Weisheiten 70


Das Romantische ist kein Natürliches, Ursprüngliches, sondern ein Gemachtes, ein Gesuchtes, Gesteigertes, Übertriebenes, Bizarres, bis ins Fratzenhafte und Karikaturartige. Kommt vor wie ein Redoutenwesen, eine Maskerade, grelle Lichterbeleuchtung. Ist humoristisch (das heisst ironisch, vergleiche Ariost, Cervantes, daher ans Komische grenzend und selbst komisch) oder wird es augenblicklich, sobald der Verstand sich daran macht, sonst ist es absurd und phantastisch.
Goethe, Riemer, 28.8.1808

Das Romantische ist schon in seinen Abgrund verlaufen, das Grässlichste der neuem Produktionen ist kaum noch gesunkener zu denken.
Goethe, Maximen und Reflexionen 1033

Das römische Karneval ist ein Fest, das dem Volke eigentlich nicht gegeben wird, sondern das sich das Volk selbst gibt.
Goethe, Italienische Reise III, Das römische Karneval

Das römische Karneval ist, wie wir bald bemerken können, eigentlich nur eine Fortsetzung oder vielmehr der Gipfel jener gewöhnlichen sonn- und festtägigen Freuden, es ist nichts Neues, nichts Fremdes, nichts Einziges, sondern es schließt sich nur an die römische Lebensweise ganz natürlich an.
Goethe, Italienische Reise III, Das römische Karneval

Das Röslein hat gar stolzen Brauch
Und strebet immer nach oben,
Doch wird ein liebes Liebchen auch
Der Lilie Zierde loben.
Goethe, Das Blümlein Wunderschön ? Lilie

Das Ross an einen Hag binden.
Schweiz

Das Ross beim hindern aufzeumen.

Das Ross beim Schwanze aufzäumen.

Das Ross bewährt sich am Berge, der Freund in der Not.

Das Ross des Kaisers (o. Königs) wird auch nicht mit Rosinen gefüttert.

Das Roß des Kaisers wird auch nicht mit Rosinen gefüttert.

Das Ross gehört an den Wagen, der Ochs an den Pflug.
i] Ämterverteilung.

Das Ross Gottes.
Oberösterreich

Das Ross hasset den Zaum.

Das Ross ist nicht nach seiner Schabracke und seinem Stirnschmuck zu schätzen.

Das Ross lenkt (oft, hier) den Reiter.
i] Es ist verkehrte Ordnung.

Das Roß lenkt oft den Reiter.

Das Ross muss gestriegelt werden.
z] Böser Pöfi braucht viel Ruthen und Hirten; der wild Vogl muss gerupfft, und der Frosch aufs Maul geschlagen werden, dass er alle viere von sich streckt, das Ross muss gestrieglet und das Tuch geklopfft werden, sonst kommen die Schaben drein.

Das Ross sagt: Auf der Ebne schon mi nett und auf Berg treib' mi nett, und im Stall vergiss mi nett.

Das Ross schätzet man nit aussm Sattel und den man nit aus kleidern.

Das Ross soll man nicht beym Arsch aufzäumen.

Das Ross wird nicht nach dem Sattel beurteilt.

Das Ross, das sich satteln läst, das reit man.

Das Ross, so nicht mehr ziehen kann, gehört dem Schinder.

Das Ross, welches einmal den Zaren trug, wiehert beständig.
Russland

Das Rösslein machen laufen.
i] Eine Sache, den Gang einer Angelegenheit durch Geschenke oder andere Mittel beschleunigen.
z] Dieß rösslin läuft gar leichnam weit, wann man gab und schencken geit; Kumpstu her mit lerer handt, so bringst dus nit von disem standt.
z] Wer yetzund in ein Closter bgert, on bringen ist er nimmer wert; ist es das er pfennig hett, so kumpt er oben an das brett .... On schencken läuft mein rösslin nit, und gieng on gab nit einen trit.

Das rote Blut war seit Urzeiten der Menschheit das Zeichen des kräftigen Lebens, das über den Tod siegen wollte.
Welskopf-Henrich, Über den Missouri

Das Rote
i] der rot geschriebene Urteilskopf
la] Rubrum

Das Rubinglas zählt sich unter die Edelsteine.
Hamburg

Das Rückgrat ist bei manchen Politikern unterentwickelt - vielleicht, weil es so wenig benützt wird.
Margaret Thatcher

Das Ruder eines Steuermanns muss viel Augen haben.
Russland
ho] Man te roer, laat het je niet ontwaaijen.
ho] Man te roer, wacht u voor de lij.
ho] Schipper, houd je roer regt.

Das Ruder im Land ruht am besten in einer Hand.
z] Regierungsruder muss nur einer führen.

Das Ruder ist vom Schiffe fort.
i] Der leitende Geist.

Das Ruder liegt danach.
i] Es ist darauf angelegt.

Das Ruder muss führen, wer es zu führen gelernt hat.

Das Ruder nach dem Winde wenden.
mhd] Ich will daz ruoder oueh nâch den winden wenden.

Das Rudern richtet sich nach dem Wasser.
i] Die Lebensart nach dem Vorteil.

Das ruhige Schwein frisst sein Futter, das wilde stößt den Trog um.
dä] De lumske sviin æde masken, de galne løbe uden om.

Das rührt nicht daran.
i] Passt durchaus nicht hierher
hebr] Loo poga weloo noga.

Das ruht im Schoße der Götter.
Homer, Ilias, XVII, 514 und Odyssee, I, 287 und 200

Das runzligste Gesicht wird glatt, wo 's Geld die Fülle hat.

Das russische Volk ist von anderm Schlag: mystische Exaltiertheit liegt ihm überhaupt nicht; dafür hat es zuviel gesunden Sinn, Klarheit und nüchternen Verstand im Kopf: und darauf beruht vielleicht auch die gewaltige Größe seines historischen Schicksals in der Zukunft.
Belinski, an N. W. Gogol, 15. 7. 1847

Das Rüsten wird bezahlt, aber das Herunterfallen nicht.
Niederlausitz
i] Sprichwort von Baumeistern, womit sie zu gutem Rüsten aufordern.

Das Rutenaushauen ist die erste Weihe zum Strick.

Das Saargebiet - vom Rheinland nicht zu sprechen, Schleswig, unsere Nordmark, wie die Ostmark, alles das ist deutsches Land, für das wir uns einzusetzen haben.
Stresemann, Reden und Schriften

Das Saarland ist kein ausländisches, sondern es ist deutsches Gebiet. An diesem einheitlichen deutschen Empfinden haben sich auch diejenigen die Zähne ausgebissen, die geglaubt haben, dass es möglich wäre, den Sinn des Saarlandes irgendwie nach einer anderen Front zu wenden. Ich verwahre mich weiter dagegen, dass die Menschen an der Saar als Anhängsel der Saargruben betrachtet werden.
Stresemann, Reden und Schriften

Das Säen unterlassen der Raben wegen.
Russland
dä] Man skal ei holde op at saae, for fuglene æde af kornet (sæden).
fr] Il ne faut pas laisser de semer par crainte des pigeons.
it] Non cessar per gli ucelli di seminar i piselli.

Das Säen will eine offene Hand.

Das sage dem, der die Hosen mit der Beißzange hinaufzieht.
Nürtingen
i] Nämlich einem Dummen

Das sage ich kürzlich: einen fleißigen, frommen Schulmeister oder Magister oder wer es ist, der Knaben treulich zieht und lehrt, dem kann man nimmermehr genug lohnen und mit keinem Gelde bezahlen.
Luther, Deutsche Schriften

Das Sagen ist umsonst, wenn man nicht danach tun will.
ho] Wat baat het, schoon gezegd, aan de daad ligt de magt.

Das Sagen ist wohlfeil.

Das Salz bringen, wenn die Eier gegessen sind.
ho] Toen men met zout kwam, waren de eijeren al op.

Das salz geht hin, daher es kommt.
la] Sal unde venerat rediit.

Das Salz ist armer Leute Pfeffer.

Das Salz kommt aus dem Meer, vom Weibe alles Übel her.

Das Salz muss sich nicht selber loben.

Das Salz preist sich nicht selbst als süß an.
Afrika

Das Salzamt aufwecken.
i] Aufsichtsbehörden und Strafrichter an ihre Pflicht mahnen.
z] Wie denn geschehen muss, wo das Salzamt nicht immer im Schwange geht. Luther

Das Sandkorn am Fuße des Maulwurfshügels dünkt sich größer als der Zeltberg.

Das sanfteste Wort, das süßeste Gefühl ersterben, wenn wir merken, dass sie befohlen sind.
Honoré de Balzac, Eine doppelte Familie

Das satte Pferd lässt den Hafer stehen.
sp] Caballo harto no es comedor.

Das Sauerkraut ist ein echt deutsches Essen; die Deutschen haben es erfunden und lieben und pflegen es mit aller Zärtlichkeit, welcher sie fähig sind.
Börne, Der Narr im Weißen Schwan

Das Sauermilchhäfelin ist vom Verlin umgestoßen worden, antwortet einer armen Frau ein Fürsprech, der sich vom Gegenpart mit einem Süwlin hatte schmieren lassen.

Das Saufen manchen betört, dass er den Säuen ähnlich wird.

Das Saufen nimmt den Menschen hin Vernunfft und alle Sinn.

Das saure macht mich essen, sagte der Wolff, frass einen Esel aus einem Nessel Busch.

