Weisheiten 66


Das lässt sich ohne Klavier absingen.
la] Oculis clausis liquet.

Das lässt sich ziehen, wie ein Strudelteig.
Niederösterreich

Das lässt tief blicken.
Adolf Sabor, im Reichstag am 17. Dezember 1884

Das Laster aufzublasen, dazu gehören zwei Teufel, einer, der die Zunge, und der andere, der die Ohren dazu ausrüstet.

Das Laster des Geistes heisst Selbstzufriedenheit.
Dschuang Dse

Das Laster erhebt seinen Anhänger und erniedrigt ihn.
Heinrich Mann, Empfang bei der Welt

Das Laster hetzt zum Krieg, aber die Tapferkeit kämpft. Gäbe es keine Tapferkeit, so hätten wir für immer Frieden.
Vauvenargues, Reflexionen und Maximen.

Das Laster ist das Kainszeichen des Aristokratismus.
Büchner, Dantons Tod

Das Laster ist eine lästige Gesellschafterin wegen seiner Prahlerei und ein kostbarer Gast durch sein Leckermaul, ein schmerzlicher Schlafgenosse, da es durch Sorgen, Kummer und Eifersucht den Schlaf verscheucht und vergiftet.
Plutarch, Über Tugend und Laster

Das Laster ist nicht immer Laster. Ich habe Weiber gesehen, auf deren Wangen das rote Laster gemalt war, und in ihrem Herzen wohnte himmlische Reinheit.
Heine, Englische Fragmente

Das Laster ist von großer Familie und vornehmer Verwandtschaft...
Shakespeare, Maß für Maß

Das Laster lernt sich ohne Meister.
it] I vizi s' imparano anco senza maestri.

Das Laster nämlich täuscht durch den Anschein der Tugend.
Juvenal, Satiren

Das Laster straft sich selbst.

Das Laster und das Verbrechen entstellen die Menschen fürchterlich.
Karamsin, Reise durch England

Das Laster verbirgt sich unter dem Mantel der Tugend.
fr] Le vice se cache sous le manteau de la vertu.

Das Laster vergiftet das Vergnügen, die Leidenschaft verfälscht es, die Mäßigung schärft es, die Unschuld reinigt es, die Wohltätigkeit vermehrt es, die Freundschaft vervielfältigt es, aber nur das Gewissen vermag es, dasselbe in die Seele dringen zu lassen.
China
en] Short pleasure, long lament.
fr] Pour un plaisir mille douleurs.
un] Egy kis gyönyörüség sereges jajjal jár.

Das Laster weiß, dass es hässlich ist, darum setzt es eine Maske auf.
England

Das Laster wird im Winkel empfangen, in den Gassen geboren und wandert dann durch die ganze Stadt.

Das Laster zieht das Unglück an sich, wie die Kröte den Gift, wenn Tugend unter eben dem Himmel gleich einem heilsamen Amulett die gesundeste Atmosphäre um uns erhält.
Goethe, Mahomet (Mahomet)

Das Läster-Feuer löscht sich gemeiniglich mit eigener Zunge aus; wer es aber zu frühe dämpffen will, tut eben dieses, was der Schmid, der seine Kohlen löscht, dass sie hernach desto grössere Hitze geben sollen.

Das Latein ist ihm ausgegangen.

Das Latein ist mir verleidet, ich will Griechisch lernen.

Das Laub des Weinstocks deckt die Trauben.
z] So prahlt der gute Mensch mit seinen Werken nicht.

Das Laub tut ihm weh.
z] Wenn die Kirschen reifen, sterben die Alten; wenn der Kästenbaum im Herbst noch einmal blüht, stirbt der Eigentümer, das Laub tut ihm weh, sagt man

Das Laub verfault nicht heute, wenn's heute ins Wasser fällt.
i] Man muss die Zeit abwarten.

Das Laufen hat ein kluger Mann erdacht, es hat viel' aus Not und Schand' gebracht.

Das lauft allein davon, sagte der Bauer, da sprang ein Hase über den Weg.

Das läuft hinunter wie eine barbse Katze.

Das läuft ins Geld, sagte der Bauer, als er mit dem Beutel unter der Traufe stand.

Das laut wohl, wenn man geradezu geht.

Das lauterste Leiden erzeugt und fördert das lauterste Verstehen.
Juan de la Cruz, Merksätze von Licht und Liebe

Das lautet verteufelt.
ndt] Dat lud ferdäiweld, sied de Haufnagel.
Iserlohn
i] Däiwil = Teufel; liuen = lauten; ludde, lud.

Das lautet, als wenn man einen Kuhdreck mit Ruten hauet.
Grimmelshausen

Das lautet, wenn man gerade zugeht, sagte jener Schäfer.

Das lauwarme Wasser der Ungläubigkeit wirkt wie ein Brechmittel für Geheimnisse.
Spanien

Das lauwarme Wasser vergisst nicht das kalte zu Hause.
Tanganjika

Das Leben - das Wartezimmer zum Jenseits.
Hugo Oswald, Sprechendes Leuchten

Das Leben aber... wird von vielen schlimmeren Stürmen geschüttelt als irgendein Schiff. Hier kommt es nicht aufs Reden an, sondern hier gilt es, das Steuer fest in die Hand zu nehmen.
Seneca, Mächtiger als das Schicksal

Das Leben an sich ist kurz, aber durch Leid wird es allzu lang.
la] Brevis ipsa vita est, sed malis fit longior.

Das Leben bedeutet eine fast lückenlose Reihe persönlicher Entdeckungen.
Gerhart Hauptmann

Das Leben beim Edelmann ist ein Leben in der Hölle.
Litauen

Das Leben bekamst du von den Eltern, die Freiheit musst du dir selber erwerben.
China

Das Leben besteht aus Augenblicken.

Das Leben besteht aus Leid und Not, der Tod - aus Frieden und Freude.
China

Das Leben besteht aus Sonnenschein und Schatten.

Das Leben besteht aus Stunden, wer eine gewinnt (spart), hat Leben gefunden.

Das Leben besteht aus vielen kleinen Münzen, und wer sie aufzuheben weiß, hat ein Vermögen.
Jean Anouilh

Das Leben besteht aus zwei Teilen: die Vergangenheit - ein Traum, die Zukunft - ein Wunsch.
Arabien

Das Leben besteht hauptsächlich aus Umwegen.
Frank Thieß

Das Leben besteht in dem, was ein Mensch den ganzen Tag über denkt.
Emerson

Das Leben besteht in der Annäherung an Gott.
Leo N. Tolstoi, Tagebücher (1909)

Das Leben besteht nicht nur aus Bier und Kegelspiel.
England

Das Leben beugte nimmer sich dem Alter.
en] Life wouldnot yield to age.
Shakespeare, König Lear IV,1

Das Leben bietet noch kolossale Schätze, für deren Hebung wir keine Schaufeln haben.
Döblin, Futuristische Worttechnik

Das Leben bildet, und bildendes Leben ist nicht Sache des Wortes, es ist Sache der Tat, es ist Tatsache.
Pestalozzi, Lienhard und Gertrud

Das Leben bildet: Das Leben in großen Umgebungen bildet kraftvoll; das Leben in häuslichen Umgebungen bildet liebevoll.
Pestalozzi, Reden

Das Leben darf man nicht eher glücklich preisen, als am Ende.

Das Leben dauert kurze Zeit und ist nichts als Mühe und Arbeit.
la] Vita vitae nomen habet, sed re ipsa labor est.

Das Leben der Erde selbst ist (...) eins mit dem Kosmischen. Wir durchschauen das Geheimnis nicht. Was wir 'wissen' (Astronomie, Physik), ist menschliche Geisteskonstruktion. Was wir fühlen, ist unbestimmte Ahnung.
Oswald Spengler, Urfragen. Fragmente aus dem Nachlass

Das Leben der Gefühlvollen hat drei Epochen: Erwartung, Vergessen, Erinnerung.
Karamsin, Reise durch Frankreich

Das Leben der Helden hat die Geschichte bereichert, und die Geschichte hat die Taten der Helden verklärt: ich wüßte nicht, wer dem andern mehr Dank schuldig ist, ob die Historiker denen, die ihnen einen so edlen Stoff darboten, oder jene großen Männer den Geschichtsschreibern.
La Bruyère, Von den Schöpfungen des Geistes

Das Leben der Jugend beherrscht die Leidenschaft, sie geht hauptsächlich auf das Vergnügen aus und genießt den Augenblick. Mit dem Wechsel des Alters wechselt aber auch das, was Vergnügen macht.
Aristoteles, Nikomachische Ethik

Das Leben der meisten ist ein Fliehen aus sich selbst heraus.
Friedrich Hebbel, Tagebücher

Das Leben der meisten Menschen besteht schließlich nur noch aus Anweisungen, die sie sich oder anderen sinnlos geben.
Elias Canetti, Die Provinz des Menschen. Aufzeichnungen 1942-1972

Das Leben der Menschen auf dieser Erd' ist ein Krieg, der immer währt.
it] Il vivere dell' huom in questa terra, altro non è, che una perpetua guerra.

