Weisheiten 79


Dat snd ok nich all Hhnerft, s de Buur, dor steek de Magd de Ft van de Hill.

Dat snd sn Einflle, sd' de Hattersche, dar lg r Mann up't Starwen.
Oldenburg

Dat snt bokweten Anslge.
Bowerstedt
i] Es sind buchweizene Anschlge

Dat snt de Rkdage.
i] Folgen der reichen guten Tage, sagt man spottweis zu denen, die ber Gicht (Podagra) klagen.

Dat snt Eier, de dar ut gat.

Dat snt en paar dogde Stennsels.
i] Derbe, starke, dicke Beine.

Dat snt mi schne Christen, s de Dwel, als he 'n Kr ful Pogge har, wenn se fr n opset'n, da sprungen achter twe werder raf.
Sderdithmarschen
hdt] Das sind mir schne Christen, sagte der Teufel, als er einen Karren voll Frsche hatte, wenn er vorn einen aufsetzte, sprangen hinten zwei wieder herab.

Dat snt le Kamellen, de rkt (riecht) nig mr.
i] Von allgemein bekannten Dingen. Bekanntlich fhrt eine der gelesensten Schriften Fritz Reuter's den Titel: Olle Kamellen, der aber verschiedene hochdeutsche Auslegungen gefunden hatte.
z] Du frggst, wat >Olle Kamellen< heit. Dat will ik di seggen; dat heit so vel ungefihr, as Meidinger, as olle lngst an de Schauh afgedragene Geschichten, de halw vergeten snd und stammt sik von de Kamellenblaumen her, de ok nich recht mihr fr Bukweihday' helpen willen, wenn sei werjhrig worden snd. De Redensart is bi uns gng' un gw; un wenn Einer recht wat vertellen will, denn fllt em en Anner wull in de Red' un seggt: Na, dat lat man, dat snd olle Kamellen.

Dat snt le Violen, de rkt nich mr.
Holstein

Dat snt Saken (Sachen), die mich nig raken.
Holstein
i] raken = rhren, berhren, treffen, betreffen, angehen, verletzen. Dinge, die mich nichts angehen.

Dat snt Schwester-Broder Hrkinder (Hurenkinder).
Holstein
i] Von zwei Menschen, die beide wenig taugen, wie von verwandten Fehlern oder Lastern, z.B. Lgen und Heucheln, Schmeichelei und Falschheit.

Dat snt sn Ncke(n), s(de) de Hatterske, d lg er Mann up't Starven (im Sterben).
i] Der Nck, Einzahl ungewhnlich, Mehrzahl gewhnlich Ncke, auch Ncken, mundartlich Nucke = Bosheit, Falschheit, ausgearteter Eigensinn, ble Laune, Tcke.

Dat snt use Saken nich, see de Feling.
i] Ein Felnk brachte seine einzige Kuh auf den Markt und fand auch bald einen Kufer, mit dem er den Handel abschloss. Der Kufer hatte aber kein Geld und versprach, es zum nchsten Markttage zu bringen. Der Felnk war es zufrieden und ging, nachdem er noch mit dem Kufer einen Trunk genommen, schnurstracks nach Hause. Da er ohne Geld kam, empfing ihn seine Frau nicht sehr freundlich. 'Wo ht de Krl?' fragte sie. Der Felnk, welcher sich danach gar nicht erkundigt hatte, antwortete: 'Dat snt ja use Saken nich, 't was'n Krel mit 'n blau Jickert (Jacke), wenn ick em seh, denn kenn ick em wohl.' Einmal, zweimal u.s.w. ging der Mnstermann zu Markt, aber der 'Krel mit 't blau Jickert' war nicht zu sehen.

Dat snt Windeier.
i] Daraus kommt nichts.

Dat st hier t, as in 'ne Rwerkule.
i] Hier ist bel gewirtschaftet, es sieht aus wie in einer Ruberhhle. Von geschmackloser, widerlicher Farbenzusammenstellung

Dat swommt wi Appeln, s de Peerkdel, un swemm mit den Borsdorfer de Bk entlang.

Dat syn le Violen, davon hat meiner Gromutter Sau schon hinterm Zaun gegrunzt.
fr] Parler des neiges d'antan.

Dat treckt sich aoalls na'n Liew, sd de Schnrer, un htt den Armel in dei Tasch neigt.
z] 'T treckt sich schon torecht, s de Schnieder, doa sett' h 'n Aermel in 't Taschenloch.

Dat treckt sick hen as'n Strump.
Pommern
hdt] Das zieht sich hin (zurecht), wie ein Strumpf.

Dat treckt sick na't Liew, s de Snieder, da harr he denn rmel in de Taschenlker sett.

Dat trck em so an.
i] Es ergriff, erfasste ihn

Dat trff in, sd' de Jung, un smitt den Ganten (Gnserich) dat g t.
Pommern

Dat tt em in de Krone (o. Magen).
i] Das verdriesst ihn.

Dat Ueder (Euter) is da, aberst man n Titt (Zitze), sd' de Diern, d beflt se den Bullen.
Hamburg

Dat Unglck kann vor eunem ut der Eren springen.
i] Wo man es gar nicht befrchtet, kann ein Unglck: aus der Erde springen.

Dat verdriet mi doch, s de Df, as he nah'n Galgen gng.

Dat verflucht'ge Schott'sch kann ck fer mne ge nich danze sn, seggt de blind Schack.
Alt-Pillau
i] Schack war ein blinder Geiger im Samlande.

Dat verschwindet wie Bloskam on Brbadde.
i] Ortschaften im Samlande, die in dem Schwedenkriege zerstrt und spter nicht wieder erbaut worden sind.

Dat verschwind't wie dat Ongerechte.

Dat versleit so fl, as wenn 'n Mck in de Elf pisst.
Sderdithmarschen
hdt] Das verschlgt so viel, als wenn eine Mcke in die Elbe pisst.

Dat versteht sck am Rand, wenn de Schtel voll ss.

Dat versteiht sich, s' de B'r, doa sprok 'r hokdtsch.

Dat verstt sich, segt de Bur, d sprk he hochdeutsch. 193.

Dat vires velle, fit opus sine velle rebelle.
Walther, Proverbia sententiaeque
dt] Zu wollen gibt Kraft, hat man den Willen nicht, widersetzt sich die Arbeit.

Dat wr dafr! - De Bookweeten is nich ehe sker, as bit he in'n Magen is! s de Buer dar fll em de Pannkoken in de Asch!

Dat wr' n (einer), sd' de Dwel, da grp he 'n Snder.
Flensburg (oder in Husum: krg he 'n Snder bit't Bn).

Dat wr' noch so e Brade (Braten)!
i] Es wrde sich verlohnen, dies zu erreichen

Dat war so voll, dar kunn gn Fust mehr in.
i] Der Raum war so berfllt, dass man sich sogar mit der Faust nicht hineinbohren konnte.

Dat ward all klar hinde Schulte Backawe.
Werder

Dat ward di in die Htte sni'n.

Dat ward doch noch wur (irgendwo) sin, sd' de Jung, achter is ok noch 'n Loch.

Dat ward en hten Dag, s' de Hex, da schull se brennen.

Dat ward far'ch (fertig), iehr de Katt 'n Dreschfl'l schitt, un kk hr de Stl k schon armslang ut 'n Oars.

Dat wrd mal 'n Fer (Feuer) wr'n, sd' de Voss, do hrr he up't s schten.

Dat ward mi bet an mn En' (Ende) vr O'n stoahn, s' de Dw, doa legte em de Schinner de Schlp m 'n Hals.

Dat ward mi mien Daag vr Ogen stahn, s de Deef, do lee em de Henker den Strick m Hals.

Dat ward up n la-mi utlopen.
Pommern

Dat wrd'n schnen Muddelmei afgeben.
Mecklenburg
i] Wird Lrm machen, verwirrten Zustand veranlassen. Die niederdeutsche Bibel durch Jak. Lucium vom Jahre 1596 hat Matth. 9, 23; murmulent; eine andere Bibel: murlemei oder murmelmerei auf.

Dat ward'st eh'r 'wahr as htt Mor'n den Tagg.
hdt] Das wurdest du eher gewahr, als heute morgen den Tag. (Wird bei pltzlicher berraschung angewandt)
ndt] Deat wurst iahr woahr, iahr ehe Mor'n de Tai. Helgoland

Dat wre de Kambeker.
i] Pommersche Fluch-, Scheit- und Verwunderungsformeln, in denen das Wort Krambeker verhllend fr Teufel steht.

Dat wart 'n lang Grasjahr, s' de Kster, do km 'n Menschensk.

