Weisheiten 77


Dat dick negen dffel ynnt holen lieff faren.
z] Also fluchen die Sachsen, dass einem Menschen sollen neun Teufel in leib fahren.'
ho] Ik wenschte, dat hij zoo diep in den grond zonk, als een haas in tien jaar loopen kan.

Dat Dicke kmmt toletzt wie Sprindwater, sagt jene Margell.

Dat Dicke kost't meiste Geld, s de Fr to 'n Lehrjungen, as se em dat nnerste t 'n Kaffeepott in de Tass' gt.

Dat Dicke kost't meiste Geld, s de Fro to'n Lehrjungen da got se em dat Unnerste ut'n Kaffeepott in de Tass.

Dat dickste Enne (Ende) kummt na.
Oldenburg
ho] Het breedste eind moet nog volgen, zei besje, toen zij den steel van de koekepan ontlast had.

Dat die de Drst.
i] Ausruf der Verwunderung und Verwnschung. Das Wort Drst, wohl richtiger Drs, vom hollndischen Droes = Teufel, ist im Holsteinischen ein Schimpf- und Fluchwort.

Dat die de Loft (Luft) vergeit, seggt de Bunkus, wenn he en Kopp afhaut.
i] Bunkus war Scharfrichter in Danzig.

Dat Ding hett en Haken.
Holstein
i] Die Sache hat eine Schwierigkeit, ist noch nicht klar

Dat do ik so gern, as ik gleinige Kohlen ete.
bm] Ucinm vsecko pro kazdho, krom toho trho: Neslbm, nepujcm a nedm za neho svho.
bm] Vse rd udelm: jen nechtej, bych neco dalt, pujcil aneb slbil.

Dat dcht (taugt) den Dwel nit.
Westfalen
Es ist eine schlimme Sache.
fr] Cela ne vaut pas le diable.

Dat dcht dem Dwel int Maus nit.
Westfalen
d] Det duger intet, er ei vrd, er skarn ar tale om.

Dat du de Frisur krigst s de Moltmller un smet sin Fro up'n Mehlsack.

Dat du de Hlung krigst.
i] Von halen = holen, bezeichnet Zugwind, der auch wohl Hlwind heisst. - Dass du zusammenfahren mgest, wie vom schnellen Zugwind getroffen.

Dat du de swere Machei kriggst.
i] Eine pommersche Fluchformel.

Dat du den Sweden kriegst.
Ostfriesland
i] Einem den Schweden auf den Hals wnschen, heisst, ihm Unglck wnschen. Die Redensart erinnert an die Grausamkeiten, welche die schwedischen Truppen in der letzten Zeit des Dreiigjhrigen Kriegs in Deutschland, also zu einer Zeit verbten, zu der aus den schwedischen Scharen der Geist der Zucht und Ordnung lngst gewichen war und man sie in protestantischen Lndern ebenso sehr frchtete, als die kaiserlichen Truppen. Man gibt ihnen schuld, dass sie den Einwohnern z.B. Mistwasser in den Mund gossen, um sie zur Angabe ihres Geldes zu zwingen, dass sie die Frauen entehrten, ihnen dann die Brste abschnitten u.s.w. Nach einigen wird dies den Schweden des Dreiigjhrigen Kriegs nach dem Tode Gustav Adolf's zur Last gelegt, wohl aber mit Unrecht, da die erwhnten Grausamkeiten dem Einfall der Schweden in Deutschland zur Zeit des Groen Kurfrsten von Brandenburg vor der Schlacht von Fehrbellin angehren.

Dat du drei Bren kriegst!
Holstein
i] Glimpfform fr: dass der Teufel ber dich komme. Ausdrcke, womit der Bauernfeind den ehrwrdigen Landmann missbraucht)

Dat du nicht kackst, dat wundert mie.
Ukermark
i] Von denen, die sich sehr gefhrlich bei etwas gebrden.

Dat eene mutt sick na dat annere fgen.
Rendsburg

Dat eene up de Knakn, dat ander upn Stakn.

Dat Ei is kluker o'se dat Haun (Huhn).
Waldeckisch Uppland
la] E stultiore candelabrum.

Dat Ei will klker wesen, as dat Hohn.

Dat eine ml schr, dat andere ml en spr.
i] Das eine mal schier, d.i. lauter, unvermischt, das andere mal ein bischen.

Dat eine Older dat slpt, dat andere dat t, dat andere dat lset.
i] Zur Schilderung des verkommenen Alters nach allen Seiten

Dat eine schaf folget dem anderen.
la] Agnus ovem sequitur, capras hoedique petulci.
la] Unam ovem aliae sequuntur, hoc est facile simul decipiuntur simplices.

Dat einen van 't Arweden rk ward, leit ne drin, wier 't de Fall, mist de sel rker as de Mller sin.

Dat em de Nase bewert (bebt).

Dat ne dat man will, dat annere dat man mut.
Rendsburg

Dat Enne (Ende) dreggt de Last.
Oldenburg
fr] En la queue et en la fin gist de coutume le venin.
la] In fine summa operis difficultas.

Dat er en dingen als en bufiest.
Grafschaft Mark
i] bufiest = Bofist, wahrscheinlich aus bo und fiest zusammengesetzt. Fiest = Bauchwind, Schleicher

Dat erschte Jahr posse von Harte, dat zweite Johr lewe mt Schmarte, dat dritte Johr bifze de bafze, dat vrde Johr Treppafze.
i] So denkt man sich in der untern Volksschicht das eheliche Leben.

Dat erste Winn'n hlt de Kieler Jungs nich fr gd.
Sderdithmarschen
hdt] Gleich anfangs beim Spiel zu gewinnen, halten die Knaben in Kiel nicht fr gut.

Dat es (hei vertellt) e Mhrke (Mrchen) met 'm (von) Appelgrke.
Ostpreuen
i] Eine drollige, mrchenhafte, mit Humor vorgetragene Erzhlung.

Dat es alle plus minus, sied (sagt) Krmer.

Dat es Botter (Butter) n der Galge geschmt.
Kln
i] Wenn man seine Hilfe an Unwrdige vergeudet, ungereimte Unternehmungen u.s.w. untersttzt
ho] Boterje tot de galg toe.
ho] Het zou boter aan de galg gesmeerd zijn.

Dat es Brud (Brot) asse Kistekauken.
Grafschaft Mark

Dat es dat, sacht Schmack, da schlug he de Fru egen Nack.
Aachen

Dat es de Onderbocks van dem Brgermeister.
i] Unterhose, d.i. der Sekretr auf dem Brgermeisteramte.

Dat es de unrechte Gaitlink.
Iserlohn
i] Drossel, angelschsisch giddian = singen. In der obigen Redensart, womit man einen gefhrlichen Menschen bezeichnet, knnte gaitlink, wie Woeste bemerkt, aus dem altschsischen gadaling entstellt sein, wie man ja auch in derselben Bedeutung: 'dat es de unrechte Landsmann', gebraucht.

Dat es den Handlanger von Goddes Woord.
Meurs
i] Der Kster

Dat es der Schlonk (Schlund) us Albon.
Bedburg
i] Um einen unerfllbaren Magen, einen unersttlichen Fresser zu bezeichnen.

Dat es e Glich'S Leve (Leben).
Kln
i] Womit man einen ungestmen Lrm, Tumult bezeichnet. Die Redensart bezieht sich auf die Brgerunruhen in Kln unter Nikolaus Glich und Abraham Sax vom Jahre 1680-86.

Dat es e bergang, sd de Hahn tom Regenworm, on fret em op.

Dat es en dick Ai (Ei), awwer et birstet noch as 'ne Karthaune.
Iserlohn
i] Von sehr groer Freundschaft, die keine Dauer verbrgt

Dat es en dickriggiger Ohm.
hdt] Ein Ohm mit einem dicken Rcken.
i] Zur Bezeichnung eines reichen Landmanns.

Dat es en dtsken Menschen.
Iserlohn
i] Sagt der Bauer von einem Gebildeten, der auf des Bauern Weise und in dessen Sprache mit ihm verkehrt.

Dat es en kumoude (bequemes) Dingen, sagte de Br, doa soagh h 'n Lampenssnter (Lichtschere), knped de Kuale (Kohle) vam Lechte (Lichte) un dd se der in.
Halver in der Grafschaft Mark

Dat es en Pflaster von Grtten.
Waldeck
i] Ein Pflaster von Grtze; ein verkehrtes Mittel, um etwas zu erlangen oder um sich aus einer Verlegenheit zu befreien.