Das Leben der Menschen ist angewiesen auf Wohltaten und Eintracht, und nicht Bedrohung, sondern gegenseitige Liebe ließ sie sich zu einem solidarischen Beistandspakt zusammenschließen.
la] Beneficiis humana vita constat et concordia nec terrore, sed mutuo amore in foedus auxiliumque commune constringitur.

Das Leben der Menschen ist zu kurz, als dass sie es ernst nehmen könnten.
Bernard Shaw

Das Leben der Narren ist ein Tod.

Das Leben der Pflanzen geht auf im bloßen Dasein: demnach ist sein Genuss ein rein und absolut subjektives, dumpfes Behagen.
Arthur Schopenhauer, Den Intellekt überhaupt und in jeder Beziehung betreffende Gedanken

Das Leben der Rose ist kurz.
tü] Gülün ömrü az olur.

Das Leben der Sau ist ein Requiem, ihr Tod ein Gaudeamus igitur.

Das Leben der Völker ist überall das Gleiche. Die Hartherzigen, Unmenschlichen und Müßigen ernähren sich durch Gewalt und Krieg, die Gutherzigen, Sanften und Fleißigen dulden lieber. Die Geschichte ist eine Geschichte solcher Gewalt und ihrer Bekämpfung.
Leo N. Tolstoi, Tagebücher (1906)

Das Leben der Vornehmen ist ein langer Sonntag: sie wohnen in schönen Häusern, sie tragen zierliche Kleider, sie haben feiste Gesichter und reden eine eigne Sprache; das Volk aber liegt vor ihnen wie Dünger auf dem Acker.
Büchner, Der Hessische Landbote

Das Leben des alten Menschen flackert wie Kienspanlicht im Wind.
Estland

Das Leben des Künstlers ist Rausch und Not.
Sully Prudhomme, Intimes Tagebuch

Das Leben des Leklek (Storch) vergeht mit Laklak schreien.

Das Leben des Lügners ilt kurz.
Ägypten

Das Leben des Mannes ist gleich dem Tautropfen auf einem Blatt.
Russland

Das Leben des Mannes ist so gefleckt wie das Gefieder des Spechtes.
Lettland

Das Leben des Menschen aber, treulich aufgezeichnet, stellt sich nie als ein Ganzes dar, den herrlichsten Anfängen folgen kühne Fortschritte, dann mischt sich der Unfall drein, der Mensch erholt sich, er beginnt, vielleicht auf einer höheren Stufe, sein altes Spiel, das ihm gemäß war, dann verschwindet er entweder frühzeitig oder schwindet nach und nach, ohne dass auf jeden geknüpften Knoten eine Auflösung erfolgte.
Goethe, Schriften zur Literatur - Der deutsche Gil Blas

Das Leben des Menschen erhält seine ganze Fülle erst aus dem gleichmäßigen Zusammenwirken aller Seiten seiner sittlichen Existenz.
Belinski, Über das Buch Leitfaden für das Studium der Geschichte der Neuzeit

Das Leben des Menschen gelangt von Zeit zu Zeit zu einer Art Übermaß an Kultur, über die hinaus es nicht mehr fortschreiten kann. Dann wendet es sich zurück, auch auf die Gefahr hin, barbarisch zu scheinen; aber es gibt keine Barbarei, die dauert.
Francesco Chiesa, November 1928

Das Leben des Menschen ist ein Tagebuch, in das er nur seine guten Taten schreiben (o. eintragen) sollte.

Das Leben des Menschen ist eine lange Geburt; deswegen können wir nicht an den Tod glauben.
Theodore Jouffroy, Das grüne Heft

Das Leben des Menschen ist eine Pilgerreise.
la] Vita, peregrinatio.

Das Leben des Menschen ist eine Wanderung durch seine Bewußtseinsräume.
Fliegende Blätter

Das Leben des Menschen ist von einer bejammernswerten Kürze. Man rechnet es zwar vom ersten Eintritt in die Weit; aber ich für meinen Teil möchte es doch erst von da ab rechnen, wo die Vernunft hervortritt und man durch die Vernunft in Bewegung esetzt wird, und das geschieht in der Regel nicht früher als mit zwanzig Jahren.
Pascal, Pensées

Das Leben des Menschen ist, wie jeder Strom, bei seinem Urprunge am höchsten. Es fließt nur fort, indem es fällt - in das Meer müssen wir alle.
Heinrich von Kleist, an Adolphine von Werdeck, 28./29. Juli 1801

Das Leben des Menschen währt eine ganze Generation, sein Name zehntausend.

Das Leben des mindesten ist mit Pfennigen nicht zu vergelten.
i] In Bezug auf die strenge Ahndung der Lüge und Verleumdung in gerichtlichen Angelegenheiten. War ungeachtet falscher Anklage ein nachteiliges Urteil nicht erfolgt, so sollte dessenungeachtet dem Verleumder zum Lohne seiner schändlichen Tat die Zunge ausgerissen werden, niemals aber sollte, was der Sinn des obigen Sprichworts ist, Buß- oder Wergeld in solchen Dingen die Schuld sühnen.
ndt] Der mynsten leuent myt penningen nicht ys tho vorgeldende. Hamburg

Das Leben des Papstes besteht auch nur aus Jahren.

Das Leben des Priesters hebt die Kraft des Sakraments nicht auf.
i] Das unsittliche Leben der Geistlichen soll auf die segnende Wirkung der von ihnen verwalteten Heilsmittel nicht nachteilig einwirken; fördernd wirkt es aber gewiss noch weniger ein.

Das Leben des Weibes ist fester und unbeweglicher als das Leben des Mannes, das Weib berührt die Menschen näher und muss Segen über ihre Umgebung verbreiten.
C. Brentano, an Bettine

Das Leben des Zaren besteht auch nur aus Jahren.
Russland

Das Leben dessen, auf dessen Tod sogar die Freunde hoffen, hassen alle Bürger.
la] Cuius mortem amici expectant, vitam cives oderunt.

Das Leben dieses göttlichen Mannes [ ... ] steht mit der Weltgeschichte seiner Zeit in keiner Verbindung. Es war ein Privatleben, seine Lehre eine Lehre für die Einzelnen.
Goethe, Wanderjahre II,2

Das Leben dreier ist kein Leben: der zu Gefühlvollen, der Jähzornigen und der Schwermütigen (Trübsinnigen).
Hebräisch

Das Leben eilt dahin, und auch nicht eine kurze Zeit lässt es sich halten.
Petrarca

Das Leben ein Feuer: es beginnt mit Funken und Rauch und endigt mit Staub und Asche.

Das Leben ein Gedicht! Nein! Nicht wenn man nur umherging und an seinem Leben herumdichtete, anstatt es zu leben.
Jens Peter Jacobsen, Niels Lyhne

Das Leben ein Gedicht! Nein!, nicht wenn man nur umherging und an seinem Leben herumdichtete, anstatt es zu leben.
Jens Peter Jacobsen, Niels Lyhne

Das Leben eines deutschen Gelehrten im 17. Jahrhundert wäre ein interessanter Stoff für eine Darstellung. Es ist doch gut, dass jene Zeit, wo man sich nur durch den Hintern auszeichnen konnte, vorüber ist.
Hebbel, Tagebücher, 2. 9. 1836

Das Leben eines fremden Landes gleicht einem dunklen Theatersaal. Nur die Bühne ist erleuchtet. Schauspieler treten auf und verschwinden wieder - je nach den Ereignissen, der Konjunktur, den Launen des Regisseurs, den man Geschichte nennt.
Ehrenburg, Memoiren

Das Leben eines jeden ist dem Morgen zugewandt.
Seneca, Mächtiger als das Schicksal

Das Leben eines jeden Menschen stellt ein Drama dar, in dem der Einzelne erfolgreich oder erfolglos seine besondere Antwort auf das Problem des Lebens gibt.
Erich Fromm, Seele und Gesellschaft

Das Leben eines jungen (Menschen) ist wie eine Blume, die auf dem Heu blüht.
Estland

Das Leben eines Mannes ist nicht vollständig ohne die Liebe einer Frau, wenigstens manchmal in seinem Leben.
Joan Lowell, ich spucke gegen den Wind, Ausziehpoker und Weiberangst

Das Leben eines Menschen ist sein Charakter.
Goethe, Italienische Reise III, 2.10.1787

Das Leben eines Menschen muss man nach seinem Tode loben, den Tag, wenn's Nacht ist.

