Weisheiten 81

Arbeite und schwitze, sieh zu und leide.
Estland

Arbeite und zahl Geld, das Landstück bleibt dem (Guts)herrn.
Estland

Arbeite und ziehe den Gürtel fest zusammen, wenn du essen gehst, so lockere (ihn).
Estland

Arbeite wie ein Sklave und iss wie ein Lord!

Arbeite wie ein Sklave und speise wie ein Herr.
Albanien

Arbeite zur Arbeitszeit, plaudre zur Plauderzeit.
Estland

Arbeite, als ob du ewig zu leben hättest; bete, als ob du heute nacht sterben müßtest.
Ukraine

Arbeite, als ob du hundert Jahre leben würdest, denke, als ob du morgen stürbst.
Bulgarien

Arbeite, als wolltest du ewig leben, und sei fromm, als solltest du diese Stunde sterben.
var] Wir sollen arbeiten, als sollten wir ewig leben, und sorgen, als sollten wir morgen sterben.
ndt] Mann soll arbeyten, als wolt mann ewig leben, vnnd fromm sein als wolt mann alle stund sterben.
la] Serere ne dubites.
la] Omnem crede diem tibi diluxisse suprenum. Horaz
la] Tanquam perpetuo victurus, adito laborem; et vitam, veluti cras moriturus, age.

Arbeite, bis du schwitzest und iss, bis du satt bist.
bm] Jez do syta a dělej do potu.

Arbeite, dann wird das Essen schon süß sein.
Estland

Arbeite, du Elender, für diesen faulen Schwelger.

Arbeite, solange du lebst.
Estland

Arbeite, und wär' es auch nur ein einziges Körnlein, und rechne auf den Vorteil des Müßiggängers.

Arbeite, wäre es auch nur, um einen Pfennig zu gewinnen, und ziehe den Müßiggänger zur Rechenschaft.

Arbeite, wenn du kannst, bekommst du auch nicht, was du verdienst.

Arbeiten bringt Brot, Faulenzen Hungersnot (o. Not).
fr] La faim regarde à la porte de l'homme laborieus, mais elle n'ose pas entrer.
ho] Nog beter is het, verloren arbeid gedaan, dan in ledigheid zich te verliezen.

Arbeiten für nichts und wieder nichts.
Schlesien
i] Der Franzose hat dafür die Redensart: Travailler pour le roi de Prusse (Für den König von Preußen arbeiten), was soviel bedeutet, als umsonst arbeiten, seine Mühe nutzlos verschwenden. Der Ursprung dieser Redensart wird in die Zeit Voltaires verlegt, der, von Friedrich dem Großen in Ungnade entlassen, dieselbe in dem angegebenen Sinne gebraucht haben soll. Nach anderen soll sie daher rühren, dass die preussische Regierung die sogenannten Baugefangenen umsonst an königlichen Gebäuden arbeiten ließ. Als sich England anfangs mit dem in Paris (1856) geSchlossenen Frieden unzufrieden zeigte, entstand während der Kongressverhandlungen folgendes Bonmot: Le roi de Prusse a travaillé toujours pour la paix, les Anglais ont travaillé contre la paix, mais pourtant ils ont travaillé pour le roi de Prusse. Büchmann sucht die Entstehung dieser Redensart in einem Spottliede, das nach der Schlacht von Rossbach von den Parisern gesungen wurde und dessen Refrain lautete: Il a travaillé, il a travaillé pour le roi de Prusse. Das 1863 erschienene Husarenbuch des Grafen zur Lippe deutet die Redensart auf die vergeblichen, nur den höhern Ruhm des Preussenkönigs fördernden Anstrengungen seiner kleinen fürstlichen und reichsstädtischen deutschen Gegner.
en] To work for a dead horse, or goose.

Arbeiten gehört den Menschen, Wohlgeraten kommt Gott zu.

Arbeiten hat seine Zeit, und Feiern hat seine Zeit.
bm] Čas práci, a zábavám svá doba.
slov] Dněska rob, zajtra hop.

Arbeiten im Lande ist besser als in der Wüste beten.

Arbeiten is forr dumme Lü (= Leute) un Päre (= Pferde).
Oldenburg

Arbeiten ist bei sich selbst sein.
Hille, Enzyklopädie der Keinigkeiten

Arbeiten ist besser als Nichtarbeiten.

Arbeiten ist beten.
la] Laborare est orare.
i] Grundsatz der Benediktiner.

