<<< Weisheiten 009 >>>

Alles mit Bedacht.
Wahlspruch des deutschen Kaisers Maximilian I.
dk] Aldting med betaenk-som hed.

Alles mit demselben Pinsel streichen (malen).
ho] Alles met denzelfden kwast overstrijken.

Alles mit der gleichen Elle messen

Alles mit der Zeit, sagte jener Abt, wie man ihn ob der Magd ertappte.

Alles mit der Zeit.
fr] Tout se fait avec le tems.
la] Apta ferunt magnam tempora rebus opem.
la] Est, qui non potuit dicere, dixit erat.

Alles mit Glaubenssalbe kurieren wollen.
z] Wahrscheinlich lernen wir bald alle menschlichen Krankheiten ohne Arzt und Apotheker mit der bamberger Glaubenssalbe allein heilen.

Alles mit Gott und Ehren.

Alles mit Gott und mit Verstand.
Reinsberg

Alles mit Gott!
la] A Jove principium.

Alles mit Gott, so hot's kêne Not.
Waldeck

Alles mit Gott.

Alles mit Liebe und nichts mit Gewalt.
en] All by love and nothing by force.
fr] Tout par amour, rien par force.
it] Si pigliano le mosche col miele e non coll' aceto.
sd] Allt med godt, intet med wåld.

Alles mit Liebe, nichts mit Gewalt.

Alles mit Maß tun.
fr] Faire tout par mesure.

Alles mit Maß, sagt der Bauer, und soff eine ganze Kanne voll Branntwein aus.
ndt] Allens mit Moaten, seggt de Bûr, un lett sik den Brannwin moatwîs (maßweise) inschenken.
ndt] All's mit Mâten, säd' de Bûr, un söp 'n Mass Brannwîn up'n mâl ût.
ho] Alles met maten, zei de pastoor, en hij dronk den jenever uit een Nannetje.
i] Von oder zu Leuten, die sich der Enthaltsamkeit und Mäßigkeit rühmen, die ihnen fremd ist. Wortspiel mit 'Masse'.

Alles mit Maß, sagte der Schneider und drosch seine Frau mit dem Metermaß.
var] Alles mit Maßen, sagte der Schneider und schlug seine Frau mit der Elle tot.
ndt] Allens mit Maten, sä de Snider - dar haut he sin Fro mit de Ellen.

Alles mit Maß, sagte Kaatje und goß ihrem Mann eine Kanne Wasser über den Leib.

Alles mit Maßen, sagte der Bauer und trank ein Viertel Branntwein auf einmal aus.

Alles mit Maßen, sagte der Schneider und schlug seine Frau mit der Elle tot.
ndt] Allens mit Maten, sä de Snider - dar haut he sin Fro mit de Ellen.
ndt] All mit Mâte, see de Kêrel, dô slôg he sîn Wîw mit'n Ellstock dör.
Ostfriesland
ndt] Alles met Maote, segg de Snîder, dar slog he sine Frau met de Iäle (Elle) daut.
Ostfriesland
ndt] Alles mit Maten, see de Kêrel, do slog he sîn Wîf mit d'r Êl dör. Harz
ho] Alles met maten, zei de snijder, en hij sloeg zijn wijf met de el voor haar achterste. I49b.)
ho] Alles met maten, zei Flips de hondenslager, en hij mat de stokslagen met de el uit.

Alles mit Maßen, sagte der Teufel und ging mit dem Zollstock (o. griff zur Schmiege).
ho] Alles met maten, zei de drommel, en hij hing een' bandelier om.

Alles mit Maßen, sagte die Frau, und goss ihrem Manne eine Kanne Wasser über den Kopf.
ho] Alles met maten, zei Kaatje, en zij gooide haar man eene kan water over't lijf.

Alles mit Maßen.
ndt] Maisse wilt aller dinge walden.
dk] Aldting til maade.
en] There is reason in all things.
it] Ogni cosa vuol misura.
sd] Allting met måtta.

Alles mit Rat!
i] Tue nichts ohne Überlegung.
fr] Ne faites rien sans déliberer, sans une mûre réflexion.
sd] All ting med råd.

Alles mit Ruhe, sagte der Schuster, und aß die Grütze mit der Ahle.
dk] Smuk langsam, sagde han, som øste velling op med en syl.

Alles mit Stumpf und Stiel wegnehmen.
la] Una cum pulvisculo.

Alles mit Überlegung, sagte die Frau und briet Speck in Butter.
ho] Het overleggen is stal, zei de vrouw, en zij braadde het spek in de boter.

Alles mit Überlegung.
ho] Alle ding met overleg.

Alles Mitleid ist verboten
Im Kampf mit der verruchten Gilde
Der glaubenswütigen Zeloten!
Jordan, Spruch

Alles mot en Anfang un en Enne hewwen.
Westfalen
i] Man muss nichts, auch keine Neckerei zu weit treiben.

Alles muss allem dienen. Es gibt im letzten Sinne keine Ungerechtigkeit.
Christian Morgenstern, Stufen

Alles muss der Mensch lernen, der auf Bildung Anspruch machen will: nur seine Sprache will der Deutsche nicht lernen, die soll ihm von selbst kommen.
E. A. Arndt, Über Volkshaß

Alles muss einen Anfang und eun Ende haben.
i] Man muss nichts, auch keine Neckerei zu weit treiben.
dk] Aldting maa have en begyndelse.
dk] Der maa valn grundvold til bygningen.

Alles muss in nichts zerfallen,
Wenn es im Sein beharren will.
Goethe, Eins und Alles

Alles muss man lernen: die Verachtung der anderen, die uns als eine Maske begegnet, eine wohlbekannte, doch befremdlich, denn man muss lieben, was uns hasst, das Vortreffliche hasst eben weil es nur ein Irrtum ist.
Goethe, Riemer, 24.12.1810

Alles muss mir rein sein, sagte die Frau, und zog die Maus aus dem Schmantdüppen, strich den Schmant ab und tat ihn wieder hinein.
Sauerland

Alles muss sich nach der Wahrheit richten.
la] Veritas est regula, norma et mensura proborum.

Alles muss unter die Erde.

Alles Mystische ist personell - und mithin eine Elementarvariation des Weltalls.
Novalis, Fragmente

Alles nach der Bauernregel ermessen.

Alles nach der Ordnung, sagte der Amtmann Schloßer zum Itzik, da lebt' er noch.

Alles nach der Zeit.

Alles nach Gottes Willen.

Alles nach seiner Elle messen.
i] Alles nach sich, seiner Anschauung und Ansicht, seinem Standpunkte beurteilen.
fr] Mesurer les autres à son âme.
ho] Hij meet anderen naar zijne eigene el.

Alles neu, alles gut.

Alles Neue findet Widerspruch.
Russland

Alles nimmt ab in der Welt, aber die Laster nehmen zu.

Alles nimmt der Teufel, nur ein böses Weib nicht.

Alles nimmt ein Ende.

Alles nimmt uns das Alter, sogar den Verstand.
Vergil, Hirtengedichte

Alles nur auf den äußeren Formen der Staatsverfassung ruhende Recht der Bürger ist ohne innere sittliche und geistig gebildete Bürgerkraft in den Republiken wie in den Königreichen nur Staub.
Pestalozzi, An die Unschuld, den Ernst und den Edelmut meines Zeitalters

Alles nur in meinen Sack.
z] Nur alles in meinen Sack und sonst keinem Menschen gedient.

Alles nur mit dem linken Ohr hören.

Alles oder nichts.
z] Ganz oder gar nicht. Alles in Allem. Jehova oder Baal, Christus oder Belial. Mit Christo oder wider Christum. Sammeln oder zerstreuen. Garizim oder Hebol. Kinder des Vaters im Himmel oder Kinder ihres Vaters, des Teufels. Das Evangelium im Geruch des Lebens zum Leben, oder im Geruch des Todes zum Tode. Hillmann, Evangelisierte Sprichwörter
en] All or nothing. - Do or die. - Sink or swim. - To win the mare or lose the halter.
fr] Tout ou rien.
la] Aut Caesar aut nihil.
la] Aut omnia aut nihil.

Alles öffentliche Leben ist wenig mehr als ein Schauspiel, das der Geist von vorgestern gibt, mit dem Anspruch, der Geist von heute zu sein.
Christian Morgenstern, Zeitkritisches

Alles opponierende Wirken geht auf das Negative hinaus, und das Negative ist nichts. Wenn ich das Schlechte schlecht nenne, was ist da viel gewonnen? Nenne ich aber gar das Gute schlecht, so ist viel geschadet.
Goethe, Eckermann, 24.2.1825

Alles passt in des Sängers Lied.
Finnland

Alles Poetische sollte rhythmisch behandelt werden... Dass man nach und nach eine poetische Prosa einführen konnte, zeigt nur, dass man den Unterschied zwischen Prosa und Poesie gänzlich aus den Augen verlor.
Goethe, an Schiller, 25. 11. 1797

Alles Politisieren, auch bei den größten Staatsmännern, ist Improvisieren auf gut Glück.
Nietzsche

Alles prüfe der Mensch, sagen die Himmlischen,
Dass er, kräftig genährt, danken für alles lern',
Und verstehe die Freiheit,
Aufzubrechen, wohin er will.
Hölderlin, Lebenslauf

Alles Quark ohne Geld.
i] Das Wort Quark ist ein wendisches Wort Twarog, welches weichen, noch nicht ausgetrockneten Käse bedeutet und auch so im Böhmischen und Polnischen vorkommt.
mhd] Al vysevase sunder gelt.
la] Quid modo laudatur nisi nummus clausus in arca?

Alles Reden ist verloren, findet man nicht offne Ohren.