Dat es en rechten Hans in allen Gaten.
Iserlohn

Dat es en Tollheit, wenn dem Bre de Pipp steht.
Jerentowitz

Dat es 'et Geld fr de Kau, sach de Krl, da brag he siner Frau enen grosken un siewen penninge na hus.
Grafschaft Mark

Dat es jst, as wamme 'me Smiele (Schmele) in't Balkenhual hnged.
Grafschaft Mark
i] Von sehr geringer Wirkung, wie ein Tropfen Wasser auf einen heien Stein, wie wenn eine Kuh eine Erdbeere verschluckt.

Dat es keine Bone wrt.
Iserlohn

Dat es kn Narr, de 't sgt, de ess 'n Narr, de 't lft.
Lippe

Dat es lelk (garstig), sei de Uehl, do sog se hr Jongen an.
Meurs

Dat es men pust in de Fust.
Iserlohn

Dat es Mnkearbeid.
i] Faule Arbeit.

Dat es mt Nswasser geniht.
Kln

Dat es 'n slechten bideler (Bettler), da nitt ene dr missen kann.
Iserlohn
i] Ich kann auch ohne dich fertig werden, ich bedarf deiner nicht

Dat es 'ne Mann, d sich net mieh gehrig shen und der Dfel met Weihwasser onge de Oge werpe kann.
Bedburg

Dat es 'ne slechte Hsfro (Hausfrau), de mit 'n Karkenkled in de Kke geiht.
Bremen

Dat es nett so breit wie et lank es.
Meurs
ho] Dat is net zoo breed, als het lang is.

Dat es nit Foss (Fuchs), dat es nit Hase.
Grafschaft Mark
i] Weder das eine noch andere

Dat es noch nit ute dn (Vorgeschichte).

Dat es 'r in oane Stein, harre (hatte) de Br sagt, doa harr 'e 'n Schnecke gefressen, und gemeint, es sei eine Pflaume.

Dat es Schweilands Dau.
Niederrhein
i] Ist schlechter Acker

Dat es so faste (fest) as Balve (o. asse Dpen).
Grafschaft Mark

Dat es so gewis as dat twi mol twi fir sind.
Grafschaft Mark
ho] Ik heb het zoo gewis, als of ik het in mijne hand had.

Dat es so gewis as fr der Wermingser Peute de Mune (Mond) opgid.
Iserlohn
i] Wermingser Pforte. Wermingsen ist eine Ortschaft stlich von Iserlohn. Peute fr Parte = Pforte

Dat es so sr (sauer) at et krit.
Grafschaft Mark
i] Von krten = schreien, also schreiend sauer.

Dat es so taoh asse Rindlr.

Dat es van Plunnen in 't Pltt.
i] Plunnen = Plunder, Lumpen; Pltt = ein abgeschnittenes Streifchen oder Stckchen Leinwand, wie man es etwa zum Verbinden anwendet. Sinn: Durch die betreffende nderung wird die Sache nicht besser.

Dat es wahret Leiden, wenn't Vigoolke nich geit.
Mockrau bei Graudenz
i] Es ist seht unangenehm, wenn eine Sache nicht gelingt, wenn etwas keinen guten Fortgang hat. Vigoolke = Violinchen.

Dat es wat vn bversten Bn.
hdt] Das ist was vom obersten Boden.
i] Etwas Ungewhnliches

Dat es, as wamme der Sau en gllen Halsband mme dud.
Iserlohn

Dat es, as wan de kau' ne Aelberte (Erdbeere) sluiked (schluckt).
Grafschaft Mark

Dat es'n Profit osse wenn ne bi Strauh bckt.
Waldeck
i] Ein Gewinn, als wenn man bei Stroh bckt.

Dat ess dem se Brdschf (Brotschaf).
Bedburg

Dat ess e gro Tabernakel un wenig Heiligtum.

Dat ess e Krock (Kraut), dat wiss net en jiddem Gaden.
Bedburg

Dat ess e su 'ne Rump Schlump.
Bedburg
i] Unordentliches Frauenzimmer.

Dat ess em gepfiffen.
Bedburg
i] Sagt ihm zu, passt in seinen Kram, entspricht seinen Wnschen.

Dat ess em noch net usgewssen.
Bedburg

Dat ess em noh der Mtz.
Bedburg
i] Darber hat er seine Freude; es ist so, wie er's wnscht.

Dat ess en Lieb, de brennt wie Messpl (Mistjauche) en der Lamp.
Bedburg

Dat ess Fleisch esu frd we gl Hoar.
Kln

Dat ess Fleisch esu frd, dat mss wl vun er l Koh ov vun em drggen Buet sin.
Kln
i] Buet = trockenem Rinde

Dat ess im 'ne Schlag en de Bocks.
Bedburg

Dat ess kene Speckbohne kochen.
Bedburg
i] Der Ausgang lsst sich nicht vorausberechnen.

Dat ess 'ne Scholderdrger.
Bedburg
i] Einer, der auf beiden Schultern trgt.

Dat ess 'ne Wrme, wenn h hingen dem Oven sitz.
Bedburg

Dat ess Pott wie de Deckel.
Bedburg
i] Zwei Dinge von gleicher Gte.

Dat ess so glick (gleich) wie de Weg na Niedk (Neuteich).
Danziger Nehrung

Dat ess Speck un Schwt (Schwarte) vun einem At.
Kln
i] Sie haben sich gegenseitig nichts vorzuwerfen.

Dat ess wie e Schmedsferchen (Schmiedefeuerchen).
Bedburg
i] Um schnelle Verbreitung zu bezeichnen.

Dat ess'ne Mhnegrsser.

Dat est 'ne Dankverdener.
Bedburg
i] Augendiener, Manteltrger

Dat este sget me Mieze un hingenoh sget me Katte.
i] Voran geht das freundliche Lockwort.

Dat Eten hett nich Klack noch Smack.

Dat fackelt nig.
i] Damit ist nicht zu spaen

Dat fallt gd.
i] Das geht gut, die Karten fallen nach Wunsch

Dat fallt in't Fleth (Kanal).
i] Es ist verloren, vergeblich

Dat fallt int Geld.

Dat fallt in't Gle (Gelbe).
i] Es fllt in den Dreck, wenn etwas misslingt

Dat fallt mi in de (ut de) Hand.

Dat fllt nicht (o. schwer) ins Gewicht.

Dat fllt wich, as dem Kappeziner de Harbl.
Grafschaft Mark

Dat Fatt (Fass) tosloan.
Westfalen
i] Ein Ende mit etwas machen
z] Es ist besser dieses Fass zuzuschlagen und unsere Gedanken auf etwas anderes zu wenden.

Dat Feld hett ren un de Busk hett gen.
Ostfriesland

Dat Feld is so kl, man kann en Ls mit de Schwp (Peitsche) drup herumjagen.
Holstein
i] Von einem fruchtlosen oder abgemhten Acker

Dat Fentchen upn Hot steckn.
i] Frhlich, vergngt, ausgelassen sein

Dat Fett drifft doch bwen, all is't k van'n dden Hund.

Dat Fett mutt alltyd bawen (oben) dryven.

Dat find't sick bi'n Beddenmaken.

Dat fingt sich bie 't Utkiehr'n, s' de Jong, doa ha 'r henner de Dr schten.

Dat Fleisch ess esu frd, do kammer de Zng op schliefe.
Kln
hdt] Das Fleisch ist so zhe, man kann die Zhne darauf schleifen.

Dat fluscht bter.
Danzig

Dat flscht, sd' de Krevt, un schrt de Pogg de Kutt av.
Mecklenburg

Dat fft' Radd an'n Wagen.

Dat fllt t de Bilad in de Kist.
i] Es ist gleich, ob der Mann oder die Frau einnimmt oder ausgibt. Die Beilade ist ein Nebenraum in einem Kasten.

Dat Fortuna bonum, sed non durabile donum;
attollit pronum, faciens de rege colonum.
Carmina Burana
dt] Das Glck schenkt Gutes, aber nicht als dauerhafte Gabe; sielsst Erniedrigte aufsteigen, macht aus einem Knig einen Bauern.

Dat fritt kn Brod (Brot)
i] Von Dingen, die man nimmt und verwahrt, weil sie, wie Haustiere, keinen Unterhalt kosten.

Dat Fr (Feuer) is mi in de Schob utgan.

Dat Fr (Feuer) wil wohl aale braten.

Dat Fr brennt em op de Ngel.
Ukermark
hdt] Das Feuer brennt ihn auf die Ngel, auch: brennt ihm unter den Ngeln. (Er ist in der dringendsten Gefahr und Not)

Dat Galenus opes, dat Iustinianus honores:
pauper Aristoteles cogitur ire pedes.
Walther, Proverbia sententiaeque
dt] Galenus gibt Reichtum, Iustinian verleiht Ehren: der arme Aristoteles bleibt stets Fugnger.

Dat ganze Hierohn (Heiraten) es'n Lotteriespiel.

