Weisheiten 72


Das Stroh mit einem brechen.
z] Strohhalm und Ähre galten bei den Alemannen als Rechtssymbol. Den Halm einer Kornähre brachen und vereinigten die altrömischen Brautpaare zum Zeichen des Eheabschlusses und nannten diese Feierlichkeit nach der dabei verwendeten Stoppel stipulatio. ? Indische, an alter Sitte haftende Bergbewohner lassen bei Schließung ihrer Verträge einen Strohhalm zwischen beiden Teilen brechen, und dieselbe Rechtsform war auch den Deutschen gemeinsam. Schon den Kelten war das Stroh heilig. Brich das Stroh mit ihm, sagt heute noch der englische Kelte dem, welchem er raten will, die Verbindung mit einem andern abzubrechen.

Das Stroh sammeln und die Körner verschütten.
Russland

Das Stroh schonen un bi Flass back'n.

Das Stroh sparen und bei Flachs backen.

Das Stroh, auf welches die Leiche gelegt wurde, muss verbrannt werden.

Das Strohbund wird zum Abend gegeben, der Garnknäuel zu Mittag.
Estland

Das Stück hat ausgespielt.
fr] Tirez le rideau, la farce est jouêe.

Das Stück spielens schon lang nöt mehr.
Wien
i] Um auszudrücken, dass etwas für immer vorüber ist.

Das Stücklein Fleisch, was hinter den Zähnen steckt, tut dem Reiche Gottes mehr Schaden als alle Tyrannen.
i] Misbrauch der Zunge und seine Folgen

Das Studentenleben steckt ihm noch im Kopfe.

Das Studieren kommt ihm nicht sauer an.

Das Studieren stinket ihn an.

Das Studium der Gesellschaft ist deshalb so unschätzbar, weil der Mensch als Gesellschaft viel naiver ist als der Mensch als 'Einheit'. Die 'Gesellschaft' hat die Tugend nie anders angesehen als als Mittel der Stärke, der Macht, der Ordnung.
Nietzsche, Wille zur Macht

Das Studium des Vortrefflichen und die fortwährende Ausübung des Vortrefflichen musste notwendig aus einem Menschen, den die Natur nicht im Stich gelassen, etwas machen.
Goethe, Eckermann, 22.3.1825

Das Studium jeglicher neuen Wissenschaft, besonders einer solchen, welche die ungemessenen Schöpfungskreise, den ganzen Weltraum umfaßt, gleicht einer Reise in ferne Länder.
A. v. Humboldt, Kosmos

Das stündlein bringt das Kindlein.

Das stündlein bringt oft, das viel jahr nit bringen.
fr] Il advient en une heure ce qui n'arrive pas en cent.
it] Accade in un punto quel che non avvien in mill' anni.
la] Insperata accidunt magis saepe, quam quae speres.
sp] Donde menos se piensa, se levanta la llebre.

Das stündlein bringts.
la] Veritas temporis filia.

Das Suchen der Weisheit im Alter ist wie Zeichnen auf Sand, das Suchen der Weisheit in der Jugend wie Eingraben in Stein.
Hebräisch

Das Suchen nach Wahrheit ist immer ohne Arg, unverfänglich und schuldlos; nur in dem Augenblicke, wo es aufhört, fängt die Lüge an bei Christ und Heide.
Gottfried Keller, Der grüne Heinrich

Das Suchen nach Wahrheit, das man mit dem Freien und Werben um sie vergleichen könnte; das Erkennen der Wahrheit,..., der Glaube an die Wahrheit,... sind die vornehmsten Tugenden des menschlichen Geistes.
Francis Bacon (1561-1626), Über die Wahrheit

Das Suchen steht bei dir, das Finden bei Gott.
Russland

Das Sühngeld für leichtsinnige Ehen wird in Scheidemünze gezahlt.

Das Sündigen ist das Beste an der Reue.
Arabien

Das süß hat sauer zum lohn.
la] Post sussum saurum, post vinum bibite laurum.

Das süß überkommt keiner, er hab denn das saur oder bitter zuvor geschmeckt.
la] Mel nulli sine felle datur, dulcia non meminit, qui non gustavit amara.

Das süß ums maul streichen.
fr] Donner du plat de la langue.

Das Süße bringt den Geier vom Baum herunter.
Kikuju (Kenia)

Das Süße kommt am Ende.
vgl] Das Beste kommt zum Schluß.
la] Dulcis in fundo.

Das Süße kommt oft sauer an.
sd] Det söta har ofta en sur eftersmaak.
sd] Kärleken pröfwar både sött og surt.

Das Süße mit dem Sauern abwechseln zu lassen, beweist einen guten Geschmack. Das Süße ganz allein ist für Kinder und Narren.
Baltasar Gracián y Morales, Handorakel und Kunst der Weltklugheit

Das süße Nichtstun

Das Süße und das Saure der Ehe muss in der Ehe verborgen bleiben.

Das süßeste Fleisch wird zuerst madig.

Das süßeste Glück für die trauernde Brust! Nach der schönen Liebe verschwundener Lust
Sind der Liebe Schmerzen und Klagen.
Schiller, Des Mädchens Klage

Das süßeste Glück, das es gibt, ist das des häuslichen Lebens, das uns enger zusammenhält als ein andres. Nichts identifiziert sich stärker, beständiger mit uns als unsere Familie, unsere Kinder.
Rousseau, Briefe an Madame B., Monquin, 17.1.1770

Das Symbol der Wohlstandsgesellschaft ist die wegwerfende Handbewegung.
Fliegende Blätter

Das Symbolische ist oft repräsentativ, z. E. in Wallensteins Lager ist der Bauer mit den Würfeln eine symbolische Figur und zugleich eine repräsentative: denn er stellt die ganze Klasse vor.
Goethe, Riemer, 24.7.1809

Das System der Arzneiverschreibung, wie es unsere Mediziner praktizieren, dünkt mich nichts als eine Modifikation der nämlichen Buß-Idee zu sein, von der die Welt seit ihren Kindheitstagen geplagt wird - der Idee, dass das freiwillige Erdulden von Schmerzen einer Wiedergutmachung der Sünden gleichkomme.
Edgar Allan Poe, Marginalien

Das System ist eine Lehre, die nur dem Erfnder persönlich gehört. Widerspricht es allen andern, so ist das System schlecht, erleuchtet es sie, so ist es gut, wenigstens als System.
Joubert, Gedanken und Maximen

Das Szepter ist ein schweres Ruder.
i] Regieren ist eine schwere Kunst.

Das Szepter will mehr als Luchsaugen haben.

Das Tadelhafte an dir tue zuerst kund.
Aramäisch
i] Ehe die anderen es erzählen

Das Tadeln ist immer ein dankbarerer Stoff als das Loben.
Schiller, Briefwechsel mit Goethe

Das Tadeln ist sehr leicht, jedoch die Kunst ist schwer.
Destouches, Le glorieux

Das Tafeltuch ist zerschnitten.
i] Eine Vereinigung, Versöhnung unmöglich.
z] Vor zwei Jahren war eine Vertagung des Streits möglich, jetzt nicht, das Tafeltuch ist zerschnitten.

Das Tagebuch nimmt die Gestalt eines Objektiven, eines Gerichts an. Das Tagebuch als die unmittelbarste, sich allgegenwärtig fortsetzende Form des Zu-Gericht-Sitzens über sich selbst.
Becher, Auf andere Art so große Hoffnung

Das Tageslicht scheuen
en] to shun the light
fr] redouter la lumière-fuir le jour
it] fuggire la luce del giorno

Das Tagewerk ist abgetan.
Gib, Vater, deinen Segen.
Joh. H. Voß, Abendlied

Das tägliche Brot in der Ehe ist selten wohl und allweg wehe.

Das tägliche Leben ist, wie gesagt, lehrreicher als das wirksamste Buch.
Goethe, Eckermann, 17.3.1830

Das Tagtägliche erschöpft mich!
Ludwig van Beethoven, an Karl von Baden, 23. Aug. 1823

Das Tagtägliche erschöpft mich!
Ludwig van Beethoven, an Karl von Baden, 23. Aug. 1823

Das Tal bringt auch zur Winterszeit Gras hervor, hohe Berge tragen selbst im Sommer Schnee.
Russland
dä] Gjør saa dalen, at du frygter ei hvo der saa i dalen, staaer paa balden.

Das Tal hat Augen, der Wald hat Ohren.

Das Tal wäre schön, sagte Töffel, wenn man nur nicht müsste über die Berge gehen.

Das Talent arbeitet, das Genie schafft.
Robert Schumann, Denk- und Dichtbüchlein

Das Talent eines Menschen versöhnt uns oft mit der Fragwürdigkeit seines Charakters, wenn wir nicht gerade unter diesem persönlich irgendwie zu leiden haben. Niemals aber sind wir geneigt, uns durch die Vortrefflichkeit eines Menschen gegenüber seiner Talentlosigkeit milder stimmen zu lassen.
A. Schnitzler, Buch der Sprüche und Bedenken

Das Talent entwickelt im Praktischen alles und braucht von den theoretischen Einzelnheiten nicht Notiz zu nehmen: der Musikus kann ohne seinen Schaden den Bildhauer ignorieren und umgekehrt.
Goethe, Maximen und Reflexionen 379

Das Talent erlernt alles, das Genie weiß alles.
Eckermann, Gespräche mit Goethe, 25.4.1830

Das Talent flattert schwerpunktlos in der Welt und gibt dem Hass des Philisters gegen das Genie süße Nahrung.
Kraus, Heine und die Folgen

Das Talent glaubt freilich, es könne das auch, was es andere Leute tun sieht, allein es ist nicht so, und es wird seine Faux-frais bereuen.
Goethe, Eckermann, 3.12.1824

Das Talent gleicht dem Schützen, der ein Ziel trifft, welches die übrigen nicht erreichen können; das Genie dem, der eins trifft, bis zu welchem sie nicht einmal zu sehen vermögen: daher sie nur mittelbar, also spät, Kunde davon erhalten und sogar diese nur auf Treu und Glauben annehmen.
Schopenhauer, Welt als Wille und Vorstellung

Das Talent hat darin fast immer einen Vorsprung vor dem Genie, dass jenes ausdauert, dieses oft verpufft.
Gutzkow, Über Goethe

Das Talent ist dazu da, den Menschen Freude zu geben, und nicht die Menschen sind dazu da, damit sie das Talent wuchern lassen wie einen giftigen Pilz.
Paustowski, Die Windrose

Das Talent ist eben die besondere Aufnahmefähigkeit und Empfindsamkeit des Künstlers, verbunden mit dem Vermögen, seinem Wirklichkeitserlebnis bildhafte Gestalt zu verleihen.
L. Grundig, Was sind äußerliche Effekte?

