Sirach 10
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34 Fundstellen

Sir 10,1Ein weiser Regent hält sein Volk in Zucht, und wo eine verständige Obrigkeit ist, da geht es ordentlich zu.
Sir 10,2Wie der Regent ist, so sind auch seine Amtleute; wie der Rat ist, so sind auch die Bürger.
Sir 10,3Ein König, der selber nicht Zucht gelernt hat, verderbt Land und Leute; wenn aber die Gewaltigen klug sind, so gedeiht die Stadt.
Sir 10,4Das Regiment im Lande steht in Gottes Händen, der gibt ihm zur rechten Zeit einen tüchtigen Regenten.
Sir 10,5Es steht in Gottes Händen, daß es einem Regenten gerate; der gibt ihm einen löblichen Kanzler.
Sir 10,6Räche nicht an deinem Nächsten alle Missetat; und kühle dein Mütlein nicht, wenn du strafen sollst.
Sir 10,7Den Hoffärtigen ist Gott und die Welt feind; denn sie handeln vor allen beiden unrecht.
Sir 10,8Um Gewalt, Unrechts und Geizes willen kommt ein Königreich von einem Volk aufs andere.
Sir 10,9Was überhebt sich die arme Erde und Asche?
Sir 10,10Ist er doch ein eitel schändlicher Kot, solange er lebt.
Sir 10,11Und wenn der Arzt schon lange daran flickt,
Sir 10,12so geht's doch endlich also: Heute König, morgen tot.
Sir 10,13Und wenn der Mensch tot ist, so fressen ihn Schlangen und wilde Tiere und Würmer.
Sir 10,14Da kommt alle Hoffart her, wenn ein Mensch von Gott abfällt, und sein Herz von seinem Schöpfer weicht.
Sir 10,15Und Hoffart treibt zu allen Sünden; und wer darin steckt, der richtet viel Greuel an.
Sir 10,16Darum hat der Herr allezeit den Hochmut geschändet und endlich gestürzt.
Sir 10,17Gott hat die hoffärtigen Fürsten vom Stuhl heruntergeworfen, und Demütige daraufgesetzt.
Sir 10,18Gott hat der stolzen Heiden Wurzel ausgerottet, und Demütige an ihre Stätte gepflanzt.
Sir 10,19Gott hat der Heiden Land umgekehrt und zugrunde verderbt.
Sir 10,20Er hat sie verdorren lassen, und verstört, und ihren Namen vertilgt auf Erden.
Sir 10,21Daß die Leute hoffärtig und grimmig sind, das ist von Gott nicht geschaffen.
Sir 10,22Der Mensch ist nicht böse geschaffen,
Sir 10,23sondern welcher Gott fürchtet, der wird mit Ehren bestehen; welcher aber Gottes Gebote übertritt, der wird zu Schanden.
Sir 10,24Und die, so Gott fürchten, halten ihren Regenten in Ehren; darum behütet er sie.
Sir 10,25Es soll sich der Reiche und Arme, der Große und Kleine keines andern rühmen, denn daß sie Gott fürchten.
Sir 10,26Es taugt gar nichts, daß man einen armen Verständigen verschmähe und einen reichen Gottlosen ehre.
Sir 10,27Fürsten, Herren und Regenten sind in großen Ehren; aber so groß sind sie nicht als der, so Gott fürchtet.
Sir 10,28Einem weisen Knecht müssen Freie dienen, und ein vernünftiger Mann murret nicht darum
Sir 10,29Bestehe nicht auf deinem eigenen Kopf in deinem Tun, und mache dich nicht stolz, wenn du anderer bedarfst;
Sir 10,30es ist besser, daß einer seines Tuns warte, dabei er gedeiht, denn sich viel vermesse, und dabei ein Bettler bleibe.
Sir 10,31Mein Kind, in Demut achte deine Seele hoch, und halte dich selbst in Ehren nach Gebühr.
Sir 10,32Denn wer wider seine Seele sündigt, wer will den gerechtsprechen? und wer will den bei Ehren erhalten, der sein eigenes Leben unehrt?
Sir 10,33Der Arme wird geehrt um seiner Klugheit willen, und der Reiche um seiner Güter willen.
Sir 10,34Ist aber die Klugheit löblich an einem Armen, wie viel mehr an einem Reichen! Und was einem Reichen übel ansteht, das steht viel mehr dem Armen übel an.

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