Das Sausen in die Ohren bekommen.
z] Tertullianus war einer solchen Wissenschaft, dass ihn der heilige Hieronymus über alle gepriesen, und gleichwohl dieser Tertullianus hat das Sausen in die Ohren bekommen.
i] Eitel, stolz, hoffärtig werden.

Das scepter sol augen haben.
la] Oculus in sceptro.

Das schädlichste Vorurteil ist, dass irgend eine Art Naturuntersuchung mit dem Bann belegt werden könne.
Goethe, Maximen und Reflexionen 700

Das Schaf blökt immer gleich (o. dieselbe Weise).
i] Was in der Natur begründet ist, ändert sich nicht.
fr] La brebis bêle toujours de même.

Das Schaf denkt nur an das Messer, der Metzger (o. Schächter) nur an das Fleisch.
Kurdistan

Das Schaf des Hirten stirbt nicht zuerst.
ho] Het schaap van den herder sterft niet.

Das Schaf folgt der Herde.

Das Schaf hat dem Wolff das Wasser getrübt.
i] Gegen ungerechte Anklagen.

Das Schaf hat den Bauch voll, das seine Kameraden mit dem Kopf stößt.
Spanien

Das Schaf hat einen goldenen (o. silbernen) Fuß.
ndt] Dat Schâp hett'n golden Fôt. Ostfriesland
z] Das Schaf hat gülden Füße.
ho] Het schaap heeft een' gulden voet.
ho] Schapen en zijdewormen worden meest geëerd bij groote en kleine Menschen.

Das Schaf hat einen goldenen Fuß.

Das Schaf het 'n'n güllenen Faut, wo et hentret, dâ wörd et gaud.
Hannover

Das Schaf hett kên Titten, sä de Schoster, do wull he de Ramm melken.
Ostfriesland

Das Schaf ist nicht wegen des Schäfers, der Schäfer ist wegen der Schafe da.

Das Schaf ist oft nicht, wie es Wolle trägt.
la] Sub veste vili saepe fastus hospitus.

Das Schaf ist verloren, das sich Rat beim Wolfe holt.
ho] Het schaap gaat bij den wolf te rade.

Das Schaf kann nur die Wolle geben, die es hat.

Das Schaf kennt die Arzneien, aber sein krankes Knie kann es nicht kurieren.
Surinam
i] Von denen, die stets für andere guten Rat wissen, ohne sich selber helfen zu können.

Das Schaf klagt dem Wolf die Not.
i] Wie man seinen Kummer der Stiefmutter klagt.

Das Schaf läuft so schnell wie der Hammel.
sp] Tan presto va el cordero como el carnero.

Das Schaf macht auch Pillen und ist doch kein Apotheker.

Das Schaf mökt uck Pillen un is doch kên Aptheker.
Pommern

Das Schaf muss sich hüten lassen, nicht nur, wenn's im Stall, sondern auch wenn's im Freien ist.

Das Schaf musst du scheren, solange es Wolle hat.

Das Schaf opfern, um die Kötel zu gewinnen.

Das Schaf sall wohl 'n sachten Dot hebben.
i] Die Sache wird kein Aufsehen erregen, wird allmählich einschlafen.

Das Schaf scheren, ohne es zu schinden.
i] Mit Geschicklichkeit, so erpressen, dass nicht Klagen und Murren erregt wird.

Das schaf soll des hirten urteil fürchten.

Das Schaf soll gesagt haben: 'Wenn man meine Füße beim Scheren mit einem wollenen Band festbindet, so werde ich immer Wolle geben, aber wenn man mit einem harten und festen Band bindet, so werde ich rauhe Wolle geben'.
Estland

Das Schaf soll uns der Wolf nicht verjagen.
i] Wenn man jemandes Übermacht nicht fürchtet.

Das Schaf spricht immer dieselbe Sprache, der Mensch spricht viele und mannigfaltige.
Altgriechisch

Das Schaf stehlen und die Füße den Armen schenken.
pt] Furtar o carneiro, e dar os pés pelo amor de Deos.

Das Schaf trägt das Lamm auf dem Rücken.
Dönhofstädt
i] Wenn es nicht lammt, so doch in dem Werte der Wolle.

Das Schaf trägt sich selbst keine Wolle.

Das Schaf trägt von Natur Wolle.
mhd] Dat Schâp drecht van natur wulle.
la] Lanam portat ovis natura, gramina tellus.

Das schaf unter den wölfen ist im elend.

Das Schaf vertraut nur dem, der ihm die Kehle durchschneidet.
Telugu, Indien

Das Schaf will den Wolf beißen.
i] Wer gegen jemanden auftritt, dem er nicht gewachsen ist.
ho] Het schaap will den wolf bijten.

Das Schaf, das der Wolf fressen soll, muss man ihm lassen.

Das Schaf, das frei gehet, das frisst der Wolff.
dä] Det faar som løber paa egen kaand bliver gierne til ulvens deel.

Das Schaf, das keine Milch gibt, blökt am lautesten.
tü] Sütsük koyun meleğen olur.

Das Schaf, so am meisten blökt, gibt die wenigste Milch.
dä] Faar som bræge meest, malke mindst.

Das Schäfchen im Trocknen.

Das Schaffen hat nur Wert, nicht das Geschaffene;
Was wird, das lebt! Gewordenes ist tot.
L. Schefer, Laienbrevier, Oktober

Das Schamgefühl der überfeinerten Frau wird durch Eifersucht gekränkt.
Stendhal, Über die Liebe

Das Schamtüchlen ablegen.

Das scharf Recht will einen gelinden Meister haben.

Das schärfste (strengste) Recht, das größest unrecht.'
z] Billigkeit muss das Recht meistern, denn es kann geschehen, dass Zween ein gleich Werk tun, aber mit ungleichem Herzen. Luther
dä] For streng lov er stundum ulov.
dä] Høyeste og største ret, høyeste uret.
fr] Extrême justice, extrême injustice.
it] Chi troppo in alto va, cade sovente precipitevolis-simevolmente.
sd] Högsta rätt är ofta högsta orätt.

Das schärfste Schwert soll keine Unschuldigen verwunden.
China
ho] Het zwaard kent geene vrienden.

Das Schattenreich ist das Paradies der Phantasten. Hier finden sie ein unbegrenztes Land, wo sie nach Belieben anbauen können. Hypochondrische Dünste, Ammenmärchen und Klosterwunder lassen es ihnen an Bauzeug nicht ermangeln.
Immanuel Kant, Träume eines Geistersehers

Das Schaudern ist der Menschheit bestes Teil,
Wie auch die Welt ihm das Gefühl verteure,
Ergriffen, fühlt er tief das Ungeheure.
Goethe, Faust II A I, Finstere Galerie (Faust) Vs 6272f.

Das Schaumschlagen gehört zur Kunst der Barbiere.
Russland

Das Schauspielervolk ist weibisch Volk und ein Weiberregiment ihnen das zuträglichste.
Goethe, Riemer, April 1817

Das Scheiden und Meiden ist ein schlechtes Handwerk.

Das scheint menschlicher Stil zu sein; ein Menschenalter über wird gesteinigt, wer an eine Puppe nicht glaubt, ein Menschenalter später steinigt man jenen, welcher daran glaubt.
Spitteler, Politische Tagesberichte: Politische Sympathien und Antipathien

Das Schenken pflegt's mit sich zu bringen, dass man des Schenkers Lied muss singen.

Das Schenken und Austauschen von Haar ist eines der köstlichsten Liebesspiele.
Gustave Flaubert, November

Das Scheren lernt man am Bart des Narren.

Das scheuste Mädchen ist verschwenderisch noch,
Wenn sie dem Monde ihren Reiz enthüllt.
Shakespeare, Hamlet, I, 3 (Laertes)

Das Schicksal ändert selten unsere Sitten.
la] Fortuna jus in hominum mores non habet.

Das Schicksal der Deutschen ist, mit Napoleon zu reden, noch nicht erfüllt. Hätten sie keine andere Aufgabe zu erfüllen gehabt, als das Römische Reich zu zerbrechen und eine neue Welt zu schaffen und zu ordnen, sie würden längst zugrunde gegangen sein. Da sie aber fortbestanden sind, und in solcher Kraft und Tüchtigkeit, so müssen sie nach meinem Glauben noch eine große Zukunft haben, eine Bestimmung, welche um so viel größer sein wird, denn jenes gewaltige Werk der Zerstörung des Römischen Reiches und der Gestaltung des Mittelalters, als ihre Bildung jetzt höher steht.
Goethe, H. Luden, 13.12.1813

Das Schicksal der Tiere ist die offene Wunde im Herzen der Schöpfung.
Fliegende Blätter

Das Schicksal des Menschen ist auf glückliche Augenblicke eingerichtet - jedes Leben hat solche -, aber nicht auf glückliche Zeiten.
Friedr. Nietzsche, Menschliches, Allzumenschliches

Das Schicksal des Menschen ist der Mensch.
Brecht, Buch der Umwälzung

Das Schicksal des Staates hängt vom Zustand der Familie ab.
Fliegende Blätter

Das Schicksal eines Volkes ist das seiner Frauen und Kinder.
Heinrich Mann, Ziele der Volksfront

Das Schicksal findet seinen Weg.
la] Fata viam invenient.

Das Schicksal geht im Kreis, und wenn es etwas lange übergangen hat, kommt es wieder; manches ruft es seltener auf, manches öfter, nichts läßt es in Ruhe und unangefochten.
la] Circuit fatum, et si quid diu praeteriit, repetit; quaedam rarius sollicitat, saepius quaedam, nihil immune esse et innoxium sinit.