Das Leben eines Menschen, der freiwillig studiert, ist von unaussprechlichem Vergnügen begleitet.
Goldsmith, Der Weltbürger

Das Leben eines Menschen, mit seiner endlosen Mühe, Not und Leiden, ist anzusehen als die Erklärung und Paraphrase des Zeugungsaktes, d. h. der entschiedenen Bejahung des Willens zum Leben: zu derselben gehört auch noch, dass er der Natur einen Tod schuldig ist, und er denkt mit Beklemmung an diese Schuld.
Schopenhauer, Welt als Wille und Vorstellung, II, 4, Kap. 45

Das Leben eines Menschenfreundes währt lange.

Das Leben eines Schmetterlings währt siebzig,
Wenn's hoch kommt, achtzig Tage.
Wohl eine kurze Frist!
Doch eine andre Summenzahl ergibt sich,
Wenn man ermisst,
Wieviel sein Leben Glück betrage.
Spitteler, Schmetterlinge

Das Leben eines Volkes ist kein morscher Kahn, dem jeder Hergelaufene mit einem leichten Ruderschlag eine willkürliche Richtung geben könnte.
Belinski, Betrachtungen über die russische Literatur 1846-1847

Das Leben eines Volkes ist nur ein Gespinst von Elend, Verbrechen und Wahnwitz.
France, Die Insel der Pinguine

Das Leben enthält sieben Erfolge und sieben misserfolge.
Japan

Das Leben erscheint manchmal nur als Warten. Aber worauf es wartet, ist unwichtig. Es kommt darauf an, womit man das Warten ausfüllt.
Fliegende Blätter

Das Leben fangt mit Weinen an, ohn' Weinen man's nit enden kan.
la] Ut lachrymis caepi, lachrymis quoque finio vitam.

Das Leben fleusst dahin wie Wasser und kommt nicht wieder.
la] Ad mortem sic vita fluit, velut ad mare flumen, vivere nam res est dulcis, amara mori.

Das Leben für einen Freund zu wagen wie für dich selbst, ist löblich, denn der Augenblick entscheidet, aber dir auf unbestimmte Zeit oder wohl gar aufs ganze Leben Sorge zu bereiten und deinen sichern Besitz wenigstens in der Einbildungskraft zu untergraben, ist keineswegs rätlich.
Goethe, An August v. Goethe, 19. 9. 1816

Das Leben gab dem Sterblichen nichts ohne große Arbeit.
la] Nil sine magno vita labore dedit mortalibus. (Horaz, Satiren)

Das Leben gehört den Lebendigen an, und wer lebt, muss auf Wechsel gefaßt sein.
Goethe, Wanderjahre I,2

Das Leben gehört ihm nicht mehr.
i] Er hat es schon versetzt, hat so viel Schulden, dass sein Vermögen zur Deckung derselben nicht zureicht.

Das Leben geht so unerhört vorbei. Man wird verrückt, wenn man darüber nachdenkt.
Franziska Gräfin zu Reventlow, Tagebücher

Das Leben geht unter Zaudern verloren, und jeder Einzelne von uns stirbt in seiner Unrast.
Epikur, Sprüche

Das Leben geht viel zu schnell, möchte es manchmal stoppen.
Franziska Gräfin zu Reventlow, Tagebücher

Das Leben genießen hieß, für alles einen Gegenwert erhalten und sich darüber klar zu sein, wenn man ihn besaß. Man konnte für sein Geld Entsprechendes bekommen. Die Welt war schon ein geeigneter Platz zum Einkaufen.
Hemingway, Fiesta

Das Leben gilt nichts, wo die Freiheit fällt.
Körner, Leier und Schwert: Letzter Trost

Das Leben gleicht dem Feuer: Es beginnt mit Rauch und endet mit Asche.
Arabien

Das Leben gleicht einem Träume.

Das Leben gleicht einer Stunde; vertraue daher nie auf die Länge deiner Jahre und denke daran: Nach dem Tode zählen nur die Taten eines Menschen, nicht mehr sein Geld.

Das Leben gleicht jener beschwerlichen Art zu wallfahrten, wo man drei Schritte vor und zwei zurücktun muss.
Goethe, An Heinr. Meyer, 28. 4. 1797

Das Leben hält in seiner einen Hand den goldenen Königsreif des Glücks, in der anderen die Dornenkrone des Leids. Seinen Lieblingen reicht es beide. Aber nur der geht leer aus, dessen Schläfen von keiner berührt werden.
Ellen Key, Über Liebe und Ehe: Das Recht auf Mutterschaft

Das leben hängt vom Himmel und seine Dauer vom Menschen ab.
China

Das Leben hat den Kamen nur, dass es sei ein Leben pur; wann man aber die Tat besicht, in pur Arbeit es aussbricht.

Das Leben hat keinen Sinn außer dem, den wir ihm geben.
Thornton Wilder

Das Leben hat seine festgelegte Begrenzung, warum also fürchtest du?
Maurisch

Das Leben hier ist nicht Illusion und nicht das ganze Leben, sondern eine der Erscheinungsformen, der ewigen Erscheinungsformen des ewigen Lebens.
Leo N. Tolstoi, Tagebücher (1903)

Das Leben in der Einsamkeit. Denn keines ist so sicher, so ruhig, schließlich auch keins so glücklich.
Petrarca, An Laelius in Pisa

Das Leben in der Klassengesellschaft ist das Leben eines ungleichen Kampfes, ist die Geschichte der Gewalt und des Widerstandes gegen die Gewalt.
Makarenko, Glück

Das Leben in der Welt ist wie ein weiser Stein.

Das Leben in dieser Welt und Zeit schmeckt wie preußisches Essen mit sächsischem Kaffee.
Hesse, an Wiegand, 8. 5. 1928

Das Leben ist allein beständig in der Unbeständigkeit.
Abraham a Santa Clara (1644-1709), Ansprache an den Leser

Das Leben ist also ebenfalls ein in den Dingen und Vorgängen selbst vorhandener, sich stets setzender und lösender Widerspruch; und sobald der Widerspruch aufhört, hört auch das Leben auf, der Tod tritt ein.
Engels, Anti-Dühring

Das Leben ist an sich selbst im Grunde eine große Schlaflosigkeit und bei allem, was wir denken und tun, fahren wir hellwach und jäh aus dem Schlaf auf.
Fernando Pessoa, Das Buch der Unruhe des Hilfsbuchhalters Bernardo Soares

Das Leben ist bald dahin, eh' man versteht den Sinn.
i] Ehe man zu leben weiß.
en] Life is half spent before we know what it is.
fr] La vie est moitié usée avant qu'on ne sache ce qu'est la vie.

Das Leben ist besser dann Gold.
la] Vt uitam redimas, uestes ac omnia uendas.

Das Leben ist bezaubernd, man muss es nur durch die richtige Brille sehen.
Alexandre Dumas d. J., Die Kameliendame

Das Leben ist dem Armen (Kranken) lang, dem Reichen (Gesunden) kurz.

Das Leben ist dem Menschen von Gott gegeben, um es auf eine ihm wohlgefällige, pflichtgemäße Weise anzuwenden und im Bewußtsein dieser Anwendung zu genießen. W. v. Humboldt, Briefe an eine Freundin, Aschersieben, 2. 7. 1831

Das Leben ist dem Schatten gleich, wenn's am besten ist, so verschwindt's.
la] Heu quam cuncta abeunt celeri mortalia cursu.
la] Homo vitae commodatus, non donatus est.
la] Vita minus est.
la] Vita (que) mancipio nulli datur, omnibus usu.
un] Egy gyertyalang az élet és egy rohanat a halál. (Das Leben ist ein Irrlicht, ein Windstoß der Tod)

Das Leben ist den Reichen lang, den Armen kurz.