Das Talent ist eine schreckliche Krankheit. Jeder Schriftsteller trägt in seinem Herzen ein Ungeheuer, das, wie der Bandwurm in den Eingeweiden, die Gefühle verschlingt, sobald sie sich entfalten.
Honoré de Balzac (1799-1850), Verlorene Illusionen

Das Talent ist freilich nicht erblich, allein es will eine tüchtige physische Unterlage, und da ist es denn keineswegs einerlei, ob jemand der Erst- oder Letztgeborene und ob er von kräftigen und jungen oder von schwachen und alten Eltern ist gezeugt worden.
Goethe, Eckermann, 14.2.1831

Das Talent ist nichts Leichtes, nichts Tändelndes, es ist nicht ohne weiteres ein Können. In der Wurzel ist es Bedürfnis, ein kritisches Wissen um das Ideal, eine Ungenügsamkeit, die sich ihr Können nicht ohne Qual erst schafft und steigert. Und den Größten, den Ungenügsamsten ist ihr Talent die schärfste Geißel... Nicht klagen! Nicht prahlen! Bescheiden, geduldig denken von dem, was man trug! Und wenn nicht ein Tag in der Woche, nicht eine Stunde von Leiden frei war - was weiter? Die Lasten und Leistungen, die Anforderungen, Beschwerden, Strapazen geringachten, klein sehen - das war's, was groß machte!
Th. Mann, Schwere Stunde

Das Talent manches Menschen erscheint geringer, als es ist, weil er sich immer zu große Aufgaben gestellt hat.
Friedr. Nietzsche, Menschliches, Allzumenschliches

Das Talent ohne Disziplin ist wie ein Auto ohne Benzin.
it] Il talento senza disciplina è come una macchina senza benzina.
Roberto Gervaso

Das Talent stellet nur Teile dar, das Genie des Ganze des Lebens.
Jean Paul, Vorschule der Ästhetik

Das Talent weiß, dass es durch eben das anzieht, wodurch das Genie abstößt.
Karl Kraus, Auswahl

Das Talent weiß, was zu tun ist, der Takt weiß, wie es zu tun ist.
Unbekannt

Das Talent zu herrschen täuscht oft über den Mangel an anderem Talent.
Marie von Ebner-Eschenbach, Aphorismen

Das tät' ich nicht, um alles auf der Welt.
ho] Ik deed dat niet om al de kveijen van Braband (o. Sebaldeburen).
ho] Ik deed dat om geene houten koe.

Das tät' ich um kein Geld.
ho] Dat deed ik niet voor al het geld van de wereld.

Das taten die Bauern im Bauernkriege.
i] Von den Verheerungen der Bauern im sogenannten Bauernkriege in Schwaben und Franken. Noch heute wendet man die Redensart in jenen Gegenden auf zerstörte Schlösser und Klöster an, wenn sie auch erst im Dreißigjährigen Kriege zerstört wurden.

Das Tätigsein beruht auf dem Tätigseinkönnen. Das Tätigseinkönnen beruht auf dem Tätigsein.
Akutagawa Ryûnosuke (1892-1927), Kappa

Das Tau einziehen.
i] Seine Ansicht ändern und anders verfahren.
la] Funem reducere.

Das Tau etwas schießen lassen.
i] Nachgeben, mehr Freiheit gewähren.

Das Tau ist durchgehauen.
z] Rief man. Nein, rufe ich, haut das Tau nicht durch, es hält den Anker.

Das Tau zu ziehen, liegt dem Schiffer ob.
i] Jeder soll sein eigenes Geschäft kennen.

Das Taubennest ist gut, aber die Tauben sind schwer (bös) herauszubekommen.

Das Taufwasser soll man einmal gebrauchen, das Tränenwasser täglich.

Das taugt den Teufel nicht.
fr] Cela ne vaut pas le diable.

Das taugt in seinen Kram.

Das taugt in seinen Kuchen.

Das taugt nicht einen Bissen.

Das taugt sonst nichts für die kommende Stunde, doch was können die heiligen Götter nicht wenden, wenns ihnen beliebt...
Goethe, An J.Ch.Kestner, 25.12.1772

Das Temperament mancher Leute lässt sie bald einer und derselben Sache müde werden, Beharrlichkeit und Ausdauer können sie nicht ertragen.
Locke, Über den menschlichen Verstand

Das Testament des Verstorbenen ist der Spiegel des Lebenden.
Polen

Das Testament ist ein edeles Buch,
Groß kunst, weisheit es leren thut.
Wol dem, der sich auch helt darnach,
Dem wird Gott segnen all sein sach.
Martin Luther, Von dem neuen Testamentbuch

Das teuer und seltsam, das lieb.
la] Magis illa juvant, quae pluris emuntur.

Das Teuerste ist nicht immer das Beste.

Das teuerste Tuch ist das wohlfeilste.

Das Teufels- und Hexenwesen machte ich nur einmal, ich war froh, mein nordisches Erbteil verzehrt zu haben und wandte mich zu den Tischen der Griechen. Hätte ich aber so deutlich wie jetzt gewußt, wieviel Vortreffliches seit Jahrhunderten und Jahrtausenden da ist, ich hätte keine Zeile geschrieben, sondern etwas anderes getan.
Goethe, Eckermann, 16.2.1826

Das Teufelsgeschlecht bringt keine gute Geschichte (= nichts Gutes).
Estland

Das Teufelspack, es fragt nach keiner Regel.
Goethe, Faust I, Walpurgisnacht (Proktophantasmist) Vs 4160

Das teuflische Geschick, das wir bei der Erfindung der verschiedensten todbringenden Maschinen entwickeln, die Rachgier, mit der wir unsere Kriege führen, und das Elend und die Verzweiflung, die sie mit sich bringen, sind ausreichende Beweise, um den zivilisierten Weißen, als das wildeste Tier auf dem Erdboden zu kennzeichnen.
Melville, Taipi

Das Theater bildet mehr als ein dickes Buch.
Voltaire, Contes: Les trois manières

Das Theater bleibt immer eine der wichtigsten Angelegenheiten, es knüpft sich aus Vorsatz und durch Zufall gar vieles daran, dass dem jüngeren Manne, der sich eine Zeitlang diesem Kreise gewidmet, eine gewisse Leere bleiben muss, wenn er sich nicht mehr damit beschäftigt.
Goethe, An M.P.(K.) v. Brühl, 2.1.1825

Das Theater hat einen Streit mit der Kanzel oft gehabt, und sie haben einander nichts vorzuwerfen. Es wäre zu wünschen, dass an beiden Orten nur die edelsten Menschen stünden, dass Gott und Natur immer verherrlicht würden.
Goethe, Theatralische Sendung I,22

Das Theater hat wie alles, was uns umgibt, eine doppelte Seite, eine ideelle und eine empirische, eine ideelle, insofern es seiner inneren Natur gemäß gesetzlich fortwirkt, eine empirische, welche uns in der mannigfaltigsten Abwechslung als ungeregelt erscheint, und so müssen wir dasselbe von beiden Seiten betrachten, wenn wir davon richtige Begriffe fassen wollen.
Goethe, Biographische Einzelnheiten - Zum Jahre 1815

Das Theater ist die tätige Reflektion des Menschen über sich selbst.
Novalis, Fragmente

Das Theater ist eine von den Anstalten, die wir am seltensten als Objekt ansehen.
Goethe, Ansprachen - Über die verschiedenen Zweige der hiesigen Tätigkeit

Das Theater ist eines der Geschäfte, die am wenigsten planmäßig behandelt werden können, man hängt durchaus von Zeit und Zeitgenossen in jedem Augenblicke ab, was der Autor schreiben, der Schauspieler spielen, das Publikum sehen und hören will, dieses ist's, was die Direktionen tyrannisiere und wogegen ihnen fast kein eigener Wille übrig bleibt.
Goethe, Schriften zur Literatur - Weimarisches Hoftheater

Das Theater ist eins von den wenigen Dingen, an denen ich noch [...] Freude habe.
Goethe, Tagebuch, 13.5.1780

Das Theater ist in dem modernen bürgerlichen Leben, wo durch Religion, Gesetze, Sittlichkeit, Sitte, Gewohnheit, Verschämtheit und so fort der Mensch in sehr enge Grenzen eingeschränkt ist, eine merkwürdige und gewissermaßen sonderbare Anstalt.
Goethe, Schriften zur Literatur - Deutsches Theater

Das Theater ist, neben dem Film, die einzige Volkspädagogie der großen Stadt und wird es genau so lange bleiben, wie man die pädagogische Wirkung nicht zur Zwecksetzung missbraucht.
Arnold Zweig, Volksbühnen als politische Anstalten

Das Theater muss und wird eine Geburtsstätte ständig neuer Kräfte und Talente sein...
F. Wolf, Beaumarchais