Das Schicksal gewährt um unsre Wünsche, aber auf seine Weise, um uns etwas über unsere Wünsche geben zu können.
Goethe, Wahlverwandtschaften II,10

Das Schicksal hält es immer mit den Kühnen.
Philipp Destouches, L'Ambitieux

Das Schicksal hat keinen Einfluss auf unseren Charakter, im Gegenteil: Der Charakter bestimmt das Schicksal und modelt es um.
Michel Eyquem de Montaigne, Die Essais

Das Schicksal hat nur Gewalt über Menschen, die sich an das Schicksal anklammern.
Seneca, Mächtiger als das Schicksal

Das Schicksal hat vier Füße, acht Hände und sechzehn Augen, wie kann ein Ubeltäter, der nur je zwei hat, hoffen ihm zu entgehen?
China

Das Schicksal hilft den Kühnen.
la] Fors iuvat audentes.

Das Schicksal hingegen müsse [in Roman und Drama] immer fürchterlich sein und werde im höchsten Sinne tragisch, wenn es schuldige und unschuldige, voneinander unabhängige Taten in eine unglückliche Verknüpfung bringt.
Goethe, Lehrjahre V,7

Das Schicksal ist ein furchtbares Symbol des Zufalls und der Unsicherheit im Leben der Menschen, der Abhängigkeit von seiner Umwelt, der Vergewaltigung und Beraubung durch die Starken.
Makarenko, Das Schicksal

Das Schicksal ist ein Kläffer, nur
Den Feigen fällt es an,
Dem Tapfern geht es aus dem Weg,
Drum steh ihm als ein Mann!
Petöfi, Bist du ein Mann, sei's wahrhaft

Das Schicksal ist ein teurer Hofmeister.

Das Schicksal ist ein Tuch, das in der Steppe über einem hängt.
Sumerer

Das Schicksal ist ein vornehmer, aber teurer Hofmeister. Ich würde mich immer lieber an die Vernunft eines menschlichen Meisters halten. Das Schicksal, für dessen Weisheit ich alle Ehrfurcht trage, mag an dem Zufall, durch den es wirkt, ein sehr ungelenkes Organ haben. Denn selten scheint dieser genau und rein auszuführen, was jenes beschlossen hatte.
Goethe, Lehrjahre II,9

Das Schicksal ist ein wütender Sturm, der durch das Land fährt.
Sumerer

Das Schicksal ist erfinderischer als der Mensch.
Franzos, Die Juden von Barnow

Das Schicksal ist kein Vielleichtchen.
Russland

Das Schicksal ist stärker als die Erziehung.
Irland

Das Schicksal ist unerbittlich und der Mensch wenig!
Goethe, H. Voß, Mai 1805

Das Schicksal ist wankelmütig.
la] Mutabilis est casus.

Das Schicksal kann man nirgendwo ausschließen.
la] Nullo fata loco possis excludere.

Das Schicksal kann Reichtümer, doch nicht den Geist rauben.
Lucius Annaeus Seneca, Medea

Das Schicksal kann uns nur nehmen, was es uns gegeben hat.
Frankreich

Das Schicksal lächelt nie ohne Hintergedanken.
la] Fortuna numquam simpliciter indulget.

Das Schicksal lacht über die Wahrscheinlichkeit.
England

Das Schicksal läuft schneller als Pferd und Maultier.
Spanien
sp] Más corre ventura, que caballo ni mula.

Das Schicksal lenkt die Sterne.
la] Fata regunt stellas.

Das Schicksal macht nie einen König matt, ehe es ihm Schach geboten.
Börne, Fragmente und Aphorismen

Das Schicksal mischt die Karten, und wir spielen.
Schopenhauer, Aphorismen zur Lebensweisheit

Das Schicksal neckt sich auch mit Füchsen.
i] Auch mit Schlauen

Das Schicksal nimmt nichts, was es nicht egeben hat.
Seneca, Abhandlungen

Das Schicksal nimmt seinen Lauf.
la] Eunt via sua fata.

Das Schicksal rupfet uns wie die Falkeniere andern Adlern mehr Federn am Gesäße und Bauche aus, damit der Frost, den wir daran leiden, wenn wir zu hoch steigen wollen, uns wieder auf den warmen Boden zurück treibe.
Jean Paul Konjektural-Biographie

Das Schicksal setzt den Hobel an
Und hobelt alles gleich.
Ferdinand Raimund, Der Verschwender (Valentin)

Das Schicksal sorgt für die Liebe, und um so gewisser, da Liebe genügsam ist.
Goethe, Lehrjahre I,16

Das Schicksal steht im Weg.
la] Fata obstant.

Das Schicksal verbessert manche Fehler an uns, welche die Vernunft nicht verbessern könnte.
La Rochefoucauld, Reflexionen und moralische Sentenzen

Das Schicksal verkauft uns das, was wir für geschenkt halten.
Montenegro

Das Schicksal verrichtet sein Werk.
la] Agunt opus suum fata.

Das Schicksal weiß immer das Beste für uns.
Max Dauthendey

Das Schicksal wendet alles zum Vorteil derer, die es begünstigt.
La Rochefoucauld, Maximes

Das Schicksal will den Kampf, es ahndet jeden Versuch, sich darum zu drücken, das Leben als Spiel zu nehmen.
Thälmann, an Irma, vermutlich 1934

Das Schicksal zeigt seine Macht, wo keine Kraft zum Widerstand bereitgestellt ist, und es wälzt dorthin seine Macht, wo keine Deiche und Dämme da sind, es aufzuhalten.
Machiavelli, Der Fürst

Das Schicksal, das die Gesellschaft traditionsgemäß für die Frau bereithält, ist die Ehe.
Fliegende Blätter

Das Schicksal, das gewaltig,
Von Tag zu Nacht die Erdenachse dreht...
Goethe, Epilog zu Schillers Glocke

Das schickt sich in die Krümme wohl, was ein guter Haken werden soll.

Das schickt sich nicht.
la] Hoc non est ad Rhombum.

Das schickt sich wie eine Faust aufs Auge.

Das schickt sich wie Schmutz auf dem Ärmel.

Das schiebt mehr als das es zieht, sagte der Bauer und stieß den Kerl mit dem Fuß zur Tür hinaus.

Das Schießpulver ist kaum erfunden, so verliert sich die persönliche Tapferkeit aus der Welt oder nimmt wenigstens eine andere Richtung. Das tüchtige Vertrauen auf seine Faust und Gott löst sich auf in die blindeste Ergebenheit unter ein unausweichlich bestimmendes, unwiderruflich gebietendes Schicksal.
Goethe, Geschichte d. Farbenlehre - 4. Abt. - Zwischenbetrachtung

Das Schiff am besten stehet, das immer fort gehet.

Das Schiff brach zwar durch des Steuerers Schuld, gegen den Wind aber wird die Klage erhoben.
Russland

Das Schiff brauch zum Segeln, den Schild zum Decken,
Die Klinge zum Hiebe, das Mädchen zum Küssen.
Edda, Hâvamâl (Fragmente)

Das Schiff deckt die Ladung.

Das Schiff des Lügners segelt schief.
tü] Yalancının gemisi yan yürür.

Das Schiff fängt mit einem Brett an, der Ofen mit einem Stein, eines Königs Herrschaft mit dem Salut, und der Anfang der Gesundheit ist Schlaf.
Irland

Das Schiff gehorcht dem Steuer.
Estland

Das Schiff gehört aufs Wasser.
i] Es darf nicht müßig im Hafen liegen, es muss seine eingegangenen Verbindlichkeiten erfüllen, die Fahrzeit innehalten und für jeden aus Verzug entstehenden Schaden haften.
ndt] Dat schip wert to watere. Bremen

Das Schiff geht am sichersten im kleinen Strom.
ho] Te veel is kwaad genoeg zij dat wat gij geniet; een schip vaart veiligst door, een' niet te sterken vliet.

Das Schiff geht nicht immer, wie der Steuermann will.

Das Schiff geht nicht ohne Ruder.
fr] La barque ne va pas sans rames.

Das Schiff geht nicht, wenn nicht Wind und Ruder es treiben.
it] Mal va la nave senza 'l suo timone.

Das schiff geht nit allweg, war es der schiffman (Steuermann) haben will.

Das schiff geht nit alweg, war es der schiffman leyt.
mhd] Dat schip en geit nicht alle wege den rechten wech.
la] Non puppis semper vergit quo navita flectit.

Das Schiff geht schief, der Kurs geht gerade.

Das Schiff gleicht dem Weib, den Menschen träget beider Leib.
la] Persimilis mulier navi, cum nata ferendis mortalibus sit utraque.

Das Schiff hängt mehr am Ruder, denn das Ruder am Schiff.
la] Oportet remum ducere qui didicit.

Das Schiff ist leck.
ho] De schuit is lek.

Das Schiff ist mit Mann und Maus untergegangen.
i] Alles ist verloren.

Das Schiff kann in See treiben, der Nachen muss am Ufer bleiben.

Das Schiff lichten.
ho] Een schip ligten.

Das Schiff muss auf die Werfte.
i] Von kranken Menschen, Verhältnissen u.s.w., die einer Kur bedürfen.

Das Schiff scheitert oft, wenn's am besten fährt.

Das Schiff soll ablegen, solange es möglich ist und gute Winde wehen.
la] Dum licet et spirant flamina, navis eat.

Das Schiff verführen.