Das Leben ist den Sibyllinischen Büchern ganz gleich, je knapper, je teurer.
Goethe, An F.M.Klinger, 8.12.1811

Das Leben ist der Güter höchstes nicht (Schiller). Kommentar: Wer das zitiert, meint für gewöhnlich: Das Leben der anderen.
Ludwig Marcuse, Argumente und Rezepte

Das Leben ist der Güter höchstes nicht;
Der Übel größtes aber ist die Schuld.
Schiller, Die Braut von Messina, IV, 10 (Chor)

Das Leben ist der Güter höchstes, und das schlimmste Übel ist der Tod.
Heine, Ideen - Das Buch Le Grand

Das Leben ist der Lehrmeister für viele, der Tod beendet das Übel.

Das Leben ist der Schatz der Schätze.

Das Leben ist des Lebens Pfand; es ruht
Nur auf sich selbst und muss sich selbst verbürgen.
Goethe, Natürliche Tochter A I Sz 6 (Herzog) Vs 644

Das Leben ist die beste Schule, die durch keinen theoretischen Unterricht, und wäre er noch so vortrefflich, ersetzt werden kann.
W. Liebknecht, Wissen ist Macht - Macht ist Wissen

Das Leben ist die größte Mezzie (das beste Geschäft) - man bekommt es umsonst.
Jiddisch

Das Leben ist die Suche des Nichts nach dem Etwas.
Christian Morgenstern

Das Leben ist die wahre Schule der Bildung, nicht das Buch.
Michael Enk

Das Leben ist eben allzureich, um anders als andeutungsweise rekapituliert werden zu können.
Gerhart Hauptmann, Das Abenteuer meiner Jugend

Das leben ist edel.
i] Wenn es edel ist.
la] Nil quicquam est homini vita pretiosius.

Das Leben ist ein Abenteuer, und man wird auf große Schwierigkeiten stoßen, auf große Hindernisse, Monstren und Minotauren. Aber wenn man darauf gefasst ist, dann ist man auch bereit, sie als Teil des Abenteuers zu betrachten.
Anaïs Nin, Vertrauliches Gespräch

Das Leben ist ein Arzt, das viele Wunden (schlägt und heilt).
bm] Na zivém se vse zahojí.

Das Leben ist ein aufreibender Versuch, leere Stunden zu füllen.
Roy Campbell

Das Leben ist ein beständiges Abschiednehmen. Jeden Abend nimmt man von einem Tage Abschied, oft mit einem Seufzer der Erleichterung, aber oft auch mit Schmerz.
Ricarda Huch (1864 - 1947)

Das Leben ist ein beständiges Abschiednehmen. Jeden Abend nimmt man von einem Tage Abschied, oft mit einem Seufzer der Erleichterung, aber oft auch mit Schmerz.
Ricarda Huch, Schlussworte auf dem 1. Deutschen Schriftstellerkongress

Das Leben ist ein Born der Lust, aber wo das Gesindel mittrinkt, da sind alle Brunnen vergiftet.
Friedr. Nietzsche, Also sprach Zarathustra

Das Leben ist ein Darlehn, keine Gabe.
Friedrich von Bodenstedt, Mirza Schafft'

Das Leben ist ein Denkenmüssen.
Oswald Spengler

Das Leben ist ein Doppelspiel.
ho] Het leven is een dobbelspel.

Das Leben ist ein Feuer: es beginnt mit Funken und Rauch und endet mit Staub und Asche.
Arabien

Das Leben ist ein Gänsespiel:
Je mehr man vorwärts gehet,
Je früher kommt man an das Ziel,
Wo niemand gerne stehet.
Goethe, Divan - Buch der Betrachtungen

Das Leben ist ein Geschenk, das wir verdienen, indem wir es hingeben.
Rabindranath Tagore

Das Leben ist ein Irrlicht, ein Windstoß der Tod.

Das Leben ist ein Jahrmarkt.
i] Auch: ein Meer, eine Promenade, eine Reise, eine Verbannung. Die Araber: Jeder Tag deines Lebens ist ein Blatt deiner Geschichte. Und: Das Leben des Menschen ist ein Tagebuch, in welches er nur gute Thaten eintragen sollte.

Das Leben ist ein Kampf.
z] Niemandt gedenk auf dieser Erdt, das seins vnglücks ein ende werdt, diess leben ist ein steter kampff, nach dem Sonnenschein folgt ein dampff.

Das Leben ist ein Knopf, sagte Lump, denn es hängt an einem Faden.

Das Leben ist ein kurzer Traum. / Vita somnium breve.
Ricarda Huch (1864 - 1947)

Das Leben ist ein kurzer Traum.
la] Vita somnium breve. (Titel einer Erzählung von Ricarda Huch. Vgl. Calderons Drama 'Das Leben ein Traum')

Das Leben ist ein Land, das die Greise gesehen und bewohnt haben. Wer es durchwandern will, kann nur sie um den Weg fragen.
Joseph Joubert, Gedanken, Versuche und Maximen

Das Leben ist ein Licht im Winde.

Das Leben ist ein Marathonlauf, bei dem man sich den Sprint für den Schluss aufspart.
Peter Ustinov, Peter Ustinovs geflügelte Worte

Das Leben ist ein Meer, der Fährmann ist das Geld.
Georg Rudolf Weckherlin

Das Leben ist ein Musikblatt, auf dem mehr schwarze als weisse Noten sind.

Das Leben ist ein Mythos, ein Traum... ein Hokuspokus...
Tschechow, Der Roman mit dem Kontrabaß

Das Leben ist ein Nebel.
i] Sprichwörtliches Buchstabenspiel, weil Leben, rückwärts gelesen, Nebel gibt.

Das Leben ist ein nie endendes Entdecken der Einheit alles Geschaffenen.
Yehudi Menuhin, Kunst als Hoffnung für die Menschheit

Das Leben ist ein Pensum zum Abarbeiten; in diesem Sinne ist defunctus ein schöner Ausdruck.
Schopenhauer, Aphorismen zur Lebensweisheit

Das Leben ist ein Punkt (o. Augenblick).
la] Vita, qua fruimur brevis est.
la] Vitae brevis isthmus.

Das Leben ist ein Rad, den einen Tag dreht es sich mit dir, den anderen gegen dich.
Libanon

Das Leben ist ein Raub, das Leben eine Beute;
Wer weiß, wer's morgen nimmt
Wer's hat, genieß es heute.
Rückert, Weisheit des Brahmanen

Das Leben ist ein Schlaf: Die Greise sind die Menschen, die den längsten Schlaf getan haben - sie beginnen erst zu erwachen, wenn es ans Sterben geht.
Jean de La Bruyère, Die Charaktere

Das Leben ist ein schlechter Spaß,
Dem fehlt's an Dies, dem fehlt's an Das,
Der will nicht wenig, der zu viel,
Und Kann und Glück kommt auch ins Spiel.
Goethe, Divan - Buch der Betrachtungen

Das Leben ist ein Schwitzbad, je höher um so eher im Schweiß.
i] In den Schwitzbädern ist auf den höchsten Stufen auch die höchste Hitze.

Das Leben ist ein Sich Abmühen. Wohl dem, der nicht müde wird.
Th. Mann, an Richard Braungart, 13. 7. 1955

Das Leben ist ein sonderbarer Ring, er wird mehr wie einmal abgeschlossen und wieder begonnen von einem und demselben Geist, und doch bilden alle nur einen Kreis.
Bettina von Arnim, An Goethe (Oktober 1826)

Das Leben ist ein Spiel, in dem Gott die Karten mischt, der Teufel abhebt und wir die Stiche machen müssen.
Jugoslawien

Das Leben ist ein Spiel. Man macht keine größeren Gewinne, ohne Verluste zu riskieren.
Fliegende Blätter

Das Leben ist ein ständiger Austausch.
Yehudi Menuhin, Ich bin fasziniert von allem Menschlichen

Das Leben ist ein ständiges Nehmen und Geben zwischen uns Älteren und den nachfolgenden Generationen. Was war, wird neu durchs Weitergeben.
Heinz Rühmann

Das Leben ist ein ständiges Trunkensein - das Vergnügen geht vorüber, aber die Kopfschmerzen bleiben.
Iran

Das Leben ist ein steter Streit.

Das Leben ist ein Traum.
mhd] Allez mîn leben ist ein troum.
mhd] Irdisch leben daz ist ein troum.
mhd] Unsir leben ist ein troum.
ho] Het leven is een droom.
la] Vita hominum nil est aliud, quam fabula quaedam.