Arbeiten ist demzufolge eine unerlässliche Pflicht des sich in der Gesellschaft bewegenden Menschen. Ob Reich oder Arm, ob Mächtig oder Schwach, jeder müßige Bürger ist ein Spitzbube.
Jean-Jacques Rousseau

Arbeiten ist der beste Brautschatz.

Arbeiten ist ihr Vorland (o. Kap).
i] Aus dem See- oder Küstenleben entlehnt. 'Vorland' ist die ins Meer ragende Landspitze, worauf ein Fahrzeug anhält. Arbeiten legt den Grund zu einem sichern Bestehen.

Arbeiten ist Irrtums Lohn.

Arbeiten ist kein Zuckerlecken.
bm] Roboty - Kłopoty.

Arbeiten ist keine Schande.

Arbeiten ist leichter als faulenzen.

Arbeiten ist selig, sagten die Beginchen, und sie schlugen zu siebt ein Ei.

Arbeiten ist umsunst, wenn das Glück nicht gibt sein Gunst.
dä] Arbeyde hielper ikke, naar lykken ey vil.

Arbeiten lernen, das ist gegenwärtig die Hauptapfgabe wirklich des ganzen Volkes in der Sowjetrepublik. Erreichen, dass alle lesen und schreiben können, auf keinen Fall dabei stehenbleiben, sondern um jeden Preis weitergehen und alles wirklich Wertvolle aus der europäischen und amerikanischen Wissenschaft übernehmen - das ist unsere vorrangige und wichtigste Aufgabe.
Lenin, Ein Löffel Teer in einem Fass Honig

Arbeiten machen den Reichtum und der Webestuhl baut das Vorratshaus.

Arbeiten malet man einem nicht in den Schild.

Arbeiten mit leerem Magen, ist nicht lang zu tragen.

Arbeiten mögen wir nicht und Herr zu sein geht nicht.
Litauen

Arbeiten muss man, alles andere - zum Teufel damit.
Anton P. Tschechow, Briefe (9. Dez. 1890)

Arbeiten müssen, dass die Zunge zum Maule 'raushängt.

Arbeiten oder eine Karriere haben erhält einen länger jung.
Sylvia Plath, Briefe nach Hause (12. März 1962)

Arbeiten ohne Beten ist ein Fass ohne Wein und Gold ohne Schein.

Arbeiten ohne Gewinn heisst Getanes tun.

Arbeiten ohne Gewinn und vil haben ohne brauch, ist eines Menschen plag.

Arbeiten tut mein Herr gar nix, sagte das Mädchen, als sie gefragt wurde, was er tue, er setzt sich in der Früh zu seinem Tisch, lieset und schreibt bis in die Nacht.

Arbeiten tut wehe, der Stuhl brennt manchen.

Arbeiten und lenzen hat seine Grenzen.
ho] Rusten en werken heeft zijne perken.

Arbeiten und nicht verzweifeln.
Thomas Carlyle, Antrittsrede (Universität Edinbourgh, 2.4.1866)

Arbeiten und Sparen macht (o. wird) zusehends reich.

Arbeiten und zu allem schweigen. Das ist die Pflicht derer, die vom Lohn leben.
García Lorca, Bernarda Albas Haus

Arbeiten wie auf Verdungs.
Memel

Arbeiten wie bei Herakles
la] Herculei labores

Arbeiten wie ein Bär (o. ein Vieh, Hund, Pferd, Mülleresel).

Arbeiten wie ein Lasttier.
fr] Il est chargé comme un mulet.
fr] Il travaille comme un mulet.

Arbeiten wie ein Ross in der Tretmühle.

Arbeiten wie eine Fee.
i] In Schottland waren die Feen, wie der Volksglaube behauptete, sehr gewandte Meisterinnen in allen Künsten, daher man noch heutzutage von denen, die etwas Ausgezeichnetes leisten, diese sprichwörtliche Redensart gebraucht.

Arbeiten wir, ohne zu grübeln; das ist das einzige Mittel, das Leben erträglich zu machen.
Voltaire, Candide

Arbeiten wollen, fördert das Werk nicht.

Arbeiten, alles einer Idee, einem Ehrgeiz opfern, einem verächtlichen Alltagsehrgeiz, eine Stellung im Leben erringen, sich einen Namen machen? Und was dann? Warum das alles?
Gustave Flaubert, November

Arbeiten, Arbeit hilft.
Tucholsky, Schloss Gripsbolm

Arbeiten, Beten und Singen gehören zum Hausrecht vor allen Dingen.

