o p e r o n e

Amon, Johannes
getauft 18. Okt. 1763 in Drosendorf bei Hollfeld (Fränkische Schweiz, östlich von Bamberg)
† 29. März 1825 in Wallerstein

Bühnenwerk

  • Sultan Wampun (Die drei Wünsche; August von Kotzebue) Singspiel (Dez. 1795 Heilbronn)
  • Sappho Melodram 1 Akt
  • 1781 fand in Bamberg eine für den jungen Amon entscheidende Begegnung mit dem Hornisten J.V. Stich (Punto) statt, der ihn im gleichen Jahr (nach Schilling) auf seine Pariser Reise mitnahm. Dort dürfte Amon F.A. Rosetti, der ihm dem Namen nach von der Bamberger Hofmusik schon bekannt war, auch persönlich kennengelernt haben. In Paris soll er (nach Schilling) bei Antonio Sacchini Kompos. stud. haben. Nach dem Aufbruch aus Paris (1783) und nach Konzertreisen als Begleiter Stichs, auf denen er 1784 auch mit I. Pleyel in Straßburg in Berührung kam, fand Amon 1789 in Heilbronn seine Lebensstellung und in der damaligen Reichsstadt einen anspruchsvollen Musikbetrieb, dem er als MD. 28 Jahre vorstand. Auf seinen Reisen hatte er die Bekanntschaft der bedeutendsten Männer seiner Zeit gemacht; der Nekrolog in der AmZ zählt in Berlin J.P. Duport, C. Haacke, S.D. Große (?), Gertrud Mara und J. Fr. Reichardt, in Leipzig J.A. Hiller und in Wien Joseph Haydn, Mozart, J. Kr. Vanhal und Fr. A. Hoffmeister auf. Von Hoffmeister dürfte Amon die Anregung zur Gründung seines eigenen Verlages 1791 empfangen haben. Dazu kam wohl das handwerkliche Talent für den Notenstich; später lithographierte er auch. Sein Verlag brachte es auf annähernd 300 Nrn. Als Amon 1817 die Stelle als Kpm. am Hofe des Fürsten Oettingen-Wallerstein annahm, gingen seine Verlagswerke an die Firmen Schott in Mainz und Simrock in Bonn über. Amons Ausgaben sind textlich von guter Qualität; er brachte neben den Kompos. seines engeren Bekanntenkreises (u.a. J. Brandl) vor allem Werke der Wiener Klassiker in Erst- und Frühdrucken heraus (darunter die Erstausg. von 24 Gsgn. aus Mozarts Le Nozze di Figaro und andere Erstdrucke von Mozart).

    Das kompos. Werk Amons ist ein Beisp. für die Aneinanderreihung von mus. Formeln, die in der bürgerl. Musikpraxis der Zeit üblich waren. Motivische Arbeit etwa in der Art Haydns kommt nur selten vor; häufige Kadenzfolgen verhindern den mus. Fluß und zerstückeln die Form. Zeitgenöss. Beurteiler haben auf den Vergleich mit Pleyel hingewiesen: »Dieses sein Publikum sind Liebhaber, die sich ohngefähr das wünschen, was für die vergangene Zeit Pleyel ... war« (AmZ 21, 1819, Sp. 259). Der wohlgesinnte Verf. des Nekrologs in der AmZ bezeichnet treffend den gesellschaftlichen Standpunkt einer solchen Musik, die das mus. Biedermeier einleitet: »Lärmen und Aufsehen haben sie (= seine Werke) nicht gemacht, dazu waren sie nicht geeignet und er gleichfalls nicht; aber vielen haben sie Vergnügen, angenehme und nützliche Unterhaltung gebracht.« Das Mittelmaß seiner Kompos. entsprach demnach den Bedürfnissen und Anforderungen der musizierenden bürgerl. Ges., für die er Musik in allen Besetzungsformen, von der Sinfonie bis zum schlichten Lied, schrieb.