Alles Reden und Beschreiben hilft bei sinnlichen, ja auch bei moralischen Gegenständen nichts.
Goethe, An Charlotte v. Stein, 2.12.1786

Alles reduzieren sie zuletzt auf den sogenannten Effekt, alles ist relativ, und so wird auch alles relativ, außer dem Unsinn und der Abgeschmacktheit, die denn auch ganz absolut regiert.
Goethe, Lehrjahre VIII,7

Alles reformiert sich: Musik war ehemals Lärm, Satire war Pasquill, und da, wo man heutzutage sagt: Erlauben Sie gütigst, schlug man vor alters hinter die Ohren.
Lichtenberg

Alles rennet, rettet, flüchtet,
Taghell ist die Nacht gelichtet.
Schiller, Das Lied von der Glocke

Alles ritzt sich in uns ein und zieht seine Spuren. Nichts ... ist ohne Folgen. Das eine ergibt das andere. Alles wächst, um miteinander zu verwachsen.
Johannes R. Becher, Abschied

Alles Römische ziehe ihn unwillkürlich an. Dieser große Verstand, diese Ordnung in allen Dingen sage ihm zu, das griechische Wesen nicht so, die Liebe und Neigung dafür habe er sich nur angeeignet.
Goethe, S. Boisserée, 11.8.1815

Alles rülpset in seiner Art.

Alles Schaffen aus dem Notwendigen heraus ist Leben und Mühe, die sich selbst verzehren, wie im Blühen das Vergehen schon herannaht.
Keller, Der grüne Heinrich

Alles Schamlose geht wider den Geist der Ehrfurcht.
J. M. Verweyen, Der Edelmensch

Alles schenken,
Niemals henken,
Verändert Land und Stand.
Abraham a Sancta Clara, Etwas für Alle

Alles schläft und ist glücklich, nur ich nicht.
Fernando Pessoa, Das Buch der Unruhe des Hilfsbuchhalters Bernardo Soares

Alles Schnickschnack - ohne Geld.

Alles schon dagewesen!
K. Gutzkow, Uriel Acosta
ho] Alle dingen hebben hunnen keer, behalve de tijd, want als die eens voorbij is, zoo komt hij niet weder.

Alles Schöne der Alten ist bloß charakteristisch,
und bloß aus dieser Eigentümlichkeit entsteht die Schönheit.
Goethe, Der Sammler und die Seinigen

Alles Schöne hat einmal ein Ende.
it] Ogni bel gioco dura poco.

Alles Schöne im Menschen kommt von den Strahlen der Sonne und von der Milch der Mutter - das ist es, was uns mit Liebe zum Leben erfüllt.
Maxim Gorki (1868-1936), Die Mutter und Tamerlan

Alles Schöne ist nicht weit von der Gefahr, und alle Gefahr ist nahe bei dem Schönen.
F. Wolf, Beaumarchais

Alles sei recht, was du tust, doch dabei lass es bewenden,
Freund, und enthalte dich ja, alles, was recht ist, zu tun.
Wahrer Eifer genügt, dass das Vorhandne vollkommen
Sei; der falsche will stets dass das Vollkommene sei.
Schiller, Politische Lehre

Alles Seiende ist wahr.
la] Omne ens verum.

Alles Sichtbare, mag es auf göttlichem oder menschlichem Prinzip beruhen, ist ein einheitliches Ganzes: Organe sind wir eines großen Körpers.
Seneca, Briefe an Lucilius

Alles sind Biber, alle gleich.
Russland

Alles sind Taten, die vollbracht werden.
Estland

Alles soll man dem Nächsten wünschen, sagt der Jude, nur keinen bösen Nachbar.

Alles soll man kennen, nichts soll man brauchen.
Jüdisch-deutsch
i] Man soll sich soviel als möglich Kenntnise einsammeln, auch wenn man nicht weiß, ob man sie gebraucht. Will sagen, dass jedes Wissen zwar nützlich und angenehm sei, wofern man nicht angewiesen ist, davon zu leben.
ndt] Alles soll män können, nischt soll män brauchen.

Alles soll nach seiner Pfeife tanzen.

Alles soll zu seiner Geige stimmen.

Alles sollte man dem Menschen opfern. Nur nicht den Menschen.

Alles sollte so einfach wie möglich sein - aber nicht einfacher.

Alles spielte sich hinter den Kulissen ab
en] all that took place (o. happened o. occurred) behind the scenes
fr] tout se déroula dans la coulisse
it] tutto si svolse dietro le quinte

Alles Spinozistische in der poetischen Produktion wird in der Reflexion Machiavellismus.
Goethe, Maximen und Reflexionen 322

Alles Sprechen und Schreiben heisst Würfeln um den Gedanken. Wie oft fällt nur ein Auge, wenn alle sechs fallen sollten.
Friedrich Hebbel, Tagebücher

Alles Staat und nichts in der Schüssel.
Frankreich

Alles stammt aus einem großen Ei, und unser ganzer Erdball ist ein großes Ei, das alle anderen enthält.
Voltaire, Der Mann mit den vierzig Talern

Alles stehen und liegen lassen.

Alles steht auf'm sprung.

Alles steht in Gottes Hand!

Alles stiehlt ein Dieb, nur nicht die Lieb'.

Alles Streben des höheren Menschen gilt höheren Dingen, das Trachten des gewöhnlichen gilt dem Gewöhnlichen.
Konfuzius

Alles strebt zum Guten.
la] Omnia bonum appetunt.

Alles Süße gilt den Beduinen als Dörrfeigen.
Arabien

Alles taugt nicht zum Essen, (über) alles geziemt es sich nicht zu sprechen.
Estland

Alles taugt nicht zum Essen, was man mit den Augen sieht.
Estland

Alles taugt zu essen, was im Mund nicht schreit.
Estland

Alles Tragische beruht auf einem unausgleichbaren Gegensatz. Sowie Ausgleichung eintritt oder möglich, schwindet das Tragische.
Goethe, F. v. Müller, 6.6.1824

Alles trägt dazu bei, einem zur Herrschaft über andere erzogenen Menschen jedes Gefühl für Gerechtigkeit und Rechenschaft zu rauben.
Rousseau, Contrat social

Alles trägt Pelzmützen, und er redet vom Schwitzen.
i] Er behauptet ganz unwahrscheinliche Dinge, wie z.B. nicht zu frieren, oder gar, zu schwitzen, wenn man bald erfrieren möchte.
fr] C'est un menteur d'hiver.

Alles Transparent, sagte der Wirt, bei der Illumination; da konnte man durch die Fleischschnitten hindurchsehen.

Alles trauert, du bist lustig.
la] Lugent cuncta, tu laetus es.

Alles Tun auf Gott gebaut, keinem Menschen recht getraut, nicht zu groß und nicht zu klein, höflich, doch nicht zu gemein, viel Geduld bei wenig Geld, so kommt man fort in aller Welt.
Obersulzbach in Mittelfranken

Alles tun zu seiner Zeit;
Sonntagsarbeit nicht gedeiht.

Alles Übel des Menschen kommt davon, dass er nicht allein sein kann: daher der Hang zu Spiel, Luxus, Zerstreuung, Wein und Frauen, daher Unwissenheit, Lästersucht, Missgunst, Selbstvergessen und Lauheit gegen Gott.
La Bruyère, Vom Menschen

Alles Übel kommt von dem, was die Jugend nicht weiß und das Alter nicht kann.

Alles Übel kommt von oben.
z] Wie der Meister, so der Geselle.

Alles Übel kommt von Spanien, alles Gute vom Norden.
Spanien

Alles Übel nimmt ein Ende.
bm] Zlého se sprostis, a i smutku se zhostis.

Alles über die Klinge jagen (o. springen lassen).

Alles über einen Kamm scheren
i] Aus der Barbierstube entlehnt, wo man den Kamm nach der Person, die sich das Haar schneiden ließ, oder nach dem Masse der Haare, das verlangt wurde, wählte. Die Redensart stammt, wie viele andere, aus den alten Badestuben. Das vexare liegt übrigens nicht notwendig darin, es heisst auch: alle ohne Rücksicht gleich behandeln, wie ein Bader, der für alle Kunden denselben Kamm nahm.

Alles über einen Leisten machen (o. schlagen, ziehen).

Alles Übermaß ist schädlich und verderblich.
Casanova, Neunundneunzig Abenteuer

Alles Übertriebene ist vom Übel.
Goetz, Der Lügner und die Nonne

Alles überwindet der Mensch, aber nur, wenn die Überwindung für ihn eine Notwendigkeit ist - alles vermag er, wenn er muss.
Feuerbach, Tagebuch 1834-1836

Alles übrige, alle Verbrechen könnten wir hinnehmen; aber diese Kälte des Herzens ist das Schlimmste...
Rolland, Die Vorboten

Alles um der Wurst willen.

Alles um Liebe!
Goethe, J. G. v. Zimmermann, September 1775

Alles ums liebe Geld.
ho] Om gelds wille is 't al te doen.

Alles umsunst, das schafft kein Gunst.

Alles Unangenehme soll man vielmehr höchst prosaisch und nüchtern auffassen, damit man es möglichst leicht nehmen könne.
Schopenhauer, Aphorismen zur Lebensweisheit, Paränesen und Maximen

Alles Unbekannte gilt für groß.
Tacitus, Agricola

Alles und sonst no Einiges.
Ulm

Alles under der Nasen einschießen.

Alles ungebildete Denken ist übertriebenes Denken.
William Butler Yeats, Entfremdung

Alles Ungewöhnliche hindert die Leute, so zu leben, wie sie wollen.
Maxim Gorki (1868-1936), Wladimir Iljitsch Lenin

Alles Unglück fahet sich in Gottes namen an (in nomine Domini).
i] Und so beginnen auch die päpstlichen Bullen.
z] Daher man gewöhnlich spricht: Alles Unglück fahet sich in Gottes Namen an, und in Gottes Namen schlug jener Bauer seinen Knecht zu tot.
z] Haben diese 16 Nonnen auch angefangen in nomine Domini Krüg und Häfen zerbrechen und gute scherben zu machen.