Dat was doch net hl miss (bel), s de Dfel, do smt he sn Grotmoder dat n g ut.

Dat was druapen, har de Junge saght, doa harre sin Vr 'n Ouge tsmieten.

Dat was em (hm), s Attohm, do harr he de Rtte bi'n Strt.

Dat was en rige Litz.
Holstein
i] Litz = dnn, rund oder platt gedrehte Schnur von Seide, Wolle u.s.w., womit man Kleider, Hte ein- oder umfasst. Auch Stck einer oder Ende eines Bindestricks oder einer Schnur. Dnisch: Lisse. Das war ein hbscher Gewinn, Vorteil, guter Zug.

Dat was n dull Kken.
i] Es war ein mutwilliger Junge.

Dat was en Stckschen ut de Musekist.
i] Ein Scherzwort von der Musik und wird genagt, wenn jemand ein schlechtes Lied trillert oder schlecht singt.

Dat was n snder Stn, s de Feling, do harr he 'n Snigge dlslaken vr 'n Plm.

Dat was geflt, hadde Zi-en-Di-erk sagt, da hadd 'n der Zi-e 'n Bart afmaken wollt un ir den Hals afsni-en.
Iserlohn

Dat was gefegt, harr de Pater segt, harr de Nonn in'n Nrs lickt.
Mecklenburg

Dat was hart, sd' de Dwel, un scht an'n Amboss.

Dat was hm (= er), see Attohm, d hadde h de Rtte (= Ratte, Ratze) b de Strt (= Schwanz).

Dat was hm, se(de) Attohm, d hadde he de Ratte b de Strt (Schwanz).
Ostfriesland

Dat was Klockenslag un Mlensteen.

Dat was leserlich.
i] Wenn jemand einem andern unzweifelhafte Grobheiten ins Gesicht sagt.

Dat was man n Lickup.
i] Es war so wenig, dass es bald aufgezehrt war.

Dat was man 'n ltten Holt! sd' de Bor, trndelt von'n Barg' un hel sich an'n Strohhalm.
hdt] Das war aber ein kleiner Halt, sagte der Br, rollte vom Berg und hielt sich am Strohhalm fest.

Dat was miss (bel), s de Krpel, as de Hund m in sn holten Bn bt (biss).

Dat was 'n Freitag tsegelt.
hdt] Das war am Freitag ausgesegelt. (Wenn etwas misslingt, im Unternehmen fehlschlgt)

Dat was 'n gden Tog, sd' de oll Fr, un zoppt sich'n Kwit t'n Nrs.

Dat was 'n gden Tog, sd Hans, un treckt de Brt 'n Tk (Holzbock) t'n Nrs.

Dat was 'n Tag, s' Hanns, un treckte de Brut 't Hemd ut.

Dat was 'ne Wohltat, segte Sivers, as hei einen dchtigen harre fahren lten.
ho] Die zwarigheid is van't hart, zei kwak, en hij loosde eenen zucht, die van benaauwdheid achter uit passeerde.

Dat was so 'ne Rakefrt.
i] Ein Ungefhr, ein glcklicher Zufall, der einem Vorteil bringt.

Dat was, as de k Bartelt heit un de Bulle Juste.
i] Das ist lange her, oder hat gar nicht stattgefunden, denn wenn hat die Kuh Bartelt geheissen?

Dat wass gefehlt, sagte Hittendiyrk, da woll 'e der Hitten den Brt awhoggen un hogte ear de Sniute aw.
Bren
i] Hittendiyrk = Eigenname, Ziegendietrich, Hitten = Ziege, Sniute = Schnauze

Dat Water trt, sd' jen Fr, un trd wern Rnnstn (Rinnstein).
Holstein
i] Entweder Superklugheit oder Dummheit personifizierend und verspottend, beim bersteigen der Gosse vom Zehren des Wassers zu reden.

Dat weer en, s de Dwel, do greep he sik en Snieder.

Dat weeren sturen Dag, s de Bur, dor harr he eene Stunde de dre Gs hrt (gehtet).

Dat weet de Bur nich to kau'n.

Dat weit Pastors Juffer all lngst.
Westfalen
i] Das ist eine bekannte Sache.

Dat wer bto (daneben), Jan, s Wbke, do was he net vr 't singen ut d' kark gn.
sterreich

Dat wer de Dwel, s de Jung, da seg he'n swarten Hund.

Dat wr n op't nee, see de Krel, quam t de Bicht un stl 'n Pattstock.
Ostfriesland
hdt] Eine auf neue Rechnung, sagte der Dieb, als er aus der Beichte kam und den Opferstock stahl.

Dat wr n up't N (aufs neue), se(de) de Krl, quam (km) t de Bcht un stl (stahl) 'n Pattstock (Springstock).

Dat wr n van't Dsend, sedd de Spellmker, Jung g hen un hl mi 'n Krs Br.
Oldenburg
i] Spellmker = Stecknadelmacher, von Spelle, Spille, Spindel, althochdeutsch spilla, mittelhochdeutsch spille, Krs = ein gewhnlich zinnernes, aber auch irdenes oder glsernes, meist zylinderfrmiges Trinkgeschirr, namentlich Bierkanne mit einem Klappdeckel, schlesisch Krause

Dat wr 'n harten, s Harms, doa scht 'r 'n wken.

Dat wer noch nich ganz miss (bel), se(de) Jan, as he sin Mr (Mutter) 't n g tsmten (geworfen) hadde.
Ostfriesland
ho] Dat is niet al mis, zei de jongen, en hij wierp een' steen voorbij den hond, maar tegen de scheenen van zijne stiefmoeder.

Dat wer wat riklich hoch, s de Jung, da har he in de Kam'soltasch schten.

Dat wr wat rklich hoch, sd' de Jung, do harr he in de Kamsoltasch schten.
Holstein

Dat werd alle Dage schlechter, se de Krey (Krhe), dar brken se den Galgen aw.

Dat were de Kuckuck.
i] Ausruf bei Verwunderung, Verdruss, oder um zu sagen, dass man einen begegneten Widerstand schon berwinden werde.

Dat wier n (eins), harr jenn' Br segt, harr 'n Frken mkt, awerst wat vr'n Frken? - 'n Bratfarken.
Mirow

Dat wietet de Vgel up'm Dacke.
Westfalen
i] Die Sache ist allgemein bekannt.

Dat will (wird) 'n hten Dag worden, s de Snder, do full he ut dat Bedd mit de Nrs in de hte Rsebrpott.

Dat will bi em nicht todken.
Oldenburg
i] Es wird nicht ausreichen, er wird damit nicht auskommen. Dken = einen Deich machen, einen Damm schlagen; todken = den Deich schlieen, zureichend zu etwas sein.

Dat will en Eventr wesen.
i] Das wird aufs Glck ankommen

Dat will ik mit swarte Krde (Kreide) an'n Ketelhaken (Kesselhaken) schrben.
Holstein
i] Wo man es nicht lesen wrde, d.i. ich will's vergessen. Besonders von unsichern Schuldforderungen.

Dat will nich recht klappen.
i] Das passt nicht, ist nicht in der Ordnung. Das passt nicht recht zusammen, das trifft nicht zu.

Dat will nit flasken.

Dat will van Dage 'n hten Dag worden, s Revertm, do stunn he um Middag up un stappde (trat) in de hte Rsebr.

Dat will van Dage 'n hten Dag worden, se(de) de ld Wf, as se verbrannt worden schull.
z] Je crve de chaud, as the Spanish chesnut said, on being rousted.
ho] Dat zal van daag een heete dag zijn, zei Martje van Assen, on zij moest verbrand worden.

Dat will wol balgen, awerst nich talgen.

Dat will'k bestellen, sd' de Jung, wenn de Fr kn' Eiger htt', sall se 't Nest brden.

Dat will'k di s-mren, seggt de Potlapper, mn Ml mit Speck un Fett, un dn Hals mit Ohrfgen.
i] s-mren = absichtlich statt sweren. Eine hnliche Verwechselung findet in dem Schiffersprichwort statt: Gott ver-d-bbel (verdopple statt verdamme) oder verdfel (verteufle) mn Traktement, s de Kok, do wull he sck verflcken.

Dat wir ok man min Spa, sr dei Voss, da harr hei 'n Brblatt (Birnbaumblatt) vr 'ne Br (Birne) ansn.
Mecklenburg

Dat wir'n Rad slgen.
Mecklenburg
i] Ausdruck fr heftiges Gebaren.

Dat woll emme wwer wall an den Piek teihen (auch: teuhen).
Lippe
i] Das wollte ihm aber wohl ans Mark ziehen, d.h. ihm nahe gehen, schwer fallen, empfindlich treffen. Piek heisst das Mark in den Rhrknochen, besonders der Menschen.