Das Leben ist ein Wind.
la] Ventus est vita mea.

Das Leben ist ein Wunder. Es kommt über mich, dass ich oftmals die Augen schließen muss.
Paula Modersohn-Becker, Briefe (26. Dezember 1900)

Das Leben ist eine Anstrengung, die einer besseren Sache würdig wäre.
Karl Kraus

Das Leben ist eine Brücke von Seufzern über einen Strom von Tränen.
Philip James Bailey

Das Leben ist eine dreckige Sache.
France, Die rote Lilie

Das Leben ist eine Dungausfuhr auf Gottes Brachfeld.

Das Leben ist eine Erfahrung, die einem Violinsolo in der Öffentlichkeit gleicht, man lernt das Instrument während des Spielens.
Samuel Butler

Das Leben ist eine ernste Angelegenheit. Ach, wenn man doch daran immer dächte, besonders in Augenblicken der Entscheidung!
Leo N. Tolstoi, Tagebücher (1901)

Das Leben ist eine Folge von Stichen ins Herz. Aber die Pflicht ist da; sie heisst: Weiter, und seine Arbeit tun, ohne die traurig zu machen, die mit uns leiden.
George Sand, an Gustave Flaubert

Das Leben ist eine fortlaufende Kette von Treulosigkeiten.
France, Die rote Lilie

Das Leben ist eine Frage des Takts, man führt allmählich an die Sache heran.
Wilde, Bunbury

Das Leben ist eine Gabe, die immer so viel Schönes, für einen selbst, und wenn man es nur will, so viel Nützliches für andere enthält, dass man sich wohl in der Stimmung erhalten kann, es nicht nur in Heiterkeit und innerer Genugtuung fortzuspinnen, sondern, dass man auch aus wahrer Pflicht alles tun muss, was von einem selbst abhängt, es zu verschönern und es sich und anderen nützlich zu machen.
W. v. Humboldt, Sentenzen für eine Freundin

Das Leben ist eine Gebirgsreise.

Das Leben ist eine große und ernste Angelegenheit, und wir alle müssen in dieser kurzen uns gewährten Frist versuchen, unsere Bestimmung zu finden und sie so gut wie möglich zu erfüllen.
L. Tolstoi, an Bernhard Shaw, 17. 8. 1908

Das Leben ist eine Illusion, hervorgerufen durch Alkoholmangel.
Charles Bukowski

Das Leben ist eine Kerze im Wind.
Japan

Das Leben ist eine Komödie für den Reichen, ein Spiel für den Narren, ein Traum für den Weisen und ein Trauerspiel für den Armen.
Scholem Alejchem

Das Leben ist eine Komödie für jene, die denken, eine Tragödie aber für jene, die fühlen.
Oscar Wilde

Das Leben ist eine Krankheit, der Schlaf ein Palliativ, der Tod die Radikalkur.
C. J. Weber, Demokritos, Kap. 12: Über komische Grabschriften

Das Leben ist eine Krankheit, die ganze Welt ein Lazarett! - Und der Tod ist unser Arzt.
Heine, Reisebilder, Die Stadt Lucca

Das Leben ist eine Leihgabe, ich danke fürs Leihen.
Knut Hamsun, Die letzte Freude

Das Leben ist eine Mahlzeit, wenn's Essen am besten schmeckt, soll man aufhören.

Das Leben ist eine Nuss. Sie lässt sich zwischen zwei weichen Kissen nicht knacken.
Arthur Miller

Das Leben ist eine Pille, die niemand von uns ohne Versüßung schlucken kann.
England

Das Leben ist eine Plünderung des inneren Menschen.
Friedrich Hebbel, Tagebücher

Das Leben ist eine Quarantäne für das Paradies.
C. J. Weber, Demokritos

Das Leben ist eine Reise mit Hindernissen.
Russland

Das Leben ist eine Treppe: Wir wissen nie, ob es mit uns aufwärts oder abwärts geht.
Fliegende Blätter

Das Leben ist eine ungleichartige, unregelmäßige, vielgestaltige Bewegung.
Michel Eyquem de Montaigne, Die Essais

Das Leben ist eine Wanderschaft, sagte der Handwerksbursche, als er funfzig Jahre gelaufen war.
en] La vie n'est qu'un passage, as the beadle said who passed his life in Burlington Arcade.
la] Vita hominis peregrinatio.

Das Leben ist eine Zwiebel, die man weinend schält.
Frankreich

Das Leben ist einfach ein verdammtes Ding nach dem anderen.
Elbert Hubbard

Das Leben ist eitel Schinderei.
la] Pati necesse est multa mortalem mala.

Das Leben ist endlich, das Faktenwissen ist unendlich.

Das Leben ist erbarmungslos. Erbarmen ist ein Gefühl, das erst der späte Mensch kennt und in seinen Aspekt der Welt hineintragen möchte, weil er sie sonst nicht erträgt.
Oswald Spengler, Urfragen. Fragmente aus dem Nachlass

Das Leben ist etwas viel zu Wichtiges, um jemals ernsthaft darüber zu reden.
Oscare Wilde, Vera oder Die Nihilisten

Das Leben ist Ewiges und Zeitliches zugleich; das Ewige ist sein Wesen, das Zeitliche seine Form oder Bildung.
Friedrich Ast, Das Wesen der Philosophie

Das Leben ist fast zu gemein, um ertragen zu werden.
Katherine Mansfield, Briefe

Das Leben ist fast zu gemein, um ertragen zu werden.
Katherine Mansfield, Briefe

Das Leben ist für die unglücklichen Arbeiter nicht viel mehr als ein Kampf gegen den Tod, ein Leiden, um sich gegen das Leiden stark zu machen.
Sully Prudhomme, Gedanken

Das Leben ist für uns das, was wir in ihm wahrnehmen.
Fernando Pessoa, Das Buch der Unruhe des Hilfsbuchhalters Bernardo Sogres

Das Leben ist gar nicht so. Es ist ganz anders.
Kurt Tucholsky

Das Leben ist geliehen Gut.

Das Leben ist Gottes Ziel mit uns.
Dietrich Bonhoeffer

Das Leben ist göttlich und der Tod entsetzlich.
Franziska Gräfin zu Reventlow, Tagebücher

Das Leben ist größer und muß immer größer bleiben als alle Kunst zusammen. Der größte Künstler ist der, der das vollkommenste Leben führt. Denn was ist Kunst ohne den sicheren Grund und Rahmen eines edlen Lebens? Die Kunst hat nur dann einen Wert, wenn sie das Leben veredelt.
Mahatma Gandhi (1869 - 1948)

Das Leben ist größtenteils gefährlich und endet tödlich.

Das Leben ist gut, wenn die anderen es nicht wissen.

Das Leben ist halb (bald) Lust, halb (bald) Trauerspiel.
la] Tragico-comoedia vita est.
la] Vita hominis comoedia, cujus ultimus actus in morte peragitur.

Das Leben ist halb vorüber, ehe wir wissen, was es ist.
England

Das Leben ist immer Gestalt. Der Tod ist das ewig Gestaltlose.
Carl Zuckmayer, Salware, Reigen von seligen Geistern

Das Leben ist jedem von uns teuer, doch wenn der Kampf einmal begonnen hat, dann darf man, um zu siegen, nichts schonen, auch das Leben nicht.
Kalinin, Stenogramm einer Rede vor Agitatoren, 22. 7. 1941

Das Leben ist kein Spaß, es eigenmächtig wegzuwerfen haben wir kein Recht, und es nach der Länge der Zeit zu messen ist ebenfalls unvernünftig.
L. Tolstoi, an S. A. Tolstaja, 30./31. 10. 1910

Das Leben ist kein Spaß, sondern eine erhabene und feierliche Angelegenheit. Man müsste immer genauso ernst und feierlich leben, wie man stirbt.
Leo N. Tulstoi, Tagebücher 1907

Das Leben ist kein Stillleben.
Oskar Kokoschka

Das Leben ist kein Über-den-Zaun Springen.

Das Leben ist keine Reise durch eine Ebene.
Russland

Das Leben ist Kriegsdienst.
la] Vita militia.

