Weisheiten 72

Anfang ist ein gut Behagen, denn das Ende die Last muss tragen.
fr] Au commencement tout est beau.
it] Il veleno sta nella coda.

Anfang ist ein gut behagen,
Das end muss den last tragen.
fr] Au commencement tout est beau.
it] Il veleno sta nella coda.

Anfang ist kein Meisterstück.
fr] Les apprentis ne sont pas maîtres.
fr] N'a pas fini qui commence.
it] Tutti i principi son deboli.
la] Inventum simul et perfectum nihil est.

Anfang und End' in allen Sachen
Muss man mit Gott dem Herren machen.

Anfang und end nicht bleiben gleich, wer heut ist arm, wirt morgen reich.

Anfang und End steht alles in Gottes Händ.

Anfang und Ende in allen Sachen muss man mit Gott dem Herren machen.

Anfang und Ende reichen sich (o. einander) die Hände.

Anfang und Ende sind selten gleich.
dä] Enden og begyndelsen vil ey gierne folges ad.
la] Flebile principium melior fortuna sequetur.
la] Non sibi concordem spondent exordia finem.

Anfang und Ende sind wohl unter sich verwandt,
Doch ist der Anfang blind, das Ende hat's erkannt.
Friedrich Rückert, Die Weisheit des Brahmanen

Anfang und Ende vom Januar zeigen das Wetter fürs ganze Jahr.

Anfang und Ende wollen nicht allzeit übereinkommen.

Anfang Verstand und Rat, zum Fortgang Vorsicht, zum Vollenden Glück und Beständigkeit.

Anfang, bedenk das Ende! Wahlspruch des Kurfürsten Georg Wilhelm von Brandenburg (gest. 1640)
la] Pricipiis obsta.

Anfang, bedenk das Ende!
Wahlspruch des Kurfürsten Georg Wilhelm von Brandenburg (gest. 1640)
dä] For begyndelsen taenk paa ende.
dä] Som enden er sidst i gjerningen maae den vaere först i betragtningen.
fr] Au commencement considérez la fin.
la] Principiis obsta.

Anfang, Mitte und Ende sein.
i] Die Seele des Ganzen, alles in allem sein.
la] Principium, medium et finis.

Anfang, Mittel und End' allein, lass Gott in allen Sachen sein, denn, was mit Gott wird angefangen, ist niemals übel ausgegangen.

Anfang: der wichtigste Teil der Arbeit.
Platon

Anfangen = Afoh ist gut, aber höre (= aufhören) no besser.
Luzern

Anfangen ist ein gut Behagen, denn das Ende die Last muss tragen.
fr] Au commencement tout est beau.
it] Il veleno sta nella coda.

Anfangen ist halb, vollenden ganz.
(zit) Der Beginn ist die Hälfte des Ganzen.
Pythagoras

Anfangen ist leicht, (doch) Beharren ist Kunst.
dä] Let er at begynde, men at fare fort og fuldende, hører forstand og mod til.
fr] Il est aisé de commencer, mais pour continuer et pour finir il faut du jugement et du courage.
it] Non ci è più difficil cosa ch' il cominciare.
pl] Łatwiej jest zacząć niż skończyć.

Anfangen ist leicht, Beharren ist schwer.

Anfangen ist leichter als aufhören.
Mageligerre er den förste ende at gribe an, end den sidste at faae fast.

Anfangen lasst sich viel!

Anfangen tut's.

Anfangen und aufhören sind bei ihm eins.
la] In limine deficere.

Anfangen und Ringen
Ist bei allen Dingen.

Anfangen und Vollenden (o. Ausmachen) ist zweierlei.
fr] Commencer et finir sont deux.
fr] N'a pas fini (o. fait) qui commence. (Der hat nicht getan [das Werk vollbracht], der anfängt)
it] In limine deficere.