Alles Unglück ist gut, wenn man Brot dabei hat.

Alles Unglück ist im Krieg.
la] Nulla salus bello.

Alles Unglück kommt durch den Mund.

Alles Unglück, das aus den geschlechtlichen Beziehungen, aus den Verliebtheiten entsprungen ist, kommt nur daher, dass wir die fleischliche Wollust mit dem geistigen Leben, mit - schrecklich zu sagen - der Liebe vermengen; wir brauchen unseren Verstand nicht dazu, diese Leidenschaft klar zu beurteilen und zu bestimmen, sondern dazu, sie mit den Pfauenfedern der Geistigkeit auszuschmücken.
Tolstoj, Über die Ehe

Alles Unheil dieser Welt kommt vom falsch verteilten Geld.

Alles Unheil rührt von unserer riesenhaften Unwissenheit her. Was man studieren musste, wird ohne Diskussion geglaubt. Statt zu erwägen, bestätigt man.
Flaubert, an George Sand, 31. 3. 1871

Alles Unnatürliche ist unvollkommen.
Frankreich

Alles unter einen Hut bringen (o. bringen wollen).
i] Alle Meinungen und verschiedene Ansichten vereinigen.

Alles untereinander mengen.
la] Mare coelo miscere (confundere ).

Alles untereinander werfen, wie ein Schuhmacher die Leisten.

Alles upp't Lîv (Leib) hängen.
i] Sein Vermögen auf Kleider verwenden.

Alles verändert sich mit der Zeit.
Estland

Alles verändert sich um uns her. Wir selbst verändern uns, und keiner ist sicher, morgen das noch zu lieben, was ihm heute gefällt. So sind alle unsere Entwürfe der Glückseligkeit nichtige Hirngespinste.
Jean-Jacques Rousseau, Träumereien eines einsamen Spaziergängers

Alles Verborgene kommt an den Tag.
Matth. 10, 26
bm] Tajne sám bůh soudí.

Alles Verbotene ist süß.
Ägypten

Alles verdeckt er, wie die Otter die Füße.

Alles verdienet Reim und Fleiß,
wenn man es recht zu sondern weiß.
Goethe, Zahme Xenien V - Kein Stündchen...

Alles Vergangene ist Traum und Schatten.
Karamsin, Reise durch Deutschland

Alles Vergängliche ist nur ein Gleichnis...
Goethe, Faust II A V, Bergschluchten
Chorus mysticus Vs 12104

Alles vergeht, der Glaube besteht.

Alles vergeht, die Kunst besteht.
la] Nil non mortale tenemus pectoris exceptis ingeniique bonis.

Alles vergeht, doch die Kunst erfreut und erhebet den Menschen;
Wenn er längstens nicht mehr, zeugt sie noch rühmlich von ihm.
König Ludwig I. von Bayern, Tempel der Juno vom Girgenti

Alles vergeht, Gottes Liebe besteht.
fr] Tout se passe fors que aymer Dieu.
sd] Alth forgaar wtan gudz miskundh.

Alles vergeht, Tugend besteht.
mhd] Sint daz ez allez sus zergât, daz aldiu werlt ze handen hât, niht mêr bestât niur tugend tât.
dk] Alt forganger uden Guds naade.
la] Viret post funera virtus.

Alles vergeht. Neues entsteht. Immer sich wandelnd in irrendem Schweifen
Verläuft des Menschen Leben.
Euripides, Hippolytos

Alles vergeht; doch wird Schönes allein so beweint.
Platen, Verfall

Alles verlangt seine Zeit.

Alles verläuft wohl geordnet.

Alles verloren, nur die Ehre nicht.
fr] Tout est perdu hors honneur.
i] Dies Wort sollte Franz I. von Frankreich nach der unglücklichen Schlacht von Pavia gesprochen haben; die spätere Zeit hat nachgewiesen, dass es ihm, wenigstens in dieser Form, zu Unrecht zugeschrieben wird. Es soll in einem Briefe an seine Mutter enthalten sein. In dem von Dulaure aufgefundenen und in dessen Geschichte von Paris abgedruckten Briefe heisst es: 'Sie zu benachrichtigen, welches der Ausgang meines Unglücks ist, so ist mir von allen Dingen nur die Ehre und das gerettete Leben geblieben.'

Alles vermag der Mensch; nur sich selbst in den Hintern beißen: das kann er nicht.

Alles vermag die Zeit, die mit leisem Fuß vorübergeht.
la] Cuncta potest igitur tacito pede lapsa vetustas.

Alles Vernünftige hat seinen Ausgangspunkt und sein Ziel: die Bewegung ist die Äußerung des Lebens, das Ziel ist der Sinn des Lebens.
Belinski, Über das Buch 'Leitfaden für das Studium der Geschichte der Neuzeit'

Alles versaufen bis ans End' (o. versoffen vor seinem End'), macht ein richtig Testament.

Alles verschlimmert sich unter den Händen der Menschen!
Goethe, Dichtung und Wahrheit III,14

Alles verstehen heisst alles verzeihen - das wäre sehr edel gedacht und gesagt. Nur schade, dass das Verzeihen neunundneunzigmal unter hundert aus Bequemlichkeit und höchstens einmal aus Güte geschieht; und dass die Güte unter hundert Fällen neunundneunzigmal keineswegs in Reichtümern des Herzens, sondern vielmehr in Mängeln des Verstandes ihre Ursache zu haben pflegt.
A. Schnitzler, Buch der Sprüche und Bedenken

Alles verstehen heißt alles verzeihen.
Frankreich
fr] Tout comprendre, c'est tout pardonner. (Wird auf Frau von Stails Roman »Corinne « zurückgeführt)

Alles verstehen wollen, heisst, nichts begriffen zu haben.

Alles verstehen, heisst alles verzeihen.
fr] Tout comprendre, c'est tout pardonner.

Alles vertan (o. verzehrt) vor seinem End', macht ein richtig Testament.
var] Alles versoffen bis ans End' macht ein richtig Testament.

Alles vertraue, nur keine Heimlichkeit.

Alles verzehren vor seinem End', macht ein richtig Testament.
fr] Grande chère et petite testament.
ho] Even op, en de kleêren voor de doodschuld.
la] Cuncta manus avidas fugient haeredis, amico quae dederis animo. Horaz

Alles verzehrt die Macht der Zeiten.
Sophokles, Aias, 680 (Chor)

Alles vollauf.
la] Cornu copiae.

Alles Vollkommene in seiner Art muss über seine Art hinausgehen, es muss etwas anderes, Unvergleichbares werden. In manchen Tönen ist die Nachtigall noch Vogel, dann steigt sie über ihre Klasse hinüber und scheint jedem Gefiederten andeuten zu wollen, was eigentlich singen heiße.
Goethe, Wahlverwandtschaften II,9

Alles von Adam und Eva beginnen.
i] Weit ausholen, vom ersten Anfang an beginnen.

Alles Vornehme ist eigentlich ablehnend...
Goethe, Dichtung und Wahrheit III,11

Alles Vortreffliche beschränkt uns für einen Augenblick, indem wir uns demselben nicht gewachsen fühlen, nur insofern wir es nachher in unsere Kultur aufnehmen, es unsern Geist und Gemütskräften aneignen, wird es uns lieb und wert.
Goethe, Maximen und Reflexionen 348

Alles Vortreffliche erblühet aus dem Rechten und Wahren.
C. Brentano, an Bettine

Alles Vortreffliche ist selten und schwierig.
Spinoza, Ethik

Alles Vortreffliche ist selten.
la] Omnia praeciara rara.
Cicero, Laelius

Alles Vorzügliche kann nur für einen unendlichen Kreis arbeiten, und das nehme denn auch die Welt mit Dank an und bilde sich nicht ein, dass sie befugt sei, in irgendeinem anderen Sinne zu Gericht zu sitzen.
Goethe, Rameaus Neffe, Anmerkungen - Rameaus Neffe

Alles wahre Aperçu kommt aus einer Folge und bringt Folge. Es ist ein Mittelglied einer großen, produktiv aufsteigenden Kette.
Goethe, Maximen und Reflexionen 416

Alles wahre Erkennen und Wissen muss doch am Ende darauf hinausgehen, das zu erreichen, was der Mensch, seinem Vermögen, das Universum zu erfassen und selbst mit umzuschaffen, nach, wirklich ist.
W. v. Humboldt, An Fr. G. Welcker, 25. 9. 1823

Alles wahre Wissen widerspricht dem gesunden Menschenverstand.
Creighton

Alles währet eine Zeit, Gottes Lieb in Ewigkeit.
bm] Vseho do času, pán bůh na vĕky.

Alles wahrhaft Biographische, wohin die zurückgebliebenen Briefe, die Tage' bücher, die Memoiren und so manches andre zu rechnen sind, bringen das vergangene Leben wieder hervor, mehr oder weniger wirklich oder im ausführlichen Bilde.
Goethe, Aus meinem Leben. Paralipomena

Alles wahrhaft Geistige, alles, woran die Seele wirklich teilhat, führt zu Gott zurück, zur Frömmigkeit. Die Seele vermag sich nicht zu regen, sie kann nicht erwachen, nicht die Augen aufschlagen, ohne Gott zu empfinden. Man empfindet Gott durch die Seele wie die Luft durch den Körper.
Joubert, Gedanken und Maximen

Alles wahrhafte Leben hat ein Ziel.
Bettina von Arnim (1785-1859), Die Günderode

Alles währt nur eine Weile.
fr] Toute chose n'a qu'un temps.

