Weisheiten 76

Anweisung (o. Assignation) ist keine Zahlung.
[RSpW] (In dem Falle aber, wenn A eine Forderung an B hat, dieser aber A an C weist, welcher dem B schuldig ist, um sich die Summe auszahlen zu lassen, C aber entweder an A nicht zahlen will oder berhaupt nicht zahlen kann, ist die Anweisung keine Zahlung. A hat die Schuld des C von B nicht bernommen und hlt sich mit seiner Forderung nur an B)
ndt] Anweisung is noch geen Betahlung.
Ostfriesland
ho] Assignatie is geene betaling. - Onderwijzing is geene betaling.

Anweisung (o. Delegation) ist gute Bezahlung.
[RSpW]
i] Dieses Sprichwort gilt, wenn A fr seine Forderung an B, dessen Forderung an C an Zahlungsstatt frmlich bernimmt und sich somit aller Ansprche an B begibt.

Anweisung ist keine Zahlung.

Anweisungen fr ein glckliches Leben
la] vitae praecepta beatae

Anwerber seine volle Freiheit habe, seinen Antrag zurckzunehmen und eine andere Verbindung einzugehen.)

Anwerbung macht keine Verbindung.
[RSpW]
i] Dem Ehestande gehen Anwerbung, Jawort, Verlobung und Trauung voraus. Dies Sprichwort bezieht sich aufs erste und will anzeigen, dass, solange auf die Anwerbung das Jawort nicht erfolgt, der Anwerber seine volle Freiheit habe, seinen Antrag zurckzunehmen und eine andere Verbindung einzugehen.

Anwesend und doch abwesend
la] praesens absens

Anziehen wie Magnet.
i] Von Sachen und Personen, die einen starken Einfluss auf unser Begehrungsvermgen ausben.
ho] Hij trekt het al gelijke de zeilsijzer trekt een.
la] Omnes attrahens ut magnes lapie.

Anziehungskraft besitzen: Sie ist ein Zauber kluger Hflichkeit. Man benutze diesen Magnet seiner angenehmen Eigenschaften mehr zur Erwerbung der Zuneigung als wirklicher Vorteile, doch auch zu allem.
Baltasar Gracin y Morales, Handorakel und Kunst der Weltklugheit

Ap, wat hest du wackre Kinner.
Oldenburg
i] Spott auf die Affenliebe vieler Eltern, welche ihre Kinder fr die schnsten und wohlbegabtesten halten.

Apage, Satana!
Vulgata, Evangelium secundum Matthaeum
dt] Weiche, Satan!
i] Oder wie ihr gern saget, pfui des Teufels.

Apartheid ist die Herrschaft der Gewehre und der Henker.
Nelson Mandela, Aufruf nach dem Soweto-Aufstand von 1976

Ape, knicke dick, Esel bcke dick, segt de Bere un slut 'n Slagbm.
Lneburg

Ape, wat hest du moje (= schne) Jungen.
Ostfriesland
ho] Aap, wat hebt gij mooije jongen. - Schipper, welk een mooi wijf hebje.

Apenteker kche bter, und losse sich r Kchen doch dier bezuolen.

Apfel der Zwietracht.
la] Malum discordiae.
Justinus

Apfel fllt nicht weit vom Stamme.

Apfel hin, Apfel her, ich gehe gewiss nicht dran.

pfel um Birnen.
i] Wechsel, der wenig ndert.

pfel und Frauen sind auswendig schn, inwendig wurmstichig zu schauen.

pfel vom Herrengaul sind auch keine Slinge.

pfel zu Ostern und Mdchen ber dreiig schmecken nicht mehr.

pfel, Birnen und Nuss machen der Stimme Verdruss.
d] Aebler, paerer og nder skade rsten.

pfel, Nss' und Mandelkern fressen die Auerkinder gern.
Mnchen
i] Die Au ist eine dortige Vorstadt.

Apfel: Sndenfallobst.
Hans-Horst Skupy

pfelschnitz und Bireschnitz, sie wachse 'n a de Bume,
's geht Mnge zue 'me Meitschi g'hilt, 's wr' besser, er blieb daheime.

pfelschnitz und Birneschnitz und gli Ruesli drunger,
wenn ein Muetter e Jumpfern 'n isch, so nimmt's mi's Dvels Wunger.

