem Zeitpunkt,
Als ich den wahren Weg ließ seitwärts liegen;

Doch wie zum Fuß ich eines Bergs gelangt war
- Dort, wo ihr Ende fand die waldige Talschlucht,
Die mit Entsetzen mir das Herz durchschüttert -,

Schaut' ich empor: und sah ich seine Schultern
Umsäumt schon von den Strahlen des Planeten,
Der einen richtig führt auf jedem Pfade.

Da ward die grause Angst etwas beschwichtigt,
Die tief im See des Herzens mir gewaltet
Die Nacht, die so voller Jammer ich verbrachte;

Und jenem gleich, der - mit erschöpftem Atem
Entronnen aus dem Weltmeer ans Gestade -
Sich kehrt zur tückereichen Flut und hinstarrt:

So kehrte auch mein Geist, ob er schon fortfloh,
Staunend sich hinter sich, zu schau'n den Durchpaß,
Der keinen je noch ließ am Leben bleiben.

Dann, als ich kurz erholt den müden Körper,
Nahm ich den Weg auf, dort am öden Hange,
So, daß der Standfuß stets der tiefere war.

Doch sieh, gleichsam zu Anfang schon der Halde:
Ein Panther, schmächtig und gar rasch beweglich,
Der mit gescheckt-buntfarbigem Fell bececkt war!

Und nicht entfernt' er mir sich aus den Augen;
Vielmehr versperrt' er also meinen Pfad mir,
Daß ich zur Umkehr mehrfach stand gewendet.

Es war die Zeit der ersten Morgenfrühe;
Die Sonne stieg empor mit jenen Sternen,
Die bei ihr waren, als die Liebe Gottes

Erstmals bewegte all die schönen Dinge:
So daß mir Anlaß guter Hoffnung wurde
Vor jenem Tier mit dem gefleckten Felle,

Die Tagesstund' und holde Zeit des Jahres -
Doch so nicht, daß nicht Bangen mir erweckte
Der Anblick, der mir ward, von einem Löwen

(Der machte Miene, auf mich loszustürzen
Mit stolzem Haupt und mit wußheißem Hunger,
So daß es war, als schaudre selbst die Luft drob!)

Und einer Wölfin, die von allen Süchten
Besessen schien, in ihrer Abgezehrtheit,
Und viele schon in Bitternis ließ leben!

Die brachte über mich solche Beschwernis
Durch jenes Grau'n, das ihr vom Anblick ausging,
Daß ich verlor die Hoffnung auf die Höhe;

Und wie's zu Mut ist dem, der gern Gewinn sucht
(Und's kommt die Zeit, die ihm Verluste zufügt;
So daß er, was er denkt auch, weint und trauert!):

Also tat mir das Tier ohn' allen Frieden,
Das, mir entgegentretend, Schritt für Schritt mich
Dorthin zurücktrieb, wo die Sonne schweigt.

Derweil ich niederglitt zum tiefen Grunde,
Ward meinen Augen einer dargeboten,
Des Stimm' erloschen schien vor langem Stummsein.

Als ich ihn wahrnahm in der weiten Öde
»Erbarm dich meiner!" rief ich ihm entgegen,
Wer du auch seist: ob wirklich Mensch, ob Schatten!«

Versetzt' er mir: »Nicht Mensch, Mensch war ich früher;
Und meine Eltern waren einst Lombarden
Und Mantuaner von Geburt sie beide.

Zur Welt kam unter Julius ich, ob spät auch,
Und lebt' im Rom des trefflichen Augustus,
Zur Zeit der Götter voller Falsch und Lüge.

Dichter war ich und sang von dem gerechten
Sohn des Anchises, der von Troja herkam,
Als Ilion, das gewaltige, lag in Asche ...

Doch du? Was kehrst zu solcher Pein du wieder?
Warum ersteigst du nicht den Berg der Wonne,
Der Anfang ist und Ursach' alles Glückes?« -

»So bist du denn Virgil, bist jene Quelle,
Die uns der Rede reichste Stromflut spendet?«
Erwidert' ich mit schambeschwerter Stirn.

»O du, der andern Sänger Zier und Leuchte:
Helf' mir nun langer Fleiß und große Liebe,
Die mich dein Buch so tief durchforschen ließen!

Du bist mein Meister, du mein hohes Vorbild;
Du bist all-einzig der, von dem ich abnahm
Den schönen Stil, der Ehre mir gebracht hat ...