Dat wll wi stahn laten, s de Dwel, un gung bi't Krz vrbi.

Dat wllt wi wol krgen, sd' de Avcat, da mnt' he dat Geld.
var] Fi wed se wuol krgen, segget de Awekoaten, dan main se de Dlers.

Dat wr Alles, Krck ok Awestil (Krcke und Ofenstiel).

Dat wr man 'n ltjen Anholt, s de Br (Br), da fll he den Barg hindl, un hl sick an 'n Strohhalm.

Dat wllt wi woll kriegen, s de Afkat, da meent he dat Geld.

Dat wur he eer ws, as dat et Dag wur.
i] ws = gewahr, inne. Scherzhaft, wenn sich jemand verletzt, brennt, schneidet, stt.

Dat wurd de Br nich wies mkt, wo de Soldat to de Kst kummt.
Ostfriesland

Dat wurd ok warraftig Tied, dat use Koh dotbleew, s de Bur, dat Heu is gistern jst all wurrn.

Dat, is n Bcks (Hose) un n Wams.

Dat, qui non aufert.
Seneca
dt] Das Leben schenkt, wer es nicht nimmt.

Date, gebet, dabitur, so wirt euch gegeben.

Dato.
dt] gegeben
i] veraltet fr heute, den Tag der Ausstellung des Dokuments

Dat's allens richtig! s de Pastor - de Jung heet Gretsch!

Dats Alles n Haar, n Farw, jun Schmmel on jun Fass.
Natangen

Dat's awer'n Muskant, s Anton, do har he'n Farken in'n Sack.

Dat's een Kierl, sonen finnt 'n nich ml in't Lexikon.

Dat's Een vunt hundert.
Holstein
i] Menschen dieses Schlages gibt es mehr als - zuviel

Dats n, hrr jen' Br segt, hrr sn Fr 'n Frken mkt un noch drt 'n bunt.
Mecklenburg

Dat's fehlt, sd' Johann Niklas sn Kater, dr hrr he mnt, dat he up de Katt st, un he st up'n Trfsod.
i] Torfsod = Stck Torf, worauf die Heide noch grnt. - Zur Bezeichnung und Verspottung arger Missgriffe

Dat's Hund von Pierd, s de Jung, da red he up'n Sagebuck.

Dat's kein Hund vr'n Grschen.
Pommern
hdt] Das ist kein Hund fr einen Groschen.

Dat's Malr! s de Klempner, dar har he de Ns an'n Teepott anldt.

Dat's so gerad, als wenn't de Boll gepsst heft.
i] Zur Bezeichnung eines krummen Beetes oder einer krummen Ackerfurche
hdt] Das ist gerade so, als ob der Bulle gepisst htte.

Dat's wat Raor's, min Dochter krigt 'n Schnder.
Pommern
hdt] Das ist was Rares, meine Tochter kriegt einen Schneider zum Manne.
i] Spottweis, da der Schneider dort in der lndlichen Rangordnung sehr tief steht. Es wird nmlich dies Handwerk meist nur von gebrechlichen, fr andere Berufsarten ungeeigneten Personen betrieben. Um zu sagen: Das ist etwas Rares, heisst es jdisch- deutsch in Warschau: Dus is an Antik (Antiquitt)! Auch von Personen gebraucht, um zu sagen: Das ist ein Sonderling. Von einer seltenen Sache, wie von Personen sagt man dort auch: Er is gur a Rarites, vom franzsischen rarites.
ho] Ei zie dat is wat raars, zei Jeroen, en hij peuterde der kat de veeren uit den aars.

Datschen (Deutsche) mit die lange Bratschen.
Jdisch-deutsch, Warschau
i] Von Leuten mit vornehmem uern, an denen aber nicht viel ist)
i] Als Vertreter Deutschlands gelten bei den Juden in Polen die deutschen Fuhrleute, die mit ihren langen Frachtwagen Polen und Russland durchziehen, zwar viel mit den langen Peitschen knallen, aber wenig Geld in den Wirtshusern zurcklassen. Vielleicht ist diese jdisch-deutsche Redensart, die ihre Spitze gegen die Deutschen kehrt, die Antwort auf unsere Behauptung: 'In Polen ist nichts zu holen.'

Datt di de Hahn hackt on de Hng pddelt.
Marienburger Werder
i] Wenn man mit jemand unzufrieden ist

Datt hett he di up de Maue bunden.
i] Das hat er dir berredet.

Datt is min Wagen un Plg. Altmark
i] Mein Beruf, mein Geschft.
ho] Dat is mijn wagen en mijn ploeg.

Datt iss as wenn 'n Fr haolt.
Altmark
hdt] Es ist als wenn man Feuer aus einem Hause holt, um sich eine Pfeife anzuznden. (Wenn ein lieber Besuch zu rasch sich wieder entfernt, oder auch, wenn jemand etwas sehr schnell ausfhrt)

Datt mtt 'k doch seihn, seggt dei Blinn, voans der Lahm danzen kann.
Mecklenburg

Datt ss, als wenn de Deiwel ne Pracherjunge krggt.
i] Lohnt nicht.
hdt] Es ist als wenn der Teufel einen Betteljungen kriegt.

Datt passt wie Pint (oder Hans) op Gret.

Datt sind ni oll Schlachter, de enn Stahl drgen (tragen).
Rendsburg
la] Non omnes, qui habent citharam, sunt citharoedi.

Datt stimmt: vr Finger d'rin, blwt de Daumen rut.
Pommern

Dattel und Dattel ergibt Datteln.

Dattern wie ein ganss.

Dau findet siebe Mus koin Loch.
Ulm

Dau fung'n se a Matschk.
Sprottau
i] Da fingen sie den Vogel.

Dau gauht's (o. do goht's) zu wia in ra Judaschual.
Schwaben

Dau hast en Oi (Ei), geb mir zwoi.
Ulm

Dau heisst's au: I will gearn verrecke, wenn den der Teufel hollt.

Du henk de St(r)t (Schwanz) dnchter.
Sauerland
i] Er war sehr verstimmt.

Dau hoisst's: Herz, was witt (willst du).
Ulm

Dau is alles fgange, wi aff der Matthes'n Huchzet.
Nrnberg

Dau kass seggen, watste wess, mr dau motts mech van et Lf avblven.
Meurs

Dau kommt koi wild Sau draus.
Ulm

Dau mcht me scho kuamathig (kuhmutig) werde.
Ulm

Dau war' ma.
i] Wenn einer ein Handbuch der gebruchlichsten Redensarten des Egerlndischen schriebe, msste er in erster Reihe den Satz verzeichnen: Dau war' ma. Dies ist unter den gebruchlichsten Redensarten des Egerlnders die allergebruchlichste. Dau war' ma (= da wren wir) bedeutet so viel wie: Fllt mir gar nicht ein, davon ist keine Rede u.s.w. Es ist die trotzig-ablehnende Antwort, die der ehrenhafte, aber gewhnlich etwas starrkpfige Egerlnder auf die an ihn gerichteten Bitten, Zumutungen oder Aufforderungen sehr gern erteilt. Das 'Dau war' ma' ist noch einer Steigerung und Verstrkung fhig. Es lautet dann: Owa du messt ma sa! (= Aber da mssten wir sein!) Diesem Ausspruche gegenber ist denn auch in der Regel alles weitere Drngen und Zureden aussichtslos, ganz entschieden aber, wenn der Egerlnder die hchste Stufe (den Superlativ) von 'Dau war' ma' gebraucht, welcher lautet: Pieverstauntschen.

Dau wirst di brenne.
Ulm
i] Du wirst dich getuscht sehen

Dau, wat du willst, de Lud snaken doch.

Daubarre, wo de junge Hundkes gemakt ware.
i] Ein Dorf in der Gegend von Nordenburg. Mit der Redensart neckt man die Einwohner

Daudedsching

Dauer ist eine unbestimmte Fortsetzung der Existenz.
Baruch de Spinoza, Ethik

Dauer leih'n Balsam und Gewrz der Mumie,
Seele gewiss nicht.
Platon, Gedichte: Oden

Dauernd ist jene Liebe, die stets die Krfte zweier menschlicher Wesen im Gleichgewicht erhlt.
Honor de Balzac, Die Physiologie der Ehe

Dauernder Friede kann nicht durch Drohungen, sondern nur durch den ehrlichen Versuch vorbereitet werden, gegenseitiges Vertrauen herzustellen.
Albert Einstein, Aus meinen spten Jahren

Dauerndes Glck ist Langeweile.
Oswald Spengler

Dauerndes Glck ist nur in Aufrichtigkeit zu finden.
Lichtenberg, Aphorismen

Dauert Mnnerarbeit von Sonnenaufgang bis zum Mondenschein, Frauenarbeit ist nie erledigt.