Apfelschnitzen hat jedermann im Halse sitzen.

Apfelsinen sind gut, aber Kartoffeln sind besser.
z] Man lebt besser von lauter Kartoffeln als von lauter Apfelsinen, aber der erste Anbiss von einer sen Orange ist freilich romantischer, als der in eine gekochte, oder gar in eine rohe Knollenfrucht. Zur Charakteristik der Frauen von Bogumil Goltz

Apfelwolken und geschminkte Frauen sind nicht von langer Dauer.
fr] Temps pommel et femme farde ne sont pas de longue dure.

Aphorismen schreiben sollte nur einer, der groe Zusammenhnge vor sich sieht.
Robert Musil

Aphorismen sind die Einflle der Philosophen.
Luc de Clapiers Marquis de Vauvenargues

Aphorismen sind doch keine Aphorismen um Gottes willen! Es ist doch nur, um euch im Leben rasch kurz zu helfen. Sie knnen doch daher weder geistreich noch bld sein. Wie die Medizinen: die knnen doch auch weder geistreich noch bld sein, sondern helfen oder nicht helfent
Peter Altenberg

Aphorismen sind vielleicht der beste Weg, um philosophische berzeugungen darzulegen. Ein Philosoph, der darauf ausgeht, ein ganzes, kompliziertes System zu entwickeln, ist zuweilen unfreiwillig nicht mehr ganz aufrichtig. Er wird der Sklave seines Systems, dessen Symmetrie zuliebe er oft bereit ist, die Wahrheit zu opfern.
Lew N. Graf Tolstoij

Aphorismen: Wenn der blitzartig rasche Gedanke richtig ist, bedarf er keiner historischen Entwicklung. Und wenn er unrichtig ist, kann ihn eine langsame, naturgeme, historische Entwicklung auch nicht verbessern!
Peter Altenberg

Aphorismus - das kleinste mgliche Ganze.
Robert Musil

Aphorismus: Nicht Fisch und nicht Fleisch. Nicht Epigramm und nicht Entdeckung. Es fehlt ihm anscheinend an der Ganzheit, Einprgsamkeit, Reduzierbarkeit odgl. Blo Bewegung ohne Ergebnis, Knotenpunkt usw. Darum die Abneigung gegen ihn. Schlage es nicht in denWind!
Bewegt-Neuangeregtseinwollende Zeiten lieben Aphorismen. So Nietzsche und die Moderne.
Robert Musil

Apke, spring' wer.
Knigsberg
i] Spottend zu dem, der auffallend gekleidet geht.

Apollo ist der echte Typus eines Franzosen: er ist einer von denen, die es nicht ertragen knnen, dass irgendein anderer ebenso gut die Flte spielt als er.
Bismarck

Apollo lacht nicht immer.

Apotheker und Postmeister tragen grob Tuch.
z] Es is noch ganz ni so lang her, dat de Aftheker jo so groff wren as de Postmeisters.

Apotheker, Doktor und Jurist bringen das best von unrechten gut darvon.

Apothekerflaschen geben dem Tode zu naschen.

Appel, trag die Taler herein, dass ich zappel.
i] Worte einen sterbenden Geizhalses an seine Diener gerichtet. Sprichwrtliche Bedeutung: Geld bewegt, erzeugt Leben und Lust zum Handeln.

Appelbrei is Appelbrei, sagt Quaddel.
Hildesheim

Appelgraue Lcht (Licht), iserfast (bestndig) Wer; Jungens, staht up un hlt de Pr.
i] Mit diesem Rufe weckt der Bauer an einem viel versprechenden Morgen seine Knechte.

Appellieren und Bettlen stehet jedermann frey.
i] In unsern Tagen da, wo ffentliche Ordnung herrscht, nicht mehr.

Appetit braucht nicht Torte zu suchen, ihm schmecken Eierkuchen.

Appetit ist die beste Soe (od.
Sauce, Brhe).
fr] Il n'y a point de pareille sauce que l'apptit.
la] Cibi condimentum est fames, potionis sitis.

Appetit lehrt den Lahmen gehen und Hunger lsst (o. lehrt) ihn springen.
Russland

Appetit ohne Kredit gibt ein schlechtes Fazit.

Appetit sieht Eierkuchen fr Torte an.