Alles wanket, wo der Glaube fehlt.
Schiller, Wallensteins Tod, II, 7 (Max)

Alles war nur ein Spiel! Ihr Freier lebt ja noch alle,
Hier ist der Bogen und hier ist zu den Ringen der Platz.
Goethe, Xenien 414 - An die Freier

Alles war so still, so still. Nur die Feder kratzte das Lebewohl an die Heimat und die Freunde aufs Papier.
Fridtjof Nansen, In Nacht und Eis

Alles wäre gut, wäre kein Aber dabei.
fr] C'est là le hic!

Alles was daher von mir bekannt geworden, sind nur Bruchstücke einer großen Konfession, welche vollständig zu machen dieses Büchlein [Dichtung und Wahrheit] ein gewagter Versuch ist.
Goethe, Dichtung und Wahrheit II,7

Alles was dick ist, heisst Mönch, und alles was dünn ist, heisst Nonne.
Fontane, Cécile

Alles was ich über den Kuckuck gehört habe, gibt mir für diesen merkwürdigen Vogel ein großes Interesse. Er ist eine höchst problematische Natur, ein offenbares Geheimnis, das aber nichtsdestoweniger schwer zu lösen, weil es so offenbar ist. Und bei wievielen Dingen finden wir uns nicht in demselbigen Falle!
Goethe, Eckermann, 8.10.1827

Alles was ist, ist vernünftig.
z] Was vernünftig ist, das ist wirklich; und was wirklich ist, das ist vernünftig.
Hegel, Grundlinien der Philosophie des Rechtes

Alles was lebt, findet Nahrung und Beihülfe, und wenn der Sohn, nach dem frühen Tode des Vaters, keine so bequeme, so begünstigte Jugend hat, so gewinnt er vielleicht eben deswegen an schnellerer Bildung für die Welt, durch zeitiges Anerkennen, dass er sich in andere schicken muss, was wir denn doch früher oder später alle lernen müssen.
Goethe, Wahlverwandtschaften II,12

Alles was lebt, muss einmal sterben.
en] All that lives must die.

Alles was man denkt ist entweder Zuneigung oder Abneigung.
Musil

Alles was man in dieser Zelt für seinen Charakter tun kann, ist, zu dokumentieren, dass man nicht zur Zeit gehört.
J. G. Seume, Apokryphen

Alles was uns begrenzt, schien für dasselbe [Wesen] durchdringbar, es schien mit den notwendigen Elementen unsres Daseins willkürlich zu schalten, es zog die Zeit zusammen und dehnte den Raum aus. Nur im Unmöglichen schien es sich zu gefallen und das Mögliche mit Verachtung von sich zu stoßen. Dieses Wesen, das zwischen alle übrigen hineinzutreten, sie zu sondern, sie zu verbinden schien, nannte ich dämonisch ...
Goethe, Dichtung und Wahrheit IV,20

Alles was wir treiben und tun, ist ein Abmüden; wohl dem, der nicht müde wird.
Goethe, Maximen und Reflexionen 3

Alles Wasser fließt ins Meer und kommt daraus auch wieder her.
Pred. Sal. 1, 7
dk] Alt vand vil flyder til strand, og pengene til den riige mands haand.
fr] L'eau court tousjours en la mer.
ho] Het water loopt altijd naar de zee.
it] Come ogni acqua vien dal mare, cosi ritorna al mare.
la] Certant intrare cuncta fluentia mare.
sd] Allt watten will i hafwet.
sd] Alth watneth vil till haff (strande) flyta.
un] Minden folyók végre a' tengerbe omlanak.

Alles Wasser fließt ins Meer.

Alles Wasser macht nass (löscht das Feuer aus).
i] Im Notfall ist alles zu gebrauchen.
it] Ogni acqua immolla (spegne il fuoco).

Alles Wasser soll auf seine Mühle laufen.
Prag
i] Vom Egoisten.

Alles wechselt, doch nichts vergeht (o. geht unter)!
la] Omnia mutantur, nihil interit.
Ovid, Metamorphosen

Alles weicht Jupiters Macht.
la] Cedunt Iovis omnia regno.

Alles Weiße ist gut, mit Ausnahme des Guinea-Wurms.
Haussa, Afrika

Alles weltliche Gericht muss man vom Könige empfangen.
[RSpW]
i] Alle Rechtspflege kann nur im Namen des Staatsoberhauptes, das die Gesellschaft vertritt, geübt werden.
mhd] Alle weltliche gericht mues man von dem kaiser emphahenn.

Alles werde langsam begangen, ausgenommen das Flöhefangen.
en] Nothing must be done hastily, but killing of fleas.
it] Niuna cosa in fretta se non pigliar pulici.

Alles wie es fällt, sagte der Junge, als die Frau mit dem Nasentropfen ihn fragte, ob er einen Pfannkuchen haben will.
ndt] All as't fallt, sä de Jung, as de ol Frau mit'n Nasdrüppel em frög, ob he'n Pankoken hebben wull.

Alles wie sich's gehört, sagte die Frau und sie kämmte ihrem Manne die Haare mit den Fingernägeln.
ho] Alle ding zoo 't behoort, zei de vrouw, en zij sloeg haar' man met te tong.

Alles wiederholt sich nur im Leben.
Ewig jung ist nur die Phantasie.
Was sich nie und nirgends hat begeben,
Das allein veraltet nie.
Schiller, An die Freunde

Alles wiederholt sich.
Estland

Alles will einen Willen haben.

Alles will gelernt sein.
en] Every trade has to be learnt.

Alles will reden, jeder will wandeln,
Ich allein soll nicht sprechen
Noch handeln.
Goethe, Zahme Xenien V

Alles wimmelt von Kommentaren; an Autoren aber ist großer Mangel.
Montaigne, Essais

Alles wird alt wie ein Rock.
Estland

Alles wird darauf ankommen, dass der Pädagoge unserer Zeit das große Weltgericht, das über alle unsere Scheinkultur hereinbricht, als solches zu erfassen und zu deuten weiß und dass er versteht, dass und warum jede Pflege des Wissens und Könnens, die nicht einem höheren Ziele unterworfen wird, ins Verderben führt.
Fr. W. Foerster, Schule und Charakter, II: Schule und Lebensideal

Alles wird darum geboren,
dass es wieder sei verloren.
Nichts bleibt allzeit, was so ist.
Fleming, Auf Herren Timothei Poli neugebornen Töchterleins... Absterben

Alles wird dich zufriedenstellen außer Geld, je mehr du hast, desto mehr willst du.
Maurisch

Alles wird geleugnet werden. Alles wird Glaubensartikel werden.
Gilbert Keith Chesterton, Heretiker

Alles wird gut - will nur besagen, dass alles von unveränderlichen Gesetzen regiert wird.
Voltaire

Alles wird gut gehen, außer wenn eine alte Frau heiratet.
Altfranzösisch

Alles wird klein, wenn der Verstand darauf losgeht.
Oswald Spengler

Alles wird man dir verzeihen, aber man ist unerbittlich gegen das Genie.
Heine, Von Luther bis Kant

Alles wird man ja satt, des Schlafes sogar und der Liebe,
Auch des süßen Gesangs und bewunderten Reigentanzes.
Homer, Ilias, XIII, 636/37

Alles wird matt, zerbricht, vergeht.
Frankreich
fr] Tout lasse, toute casse, tout passe.

Alles wird schlechter, nur eines wird besser, die Moral wird schlechter.
Anonym

Alles wird teurer, nur die Ausreden werden immer billiger.
John R. Hicks

Alles wird uns Genuss, so schön ist das Leben gerundet,
Selbst der Tod, denn der Schlaf ist der genossene Tod.
Hebbel, Epigramme

Alles wird uns heimgezahlt, wenn auch nicht von denen, welchen wir geborgt haben.
Marie von Ebner-Eschenbach, Aphorismen

Alles wird uns schön, was einige Relation auf sinnliche Liebe hat...
Lichtenberg, Aphorismen

Alles wird untergehen außer Liebe und Musik.
Gälisch

Alles wird vergehen außer dem Guten, das du getan hast.
fr] Tout passera, sauf le bien que tu as fait.

Alles wird zugrunde gehen außer der Liebe und der Musik.
Schottland

Alles Wirken auf andere geht von dem Wirken auf sich aus, und auf sich wirkt man still und schweigend und anspruchslos?
W. v. Humboldt, An Karoline, 6.11.1790

Alles wirkliche Dichten und Denken nämlich ist gewissermaßen ein Versuch, den kleinen Leuten einen großen Kopf aufzusetzen: kein Wunder, dass er nicht gleich gelingt.
Arthur Schopenhauer, Den Intellekt überhaupt und in jeder Beziehung betreffende Gedanken

Alles Wissen besteht in einer sicheren und klaren Erkenntnis.
René Descartes, Regeln zur Leitung des Geistes

Alles wissen die Frauen, selbst wie Zeus die Hera entführte.
Altgriechisch
i] Das war in aller Heimlichkeit geschehen.

Alles Wissen geht aus einem Zweifel hervor und endigt in einem Glauben.
Ebner-Eschenbach, Aphorismen

Alles Wissen hat nur dann einen Wert, wenn es uns tatkräftiger macht. Wenn Allwissenheit ohne Allmacht denkbar wäre, so müsste dies die furchtbarste Qual der Hölle sein.
Jos. von Eötvös, Gedanken

Alles Wissen ist Erinnerung.
Hobbes

Alles Wissen ist zuletzt Wissen vom Leben und alles Erkennen Staunen über das Rätsel des Lebens.
Albert Schweitzer, Straßburger Predigten 1900-1919, 16. Februar 1919

Alles wissen macht Kopfpein (o. Kopfweh).