Das Schiff wenden.
i] Einen andern Kurs nehmen, eine andere Richtung verfolgen.
la] Vertere vela.

Das Schiff, auf dem sich zwei Kapitäne befinden, geht unter.

Das Schiff, das dem Steuer nicht gehorcht, wird den Klippen gehorchen müssen.
England

Das Schiff, das mit jedem Winde segelt, kommt niemals in den Hafen.
Finnland

Das Schiff, welches auf den Riff läuft und wieder flott wird, ist in keiner Gefahr gewesen.
Russland

Das Schifflein Bettelstab zerschellt, wenn's an des Geizes Felsen fällt.
Tamul

Das Schild ist verändert, der Wein ist geblieben.

Das Schild ist's, das die Kunden lockt.
La Fontaine, Die Wahrsagerinnen

Das Schild zeigt, dass der Wirt ein Schalk sei.
i] Ein Freier in Bezug auf seine Erwählte.
z] Sonst dünkt mich, sie sei harum bonarum, denn der Schild zeigt bei ihr an, dass der Wirt ein Schalk sei. Aber was schadt's? Viel Schwäger, viel Freunde. Werde ich schon ein ehrbarer Hahnrei und muss meinen Brüdern Kuckuck zuschreien, so schadet es doch nicht, weil es so Mode ist.

Das Schild zeigt, was das Haus ist.

Das Schimpfen lässt den Mann einschlafen.
Estland

Das Schindmesser diente zur Unehrlichmachung beim Strafvollzug an Personen, die sich Unterschleife öffentlicher Gelder hatten zuschulden kommen lassen, indem es ihnen hiebei vom Scharfrichter unters Kinn gesetzt wurde.

Das Schindmesser im Arsch ha'n.

Das Schlachtfeld für den Mann, Kindsgeburt für die Frau.
Maori, Neuseeland

Das Schlachthaus bringt den Städter um, die Gerichtshöfe den Bauern.
Bulgarien

Das schlafende Leben ist ein Geheimnis, das man nicht stören mag.
Hille, Seufzender Saft

Das schlafende Meer ist das Zifferblatt des Sturmes.
la] Tranquillitas ubi adest, procellas prospice.

Das Schlagen von Kindern gewöhnte sie an den Unterstrom von Vergewaltigung und Quälerei in der Welt, dort, wo ruhige Überlegenheit und ein sachlicher Wille hingereicht hätten.
Arnold Zweig, Westlandsaga

Das schlägt allen Regeln ins Gesicht
en] that conflicts (o. clashes) with the rules
fr] c'est contraire à toutes les règles
it] è contrario a tutte le regole

Das schlägt dem Fass den Boden aus
v] das ist der Gipfel (o. die Höhe) - das geht übers Bohnenlied - da hört doch alles (o. verschiedenes) auf - das setzt allem die Krone auf - da geht einem der Hut hoch - jetzt schlägt's dreizehn - nun wird's Tag
en] that's the limit - that's going too far - that's the last straw - that caps the climax (o. everything) - that beats the Dutch - that's the latest - that takes the cake
fr] cela dépasse les bornes (o. les limites) - c'est le comble (o. le bouquet) - c'est un peu fort de café (o. moka) - c'est du propre - cela gâte l'affaire sans retour
it] questo è il colmo - è roba da chiodi - è il colmo dei colmi

Das Schlagwort ist eine Idee auf dem Wege zur Phrase.
Fliegende Blätter

Das Schlecht krumm, das krumm schlecht machen.
i] Das was gerade, schlicht, eben krumm machen, das Unebene, Unrechte schlecht machen

Das Schlechte gewinnt durch die Nachahmung an Ansehen, das Gute verliert dabei - namentlich in der Kunst.
Friedr. Nietzsche, Menschliches, Allzumenschliches

Das Schlechte ist wie der Dreck, je mehr man ihn rührt, um so mehr stinkt er.

Das schlechte Jahr geht vorüber und der schlimme Nachbar bleibt.

Das Schlechte kannst du immer loben,
Du hast dafür sogleich den Lohn!
In deinem Pfuhle schwimmst du oben
Und bist der Pfuscher Schutzpatron.
Goethe, Zahme Xenien V

Das schlechte Kind bekommt's nicht mal bittend, das gute bekommt's, ohne zu fragen.
Estland

Das schlechte Kind hat viele Fehler (od. Launen).
Estland

Das schlechte Messer schneidet in den Finger und nicht ins Holz.
fr] Le mauvais couteau coupe le doigt et non le bois.

Das Schlechte tadeln heisst das Gute adeln.

Das Schlechte zerstören heisst das Gute schaffen.
W. Liebknecht, Die Grund- und Bodenfrage

Das schlechte Zeug bleibt bei seinem Besitzer, bis ein Narr kommt und es kauft.

Das Schlechte, das aus unserem Munde kommt, fällt häufig in unsern Busen hinein.
Smiles, Der Charakter

Das Schlechte, das dein Nachbar nicht weiß, ist Gewinn für dich.
sp] Mal que no sabe tu vecino, ganancia es para ti mismo.

Das Schlechte, was man von sich sagt, findet immer Glauben, das Gute nicht.
Michel Eyquem de Montaigne, Die Essais

Das schlechteste Bild kann zur Empfindung und zur Einbildungskraft sprechen, indem es sie in Bewegung setzt, los und frei macht und sich selbst überläßt.
Goethe, Schriften zur Kunst - Propyläen, Einleitung

Das schlechteste Dorf ist ein kleines Reich.
In Rom ist der zweite dem letzten gleich.
Chamisso, Vetter Anselmo

Das schlechteste Rad am Kirchenwagen sind die Mönche, drum machen sie auch am meisten Lärm.

Das schlechteste Rad am Wagen knarrt am meisten, und unter den Predigern schreit der Kapuziner am lautesten.

Das schlechteste Rad am Wagen knarrt immer am meisten.
fr] C'est la plus mauvaise roue d'un chariot qui fait le plus de bruit.
fr] Toujours crie la pire roue du char.

Das schlechteste Stück ist immer das letzte auf dem Tisch.
Russland

Das schlechteste Weib ist fünfzig Piaster wert, und ein gutes nicht mit Geld zu bezahlen.
Serbien

Das Schlechteste wünscht dir der, der dir einst Unrecht zugefügt hat.
Gälisch

Das Schlichte ist in allen Künsten das Schönere.
Martin Luther, Tischreden

Das Schlimme aber ist, dass alles Denken zum Denken nichts hilft, man muss von Natur richtig sein, sodaß die guten Einfälle immer wie freie Kinder Gottes vor uns dastehen und uns zurufen: da sind wir!
Goethe, Eckermann, 24.2.1824

Das Schlimme am Leben ist, dass es so viele schöne Frauen gibt und so verdammt wenig Zeit.
John Barrymore

Das Schlimme für einen Künstler ist, irrtümlich bewundert zu werden.
Jean Cocteau, Hahn und Harlekin

Das Schlimme hört man weiter als das Gute.
Sardinien
bm] Dobré se rádo zamlcí, a zlé rozhlásí.

Das Schlimme ist nur, dass der Künstler aus seinem Unbewußten meist auch nur Irrtümer und Lügen schöpft. Er schöpft nämlich heraus nur, was ihm hineingelegt wurde, und ist das Herausschöpfen unbewußt, so war das Hineinlegen sehr bewußt.
Brecht, Notizen über realistische Schreibweise

Das Schlimme ist, dass heute die Welt aus Wespennestern besteht und man das Hineintreten kaum vermeiden kann, wenigstens nicht, wenn es einem ein bisschen um Wahrheit und Gerechtigkeit zu tun ist...
Th. Mann, an Agnes E. Meyer, 23. 12. 1948

Das Schlimme ist, dass man im Leben so viel durch falsche Tendenzen ist gehindert worden und dass man nie eine solche Tendenz erkannt, als bis man sich bereits davon frei gemacht. Die falsche Tendenz ist nicht produktiv, und wenn sie es ist, so ist das Hervorgebrachte von keinem Wert. Dieses an anderen gewahr zu werden, ist nicht so gar schwer, aber an sich selber ist es ein eigenes Ding und will eine große Freiheit des Geistes.
Goethe, Eckermann, 12.4.1829

Das schlimme Jahr tritt schwimmend ein.
Spanien

Das Schlimme kommt immer hintennach.

Das schlimme Morgen und lange Borgen hat viel zur Höll gebracht.

Das schlimme Tier ist der Skorpion, der schlimme Mensch: der Gelehrte.

Das Schlimmst kommt zuletzt.

Das schlimmste (böseste) Schwein bekommt die meisten Körner.
it] Al più cattivo (tristo) porco le miglior pere.
pt] O peior porco come a melhor lande.
sp] Al mas ruin puerco la mejor bellota.

Das Schlimmste am Abschied von Menschen ist zu wissen, dass man ohne sie auskommen kann und wird.
Anne Morrow Lindbergh, Bring mir das Einhorn

Das schlimmste an der christlichen Religion ist ihre krankhafte und unnatürliche Einstellung zur Sexualität.
Bertrand Russell, Warum ich kein Christ bin

Das Schlimmste bei einer verlorenen Schlacht ist die Entmutigung der Truppen; man muss daher alles aufbieten, um solche verderbliche Eindrücke zu schwächen.
General Henry Dufour, Gedanken zum schweizerischen Soldatentum

Das Schlimmste des Mannes ist besser als das Beste der Frau.

Das schlimmste Fleisch ist am übelsten vor Fliegen zu bewahren.