Das Theater tröste sich mit seinen würdigeren Schwestern, der Moral und - furchtsam wage ich die Vergleichung - der Religion, die, ob sie schon in heiligem Kleide kommen, über die Befleckung des blöden und schmutzigen Haufens erhaben sind.
Schiller, Über das gegenwärtige deutsche Theater

Das Theater überhaupt, so lustig es den Zuschauer dünkt, ist eines der misslichsten Dinge, und so sehr es von der einen Seite an das Ideale zu grenzen scheint oder grenzt, so sehr hängt bei der Einleitung und Behandlung dieser wonnereichen Erscheinung viel von gemeinen und viel von geringen Mitteln ab.
Goethe, An J.L.Tieck, 17.12.1801 (Konzept)

Das Theater verwöhnt uns gar zu sehr, die Musik dient dort nur gleichsam dein Auge, sie begleitet die Bewegungen, nicht die Empfindungen.
Goethe, Lehrjahre VIII,5

Das Theater wird, so wie die übrige Welt, durch herrschende Moden geplagt, die es von Zeit zu Zeit überströmen und dann wieder seicht lassen.
Goethe, Schriften zur Literatur - Weimarisches Hoftheater

Das Theaterwesen ist ein Geschäft, das vorzüglich mit Großheit behandelt sein will: eben weil es fast aus lauter Kleinheiten besteht, von denen zuletzt eine große Wirkung gefordert wird.
Goethe, An M. P. v. Brühl, 12.3.1815

Das theoretische Denken ist aber nur der Anlage nach eine angeborne Eigenschaft. Diese Anlage muss entwickelt, ausgebildet werden, und für diese Ausbildung gibt es bis jetzt kein andres Mittel als das Studium der bisherigen Philosophie.
Engels, Alte Vorrede zum Anti-Dühring. Über Dialektik

Das theoretische Denken ist aber nur der Anlage nach eine angeborne Eigenschaft. Diese Anlage muß entwickelt, ausgebildet werden, und für diese Ausbildung gibt es bis jetzt kein andres Mittel als das Studium der bisherigen Philosophie.
Engels, Alte Vorrede zum Anti-Dühring. Über Dialektik

Das Thermometer beschäftigt jedermann, und wenn er schmachtet oder friert, so scheint er in gewissem Sinne beruhigt, wenn er nur sein Leiden nach Raumur oder Fahrenheit dem Grade nach aussprechen kann.
Goethe, Versuch einer Witterungslehre

Das Thermometer der Moralität war von jeher die Ehe; so wie es mit den Ehen stand, so standen auch die Aktien der Sittlichkeit.
von Hippel, Über die Ehe

Das tiefe Gefühl aber kann an Schwärmerei grenzen und mystische Gegenstände aufsuchen, von dieser Art sind die meisten Vorstellungen der katholischen Religion, die auch wieder gewissermaßen ihren allgemeinen großen Zirkel haben...
Goethe, Schriften zur Kunst - Über die Gegenstände der bildenden Kunst

Das Tiefe hoch, das Hohe tief,
Das Schiefe grad, das Grade schief,
Das ganz allein macht mich gesund.
Goethe, Faust, II, 1 (Zoilo-Thersites)

Das Tiefste in jeder Kultur und das für den Menschen innerlichste Erlebnis, gleichviel ob es sich in kirchlichen Formen oder in der Stille und Einsamkeit der Einzelseele ausspricht, ist die Religion.
Peter Mennicken, Anti-Ford

Das Tier geht auf Schaden des Herrn.
[RSpW]
i] Einige deutsche Rechte forderten vom Herrn für den Frevel, den sein Tier anrichtete, halbe Buße: 'Was der Zahn tut oder der Hund, oder Hahn und Hahnensporn, oder ein unjährig Kind, oder eines Mannes Weib, büßt man mit halber Buße.' Andere germanische Rechte haben den Herrn des Tieres von der Verpflichtung, eine Buße zu erlegen, gänzlich befreit; nur das Tier selbst sollte dem Beschädigten ausgeliefert werden. 'Vor Horn und Huf', sagt die Graugans, 'helfe sich jeder selbst.' In andern norwegischen Gesetzen heisst es: Wenn jemand ein Pferd schlägt, ein Hund beisst, ein Rind stößt, ein Eber haut, da soll es der Herr von sich tun. Bissige Hunde, zahme Wölfe, Affen und ähnliche Tiere mussten beschlossen sein. Außer des Herrn Gewalt sind sie völlig friedlos. Haust und hoft er sie noch nach begangener Untat, so muss er des Tieres Untat büßen; denn dann geht das Tier auf Schaden des Herrn.
fries] Dat beest geyt up schade des herren.

Das Tier hat kein andern Herrn als den Menschen.

Das Tier ist nicht da, deshalb spielt man mit seinen Jungen.
Afrika
i] Wenn ein Mächtiger gestorben ist

Das Tier ist nicht mehr als eine Peitsche wert.
i] Was sehr wenig Wert hat.

Das Tier kann sich langweilen, aber nur der Mensch denkt darüber nach.
Oswald Spengler

Das Tier kennt nicht Vergleich mit dem Gegner, sondern nur dessen Vernichtung.
Stifter, Briefe

Das Tier lebt gewiss weniger bewußt als der Mensch, aber tiefer in der Wirklichkeit.
Jakob Boßhart, Bausteine

Das Tier mit einem langen Schwanz springt nicht gut.

Das Tier nimmt man beim Halfter, den Menschen beim Wort.
tü] Hayvan yularından insan sözünden tutulur.

Das Tier schreit auch, ist eine Kuh, ihr Kind heisst Kalb, ihr Mann heisst Stier, Ochs heisst ihr Bruder, zusammen vier.

Das Tier soll eines Tieres und der Mensch eines Menschen Verstand haben.
Estland

Das Tier taugt zu allem, was es soll, vollkommen, - der Mensch zu nichts recht, als was er lernt, liebt und übt.
Pestalozzi, Der natürliche Schulmeister

Das Tier wird durch seine Organe belehrt, der Mensch belehrt die seinigen und beherrscht sie.
Goethe, Maximen und Reflexionen 1190

Das Tier wird durch Umstände zu Umständen gebildet, daher seine innere Vollkommenheit und seine Zweckmäßigkeit nach außen.
Goethe, Einleitung in die vergleichende Anatomie IV

Das Tier, das dir in deine Hand gegeben,
Es hat so gut wie du von Gott sein Leben.
Denn jeder, der ein hilflos Tier benützt,
Die Pflicht auch hat, dass er vor Pein es schützt.
Martin Greif, Weihe der Menschlichkeit

Das Tier, das leidet, leidet schuldlos, weil sein Verhalten, sei es wie immer, außer aller Zurechnung liegt.
Fliegende Blätter

Das Tier, so zöpf hat, soll man fliehen.

Das Tier, was die Borsten eigen hat, kämmt sich am wenigsten.

Das Tier, welches man einen guten Montag nennt, hat sechs Füße (sechs Tage), Eberwachsen oder Zähne im Maul, damit zerbeisst es viel Beutel und jaget manchen aus der Stadt, hat einen langen räudigen Schwanz.

Das Tierlein Tan lebt von Luft und Tau. Kann wohl eine Creatur unabhängiger sein, und doch wird es wegen seines Geschreies dem Tanglang zur Beute.
China

Das Tintenfass steht auf des Kaisers Tisch.
i] Achtung der Wissenschaft, Ehre dem Gelehrten, dem Manne von Bildung.
la] Cedant arma togae, concedat laurea linguae.

Das Tischrecht heisst: Nehmt für gut, wie man euch tut; leide dich Gast, sonst bist du eine Last.

Das Töchterchen hüpfte, die Mutter verstand es.
Litauen

Das Töchterlein will die Mutter lehren Kinder gebären.

Das Todesurteil über etwas sprechen.
la] Convertere pollicum.

Das tolle Jahr.
i] So pflegt man von mancher Seite jetzt das Jahr 1848 zu nennen. Übrigens ist der Ausdruck schon früher vorhanden gewesen.

Das Tölpelfleisch muss erst abgeschnitten werden.
Meiningen
i] Wenn sich jemand auf ungeschickte Weise geschnitten (verwundet) hat oder zu Schaden gekommen ist.

Das Tor aller Yamen steht nach Süden offen.
Bist du auch im Recht, ohne Geld gelangst du nicht hinein.
i] Yamen war das Amtsgeäude der Mandarine im alten

Das Tor der Barmherzigkeit ist schwer zu öffnen und schwer zu schließen.
China

Das Tor der Wohltätigkeit ist schwer zu öffnen und schwer zu schließen. China

Das Tor ist (wird) größer als die Stadt.

Das Tor ist gesegnet, da eine tote Tochter ausgetragen wird.

Das Tor steht bei ihm immer offen zum Mist ausführen.
i] Sein Mund fließt stets von unsaubern Reden über.

Das Tor vom Zuhause wird ja nicht zugemacht.
Estland

Das Tor zu eines Beamten Haus gleiche einem Markt. Das Herz eines Beamten sei wie Wasser rein.

Das Tor zur Mystik läßt sich nicht so schwer öffnen, wie die meisten glauben. D'as Schlimme ist, einmal offen, läßt es sich so leicht nicht wieder schließen.
Axutagawa, Nach Aufzeichnungen Yasukichis

Das Tor, das sich nicht zum Almosengeben öffnet, öffnet sich den Ärzten.
Jemen

Das Tote ist dem Leben kein Vermächtnis!
Mühsam, Gebrauchsanweisung für Literaturhistoriker

Das tote Schaf fürchtet den Wolf nicht.