Alles Wissen, das wir aus den Quellen schöpfen, wollen wir in uns verarbeiten, damit es nicht als Fremdkörper wirkt. Wir müssen es verdauen, sonst prägt es sich nur unserem Gedächtnis ein, wird aber nicht Eigentum unserer Persönlichkeit.
Seneca, Mächtiger als das Schicksal

Alles wissenschaftliche Arbeiten ist nichts anderes, als immer neuen Stoff in allgemeine Gesetze zu bringen.
W. v. Humboldt, Briefe an eine Freundin, 7. 4. 1833

Alles wohlbedacht und auch das End' betracht't.

Alles Wohlbehagen, alle Zufriedenheit ist einfach, sie mögen, woher es auch sei, entspringen.
Goethe, Schriften zur Literatur - Des jungen Feldjägers Kriegskamerad

Alles wünscht ich zu haben, um mit ihr alles zu teilen,
Alles gäb ich dahin, wär sie, die Einzige, mein.
Goethe, Vierjahrerzeiten - Herbst 33

Alles zählen und abwägen.
Jesus Sirach 42, 7

Alles zählen und abwägen.
Jesus Sirach 42, 7

Alles zerfällt im Augenblick, wenn man nicht ein Dasein erschaffen hat, das über dem Sarge noch fortdauert. Um wen bei seinem Alter Söhne, Enkel und Urenkel stehen, der wird oft tausend Jahre alt.
Adalbert Stifter, Der Hagstolz

Alles zu Beine binden.
i] Sich jede Kleinigkeit zu Herzen nehmen.

Alles zu Bolzen drehn.
i] Alles übel auslegen. Es ist übrigens die Sache im buchstäblichen Sinne nicht so leicht, denn ein guter Bolzen darf weder zu schwer, noch zu leicht sein, er muss gehörige Länge und Rundung, er muss sein richtiges Gewicht haben. Listige Anschläge an die Hand geben.
ndt] Alles to Bolten dreihn.

Alles zu Gottes Ehre und dem Vaterland zum Besten.

Alles zu Gottes Ehre, sagen die Jesuiten, wenn sie ein Schelmstück üben.

Alles zu meinem besten, sagte der Junge, da schlugen sie ihm den Stock auf dem Buckel kaputt.
ndt] All to mînen Besten, säd' de Jung, dôr slögen se em den Stock up'n Puckel entzwei.

Alles zu Nutzen.
i] Medaille der Fruchtbringenden Gesellschaft. Nach einer Abbildung stellt das Ordenskleinod eines Mitgliedes der Gesellschaft auf der einen Seite das Sinnbild der Gesellschaft dar: den indianischen Palmbaum (Kokosnuss) mit dem Sinnspruch: 'Alles zu Nutzen.'

Alles zu rechter Zeit und mit Bedacht, willst du nicht sein ausgelacht.

Alles zu retten, muss alles gewagt werden. Ein verzweifeltes Übel will eine verzweifelte Arznei.
Schiller, Die Verschwörung des Fiesco zu Genua IV,6

Alles zu seiner Zeit, einen Buchweizenkuchen im Herbste.

Alles zu seiner Zeit, Freud' und daneben Leid.

Alles zu seiner Zeit, sagt Salomo, zu seiner Zeit essen, zu seiner Zeit trinken und fasten und zu seiner Zeit an die Pumpe tasten.
var] Alles zu seiner Zeit, sprach der weise Salomon, zu seiner Zeit essen, zu seiner Zeit trinken und zu seiner Zeit an den Schwanz

Alles zu seiner Zeit, sagte der Prediger (Koheles).

Alles zu seiner Zeit, sprach der weise Salomon, zu seiner Zeit essen, zu seiner Zeit trinken und zu seiner Zeit an den Schwanz

Alles zu seiner Zeit, Steinelesen, Ährenlesen.
Litauen

Alles zu seiner Zeit.
en] Everything at the proper time.
en] Everything in due season.
en] Everything in its (own) season.
fin] Aikansa kutakin.
fr] Chaque chose en son temps.
it] Bisogna fare la festa, quando è il Santo.
la] Omnia tempora tempus habent.
pl] Każda rzecz ma swój czas.
pl] Wszystko w swoim czasie.
russ] Всему своё время.
sp] A cada puerco le llega su San Martin.
sp] Cada cosa en su tiempo (y los nabos en adviento).
tschech] Vsechno chce svůj čas.

Alles zu wissen noch viel zu jung, alle Jungfern zu küssen noch keinen Mund.

Alles zu wissen noch viel zu jung, alte Weiber im Arsch zu lecken noch Zeit genung.

Alles zu wissen, ist er noch viel zu jung.
Köthen

Alles zu wissen, macht Kopfschmerzen.

Alles zur größeren (o. höheren) Ehre Gottes.
la] Omnia in maiorem Dei gloriam. (O. A. M. D. G.)
i] Oft in den Dekreten des Trienter Konzils, 1545-63, auch Wahlspruch der Jesuiten.

Alles zur Morgensuppe verschlingen ist ein böser Imbiss.

Alles zusammen ausdreschen.

Alles zusammen, mit Näh- und Drehseide.
Köthen

Alles zusammenscharren.

Alles zuviel is nix wert.

Alles, alles paart sich, ich allein bleib' übrig, sagte die Maid.
Ulm
i] Klage einer alternden, verzweifelnden Jungfrau.

Alles, auch das Erhabenste, verkleinert sich unter den Händen der Menschen, wenn sie die Idee desselben zu ihrem Gebrauch verwenden.
Immanuel Kant, Die Religion innerhalb der Grenzen der bloßen Vernunft

Alles, auch das sittlich Abnormste, bietet eine Seite dar, von wo es als groß erscheinen kann.
Goethe, zu F. Weitze, 19. Aug. 1805

Alles, war wir denken, ist entweder Zuneigung oder Abneigung.
Robert Musil

Alles, was an den historischen Arbeiten beschränkte Vernunft des Menschen ist - alles das wird sozusagen korrigiert und ergänzt durch die Vernunft der Menschheit.
Belinski, Über das Buch 'Leitfaden für das Studium der Geschichte der Neuzeit'

Alles, was an die Wand pissen kann.
i] Es zog mit in den Befreiungskrieg, alle nur einigermaßen Mannbaren.

Alles, was an einem Gemeinsamen Anteil hat, strebt zum Verwandten.
Mark Aurel, Selbstbetrachtungen

Alles, was an und in mir ist, werde ich mit Freuden mitteilen. Denn da ich sehr lebhaft fühle, dass mein Unternehmen das Maß der menschlichen Kräfte und ihrer irdischen Dauer weit übersteigt, so möchte ich manches bei Ihnen deponieren und dadurch nicht allein erhalten, sondern auch beleben.
Goethe, An Schiller, 27.8.1794

Alles, was auf den Augenblick anspielt und so die Gemüter stoffartig erregt, habe ich immer vermieden, nicht, weil ich es im Ganzen für unzulässig halte, sondern weil ich gefunden habe, dass der Enthusiasmus eigentlich nur die große Masse wohl kleidet.
Goethe, An A. v. Arnim, 23.2.1814

Alles, was auf erden ist, vergeht, lob, ehr und tugend ewig besteht.

Alles, was auf uns wirkt, ist nur Anregung, und, Gott sei dank, wenn sich nur etwas regt und klingt.
Goethe, an Zelter, 7. Nov. 1816

Alles, was aus der Erde kommt, muss wieder zur Erde werden.
Sirach 40, 11

Alles, was außer dem guten Lebenswandel der Mensch noch tun zu können vermeint, um Gott wohlgefällig zuwerden, ist bloßer Religionswahn und Afterdienst Gottes.
Kant, Religion innerhalb der Grenzen der bloßen Vernunft

Alles, was außer mir ist, ist mir nun fremd. Ich habe in dieser Welt weder Nächsten noch meinesgleichen noch Brüder mehr.
Jean-Jacques Rousseau, Träumereien eines einsamen Spaziergängers

Alles, was Brot gibt, ist ein Amt.

Alles, was das Publikum von einem Schriftsteller, der ohne zu weit getriebene Ansprüche auftritt, fordern kann, ist, dass er durch seine Werke nichts dazu beitrage, Korruption, Dummheit und Intoleranz zu verbreiten.
Knigge, Über den Umgang mit Menschen

Alles, was das Recht erlaubt, tut man mit Recht.
mhd] Allez daz das reht irloubt, daz tut man wohl mit rehte.

Alles, was das Tätigkeitsvermögen unseres Körpers vermehrt oder vermindert, fördert oder hemmt, dessen Idee vermehrt oder vermindert, fördert oder hemmt das Denkvermögen unseres Geistes.
Baruch de Spinoza, Ethik

Alles, was der Fuchs frisst, wird an seinem Fell sichtbar.

