Sirach 13
<<< | >>>

31 Fundstellen

Sir 13,1Wer Pech angreift, der besudelt sich damit; und wer sich gesellt zum Hoffärtigen, der lernt Hoffart.
Sir 13,2Geselle dich nicht zum Gewaltigen und Reichen, du ladest sonst eine schwere Last auf dich.
Sir 13,3Was soll der irdene Topf bei dem ehernen Kessel? Denn wo sie aneinander stoßen, so zerbricht er.
Sir 13,4Der Reiche tut Unrecht, und trotzt noch dazu, aber der Arme muß es leiden und dazu danken.
Sir 13,5Solange du ihm nütze bist, braucht er dich; aber wenn du nicht mehr kannst, so läßt er dich fahren.
Sir 13,6Solange du hast, so zehrt er mit dir, und es kümmert ihn nichts, daß du verdirbst.
Sir 13,7Wenn er dein bedarf, kann er dich fein äffen, und lächelt dich an, verheißt dir viel und gibt dir die besten Worte und spricht: »Bedarfst du etwas?«
Sir 13,8Und ladet dich ein Mal oder drei zu Gast betrüglich, bis er dich um das Deine bringe, und spottet dein zuletzt.
Sir 13,9Und wenn er gleich deine Not sieht, läßt er dich doch fahren, und schüttelt den Kopf über dich.
Sir 13,10Darum siehe zu, daß dich deine Einfältigkeit nicht betrüge und in Unglück bringe.
Sir 13,12Wenn dich ein Gewaltiger will zu sich ziehen, so weigere dich; so wird er dich desto mehr zu sich ziehen.
Sir 13,13Dränge dich nicht selbst zu ihm, daß du nicht verstoßen werdest; entzieh dich auch nicht zu sehr, daß man dich zur Not brauchen könne.
Sir 13,14Geh nicht darauf aus, mit ihm zu reden wie mit deinesgleichen, und traue nicht seinen vielen Worten; denn er versucht dich damit, und mit seinen freundlichen Gebärden holt er dich aus.
Sir 13,15Wenn er ungnädig wird, so bleibt's nicht bei solchen freundlichen Worten,
Sir 13,16und er scherzt nicht mit Strafen und Gefängnis.
Sir 13,17Darum hüte dich und siehe dich wohl vor;
Sir 13,18du lebst in großer Gefahr.
Sir 13,19Ein jegliches Tier hält sich zu seinesgleichen, und jeglicher Mensch zu dem, der ihm am nächsten ist.
Sir 13,20Jegliches Fleisch liebt seine eigene Art; so soll auch ein Mann sich gesellen zu seinesgleichen.
Sir 13,21Es ist eben, als wenn sich der Wolf zum Schaf gesellte, wenn ein Gottloser sich zum Frommen gesellt.
Sir 13,22Wie die Hyäne mit dem Hunde sich gesellt, also auch der Reiche mit dem Armen.
Sir 13,23Wie der Löwe das Wild frißt in der Heide, so fressen die Reichen die Armen.
Sir 13,24Wie dem Hoffärtigen unwert ist, was gering ist, also ist der Arme dem Reichen auch unwert.
Sir 13,25Wenn der Reiche fallen will, so helfen ihm seine Freunde auf; wenn der Arme fällt, stoßen ihn auch seine Freunde zu Boden.
Sir 13,26Wenn ein Reicher nicht recht getan hat, so sind viele, die ihm überhelfen; wenn er sich mit Worten vergriffen hat, so muß man's lassen recht sein.
Sir 13,27Wenn aber ein Armer nicht recht getan hat, so kann man's aufmutzen; und wenn er gleich weise redet, so findet's doch keine Statt.
Sir 13,28Wenn der Reiche redet, so schweigt jedermann, und sein Wort hebt man in den Himmel.
Sir 13,29Wenn aber der Arme redet, so spricht man: »Wer ist der?«; und so er fehlt, so muß er herhalten.
Sir 13,30Reichtum ist gut, wenn man ihn ohne Sünde braucht; aber Armut des Gottlosen lehrt ihn viel Böses reden.
Sir 13,31Was einer im Sinn hat, das sieht man ihm an den Augen an, es sei Gutes oder Böses.
Sir 13,32Hat er Gutes im Sinn, so sieht er fröhlich auf; wer aber mit heimlichen Tücken umgeht, kann nicht Ruhe davor haben.

<<< | >>>

Stichwortliste Bibel Operone