Das Totenbett ist die Wiege der Ewigkeit.
Peter Sirius, Tausend und Ein Gedanke

Das Totenbrot essen.
i] Das Leichenmahl. Der bayerische Oberpfälzer nennt das Abhalten des Leichenmahls das Eindaichteln des Toten, ableitend vom gothischen dauhts, das Mahl. Je mehr dabei getrunken wird, sagt er, desto besser ist es; es kommt dem Toten zugute. Nach der Ilias ist das Brot trauerstillend, oder wie Schiller im Siegesfest das homerische Wort übersetzt: 'Denn auch Niobe, dem schweren Zorn der Himmlischen ein Ziel, kostete die Frucht der Ähren und bezwang das Schmerzgefühl.' Dies ist die Nährkraft, die vor jedem andern Brote dem Totenbrote beigelegt wird. Dasselbe drückt der Spruch im Zend- Avesta aus: 'Niemand wenn er nicht isst, vermag etwas', und zustimmend Psalm (104, 15): 'dass das Brot des Menschen Herz erfreut'.

Das Totenfeld des Mittelstandes ist deshalb so groß geraten, weil in seinen Angehörigen die Staatsgesinnung lebendig war, die dem Staate gab, als er in Not war, was er brauchte und der Einzelne nicht fragte, ob er ihn in Not brächte.
Stresemann, Reden und Schriften

Das Totenstroh macht das Feld nicht froh.
i] Man versteht darunter das Stroh aus dem Bettgestell oder Strohsack, auf dem jemand gestorben ist, und meint in Oberösterreich: dass es dem Felde schade, wenn man es dorthin bringe, oder dem Vieh, wenn es als Streu benutzt werde. Man vergräbt es daher entweder in einem Gehölz oder verbrennt es an irgendeiner Stelle des Leichenwegs.

Das trabende Pferd hört nicht die Geschichten des Erzählers.
China

Das träge Pferd (o. Tragepferd) muss man zuerst auf den Weg rüsten.

Das Tragische im Leben ... ist nicht, dass schöne Dinge jung sterben, sondern, dass sie alt und hässlich werden.
Chandler, Der lange Abschied

Das Tragischste ist ein Mann von Genie, der nicht auch ein Ehrenmann ist.
Shaw, Der Arzt am Scheidewege, 4 (Dr. Ridgeon)

Das trägt die Katze auf dem Schwanze (o. Zagel) fort.
Preußen

Das trägt kein Brot ins Haus.
la] Non est de pane lucrando.

Das Trapsen der Nachtigall ist dem anderen sin Uhl!
[ASpW]

Das Traurigste, was die Französische Revolution für uns bewirkt hat, ist unstreitig, dass man jede vernünftige und von Gott und Rechts wegen zu verlangende Forderung als einen Keim von Empörung ansehen wird.
Lichtenberg, Politische Bemerkungen

Das traute Heim erspart dir eine Menge Arbeit, weil es dir keine Zeit für sie lässt.

Das treffende Wort kann dem Dolch Deines Gegners die Schärfe nehmen.

Das treffende Wort setzt die Nadelspitze auf den Scheitelpunkt.

Das Triebwerk der Frau ist viel stärker als das unsere, all seine Hebel bewegen das menschliche Herz.
Jean-Jacques Rousseau, Emile

Das Trinken hat Gott geschaffen.

Das Trinken ist gescheiter,
Das schmeckt schon nach Idee,
Da braucht man keine Leiter, Das geht gleich in die Höh.
Eichendorff, Tafellieder

Das Trinken richtet den Menschen zugrunde.

Das Trinken schickt auf ein weites Feld.
i] Es macht obdachlos

Das Trinken von Storchblut gegen Krankheit und für langes Leben

Das Trinken wär' schon angenehm, wenn nur der Katzenjammer nicht käm'.
dä] Sødt er at drikke, og surt er igien at give.

Das Trinkgeld ist verdient.
i] Das kleine Geschenk, das Dienstboten, Arbeitsleuten u.s.w. gegeben wird.
z] Wie kommt's, dass der gemeine Mann um Trinkgeld pflegt zu bitten? Auf Essegeld begehrt er nichts? Es sind noch deutsche Sitten.
fr] Donner les épingles aux servantes.

Das trockene Blatt fällt vom Baum, und das grüne Blatt fällt vom Baum.
Afrika

Das Trommeln am jüngsten Tag verschlafen.

Das Trommeln macht sich gut, wenn man es von ferne hört.

Das Tröpflein wird das Meer, wenn es ins Meer gekommen,
Die Seele Gott, wenn sie in Gott ist aufgenommen.
Angelus Silesius, Cherubinischer Wandersmann

Das Trugbild der Diktatur ist die unfehlbare Meinung: das der Demokratie die unabhängige Meinung.
Fliegende Blätter

Das Trumm nicht finden können.
i] Vom Abspinnen des Fadens. Beim Denken oder Reden aus dem Konzept kommen.

Das Trumm verlieren.

Das trunkene Elend weinen.

Das Trünklein macht (ihn) schwatzen.

Das Tu' doch, lass dich vom Schaf beißen.

Das Tu' doch, lass dich von der Köchin hacken.

Das tu ich für Euch alle! sä de Pastor un sop den Bramwien alleen ut.

Das tu' ich für euch alle, säd' de Paster, soff den Branntwein allein ut.
Hamburg

Das Tuch bedeckt der Frau Haar, (aber) nicht der Frau Scham.
Estland

Das Tuch hängt ihr nach dem Witwer.
i] Von einem Frauenzimmer, deren Tuchzipfel schief hängt, was man als Vorbedeutung betrachtet, dass sie einen Witwer heiraten werde.

Das Tuch hat nicht weiter gelangt, sagte die Dirne, deren Kleid von den Schultern nur bis an die Hüfte ging.

Das Tuch is no nit gewalchets.
i] Der Mensch hat noch keine Erfahrung.

Das Tuch kennt man am Faden.
fr] On connoit le drap à la filure.

Das Tuch muss geklopft werden, sonst kommen die Schaben 'rein.

Das Tüchtige, und wenn auch falsch,
Wirkt Tag für Tag, von Haus zu Haus,
Das Tüchtige, wenn wahrhaft ist,
Wirkt über alle Zeiten hinaus.
Goethe, Zahme Xenien II

Das Tüchtig-Regsame ist ganz allein wohltätig!
Goethe, An B. G. Niebuhr, 23.11.1812

Das tue der Teufel.
i] Das tue ein anderer als ich.

Das Tue, wer da will.

Das tugendhafte Herz wird, wie der Körper, mehr durch Arbeit als durch gute Nahrung gesund und stark.
Jean Paul, Hesperus: Wetterbeobachtungen über den Menschen

Das tun alle bösen lecken, hinten kratzen.

Das tun alle Dichter: Sie reden laut mit sich selbst, und die Welt hört mit.
Shaw, Candida

Das Tun der denkenden Hand nennen wir alle Tat.
Oswald Spengler, Urfragen. Fragmente aus dem Nachlass

Das Tun interessiert,
Das Getane nicht.
Goethe, Zahme Xenien

Das Tun ist in eigener Hand, das Segnen in Gottes Hand.
Estland

Das Tun zeigt besser, wie geschickt einer ist, als das Reden.

Das Tüpfel auf dem i fehlt nicht.
i] Es ist alles vollendet, es fehlt nicht das Geringste.

Das tut aber der Kluge nicht, dass er Irrende hasst, sonst müsste er sich wohl selbst hassen; er denke nur daran, wieviel er gegen die gute Sitte tut, wie mancher seiner Handlungen Verzeihung not tut. Da muss er schon auch auf sich selbst zürnen.
Seneca, Drei Bücher über den Zorn

Das tut die Jugend. Werden sich schon legen, die stolzen Wellen.
Goethe, Stella A I, Im Posthause (Postmeisterin)

Das tut doch der Liebe keinen Abbruch.

Das tut ihm den Dampf.
i] Gibt einen herben, vielleicht den letzten Stoß, kränkt tief, führt den Untergang, das Ende herbei.
z] Lieber Herr Pastor, das Wort tut ihr den Dampf.

Das tut ihm die Tür zu.
i] Sagt man, wenn sich jemand durch eine schlechte Handlung in Misskredit bringt.

Das tut ihm wohl in der linken Kniescheiben.

Das tut kein tot Pferd.
i] Nämlich niesen, was ein Zeichen von Leben und Gesundheit ist.
ho] Dat doet geen dood paard.

Das tut keiner Laus im Auge wehe.
i] So gering und unbedeutend ist die Gabe.

Das tut meinem Herzen wohl.
ho] Dat doet mij goed aan het hart.

Das tut weher als aufm Schienbein schürfen.

Das tut wohl, wie ein neugewaschenes Hemd.
Steiermark

Das tut wohler, als den Räudigen das striegeln und den Grindigen das strälen.

Das tut, sie sind von Affenberg.

Das tuusigs Wärk, ist halbe Chuder.
i] Kuder = Werrig, d.i. Abgang vom Flachse beim Hecheln.

Das Übel der Völker liegt - obgleich oft sorgfältig vor ihnen verborgen - in den Hemmnissen oder Übereilungen, wodurch ihre selbstsüchtigen Repräsentanten den natürlichen Lauf der Dinge beeinflussen.
Martí, an Federico Henriquez y Carvajal, 25. 3. 1895

Das Übel drängt sich immer zwischen gute Männer.

Das Übel erreicht seinen Gipfel, wenn es verkehrten Gemütern gelingt, den Regenten zu bereden, dass sein Interesse von dem Interesse seiner Untertanen verschieden sei.
Friedrich der Große, An Karl von Württemberg, 1789

Das Übel führt zur Bibel.

Das Übel hat auch sein Gutes.

Das Übel ist erst da, wenn man es laut verkündigt,
Der aber sündigt nicht, der im Verborgnen sündigt.
Molière, Tartuffe

Das Übel ist für die, welche es suchen.