Alles, was der Geist eines, der sehr starken Hass empfindet, diktiert, hat die Wirkung zu schaden und zu zerstören; und ähnlich steht es bei allem, was sonst der Geist mit sehr starkem Verlangen begehrt.
Agrippa von Nettesheim, De occulta philosophia

Alles, was der Gesellschaft, d. h. dem Menschengeschlecht und der Welt nützt, ist ehrenvoll, alles, was ihr schädlich ist, schändlich.
Leibniz, Nova methodus discendae docendaeque jurisprudentiae

Alles, was der Glückliche wünscht, ist geboren zu sein.
Walisisch

Alles, was der göttlichen Natur eigen ist, das ist auch ganz dem gerechten und göttlichen Menschen eigen. Darum wirkt solch ein Mensch auch alles, was Gott wirkt: Er hat zusammen mit Gott Himmel und Erde geschaffen, er ist Zeuger des ewigen Wortes, und Gott wüsste ohne einen solchen Menschen nichts zu tun.
Meister Eckhart, Vom Papst verurteilte Sätze aus Meister Eckharts Predigten

Alles, was der Jude hat, ist Geld zu verlieren und Zeit krank zu sein.
Jiddisch

Alles, was der Mensch erfährt, ist nur die Anschauung seines Wachstums.
Johann Wilhelm Ritter, Fragmente

Alles, was der Mensch natürlich frei ausspricht, sind Lebensbezüge.
Goethe, Divan, Noten und Abhandlungen - Orientalische Poesie - Urelemente

Alles, was der Natur gemäß geschieht, geschieht richtig.
Epiktet

Alles, was die Heilmittel nicht heilen, heilt das Eisen; alles was das Eisen nicht heilt, heilt das Feuer; was aber das Feuer nicht heilt, das muss als unheilbar gelten.
Hippokrates, Aphorismen

Alles, was die Menschen eint, ist gut und schön; alles, was sie trennt, ist böse und häßlich.
L. Tolstoi, an Romain Rolland, 3./4. 10. 1887

Alles, was die Menschen in Bewegung setzt, muss durch ihren Kopf hindurch, aber welche Gestalt es in diesem Kopf annimmt, hängt sehr von den Umständen ab.
Engels, Ludwig Feuerbach und der Ausgang der klassischen deutschen Philosophie

Alles, was die Menschen mit Opfern an Glück verteidigt haben, ist nichts als Irrtum.
Nietzsche

Alles, was die Natur hervorgebracht.
la] Quodcunque in solum venit.

Alles, was die Sozialisten vom Geld verstehen, ist die Tatsache, dass sie es von anderen haben wollen.
Konrad Adenauer

Alles, was die Wand bepisst, soll sterben, wenn's ein Schurke ist.

Alles, was die Zunge und den Gaumen kitzzelt, alles, was zur Gemächlichkeit des Cörpers, ja zur überflüßigen Verzärtelung weichlicher Gliedmaßen dienet, wird uns durch das Gewerbe der Handelsleute über See und Land, viel tausend Meilen weit zusammengebracht.
Gottsched, Der Biedermann

Alles, was du den Ausschweifungen hingabst, wird dir verloren sein.
Phaedrus, Fabeln

Alles, was du gibst, wirst du mit fortnehmen (o. mit dir nehmen).
Türkei

Alles, was du willst, geschieht, so dir's nicht an Mut gebricht.

Alles, was ein denkender Mensch tun soll, wenn die Überzeugung eines älteren und weiseren der seinigen widerspricht, ist, dass er gerechte Zweifel gegen die Wahrheit seiner Meinung erhebe, dass er sie streng und wiederholt prüfe und sich hüte, zu früh zu. glauben, dass er sie aus allen Gesichtspunkten betrachtet und beleuchtet habe.
Kleist, an Christian Ernst Martini, 18. 119. 3. 1799

Alles, was einen großen Mann angeht, ist geweiht, die Wege, die er trat, die Bäume, unter denen er umherging. Und dreimal heilig ist die Stätte, wo seine Reste ruhen.
Lion Feuchtwanger, Narrenweisheit

Alles, was entsteht, geht auch wieder zugrunde.
var] Alles, was geboren wird, nimmt auch ein Ende.
la] Deficit omne, quod nascitur.

Alles, was entsteht, sucht sich Raum und will Dauer, deswegen verdrängt es ein anderes vom Platz und verkürzt seine Dauer.
Goethe, Maximen und Reflexionen 1252

Alles, was entsteht,
Ist wert, dass es zugrunde geht;
Drum besser wär's, dass nichts entstünde.
Goethe, Faust, I, 3 (Mephisto)

Alles, was existiert, muss einen Namen tragen. Was nicht benannt ist, existiert nicht für den Menschen.
Oswald Spengler, Urfragen. Fragmente aus dem Nachlass

Alles, was geboren wird, muss sterben.

Alles, was geboren wird, nimmt auch ein Ende.
la] Deficit omne, quod nascitur.
Quintilianus, Institutio oratoria

Alles, was geboren, hat der Tod erkoren.

Alles, was gegen das Gewissen geschieht, ist Sünde.
la] Omne quod non ex fide ide est quod contra conscientiam fit, pec pecca tum est.
Thomas von Aquino

Alles, was gemacht worden ist, ist nicht für die Ewigkeit.
Sanskrit, Indien

Alles, was geschieht, enthält Stoff zum Dichten; man muss nur ein lebendiges Verhältnis dazu haben.
Martin Andersen Nexö (1869-1954), Erinnerungen

Alles, was geschieht, ist Symbol, und, indem es vollkommen sich selbst darstellt, deutet es auf das Übrige. In dieser Betrachtung scheint mir die höchste Anmaßung und die höchste Bescheidenheit zu liegen.
Goethe, An K E. Schubarth, 2.4.1818

Alles, was Gold ist, glänzt nicht. Die sanfte Strahlung ist dem edelsten Metalle eigen.
Nietzsche, Der Wanderer und sein Schatten

Alles, was gut riecht, kommt von mir! sagte der Apotheker, da hatte er in die Hosen geschissen.
ndt] All wat gôd rükt, kümmt van mi! säd de Aphteker, dôr härr he in de Büx schäten.

Alles, was gut zu wissen ist, ist schwer zu lernen.
Neugriechisch

Alles, was ich als gut empfinde, ist gut, alles, was ich als böse empfinde, ist böse.
Jean-Jacques Rousseau, Emile

Alles, was ich denk' und tu', trau' ich auch dem anderen zu.

Alles, was ich Empörendes und Erniedrigendes sehe, halte ich für die Folge der Privilegien.
Seume, Apokryphen

Alles, was ich erfuhr, ich würzt es mit süßer Erinnrung,
Würzt es mit Hoffnung; sie sind lieblichste Würzen der Welt.
Goethe, Venezianische Epigramme 103

Alles, was ich habe, ist des Höchsten Gabe.

Alles, was ich sehe, das will ich; drum wird mir wenig, das ist billig.
la] Qui lucra lente fugit, damna repente subit.

Alles, was ihr bewundert, kann sich in dem bisschen Glut eines Dreitagefiebers auflösen.
Boethius, Trost der Philosophie

Alles, was ihr wollt, dass euch die Leute tun sollen, das tut ihr ihnen; das ist das Gesetz und die Propheten.
Matth. 7, 12

Alles, was im Subjekt ist, ist ins Objekt und noch etwas mehr. Alles, was im Objekt ist, ist im Subjekt und noch etwas mehr. Wir sind auf doppelte Weise verloren oder geborgen: Gestehen wir dem Objekt sein Mehr zu, pochen wir auf unser Subjekt.
Goethe, Maximen und Reflexionen 1376

Alles, was im Weltall existiert, ist die Frucht von Zufall und Notwendigkeit.
Demokrit

Alles, was in den Tag eingreifen soll, muss ein frisches Ansehen haben, und hier wird kein Werk zum Aufbewahren, sondern nur zum Aufbrauchen verlangt.
Goethe, Am Rhein, Main und Neckar 1814/15 - Kunst und Altertum - Frankfurt

Alles, was in der Schöpfungsgeschichte des Pentateuchs enthalten ist, ist nicht ganz nach dem einfachen Wortsinn zu verstehen, wie die Menge es sich vorstellt. Denn verhielte es sich so, dann hätten die Männer der Wissenschaft es nicht geheimgehalten und die Lehrer sich nicht angestrengt, um Poesien zu erdichten, die zu seiner Verhüllung dienen sollten, um seine Darstellung der Menge vorzuenthalten.
Maimonides, Führer der Unschlüssigen

Alles, was in die Tiefe geht, ist klar bis zur Durchsichtigkeit.
Leo N. Tolstoi, Tagebücher (1899)

Alles, was in dieser Welt ist, ist in den anderen auch, und was in den anderen, ist auch in dieser, wer hier einen Unterschied macht, geht nur von einem Tode zum nächsten.
Indien

Alles, was in Fülle vorhanden ist, wird billig, außer der Intelligenz: je mehr es von ihr gibt, desto kostbarer ist sie.
Libanon

Alles, was in seiner Art gut ist, ist liebenswürdig.
Dantes Gastmahl, 1,12

Alles, was in Weltenräumen kreist,
Wird von Strömen unserer Kraft gespeist.
Liehburg, Schach um Europa

Alles, was ins Netz geht, ist Fisch.
en] All is fish that comes to the net.

Alles, was ist, hat einmal angefangen.
la] Omnia quae sunt aliquando coeperunt.

Alles, was ist, ist in Gott, und nichts kann ohne Gott sein noch begriffen werden.
Baruch de Spinoza, Ethik

Alles, was ist, ist vernünftig.
Hegel, Grundlinien der Philosophie des Rechts

Alles, was ist, und sei es auf welche Weise auch immer - sofern es seiend ist, ist es gut.
Thomas von Aquin, Summe gegen die Heiden

Alles, was je geschieht
Heutigen Tages,
Trauriger Nachklang ists
Herrlicher Ahnherrntage!
Goethe, Faust II A 171, Schattiger Hain
Chor Vs 9637

Alles, was kein natürliches Gesetz verletzt, ist dann kein Verbrechen, wenn es nicht durch ein positives Gesetz verboten ist.
Jean-Jacques Rousseau, Fünfter Brief vom Berge

Alles, was Kopf und Kragen hat.

Alles, was Kultur heisst, ist der Phantasie des Menschen entsprungen.
Maxim Gorki, Noch einmal über die Bildung

Alles, was lebt, das lebt gern.

Alles, was Löffel lecken kann.
Meiningen
i] Zu ergänzen: war da, o. musste helfen.