Anfangen zu bemerken, und bemerkt zu werden, ist ein kurioser Punkt unsers Lebens, geliebter Freund.
Goethe, An J. L. Hetzler (Konzept), 28.9.1770

Anfangen zu verstehen heisst anfangen zu sympathisieren.
Stevenson, Die Geschichte der Lüge

Anfangen, fortfahren und hinausführen gehören zusammen.
dä] At beginde, fare fort og fuldende hörer sammen.
fr] N'a pas fait qui commence.

Anfang'n un tolang'n.'
z] Beide Hann' in beide Taschen, will dat Spillwerk doch nie flaschen.

Anfangs bedenk das End.

Anfangs eine Sache zum Lachen, später wird es Ernst.
Estland

Anfangs fällt die Gestalt im Grabe ein, dann schleift sich sogar ihr Bildnis auf dem Grabsteine hinweg, - was bleibt? Was beide erschuf, die Seele!
Jean Paul, Dämmerungen für Deutschland

Anfangs geht man ins Wasser und glaubt, man wolle wohl durchwaten, bis es immer tiefer wird, und man sich zum Schwimmen genötigt sieht.
Goethe, An Schiller, 21.12.1804

Anfangs halt gute maß, spar, was noch ist im Fass, sonst, wenn du am end erst sparen wilt, so ists zu spat, es ist verspilt.

Anfangs Hauses.
i] In der ersten Zeit des Ehestandes.

Anfangs holt man Wasser mit dem Sieb, später nicht mal mit dem Eimer.
Estland

Anfangs Honigwochen (= Flitterwochen), später Tränenwochen.
Estland

Anfangs immer groß und berühmt, später scheint (es) nicht mal aus der Wandritze heraus.
Estland

Anfangs immer so gut und teuer, später wird man mit der Hundepeitsche weggejagt.

Anfangs macht man immer die ganze Welt, später nicht mal ein einziges Hemd.

Anfangs nimmt der Mann einen Schnaps, später nimmt der Schnaps den Mann.
Estland

Anfangs verbreiten sich die Räuden zwischen den Fingern, aber später kratzt man sich schon den Arsch.
Estland

Anfangs wollt' ich fast verzagen,
Und ich glaubt', ich trügt es nie,
Und ich hab' es doch getragen, -
Aber fragt mich nur nicht wie.
Heine, Buch der Lieder
i] Diese Zeilen verdanken ihre Entstehung einem höchst prosaischen Umstande. Heine dichtete sie auf einem Balle mit Bezug auf seine Schuhe, die ihn fürchterlich drückten.

Anfangs zog Aegina die besten Kinder.
i] Von allem, was einen guten Anfang nimmt, allmählich aber schlechter wird.

Anfangstermin
la] dies a quo

Anfank un Enne sint selten glück.
Sauerland

Anfechtung ist der Seele eine Artzeney und dem Leibe Gifft.

Anfechtung ist ein Salz, welches die Tugend würzt.
la] Virescit vulnere virtus.

Anfechtung lehrt aufs Wort merken.
i] Auf die Stimme Gottes, sie tue sich kund in der Natur, Vernunft oder Bibel

Anfechtung lehrt, dass man Gott hört.

Anfechtung macht einen Mann.

Anfechtung macht gute Christen, sagte der Handwerksbursch auf der Landstraße.

Anfechtung macht gute Christen.
i] Bewährung macht stark

Anfragen steht frei.

Anführerin bei den Übeltaten aber ist die Frau, in Verbrechen ist sie Künstlerin.
Lucius Annaeus Seneca, Hippolytus

Anführungszeichen sind oft nichts als faule Ausrede, mittels deren der Autor die Verantwortung für eine Banalität, die ihm in die Feder kam, oder für die ihm nichts besseres einfiel, dem schlechten Geschmack seiner Zeitgenossen aufzubürden versucht.
Arthur Schnitzler

Angeben und Ertz schatzen trifft selten zu.

Angeber sind des Teufels Netzweber.

Angeber sind Sprachriesen, in denen sich Denkzwerge verstecken.

Angeber und Zwischenträger sind das erbärmlichste Gesindel, das Gottes Erdboden trägt.
Roderich Benedix, Die Dienstboten

Angeboren Blut queint, wenn's gleich nur ein Tröpflein wäre.
i] Blutsfreunde treten ans Herz.