Dat gpt wt und bitt (beisst) Nms (niemanden).
Ostfriesland
i] Gapen = den Mund weit aufsperren, ghnen, gapsk = zum Ghnen geneigt, schlfrig, gaffend, unverstndig, gierig
ho] Hij moet lanc gapen, die den oven overgapen sal.
la] Oscitat ille diu qui furnum vincit hiando.
la] Qui furnum superet hiando, diu puer hiscet.

Dat gat vl macke (sanfte, ruhige) Schafe in n'n Stall, un wilde noch mr.
ho] Er gaan veel tamme schapen in een hok, maar nog meer wilde want die kruipen op elkander.

Dat gve de Hund sner Mme (Mutter) nich, wenn se k im Kindelbedde lge.
i] Von einer seltenen Leckerspeise
ho] Een hond zou dat zijne mor niet geven.

Dat gaw Luft, s(de) de Drn, un krg twe Kinner up'n ml.

Dat Geblate (Geblt) td, sag de Snder, doa sprank 'e in 'n Dk un trok den Znbok wr hert.
Plettenberg in der Grafschaft Mark

Dat geer de Hund sin Mm nich, wenn se k im Kindelbett lge.
Holstein
i] So was Schlechtes gbe selbst der Hund nicht und wenn die Mutter im Kindbett lge

Dat gf Lucht (Luft), sd de ltje Drn, un krch tw Kinner up nmal.
Holstein

Dat geff em en Schlag in de Bckse.

Dat geht de Runde.
i] Geht aus einer Hand in die andere.

Dat geht holter de polter.
Waldeck
i] ber Kopf und Hals. Auch: Hulter de pulter und Huster de buster
ho] Het is holder de bolder (o. hol over bol).

Dat geht um as 't Hunneleiden.

Dat geht up Lv (Leib) un Leven.
i] Das ist eine Halssache.

Dat gid chter's (rckwrts) as de Hne krassed (kratzen).
Grafschaft Mark

Dat gid asse gesmerd.
Grafschaft Mark

Dat geid, dat et schnff, sag de Junge, doa rt (ritt) he up de Suege.
Mnster
hdt] Das geht, dass es schnauft, sagte der Junge, da ritt er auf der Sau.

Dat geiht dr bilangs, at wenn de Dvel Trf fhrt.

Dat geiht em wie dem Esel, dei twei Herren har: Ein meint mmer, dei Anner har em all fauret.
Mecklenburg

Dat geiht so ne, Plumen (Pflaumen) ten, un kein Geld gwen.

Dat geiht, dat et schnfft (schnaubt).
Lippe

Dat geit (geht) so eben as wenn Gottlieb danzt.
Pommern
i] So eben, d.h. so langsam, ruhig

Dat geit af as warme Weggen.

Dat geit as de Fleig' inner Bottermilk.

Dat git as wan der Duiwel 'ne Katte fuksed.
Grafschaft Mark
i] fuksed = fuchsen, fuxen = einen als Herr und Meister wie einen Fuchs hart behandeln, vexieren, plagen, ihm Mhe und Verdruss machen.

Dat git asse wamme 'ne Katte dr de Drite jged.
Grafschaft Mark

Dat geit wer Krd (Kreide) un Rdstn.
Mecklenburg

Dat geit b Hsten un Snwen (Schnauben).

Dat geit bi Kaw un Stru.
Bren
i] Von dem, was in jeder Weise geht

Dat geit b Nurten un Stten as de Swne pisst.
i] Nurten = Stzen, Abstzen, Sten.

Dat geit din Ns (Nase) vorbi.
Holstein
i] Das bekommt er nicht.

Dat geit dr et Lsch (Schilf).
Meurs
i] Um zu sagen: das geht zu weit, geht verkehrt

Dat geit em an'n Kragen.
Mecklenburg
ho] Het zal hem zijnen besten kraag kosten.

Dat geit in de Welt un upp't Eiland der mall her.
Ostfriesland

Dat geit in die Quist (Quitz).
Knigsberg in der Neumark
i] Das ist verloren.

Dat geit kamp up.

Dat geit kunterbunt to.

Dat geit Lr (Leder) um Lr (Leder), brdst (o. sleist) du mi, ik brde (sla) di wr (wedder).
Ostfriesland
i] Wie du mir, so ich dir. In Rendsburg: Leerer um Leerer.
ho] Ler om ler, sla je mij, ik sla je wer.

Dat geit me in de Breke (Brche).
Westfalen
i] ber mein Fassungsvermgen

Dat geit mi nicks an, ick bin 'n Hamborger, sagte der Fuhrmann.
Hamburg
i] Ein Hamburger Fuhrmann, der (im Mai 1865) Feldmarschall Graf Wrangel gefahren hatte, verlangte beim Absteigen in Altona das Fahrgeld. Als man ihn auf die Altonaer Kommandantur wies, gab er die obige, bald sprichwrtlich gewordene Antwort

Dat geit Moder (Mutter) un Gske an.
i] Das sind Frauensachen.

Dat geit Moder und Geske an.
Ostfriesland

Dat geit na de Lummert.
i] Es geht verloren. Lummert ist der niederdeutsche Ausdruck fr Lombard = Leihhaus, so genannt, weil in der Lombardei die ersten Leihhuser im 14. Jahrhundert entstanden.

Dat geit na dusend Dwel.

Dat geit na Sacken Keller.
Ostfriesland

Dat geit net as de Leferkes (Lerchen), in n Nacht fett un mager.

Dat geit nich in'n hollen Baum.

Dat geit nich, als rinschoaben (hineingeschoben) un werrer rut (wieder hinaus) ut'n Aoben (Ofen).

Dat geit nich, hadd de Kerl seggt, hadd krapen.
Ostfriesland

Dat geit nig af ane Ducks.
i] Auch Dks, bezeichnet hier soviel wie Schlge. Ebenso in der Redensart: He krigt Ducks. In Hamburg heisst dksen = prgeln

Dat geit no de Rg (nach der Reihe) as in Oldeslo dat Backen; wer kn Mehl hett, de sleit dat ver.
i] Oldesloe, eine kleine holsteinische Stadt an der Trave

Dat geit ewer de Kerwe (Krbe).
Bren
i] berschreitet das Gewhnliche, ist bertrieben.
z] Das Wasser wohl ber die Krbe geht.

Dat geit ver de Bme (hoch ver all' de Bargen).
Holstein
i] Es ist sehr viel

Dat geit ver de Schrewe.
Ostfriesland
i] Linie, Richtschnur, Strich

Dat geit ritschratsch.

Dat geit so lk (gleich) as de Weg na Bremen.
Hamburg
i] Krumm und schief

Dat geit so lk als de Weg na Bremen.
i] lik = gleich, eben, gleichmthig, englisch: like, dnisch: lige; liker = gleicher, liken = gleich sehen. D.h. sehr krumm.

Dat git so nich, as Frau goaht sitten.
Recklinghausen

Dat git so nich, as wenn 'm (man) en Ber der de Dret (Dreck) jgt.
Recklinghausen

Dat geit so nich, Plmen (Pflaumen) ten un kn Geld geven.

Dat geit strk un sett.
i] Von einer Arbeit, die hurtig fortgeht, Strk von striken, welches nachgeben, fahren oder streichen lassen bezeichnet, und nicht blo vom Segel streichen, sondern auch vom Niederlassen einer Last, die in der Winde hngt, gebraucht wird.

Dat geit mmer hulter de pulter.
i] ber Hals und Kopf

Dat geit mmer ver Kopp (Kopf) un Noars.
Mecklenburg

Dat geit um'n golden of um'n sern.

Dat geit van de Hand in'n Tant.
Ostfriesland

Dat geit von Flessen.
Mecklenburg
i] Es geht gut und rasch von statten

Dat geit vr de Wind in't Gasths.

Dat geit wedder na'm olen Barin to.
i] Es geht wieder auf die alte Weise, den alten Krebsgang. - Barm = Brme, Hefe, Gescht

Dat geit wie von Schapert's Erker.
Litauen
i] Um starken Durchfall zu bezeichnen

Dat geit, dat 't stuft (stiebt), s de Jung, do rd he up 'n Katt aver de Plt (Herdplatte).

Dat geit't Sandpatt (Sandpfad) up.
Ostfriesland

Dat Geld hett korte Haare.
Bremen
i] Es lsst sich schwer festhalten

Dat Geld mutt'n von de Lde nehmen - s de Afkat - von de Bm schuddeln kann ickt nich.