Alles, was man (in Wissenschaften) fordert, ist so ungeheuer, dass man recht gut begreift, dass gar nichts geleistet wird.
Goethe, Maximen und Reflexionen 1162

Alles, was man außerhalb der großen und schönen christlichen Überlieferung unternimmt, wird unfruchtbar sein.
E. Renan, Via de Jesus

Alles, was man ihm (dem Kinde) von der Geschichte sagt, kommt aufs Schlachten und Morden hinaus. Die Ehre und den Ruhm, den sie den Eroberern beilegt, welche meistenteils nur die Henker des Menschengeschlechtes waren, bringt den heranwachsenden Jüngling vollends auf den Gedanken, dass Menschenmord das rühmlichste Geschäft und die größte Heldentugend sei. Auf diese Art wird uns widernatürliche Grausamkeit eingeprägt, und so söhnte die Gewohnheit uns mit Dingen aus, vor welchen die Menschheit zurückbebt, indem sie die Bahn der Ehre damit bestreut.
Locke, Gedanken über Erziehung

Alles, was man lernen muss, hüllt den Verstand in eine Nebelkappe, dass die Wahrheit uns nicht einleuchte.
Bettina von Arnim (1785-1859), Die Günderode

Alles, was man regelmäßig und berufsmäßig tut, versteinert.
Tucholsky, Schnipsel

Alles, was man sagt, muss Sinn und Vernunft enthalten - und Recht und Billigkeit auch! Eine Diskussion, die sich fürchtet, den Dingen in die Augen zu sehen, ist... unwürdig.
Martin Andersen Nexö (1869-1954), Erinnerungen

Alles, was man tue, müsse man langsam und behaglich vollbringen...
Goethe, Wanderjahre II,3

Alles, was menschlich ist, muss rückwärts gehen, wenn es nicht vorwärts geht.
Edward Gibbon, Geschichte des Verfalls und Untergangs des Römischen Reiches

Alles, was mit dem zum Abendmahl geweihten Brot unrechtmäßig in Berührung kommt, muss verbrannt werden

Alles, was mit Grammatik und Examen zusammenhängt, ist nie das Höhere. Waren die Patriarchen examiniert oder Moses oder Christus? Die Pharisäer waren examiniert. Und da sehen Sie, was dabei herauskommt.
Theodor Fontane, Der Stechlin

Alles, was nicht der Nachwelt nützt, ist in der Geschichte unnütz.
Helvetius, Gedanken und Überlegungen

Alles, was noch eine Läusehaut wert ist, muss man aufheben.
Estland

Alles, was Odem hat, lobe den Herrn!
Psalm 150, 6
la] Omne, quod spirat, laudet Dominum!

Alles, was recht ist.

Alles, was Resultat ist, zieht sich ins Enge zusammen...
Goethe, Schriften zur Kunst - Der Sammler und die Seinigen 4. Brief

Alles, was schön ist, alles, was heilig, nennet das Wort dir: eine Mutter!
Ricarda Huch (1864 - 1947)

Alles, was schön ist, alles, was heilig,
Nennet das Wort dir: eine Mutter!
Alles, was Liebe, alles, was Güte,
Das ist ein Hort mir: meine Mutter!
Laß dir dies Trost sein, alles dein Leiden
Nimmt sie hinfort dir: deine Mutter!
Alles, was Leid heisst, trostlos entbehren,
klingt in dem Wort dir: keine Mutter!
Ricarda Huch, Mutter

Alles, was sich so zu lange hinschleppt, ehe es zu etwas nur irgend Sichtbarem wird, verliert an Interesse.
W. v. Humboldt, an Karoline, 21. 5. 1819

Alles, was sie hat, ist eine Wasser- und eine Windmühle mit einem kleinen Busch vor der Tür.
ndt] Wat kreit se 'n (dat Möäken) met? Stöären 'un Waatermöll un hinnen 'an Windmöll.
ho] Al wat zii heeft, is een water- en windmolen, met een bosch voor hare poort.

Alles, was sie sagen, wird zu ihnen selbst zurückkehren.
Herero, Bantu

Alles, was Spaß macht, hält jung.

Alles, was teuer ist nicht Gold, teurer als Gold ist noch die Erde.

Alles, was über das Wesen der Gottheit an Gedankengebäuden aufgebaut und abgebaut wird, wird vom Menschen erfunden, so wie er von sich aus die Beziehung zur Gottheit ansieht.
Michel Eyquem de Montaigne, Die Essais

Alles, was um daher als Zierde ansprechen soll, muss gegliedert sein, und zwar im höhern Sinne, dass es aus Teilen bestehe, die sich wechselsweise auf einander beziehen.
Goethe, Am Rhein, Main und Neckar 1814/15 - Kunst und Altertum - Heidelberg

Alles, was uns begegnet, lässt Spuren zurück, alles trägt unmerklich zu unserer Bildung bei; doch es ist gefährlich, sich davon Rechenschaft geben zu wollen. Wir werden dabei entweder stolz und lässig oder niedergeschlagen und kleinmütig.
Goethe, Lehrjahre VII,1

Alles, was uns imponieren soll, muss Charakter haben.
Goethe, Riemer, 28.8.1808

Alles, was uns wirklich nützt, ist für wenig Geld zu haben. Nur das Überflüssige kostet viel.

Alles, was unserer Eitelkeit am meisten schmeichelt, gründet sich auf die Bildung, die wir verachten.
Lue de Clapiers Marquis de Vauvenargues, Unterdrückte Maximen

Alles, was unsern Geist befreit, ohne uns Herrschaft über uns selbst zu geben, ist verderblich.
Goethe, Maximen und Reflexionen

Alles, was unter dem Schnee verborgen lag, kommt ans Tageslicht.
Schweden

Alles, was verkehrt ist, das treib ich, und wo man mich nicht gern sieht, da bleib ich.

Alles, was von der menschlichen Gesellschaft geschaffen worden war, hat Marx kritisch verarbeitet und nicht einen Punkt unbeachtet gelassen. Alles, was das menschliche Denken hervorgebracht hatte, hat er umgearbeitet, der Kritik unterworfen, an der Arbeiterbewegung überprüft und dann jene Schlußfolgerungen gezogen, die die in den bürgerlichen Rahmen eingezwängten oder an bürgerliche Vorurteile gefesselten Menschen nicht zu ziehen vermochten.
Lenin, Die Aufgaben der Jugendverbände

Alles, was Wilhelm heisst, hat ein kümmerlich Ende.
Friesland

Alles, was wir aussprechen, sind Glaubensbekenntnisse.
Goethe, Schriften zur Naturwissenschaft - Verhältnis zur Wissenschaft, besonders zur Geologie

Alles, was wir Erfinden, Entdecken in höherem Sinne nennen, ist die bedeutende Ausübung, Betätigung eines originalen Wahrheitsgefühls, das, im Stillen längst ausgebildet, unversehens mit Blitzesschnelle zu einer fruchtbaren Erkenntnis führt. Es ist eine aus dem Innern am Äußern sich entwickelnde Offenbarung, die den Menschen seine Gottähnlichkeit vorahnen lässt. Es ist eine Synthese von Welt und Geist, welche von der ewigen Harmonie des Daseins die seligste Versicherung gibt.
Goethe, Maximen und Reflexionen 562

Alles, was wir erleben, kann Sinn gewinnen.
Hermann Hesse

Alles, was wir in Vergangenheit und Gegenwart von Völkerschicksalen wissen, ist das Resultat der Politik - einer Politik, die Menschen und Völker geführt haben; waren ihre Schicksale gut oder schlimm, stets waren sie die Resultate einer guten oder verfehlten Politik.
Bredel, Von Valmy bis Erfurt

Alles, was wir mit Wärme und Enthusiasmus ergreifen, ist eine Art der Liebe.
Wilhelm von HumboIdt, Ideen über Staatsverfassung

Alles, was wir tagtäglich gewahr werden, dürfen wir am Ende doch nur als Symptome ansehen, die, wenn wir uns wahrhaft ausbilden wollen, auf ihre physiologischen und pathologischen Prinzipe zurückzuführen sind.
Goethe, Tag- und Jahreshefte 1811

Alles, was wir treiben und tun, ist ein Abmüden, wohl dem, der nicht müde wird!
Goethe, Maximen und Reflexionen 303

Alles, was wir tun, hat eine Folge. Aber das Kluge und Rechte bringt nicht immer etwas Günstiges und das Verkehrte nicht immer etwas Ungünstiges hervor, vielmehr wirkt es oftmals ganz im Gegenteil.
Goethe, Eckermann, 35.12.1825

Alles, was wir wirklich in unser Leben aufnehmen, wandelt sich.
Ina Seidel

Alles, was zu Herzen gehen soll, muss von Herzen kommen.
Jean-Jacques Rousseau, Emile

Alles, was zu sehr feilgeboten wird, wird nicht abgesetzt, sogar die Töchter aus vornehmen Stämmen.

Alles, was zum Netz kommt, sind Fische.
Schottland
en] All is fish that comes to the net.

Alles, was zur Mühle kommt, ist Mahlgut.
i] Es wird als solches angesehen.

Alles, was zur rechten Zeit geschieht, ist gut, selbst Fluchen zur rechten Zeit ist wie Allah preisen.
Libanon

Alles, was, auch beim Gerichtsverfahren, über den einfachen Tod hinausgeht, scheint mir bloße Grausamkeit. Wir sollten doch eigentlich so viel Respekt vor den Seelen haben, dass wir sie unversehrt ins jenseitige Leben schicken, aber das ist unmöglich, wenn wir sie durch unerträgliche Folterqualen außer sich gebracht und der Verzweiflung in die Arme getrieben haben.
Michel Eyquem de Montaigne, Die Essais

Alles, wat jung is, dat springet, sagte dat Pottewîf, do sprank iar dei Blage (Kind) ut diär Kiepe.
Arnsberg

Alles, wat nich singe, nich bede kann, kömmt to ons.
i] Wenn der Bauer oder die Knechte mit einem neuangekommenen Mitknechte nicht zufrieden sind.