Arbeiten, dass das Blut unter den Nägeln hervorspritzt.

Arbeiten, dass der Rock wackelt.

arbeiten, dass die Fetzen fliegen
en] to work like mad (o. like blazes)
fr] travaillerd'arrache-pied
it] lavorare come un negro

Arbeiten, dass die Haut rauchet.

Arbeiten, dass die Schwarte krachen möchte.

Arbeiten, dat die Förske oppen Rügge schwammer könnt.
Soest

Arbeiten, so lang ain Tag an Himmel steht.
Oberösterreich
i] Bis zum völligen Anbruch der Nacht.

Arbeiten, um nicht denken zu müssen, ist auch Faulheit.
Erhard Blanck

Arbeiten, wenn die Leute zur Kirche geben.

Arbeiter haben kein Vaterland. Man kann ihnen nicht nehmen, was sie nicht haben. Indem das Proletariat zunächst sich die politische Herrschaft erobern, sich zur nationalen Klasse erheben, sich selbst als Nation konstituieren muss, ist es selbst noch national, wenn auch keineswegs im Sinne der Bourgeoisie...
Marx/Engels, Manifest der Kommunistischen Partei

Arbeiter im Weinberge des Herrn.
Matth. XX, 1-16

Arbeiter leben von Herrenbrot, Herren aber von Arbeiternot (o. Arbeitermark).

Arbeiter sind wir, Sire! Arbeiter! Wir verlangen
Die große neue Zeit, die Zeit der Wissenschaft.
Rimbaud, Der Schmied, 1792

Arbeiter, organisiert euch! Vereinzelt seid ihr nichts, vereinigt seid ihr alles!
August Bebel (1840-1913), Aufruf zur Gründung von Gewerksgenossenschaften, 23.11.1868

Arbeiter] A schlechter Aorbete' ve'saumt nix (beim Ausruhen) und a guate' bringt's meahr ei'che'.
Unterinntal

Arbeitet, scheut die Mühe nicht: Dies ist der Schatz, der am wenigsten versagt.
La Fontaine, Fabeln: Der Arbeiter und seine Kinder

Arbeitsame Hand geht durchs ganze Land.

Arbeitsamkeit ist die beste Lotterie.

Arbeitsamkeit ist die Mutter des Glücks.
la] Labor bonae famae (o. gloriae) pater est.

Arbeitsamkeit verriegelt
Die Tür dem Laster, das dem Müßigen
Zur Seite schleicht und hinter ihm das Unglück.
Joh. Gottfr. von Herder, Briefe zu Beförderung der Humanität (1805-1820)

Arbeitsschmutz entehrt nicht, Schweißschmutz schändet nicht.
Estland

Arbeitsschweiß an Händen hat mehr Ehre als ein goldener Ring am Finger.

Arbeit'st du mich nicht, so arbeit' ich dich, sagte der Acker zum Bauer.
Oberösterreich

Arbeitstag
la] negotiosus dies

Arbet fäinjt em iwerâl ug ainjden.

Arbet let nit darwen.

Arbet schäzt vir Uormet.
Siebenbürgisch-sächsisch

Archäologen sind ideale Ehemänner. Je älter eine Frau wird, desto interessanter wird sie für einen Archäologen.
Agatha Christie

Archäologisches Material ist nicht stumm. Es spricht seine eigene Sprache. Und es muss als die reiche Quelle genutzt werden, die es tatsächlich ist.
Marija Gimbutas, Die Sprache der Göttin

Architektur ist die Kunst, Platz zu verschwenden.
en] Architecture is the art of how to waste space.
Philipp Johnson

Architektur ist eine Art Macht - Beredsamkeit in Formen, bald überredend, selbst schmeichelnd, bald bloß befehlend.
Nietzsche, Götzendämmerung

Architektur ist erstarrte Musik.
Friedrich von Schelling

Architektur ist gefrorne Musik.
Arthur Schopenhauer, Die Welt als Wille und Vorstellung (1819)

Architektur: das Blühen der Geometrie.
Ralph Waldo Emerson

Ardig (= rührig) wie eine Siegames (= Ameise).
Bittburg

Arecht Gât (Gut) gedât nit.
Siebenbürgen-Sachsen

Arecht Gât kit ned on dräten Härn.

Arften, säd' de Bûr, dôr schêt he 'n wêken (Dreck, Furz).
Flensburg

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1 2 3 4
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