Dumchen drehen
i] ber etwas nachdenkend, grbelnd, auch wohl mig dasitzen

Daunenfedern, Huren und gute Ratgeber sind drei leichte Waren.

Duser sind Huser.
i] Beim Kartenspiel

Daus-Ess hat nichts, sechs Zinck gibt nichts, Quatuor drei muss herhalten (o. helfen frei).
i] Vom Kartenspiel entlehnt. Der Mittelstand wird am meisten in Anspruch genommen
la] Unio pauperior Codro est, ut binio egenus, senio nil confert, quinio nil tribuit.

Dauss-Ess, hastu mein Pferd nicht gesehen?
z] Vom Spiel entlehnt und Ausruf desjenigen, der einen schlechten Wurf thut, der, wenn ein Pferd auf dem Spiel steht, sagen will, damit werde ich mein Pferd nicht gewinnen. Der Spieler redet gleichsam das Dauss-Ess an, indem er sagt: Httest du mein Pferd gesehen, wsstest du, wie gut es ist, du wrst nicht gekommen, denn du bist schuld, dass ich's verliere.

Davan willt w korte Fifteggen (Fnfzehn) maken.
Lippe

David bleibt nicht bei den Schafen.

David Meier Krotteduer.

David schlug den Goliath nicht mit Worten tot.

David und Salomo waren Gottes Freunde, da sie nicht mehr sndigen konnten, schrieben sie es fr Snde.

David war ein kleiner Held und warf einen groen Lmmel ins Feld.
ho] David was een kleine held, en heeft nogtans den reus geveld.

David! David! (Ruft die thringische Drossel, als wollte sie an den Psalmisten erinnern)

David, Adam, Salomon Weibslist beruckt, wer kan bestohn.

Davon bekomm' ich den Husten.
ho] Ik heb er den hoest van.

Davon bekommt man keine fetten Finger.
ho] Daar zal men geene vette vingeren van likken.

Davon bin ich Meister.
i] Das verstehe, wei ich am besten, habe ich gelernt und getrieben.
fr] C'est ntre vrai ballot, que les ouvrages de langue.

Davon bitt' ich mir einen Ableger aus.

Davon erfhrt nur seine Schlafmtze etwas.
ho] Hij laat het zijne kaproen hooren.

Davon geht wohl noch was ab.
i] Der Preis wird wohl noch ermigt

Davon heilt die Wunde nicht, dass man den Degen in die Scheide steckt (oder den Bogen abspannt).
en] A wound is not cured by the unbending of the bow.
it] Piaga per allentar d' arco non sana.

Davon ist das Fett abgeschpft.
i] Dabei ist nichts mehr zu gewinnen
fr] Il n'y a plus rien grapiller.

Davon ist Schmieds Katze gestorben.
ho] Daar is smids kat van gestorven.

Davon kann man nicht einmal die Schuhe schmieren.

Davon kannst du dir eine Scheibe abschneiden
en] you can take a leaf out of his/her book
fr] l tu peux encore apprendre qc.
it] puoi imparare ancora molto da lui

Davon kommt kein Heil.
ho] Daar is geen heil bij te halen.

Davon kntt ich auch ein Liedlein singen.
i] Ich habe dieselben Erfahrungen gemacht. Das habe ich leider erfahren.
z] Ein Liedln singt man von einer tat und geschichte, das ruchtbar und gewiss ist; und wer ein ding weyss und betracht es wohl, der kan vil daruon singen und sagen, dass ich wolt wohl ein liedlin daruon singen, also vil sey, als, ich weyss warheyt darumb.
fr] J'en sais des nouvelles; j'en puis aussi parler; j'en ai eu ma part, j'ai aussi pass par l.
ho] Ik wilde daar wel een liedje van zingen.
ndt] Dor wt ick n Ld van to singen.

Davon liee sich eine (lange) Geschichte erzhlen.
en] And thereby hangs a tale. Shakspeare, Der Widerspenstigen Zhmung, IV, 1

Davon mchte ein Pferd platzen.
en] 'T would make a horse break his bridle, or a dog his halter.
ho] Dat is een geneesmiddel, waar een paard van barsten zou.

Davon msste ein eiserner Ochs krepieren.
z] Die fasten muss sein abgethon, ein yssner ochs sturb daruon, soll dan ein fleischig mensch nit sterben.

Davon rckt 't ok so.
Ukermark
hdt] Davon riecht es auch so.
i] Wird gebraucht, wenn sich jemand durch Kleidung, Haltung und Gebrden hervortut.

Davon schreibt Paulus (o. Sanct-Lucas) nichts.

Davon schweigt des Sngers Hflichkeit.
i] Diese sprichwrtlich gewordene Stelle aus einem Gedicht, dessen Verfasser mit Bestimmtheit noch nicht ermittelt ist, wird hufig angewandt, um zu sagen, dass ber irgendeinen (meist delikaten, bedenklichen) Punkt jede Mitteilung aus Klugheit, Schonung u.s.w. vermieden worden sei. Studentenlied um 1840, dessen Strophen alle mit dem Verse schlieen: 'Dies verschweigt des Sngers Hflichkeit.' Dies Lied, welches beginnt: 'Als der liebe Gott die Welt erschaffen, schuf er Fische, Vgel, Lwen, Affen', ist aber nicht die Quelle der obigen Redensart. Aber schon in Langbein's Neuern Gedichten (Tbingen 1812) befindet sich eine Erzhlung: Die Weissagung, welche beginnt: 'In einem Stdtlein, dessen Name des Dichters Hflichkeit verschweigt.'

Davon soll die Krhe fett werden.

Davon soll er keinen Bissen haben.
ho] Hij zal er geen' beet van hebben.

Davon sollen unsere Erben nichts schnappen.
ho] Hier zullen onze erfgenamen niet om kijven.

Davon verrecken die Hhner.
Nrtingen
i] Spott auf schlechten Gesang und miserable Musik

Davon versteht der Henker nichts.

Davon versteihst du 'n Quark.

Davon wei niemand auer Gott und Menschen.

Davon werde ich keine grauen Haare kriegen.
d] Jeg faaer deraf ingen graa haar.
ho] Ik zal er mij geene grijze (graauwe) haaren van zetten.

Davon will der Schornstein nicht rauchen.
i] Das wird schlechten Vorteil bringen.
z] Ji wren des Auwends wisse auck'n Praus (eine Weile) met de Solospielers in'n Gange; man mi duchte, wat Ji wnnen, dr schall Je Schattstn (Schornstein) wuol nich grauts (sonderlich, stark) van rauken.
ho] Daar moet de schoorsteen van rooken.

Davon wird das Kraut nicht fett werden.
ndt] Dess macht's Kraut nit ftt. Wrzburg
fr] Cela ne vous eu rendra pas la jambe mieux faite.
fr] Ce n'est pas tout que de choux, il faut encore de la graisse.
fr] C'est une goutte d'eau dans la mer.
la] Mysorum ultimus navigat.
la] Non admodum misces.

Davon wird der Br taumeln.

Davon wird die Krhe auch nicht fett werden.

Davon wird er kein Fett bekommen.
ho] Hij zal er geen vetje van halen.

Davon wird er kein Halsbrennen kriegen.
d] Du skal intet faae halsbrynd deraf.

Davon wird er nicht viel in seinen Sack stecken.
ho] Hij zal er niet veel van in zijn' zak steken.

Davon wird ihm der Mund nicht fett werden.
ho] Hij zal er zich den mond niet vet aan maken.

Davon wird ihm nichts am Maule hngen bleiben.
i] Er wird nichts davon bekommen.
fr] Il n'a qu' s'en torcher le bec.

Davon wird ihm nichts aufkoppen.
i] Er wird davon nichts bekommen

Davon wird ihm nichts in die Kehle kommen.
i] Er wird nichts davon bekommen.
ho] Dat eten komt hem in de keel niet.

Davon wird in seinen Kropf nichts kommen.

Davon wird kein Sau feist weren.

Davon wird keine Katze den Schwanz verlieren.

Davon wird nichts in seinen hohlen Zhnen hngen bleiben.
i] Du bist im Irrtum, wenn du glaubst, du werdest dies bekommen.
ho] Dat zal u niet in den mond vallen.

Davon, dass man Honig sagt, wird der Mund nicht s.
t] Bal demekle ağız tatlanmaz.

Davon, wie du lebst, wie du arbeitest, wie du dich zu den Menschen verhltst, hngt die Zukunft unserer ganzen Gesellschaft ab.
Ehrenburg, Tauwetter

Davongehen wie ein begossener Hund.