Das Leben ist kurz und die Aufgabe des Lebens umfangreich, es bleibt keine Zeit, sich gegenseitig Vorhaltungen zu machen.
L. Tolstoi, an L. J. Obolenski, 17. 10. 1886

Das Leben ist kurz und voll Verdruß: es vergeht unter lauter Wünschen; man verspart sich Ruhe und Freuden für die Zukunft, für ein Alter, wo die besten Güter dahin sind, Gesundheit und Jugend.
La Bruyère, Vom Menschen

Das Leben ist kurz und voller Blasen.
Schwarze in den USA

Das Leben ist kurz, aber die Langeweile verlängert es.
Jules Renard, Journal

Das Leben ist kurz, aber für ein Lächeln braucht man nur eine Sekunde.
Kuba

Das Leben ist kurz, das Wissen (die Kunst) lang.
en] Life is short, art is long.
la] Ars longa vita brevis.

Das Leben ist kurz, der Tod ist (= kommt) plötzlich, das Gottesgericht ist (= währt) ewig.

Das Leben ist kurz, der Wünsche sind viele.

Das Leben ist kurz, die Kunst ist lang, der rechte Zeitpunkt ist knapp bemessen, der Versuch ist trügerisch, die Entscheidung schwierig.
Hippokrates, Aphorismen
la] Vita brevis, ars longa.
lateinische Fassung von Seneca

Das Leben ist kurz, die Kunst ist lang. Hippokrates (In seinem Fache lernt man nie aus)

Das Leben ist kurz, man muss sich einander einen Spaß zu machen suchen.
Goethe, Eckermann, 9.12.1824

Das Leben ist kurz, trage nicht nach.

Das Leben ist kurz, und die Zeit ist schnell.
en] Life is short and time is swift.

Das Leben ist kurz, weniger wegen der kurzen Zeit, die es dauert, sondern weil uns von dieser kurzen Zeit fast keine bleibt, es zu genießen.
Rousseau, Emile

Das Leben ist kurz, wenn man nur die Zeit des Glücks Leben heisst.
La Bruyère, Vom Herzen

Das leben ist lang und kurtz, danachs einer ergreiffet.
la] Vita misero longa, felici brevis.

Das Leben ist lang, ohne Prügel kommt man nicht durch.

Das Leben ist mehr als die Kleidung.
dä] Livet er kierere end klæderne, ja end og god set.

Das Leben ist mir feil.
i] Lebensüberdruss.
Jüdisch-deutsch] Es is mir mies vor mein' Chajjes.

Das Leben ist Mühe und Arbeit, klagt der Träge; der Tätige spricht freudigen Mutes: Mühe und Arbeit ist Leben.

Das Leben ist nicht die Arbeit wert, die man sich macht, es zu erhalten.
Büchner, Dantons Tod

Das Leben ist nicht im Tier, sondern das Tier ist Leben.
Oswald Spengler, Urfragen. Fragmente aus dem Nachlass

Das Leben ist nicht in einem einsamen Hotelzimmer, nicht am Schreibtisch des Berufsschriftstellers, nicht inmitten von Büchern, nicht in Gesprächen zu finden - das Leben ist dort, wo diejenigen, die man beschreibt, es schaffen, jenes gemeine und herrliche, jenes gewaltige und kleinliche, jenes niederträchtige und großmütige Leben.
Serafimowitsch, In dunkler Nacht

Das Leben ist nicht leicht! Eine komplizierte und kostspielige Sache!.. Man braucht zu allem Geld...
Flaubert, an George Sand, 1867

Das Leben ist nicht mehr als ein Traum - aber weck mich nicht auf!
Jiddisch

Das Leben ist nicht nur Bier und Kegelspiel.
en] Life is not all beer and skittles.

Das Leben ist nicht Suche nach Erfahrungen, sondern nach sich selbst. Hat man seine eigene Grundsicht entdeckt, so merkt man, dass sie sich mit dem eigenen Schicksal genau zusammenfügt, und findet Frieden.
Cesare Pavese

Das Leben ist niemals gerecht...
Oscar Wilde, Der ideale Gatte

Das Leben ist nur dem an steten Wonnen reich,
Der froh bewußt es sich und andern lebt zugleich.
Rückert, Weisheit des Brahmanen

Das Leben ist nur ein Gasthaus, und wir sind die Vorüberreisenden. England

Das Leben ist nur ein kurzer Traum.
la] Vita somnium breve.

Das Leben ist nur ein physikalisches Phänomen.
Ernst Haeckel

Das Leben ist nur ein Wirtshaus, und wir sind die Gäste.
en] This life is but an inn, and we are the passengers.

Das Leben ist nur eine Scheidemünze,
Das einen Wert allein durch das erhält,
Für was man's hingibt.
Grillparzer, Alfred der Große

Das Leben ist ohne Ziel unstet.
la] Vita sine proposito vaga est. Seneca

Das Leben ist Poesie.
Gladkow, Das Birkenwäldchen

Das Leben ist Prosa und kalte Berechnung.
Tschernyschewski, Was tun?

Das Leben ist schließlich nichts anderes als eine Gewohnheit, die man - nach allen übrigen Gewohnheiten - aufgeben muss.
Marcel Jouhandeau

Das Leben ist schon halb vorbei, eh' man weiß, was Leben sei.

Das Leben ist schön, aber kostspielig.
ndt] 'S Leaba ist schö, aber koschpielig. Ulm

Das Leben ist schön, ein bisschen schmerzhaft.

Das Leben ist schwer aus Einfachheit.
Rainer Maria Rilke

Das Leben ist seiner innersten Beschaffenheit nach ein Drama, denn es besteht aus einem leidenschaftlichen Kampf mit den Dingen und überdies mit unserer Anlage, dem Kampf, durch den wir in Wirklichkeit zu werden suchen, was wir im Entwurf sind.
José Ortega y Gasset

Das Leben ist so kurz wie der Schlaf.

Das Leben ist so kurz, das Glück so selten,
So großes Kleinod, einmal sein statt gelten!
Droste-Hülshoff, an Levin Schücking

Das Leben ist so kurz, und das Gute wirkt so langsam.
Goethe, Aufgeregten A IV Sz 7 (Gräfin)

Das Leben ist so langweilig und ermüdend, weil wir es, wie Roman-Schmieranten, in die epische Breite ziehen, weil wir das Getue und Gerede, dessen es voll ist, nicht zu kürzen und seinen wässerigen Inhalt nicht zu komprimieren verstehen.
Polgar, Striche

Das Leben ist so mannigfach, so reich,
Der Mensch nimmt so verschiedenartge Richtung,
Dass auch im heitem Abendspiel der Dichtung
Sich der Gemüter Wettkampf wird entspinnen.
Goethe, Nachspiel zu Ifflands Hagestolzen 5. Gruppe (Margrete)

Das Leben ist so teuflisch kunstvoll eingerichtet, dass man, ohne hassen zu können, auch nicht ehrlich lieben kann.
Maxim Gorki (1868-1936), Wladimir Iljitsch Lenin

Das Leben ist ständige Schöpfung, das heisst Hervorbringung neuer, höherer Formen.
Leo N. Tolstoi, Tagebücher (1900)

Das Leben ist stümperhaft, allein die Kunst ist kunstvoll - und deshalb von nachhaltiger Wirkung.
Ralph-Rainer Wuthenow, Muse, Maske, Meduse

Das Leben ist süß.
i] Nach Goethe eine angenehme Gewohnheit.
en] Life is sweet.
ho] Het leven is zoet.

Das Leben ist unberechenbar und abenteuerlich; es ist nur ein Spiel des Zufalls, dass unsereiner kein Polarforscher geworden ist.
Capek, Die Reise nach dem Norden

Das Leben ist unbeständig.
la] Varia vita est.

Das Leben ist unermesslich lange, so lang man noch jung ist. Man meint immer, noch recht viel vor sich zu haben und erst einen kurzen Weg gegangen zu sein. Darum schiebt man auf, stellt dieses und jenes zur Seite, um es später vorzunehmen. Aber wenn man es vornehmen will, ist es zu spät, und man merkt, dass man alt ist.
Adalbert Stifter, Der Hagestolz

Das Leben ist unvollkommen und muss daher bis zur Neige ausgelebt werden.
Peter Ustinov, Peter Ustinovs geflügelte Worte

Das Leben ist Veränderung, und ohne Erneuerung ist es unbegreiflich.
Nikolai Berdjajwe

Das Leben ist viel wert, wenn man's verachtet.
Kleist, Familie Schroffenstein, IV, 5 (Ottokar)

Das Leben ist voll eitler Sorgen.
la] O curas hominum! o quantum est in rebus inane. Persius

Das Leben ist voller Überraschungen.
Tschechow, Der Tod des Beamten

Das Leben ist warm und kalt der Tod.