Schau dort das Tier, vor welchem ich mich wandte,
Erette mich von ihm, berühmter Weiser,
Denn es macht zittern Adern mir und Pulse!« -

»Dir ziemt es, andre Reise einzuschlagen«,
Gab er Bescheid als er micht sah in Tränen,
»Willst du dem wilden Orte hier entrinnen!

Denn dieses Tier, vor dem du Hilfe schreist,
Läßt keinen je an sich vorüberziehen,
Nein, so setzt es ihm zu, bis es ihn umbringt;

Und ist von Wesen esso bös und tückisch,
Daß nie es stillt das gier-entbrannte Lechzen
Und nach dem Fraß mehr Hunger hat als vorher.

Viel Bestien sind's, mit denen es sich gattet,
Und mehr noch werden's sein - bis einst der Jagdhund
Daherkommt, der zu Tod es würgt in Qualen!

Der wird sich nähren nicht von Geld und Ländern,
Vielmehr von Weisheit einzig, Kraft und Liebe,
Und aufersteh'n wohl zwischen Filz und Filze:

Italien, dem gebeugten, wird zum Heil er,
Für das einst starb, als Jungfrau noch, Kamilla,
Turnus, Nisus, Euryalus an Wunden.

Er wird vertreiben es aus allen Städten,
Bis er's zurückversetzt hat in die Hölle,
Von wo der Erste Neid es hergesendet...

Darum, zu deinem Besten, denk' und rat' ich,
Daß du mir folgst: ich will dich führend leiten
Und bringen dich von hier zur ewigen Stätte,

Allwo du hörst die Schreie der Verzweiflung
Und siehst die früheren Geister so im Leiden,
Daß jeder laut den zweiten Tod bejammert!

Alsdann schaust jene du, die wohlzufrieden
Sind in der Glut, weil einzugeh'n sie hoffen,
Wann es auch sei, zu den glückseligen Scharen.

Doch willst zu diesen drauf empor du steigen,
Gibt's eine Seele, mehr als ich des würdig:
Mit ihr belaß ich dich in meinem Scheiden.

Denn jener Kaiser, der dort hehr gebietet,
- Weil einst ich widerstrebte seiner Satzung -
Will nicht, daß seiner Stadt durch mich man nahe.

Er waltet überall, doch dort regiert er;
Alldort ist seine Stadt, sein hoher Thronsitz:
O glücklich der, den er dorthin beruft!«

Und ich zu ihm: »O Dichter, ich beschwör' dich
Bei jenem Gotte, welchen du nicht kanntest
(Damit ich flieh' diesseitiges Leid und Schlimmres):

Führ du mich dorthin, wo du eben sagtest,
Auf daß ich schau' das Tor des heil'gen Petrus
Und jene, die du schilderst so voll Trauer!«

Da schritt er hin - und ich ihm auf den Fersen.

Nel mezzo del cammin di nostra vita
mi ritrovai per una selva oscura,
ché la diritta via era smarrita.003

Ah quanto a dir qual era è cosa dura
esta selva selvaggia e aspra e forte
che nel pensier la paura!006

Tant' è amara che poco è piú morte;
ma per trattar del ben ch' io vi trovai,
dirò de l'altre cose ch' io v'ho scorte.009

Io non so ben ridir com' io v'entrai,
tant' era pieno di sonno a quel punto
che la verace via abbandonai. 012

Ma poi ch' i' fui al piè d'un colle giunto,
là dove terminava quella valle
che m'avea di paura il cor compunto, 015

Guardai in alto, e vidi le sue spalle
vestite già de' raggi del pianeta
che mena dritto altrui per ogne calle. 018

Allor fu la paura un poco queta
che nel lago del cor m'era durata
la notte ch' io passai con tanta pièta. 021

E come quei che con lena affannata
uscito fuor del pelago a la riva,
si volge a l'acqua perigliosa e guata, 024

Così l'animo mio, ch' ancor fuggiva,
si volse a rietro a rimirar lo passo
che non lasciò già mai persona viva.027

Poi ch' èi posato un poco il corpo lasso,
ripresi via per la piaggia deserta,
sí che 'l piè fermo sempre era 'l piú basso. 030

Ed ecco, quasi al cominciar de l'erta,
una lonza leggera e presta molto,
che di pel macolato era coverta; 033

E non mi si partía dinanzi al vólto,
anzi impediva tanto il mio cammino,
ch' i' fui per ritornar piú volte vòlto. 036

Temp' era dal principio del mattino,
e 'l sol montava 'n su con quelle stelle
ch' eran con lui quando l'amor divino 039