Davonlaufen ist ein kurzer Auszug, wenn 's Glck einem den Zins aufkndigt.

Davonrennen hat kein Narr aufgebracht.
Wien

Davonziehend bringen die Kraniche Nachtfrost, die Gnse Tagesfrost, die Schwne Schnee.
Estland

Davor behte mich Gott, sagte der Bauer, als er hrte, dass die warme Sonne alles aus der Erde hervorlocke, da kme mein bses Weib auch wieder heraus.
ho] Op zulk een' warmen dag komt alles uit den grond, zei de domin tegen den boer. Ach, antwordde hij in eenvoudigheid des harten, dat hoop ik toch niet, want dan komt mijn kwaad wijf ook werom.

Davor behte mich Gott.
la] Longe a me.

Davor bewahre uns Gott! rief der Pfarrer aus, als der Steuermann sagte: wenn der Sturm so anhlt, sind wir in ein paar Stunden im Himmel.
ho] Als de storm zoo aanhoudt, dan zijn wij voor middernacht reeds in den hemel, zei de boer, daar beware ons god voor, antwoordde de domin.

Davor darf ich mich nicht frchten.

Davr hett de Schmied Zangen.
i] Um zu sagen: Die Sache ist so schwer und gefhrlich nicht, wenn man sie nur anzugreifen wei.

Davor ist guter Rat.
z] Davor ist gutter Rat, es hat ja dicke Struch, sagt ein Schfer, als jemand vom Regen spricht.

Davor ist man Glasschrank.
Grlitz
i] Um zu sagen: Das muss man sich gefallen lassen, dafr ist man auch etwas Besseres.

Davor macht man drei Kreuze.

Davor sen mer im Exil (Golus).
i] Wenn jemand ber Druck klagt

Davor sen mer Jehudim (Juden).
i] Als Entgegnung, wenn jemand ber Druck von auen oder ber Beengtsein im Judentum selbst klagt.

Davor wollen uns behten die elftausend Jungfrauen von Kln samt allen Heiligen.

Dawal (derweil) de Junge zuckt, ht sie da-r lti buckt.
Wien

Daz lehn nemen die knechte bevor.

Daz mir, daz dir, sprach der hammer zu dem ambz.
i] Dies ins 14. oder 15. Jahrhundert fallende apologische Sprichwort gehrt zu denen, die man als Anfang und Vorbild der unsern ansehen darf.

Dazu braucht man keine Brille.
ho] Dat kan men zonder bril wel zien.

Dazu bringen mich zehn Gule nicht.
z] Wenn einer sagt: Zehn Gule bringen mich nicht zu dem und dem, so antwortet man: Aber elf Gule, wie die Moni aus der Mhle zum Tanz.

Dazu einer von Natur geneigt ist, dazu ist er leicht abzurichten.

Dazu gehrt Armschmalz.
i] Kraft und Anstrengung des Arme

Dazu gehrt die Geduld Hillels.
i] Hillel war das Haupt einer rabbinischen Schule um das Jahr 30 v. Chr. und wegen seiner Geduld und Sanftmut sprichwrtlich.
fr] Il faudroit avoir la patience de Griseldis.

Dazu gehrt ein anderer Beutel.

Dazu gehrt ein dickes Fell.
la] Quos non tollerent centum Aegyptii.

Dazu gehrt ein guter Magen.
ndt] Dar hrt'ne goden Mage to. Pommern
i] Das ist schwer zu verdauen. Auch von Personen.
Jdisch-deutsch] Zu dem gehrt e guter Mage.

Dazu gehrt ein khler Kopf.

Dazu gehrt ein starker Glaube.

Dazu gehrt eine scharfe Axt.
ho] Daar zal een scherpe beitel toe noodig zijn.

Dazu gehrt mehr als Brot essen.

Dazu gibt man kein Schmalz.
i] Es muss getan werden, so hart es angeht.

Dazu hab' ich die Zunge bekommen, dass ich reden soll, sagte jenes Weib.
bm] Nač by mĕl hloup pozor mti najazyk; neb dle smyslu jeho: Protot' bůh jazyk dal, aby se mluvils.

Dazu hat Buchholz kein Geld (nicht), sagt der alte Fritz.
i] August Buchholz, eine stattliche Figur von 5 Fuss 10 Zoll, war, als er gerade zur Universitt Halle abgehen wollte, von den Werbern Friedrich Wilhelm's I. aufgegriffen und in das Regiment gesteckt worden, welches Friedrich der Groe noch als Kronprinz erhielt. In diesem Regiment hatte der ehemalige Studiosus theologiae 25 Jahre untadelhaft als Soldat, Corporal und Feldwebel gedient, als ihn eine Kanonenkugel bei Mollwitz zu fernerm Dienst untauglich machte. Der Knig, der seine Treue genau kannte, ernannte ihn zu seinem Hofstaatsrentmeister und in der Folge zum Schatzmeister. Wenn dem Knige ein Vorschlag oder ein Anliegen vorgetragen wurde, das ihm nicht zusagte und zu dem er nichts bewilligen wollte, so beschied er in der obigen Form, welcher Bescheid besonders sehr oft nach dem Siebenjhrigen Kriege erging, wodurch er zur sprichwrtlichen Redensart wurde. So legten ihm seine Minister einmal einen Bauanschlag vor, die Groe Kurfrsten-Brcke am Schloss msse hergestellt werden und es mge eine Summe von 1982 Talern auf die Hofstaatskasse angewiesen werden, aber der Antrag ging aus dem Cabinet mit dem Vermerk zurck: 'Dazu hat Buchholz kein Geld nicht!' Schlesische Zeitung, 1859

Dazu hat Buchholz kein Geld.

Dazu hin ziehen mich keine zehn Pferde.

Dazu ist ein Mann ntig, der Sehnen hat, nicht ein Weib, das Rohr ist.

Dazu ist hier die Kost noch zu teuer.
z] Was wiltu Ungeheuer auf deutschem Boden suchen? Hier ist die Kost vor dich noch teuer. Hrstu nicht wie auf dich die Leute fluchen?

Dazu kommt man wie der Blinde zur Ohrfeige.

Dazu lsst er sich wohl nicht zweimal bitten.

Dazu mcht man pfeifen.

Dazu muss man die hlzerne Brille aufsetzen.
ndt] Dazu muss man die hlzin Brille aufsetzen.

Dazu musst du dir einen Dummem aussuchen.
i] Ich bin nicht so einfltig, mich mit dir einzulassen oder auf deine Plne einzugehen
pl] Nie glupi Florian Haluzinski.

Dazu msste man das Geld gestohlen haben.

Dazu prellen wie die bleiernen Mnche in die Matten.

Dazu reicht aller Heiligen Geduld nicht hin.

Dazu reicht die Geduld aller Heiligen nicht hin.
fr] Patience de Griseldis met bout bien de maris.

Dazu sag' ich weder Ja noch Nein.
ho] Ik wil er neen noch ja op zeggen.

Dazu sind eben Wnsch' und Trume dir verliehn,
Um alles, was dir fehlt, in deinen Kreis zu ziehn.
Rckert, Weisheit des Brahmanen

Dazu sollen mich keine zehn Pferde ziehen.

Dazu steht ihm die Nase zu hoch.
Schwaben

Dazu verhilf uns, lieber Herr Gott, Amen, schloss der Pastor, als er eben vom Galgen gepredigt hatte.
i] Ein Pfarrer hatte die Gewohnheit, jedesmal mit dem Glockenschlage der Uhr den Vortrag abzuschlieen. Einst predigte er von Haman, schilderte sein Verhalten und dessen Erfolg. 'Was war aber sein Lohn?' rief er aus, 'der Galgen.' Da schlug die Glocke und er schloss: 'Dazu verhilf uns, lieber Herr Gott'.

Dazu, sagte Goethe endlich, sind wir Alten ja da, dass wir die Jugend vor Unbesonnenheiten warnen, als wir jung waren, machten wir es selbst nicht besser, aber es hat uns Verdrielichkeiten zugezogen in zahlloser Menge.
Goethe, H. Vo, November 1804

Dazumal, als die Pftze ber die Weide hing.
Schlesien

Dazwischen fahren wie ein Feld voll Teufel.

De A seggt, mutt k B seggen.
Ostfriesland

De Aanten dragen hr Recht up de Puckl.
[RSpW]

De Aanten drgt er Recht uppen Puckel.
[RSpW]
i] In einem Rechtsstreit mit den Enten ist nicht viel zu gewinnen, sie haben nichts als ihre Federn. Sobald sie auf fremden Grundstcken Schaden anrichtet, hat der Besitzer das Recht, sie mit Schlgen aus seiner Gemarkung zu vertreiben.