Das Übel kommt geritten und geht zu Fuß wieder weg.
la] Ad mala patrata, sunt atra theatra parata.

Das Übel nährt sich nur von seinesgleichen. Weise Menschen vergalten daher nicht Böses mit Bösem, sondern immer nur mit Gutem und brachten dadurch das Böse zu Fall.
Mahatma Gandhi (1869 - 1948)

Das Übel, das auf der Menschheit ruht,
Ist eine gemeinschaftliche Last;
Was du davon auf dich genommen hast,
Kommt als Erleicht'rung den andern zugut.
Rückert, Vierzeilen

Das Übel, das du fürchtest, wird gewiss durch deine Tat.
Goethe, Egmont (Egmont)

Das Übel, vor dem man Angst hat, an dem geht man zugrunde.
sp] De mal que hombre teme de ése muere.

Das Überbleibsel ist besser als das Gericht.
ho] Het overblijfsel van den disch helpt meer, dan dat gegeten is.

Das Überbleibsel ist mehr wert, als was gessen hat.

Das Überflüssige ist das zutiefst Notwendige, weil es der Wunsch der Freiheit ist.
Eschmann

Das Überflüssige ist ein höchst notwendiges Ding.
Voltaire, Satire Le Mondain

Das Überflüssige macht nicht fett, wen nicht die Mäßigkeit ernährt.
Finnland

Das Überflüssigste auf der Welt ist ein kleinbürgerlicher Philosoph.
Tucholsky, Endlich die Wahrheit über Remarque

Das überhandnehmende Maschinenwesen quält und ängstigt mich, es wälzt sich heran wie ein Gewitter, langsam, langsam, aber es hat seine Richtung genommen, es wird kommen und treffen.
Goethe, Wanderjahre III,13

Das Übermaß der Freiheit wird Sklaverei, denn wenn es keine Autorität mehr gibt, so ist der Starke unumschränkt, und der Schwache verfällt dem Rechte der Faust. Die Überspannung der Freiheit führt nicht allein zur Knechtschaft, sondern ist selbst schon Knechtschaft.
Treitschke, Politik

Das Übermaß sprengt den Deckel.
fr] Le surplus rompt le couvercle.
it] Il soverchio rompe il coperchio.

Das Übermaß von grausamer Selbstsicherheit bringt dieses Lächeln hervor, das sich nicht nachweisen läßt, das man nur ahnt, das tief verwirrt, in Grauen stürzt, fesselt, dem man sich widersetzt, und das man schließlich verehrt.
Heinrich Mann, Pippo Spano

Das Übermenschlichwerden können fassen
Nicht Worte: der Vergleich mag dem genügen,
Den Gnade selbst es wird erfahren lassen.
Dante, Paradies, I, 67/70

Das Überraschende macht Glück.
Schiller, Dom Karlos (König)

Das Überschreiten des Po bringt Unglück.
i] Vor altersher war bei den Bündnern das Sprichwort, dass ihnen Unglück bevorstehe, wenn sie über den Po, in das Vaterland ihrer Altvordern, träten.

Das Üble ist mit dem Guten vermischt.
la] Sunt mala mixta bonis.

Das übrige dieser Art - und es ist allzu viel - könnte selbst den geschwätzigen Fabius müde machen.
la] Cetera de genere hoc, adeo sunt multa, loquacem / delassare valent Fabium.

Das Ufer ackern.
i] Unnütze Arbeit.

Das unablässige Schaffenwollen und Nach-außen-Spähen des Künstlers hält ihn davon ab, als Person schöner und besser zu werden, also sich selber zu schaffen.
Friedr. Nietzsche, Menschliches, Allzumenschliches

Das Unangenehme, das ein Beweis besitzt, lässt sich schwerlich als Grund für seine Unrichtigkeit betrachten.
Buckle, Geschichte der Zivilisation in England

Das unaussprechlich innige aller Musik, vermöge dessen sie als ein so ganz vertrautes und doch ewig fernes Paradies an uns vorüber zieht, beruht darauf, dass sie alle Regungen unseres innersten Wesens widergibt, aber ganz ohne die Wirklichkeit und fern von ihrer Qual.
Schopenhauer

Das unbedeutendste Gesicht macht einen tiefern Eindruck als die bloße Empfindung des Schönen...
Büchner, Lenz

Das unbefangene Gemüt hält sich vertrauensvoll an die öffentlich bekannte Wahrheit.
Hegel

Das Unbekannte ist eine Ausnahme, das Bekannte eine Enttäuschung.
Francis M. de Picabia, Aphorismen

Das Unbekannte ist immer großartig.
Slowakei

Das UnbeschreibIiche,
Hier ist's getan.
Goethe, Faust, II (Chorus mysticus)

Das unbeständig glück behelt stets sein list und Tück.

Das und das ein macht den Säckel rein; das und gins bringt einen großen Zins.

Das undankbare Huhn frisst bei dir und legt anderswo die Eier.
tü] Nankör tavuk sende yer, başkasında yumurtlar.

Das Undankbarste, weil Unklügste, was es gibt, ist Dank verlangen.
Th. Fontane, Unwiderbringlich verloren

Das uneheliche Kind war in einer Flasche versteckt, und es steckte einen Finger heraus.
i] Es konnte nicht ganz unterdrückt werden
Suaheli

Das Unendliche aber oder die vollständige Existenz kann von uns nicht gedacht werden. Wir können nur Dinge denken, die entweder beschränkt sind oder die sich unsre Seele beschränkt. Wir haben also insofern einen Begriff vom Unendlichen, als wir uns denken können, dass es eine vollständige Existenz gebe, welche außer der Fassungskraft eines beschränkten Geistes ist.
Goethe, Schriften zur Natur- und Wissenschaftslehre - Studie nach Spinoza

Das Unendliche gibt kein Bild; denn es hat keinen Umriß...
Herder, Briefe zu Beförderung der Humanität

Das unentdeckte Land, von des Bezirk
Kein Wandrer wiederkehrt.
Shakespeare, Hamlet, III, 1 (Hamlet)

Das unerforschliche Wesen, das alles umfasst, das die Welt bewegt und den ganzen Zusammenhang der Wesen formt, ist für unsere Augen nicht sichtbar und für unsere Hände nicht tastbar, es entzieht sich unseren Sinnen. Das Werk zeigt sich, der Werkmeister verbirgt sich.
Rousseau, Emile

Das Unerreichbare ist groß.
Hindi, Indien

Das Unerreichliche doch reizt am meisten!
Hamerling, Ahasver in Rom

Das Unerträgliche, das man so lange fürchtet, ja voraussieht, wird nicht erträglicher dadurch, dass es in die Wirklichkeit hereintritt, es übt alsdann erst seine eigentliche ganze Gewalt aus.
Goethe, An S. Boisserée, 6.7.1828

Das Unerwartete zu erwarten, verrät einen durchaus modernen Geist.
Oscar Wilde, Sätze und Lehren zum Gebrauch für die Jugend

Das unfehlbarste Mittel, Autorität über die Menschen zu gewinnen, ist, sich ihnen nützlich zu machen.
Marie von Ebner-Eschenbach, Aphorismen

Das Ungebackene (= Zähe) lässt aufquellen, der Fladen aus Gerstenmehl abnehmen.
Estland

Das Ungeheuer [Rebellion], das sich mit tausend Klauen regt,
Liegt kraftlos, wenn man ihm die Häupter niederschlägt.
Goethe, Jahrmarktsfest zu Plundersweilern (Haman)

Das Ungeheure hört auf, erhaben zu sein, es überreicht unsere Fassungskraft, es droht uns zu vernichten.
Goethe, Wanderjahre I,10

Das Ungeheure lässt keine Mannigfaltigkeit zu.
Goethe, Tagebuch, 4.10.1797

Das Ungeistige des Reflexkünstlers bekundet sich im Kastratentum eines geschwollenen, innen hohlen Sprachleibs.
F. Wolf, Vom Untergang der Sprache

Das Ungeteilte zieht das Geteilte.
i] Um die für nachtheilig gehaltene Zerstückelung liegender Güter möglichst zu verhüten, hatte man dem Hauptgut ein Näherrecht für Rückerwerb des abgezweigten Theils verliehen, sobald die Umstände dazu sich boten.
mhd] So sal daz ungedailt daz getailt.

Das Ungewöhnliche kann natürlich sein, scheint es aber demjenigen nicht, der auf seinen eigenen Ansichten verharrt.
Goethe, Italienische Reise III, Dezember 1787 - Bericht

Das Ungewöhnliche und Falsche hat mehr Macht über die Menge als das Einfache und Wahre.
M. Grimm, Der Dünkel des Jahrhunderts

Das Ungewohnte schadet dem Menschen, darum starb der Bojar, als er einmal die Wahrheit gesprochen.
Rumänien

Das ungezeumpte Maul nach Unglück ringt.

Das Unglaubliche verliert seinen Wert, wenn man es näher im einzelnen beschauen will.
Goethe, Wanderjahre III,15

Das Unglück [...] fällt über Gute und Böse. Es ist eine wirksame Arzenei, welche die guten Säfte zugleich mit den üblen angreift.
Goethe, Wanderjahre I,5

Das Unglück anderer trägt sich leicht.
en] It is easy to bear the misfortunes of others.

Das Unglück bindet den Leuten die Köpfe zusammen.
Schweiz

Das Unglück bleibt überschaubar, sagte der Mann und heiratete ein kleines Frauchen.

Das Unglück blüht ihm vor der tür.
i] Als sinnverwandt führt an: 'Die Sankten kommen um hoer was.'
la] Ad deorum aures peruenit.

Das Unglück bringt die Gottlosen um.

Das Unglück darf wohl schlagen, aber nicht erschlagen.