Das Schlimmste für die Jugend ist, wenn man sie zum Leichtsinn erzieht; denn er ist es, der die Genusssucht erzeugt, aus der die Lasterhaftigkeit entsteht.
Demokrit

Das Schlimmste fürchte, hoff' das Best'; was sich erprobt, das halte fest; lass fahren hin, was dich verlässt; der eignen Kraft trau bis zum Rest; dann wohl dir auch im engsten Nest.

Das Schlimmste fürchten, heilt oft das Schlimmste.
Shakespeare, Troilus und Cressida

Das Schlimmste in allen Dingen ist die Unentschlossenheit.
Napoleon I., Tagebuch von St. Helena

Das Schlimmste in einer Stadt ist, wenn die Häuser fehlen.
Russland

Das Schlimmste ist die Vergötterung des Irrtums; es ist die Pest des Verstandes, wenn das Eitle noch verehrt wird.
Bacon, Neues Organon

Das schlimmste ist es, sich selbst zu erniedrigen.
Juri Olschea, Rede auf dem I. Sowjetischen Schriftstellerkongreß

Das schlimmste ist nicht: Fehler haben, nicht einmal sie nicht bekämpfen, ist schlimm. Schlimm ist, sie zu verstecken.
Bertolt Brecht, Buch der Erfahrung

Das Schlimmste ist noch nicht vorbei.

Das Schlimmste ist, dass die Unfähigkeit zu denken so oft mit der Unfähigkeit zu schweigen Hand in Hand geht.
Krailsheimer

Das Schlimmste kann ertragen werden, wenn man es kennt.
Schottland

Das Schlimmste kommt (erst) nach.
fr] A la queuë gît le venin.

Das schlimmste Leben ist besser als der beste Tod.
Jiddisch

Das schlimmste Rad am Karren macht das größte Knarren.

Das schlimmste Rad am Wagen knarrt am ärgsten.
i] Jüdisch-deutsch: karrezt, schnurrt. Die am wenigsten tun, beklagen sich am meisten über viel Arbeit, die sie haben verrichten müssen. Oder: der Unwissendste macht gewöhnlich das meiste Geschrei.
bm] Čím kolo u káry hor?í, tím více vrzá.
en] The worse the wheel, the more it creaks.
en] The worst wheel of a cart cracks most.
fr] C'est la plus mauvaise roue d'un chariot (o. d'un char est toujours celle) qui fait le plus de bruit.
fr] La plus mauvaise roue d'un chariot fait toujours le plus de bruit.
fr] Le plus ignorant fait ordinairement le plus de bruit.
fr] Toujours crie la pire roue du char.
ho] Het slechtste rad maakt het meeste geraas.
it] La peggior rota del carro fa maggior strepito.
it] La peggiore ruota è quella che cigola.
it] La più cattiva carrucola sempre cigola (scricchiola).
it] La più trista ruota del carro è sempre quella che stride.
la] Melius est contumelias aequo ferre animo, quam ab improbis laudari.
la] Pessimus quisque supra omnes obtundit aures et strepit.
la] Semper deterior vehiculi rota perstrepit.
sd] Det sämsta hjulet på wagnen skriker mest.
slow] Najhor?í koleso najwiáce wrzgá.
sp] El marrano más ruin alborota la porcada.
sp] La peor rueda de la carreta chirria lo más.

Das schlimmste Schwein bekommt die meisten Körner.

Das schlimmste Testimonium ist ein ausgeleerter Beutel.

Das schlimmste Übel ist ausscheiden aus der Schar der Lebendigen, ehe man stirbt.
Lucius Annaeus Seneca

Das schlimmste Übel, unter dem die Welt leidet, ist... nicht die Macht der Bösen, sondern die Schwäche der Besten.
Rolland, Tolstoi, der freie Geist

Das schlimmste unter den wilden Tieren ist der Tyrann, unter den zahmen der Schmeichler.
Plutarch, Gastmahl der 7 Weisen

Das schlimmste Verbrechen gegen die arbeitenden Menschen verübt ein Unternehmen, das keine Profite macht.
Gompers

Das Schlimmste von allem, wozu man die Jugend erziehen kann, ist der Leichtsinn. Denn er ist es, der jene Lüste erzeugt, aus denen die Schlechtigkeit erwächst.
Demokrit, Fragment 178

Das Schlimmste von einem Mann ist besser als das Beste von einer Frau.

Das Schlimmste, was der Physik so wie mancher anderen Wissenschaft widerfahren kann, ist, dass man das Abgeleitete für das Ursprüngliche hält, und da man das Ursprüngliche aus Abgeleitetem nicht ableiten kann, das Ursprüngliche aus denn Abgeleiteten zu erklären sucht. Dadurch entsteht eine unendliche Verwirrung, ein Wortkram und eine fortdauernde Bemühung, Ausflüchte zu suchen und zu finden, wo das Wahre nur irgend hervortritt und mächtig werden will.
Goethe, Entwurf einer Farbenlehre 5. Abt. ? 718

Das Schlimmste, was einem Dichter passieren kann, das ist: für seinen eigenen Einfall nicht reif sein.
Arthur Schnitzler, Buch der Sprüche und Bedenken

Das schlimmste, was Hitler uns angetan hat und er hat uns viel angetan -, ist doch dies gewesen, dass er uns in die Scham gezwungen hat, mit ihm und seinen Gesellen gemeinsam den Namen Deutsche zu tragen.
Theodor Heuß, Rede zur Feierstunde der Gesellschaftfür christlich-jüdische Zusammenarbeit am 7.12.1949

Das Schlimmste, was uns widerfährt,
Das werden wir vom Tag gelehrt.
Wer in dem Gestern Heute sah,
Dem geht das Heute nicht allzunah,
Und wer im Heute sieht das Morgen,
Der wird sich rühren, wird nicht sorgen.
Goethe, Zahme Xenien IV

Das Schlimmste, was von einem einzelnen ausgeht, scheint oft notwendig fürs allgemeine.
Hebbel, Tagebücher, 11. 6. 1838

Das Schlinggewächs will mit jedem Baume verwandt sein.
China
z] Wir kennen sie ja, diese Schlinggewächse, die jeden Baum, der sie füttert, Vetter heißen, und jeder Partei, von der sie bezahlt werden, dienen.

Das Schloss ist des Tieres Schutz.
Estland

Das Schloss ist übel zu verwahren, dazu jedermann einen Schlüssel hat.
i] Ein Vater machte der Mutter seiner Tochter über den Fehltritt der letztern mehr Vorwürfe als der Tochter selbst, worauf die Mutter entschuldigend erwiderte: 'Il n'est pas si facile, qu'on pense de garder une serrure à tout clef.'
ho] Het slot is niet wel te bewaren, daar elk eea den sleutel van draagt.

Das Schloss wurde ein Raub der Flammen o. fiel den Flammen zum Opfer
en] the castle fell a prey to the flames
fr] le château fut la proie des flammes
it] il castello divenne preda delle fiamme

Das Schloss zu Rochlitz (an der Mulde) steht auf lauter Marmor, der rochlitzer Wald auf Gold und der Galgen auf Silber.

Das Schloss, an welches viele Hände reichen, darf niemals offen stehen.
Estland

Das Schloss, da Tugend wohnt, ist keinem nicht verschlossen; es nimmt zu sich hinein die Kleinen und die Großen.

Das Schlüsselloch ist so strafbar (schuldig) wie der Schlüssel.

Das schmale Ende des Keils muss man fürchten.
en] The thin end of the wedge is to be feared.

Das schmeckt besser wie Haarausraufen, sagte Peter, als einer die Geige zum Tanze kratzte.
ho] Dat gaat beter dan kakken, want het stinkt niet, zei Forden, en hij hoorde een' krak op den bas spelen.

Das schmeckt bi a tûder Jüd.
Henneberg

Das schmeckt der Seele wohl.
i] Ein guter Bissen oder Trunk.
lit] Tatai skannu dusźí.

Das schmeckt doch nach der Krähe! sagte die alte Frau und briet sich einen Zaunpfahl.

Das schmeckt gleich wie Bohnenstroh.

Das schmeckt ihm eben als eim hund negelin.

Das schmeckt nach Klotzmann.

Das schmeckt nach mehr
en] it tastes moreish
fr] cela a un goût de revenez y
ho] Dat is leelijk goed, geef mij nog voor een oordje.
ho] Dat smaakt naar teer, had ik maar meer.
it] era troppo poco per sentirne il gusto

Das schmeckt nach Salpeter.
i] Deutet auf Krieg.
z] Die entschiedene Führung, von welcher Lord Landsdowne spricht, schmeckt nach Salpeter.

Das schmeckt nach Süßwasser.
i] Wenn jemand über Dinge urteilt, über welche ihm Sachkenntnis abgeht. Eine Redensart der Seeleute, wenn Landratten über Schiffahrtsangelegenheiten reden.

Das schmeckt wie dem Hunde das Hechellecken.
i] Sehr unangenehm.

Das schmeckt wie Doppelbier, sagte der trunkene Jermis, und lag in der Mistgrube.
ho] De drank is goed, zei Goosen, de tapijtwerker, en hij lag tot over zijne ooren in het slijk.

Das schmeckt wie ein roher Kohlstrunk.
ho] Het smaakt als een koolstronk.

Das schmeckt wie eine Ohrfeige.

Das schmeckt wie Haberstro.

Das schmeckt wie Hasenbraten.
i] Gut.