Angeboren ist besser als angelernt.

Angeboren ist unverloren.
it] Quel che vien dalla natura, fino alla fossa dura.

Angeborene Weise geht schwer aus ihrem Gleise.
la] Difficile est tacitos naturae abscondere mores, ponere difficile est, quae placuere diu.

Angeborene weise ist schwer zu verbergen.
la] Difficile est ingenitos mutare mores.

Angeborne mängel kan man nicht aus und ein setzen wie der Glaser die Fenster.
z] Gewisse Mängel sind nothwendig zum Dasein des einzelnen. Es würde uns unangenehm sein, wenn alte Freunde gewisse Eigenheiten ablegten.

Angebotene Dinge sind niemanden eben.

Angebotene Hilfe hat keinen Lohn.

Angebotene Ware gilt nichts.

Angebotene Ware hat lahme Füße.

Angebotene Ware stinkt.
en] Proffer'd ware stinks.
ho] Aangeboden waar is verdacht.
it] Mercanzia offerta è spesso 'guastata.
it] Mercanzia offerta hà mal odore.
la] Merx ultronea putet.

Angebotener (aufgedrungener) Rat trägt keinen (wenig) Dank.
z] Geh nicht zu rath, man heiss dich dann, dann wann man dich dabei will han, wird man dir einen Boten schicken und dich zu ihm heißen rücken.
mhd] Chom nymma an den ratt, daran man dich nicht beten hatt.

Angebotener Dienst ist henkenswert (o. unwert, halb umsonst).
ndt] Angebotten dienst ward nie werdt.
en] Proffer' d service stinks.
ho] Aangeboden dienst is onwaard.
ho] Aangeboden dienst is zelden aangenaam.
ho] Gheboden dienst is onweert.
la] Dicitur oblatum fore servitium male gratum.
la] Merx ultronea putet.
la] Officium oblatum saepe ingratum.

Angebotener Dienst ist selten angenehm.
i] Wer zur Unzeit gefällig sein will, ist lästig.
it] Servitù offerta non è mai stimata.
la] Intempestiva benevolentia nihil a simultate differt.

Angebotener Dienst stinkt.

Angebotne Dinger sind selten viel was gut.

Angebotner Dienst ist henkenswert.

Angebotner Dienst ist unwert (o. halb umsonst).

Angebrannt Holz geht bald wieder an.
i] Von verwitweten Personen.

Angebrannte Suppen riechen weit.

Angebrochener Taler, ausgegebener Taler.
fr] Écu changé, écu mangé.

Angedenken an das Gute
Hält uns immer frisch bei Mute.
Angedenken an das Schöne
Ist das Heil der Erdensöhne.
Angedenken an das Liebe,
Glücklich! wenn's lebendig bliebe.
Angedenken an das Eine
Bleibt das Beste, was ich meine.
Goethe, Zahme Xenien VIII, Angedenken

Angefailt gut verdenckt man.

Angefälle ist kein Lehen.

Angefangen ist noch nicht getan.
fr] N'a pas fait qui commence.

Angefangen war's, sagte der Pfaff', aber ich machte den Kopf dran.

Angefangen Werk ist halb getan.
fr] Besogne commencée est plus qu'à demi faite.

Angefangene Arbeit ist halb getan.
fr] Besogne commencée est à moitié faite.
fr] Besogne qui plaît est à moitié faite.

Angefangene ding endet Gott.

Angefangene Reise ist halb getan.

Angeführt mit Löschpapier.
Oberharz

Angeführt, mit Butter geschmiert.

Angehalten erlaufft den Hasen.

Angekohlte Holzstücke gelten als Schutzmittel des Ackers.
Aberglaube
i] Im Jahre 1653 verbietet der Rat zu Nürnberg, solche Brände vom Johannisfeuer in die Äcker zu stecken.

Angekohltes Holz ist leicht in Brand zu setzen.

Angel und Netz müssen stets fertig sein.
i] Es ist keine Gelegenheit zu versäumen.

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