Alles, worauf die Liebe wartet, ist die Gelegenheit.
Miguel de Cervantes Saavedra

Alles, worein der Mensch sich ernstlich einläßt, ist ein Unendliches, nur durch wetteifernde Tätigkeit weiß er sich dagegen zu helfen...
Goethe, Wanderjahre III,3

Alletage weh stirbt nimmermeh'.
Wer dauernd klagt, ist meist gar nicht so krank.

Alleweil narrischer het der Hirtenbua g'sagt: vern is der Bummel g'verrekt, heun de Voda.
Amberg

Allezeit angel', so hast du keinen Mangel.

Allezeit krank und nimmer tot.

Allezeit Mehrer des Reichs!
la] Semper augustus!
Quint. Aurelius Symmachus, Relationes

Allezeit treu bereit für des Reiches Herrlichkeit. Wahlspruch Moltkes

Allezeit Wein oder Wasser trinken ist nicht lustig.

Allgegenwärtiger Balsam
Allheilender Natur.
Goethe, Adler und Taube

Allgemach kommt (man) (auch) weit.
it] A penna a penna si pela un' oca, a passo a passo si fa di gran cammino.

Allgemach kommt auch (o. zuerst) ans Ziel.
var] Allgemach kommt am ersten zum Ziel.
en] Fair and softly goes far.
fr] Habille - moi tranquillement, je suis pressé.
fr] Pas à pas on va loin.
it] Chi va piano va sano e va lontano.
la] Romanus sedendo vincit.
sp] Poco á poco se va lejos.
sp] Poco á poco, andando despacio se va lejos.
sp] Vísteme despacio, estoy de prisa.
sp] Visteme despacio, que tengo prisa.

Allgemach kommt auch (wohl) nach.

Allgemach reich dauert am besten.
ho] Op zijn gemak wordt men het liefst rijk.

Allgemach, der Bauer nimmt sich bei allem Zeit.

Allgemaek küemet Hans int Wammes.

allgemein anerkannter Text
la] textus receptus

allgemein bildendes Studium
la] studium generale

Allgemein menschliches Wohlwollen, nachsichtiges, hülfreiches Gefühl verbindet den Himmel mit der Erde und bereitet ein dem Menschen gegönntes Paradies.
Goethe, Divan, Noten und Abhandlungen - Buch des Unmuts

Allgemeine Begriffe und großer Dünkel sind immer auf dem Wege, entsetzliches Unglück anzurichten.
Goethe, Maximen und Reflexionen 471

Allgemeine Plagen sind leichter zu tragen.

Allgemeine Sage ist selten ohne Grund.
it] Voce del popolo, voce d'Iddio.

Allgemeinen Wahn muss man gehen la'n.

Allgemeiner Beifall, allgemeines Lob sind entbehrliche Dinge...
Knigge, Über den Umgang mit Menschen

Allgemeiner Notstand ist nicht schwer zu ertragen.
Bosnien

Allgemeiner Ruf ist selten grundlos.
en] Common fame 's seldom to blame.
ho] Algemeene roep heeft altijd wat waars.
ho] Gemeen gerucht is zelden gelogen.
it] Un cattivo nome (grido) non è senza fondamento.
la] Fama tam ficti pravique tenax, quam nuncia veri.
sp] Quando todos te dixeren que eres asno, rebuzna.

Allgemeines Lob ist etwas sehr Entbehrliches. Allgemeine Achtung können dem Redlichen und Weisen selbst die Schurken in ihren Herzen nicht versagen.
Adolph Freiherr von Knigge, Über den Umgang mit Menschen

Allgewaltig Not,
sie kennet kein Gesetz.
Goethe, Reineke Fuchs 9. Gesang Vs 291

Allhie schiert man die Felle nicht.

Alli Tierli lebe gern.
Schweiz

Allkant Wein ist mein Latein, wirfft den Bauren über die Zäun und stosst die Burger an die Schienbein.

Allmächt'ge Liebe! Göttliche! Wohl nennt
Man dich mit Recht die Königin der Seelen.
Schiller, Die Braut von Messina, 1421/22 (Don Manuel)

Allmächtig ist doch das Gold; auch Mohren kann's bleichen.
Schiller, Fiesko II. 4

Allmählich kommt man weiter.
la] Paulatim longius itur.

Allmählich macht sich der Essig.

Allmählich singt die Nachtigall auch im Bauer.

Allmanns Freund, jedermanns Geck.
ndt] Allmanns Frund, mennig Manns Geck.

Allmanns Rat ist gute Teilung.

Allmende der Stadt (der Gemeinde) kann nicht verjähren.
[RSpW]

Allmendgut ist nicht Nachbargut.
[RSpW]
i] Gemeint ist das Grenz- und Zaunrecht gegenüber dem Nachbarn. Nur das Grundstück in Sondereigentum, nicht die Allmende, musste begrenzt und eingezäunt werden. Ausssichtsfenster durften nur auf die Allmende hinausgehen und nicht gegenüber der Grenze zum Nachbarn liegen.

Allna gra kummt Jan in 't Wams.
hdt] Allmählich kommt Johann in die Jacke.
i] Warnt vor Übereilung, auch wohl ironisch, wenn die Ruhe das Maß überschreitet.

Allna groade kummt Hans int Wams.
Osnabrück
i] Nach und nach bringt einer was vor sich, wird begüterter.
ndt] Allgemaek küemet Hans int Wammes.
ndt] Allnagrade kumt Harm int Wamt.
i] Endlich wird der Langsame fertig, endlich ist Harm angekleidet. Hans ist eine von den vielen Formen, in denen der Name Johannes in Deutschland vorkommt. Man hat versucht, sie in folgendem Distichon zusammenzustellen: Hännesle, Johannes, Johannesle, Hansele, Hänsel - Hansel, Hansle, Johann, Hänselchen, Hänschen und Hans.
ho] Al doende kwam wambuis in Harmen, en hij mouw de zeven jaar over eene trok.

Allnâ-gerâde fret de bûer de wost.
hdt] So nach und nach isst der Bauer die Wurst.

Allnograd kumt Harm in de Wull.
Holstein
i] Das geschorne Lamm bekommt wieder Wolle, auf Menschen angewandt.

Allo derin, min Mour släd miek sou, har et Wecht saght.
Halver, Grafschaft Mark
hdt] Immer noch einmal, sagte das Mädchen, meine Mutter schlägt mich doch.

Alloa dreschn und alloa singa - bringt koa Korn und koane Kinda!

Allons, enfants de la patrie...
dt] Auf, Kinder des Vaterlands...
Joseph Rouget de Lisle, Chant de guerre pour l'armée du Rhin, dédié au maréchal Luckner, 24. April 1792 Straßburg, als La Marseillaise zur Nationalshymne der Franzosen geworden

All's an de grôte Klock slaon.
Altmark

Alls dings ein weil.

Alls kennt de Düwel, blot nich de Frugenslüd ehren Schliepsteen (= Zunge), denn dor kümmt hei nich gegen an (o. dor kann hei nich gegen an).

All's kümmt an'n Mann, säd de lütt Diern, bloß ik nich!

All's 'lik lew, segt de Reper.
hdt] Alles gleich lieb, sagt der Seiler.

All's mit der Zeit, sagt jener Abt, wie man ihn ob der Magd ertappt.

Alls muaß sei Maß haben: kurze Predigt und lange Bratwürst!

Alls nimmt a End, sagt der Bauer - nur 's Misten nia.

All's up de Welt, säd' de oll Mann, äwerst kên Schwansp'rück.

All's verfressen (und versoffen) vor mein End', ist ein richtig's Testament.

Alls voor Geld, umsüst is de Dôd.
Oldenburg

Alls ward vor Geld makt, seggt de Hamborger (o. Snîder Meier), man keen Junferschaft.
Hamburg

All't wat de Hinn legt, is dîn, blot ne de I'r.
hdt] Alles, was die Henne legt, ist dein, nur nicht die Eier

Alltag ist nur durch Wunder erträglich.

Alltag wird nur erträglich durch das Nicht-Alltägliche.

Alltag wirtschaft macht öd hofstadt.

Alltag. Taten schrumpfen zu Tätigkeiten.

Alltägliche Erfahrung bestätigt, dass der Verstand längst einer Sache entsagt haben kann, wenn das Herz noch viele Jahre für sie schlägt.
Max Stimer, Der Einzige und sein Eigentum

Alltäglicher Regen ist ungelegen, zuweilen ein Regen ist Segen.
z] Besucher sind gleich dem Regen, dessen wir leicht überdrüssig werden, wenn er täglich kommt, den wir aber erflehen, wenn er ausbleibt.

Alltagsleid ist Alltagslied.
Eleonore van der Straten-Sternberg

Alltagweh nümmermeh.

Alltau gaud (gut) hat ôk keinen Smack.
Schöningen in Braunschweig

Allte gued (= allzu gut) ist Annermanns Narre.
Westfalen

Allte gut es jedermanns Hunsfut.
Iserlohn

Allto äben - halb unäben.
Strelitz

Allto akkrat is börgerlick.
Oldenburg

Alltô ârlich (ehrlich) is ôk en Stück von 'n verderwen.
i] Zu große, gutmütige Ehrlichkeit kann leicht von anderen gemissbraucht werden.

Allto fett is ungesund.
i] Zu gute Tage machen übermütig oder krank.

Allto fram is Nabers Spott.

Allto gliek, sä Beender Bôr, hedd' een Perd vör de Wagen.
Ostfriesland

Allto gôd (gut) döcht ok nig.

Allto gôd is Andermann's Narr.
fr] Deux fois bon, c'est une fois bête.
ho] Al te goed is buurmans (o. allemans, andermans) gek.

Allto good dögt ook nicht.
Ostfriesland

Allto gotwillig ist Nabers Narre.
Altmark

Allto gut is deäm anderen sein Hunsfuot.
Sauerland

Allto gutwillig is half liderlich.
Altmark

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