Dat geld to Wandsbeck.
Hamburg
hdt] Das gilt nicht.
i] Dieses Sprichwort ist wahrscheinlich, wie man einerseits meint, zu einer Zeit entstanden, als das grfliche Gut Wandsbeck noch sehr unbedeutend war, oder auerhalb des hamburgischen Gebiets lag. Nach anderen verdankt das Sprichwort seine Entstehung der Zuflucht, welche ehemals daselbst unrechtliche Menschen, bse Falliten, Metzen u.s.w. fanden, wie dies aus der Geschichte des adelichen Guts Wandsbeck (Hamburg 1773) zu ersehen ist.

Dat Geld, wat stumm is, mkt lk (gerade, gleich), wat krumm is.
Ostfriesland

Dat gelt to Peine up'n Eiermarke.
i] Wenn jemand eine Behauptung aufstellt, die nirgends Gltigkeit hat, so erwidert man ihm: das gilt zu Peine (Stadt im Hildesheimischen) auf dem Eiermarkte.

Dat genk im buawwer dim Hirten (Herzen) hir.
Sauerland
i] Es war kein Ernst in der Sache

Dat geschieht ne m diner glen Haar wegen.

Dat geschitt (geschieht) nich, on wenn hei sck ngen on ngentigmal op en Kopp stellt.

Dat gescht (geschieht) e-er, s sik de Kau dat Auge lecket.
Bren

Dat geschtt nich um diner glen Hr.
hdt] Es geschieht nicht um deiner gelben Haare willen.
i] Nicht deinetwegen. Goldgelbe Haare galten einmal fr besonders schn

Dat Gesicht mag ick lieden, s de Bur, do km'n halben Swienskopp op'n Disch.

Dat get buff baff bster af.
i] Von oberflchlicher, bereilter Arbeit

Dat get grupp di grapp in minen Sack.
Iserlohn

Dat gt krumm inn.
i] Das weicht von der geraden Linie, vom rechten Wege ab.

Dat gt mi in de Seel na.
i] Berhrt meine Seele schmerzlich, geht mir herzlich nahe.

Dat gt nich anners, segt de Jung, un fidelt up 'n Stock.

Dat gt nich so, segt Beckmann, as slp b't Mten un d ehr nix.

Dat gt vr de Hunde.
i] Es geht verloren

Dat gev Luft, s de Deern, da kreg se twee Kinner up eenmal.

Dat gifft allerhand Schlach Ld, man bloots kein vierkantige un keine ganz runne.

Dat gifft Lucht (Luft) in de Kt (Kate), hadd de Kerl seggt, hadd de letzte Pann (Dachpfanne) van't Hs reten.
i] Kate = Htte, schlechte Wohnung, die Kothe, daher Kther, Kthner, Kothsasse, engl. cot, cottage, hollndisch kot.

Dat gifft Luft, seggt Lnk, donn sll he 'n Gsei legg'n.

Dat gifft mihr bunte Hunn' (o. Kuh) as een(en).

Dat gifft 'n grt Lock (Loch), seggt Lnck, donn sll he 'n Gsei legg'n.
i] Lnck = Sperling; Gsei = Gnseei. Wenn es hart ankommt, mit geringen Mitteln groen Anforderungen zu gengen.

Dat gift alltd Mester aver (ber) Mester.
i] Jeder findet seinen Meister.

Dat gift mehr Poggen (Krten) as Negenogen.
i] Wenig wirklichen Gewinn; auch: viel Bewerber, aber wenig geeignete.

Dat gift Rmte (Raum) um de Heerd, s de Papenborger tegen sin Wiv; do weern em seben Kinner in de Pocken strwen.

Dat gift'n grotet Lock s de Lunk, da scholl he en Gosei leggen.

Dat ging an, saed dumm Jrgen, 'n Schilling un' ne Schnd Brot.

Dat ging hart gegen hart.
i] Es wurde mit dem Streit Ernst, es kam zu Schlgen

Dat ging so in de Rabs.
Holstein

Dat ging, dat de Haie (Heide) wackele.
Lippe

Dat gink: Hest du nich, so wullt du nich!

Dat givt Luft, seggte de Fru, un kr Drillinge.

Dat giwt d Ruhe, sd' de Br, da lt he snen Bern snden.
Hamburg
i] Ber = Eber schneiden = kastrieren.

Dat giwt Rmde um de Hrd, see de Papenborger tgen sn Ww, d wassen hm swen Kinner in de Pocken avstrwen.
Ostfriesland
i] Rmde = Raum; nach der dem Gothischen: itha, althochdeutsch: ida entsprechenden niederdeutschen Substantivbildung auf: de, te, wie Hchde, Lngde.

Dat glimmert as de Carfunkel vr't Avenloch.
i] Spttische Beschreibung von Flitterstaat

Dat Glck lpt m to Dren und Fensters in.

Dat goaren (Garn) es so ful asse Drite (Dreck) (o. asse Mist).
Grafschaft Mark.

Dat Goet moet gaen van dar et gekommen ist.
[RSpW]
hdt] Das Gut muss hingehen, woher es gekommen.
i] Handelt von einem besondern Erbfolge-, dem sogenannten Rckfallsrechte, nach welchem, um die Gter bei der Familie zu erhalten, die Stammgter, die der Verstorbene hinterlsst, dem Stamme wieder anheimfallen, von welchem sie hergekommen sind, die vom Vater erhaltenen also an die vterliche, die von der Mutter an die mtterliche Verwandtschaft.
ho] Het goed moet gaan, daar het van daan komt.

Dat glt (gilt) n Millhuse. Mhlhausen, Kreis Preussisch-Holland im Regierungsbezirk Knigsberg.

Dat h su df unger der Aede (Erde) wr, als 'nen Hs en sibbe Johr hppe kann.
Kln
ho] Ik wilde, dat hij eene spiets diep onder de aarde stak.

Dat hadde eck in enne (in ihm) nicht gesucht.
Lippe
i] Diese Kenntnis, diesen Verstand, diese guten oder schlechten Gesinnungen habe ich bei ihm nicht vermutet.

Dat hlt keen Zick ut, un wenn se noch so spitz is.
Uckermark
i] Wird bei groer Anstrengung in der Hitze und Klte gesagt. Spitz scheint hier als mager und zh zu gelten.

Dat hlt net Stech.
Bedburg

Dat hlt van twelf Uhr bs Medag.
Meurs
i] In Ostpreuen sagt man: Von elf bis Mittag, was aber denselben Sinn hat, da die Arbeiter dort um elf Uhr zu Mittag essen, was auch von Nassau gilt.
Jdisch-deutsch] Das halt von Aleph bis Taw. (Vom ersten bis letzten Buchstaben des hebrischen Alphabets ist schnell gezhlt, also nicht lange)

Dat hlt van Vespertit bit de Hauner opflaiget.
Iserlohn

Dat hlt wie e Eckreduus.
i] Es ist sehr stark

Dat hlt wie 'ne Furz em Schnufdoch.
Bedburg

Dat Handwerk hett en Bodden vun Gold.

Dat Handwerk skt wol, man starvt nich.

Dat hnget aneinanner as Kattenscheske.
Sauerland

Dat hangt tohope as Schapktels.

Dat har ick mal dohn schollt, s de Jung, dar har de Kanaillenvagel in de Zoppenterrin scheeten.

Dat har schlecht war'n kn'n, s' de B'r, ass de Bull em 'n Bk upschlitzt har, un h starwen wull.
hdt] Das htte schlecht werden knnen, sagte der Bauer, als der Bulle ihm den Bauch aufgeschlitzt hatte und er sterben wollte.

Dat haren wi hatt, seggt Jochen, as har sinen Varer begrw.

Dat hrr gefhrlick hulpen, sd' de Paster, harr vr'n Kranken bd't, de was dd blben.
Hamburg

Dat harr ick nich dacht, sd de Bur, dor full he van'n Wagen.

Dat harr ik mal dn schullt, sd' de Jung, d scht n Swulk (Swlk, Schwalbe) in de Soppe.
Ostfriesland

Dat harr lch (bse, bel) wrden knnt, see de Br, as de Bull em de Bk upschlitzt harr un he starben wull.
Hamburg

Dat hrr'n w hat, s' Hinnerke, as h sinen Vder begrov. Jever
hdt] Das htten wir gehabt, sagte Heinrich, als man seinen Vater begrub.

Dat Hart (Herz) will'n Klager hebben.
Ostfriesland
ho] Het hart wil een' klager hebben.

Dat Harte (Herz) fallt em in de Boxen.
ho] Het hart zinkt hem in de schoenen.

Dat Harte mot en'n Frnd hem, un wenn et ok mant en Tunstake is. Gttingen
hdt] Das Herz will einen Freund haben und sollte es auch nur ein Zaunpfahl sein.
i] Wenn in heiratsfhigen Mdchen der Wunsch, sich zu verloben, einmal erwacht ist, so nehmen sie es mit der Persnlichkeit des Bewerbers nicht sehr genau.