De Aarme ittet, wann hei wot ht, de Rke, wenn hei will.

De br is sin Feddern eben so god ndig, as de Lning (= Sperling).

De Abars (brs) ngd, mutt Poggen hebben.
i] Wer Strche (groe Gste) einldt, muss Frsche (entsprechende Speisen) vorzusetzen haben.

De absentibus nihil nisi bonum.
Chilon
dt] ber Abwesende soll man nur Gutes sagen.

De Achterport is bi em mmer aper.

De Adebor (o. Knappendrger, Storch) hett ehr in't Bein bten.

De Aebr is sin Feddern eben so god ndig, as de Lning (= Sperling).

De Aebrs ngt, mutt Poggen hebben.
hdt] Wer sich Strche hlt, muss Frsche haben.

De elleste Iesel (Esel) mot den swaegesten Sack dreagen.
Westfalen

De Aerger geit in kenen hlen Bm. (Der rger zehrt am Leben und wenn jemand lange geschwiegen, so braucht man sich nicht darber zu wundern, wenn der Unmut, der sich im Herzen gesammelt, hervorbricht, da der rger in keinen hohlen Baum geht)

De gen snt grter as de bk.
Strelitz

De ahrbeid ass de Schinna.
Ukermark
i] Arbeiten wie der Schinder (Scharfrichter), d. h. sehr schnell.
ho] Hij werkt als een molcnpuard.

De Alde mot me r (ihr) Gemack (Gemach, d.h. Ruhe, Bequemlichkeit) gnnen.
Mnster

De Alden hinj der 'm Jeven, d' Jangen hinj der 'm Plach (Pflug).

De Alden zem Rt, de Jongen zer Tht.

De len Propheten sint dte, un de nen gelt nich (mr).
Hannover

De alieno liberalis.
Seneca
dt] freigiebig mit fremdem Eigentum

De aliquo quem heri vidisti, merito dici potest: 'Hic qui est?' Tanta mutatio est. Seneca
dt] Bei manchem, den man gestern noch gesehen hat, kann man mit Recht fragen: 'Wer ist das denn?' So sehr hat er sich verndert.

De all' Lie' (Leute) den Snten (das Maul) stoppen will, is vl Mehls vandnt (vonnthen).
Stadland in Oldenburg

De alle Mse (Mus) smecken will, ward fakn bedrag'n.

De alle Pappe (Vater, Gott) lwet nog.

De alle vrkamende Dinge wss, de wr frh rk.

De allen Len (Leute) dat Pottkuksel beschnpet, verderft sick lichte den Mgen un werd unsachte unwirsk in der Platten.

De Allerhillgen Summer du'ert drai Stunnen, drai Dage oadder drai Wiken.
Gesch. Mark.

De alltd up sn Kopp (Kopf) besteit, de kummt der tolest noch up to stn.
i] Wer nur auf seinem Willen besteht, kann zuletzt ganz auer sich werden (desperat).

De lt Profte sen dt, de nen hd em af.
Siebenbrgen/Sachsen

De lt Schire brn um rschsten.
Siebenbrgen/Sachsen
i] Wird meist auf alte Jungfrauen angewandt; die Liebe soll gerade bei ltern Personen am gefhrlichsten werden.
hdt] Die alten Scheuern brennen zuerst.

De Alte fange.
Tbingen
i] So viel, als sich so schnell als mglich noch einige Kenntnisse aneignen

De alt'n Dienln und d' alt'n Ross kommen af's Moos.
hdt] Die alten Dirnen, Mdchen und die alten Pferde kommen auf's Moos

De am letsten lacht, lacht am besten.
Rastede

De am meisten smeret, am besten veret.

De n Aussdje sich nit rakert, kn n Aedge luisslere fn.

De an den Weg boot hett veel Meesters.

De an den Weg bt, het vl Mesters.
Ostfriesland

De Andreissnei doit den Kren wei.

De Anfang is 'n Daler wert.
i] Weil der Anfang bei jedem Geschft da sein muss

De Anfang von den Daler is de Bankschilling.
Rendsburg

De Ang sn gresser wie de Mng (Magen).
Oberharz

De Angst gnn ick keinem Hund.
Pommern

De Ansicht was gd!, sd' Adam und kk Eva'n unner 't Hemd'.

De Aohm wtt em te kuort.
Mnsterland
hdt] Der Atem wird ihm zu kurz. (Er stirbt)

De Appel fallt nich wit von 'n Plummenbom.

De Appel fllt nich wt von 'n Stamm, ass dat Schaop so dat Lamm.
Altmark

De Appel fllt nit wt vamme Stamme.
Waldeck. Rastede

De Appel fllt nich wiet von'n Haufiesen.

De Appel fllt nich wiet von'n Stamm, so as dat Schp is, is dat Lamm.
hdt] Der Apfel fllt nicht weit vom Stamm.

De Appel han jitz golde Stillcher.
Kln
i] Sie sind jetzt selten und teuer

De Appel is beter geven as eten.
i] Wenn er nmlich schlecht ist

De April dt, wt he will.
Westfalen

De April fillt und fllt.
i] Er macht mager und fett

De April is de Lmmer r Fill un de Allen (= der Alten) r Dud.
Driburg
i] Die Zeit des April ist fr Lmmer und Mutterschafe eine gefhrliche

De April iss der Schape fill.
i] Der April bringt viel Schafe um, ein fr sie gefhrlicher Monat.

De April settet en Koaren, s he will.
Mnster

De April stellt den Roggen es he will.

De r Mlwrk mt aparti dd slgen werden.
hdt] Der ihr Maul(Mund-)werk muss, wenn sie tot ist, noch besonders totgeschlagen werden.

De Arbeit is keen Has', s de Daglhner, de loppt us nicht weg.

De Arbet es hellig, d se dt es wellig, vver glcklich es d Mann, des sich derlans futeln kann.
Bedburg

De Arbet huot nch Nemesten den Apetit verdorwen oder den Schlf verdriwen, awer munch Fauler s un zinge verrakt.
Siebenbrgisch-schsisch

De Arbet wl Nimest rwen.

De Arebor hett se in 't Bn bten.
i] Zu Kindern, wenn die Mutter nach der Entbindung im Bett liegt: der Storch hat sie ins Bein gebissen.

De Arebor hett wat brt.
i] Es ist ein Kind geboren

De Arebor soll kmen.
i] Es wird Kindessegen erwartet

De Arem de droen hirt Kreiz um Bockel, de Reich de fren et an der Kutsch.

De rger geit in kenen hlen Bm.
i] Der rger zehrt am Leben und wenn jemand lange geschwiegen, so braucht man sich nicht darber zu wundern, wenn der Unmut, der sich im Herzen gesammelt, hervorbricht, da der rger in keinen hohlen Baum geht.

De arme Mann maut de Welt ernhren.

De arme Mensch hefft mmer den Wind von vre.
Ostpreuen
i] Der Arme hat immer Gegen- oder widrigen Wind.

De Arme mot deinen, un de rke kft sek einen.
i] Whrend der Arme, wenn ihn das Los trifft, selbst Soldat werden muss, kauft sich der Reiche einen Stellvertreter. Nmlich nach dem ehemaligen Wehrsystem Hannovers

De Armd kiket dem Flitigen wol in't Finster, se kmt m awer nich ins Hs.

De arte venit, quod vincat naturam.
Cassiodorus
dt] Der Kunst gelingt es, die Natur zu bertreffen.

De Arten (Erbsen) un Bohnen will eten, drrt de Mrt nt vergeten.
i] Sie mssen in dieser Zeit gepflanzt werden

De Augen in de Hand neamen.
Westfalen
i] Aufmerksam sehen. In der Gegend von Sprottau (Schlesien) sagt man: Dau muss 'ch halt de Augen de Hand nahm (um die Sache tastend im Finstem in verrichten

De Augen oder den Bdel obgedohn.
Kln

De aulen Iisels (Esel) genget nich mr.

De aulen Wwer het viel Hen tocket.
i] Fr: Es hatte seit kurzem viel geschneit.
z] Das nam he mi es met, dat ik de Lchte drigen moste, as de aulen Wwer kortens sau viele Hen tocket harren, dat 'r 'n unwse dpen Schnei lag.

De Av mnt et gd.
i] Der Ofen meint es gut, er ist geheizt.

De bsste Js kommen et ls.
Gladbach
hdt] Die besten (liebsten) Gste kommen zuletzt.

De Bcker heat siyen Wiyw derer jaget.
Westfalen
i] Wird gesagt, wenn das Brot sehr groporig ist.
ho] Daar heeft de bakker zijn wijf doorgejaagd.