Das schmeckt wie Honig nach Ostern.
jüdisch-deutsch] Es hot a Taam (Geschmack) wie a Häring nuch S'rodepost (vom polnischen Środopoście = Mittfasten). Um die Zeit der Fastenmitte sollen die Heringe schlecht im Geschmack werden.

Das schmeckt wie Kästelhonig.

Das schmeckt wie Nessel mit Meerrettich.
i] Von hässlichen und langweiligen Frauenzimmern.
jüdisch-deutsch: Sie hota Taam (Geschmack) wie Pockschiwe mit Chrein. (Pokschiwe vom polnischen pokrzywa = Brennessel, Chrein vom polnischen chrzan = Meerrettich)

Das schmeckt wie Pfefferkuchen.
ho] Dat smaakt als peperkoek.

Das schmeckt wie Salat mit einem Quentel Zucker und drei Pfund Öl.
ho] Dat smaakt vunzig, zei Joor, en hij slurpte een stinkei uit.

Das schmeckt wie Tafft und Bindfaden. Stettin
i] Wohl in dem Sinne von 'passen', um eine unpassende Verbindung zu schildern. Wie das Auge verletzt werden würde, wenn man feinen Seidenstoff mit Bindfaden nähte, so würden der Gaum und die Zunge durch die betreffende Verbindung verletzt.

Das schmeckt wie Uftoupwasser.
i] Schmecken wie Ofentopfwasser.

Das schmeckt, hoat de Buck gesoit, und hoat de Ziege am Hingern geleckt.

Das schmeckt, sagte der Bauer, als er dem kleinen Kinde den Brei wegaß.
ho] Dat smaakt, zei de boer, en hij at de pap van zijn kind op. ? Die smaak is goed, zei notenkraker, en hij at zijn vaders vinken.

Das schmeckt, sagte der Floh, da saß er einem Mädchen über dem Knie.

Das schmeckt, sagte der Storch, als er eine Kröte fraß.

Das schmeckt, sagte Jerms, als er Kartoffeln mit der Schale aß.
sp] Regostóse la vieja á los bledos, ni deseo verdes ni secos. Don Quixote

Das schmeckt, um Katze und Hund zu vergeben.
i] Von schlechter Speise, verdorbenem Getränk.

Das schmeisst nichts ab.
i] Bei dem Geschäft ist nichts zu verdienen, es bringt keinen Gewinn
ndt] Dat smitt nicks af.

Das Schmerzgefühl ist notwendig, damit wir auf unsere Selbsterhaltung bedachtbleiben und so viel Lust genießen können, wie es mit den alles beherrschenden Naturgesetzen vereinbar ist.
Voltaire, Philosophisches Wörterbuch

Das Schmollen der Weiber ist nichts als ein Guerillakrieg, den sie gegen die konzentrierte Macht der Männer führen, ein Krieg, in dem sie immer siegen.
Börne, Über das Schmollen der Weiber

Das schmückt wie ein gülden Borte den Saurüssel.

Das schmutzige Schaf versucht, sich an den anderen abzureiben.
Frankreich
fr] Brebis crottée aux autres cherche à se frotter.

Das Schmutzige wasch, das Steife klopf, (so) halten sie länger.
Estland

Das schneckenleben das best.
i] Wert und Segen der eigenen Häuslichkeit.
dä] Snegel er altid i sit eget huus. ? Snegle-levenet er best.

Das Schneegestöber am Matthiastag (24.2.) ist ein Kriecher.
Estland

Das Schneiden der Haare im Zeichen des Steinbocks lässt dieselben bald ergrauen.

Das schneidet wie Gift.
Rottenburg
i] Ein Messer oder anderes Werkzeug.

Das schnelle Hersagen des Alphabets gilt als Heilmittel gegen den Schlucker

Das schnelle und unberechenbare Glück
la] rapida fortuna ac levis

Das schnupfte ihm in die Nase.
i] Fiel ihn auf, machte ihn stutzig, verdross ihn, wofür man auch sagt: das verschnupfte ihn.

Das schnürt mir die Kehle zu.

Das schön ist gmeynglich auch gut.

Das Schöne als Gegenteil des Hübschen ist großartig, edel und regelmäßig; man bewundert es. Das Hübsche ist fein und zart; es gefällt.
Diderot, Schön und hübsch

Das Schöne an Fortschritten in der Güte ist auch, dass sie kein Anlass zu Stolz, zu Eitelkeit oder auch nur Trost sein können. Sie sind nur dann Fortschritte, wenn sie für uns selbst unbemerkt bleiben.
Leo N. Tolstoi, Tagebücher (1900)

Das Schöne an sich, wie es in der Natur in seiner Symmetrie, Proportionalität, Harmonie vorhanden ist, wird im Verlauf der menschlichen Tätigkeit und der Aneignung der Natur durch den Menschen zu einem Schönen für uns...
Becher, Das poetische Prinzip

Das Schöne betrügt eher als das Hässliche.

Das Schöne blüht nur im Gesang.
Schiller, Der Antritt des neuen Jahrhunderts

Das Schöne findet man, das Wahre muss man suchen.

Das Schöne gehört der Welt, das Hässliche mir allein.

Das schöne Geschlecht hat ebensowohl Verstand als das männliche, nur ist es ein schöner Verstand; der unsrige soll ein tiefer Verstand sein.
Immanuel Kant

Das Schöne hat notwendig ein bestimmtes Maß, und was über solches ausschweift, entfernt sich ebenso davon wie das, was unter ihm bleibt.
Wieland, Geschichte der Abderiten

Das Schöne in der Kunst ist immer wahr, das Wahre aber nicht immer schön.
Ernst Rietschel

Das Schöne ist aus unserm Leben fast ganz verschwunden. Es existiert vielleicht in diesem Augenblick kein wildes, jedenfalls kein halbzivilisiertes Volk, das nicht mehr Schönes in seiner Umgebung und nicht mehr Harmonien in seinem Gesamtdasein besäße als die große Masse der sog. kultivierten Europäer.
H. St. Chamberlain, Die Grundlagen des 19. Jahrhunderts

Das Schöne ist das Gute, das Schöne ist das Wahre.
Samuel Smiles, Charakter

Das Schöne ist ein enger Kreis, in dem man sich nur bescheiden regen darf.
Goethe, Schriften zur Kunst - Diderots Versuch über die Malerei

Das Schöne ist ein Urphänomen, das zwar nie selber zur Erscheinung kommt, dessen Abglanz aber in tausend verschiedenen Äußerungen des schaffenden Geistes sichtbar wird und so mannigfaltig und so verschiedenartig ist als die Natur selber.
Goethe, Eckermann, 18.4.1827

Das Schöne ist eine Manifestation geheimer Naturgesetze, die uns ohne dessen Erscheinung ewig wären verborgen geblieben.
Goethe, Maximen und Reflexionen 183

Das Schöne ist nützlicher für die Kunst, aber das Erhabene nützlicher für die Sitten, weil es die Geister aufrichtet.
Joseph Joubert, Gedanken, Versuche und Maximen

Das Schöne ist weniger, was man sieht, als das, was man träumt.

Das Schöne ist wesentlich das Geistige, das sich sinnlich äußert, sich im sinnlichen Dasein darstellt.
Georg Wilhelm Friedrich Hegel, Vorlesungen über die Philosophie der Religion

Das Schöne kürzt das Leben, das Hübsche verschlechtert die Gesichtsfarbe.

Das Schöne nachahmen und etwas schön nachahmen ist nicht dasselbe.
Plutarch, Wie soll der Jüngling die Dichter lesen?

Das Schöne sei, wenn wir das gesetzmäßig Lebendige in seiner größten Tätigkeit und Vollkommenheit schauen, wodurch wir zur Reproduktion gereizt uns gleichfalls lebendig und in höchste Tätigkeit versetzt fühlen.
Goethe, Kampagne in Frankreich - Münster, Nov. 1792

Das Schöne und Ewige sei nie Schminke des Unschönen und Zeitlichen, und das Heiligenbild verziere keinen unheiligen Körper. Der Gefallsucht verzeiht man lieber eine schöne Flucherin als eine schöne Beterin, denn mit dem Teufel kann man spaßen, aber nicht mit Gott.
Jean Paul, Kleine Bücherschau

Das Schöne und Gute ist was Wirkliches.
Goethe, Ephemerides 1770

Das schöne Wetter hilft zu allem.
Goethe, an Charlotte von Stein, 15. Juni 1786

Das schöne Wetter ist bald bei ihm aus.
ho] Het mooije weêr is gaauw bij hem uit.

Das schöne Wetter wird aber bei weitem nicht so dankbar von den Menschen erkannt, als man das bloß minder gute gleich übermäßig allgemein tadeln hört.
W. v. Humboldt, Briefe an eine Freundin, 6. 10. 1833

Das schönste aller Geheimnisse: ein Genie zu sein und es als einziger zu wissen.
Mark Twain

Das Schönste am Fernsehen ist das Abschaltenkönnen.

Das schönste an einem ruhigen Lebensabend ist, dass kein Mensch einen daran hindern kann, von Jahr zu Jahr etwas klüger zu werden.
Charlie Chaplin

Das Schönste an jedem Feiertag ist die Aussicht auf den zweiten; daher ist der letzte stets ein Aschermittwoch; daher durch die neue Abschaffung des dritten, der halb gehalten wird, eine Mitteltinte gewonnen ist.
Jean Paul, Gedanken

Das Schönste auf Erden ist die Gerechtigkeit, das Beste die Gesundheit, das Süßeste aber, wenn man erreicht, was man begehrt.
Aristoteles, Nikomachische Ethik

Das Schönste auf Erden,
Der Frühling und die Liebe,
Es muss zuschanden werden.
Heine, Neuer Frühling

Das schönste Bild von einem Weibe!
Ists möglich, ist das Weib so schön?
muss ich an diesem hingestreckten Leibe
Den Inbegriff von allen Himmeln sehn?
So etwas findet sich auf Erden?
Goethe, Faust I, Hexenküche
Faust Vs 2436f.