Dat ht d us dem Mau geschtt.
Bedburg

Dat ht d us der Luet geschpp.
Bedburg
ho] Dat is uit de lucht gegrepen.

Dat ht goar knen Schick.
Mecklenburg

Dat ht kn Sg (Segen) orer Deg.
Mecklenburg
i] Deg (auch dg) = gedeihen, vom mittelhochdeutschen dihen, vorwrtskommen, wachsen, wovon unser hochdeutsches gediegen.

Dat hat nich Schick, nich Stl.

Dat hat noch Schick.
Altmark
i] Das ziemt sich, darin findet sich Harmonie

Dat haut anners um, sgt Ms Ml.
Holstein
i] Das ging anders als wir dachten, schlgt auf andere Weise aus, ist anders zu verstehen.

Dat hw ick 'n Prster (Priester) awsiehn, s' de B'r, un dpte sn tw't Kind slwst.

Dat Hearte (Herz) bltt (blutet) eame.
Bren
i] Er wnscht schmerzlich, an dem Besitz, Genuss, Gewinn eines anderen Anteil zu haben!

Dat heast diu out eigenem Titte ni soegen.
i] Das hast du nicht aus dir selbst.

Dat heat' e bi wakendem Aese un sloapenden Aeugen doan.
Westfalen
i] Ohne Aufmerksamkeit

Dat hebb ick am Halse as 'n Plackenfewer (Fleckfieber).
i] Ich wei nicht, wie ich dazu gekommen bin

Dat hebbe ik hrt, see de dove Geerd.
Holstein
hdt] Ich hre wohl, sagte der taube Gerhard.
i] Wird gesagt, wenn einer auf das Gesagte nicht achtet

Dat heft nuscht op sk, seggt de Br, on kmmt leddig ut de Wald.
Samland

Dat heft weder kop (Kopf) noch strt.

Dat Hg (Heu) ss so got, dat et de Plaschker Farr to Mddag ten kann.
i] Plaschker = ein Kirchdorf im Kreise Tilsit

Dat Hegen (Sparen) ess et Hebben.
Lippe

Dat helpt all mit gegen Smach, s de Bur, dor seet bit Middagten eene Lus up den Kohlteller.

Dat helpt fr de Ms s de Bur und stek sin Hus an.

Dat helpt fr Ms, s de Buur, do stickde he sien Huus an.

Dat helpt nich, mie lew Herr, sd' Schering wenn ick doch Slge hebben sall, ik krg se ht oder morgen.

Dat helpt! s jener Knecht, as he dre Dch op n Frwenn mei't har.
Sderdithmarschen
hdt] DDDas hilft, sagte jener Knecht, als er drei Tage auf einer Furchenwende gemht hatte.

Dat helpt, os wann 'ne Mgge in'n Rhen piss't.
Paderborn

Dat Hemd is mek ncher (oder: nger) as de Rock.

Dat Hemd trillt (zittert) hum vr de Nrs.
i] So ngstet er sich

Dat hest drapen, sr dei Krpel (Krppel), as en dei Hund in't hlten Bein beten har.
Mecklenburg

Dat ht (heisst) ins, man kumm nig bett.
Holstein
hdt] Das ist einmal, aber komm mir nicht wieder damit.

Dat ht (heisst) Kato! Wullt du nich vr to sehn, seh na to.
Ostfriesland

Dat het de Fos (Fuchs) emten un den Schwanz tauegehwen.
Hannover

Dat het de ganze Dag also gn (gehen), se(de) Anke Diedels, do lg se mit Appels in de Gte (Gosse).
Ostfriesland

Dat ht ik slampampen, sagte jener Herzog, als er mit seinen Leuten vier Mark in der Apotheke verzehrt hatte.

Dat ht ins (einmal), man kumm m nich bett.
i] Einmal, aber komm nicht wieder

Dat ht net alltd: Pus, Pus; dat ht k wohl ins: Katz, Katz.
i] Mit dem Rufe 'Pus Pus' lockt man die Katze, mit dem Rufe 'Katz Katz' verjagt man sie.

Dat ht nich: kack op e Phl (Pfhl), dat ht fat: scht det ganze Bedd voll.

Dat het no einmal guet gohen, sag de Kster, do storde de Thrmledder herunner.
Sauerland

Dat het sn Haken.
Altmark
i] Die Sache ist nicht klar, hat Schwierigkeit, es steckt etwas dahinter

Dat ht, fahrt na Spandau, um den Knig zu sehen!
i] Sprichwort aus der Zeit des Dreiigjhrigen Kriegs. Die Leipziger Messe war vorbei und die hamburger Kaufleute fuhren mit vierundzwanzig reichbeladenen Wagen nach Hause. Doch wollten sie den groen, bei Spandau stehenden Schwedenknig sehen. Gustav Adolf nahm sie freundlich auf, und hrte einer Predigt, die ihr mitreisender Geistlicher hielt, zu; da er aber Geld brauchte, so hatte er whrend der Predigt ihre Wagen in sichern Verwahrsam bringen lassen und zwang sie zu einer freiwilligen Anleihe von 80.000 Taler, indem er ihnen einen Schuldschein darber gab. Als sie in Hamburg den Vorfall anzeigten, so sagte der hamburger Brgermeister das obige Wort, das lange Sprichwort blieb.

Dat het: Lup (lauf), lup, Junge! Wann ick miun eigen Beste nit wsste, leip ick mi dut in einem Dage.
Sauerland

Dat hett Art! Seggt Mahrt.
Holstein

Dat hett de hl (ganze) Dag all s gn, s(de) Anke Diedels, d lg (lag) se mit Appels in de Gte (Goe, Rinne).
Ostfriesland
i] Der Volksmund bezieht hier schelmischerweise den Ausruf der Anke D. auf das Liegen in der Gosse, obgleich sie wahrscheinlich dabei an einen ganz andern Umstand gedacht hat.

Dat hett enen groten Namen.
i] Es scheint viel zu sein, ist es aber nicht.

Dat hett gn Schwrigkeit, see de Backer, d h't Brd t licht mkte.
(hdt) Das hat seine Schwierigkeit, sagte der Bcker, da hatte er das Brot zu leicht gemacht.

Dat hett he an sin seer (kranken) Been.

Dat hett he in de Fhl (Gefhl), as de Bidder (o. Bedler) de Ls.
Ostfriesland

Dat hett keen Schwierigkeit - s de Bcker - as he dat Brot to licht makte.
hdt] Das hat seine Schwierigkeit, sagte der Bcker, da hatte er das Brot zu leicht gemacht.

Dat hett kn Schwierigkeit (Gewicht, Schwere), se(de) de Backer, d h't Brt to licht mkte.
ho] Het heeft geene zwarigheid, zei de bakker, en hij had zijn brood te ligt gebakken.

Dat hett kene Not.

Dat hett nich Klack noch Schmack.

Dat hett nig Schick nog Klick.
Holstein
i] Ist schlecht von Form und Farbe

Dat hett vl Ft (Fe) bi de Eer.
i] Das ist sehr umstndlich

Dat hewe 'k im afsghuaten, sach de Biur, da hadd' e sin twedde Kind selwer doft.
Kirchspiel Hemer in der Grafschaft Mark
i] Abschieen steht hier in der Bedeutung von 'absehen'. Der Bauer hat dem Pastor die Kunst, ein Kind zu taufen, abgeschossen, d. h. er hat ihm abgesehen, wie er die Taufe vollzogen, und hat sich dann das zweite Kind auf dieselbe Weise selber getauft.

Dat hit en Waterflecken; wann de Sunne drop schinnt, dann giet et en Luok.
i] Ist sehr dnn und fadenscheinig.

Dat hitt Otto Bellmann, sg'n se in Barlin.

Dat holt n de Noppen van de Kler.
i] Die kleinen Kntchen in Wollen- und Flachsgeweben, die sich nur an neuen Kleidern zeigen. Keine Noppen an den Kleidern haben, heisst daher soviel als abgeschabte Kleider tragen. Noppengarn = das aus der schlechten Hechelhede gesponnene Garn.

Dat hlt hrt, sd' de Buck, dr sll he lammen.
i] Drckt das uerste Widerstreben jemandes aus, etwas zu tun, was ihm sehr schwer ankommt oder ganz unmglich ist
d] Hart er ufd hest at binde ved krybbe, at sge vand i fod-steenen, plukke haar af loe.

Dat hret met to (da gehrt dazu), as de Brt to 'n Bucke.

Dat hrt op.
Deutz
i] Dem kann nicht stattgegeben werden, das ist verkehrt

Dat hbscht Mke hefft a Drpke an de Ns'.
i] Gewhnlicher Ausruf des ersten Mhers, wenn er eine kleine Pause machen will, die von allen Mhenden, namentlich den Mdchen, von denen jede die hbscheste sein mchte, zum Putzen der Nase verwandt wird.