De Bcker heft sck den Nrsch verbrannt.
Samland
i] Als Entschuldigung, wenn die Eltern den Kindern kein Weibrot aus der Stadt mitbringen konnten

De Bdklocke son len hren.
Dorstadt bei Wolfenbttel
i] Schon merken, wo der andere hinaus will

De Bfelk (Bffelkuh) s schwarz, awer se git wiss Mlch.
Siebenbrg.-schsisch

De Bfelk (Bffelkuh) wl de Bch aussofn.
i] Bezieht sich auf das Mrchen von der Bffelkuh und dem Fischlein

De Bflsch schmakt nit gt, bs er drif gedauert huot.

De Bn as noch net rn.
Bedburg

De Band is wedder reten.
i] Diese Redensart soll auf folgende Weise entstanden sein. Ein Herr befahl seinem Vogt kurz vor der Mittagszeit, noch einige Scke Weizen einsacken zu lassen, die auf den Markt sollten. Die Arbeitsleute waren aber gewhnt mit dem Schlage zwlf fortzugehen. Er wusste keinen anderen Rat, als die Glocke fest zu binden. Noch waren die Leute mit dem Einsacken nicht fertig, als sie schlug. 'Dunnewaedder', rief ganz verdutzt der Vogt, 'nu is de Band reten.' (Lbeck.) Un sit de Tid, seggt wie hier, wenn de Klock twlf sleit: Sieh, nu is de Band wedder reten.]

De bange is, de mutt schildern.
ho] Die bang is, moet schilderen.

De Barm leep em wert Harte.

De Bart steit hum darna.
i] Nach seiner ganzen uern Erscheinung scheint er dazu geeignet. Der Bart und seine Form lassen ja oft einen Schluss auf die brgerliche Stellung zu, wofr auch die verwandte Redensart spricht: Dar is de Bart nt no wussen.

De Beck steit er recht na't Flimstriken un Munjeproten.
vor] De Beck steit hum recht na't Flmstrken un Mundjeproten.
hdt] Sein Schnabel, Mund eignet sich zum Flaumstreichen, Kosen und Schmeicheln.
i] Beck =Schnabel, Mund, Flimstriken = schmeicheln, Munjeproten = reden, schwatzen, schmeicheln, nach dem Munde reden)

De Bedler (Bettler) bestellt sin Harbarge nich.

De Bedner (Bttner) binjden de Kofen, und wten uch gren drauss sofen.

De Beeren sind doch suur, s de Fo, do see he den Jger kamen.

De Beeri (Beeren) de Wi, und d' Trappe de Schi (und d' Trappe gnd dri).

De beker (Becher) sy recht edder krum, dy werts totum.
i] Alter Trinkspruch. Auf das Ganze (totum) musste nach dem Trinkgesetz ein Ganzes nachgetrunken werden, nicht ,myddel pars', d.h. die Hlfte.

De Bekker hett sin Sl in't Brod backt.
Holstein
i] Von sehr ausgegohrnem Brote, das auch nebenbei zu leicht am Gewicht ist.

De bemaolten Bl(d)r (Bltter) un de vreckigen Knaok'n hmen mnnigen k den Geldbd'l braok'n.
Altmark
i] Karten und Wrfelspiel haben schon manchen arm gemacht

De Bengel is owerall tau finnen, as Musdreck mank de Grtt.

De Beren (Birnen) snt sr, s de Foss (Fuchs), un slog mit'n Strt an'n Bm.
Rastede

De Bespene (Besoffene) liggt mmer wk, wi en ongebrnet Kalw.
Alt-Pillau

De Bespene s de Glcklichste.

De Beschdnen (Bescheidenen) sen de Zetrdnen.

De bessem sall di chter der dor stoan.
Iserlohn

De besste Koh (Kuh) dt et Heck to.
Mnster
i] Heck = das Feldtor, die Tr eines Zaunes oder Geheges.

De besste Koh (Kuh) geit nich te Markt.
i] Die besten Mdchen werden dem Freier nicht angeboten, namentlich nicht zu diesem Zwecke an ffentliche Orte ausgefhrt oder geschickt.
ho] De beste koejen vindt men op den stal, en slimme krengen langs den weg.

De Best in de Mirr, sd de Pastor, un ging twischen twe Dvels.
ho] De deugd in het midden, zei de duivel, en hij ging tuss hen twe Kapucijnen.

De beste Bur is'n Schelm.

De beste Hndel send nex nutz!
Ulm

De Beste kan k flen.
Ostfriesland

De beste Kgler kann auck wuel as'n Pdel smiten.

De beste Meister flt noch.
i] Auch der Tchtigste irrt und macht Missgriffe.
ho] De ervarenste en voorzigtigste kan wel eens missen.

De beste Perd (Pferde) worden up de Stall scht.
i] Sagt die brave Mutter zu ihren heiratslustigen Tchtern, wenn diese meinen, sie mssten hufig auf Bllen, in Konzerten, Gesellschaften u.s.w. erscheinen, wenn sie nicht sitzen bleiben sollten.

De beste Strlde snd an 't Land.
hdt] Die besten Steuerleute stehen am Ufer.

De beste und fetteste mist, de up den acker kommt, is des herren oege (Auge).

De beste Weg fr goode Gesundheit is jmmers noch de Footweg.

De besten Perde worden up de Stall scht.
i] Die heiratsfhigen Tchter sucht man zuhause auf

De besten Pre ritt man gern vr.
Lippe
i] Nicht blo Pferdehndler reiten die besten Pferde vor; es pflegt bei allen Paraden, auch pdagogischen, vorzukommen.

De besten Wrste sind, wo n grut Holl (Loch) in is.

De betatn (= bigotten) Leut, de zahnenden Hund und de stigen Stier is nia net z'traun.

De b de Hre over de Tn (Zaun, Hecke) kummt, der kummt der k over.
Ostfriesland

De birch (Berg) es in lk (Grenze, Grenzstein) un ple.
Grafschaft Mark
i] Die Grenzen sind bestimmt

De bieterigsten Ren hett de rieterigsten Felle.
Grafschaft Mark
i] Bieterig = bissig, rieterig = zerrissen, zerzaust

De bindt den Lnink an.
i] Wenn Kinder aus Verdruss in einen Winkel gehen oder den Kopf dahin stecken, weil sie ihren Willen nicht erhalten.

De Birre sin noch nit rf, sd der Fuss, do schott h der Baum mit singen Stz.
Kln

De Bistritzer.
i] Wenn man Landleute aus der Umgegend von Bistritz, dem 'Nsner Gelnde', nach ihrer Heimat fragt, pflegen sie zu sagen: 'Aich b fu ze Nis'n.' Diese sonst im Schsischen ungebruchliche Ausdrucksweise verspottet das Sprichwort.

De Biuer (= Bauer) sijet (= set) sik gruis oawer nit wuis (= nicht weise).

De Biuer sijet (= set) sik gruis oawer nit wuis (= nicht weise).

De Biur is en Schelm van Natiur, stick hm en Finger in't Maul, dann bitt he, stick em m innen s, dann schitt he.
Sauerland

De Blgen wasset op, as et Holt im Brge.
Grafschaft Mark
hdt] Die Blagen (Kinder) wachsen auf wie das Holz im Berge.

De bleide (blde) Re wedd (wird) selten satt.
Mnster

De Blinde sitt et nich, der Domme versteit et nich, on de Dwatsche denkt, et mot so sn.
Knigsberg

De bloedige hand mach nicht Loffguit entfangen.
Ostfriesland

De blsst upt't letzte Lock.
i] Bei wem es mit Vermgen, Gesundheit u.s.w. zu Ende geht.
fr] Tirer du clocher.
la] Ad restim res redit.
la] Mortuus jacet pedens.

De Bsen (Bsen) hilt de leiwe God faste, de Gauen, de wilt nich weg.
i] Bekmpft den Aberglauben, die Wiederkehr Verstorbener betreffend

De Bock het (heisst) Hermen.

De Bocks (Hose) geit m met Gronds.
Meurs
la] Capra nondum peperit, hoedus autem ludit in tectis. Zenodot

De Bkweten is nich eher sker, as bit he in 'n Magen is, s de Br, do fll em de Pankoken in de Asch.
hdt] Der Buchweizen ist nicht eher sicher, bis er im Magen ist, sagte der Bauer, als ihm der Pfannkuchen in die Asche fiel.

De Boldt wil' ek driif.
Sylt
hdt] Der Bolzen wollte nicht treiben.

De Bm (= Baum) fllt nicht von en Schlag.

De Bme, de oft knacket, de fallt nicht licht.
Braunschweig
hdt] Bume, die oft knacken, fallen nicht leicht.