Das Leben ist weder ein Vergnügen noch ein Schmerz, sondern eine ernste Angelegenheit, mit welcher wir beauftragt sind und die wir zu unserer Ehre führen und vollenden müssen.
Tocqueville, Aus einem Fragment in seinem Nachlaß

Das Leben ist weder Zweck noch Mittel, das Leben ist ein Recht.
Heinrich Heine, Verschiedenartige Geschichtsauffassung

Das Leben ist wie die Grammatik: die Ausnahmen sind häufiger als die Regeln.
Remy de Gourmont

Das Leben ist wie ein geschicktes Zahnausziehen. Man denkt immer, das Eigentliche solle erst kommen, bis man plötzlich sieht, dass alles vorbei ist.
Bismarck

Das Leben ist wie eine Flamme, die genährt wird und lodert. Ob Pflanze oder Tier: Der Kreislauf warmer Säfte, besonders das Blut, ist ein Sinnbild des Feuers. In der Wärme entzündet sich der Lebenskeim Zeugung.
Oswald Spengler, Urfragen. Fragmente aus dem Nachlass

Das Leben ist wie eine Klobrille: man macht viel durch.

Das Leben ist wie eine Panik im Theater, das brennt. Jeder sucht den Ausgang, keiner findet ihn, jeder schlägt jeden, und wer fällt, hat Pech, er wird sofort zertrampelt.
Jean-Paul Sartre

Das Leben ist wie salziges Wasser: je mehr man davon trinkt, desto durstiger wird man.
Russland

Das Leben ist wohl schön, wenn es menschenwürdig gelebt wird.

Das Leben ist wunderbar, zickzacksprüngig, kein Einmaleins...
F. Wolf, Kolonne Hund

Das Leben ist wundervoll. Es gibt Augenblicke, da möchte man sterben. Aber dann geschieht etwas Neues, und man glaubt, man sei im Himmel.
Edith Piaf

Das Leben ist zu kurz für viele Proben, was unten wird gefehlt, das wird gerichtet oben.
la] Regula virtutum pulcherrima vita docentis.

Das Leben ist zu kurz, doch es wäre absolut schauderhaft, wenn es zu lang wäre.
Peter Ustinov, Peter Ustinovs geflügelte Worte

Das Leben ist zu kurz, um lange nachzudenken.
Jean Anouilh

Das Leben ist zu kurz, um minderwertige Bücher zu lesen. England

Das Leben ist zu kurz, um schlechte (o. minderwertige) Bücher zu lesen.
en] Life is too short for reading inferior books.

Das Leben ist zur Arbeit, im Grabe können wir lange genug ruhen.
ho] Die u heeft gegund het leven, dien moet ge ook de tiende geven.
ho] Het leven is, om te arbeiden; als de dood komt, kunt gij lang genoeg slapen.
la] In vita nulla est intercapedo miseriae. Cicero

Das Leben ist
Nur ein Moment, der Tod ist auch nur einer.
Friedrich Schiller, Maria Stuart (Mortimer)

Das Leben jedes bedeutenden Menschen, das nicht durch einen frühen Tod abgebrochen wird, lässt sich in drei Epochen teilen, in die der ersten Bildung, in die des eigentümlichen Strebens und in die des Gelangens zum Ziele, zur Vollendung.
Goethe, Geschichte der Farbenlehre 5. Abt.. Allgemeine Betrachtungen

Das Leben junger Leute spielt sich im allgemeinen in einer Art von lärmerfüllter und exklusiver Absonderung ab,... allgemeine Wahrheiten fangen sie rasch auf, versagen aber fast immer infolge einer falschen Vorstellung über ihre praktische Anwendungsmöglichkeit.
Herzen, Memoiren und Reflexionen, Die freie russische Druckerei und 'Die GLocke'

Das Leben kann kein anderes Ziel haben als das Glück, Freude. Nur dieses Ziel - Freude - ist des Lebens völlig würdig. Verzicht, das Kreuz, Hingabe des Lebens, alles für die Freude.
Leo N. Tolstoi, Tagebücher (1892)

Das Leben kann sich nicht ausdehnen, vervielfältigen, bereichern, ohne sich zu ordnen.
Adam Heinrich Müller, Die Lehre vom Gegensatze

Das Leben kann und soll im Alter immer schöner und großartiger werden, leichter aber wird es nicht.
Carl Hilty, Für schlaflose Nächte

Das Leben kehrt ebensogut in der kleinsten Maus wie im Elefantenkoloß ein und ist immer dasselbe, so auch im kleinsten Moos wie in der größten Palme.
Goethe, F.v.Müller, 2.7.1830

Das Leben lässt sich definieren als der Zustand eines Körpers, darin er, unter beständigem Wechsel der Materie, seine ihm wesentliche (substanzielle) Form allezeit behält.
Arthur Schopenhauer, Zur Philosophie und Wissenschaft der Natur

Das Leben lässt sich nicht nur an den Pluspunkten, sondern auch an den Minuspunkten studieren.
Anton P. Tschechow, Briefe (23. Dezember 1888)

Das Leben läuft fast ab wie in Bankett: Ich bin mittlerweile leider beim Käse angelangt, aber er schmeckt mir auch.
Edvard Grieg

Das Leben lebt erst jenseits des Grabes.
Edward Young, Nachtgedanken

Das Leben lebt man dam Glück gemäß, das Essen isst man der Ernte gemäß.

Das Leben lehret jedem, was er sei.
Goethe, Tasso A II Sz 3 (Antonio) Vs 1293

Das Leben lehrt uns, weniger mit uns
Und andern streng zu sein; du lernst es auch.
Goethe, Iphigenie A IV Sz 4 (Pylades) Vs 1654

Das Leben lehrt uns, wenn nichts anderes so jedenfalls, langsam zu gehen.
Finnland

Das Leben lehrt, aber des Lebens Belehrung ist bitter-bitter.

Das Leben leicht tragen und tief genießen ist ja doch die Summe aller Weisheit.
W. v. Humboldt, an Karoline, 6. 6. 1804

Das Leben lob' am Ende und am Abend klatsch' in die Hände.

Das Leben mischt uns durcheinander wie die Spielkarten, und nur rein zufällig und für ganz kurze Zeit kommen wir mal an unsern rechten Platz!
Maxim Gorki, Verlorene Menschen

Das Leben misshandelt, wie es Kinder tun, den der Furcht zeigt, und es huldigt und gehorcht dem, der sich ihm stellt.
Martí, Feldtagebuch I, 1. 3. 1895

Das Leben misst nur eine Spanne, aber die Hoffnung geht darüber hinaus.
la] Vitae summa, brevis spem nos vetat inchoare longam. Horaz

Das Leben mit seinen verschiedenen Epochen ist eine Schatzkammer. Wir werden reich in jedem Gewölbe beschenkt, wie reich, das erkennen wir erst beim Eintritt in das nächste Gewölbe.
Friedrich Hebbel

Das Leben muss eine unaufhörliche Erziehung sein, man muss alles lernen, vom Sprechen bis zum Sterben.
Flaubert, an George Sand, 1869

Das Leben muss für die Besten ein Traum sein, der sich Vergleichen entzieht.
Fernando Pessoa, Das Buch der Unruhe des Hilfsbuchhalters Bernardo Sogres

Das Leben muss man kauen,
das Dasein ist ein Priem.
Tucholsky, Der Priem

Das Leben muss man leben, die Schlange muss man erschlagen.

Das Leben muss wie ein kostbarer Wein mit gehörigen Unterbrechungen Schluck für Schluck genossen werden. Auch der beste Wein verliert für uns allen Reiz, wir wissen ihn nicht mehr zu schätzen, wenn wir ihn wie Wasser hinunterschütten.
Ludwig Feuerbach, Abälard und Héloïse

Das Leben nahm nun einmal keine kleinliche Rücksicht. Es forderte Beweglichkeit, und wo es sich in seiner ganzen Gewalt aufrichtete, sprengte es alle Regeln und Gewohnheiten.
Pontoppidan, Hans im Glück

Das Leben nehmen ist leicht, aber wer will es wiedergeben.

Das Leben ohne freude ist wie ein weiter Weg ohn eine Herberge.
la] Vita sine festivitate est longa via sine diversoriis.

Das Leben schafft Ordnung, aber die Ordnung bringt kein Leben hervor.
Antoine de Saint-Exupéry

Das Leben schenkt, wer es nicht nimmt.
la] Dat, qui non aufert.