Dat Huhn leggt drn Kropp un de Koh melkt drn Hals.
fr] Les poules pondent par le bec.

Dat Huhn, dat sick slwen wat kleit, dat het wat.
Braunschweig

Dat Hundertste in't Dusendste smit'n.

Dat Hs (Haus) ist verhret, sagte die Hure, als sie zum Fenster hinaussah.
ho] Dat huis is verhuurd, zei de hoer, en zij kijkt ten venster uit.

Dat Hs ht golde Balcke.
Kln
i] Es ist stark mit pfandrechtlichen Schulden belastet

Dat Hs must du fr 'n Schn' ansehn.
Bremen

Dat huyss heisset zum hogen drpel.
i] Von einem ungastlich Abgeschlossenen
la] Fores habet tritas, ut pastorum casae.

Dat ies eimoal fiks un eimoal niks.
Westfalen

Dat ies kn Speck vr min Bek (Mund, Schnabel).
i] Um zu sagen: das mundet mir nicht.

Dat ies so viel, s wann 'n Kau 'ne Elwerte slcket.
Westfalen
fr] C'est un grain de millet la bouche d'une ne.

Dat ies, s en Iesel (Esel) up der Bueterschetele (gemalt).
Westfalen

Dat ies, s wann me 'n Vaterunser in 'n Dum (Dom) jaget.
Westfalen

Dat Inbten kmmet drer, osse dat Backen.
Waldeck
i] Einheizen, von beuten, Feuer anlegen.

Dat irste Fr (Feuer) un dat letzte Gras, da drinken de Herrn den Hypokras.

Dat is all n Lepel (Lffel) un n Pott.
Mecklenburg
i] Von sehr guten Freunden.

Dat is all bereins (dasselbe) sd' de Fru, un legte sich up 'n Mann.

Dat is alto fett, speck in botter to braden.

Dat is anners wat, as: Jan, kumm herin un et wat.
i] Das ist nicht so angenehm wie Essen fr Jan.

Dat is Artjen vunt Va'rtjen, Ortjen vunt Mo'rtjen.

Dat is as Bcker Mffken.
Sauerland
i] Feste Preise

Dat is as n Schtteldk.
i] Von schmutzigem, aus aller Form gebrachtem Leinenzeug. Schsseltuch ist nmlich das Waschtuch, womit in der Kche die Teller und Schsseln gereinigt werden.

Dat is as 'n Hund vr'n Groschen.
Altmark

Dat is as Nacht un Dag.
i] Wenn der Unterschied sehr gro.

Dat is as'ne Quabbe.
i] Um etwas, z.B. Federvieh, als fett zu bezeichnen.

Dat is babn betnet (bezunt) un unner krupt de Swine dr.

Dat is berkent (beregnet), as Peter Meyer sn Hochtd.
Ostfriesland

Dat is beschickt, s de Mann, do har he sin Fro na 'n Karkhof bracht.
Jever

Dat is blot 't rschte moal, s de Schuoster, do krg sn Fr acht Wochen noa de Hochtd 'n Kind.

Dat is dar alle Dage Hand int Haar.

Dat is de Ardrpe hr Nd, (se hebben) 's Winters gn Botter un 's Smmers gn Brod.
i] Sie sind nicht haushlterisch, sie sparen keine Butter fr den Winter und kein Korn fr den Sommer.

Dat is de Beer (Birne) nig weert, dat man den Steel so krdert.
i] Krdert = Krutert, wrzt. - Von einer Sache, die mehr Mhe und Kosten macht, als sie wert ist
z] Die Birne ist nicht wert, dass man den Stiel sogar wrze.

Dat is de Gos (Gnsen) recht, worm is se ne bi Da' noah Hs goahn, s' de Voss, und bt hr'n Kopp aw.

Dat is de hele Plunner (Plunder).
i] Da ist der ganze Bettel, der ganze Haufen alter, wertloser Sachen.

Dat is de Knst van de Karmelk, dat se blaulet.

Dat is de Mann, de 't Lant verhert (verpachtet).
Ostfriesland
i] An den muss man sich wenden. Es wird eine Anekdote von einem gewissen Ohmstede, erzhlt, der mit auerordentlichen Krperkrften ausgestattet gewesen sein soll. Einmal hatte derselbe Land zu verpachten. Einige Tage nach der Bekanntmachung wird Ohmstede, der eben am Pflgen ist, von einem Vorbergehenden angehalten, ihm die Wohnung des Verpchters zu zeigen, worauf Ohmstede erwidert, indem er auf sich selber zeigte: 'Hier is de Mann, de 't Land verhrt', und dann, mit aufgehobenem Pfluge auf seine Wohnung zeigend, hinzusetzte: 'und dar wohnt he.'

Dat is de ole Jakob met de nee Mtz'.
Hamburg
i] Von Neuerungen oder nderungen, die den alten Grund bestehen lassen, also keine durchgreifende Verbesserung sind. Die Redensart hat ihren Ursprung darin, dass die alte Jakobskirche um das Jahr 1820 mit einem neuen Turm versehen wurde.

Dat is de Pastor sin Grt all.
i] Eigentlich Grtze, uneigentlich Gehirn, Verstand, Witz.
z] Wahrscheinlich ist die Redensart bei einem zu frh beendigten Gastmahl entstanden, das irgendein Geistlicher seinen Bauern fr gelieferte Naturalien oder erwiesene Handleistungen gegeben hat. Man wendet sie bei Gelegenheit jeder unerwartet schnellen Beendigung irgendeiner Handlung oder Thtigkeit an, wenn dieselben aus Mangel an Kraft oder Mitteln herbeigefhrt worden ist.

Dat is de rechte Gast.
i] Ironisch

Dat is de Swr (das Sonderbare, Wunderliche) dervun, dat de Karrnmelk (Buttermilch) blau is.
i] Swren = schwrmen, schwelgen, lustigleben, ausschweifen.

Dat is de Swir dervun, dat de Karnmelk blau is.
i] Swir = Wendung, Schwung, uneigentlich ein lockeres, schwrmendes Leben.

Dat is de Weg na'n Tugthuse.
i] Zucht- oder Correctionshaus.

Dat is de Weg na't Gasths.
i] Spital, Armenverpflegungshaus.

Dat is de Weg tom Dr hent.
Holstein
i] Von Verschwendern.

Dat is di aber eenen, dar kannst woll 'Du' to seggen.

Dat is doch mal en Gesicht, s de Buur, as de Swienskopp up'n Disch keem.

Dat is Derkop-Brand, see Woltert, d leh he de Viole up't Fer.
Ostfriesland
i] Ein teuer erkaufter Brand, einer der viel kostet

Dat is een grot Frittup.
i] So sagt der Hamburger doppelsinnig von groen Gastereien

Dat is een Kierl, denn hett de Adebor nich unner teigen Dler in die Welt sett.

Dat is een Kierl, denn hett een Schp schln.

Dat is een stren Hund.
Ostfriesland
i] Das ist eine groe, schwere Aufgabe. Str = schwer

Dat is Een vun de Htten.
i] De Htten waren eine Gasse im Hamburger Neuen Stadtteil (Michaelis-Kirchspiel), wo ehemals nur kleine Huser standen, in denen unter anderen Dirnen blen Rufes wohnten. Eine solche meint auch die obige Redensart

Dat is een vun't Mrken.
Holstein
i] Mrken, eine Altonaer krumme Nebengasse, wo ehemals viel zweideutige Personen gewohnt haben. Eine solche Dirne meint das Sprichwort

Dat is eenen, de socht Ngelken uter Pickpannen.

Dat is ein Afwaschen.
Holstein
i] Ist ein Abtun, geht in eine Rechnung)

Dat is ein' oahne Stn, st de Plumerter, doa ha'r 'ne Sckneck hinnerschluckt.

Dat is ein recht Hinnerviertel von 'n Satan.
Mecklenburg
i] Von bsen, znkischen Frauen

Dat is elfen un dartig, is buten mn Verstand.

Dat is em an'burn, as de Su 't Whlen.
ndt] Deam ist's angebora wie der Sau 's Nuelen. Schwaben

Dat is em ene melkende K (Kuh).
i] Das bringt ihm wesentliche Vorteile.

Dat is em in de Dpe (Taufe) nig vrsegget.
i] Das kommt ihm unerwartet, er hat davon noch nichts gehrt.

Dat is em kort tosneden.
i] Er kann nur kmmerlich leben, es ist ihm kurz zugeschnitten.

Dat is n ander Schnack, as: 'Jann kum 'rin un t wat!'
Ostfriesland
i] Rede, besonders leeres Gerede, Geplauder, Geschwtz, Scherz, Spa. Obenan steht dem Oldenburger das Essen.