Mosse di prima quelle cose belle;
sí ch' a bene sperar m'era cagione
di quella fera a la gaetta pelle 042

L'ora del tempo e la dolce stagione;
ma non sí che paura non mi desse
la vista che m'apparve d'un leone. 045

Questi parea che contra me venesse
con la test' alta e con rabbiosa fame,
sí che parea che l'aere ne temesse. 048

Ed una lupa, che di tutte brame
sembiava carca ne la sua magrezza,
e molte genti fe' già viver grame, 051

Questa mi porse tanto di gravezza
con la paura ch' uscía di sua vista,
ch' io perdei la speranza de l'altezza. 054

E qual è quei che volontieri acquista,
e giugne 'l tempo che perder lo face,
che 'n tutt' i suoi pensier piange e s'attrista; 057

Tal mi fece la bestia sanza pace,
che, venendomi incontro, a poco a poco
mi ripigneva là dove 'l sol tace. 060

Mentre ch' i' rovinava in basso loco,
dinanzi a li occhi mi si fu offerto
chi per lungo silenzio parea fioco. 063

Quando vidi costui nel gran diserto,
« Miserere di me, » gridai a lui,
« qual che tu sii, od ombra od omo certo ! » 066

Rispuosemi: « Non omo, omo già fui,
e li parenti miei furon lombardi,
mantovani per patria ambedui. 069

Nacqui sub Iulio, ancor che fosse tardi,
e vissi a Roma sotto 'l buono Augusto
al tempo de li dei falsi e bugiardi. 072

Poeta fui, e cantai di quel giusto
figliuol d'Anchise che venne da Troia,
poi che il superbo Iliòn fu combusto. 075

Ma tu perché ritorni a tanta noia ?
perché non sali il dilettoso monte
ch' è principio e cagion di tutta gioia ? » 078

« Or se' tu quel Virgilio e quella fonte
che spandi di parlar sí largo fiume ? »
rispuos' io lui con vergognosa fronte. 081

« O de gli altri poeti onore e lume,
vagliami il lungo studio e 'l grande amore
che m'ha fatto cercar lo tuo volume. 084

Tu se' lo mio maestro e 'l mio autore;
tu se' solo colui da cu' io tolsi
lo bello stilo che m'ha fatto onore. 087

Vedi la bestia per cu' io mi volsi:
aiutami da lei, famoso saggio,
ch' ella mi fa tremar le vene e i polsi. » 090

« A te convien tenere altro viaggio, »
rispuose poi che lagrimar mi vide,
« se vuo' campar d'esto loco selvaggio : 093

Ché questa bestia, per la qual tu gride,
non lascia altrui passar per la sua via,
ma tanto lo 'mpedisce che l'uccide; 096

E ha natura sí malvagia e ria,
che mai non empie la bramosa voglia,
e dopo il pasto ha piú fame che pria. 099

Molti son li animali a cui s'ammoglia,
e piú saranno ancora, infin che 'l Veltro
verrà, che la farà morir con doglia. 102

Questi non ciberà terra né peltro,
ma sapienza, amore e virtute,
e sua nazion sarà tra Feltro e Feltro. 105

Di quella umíle Italia fia salute
per cui morí la vergine Cammilla,
Eurialo e Turno e Niso di ferute. 108

Questi la caccerà per ogne villa,
fin che l'avrà rimessa ne lo 'nferno,
là onde invidia prima dipartilla. 111

Ond' io per lo tuo me' penso e discerno
che tu mi segui, e io sarò tua guida,
e trarrotti di qui per loco etterno, 114

Ov' udirai le disperate strida,
vedrai li antichi spiriti dolenti,
che la seconda morte ciascun grida; 117

E vederai color che son contenti
nel foco, perché speran di venire
quando che sia a le beate genti. 120

A le qua' poi se tu vorrai salire,
anima fia a ciò piú di me degna :
con lei ti lascerò nel mio partire ; 123

Ché quello Imperador che là su regna,
perch' io fu' ribellante a la sua legge,
non vuol che 'n sua città per me si vegna. 126

In tutte parti impera e quivi regge;
quivi è la sua città e l'alto seggio :
oh felice colui cu' ivi elegge ! » 129

E io a lui: « Poeta, io ti richeggio
per quello Dio che tu non conoscesti,
acciò ch' io fugga questo male e peggio, 132

Che tu mi meni là dov' or dicesti,
sí ch' io veggia la porta di san Pietro
e color cui tu fai cotanto mesti. » 135

Allor si mosse, e io li tenni retro.

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