Das Unglück demütigt nur den, welchen das Glück stolz gemacht hat.

Das Unglück der Brabanter und Flamänder war das Glück der Holländer und Seeländer.
Frankreich
bm] Dokud jednomu se nesetmí, nemůz druhému svílati.
ho] Door des eenen ongeluk komt een ander uit den druk.

Das Unglück der Erde war bisher, dass zwei den Krieg beschlossen und Millionen ihn ausführten und ausstanden, indes es besser, wenn auch nicht gut gewesen wäre, dass Millionen beschlossen hätten und zwei bestritten.
Jean Paul, Freiheitsbüchlein

Das Unglück der gegenwärtigen Menschheit ist dadurch gekommen, dass die Ablehnung des Willens, Geistiges aufzunehmen, aufs Höchste getrieben worden ist.
R. Steiner, nach Wachsmuth: Die Geburt der Geisteswissenschaft

Das Unglück der lateinischen Rasse kommt davon, dass sie sich lieber für Worte als für Taten begeistert.
Henry Céard, Vorwort zu den Werken Alphonse Daudet

Das Unglück der Menschen ist, dass sie lieben, sich zum Schulmeister anderer zu machen.

Das Unglück der Menschen kommt von den Menschen.

Das Unglück der Menschen wurzelt darin, dass sich gerade die Dummköpfe für klug halten.
Karl Peltzer, An den Rand geschrieben

Das Unglück des Erde war bisher, dass zwei den Krieg beschlossen und Millionen ihn ausführten und ausstanden, indes es besser, wenn auch nicht gut gewesen wäre, dass Millionen beschlossen hätten, und zwei gestritten.
Jean Paul, Dämmerungen für Deutschland

Das Unglück des Falken ist: zerbrochene Flügel und einen ganzen Schnabel zu haben.

Das Unglück folgt dir wie dein Schatten.

Das Unglück frisst um sich, wie der Krebs.

Das Unglück gebraucht allzeit sein tück.

Das Unglück geht auf der Erde herum, besucht aber nur die Menschen.
pl] Nie chodzi niszczęśeie po ziemi, jeno po ludziah.

Das Unglück geht mit.

Das Unglück geht von da aus, wo die Krankheiten eingehen, durch den Mund.
China

Das Unglück hält sich nicht an Besuchstage.

Das Unglück hat breite Füße, sagte der Bauer, da sah er einen Mönch kommen.
Köln

Das Unglück hat breite Füße.
i] Es trampelt alles nieder

Das Unglück hat keinen Stall, sonst sperret man's ein.
Rotttal

Das Unglück hat keinen Trompeter in seinem Gefolge.

Das Unglück hat nie einen Mann vernichtet, den das Glück nicht betrogen hatte.
England

Das Unglück hat rasche Boten.
Samogitien

Das Unglück hat religiöse Verpflichtungen wieder in Erinnerung gebracht.
var] Not lehrt beten.
la] Adversae deinde res admonuerunt religionum.

Das Unglück hört und sieht genau, man darff nicht laut schrein.
mhd] Dat ungelucke süt unde hôrt nouwe.
la] Lors adversa nimis caute speculatur et audit.
en] Ill news comes apace.
fr] Tout le monde tombe sur le pauvre.
ho] Een ongeluk luistert naauw.

Das Unglück ist dem Feigen ein Riese, dem Mutigen ein Zwerg.

Das Unglück ist der Fürsten bester Lehrmeister.

Das Unglück ist der Prüfstein der Freundschaft.

Das Unglück ist der Prüfstein des Charakters.
Samuel Smiles, Charakter

Das Unglück ist ebenso wie der Ruhm imstande, Energien zu wecken.
Maurice Barres, L'appel au soldat

Das Unglück ist eine vortreffliche Arznei, wovon eine Gabe für viele Krankheiten zugleich hilft.
China

Das Unglück ist im Kriege ebenso wandelbar als das Glück.

Das Unglück ist im Staat, dass niemand leben und genießen, sondern jeder regieren, und in der Kunst, dass niemand sich des Hervorgebrachten freuen, sondern jeder seinerseits selbst wieder produzieren will.
Goethe, Eckermann, 20.4.1823

Das Unglück ist kein Kostverächter.
i] Es trifft jeden

Das Unglück ist noch zu ertragen, sagte der Schiffer, ist auch das Schiff verloren, habe ich doch den Schöpfeimer gerettet.
ho] Wel beslagen, zei schipper Auke, het schip verloren, maar het hoosvat behouden.

Das Unglück ist oft die Tochter einer guten Mutter.

Das Unglück ist unser größter Lehrmeister und unser bester Freund.
France, Die rote Lilie

Das Unglück ist unsere Mutter, das Glück unsere Stiefmutter.

Das Unglück ist, dass jeder denkt, der andere ist wie er, und dabei übersieht, dass es auch anständige Menschen gibt.
Heinrich Zille

Das Unglück kann die Weisheit nicht -
Doch Weisheit kann das Unglück tragen.
Bodenstedt, Die Lieder des Mirza Schaffy

Das Unglück kehrt beim Armen ein.
jüdisch-deutsch] Schlimm-Massel (Unglück), wühin gehst dû? Zum Urmmann. Um zu sagen, dass der Arme das meiste Ungemach zu erleiden habe.

Das Unglück kehrt nicht immer da ein, wohin man ihm den Pass visiert.
i] Es geht denen nicht allzeit übel, denen man alles Unheil auf den Hals wünscht.
it] Il male non stà sempre dove si pone.

Das Unglück kommt aus dem Mund heraus, deshalb achtet der Weise auf seine Worte. Die Krankheit kommt zum Mund herein, deshalb isst und trinkt ein Weiser mäßig.

Das Unglück kommt bei Haufen.

Das Unglück kommt entweder über das Kamel oder den Kameltreiber, oder den Eigner des Kamels.
Orient

Das Unglück kommt immer durch die Tür, die man für es offen gelassen hat.
Böhmen

Das Unglück kommt immer nach Mitternacht.
Italien

Das Unglück kommt immer nur zu der Tür herein, die man ihm offen gelassen hat.
i] Bei den Slowenen kommt es über die Leute, nicht über die Berge.
bm] Ne?tĕstí ne po horách, ne? po lidech se tlevce.
bm] Ne?tĕstí nechodí po horách, ale po lidech se tluče.
pl] Przygody po ludziach, nie po drzewach chodzą.

Das Unglück kommt in Pfunden und geht in Unzen.
en] The mischief comes by the pound and goes away by the ounce.

Das Unglück kommt ja nicht einzeln oder geht nicht zu zweien.
Estland

Das Unglück kommt mit Haufen.

Das Unglück kommt nicht mit einer Glocke um den Hals.
Estland

Das Unglück kommt niemals weinend herein.
Livland, Lettland

Das Unglück kommt oft haufenweise.

Das Unglück kommt ungebeten.

Das Unglück kommt uns zwischen die Beine, wie der Knüppel dem Hunde.
ho] Het ongeluk komt ons toe, gelijk de knuppels aan de honden.

Das Unglück kommt zu Pferd und geht zu Fuß.
Rätoromanisch

Das Unglück lauert am Wege.
bm] Ne?tĕstí v?dycky hotovo.

Das Unglück lauert in jedem Winkel.
ho] Een ongeluk zit in een klein hoekje.

Das Unglück macht von weitem abwendig.

Das Unglück macht zu Weisen.
la] Et calamitas virtutis est occasio.

Das Unglück muss man überbösen.
i] Tritt ihm mutig entgegen, so fürchtet es dich, fliehe, so jagt es dich!

Das Unglück packt seine Pillen in kein bunt Papier.
i] Sehr viele hadern nur darum mit dem Schicksal, weil es ihnen die Pillen nicht mit der Zierlichkeit eines Apothekers reicht.

Das Unglück scheint fern, doch ist es oft in der Nähe.
Niederlande

Das Unglück schickt keine Boten.

Das Unglück schlägt aus uns leuchtende Funken.

Das Unglück schreitet schnell.
Schiller, Das Lied von der Glocke

Das Unglück sitzt nicht hinter den Bergen, es hockt dir auf dem Rücken.
Russland

Das Unglück sitzt nicht immer vor armer Leute Tür.
fr] Le malheur n'est pas toujours à la porte d'un pauvre homme.

Das Unglück soll ihnen in jhrem eigen garten wachssen.

Das Unglück tötet nicht, es weist einen Weg.
Russland

Das Unglück trage mit geduld, daran du weist dein eigen schuld.
la] Quod pateris merito, patienter ferre memento.

Das Unglück trifft nur den Armen.
fr] Le malheur poursuivit l'infortune.
la] Canis semper infestat pauperem peregrinum.

Das Unglück tut sich wenden, kommt Glück von allen Enden.

Das Unglück vereinsamt nicht nur, es bringt auch die kleinlichen Vorurteile der Gesellschaft zum Schweigen.
Honoré de Balzac (1799-1850), Die Lilie im Tal

Das Unglück wächst über nacht.

Das Unglück will gerühmt seyn, dass man noch sagen muss, Gottlob, dass es nicht erger ist.

Das Unglück wird einmal müde, uns zu verfolgen.
Niederlande

Das Unglück wohnet überall.

Das Unglück zeigt den großen Mann.
la] Adversa magnos probant.
la] In proclivi mala.