Dat is n arg Jude.
i] Sagt man von einem Christen, der unbilligen Gewinn, bermssige Zinsen nimmt.

Dat is n dull Kram.
i] Das ist eine verwirrte Sache.

Dat is en ei unde en dop.
i] Von Herzensfreunden

Dat is n elend Lock (Loch).
i] Das ist eine schlechte Wohnung.

Dat is en Fienen met gruowen Opsligen.
Grafschaft Mark
i] Ein Feiner mit groben Aufschlgen

Dat is 'en Heft ohne Stift.

Dat is en Himphamp up de lgekruke (o. in de lgemelle).
Bren
i] Wenn jemand mit der Wahrheit nicht heraus will. Es sind bloe Ausreden, Ausflchte. Himphamp (vgl. das englische to hamper) ist eine verwickelte, verworrene Sache oder ein weitlufiges Gestelle, Gebude, Machwerk, das viel Raum einnimmt, aber wenig Strke und Nutzen hat.

Dat is en Leben in de Marsch, Alldag Speckpannkoken und Hhnersupp to Vesperkost.

Dat is n Mhrenschlaf.
i] Ein tiefer Schlaf.

Dat is en Msekenprester (Musepriester).
i] So nennt man in Pommern einen kleinen geschwtzigen Menschen.

Dat is n Pracher (Bettler).
i] Ein Mensch, der nichts im Vermgen hat.

Dat is en rechte Gapenstock.
i] Gaffer, Maulaffe

Dat is en rechten Fall in den Br.
Holstein
i] Der Holsteiner sagt: In den Brei fallen, wofr wir im Hochdeutschen sagen: Mit der Tr ins Haus

Dat is en rechter Entenschnack.
Holstein
i] Nichtssagendes Geschwtz

Dat is en rrei (Rhrei) und e pankoken.
i] Zur Bezeichnung sehr ser Freundschaft.

Dt is en schlecht Hund, de biet s licht un nich dorvan fret.

Dat is en schlechte Maus, de nich mehr as En Lok wet.

Dat is en slecht Schaf, dat sin Wull nig dregen kann.
Hamburg
i] Um zu sagen: Aus Vorsorge gehe ich oder reise ich nicht ohne Mantel, damit ich Schutz gegen schlechtes Wetter habe, das eintreten knnte.
d] Det er ondt faar der ei gider baaret sit eget faet.

Dat is en slechten Prachervagt (Bettelvogt), de kn Hs kann vorbign.
Holstein
i] Der bei keiner Schenke vorbeigehen kann, ohne einzukehren, und seinen Bettlerfang darber versumt. Von solchen, die in ihrem Berufe nachlssig sind.

Dat is en slechten Ptt (Topf), doa me 't Water ingaiten maut.
Iserlohn

Dat is en slechten Vuegel, d in sin egen Nest dritt (kackt).
Iserlohn

Dat is en Slump, wenn en Soldat in den Himmel kummt.

Dat is n Stakdr.
i] Ein junger Mensch (Knecht oder Magd), der stark in der Arbeit ist, auch von Kindern, die nicht verzrtelt und verweichlicht sind.

Dat is n Sndenvergeben.
Holstein
i] Ein Abtun, ein Aufwaschen.

Dat is n ut Lukas Ohm sn Bel.
i] Wenn jemand sehr aufschneidet; es ist eine klassische Lge.

Dat is en verstken Kram.
Holstein
i] Eine zerrissene Bekanntschaft, eine Verbindung, aus der man nicht klug wird.

Dat is n vrgeten Moller.
i] In dem Sinne von vorgegessen Brot. Moller bezeichnet das Getreide, das man auf einmal zur Mhle schickt.

Dat is n vun dat rechte Slag.
Holstein
i] Ironisch: Der taugt nicht viel.

Dat is n vun 't Mrken. Altona
i] Ein Mdchen von schlechtem Ruf. Mrken ist eine krumme Nebengasse, in der ehemals derartige Personen wohnten.

Dat is n Wandsbecker.
i] So nennt man beim Kartenspiel in Altona und andern Orten einen durch Coupiren mit Atout gemachten Stich.

Dat is n, de sine Moder (Mutter) vor 'ne Hure scheld.
i] Ein roher, bsartiger Mensch.

Dat is enen, ba me de annern met fnget.
Grafschaft Mark

Dt is ns (eins) up hunnert, sd' de Br un mkt 'n Frken (Ferkel) un noch drt (dazu) 'n bunt.

Dat is even so (ebensoviel) veel as kumm her un do'tnog mol un scht mi wat.
Hamburg
i] Von vergeblichem, nichts wirkendem Tun oder schlechter, unbrauchbarer Arbeit

Dat is even so viel as kumm her, un do 't noch mal.
i] Von einem vergeblichen Thun.

Dat is ewen nn Manngeld.
i] Das ist eine so groe Summe nicht.

Dat is faut.
i] Das war verfehlt. Es ist fehlgeschlagen. Von faute = Fehler

Dat is Finkeljchen.
Mecklenburg
i] Finkel, eigentlich Fenkl, dnisch Fennikel = Fenchel, daher Finkeljochen, eigentlich Finkeljuchen = Fencheljauche, d.i. schlechter Branntwein, wie Fusel. So heisst Jchenbroer einer, der schlecht Bier braut. Der Verfasser eines Artikels ber die Einwirkungen der Juden auf die deutsche Sprache behauptet, abweichend hiervon, dass der letzten Hlfte des obigen Worts weder das deutsche Wort Jauche, noch ein deutscher Vorname zu Grunde liege, sondern dass es nur an Joachim hingelehnt sei, aus dem hebrischen jajin, das, wie das arabische wain zeige, mit unserm 'Wein' genau zusammenhnge. Zum Beweise fr diese Behauptung wird die Stelle aus Hebel angefhrt: 'Zwei Zechbrder besuchten oft eine Stunde weit einen Freund aufs Mittagessen, weil er guten Jochem hatte und ihm der Wein nicht berzwerch im Fass lag.' Hoffmann von Fallersleben bemerkt ber das Wort: 'Wahrscheinlich ist es weiter nichts als das rotwelsche 'gefnkelter Joham'.'

Dat is gn Deit (Deut) wert.
i] Von etwas, das sehr geringen oder keinen Wert hat

Dat is geren (geraten) s en Glied in de Mettwurst.
Sauerland
i] Die Mettwurst ist nicht gegliedert

Dat is grade so viel, s wenn twei kuemet un bringet niks.
Westfalen

Dat is guod, dat di de Oars no' fest sit't.

Dat is Hans Puff.
i] Ein grober Mensch; wird auch wohl gebraucht, um grobes Volk berhaupt zu bezeichnen und steht dann fr Pbel.

Dat is hart aber gerecht, s de Buck, da schull he lammen.

Dat is hier upr Pracherharbarge.
i] Eine Bettelschenke, ein Ort, wo nichts zu haben ist.

Dat is Hoeren (Huren) Inschlag un Hoeren Schrgrn.
Ostfriesland

Dat is holl un boll.
Mecklenburg
i] Z.B. von Stellen, die von Maulwrfen, Musen u.s.w. unterwhlt sind; auch von unterktigen Wunden

Dat is in de Eulenflucht mkt.
i] So heisst die kurze Zeit, die man zu einer Arbeit bedarf.

Dat is inne growe Grund verdorwen.
Mecklenburg
i] Grund als Femininum von Niederungen gebraucht. Inne Grund = im Tale. Sonst wird 'grober Grund' auch von Stellen auf der Strae oder dem Acker angewandt, die durch Schmutz und Regen unwegsam geworden sind. 'Goa em nich noa, he fhrt uns inne grove Grund.'

Dat is ja kn Rofgt (Raffgut).

Dat is jo man Geld un Gd, et is jo nich Flsch un Bld.
i] Wenn ein bel nicht tiefer als bis an den Geldbeutel geht, wenn es nicht Freiheit, Gesundheit und Leben berhrt.

Dat is jo so lang as van Bornhved na Dalldrp.
i] Der Weg von Bornhved nach Dalldrp fhrte ber eine traurige, eine Meile lange Heide, wo die Landstrae, um nicht zu verirren, an beiden Seiten mit groen Pfhlen bezeichnet war.

Dat is jwitt gan.
i] Ist durch Unachtsamkeit verloren gegangen.

Dat is keen Kunst, Buur to warrn, aver to blieven.

Dat is kein Spas, s de Nachtwchter, wenn man in't Horn schitt!

Dat is kn Df (Dieb), de der stellt (stiehlt) un't wr (wieder) bringt.

Dat is kn Kattendreck.
z] Das heisst doch nicht fr Katzendreck sich md' und lahm kasteien.
i] Nichts Verchtliches und Unbedeutendes, Wertloses.
ho] Dat is geen kattedrek.
la] Inveni, non quod pueri in faba.