Appetit und wenig auf den Tisch ist besser als kein Appetit bei Braten und Fisch.

Appezeller Khe und appezeller Lt touged nid zu s, sged Thurgauer und d' Schaffhuser.

Applaus ist der Anfang der Schmhung.
Japan

Aprell (April) ist auch ein Winterg'sell.

April April, er wei nicht, was er will.
pl] Kwiecień - plecień, bo przeplata trochę zimy, trochę lata.

April drre - macht die Hoffnung irre.

April frisst der Lmmer viel.
fr] L'ouaille (brebis) et l'abeille en apvril ont leur deuil.

April hat sin egen Will.
Ostfriesland

April ist bos (bse), darum gehe nicht blo!

April ist bos, darum gehe nicht blo!

April ist der grausamste Monat, Flieder zeugend aus dem toten Land, Erinnerung und Begierde mischend.
T. S. Eliot, Das wste Land

April kalt und nass fllt Scheuer und Fass.
fr] Bourgeon qui pousse en avril mel peu de vins au baril. (In Bezug auf den Wein)
pl] Kwiecień, co deszczem rosi, wiele owocw przynosi.

April kommt auf den Mrz.
z] O trawrigkeit dess Hertzen, wan wirstu nemmen ab? Aprill kombt auff den Mertzen, der winter geht zu grab. Trutz-Nachtigall von Fr. Spee, 1649

April macht die Knospen rund, Mai ffnet ihnen den Mund.

April nass und kalt gibt Roggen wie ein Wald.

April na und kalt, wchst das Korn wie'n Wald.

April ohne tchtig Graupeln zwingt oft, Rinden zu knaupeln.

April regnet den Menschen, Mai regnet den Tieren.
i] Aprilregen trgt zum Gedeihen des Getreides, Mairegen zum Wachstum des Grases bei.
fr] Avil pleut aux hommes, mai pleut aux btes.

April soll dem Mai halb Laub und halb Gras bringen.

April trocken macht die Keime stocken.

April tut, was er will.
ndt] April dt wat he will. Mnster
ndt] Der April thuat wiare will. Innsbruck

April tut, was er will.
ndt] April dt wat he will. Mnster
ndt] Der April thuat wiare will. Innsbruck

April und Herbst hat hinter jedem Hag ein Regen.

April und Mai frwahr sind die Schlssel frs Jahr.

April und Mai machen frs Jahr den Brei.
fr] Avril et Mai de l'anne font tous seuls la destine.

April und Mai sind die Schlssel zum ganzen Jahre.
en] April and May are the keys of the year.

April und Weiberwill ndert sich sehr bald und viel.

April warm und na tanzt die Magd ums Butterfa.

April warm, Mai khl, Juni nass, fllt dem Bauer Scheuer und Fass.

April windig und trocken,
macht alles Wachstum stocken.
pl] W kwietniu posusza - nic z ziemi się nie rusza.

April, April, der macht, was er will.

April, April, der wei nicht, was er will.

April, April, ich kann dich narren, wie ich will.

April, das ist der Mond, in dem sich Spargelstechen nicht lohnt.

April, dein Segen heit Sonne und Regen - nur den Hagel hng' an den Nagel.

April, kau still.
i] Im April muss man die Khe nicht auf die Weide treiben.
d] April med sin pig jager dean ind tilig.

April, nass und kalt, gibt Roggen wie ein Wald.

Aprildrre macht jede Hoffnung irre.

Aprilen Blut' (Blte)
Tut selten gut.

Aprilen Blut' (o. Aprilenblut') tut selten gut.

Aprilen ziert das Erdreich fein,
Mit schnen Kratern und Blmelein.
Spatzier in Lufft, halt mssig dich,
Jag, Impf, Se, das Erdreich brich.
Jetzt erhizt und mehrt sich das Blut,
Drumb Aderlassen ist sehr gut.

Aprilenflut fhrt den Frosch weg mit seiner Brut.

Aprilenglut tut selten gut.

Aprilenschnee bringt Gras und Klee.

Aprilenschnee dngt, Mrzenschnee frisst.

Aprilensturm und Regenwucht kndet Wein und gold'ne Frucht.

Aprilenwrme und Regen machen den Schnecken die Wege.

Aprilflckchen bringen Maiglckchen.

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