Das schönste Brot legt der Bäcker aufs Fenster.
ho] Het beste brood legt men op het venster.

Das schönste Denkmal für einen Komponisten ist, wenn er im Spielplan bleibt.
Fliegende Blätter

Das schönste Denkmal ist ein gutes Leben.
dä] Vil du oprette dig en ære-støtte, opreis den ved din dyd-støtte.

Das schönste der Meere ist jenes, das wir noch nicht sahen.
Das schönste der Kinder ruht noch in bergender Wiege.
Die Tage, die schönsten sind jene, die wir noch nicht lebten.
Und, was ich dir sagen möchte, das Schönste, ich habe es noch nicht gesagt.
Nazim Hikmet

Das schönste Freundschaftsverhältnis: wenn jeder von beiden es sich zur Ehre rechnet, der Freund des anderen zu sein.
Marie von Ebner-Eschenbach, Aphorismen

Das schönste Gesicht bekommt Runzeln.

Das schönste Gesicht hat Flecken.
ho] Schoone aangezigten hebben vlekken.

Das schönste Glas bricht auch in Scherben.

Das schönste Glas zerbricht wenn's auf einen Stein fällt.
Russland

Das schönste Glück des denkenden Menschen ist, das Erforschliche erforscht zu haben und das Unerforschliche ruhig zu verehren.
Goethe, Maximen und Refiexionen 1207

Das schönste Grün wird (auch) Heu.

Das Schönste ist auch das Heiligste.
Friedrich Hölderlin, Hyperion

Das Schönste ist, gerecht zu sein, das Beste die Gesundheit. Das Angenehmste, wenn man immer erreicht, was man will.
Sophokles, Fragmente

Das Schönste kommt aufs Dutzend.
i] Heute ironisch, ursprünglich vom Musterstück, das als 'Ausbund' auf den Warenballen kam.

Das schönste Mädchen (auf) der Welt kann nicht mehr geben als es hat.
Frankreich

Das schönste Mädchen kann nicht mehr geben, als es hat.

Das schönste Morgen bringt das Gestern nicht zurück.
China

Das schönste Programm nützt uns nichts, wenn nicht der echte, lebendige Geist hineingelegt wird.
Wilhelm Liebknecht, Grundsätze des Parteiprogramms

Das schönste Schild hat oft den schlechtesten Wein.
z] Wie meint ihr, dass auch bei einem schönen aussgehenkten Schild böser Wein vorhanden sey.

Das schönste Wappen in der Welt,
Das ist der Pflug im Ackerfeld.
G. Maurer, Hausinschriften im Schweizerland

Das schönste Weib,
das schönste Haus,
das schönste Land,
sind stets in Pfaffenhand.

Das Schönste, was wir erleben können, ist das Geheimnisvolle. Es ist das Grundgefühl, das an der Wiege von wahrer Kunst und Wissenschaft steht. Wer es nicht kennt und sich nicht mehr wundern, nicht mehr staunen kann, der ist sozusagen tot und sein Auge erloschen. Das Erlebnis des Geheimnisvollen - wenn auch mit Furcht gemischt - hat auch die Religion gezeugt.
Albert Einstein, Mein Weltbild

Das Schornsteinloch ist sowohl ein stück des Hauses als die Stiegen.

Das schrecken des Königs ist wie das brüllen aines jungen Löwen; wer jn erzürnt, der sündiget wider sein leben.

Das Schreckliche zum Schönen, das Schöne zum Schrecklichen, beides hebt einander auf und bringt eine gleichgültige Empfindung hervor.
Goethe, Italienische Reise II, 20.3.1787

Das Schrecklichste auf Erden
Ist der Kampf mit Ungeziefer,
Dem Gestank als Waffe dient,
Das Duell mit einer Wanze.
Heine, Atta Troll

Das Schrecklichste für den Schüler ist, dass er sich am Ende doch gegen den Meister wiederherstellen muss. Je kräftiger das ist, was dieser gibt, in desto größerem Unmut, ja Verzweiflung ist der Empfangende.
Goethe, Maximen und Reflexionen 1132

Das Schrecklichste ist aber, wenn der Arme mit seiner Bitte um eine Gabe an einen geizigen und schmutzigen Menschen gerät. Ja, wenn man von einem, der Ehrgefühl hat, verlangte, dass er seine Hand in den Mund einer Schlange stecken sollte, um ihr Gift daraus zu holen und es zu verschlingen, so wäre ihm das leichter und lieber, als einen Geizigen und Schmutzigen um eine Gabe zu bitten.
Bidpais, Fabeln (Kalila und Dima), Arabische Handschrift

Das Schrecklichste ist das: der Flüchtling darf
Nicht offen reden, wie er gerne möchte.
Schiller, Szenen aus den Phönizierinnen des Euripides

Das schreibe (mit schwarzer Kreide) in den Schornstein.

Das Schreiben ist eine böse körperliche Arbeit...
Storm, an Hartmuth und Laura Brinkmann, 22. 8. 1854

Das Schreiben ist kein Handwerk und keine Beschäftigung. Das Schreiben ist eine Berufung.
Paustowski, Die Inschrift auf dem Findling

Das schreibt sich her von euren Lastern und Sünden.
Schiller, Wallensteins Lager, V, 524 (Kapuziner)

Das Schreien eines Esels reicht nicht zum Himmel.
Frankreich

Das schreit (o. stinkt) zum Himmel
v] das geht auf keine Kuhhaut
en] that stinks to high heaven
fr] c'est révoltant
it] fa schifo

Das Schrot ist auf mich gemünzt.
la] Hanc fabam, ut dici solet in proverbio, video in me cudi.

Das schüchternste Mädchen hat den Mut zum Verleumden.
China

Das Schulwesen gleicht einem Wagen, der auf vier Rädern rollt. Sie heißen: Bildung, Besoldung, Aufsicht, Freiheit. Zertrümmert eins dieser Räder, so geht der Wagen nicht von der Stelle.
Christ. Friedrich Dinter, Ausgewählte Schriften

Das Schüreisen lacht so lange über das Feuer, bis es selbst gänzlich verbrannt ist.

Das schwäbische Röhrle.
i] Korporal Röhrle ist der schwäbische Münchhausen.
z] Röhrle diente als Korporal im Heere Napoleon's I. Einmal hielt dieser bei Boulogne eine Heerschau ab. Das Heer stand in einer sechs Stunden langen Linie, an einem Flügel war Röhrle Flügelmann; am entgegengesetzten sechs Stunden entfernten Flügel sah er zwei leuchtende Punkte. Es waren die Augen des Kaisers, der sie auf Röhrle gerichtet hatte. So flog, nach Röhrle's Münchhausiade, Napoleon dahin; er beachtete nicht, wie die Truppen Gewehr präsentirten, die Offiziere salutirten, die Fahnen grüßten, er sah mit den leuchtenden Augen nur auf einen einzigen Mann, auf den letzten Flügelmann, den Korporal Röhrle. Und als er bei diesem angekommen war, parirte er den Schimmel, der plötzlich stand wie eine Mauer und rief mit Donnerstimme, dass die ganze Armee es hörte: ?Röhrle vor!? Röhrle trat vor und präsentirte. ?Hat sich wieder einmal ausgezeichnet?, sagte der Kaiser. ?Bitte er sich eine Gnade aus!? ?Brauche keine Gnade, Majestät.? ? ?Röhrle, Röhrle?, winkte der Kaiser mit dem Zeigefinger, ?Er ist ein Tausendsakermenter?, und sprengte wieder an der Front zurück.

Das schwach ist auch beisamen stark.

Das Schwache (d. i. das Waisenkind) hat kein Obdach, das Hilflose keine Hilfe.
Estland

Das Schwache ist ein Charakterzug unseres Jahrhunderts. Ich habe die Hypothese, dass es in Deutschland eine Folge der Anstrengung ist, die Franzosen los zu werden. Maler, Naturforscher, Bildhauer, Musiker, Poeten, es ist, mit wenigen Ausnahmen, alles schwach, und in der Masse steht es nicht besser.
Goethe, Eckermann, 12.2.1829

Das schwächste Glied einer Kette ist ihr stärkstes. An ihm reisst die Kette.
Stanislaw Jerzy Lec

Das Schwärmen der Bienen ist für das Ohr des Imkers (Bienenwärters) ein angenehmer Lärm.

Das Schwärmen ist natürlich, das Ablegen unnatürlich.
z] So müsste man einen wilden Obstbaum ewig lassen Holzäpfel tragen, weil's ihm natürlich ist. Die Natur zu zwingen, ist aber nicht unrecht, wenn es Nutzen bringt.

Das schwarze Band tragen.
i] Gehängt werden. Ein solches wurde dem armen Sünder um die Augen gebunden.