Dat is kn Kinnerspill (Kinderspiel), wen oll Lde up 'n Stocken rden.
Mecklenburg

Dat is kn Kunst, Br to ward'n, aber wul, n to bliwe.
Sderdithmarschen
dt] Es ist keine Kunst, Bauer zu werden, aber wohl, einer zu bleiben.

Dat is klar wie Drank.
Ostpreuen
i] Die fr die Schweine aufgesammelten Speisereste.

Dat is korjose (kurios), s' de dune Bu'r, a em Jrgen in de Bxen schten har, Arvten gten, un Linsen schten.

Dat is Kramerlatn (Krmerlatein).
i] Damit bezeichnen die Leute der untern Volksklassen Holsteins alles Fremdsprachliche, was sie nicht verstehen, also keineswegs schlechtes Latein.
ndt] Welckere man vp Rodtwelsch vnde de Kramerlatin affgdischer wyse Welsch vnda dwelsch daher haspelt vnde dat hundertste mank dat dusent auer Halss und auer Kop auer einen Hupen werpet. Mecklenburg
ho] Het is Kramer Latijn.

Dat is Kunst, s' de Nachtwchter, wenn man m in 't Hoarn schitt.

Dat is lange wachten (warten) man qud fasten.

Dat is Mhren-Arbeit.
i] Eine schwere, unmenschliche.

Dat is mal een Infall, s de Bur, dor fullt em dat Reitdack bern Kopp tohoop.

Dat is Malligheit, s de Krl, do stohl he sn Nabers Toback.
i] Auch Malligkeit = Scherz, Spa, lustige, lcherliche Einflle; Torheit. Entschuldigung des Diebes, wenn er ber der Tat ertappt wird.

Dat is man een fr de Frag s de Wirt, un smet den Schoster to'n Huse h'rut.

Dat is man en Be, de flggt wol bald wer.
i] Schauer, Gewitterschauer, pltzlicher Unglcksfall, gute oder ble Laune

Dat is man n Kattensprunk.
Pommern
en] it's only a stone cast (o. a stone's throw) from here
fr] c'est deux pas d'ici
fr] Saute crapaud nous aurons de l'eau.
it] si arriva l in un salto

Dat is man en Morgensupp.
i] Nur ein Frhstck, nicht viel.
la] Tam facile, quam pirum vulpes comest. Plautus

Dat is man n Perdumnis.
i] Das eine ist nicht besser als das andere. Das Wort soll aus per dominum zusammengezogen sein, mit welcher Formel sich ein Gebet wie das andere zu schlieen pflegte.

Dat is man n vr de Frag', sd' de Wert, un smt den Schster t'n Hs h'rt.
Holstein

Dat is man Kaff (Spreu).
Altmark

Dat is man 'n Bje, 't geit boll vrafer.
i] Es ist nur ein vorbergehender Regenschauer, uneigentlich: nur ein vorbergehender, zuflliger Unfall nach einer Gardinenpredigt

Dat is man strk unde sett.

Dat is Maus wie Miene.

Dat is mi en Vlksken, hadde de Dvel eseggt, do was he met de Kikforssen ant Kruen ewest, un wann he den ehnen op den Kruwagen sat hadde, was m den anderen deraf sprungen.
mhd] Das ist mir ein Vlkchen, hatte der Teufel gesagt, da war er mit den Frschen am Karren gewesen, und wenn er den einen Frosch auf den Schiebkarren gesetzt hatte, war ihm der andere davongesprungen.

Dat is mi to mchtig.
i] Das geht ber meine Krfte.

Dat is mi to rund in minen vrkant'gen Kopp.
Pommern

Dat is mi to spitz, s Till, as he in'n Hechel scheeten harr, un schull't utlieken.

Dat is Ms (Maus) as Maw, de Katt bitt se alle beide.
i] Wird gesagt, wenn unter Kleinigkeiten ngstlich gewhlt wird. Um zu sagen, das ist einerlei, das gilt gleich; denn die Maus und ihre Mutter sind eine so gut wie die andere.

Dat is mit em man kumm (kommen) un gaa.
i] Er hlt sich nicht lange auf.

Dat is mit em, as wenn de oll Sau sichten hrt.
i] Sofort ist er da, in der Hoffnung, dass auch fr ihn etwas abfallen knne.
z] Bald darna teidt un horket de Altarpape alse ene Sge, de sichten hret.

Dat is mit'n Scht besegelt.

Dat is Moders Kind wst.
i] Von einem Mdchen, das bis zur Verheiratung bei der Mutter gewesen ist.

Dat is Ms (Maus) as Mer, Strten (Schwnze) un Oren hebbt se all.
Ostfriesland

Dat is Ms as Mr.

Dat is Ms of Mr (auch: Ms as Mau), de Katt fritt se alle beide.
Holstein
i] Es ist einerlei, die Katze frisst Maus und Mausmutter.

Dat is myn vp und hen. (Ist mein Alles)

Dat is myn vp und hen.
i] Ist mein Alles

Dat is 'n aischen Fudikan.
i] Das ist ein arges Versehen

Dat is 'n Ammansbk.
i] Von einem wohlgenhrten dickbuchigen Menschen

Dat is 'n anders, see de Mller, bet (= biss) up'n Musektel.
Ostfriesisch

Dat is 'n anner Korn, sr de Br (Mller), dr bt he drch nen Msektel.

Dat is 'n anner Krwt (Kraut), s' de Dwel, doa ha 'r sin' Grossmuo'r in de Rs' fangen.

Dat is 'n anner rt Krvt (Krebse), sd' de Dwel, dr hrr he sn Grossmder in de Rs (Reuse) fongen.
i] Wenn der Ersatz ein ganz anderer ist, als man ihn erwartet hatte.

Dat is 'n anner Slag Koorn, s de Mller, da beet he up'n Musktel.

Dat is 'n bokweten Nachtmtz mit 'n tinnern Knp.
Beverstedt

Dat is 'n Brill, dar passt de achter Enn' in.
Ostfriesland

Dat is 'n Dwel, de blo mit Minschenhut owertrocken is.

Dat is 'n Eiersnak.
i] Zur Bezeichnung von dummem Gewsch

Dat is 'n Gewissensfrag, of de Brt noch Jumfer is.
Pommern

Dat is 'n harde Fisk (Fisch) to flmen.
i] Utflmen = Fett aus den Tieren nehmen, auch Schuppen und Flossfedern abziehen. - Von einer schweren und mhsamen Sache.

Dat is 'n hle Misswisen.
i] Falsches Zeichen, besonders falsche Deklination der Magnetnadel. Das ist fehl geschossen, ist ein groer Strich durch die Rechnung.

Dat is 'n Hund von 'n Pierd, se de Jung un rd (ritt) up'n Segabuck.

Dat is 'n isern Jan Hinnerk.
i] Ein starker mutiger Mensch, den nichts anficht, der sich alles bieten darf.
z] Wahrscheinlich hat Graf Heinrich III. von Holstein (1381), mit dem Beinamen ferreus, zu der Benennung Anlass gegeben.

Dat is 'n Kammerktzchen.
i] Spottname auf ein Kammermdchen.

Dat is 'n Kierl as 'n Bor (Br).

Dat is 'n Lden (Leiden), s' Fehlmann, un treckt 'n Rock verkiehrt an.

Dat is 'n lgn Prster, de nich denkt, ml Superndent do warden.
hdt] Das ist ein niedrig denkender Priester, der nicht meint, einmal Superintendent zu werden.

Dat is 'n Leiden vr de Ogen, wenn dat Rad wer de Ns geht.
Greifswald

Dat is 'n Maisje van dr Sessjes.
i] Also ein soeben mannbares Mdchen von 3 mal 6 = 18 Jahren.

Dat is 'n mall Kken.
i] Ein Bruder Lustig, wenn nicht gar Liederlich.

Dat is 'n Mann.
i] Der wei sich als Mann zu zeigen.

Dat is 'n Melkbk (Milchbauer).

Dat is 'n Muskant! sd' Asmus, hrr'n Frken in'n Sack.
hdt] Das ist ein Musikant! sagte Asmus, da hatte er ein Ferkel im Sack.

Dat is 'n nischen Wauwau.
Holstein
i] Das ist ein fataler Streich, ein schlechtes Spiel. Wauwau = Name der Kinder fr den Hund, die man auch damit schreckt.

Dat is 'n ollen Brummbor.

Dat is 'n Paar, kein Musikante kann se beater bin ein spielen.
Westfalen

Dat is 'n Paar, wenn de n schit, tranen den annern de Oge.
Sderdithmarschen
i] Das ist ein Paar, wenn der eine scheisst, gehen dem andern die Augen ber oder trnen

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