Das Unglück, das man selber heraufbeschworen hat, lässt sich nicht aufhalten.
Japan

Das Unglück, das wir mit Augen sehen, ist geringer, als wenn unsere Einbildungskraft das Übel gewaltsam in unser Gemüt einsenkt...
Goethe, Lehrjahre VI

Das Unglück, gleich einem Hufschmied, formt, indem es zuschlägt.
England

Das Unheil in der Weit kommt nicht zuletzt durch diejenigen, welche mit Gewalt eine heile Welt wollen.
Fliegende Blätter

Das Unheil schreit nicht.
Estland
i] Es kündigt sich nicht laut an

Das Unheilbare muss sorgfältig mit dem Schwert zurückgeschnitten werden, damit nicht das Unversehrte angesteckt werde.
Ovid, Metamorphosen

Das unheilbare Übel dieser religiosen Streitigkeiten besteht darin, dass der eine Teil auf Märchen und leere Worte das höchste Interesse der Menschheit zurückführen will, der andere aber es da zu begründen denkt, wo sich niemand beruhigt.
Goethe, Maximen und Reflexionen 1400

Das Uninteressanteste an der Geschichte ist, dass sie sich dialektisch vorwärts wälzt - was sie auch gar nicht tut.
Ludwig Marcuse, Argumente und Rezepte

Das Universum ist ein Gedanke Gottes.
Friedrich Schiller, Philosophische Briefe

Das Universum ist ein Gedanke Gottes.
Friedrich Schiller, Philosophische Briefe

Das Universum ist mein Bewußtsein, mein Bewußtsein ist das Universum.

Das Universum ist vollkommen. Es kann nicht verbessert werden. Wer es verändern will, verdirbt es. Wer es besitzen will, verliert es.
Laotse

Das Universum kann man nicht so erforschen, wie man sich selbst erforschen kann. Erkenne dich selbst, dann erkennst du das Universum.
Mahatma Gandhi (1869 - 1948)

Das Universum kommt nur durch Individualisierung zum Selbstgenuss, darum ist diese ohne Ende.
Friedrich Hebbel, Tagebücher

Das Universum trennt sich nie vom Menschen, es ist der Mensch, der sich vom Universum trennt.

Das Unkraut ausgerauft, wächst eben immer wieder,
Und immer kämpfen musst du neu das Böse wieder
Wie du musst jeden Tag neu waschen deine Glieder,
So die Gedanken auch an jedem Tage wieder.
Rückert, die Weisheit des Brahmanen

Das Unkraut bleibt im Garten zurück.

Das Unkraut vor dem Weizen abschneiden.
fr] Separer l'yvroye d'avec le bon grain.

Das Unkraut will von dem garten nit.
i] Der Menschen Vernunft und Tugend ist sterblich und verliert sich oft bei einem Volke viele Geschlechter hindurch; aber ihre Laster und Torheiten wachsen unaufhörlich, wie das Unkraut.
ho] Onkruid blijft alltijd boven.
la] Infelix lolium et steriusque virescit.
la] Non mala decrescit planta, sed usque virescit.

Das Unlogische lockt die Frauen.
Michel Eyquem de Montaigne, Die Essais

Das unmittelbare anschauen der Dinge ist mir alles, Worte sind mir weniger als je ...
Goethe, an S. Boisserée, 22. März 1831

Das Unmittelbare fühlt sich gleich.
Goethe, An Bettina Brentano, 3.11.1809

Das unmittelbare Gewahrwerden der Urphänomene versetzt uns in eine Art von Angst: wir fühlen unsere Unzulänglichkeit, nur durch das ewige Spiel der Empirie belebt, erfreuen sie uns.
Goethe, Maximen und Reflexionen 433

Das unmittelbare, natürliche, notwendige Verhältnis des Menschen zum Menschen ist das Verhältnis des Mannes zum Weibe.
Marx, Ökonomisch-philosophische Manuskripte

Das Unmögliche wollen,
Das Undenkbare denken
Und das Unsägliche sagen
Hat stets leichte Früchte getragen;
Du musst, wenn die Träume sich scheiden,
Zuletzt das Unleidliche leiden.
Grillparzer, Nachlass

Das unordentliche Leben der Leute ist das Wohlleben der Ärzte.

Das Unorganische ist die geometrische Grundlage der Welt. Die geometrischen meßbaren Formen sind ihr Anteil.
Goethe, Entstehung der Erde - Entstehung unorganischer Formen

Das Unrecht fängt da an, wo man einem weh getan.

Das unrecht Gewonnene holt der Teufel.

Das Unrecht in sich saufen wie Wasser.

Das Unrecht scheuen, die es bereuen.

Das Unrecht soll man mit Recht bekämpfen.
sd] Olag måste med lag rättas.
sd] Orätt skrifwit plänar man ut.

Das Unrecht, das Ehemann und Herr tun, wird ihnen nicht vorgeworfen.
England

Das Unrecht, das einem anderen Bürger angetan wird, wird mir angetan. Ein freier Rechtsstaat ... ist nur dort, wo dieser Satz sich verwirklicht.
Fliegende Blätter

Das unrechte Güt'l tragt nichts ins Hüt'l.

Das unscheinbare, flackernde Flämmchen des Gefühls ist tausendmal sicherer und rascher als die strahlende Fackel des Geistes und der Vernunft.
Melchior Grimm

Das Unser Vater, ein schön Gebet,
es dient und hilft in allen Nöten.
Wenn einer auch Vater Unser fleht,
in Gottes Namen, lass(t) ihn beten!
Goethe, Gott, Gemüt und Welt

Das Unsere behaget dem Andern, das des Anderen behaget uns.
ndt] Dat unse behaget dem anderen, des anderen behaget uns.
la] Nostra placent aliis, nobis aliena probantur.
la] Aliena nobis, nostra plus aliis placent.

Das Unserige und das Meinige ist nicht dasselbe.
i] Was mir gehört, gehört darum noch nicht allen meinen Freunden.

Das unsichtbare Geistige ist nicht zusammengesetzt, unsere Seele auch nicht, kann also nicht getrennt werden und bleibt also nach dem Tode.
Goethe, Ephemerides, 1770

Das Unsichtbare ist rein.

Das unsittlich hastige Streben nach Besitz und Reichtum aufseite der Fabrikanten, die Not aufseite der Arbeiter führt zur Lohnbedrückung, zum Drucksystem, zur absoluten Herrschaft des Kapitals in der Wirtschaft, in der Gesellschaft, im Staat.
Gustav Schmoller, Die Arbeiterfrage

Das Unsrige und das Meinige sind zweierlei.
Afrika

Das Unsterbliche ist nicht dem sterblichen Lebenden zu vergleichen, und doch ist auch das bloß Lebende verständig. So weiß der Magen recht gut, wann er hungert und durstet.
Goethe, Maximen und Reflexionen 630

Das Unsympathische an Computern ist, dass sie nur ja oder nein sagen können, aber nicht vielleicht.
Fliegende Blätter

Das Unterfutter ist oft teuerer als das Oberzeug.
en] The lining is dearer than the cowring.
fr] La sauce vaut mieux que le poisson.
fr] Les copeaux valent mieux que le bois.
fr] Plus coûte la corde que le poisson.

Das unterhält die Küche.
i] Damit kann man die Haushaltung, die Wirtschaft bestreiten.
fr] Cela fait boullier le pot.

Das Unternehmen, die Charakterfehler eines Menschen durch Reden und Moralisieren aufheben und so seinen Charakter selbst, seine eigentliche Moralität, umschaffen zu wollen, ist ganz gleich dem Vorhaben, Blei durch äußere Einwirkung in Gold zu verwandeln, oder eine Eiche durch sorgfältige Pflege dahin zu bringen, dass sie Aprikosen trüge.
Schopenhauer, Über die Freiheit des Willens, 3, Der Wille vor dem Bewußtsein anderer Dinge

Das Unvergängliche
Ist nur dein Gleichniss!
Gott, der Verfängliche,
Ist Dichter-Erschleichniss...
Nietzsche, Die fröhliche Wissenschaft

Das unvergeßlichste von allem ist wohl menschliche Wärme.
Martin Andersen Nexö (1869-1954), Erinnerungen

Das Unverhoffte, das Gefahrvolle, das Tollkühnste selbst kannst du wagen, das Mittelmäßige allein macht rettungslos elend.
Bettina von Arnim (1785-1859) Gespräche mit Dämonen

Das Unvermeidliche mit Würde tragen.
Karl Streckfuß, Denkspruch

Das Unvermeidliche muss man mit Würde tragen.
i] Das Wort ist aus dem 180. Denkspruch des Übersetzers des Dante, Tasso und Ariost, Karl Streckfuß entlehnt und wird scherzhaft wohl auf Empfänger des allgemeinen Ehrenzeichens angewandt. Der Denkspruch lautet: 'Im Glück nicht stolz sein und im Leid nicht zagen, das Unvermeidliche mit Würde tragen, das Rechte tun u.s.w. heisst leben, heisst den Tod sein Bittres rauben.'

Das Unvermögen eines Menschen, seine Affekte zu zügeln und einzuschränken, nenne ich Knechtschaft.
Baruch de Spinoza, Ethik

Das Unvermögen, es besser zu machen, erzeugt die Kritik.
Helvetius, Vom Menschen

Das Unvernünftige zu verbreiten,
Bemüht man sich nach allen Seiten,
Es täuschet eine kleine Frist,
Man sieht doch bald, wie schlecht es ist.
Goethe, Zahme Xenien V

Das unverschämte Wesen passt nur für Sklaven, die Unabhängigkeit hat nichts Affektiertes.
Jean-Jacques Rousseau, Emile

Das Unvorhergesehene ist, was immer geschieht.
England

Das Unzulängliche ist produktiv.
Goethe, Riemer, 20.7.1811

Das Unzulängliche widerstrebt mehr, als man denken sollte, dem Auslangenden.
Goethe, Maximen und Reflexionen 1176

Das Unzulängliche, hier wird's Ereignis.
Goethe, Faust II (Chorus mysticus)

Das Unzulängliche,
Hier wird's Ereignis...
Goethe, Faust II A V, Bergschluchten (Chorus Mystims) Vs 12106

Das üppige Haarkleid des Mannes verrät, dass ein Dummkopf oder ein Glückspilz vor uns steht.
sp] El hombre peloso o tonto o venturoso.