De bonen (Bohnen) maut me tsken twee lechtern setten.
Grafschaft Mark

De bsesten Bcke (Bcke) hebbt de krummsten Hrns.
Rastede

De btt (beisst) on schleit on rennt ok noch Mnsche wer.
i] Spottweise von einem Zornigen

De Botter (Butter) geiht wer de Eier.
Hamburg
z] Wenn de Franzosen ht oder morgen (aus Rom) aftreckt, dann geiht de Botter wer de Eier. Norddeutsche Volkszeitung, Hamburg 1862

De Botter (Butter) is jarliks (jhrlich) drmal dull (toll, wunderlich): nmal, wenn se to wk is, 't twde mal, wenn se to hart is, un't darde (dritte) mal, wenn man se nich hett.
Ostfriesland

De Botter (Butter) is so st, asn Nutt.

De Bottermelk (Buttermilch) mitr Messforken eetn.

De Bran(de)win drinket, kan wol Janever (Genever) pissen.

De Brand scht de Ngel in der Wand.
i] Zur Bezeichnung der alles verzehrenden Gewalt das Feuers

De Brannewin rpt enen.
Lippe
i] Der Branntwein ruft ihn, er ist demselben ergeben, erzieht ihn zeitweise in den Keller oder ins Wirtshaus.

De Branwin maket nix Goes.
Lippe
hdt] Der Branntwein macht nichts Gutes.

De Brei bi pper verschtte.
Schaffhausen
i] In Ungunst kommen

De Brei mam Sabel krit hun.

De Br (Brei) ward hter upgebn as gtn.

De Briei wrt (= wird) altt haiter opgaft (= aufgegeben) rr 'e giten wrt.
Arnsberg

De Bringer hett de Rugge af.

De Brer (Brder) fasst mit beide Handen, de Sster (Schwester) man (nur) mit n.
Ostfriesland

De Brot hett, den ward Brot badn.

De Brd (Braut) hett de Katten gd fodert.
i] Sagt man, wenn am Hochzeittage schn Wetter ist

De Buck (Bock) mlken un inner Hei (Heide) fisken bringet nix in.
Bielefeld

De Buckel ss kein Holltopp (hohler Topf), sagte jene Margell vor ihrer Hochzeit.

De Ber ackert seck woll grs, aber nicht ws'.

De Buer het man ein Kind.
[RSpW] Provinzialrecht des Frstentums Minden
i] Weil der Bauer dasjenige Kind, welches im elterlichen Hause bleibt, in der Regel der lteste Sohn, vielfach zu bevorzugen pflegt.

De Ber hett man n echt Kind, de annern sind alle Hrkinner.
[RSpW] Oldenburg
i] Der eine Sohn wird Herr, whrend die anderen Kinder, wenn ihnen das Glck nicht auf andere Weise gnstig ist, in drftigen und abhngigen Verhltnissen leben mssen.

De Buer hrt leiwer dat Heaneken krggen, sse dat Vegelken singen.
Bren

De Ber in en grof Geselle, hei sleit twei ml up eine Stelle.
ho] Een groote boer geeft eenen grooten slag.

De Bur schitt sur, harn' se set schten, mcht'st du mit frten.
Pommern

De Ber(e) is en Ler(e), un wenn he slpt bet an'n Middag.

De Bk e Schn, die Mage e Mdfach.
i] Wunsch eines starken Essers, dessen Bauch eine Scheune und der Magen, ein Mittelfach derselben, eine Art Schttboden, sein soll.

De Bk ss kein Spegel, on de Arsch ss kein Landstrasse.
Ostpreuen

De Bur is as'n Mehlsack, je mehr man d'rupkloppt, je mehr stuw he.

De Br is en Schelm, wenn he ok slpt bed Middag.

De Br is enn Ehrenmann. Rendsburg

De Br is 'n Br, is 'n Schelm van Natur.
d] Bonden er ei saa argen skalk, at hannem ei br til farn.

De Br is tom dichten (= nchsten) bi uns Hergott.
Rendsburg

De Br kickt de l an, on de l kickt den Br an.

De Br mutt denn ganzen Staat unnerholn (= unterhalten).
Rendsburg

De Bur mutt morgens weten, wat sien Ld dohn mt, un to'n Frhstck mutt he daor wer wesen.

De Br mtt sn Botter laven.
i] Laven hier in der Bedeutung von schtzen (Preis bestimmen). Der Verkufer muss wissen, was seine Ware wert ist.

De Br seit sik wol grs, ewer nich ws.
ho] De ouder dem grijst wel, maar wijst daurom nog niet.

De Bur, de den Mest verkof, verkof dat Fett van de Suppe.

De Br, de Oss unn de Preester snd de dree grdsten Beester.
Rendsburg

De Bre lche, wenn se noh hm gnt. Aachen (Wenn sie, mit dem eingenommenen Gelde in der Tasche, nach Hause gehen)

De Bre lche, wenn se noh hm gnt.
Aachen
i] Wenn sie, mit dem eingenommenen Gelde in der Tasche, nach Hause gehen.

De Brestand het d' Oberhand.
Bern

De Buur seit sick woll gris, awers nich wies.

De Buur, de lwt von't Sthnen, un de Koopmann von't Toleggen.

De da will slpen, de mut k wat schpen.
Holstein
i] Wer gut schlafen will, muss rstig schaffen, arbeiten.

De dackhs' (Dachhase) kickt na 'm Speck.
Elbing
i] Die Katze spaziert auf dem Dache herum

De Dag will 'n Awend hebben.
Ostfriesland
i] Auch der lngste Tag neigt sich endlich.

De dar geben, dat weeren de Lven.

De dar hett kne Koje (Kuh) , de hett ok kne Moje.

De dar will land kopen, de schall lude ropen.
[RSpW]

De darf net sage: Gott strauf' me, dear ist g'strauft gnug.
Ulm
i] Mit seinem bsen Weibe nmlich.

De dat Gausetatern (Gnseschnattern) nicht hewwen will, de mot de Garven vannen Steerde laten.
Osnabrck
i] Wer keine bse Nachrede haben will, muss die Gelegenheit dazu vermeiden

De dat Latein nig versteit, de late et ungebrdet (ungehudelt, ungeneckt).

De dat letzte ut de Kros nimmt, fallt de Decksel (o. sleit dat Lid) up de Nse.
Ostfriesland

De dat letzte ut'r Kannen hebben will, de sleit dat Lid up'r Nse.

De dat lft (lobt), de hett en Kalf in't Lief.

De dat rhrt, de rhrt en vul Nest.

De dat rhrt, de rhrt 'n fl Nst.
Ostfriesland

De dat Spinnrad lett stn, mut mit'n Ars blt gn.
Holstein

De de Hals tobreckt, de hft de Bnen gn Schuld geven.
Ostfriesland

De de Hund tarrgt, mutt de Bt vorlf nehmen.

De de Inbrung het, mt k de tgiften dregen.
Schwerin
i] Wer die Einnahme hat, muss auch Ab- und Ausgabe tragen.

De de ko (Kuh) hrt, ft se bi'n Strt (o. bei de Hren, d.i. Hrnern).
i] Jeder sucht das Seine zu behaupten.

De de K (Kuh) slacht, geit de Melk quit.

De de Lust to danssen hett, de is der licht upsphlt (aufgespielt).
Ostfriesland

De de Moder (Mutter) to Frnne het, geit mit de Dochter fleiten.
Ostfriesland

De de Oogen nich pen deit, mt de Bel pen dn.
Oldenburg

De de Scha(de) hett, hett de Schimp dert.
Ostfriesland

De de Sch (Schuh) passt, de treckt se an.
Ostfriesland

De de Tewe im Huse hett, de hett de Hnn' up'r Dre.
Eichwald

De de Wahrheit seggt, kann nien Harbarg kriegen.
Rastede
z] Vnd geht der wahrheit wie den hasen, wo sie sich nicht baldt dannen packt, so wird's verfolgt, gezwackt, gesackt, ja nimmer keine schantz gelingt.

De deit alles vr sinen Kopp (Kopf).
i] Er fragt niemand um Rat.

De deit, wat he kann, is wert, dat he lft.
Ostfriesland

De den Dvel to'n Frnd hett, de ist al halv in de Hll!

De den Globen (Glauben) hett, kann so dra uppen Abnd (Ofen) backen as derin.

De den Hund tarrt (zerrt), mt de Bete (Biss) vrlf (frlieb) nmen.
Ostfriesland

De den Hund tarrt, mutt't bieten vrlew nehmen.

De den Landesherrn un den Amtmann spreken will, de mot de Stnden nich tellen (zhlen).
Oldenburg

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