Das schwarze Hündlein beißet sein Lebtag.
i] Die Vorwürfe des bösen Gewissens sind durch nichts zu beseitigen,
z] Da kommt darnach darauss das Krauen im Nacken, das schwarze böse Hündlein, der Reuling das beißet dein Lebtag höret nicht auf. Luther

Das schwarze Hündlein bleibt nicht aus.
i] Womit Luther wiederholentlich die Regungen, Vorwürfe u.s.w. des Gewissens bezeichnet.
z] Facimus quod possumus; es bleibet doch das schwartze Hündlein nicht aus. Luther

Das schwarze Jahr hat fünfzehn Monate.
Arabien

Das Schwarze macht eher hässlich als das Weiße schön.

Das schwarze Männchen in Homburg.
i] Über dem mit eisernen Staketen verwahrten Portaleingange zu dem ehemaligen landgräflichen Archiv im westlichen Flügel des Schloßes zu Homburg steht in einer Nische die kolossale Bronzebüste einer fürstlichen Person. Wegen seiner tief dunkelgrünen Färbung hat der Volksmund dem Denkmal den Namen des 'schwarzen Männchens' beigelegt. Seit Menschengedenken hat sich die Vorstellung gebildet, dass in dem Gebilde niemand anders als der Erbauer des Schlosses, Landgraf Friedrich mit dem silbernen Bein, dargestellt sei, der zu der Burg 1680 den Grund gelegt und in der Schlacht bei Fehrbellin (1675) seinen Namen so ruhmreich in die preussische Geschichte eingeschrieben hat. Der Archivrat Dr. Rossel hat nachgewiesen, dass der dargestellte Fürst nicht der Landgraf, sondern dessen Kriegsherr, der Große Kurfürst Friedrich Wilhelm ist. Das 'schwarze Männchen' ist das eherne Bild des größten Fürsten seiner Zeit.

Das schwarze Nass (Tinte) auf dem trockenen Blass versteht keinen Spaß.

Das schwarze Pfännlein schilt die Asche ob ihrer grauen Farbe.
Russland

Das schwarze Register, darin wir mit einem langen Item stehen.
i] Es ist das Sündenregister gemeint.

Das schwarze Schaf (der Familie)
en] the black sheep
fr] la bête noire
it] la pecora nera

Das Schwarze treffen in der Scheibe, das
Kann auch ein andrer. Der ist mir der Meister,
Der seiner Kunst gewiss ist überall,
Dem's Herz nicht in die Hand tritt noch ins Auge.
Schiller, Wilhelm Tell, III, 3 (Geßler)

Das schwarze Tuch wird dadurch nicht teurer werden.
Oberlausitz
i] Man wird deshalb keine Trauer anlegen.

Das Schweigen (des Angeklagten) macht den Richter machtlos.
Jemen

Das Schweigen der Völker ist die Lehre der Könige.
z] Das dumpfe Stillschweigen des Volks ist eine stille, aber schauerliche Sprache für den Tyrannen.
i] Als unter Ludwig XV. der achtzigjährige Bischof Soanen seiner Würde beraubt und verwiesen wurde, rief er die Worte aus: 'Le silence de peuple est la leçon des rois'.
z] Das Schweigen ist der Gott der Glücklichen. (Elisabeth in Schillers Maria Stuart, Akt 2, Szene 5.
fr] Le silence du peuple est la leçon des rois.

Das Schweigen der Völker sollte den Königen eine Lehre sein.
Honoré Gabriel du Riqueti Mirabeau, Reden (1789)

Das Schweigen des Volkes ist eine Lehre für die Könige.
Nach de Beauvais, Leichenrede für Ludwig XV., 27. 7. 1774

Das Schweigen hat einen Engel zum Vormund.

Das Schweigen ist dein größtes Lob.
Psalm 54, 2
en] Silence and circumspection will interfere with no one's action.
fr] Le silence vaut une réponse.
fr] Pense ce que tu veux; dis ce que tu dois. (Denke, was du willst; sprich, was du musst)
fr] Qui de tout se tait, de tout a paix.
fr] Ta chemise ne sache ta guise.
ho] Zwijgen en denken maakt genne onrust.
it] Chi ode, vede e tace, quegli vuol vivere in pace.
la] Occultae musices nullus respectus.
la] Silendo nemo peccat.
la] Silentii praemium periculo vacat.
la] Silentii tuta praemia.
la] Silentium est bene loquendi principium.
sd] Tijga och tänkja kan ingen kränkja. ? Tijga stämmer ingen för ting.

Das Schweigen ist der Gott
Der Glücklichen - die engsten Bande sind's,
Die zärtesten, die das Geheimnis stiftet.
Schiller, Maria Stuart, II, 5 (Königin Elisabeth)

Das Schweigen ist der Liebe keusche Blüte.
Heine, Für die Mouche

Das Schweigen ist des Narren Decke.

Das Schweigen ist die beste Antwort für Narren.
Arabien
bm] Blázna mlčením nejlépe odbude?.
ho] Antwoord den zot niet naar zijne dwaasheid.

Das Schweigen ist eine große Sache.
la] Res est magna tacere.

Das Schweigen ist so schön, dass ich wünschte, es Jahre lang halten zu dürfen.
Goethe, An Charlotte v. Stein, 9.1.1779

Das Schweigen macht den Richter machtlos.

Das Schwein bei der Eiche erwarten.
i] Am rechten Platze.
it] Aspettar il porco alla quercia.

Das Schwein büßt, was der Hund ausgefressen hat.
la] Canis peccatum sus dependit.

Das Schwein draußen zwängt sich durch den Zaun, das eingezäunte Schwein drängt sich hinaus.
Estland

Das Schwein dreht die Nase immer dorthin, von wo es Gestank spürt.
Estland

Das Schwein durch einen Rosengarten führen.
i] Wenn dem Rohen und Ungeschliffenen eine feine, daher unangemessene Behandlung zuteil wird.
en] The hogs to the honey-pots.

Das Schwein erkennt das Gute nicht, des Hundes Pfote Weiches (nicht).
Estland

Das Schwein frisst des Geizigen Vermögen.
Estland

Das Schwein frisst des Montags Arbeit auf.

Das Schwein frisst dort, wo der Trog vorn ist.
Estland

Das Schwein frisst mit dem Herrn an einem Tisch.
Estland

Das Schwein frisst während der Mistkäferkühle (d. i. Abendkühle).
Estland

Das Schwein fühlt sich im Dreck am wohlsten.

Das Schwein gab sich mit dem Fressen von Waldfrüchten ab und verlor seine Hörner.
i] Es hat sich mit Kleinigkeiten verzettelt
Duala (Bantu)

Das Schwein geht (d.i. kriecht) so lange durch den Zaun, bis es im Zaun steckenbleibt.
Estland

Das Schwein geht, der Trog bleibt immer.
Estland

Das Schwein glaubt nie einem schmutzigen Eimer.
Estland

Das Schwein hält auch den Himmel für eine Müllgrube.

Das Schwein hat (nur) wenig Glück, auch dieses ist mit Erde beschmutzt.
Estland

Das Schwein hat die Ehre des Säufers und der Hure gefressen, der Wolf Das Schwein gefressen.

Das Schwein hat ein weiches Herz, es schreit, aber das Schaf hat ein hartes Herz, es sagt nichts.
Estland

Das Schwein ist das Nonplusultra von Glück, es befindet sich wohl im Kot.
Hebbel, Tagebücher, 16. 2. 1838

Das Schwein ist dem Aussehen nach wohl dumm, aber sein Fleisch ist doch süß.
Estland

Das Schwein ist des Brotes Vogel.
Estland

Das Schwein ist des ehrlichen Mannes Brotbelag.
Estland

Das Schwein ist gar grau, und grau sind auch die Ferkel.
Litauen

Das Schwein ist kein Säufer, aber der Säufer ist ein Schwein.

Das Schwein ist wie der Herr.
Estland
i] Am Abend lange auf, am Morgen schläft es lange

Das Schwein ist wie Dreck zu vermehren (d.i. vermehrt sich schlecht), das Schaf ist wie Kot zu erzeugen (d. i. wird mit Mühe erzeugt).
Estland

Das Schwein ist wohl dumm, aber Schweinefleisch ist gut zu essen.
Estland

Das Schwein kriecht so lange durch den Zaun, bis es im Zaun steckenbleibt.

Das Schwein liebt immer einen schmutzigen Eimer.
Estland

Das Schwein liebt Kot, der Säufer liebt Schnaps.
Estland

Das Schwein lobt Dreck, das Schaf warmes Wasser.
Estland

Das Schwein mit Sägsel mästen wollen.
i] Das Wort Sägsel für Sägespäne
ho] Het is zoo droog als zaagsel.

Das Schwein mit vier Füßen kommt nicht auf die Stange und (d. i. aber) das Huhn mit zwei Füßen (kommt) wohl.
Estland

Das Schwein muss Borsten lassen.
i] Es könnte sich glücklich schätzen, wenn es bei den Borsten bliebe.

Das Schwein pflügt des Jägers Feld.
Estland

Das Schwein reisst den Kopf ab, (auch) Könige können ihn nicht mehr aufsetzen.
Estland

Das Schwein rennt um sein Leben, der Hund, weil es seinem Charakter entspricht.
Kreolisch

Das Schwein schätzt man nach seiner Schwer', den Menschen nach seiner Ehr'.
mhd] Bei der swâr verkaaft man swein, den menschen nâch dem wizzen sein.

Das Schwein setzt Speck für andere an.

Das Schwein sieht einmal im Jahr den Mond am Himmel.
Estland

Das Schwein stehlen und die Borsten um Gottes willen verschenken.

Das Schwein stehlen und die Füße als Almosen geben.
sp] Hartar el puerco, y dar los piés por Dios.

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