Das Urmaß aller Dinge ruht
In Händen nicht, die endlich sind,
Es liegt verwahrt in Schatzgewölben,
Die kein vergänglich Auge schaut.
Gottfried Keller, Gedichte

Das Urteil - das ist der Glaube: 'Dies und dies ist so.' Also steckt im Urteil das Geständnis, einem 'identischen Fall' begegnet zu sein: es setzt also Vergleichung voraus, mit Hilfe des Gedächtnisses.
Nietzsche

Das Urteil bindet nicht, gibt es der rechte Richter nicht.
i] Sollte das Urteil bindende Kraft haben, so musste es der zuständige Richter erteilen.

Das Urteil darf nicht zurückgehen.
i] Ein rechtskräftig gewordenes Erkenntnis lässt sich nicht abändern und umstoßen.

Das Urteil darüber, was ein Freund ist, ist stets schwankend, und stets ist der Mangel an wahren Freunden groß.
Petrarca, An Socrates in Avignon

Das Urteil der Bourgeoisie in den Dingen der Kunst ist naiv und brutal.
Sully Prudhomme, Intimes Tagebuch

Das Urteil der Menge mache dich immer nachdenklich, aber niemals verzagt.
Platen, Lebensregeln

Das Urteil des unverbildeten Menschen ist unbestechlich.
Th. Wolfe, Willkommen in Altamont

Das Urteil eines klugen Feindes baut sich höchst selten auf einem völligen missverständnis auf.
Wladimir I. Lenin, Ein Schritt vorwärts, zwei Schritte zurück

Das Urteil hat keinen Zaum.
i] Bezieht sich darauf, dass im alten Rechtsverfahren das Urteil auf der Stelle, nachdem es ausgesprochen war, rechtskräftig und vollstreckbar wurde.
altfries] Dio kest aeph neen tamen.

Das Urteil in kritischen Fragen durchläuft sehr oft drei Stufen: unkritische Zustimmung, radikale Verurteilung, kritische Rehabilitierung.
Adolf Hanack

Das Urteil ist gesprochen, der Stab, der ist gebrochen.

Das Urteil ist Gottes.
ho] Dat vonnis is goods.

Das Urteil können sie verwehren, aber die Wirkung nicht hindern.
Goethe, Maximen und Reflexionen 874

Das Urteil über ein Kind ist bald gefällt.
Estland

Das Urteil über öffentliche Männer, es mag wahr oder falsch sein, kommt nie zu früh, aber oft zu spät.
Seume, Spaziergang nach Syrakus: Frankfurt

Das Urteil, das ich selbst über mich spreche, trifft mich unmittelbarer und härter als das der Richter, diese müssen mich so nehmen, wie ich nach dem Zivilrecht verpflichtet erscheine, mein Gewissen packt viel fester zu und ist viel strengen.
Michel Eyquem de Montaigne, Die Essais

Das Urteilen ist das Beziehen eines Einzelnen auf den Begriff.
Hegel

Das Variété ist die letzte Zufluchtstätte all dessen geworden, was von den Heiden als göttlich verehrt wurde und was die Zeiten der Aufklärung aus den Kultstätten der Menschheit verbannt haben.
Walther Klaulehn, Lesebuch für Lächler, Die Welt ohne Schwerkraft

Das 'Vater unser' ist ein Strom, in dem das kleinste Lamm waten, aber auch der Elefant schwimmen kann.

Das Vaterhaus eines Mädchens ist sein Grab.
Libanon
i] Dort verkümmert es, wenn es nicht heiratet

Das Vaterland erwartet, dass jeder seine Pflicht tue.

Das Vaterland gehört zum Bereich des Mundwerks, ist untrennbar verbunden mit Eichenlaub und Schwertern und schlechtem Öldruck.
Ossietzky, Das boykottierte Vaterland

Das Vaterland ist ein Beerlein, das fremde Land eine Blutträne.

Das Vaterland ist lieb und süß, dass man sein stets gedencken muss.

Das Vaterland ist überall, wo es dir gut geht.
la] Patria est ubicunque bene.

Das Vaterland kann einen jeden von uns entbehren, aber keiner von uns das Vaterland.
Turgenjew

Das Vaterland über alles!
z] Ans Vaterland, ans teuere schließ' dich an, das halte fest mit deinem ganzen Herzen, hier sind die starken Wurzeln deiner Kraft. Schiller, Wilhelm Tell
bm] Ot cov?ké zemé odumři, ale neodcházej.
ho] Vaderland boven al.
la] Patria nihil dulcias, nihil carius in vita esse debet.
la] Praeferre patriam liberis regem decet.
pl] Jaką taką ojczyznę wolą ludzie, niż wyborną gościnę.

Das Vaterland verleiht die allerbesten Gaben.
Goethe, Faust, I, 5 (Frosch)

Das Vaterland wird nicht in Gefahr sein, solange die Armee in dem Geiste sich erhält, von dem sie in den letzten Kriegen so große Beweise der Treue und Aufopferung gegeben hat.
Kaiser Wilh. I. in seiner Antwort auf eine Adresse d. Herrenhauses (20. Jan. 1887)

Das Vaterland zeige sich als die gemeinsame Mutter der Bürger, die Regierung lasse ihnen so viel Anteil an der öffentlichen Verwaltung, dass sie fühlen, sie haben eine Heimat; besonders werde der Arme geschützt gegen die Tyrannei des Reichen.
Rousseau, Politika

Das Vaterunser hinter sich beten (wie die Hexen).
la] Preces fundere praeposteras.
la] Salutem ex inimicis nostris.

Das Vaterunser ist armer leut zinssgut.

Das Vaterunser ist der größte Märtyrer auf Erden.

Das Vaterunser ist ein hoher Zaun und dickes Gehege, darüber der Teufel nicht kann steigen.

Das Vaterunser ist ein Strom, in dem das kleinste Lamm waten, aber auch der Elefant schwimmen kann.

Das Veh isch guet, numme frisst's keine Ofetürli.
Solothurn
i] Vieh, das fett und schön bleiben soll, will gut genährt sein.

Das Veilchen vermag nichts gegen den Knoblauch.

Das Veraltete kostümiert sich als das Neue, um nicht in seinen Schlupfwinkeln aufgestöbert zu werden.
i] Und das Konterrevoluxionäre als das Revolutionäre.
Becher, Das poetische Prinzip

Das Verantwortungsgefühl in seiner kräftigen Entfaltung treibt den Menschen dazu, die begrenzte kleine Welt der Schöpfung zu durchbrechen und mit dem Kopf gegen den Himmel zu stoßen.
Martin Andersen Nexö (1869-1954), Erinnerungen

Das verbietet sich von selbst.
dä] Det forbyder sig vel selv, det kand ei skee.

Das verborgen Brot ist niedlich.

Das Verborgene reizt.

Das verborgene Riff vermeiden und am offenen scheitern.

Das Verbot ...
Verdoppelt den Genuss.
Grabbe, Don Juan und Faust, IV, 4 (Don Juan)

Das Verbot des Padischah hält drei Tage.

tü] Padişah yasağı üç gün sürer.

Das Verbotene reizt.

Das Verbrechen eines ehrlichen Menschen, sei es auch zufällig und unbedeutend, freut uns viel mehr als die selbstlose oder gar heldenhafte Tat eines Schurken.
Maxim Gorki (1868-1936), Sofia Andrejewna Tolstaja

Das Verbrechen hat kein Asyl, nur gekrönte Verbrecher finden eins auf dem Thron.
Büchner, Dantons Tod

Das Verbrechen, das in des Königs Palast begangen wurde, wird den Hofleuten zur Last gelegt.
Tanganjika

Das verdammte Glück! Ohne das kann man nicht einmal ein guter Spitzbube sein.
Lessing, Die Juden (Stich)

Das Verderben des Besten ist das Schlimmste von allem.
la] Corruptio optimi pessima.

Das Verdienst altert nicht.
i] Wenn es wahr ist, dass das Verdienst nicht altert, so wird es doch vergessen.

Das Verdienst der schönen menschlichen Rede übertrifft weit das des Gesanges. Es ist ihm nichts zu vergleichen, seine Abwechslungen und Mannigfaltigkeiten sind für das Gemüt unzählig. Ja, der Gesang selbst muss auf die simple Sprache zurückkehren, wenn er höchst bedeutungsvoll und rührend werden soll, dies haben auch schon alle große Komponisten bemerkt.
Goethe, Knebel, (15.) 5.1810

Das Verdienst gehört dem Anfänger, wenn es auch der Nachfolger besser macht.

Das verdrießt mich, sagte der Dieb, als er zum Galgen ging.
Bremen

Das Vereinigen ist eine größere Kunst, ein größeres Verdienst. Ein Einigungskünstler wäre in jedem Fache der ganzen Welt willkommen.
Goethe, Wahlverwandtschaften

Das Vereinswesen ist die Festung der Mittelmäßigkeit. Von dem Vereinswesen geht der Verdammungsklatsch gegen das Talent aus.
Anselm Feuerbach, Schriftlicher Nachlass

Das Verführerische für junge Leute ist dieses. Wir leben in einer Zeit, wo so viele Kultur verbreitet ist, dass sie sich gleichsam der Atmosphäre mitgeteilt hat, worin ein junger Mensch atmet. Poetische und philosophische Gedanken leben und regen sich in ihm, mit der Luft seiner Umgebung hat er sie eingesogen, aber er denkt, sie wären sein Eigentum, und so spricht er sie als das seinige aus. Nachdem er aber der Zeit wieder gegeben hat, was er von ihr empfangen, ist er arm.
Goethe, Eckermann, 15.4.1829

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