Das Leben schien in der Hauptsache sich darnach einzurichten, durch Tätigkeit Vergessen zu spenden.
Becher, Abschied

Das Leben schmeckt mir fad wie ein nutzloses Medikament.
Fernando Pessoa, Das Buch der Unruhe des Hilfsbuchhalters Bernardo Soares

Das Leben sei so hübsch, dass man völlig für gleichgültig achten könne, wem man es zu verdanken habe: denn es schriebe sich doch zuletzt von Gott her, vor welchem wir alle gleich wären.
Goethe, Dichtung und Wahrheit I,2

Das Leben selbst ist als Entfernung von Gott eine Art habituelle Buße, in deren Tiefen eine natürliche Hoffnung auf Sündenvergebung ruht.
Franz Werfel, Zwischen Oben und Unten

Das Leben selbst wird schon zeigen.

Das Leben soll der Lehre gleichen.
dä] Lev som du lærer.

Das Leben soll kein uns gegebener, sondern ein von uns gemachter Roman sein.
Novalis, Fragmente

Das Leben soll sein wie ein stetiges, sichtbares Licht.
Katherine Mansfield, Tagebücher

Das Leben steht auf dem Spiel
en] his life is at stake
fr] il y va de la vie - la vie est en jeu
it] ne va della vita - è in gioco la vita

Das Leben stellt uns die Wahl frei, ob wir als Philosophen ein für allemal belehrt oder als Tiere allmählich dressiert werden wollen.
Heimito von Doderer, Repertorium

Das Leben strömt zum Tod wie zum Meer der Fluß.
Denn Leben ist süß, Sterben bitter.
la] Ad mortem sic vita fluit velut ad mare flumen.
Vivere nam res est dulcis, amara mori.

Das Leben täuscht uns lange,
Du zeigst, der Schminke bar,
Des Lebens welke Wange;
O Schmerz, wie bist du wahr!
Lenau, Der Schmerz

Das Leben tröstet uns über den Tod, und der Tod über das Leben.
Theodore Jouffroy, Das grüne Heft

Das Leben tut dem Schatten gleichen, wann's am besten ist, so tut's weichen.
la] Vita breuis, uelut umbra leuis sic annihilatur, sic uadit, subitoque cadit dum stare putatur.
sd] Lifwet är blott ett långods.

Das Leben übersteigt unendlich alle Theorien, die man in Bezug auf das Leben zu bilden vermag.
Boris Pasternak, Über Kunst und Leben

Das Leben übt stets Vergeltung
An denen, die es verneinen...
Cernuda, Spanisches Diptychon

Das Leben um der Erkenntnis willen ist vielleicht etwas Tolles: aber doch ein Zeichen von Frohmütigkeit. Der Mensch dieses Willens ist so lustig anzusehen wie ein Elefant, welcher versucht, auf seinem Kopfe zu stehen.
Nietzsche, Nachlaß (Unschuld des Werdens)

Das Leben und die Bücher lassen mich nach und nach bedrückende Geheimnisse ahnen.
P. Neruda, Ich bekenne, ich habe gelebt

Das Leben unseres Leibes ist nur ein fortdauernd gehemmtes Sterben, ein immer aufgeschobener Tod: ebenso ist die Regsamkeit unseres Geistes eine fortdauernd zurückgeschobene Langeweile.
Schopenhauer, Die Welt als Wille und Vorstellung

Das Leben verdient sich den Tod.
Polgar, Zwei alte Herren im Gespräch

Das Leben vergisst manchen, der Tod keinen.
Danilo Kis

Das Leben verlangt nach allem, was erforscht, erfasst, gemessen und gewogen werden kann, den Glauben dagegen betrifft all das, was kein Verstand in begreifen vermag.
A. H. Tammsaare, Satan mit gefälschtem Paß

Das Leben verläuft in Gleisen, die dauernd ausgebessert werden müssen.
Wojnar, Aphorismen

Das Leben verlieren ist keine große Sache, aber zuschauen, wie der Sinn des Lebens aufgelöst wird, das ist unerträglich.
Albert Camus

Das Leben verschwind't, wie Rauch im Wind.
la] Ipsum quod vivît veluti rapidissimus amnis, qui sursum exoriens semper ad ima fluit.

Das Leben versteht man nur im Rückblick. Gelebt werden aber muss es vorwärts.
Lothar Schmidt

Das Leben verstreicht, während es sich verlängert.
la] Dum differtur, vita transcurrit.

Das Leben vieler Menschen besteht aus Klatschigkeiten, Tägigkeiten, Intrige zu momentaner Wirkung.
Goethe, Maximen und Reflexionen 917

Das Leben von dreien ist kein Leben mehr: wer auf den Tisch eines andern hofft, wer unter der Herrschaft seiner Frau steht und wer mit körperlichen Leiden behaftet ist.
Hebräer
fr] Mets ta vie pour ton honneur et tous deux pour ton créateur.
la] Vita et fama pari passu ambulant.
sd] Lif och ära bör man hålla lika kära.

Das Leben von Gott, das Essen von Hof.
la] Equus me portat, alit me rex.

Das Leben wagt der Mut, nicht das Gewissen.
Schiller, Wallensteins Tod, IV, 6 (Gordon)

Das Leben wäre ein ewiges Verbluten, wenn nicht die Dichtkunstwäre. Sie gewährt uns, was die Natur versagt: eine goldene Zeit, die nicht rostet, einen Frühling, der nicht abblüht; wolkenloses Glück und ewige Jugend.
Börne, vermischte Aufsätze: Denkrede auf Jean Paul

Das Leben wäre unerträglich, wenn wir uns seiner bewusst würden.
Fernando Pessoa, Das Buch der Unruhe des Hilfsbuchhalters Bernardo Soares

Das Leben Welt ist wie eine Hühnerleiter: von oben bis unten beschissen.

Das Leben will keine Zeit verlieren.
B. V. Arnim, an Clemens Brentano

Das Leben wird der Tod verschlingen
Und ein Gesetz der Liebe sein.
Geibel, Die Sehnsucht des Weltweisen

Das Leben wird gegen Abend, wie die Träume gegen Morgen, immer klarer.
Karl Julius Weber, Demokritos, Das Alter, Schluss

Das Leben wird immer reicher, je wackliger man wird...
Döblin, Male, Mühle, male

Das Leben wird nach den Taten gemessen, nicht nach den Tagen.
Metastasio

Das Leben wird niemandem als Eigentum, allen aber zum Gebrauch gegeben.
Lukrez, Von der Natur

Das Leben wird schon lehren (o. zeigen).

Das Leben wirkt mehr als die Lehre.
i] Wir folgen in unsern Handlungen mehr dem Beispiel anderer als deren Vorstellungen.
dä] Vi leve ei efter forskrifter, men exempler.

Das Leben wohnt in jedem Sterne:
Er wandelt mit den andern gerne
Die selbsterwählte reine Bahn;
Im innern Erdenball pulsieren
Die Kräfte, die zur Nacht uns führen
Und wieder zu dem Tag heran.
Goethe, Zahme Xenien

Das Leben wurde uns nicht verliehen, um ganz im Streben nach dem aufzugehen, was wir zurücklassen müssen, wenn wir sterben.
Smiles, Die Sparsamkeit

Das Leben zu beschleunigen, ist eine böse Tat. Die beiden heilkräftigsten Elemente werden dabei unterdrückt: die Vergeßlichkeit und die Faulheit.
Jean Giraudoux

Das Leben zusammen mit der Schwiegertochter ist wie einen Schafshals scheren und wie Sackleinen weben und das Weben beenden.
Estland

Das Leben, das die meisten führen, zeigt ihnen, bis sie's klar erkennen:
Man kann sich auch an offenen Türen den Kopf einrennen!
Erich Kästner

Das Leben, das in allen existierenden Dingen wirkt, können wir uns weder in seinem Umfange noch in allen seinen Arten und Weisen, durch welche es sich offenbart, auf einmal denken.
Goethe, Kristallisation und Vegetation

Das Leben, das ist die Unvorstellbarkeit des Todes.
Johannes Urzidil

Das Leben, das sterben muss, der Leib, der leiden muss, sind bei allen Menschen gleich.

Das Leben, es mag sein, wie es will, ist ein Glück, das von keinem anderen übertroffen wird.
Leo N. Tolstoi, Tagebücher (1902)

Das Leben, Gott sei Dank, ist kein Tummelplatz großer Gefühle, sondern eine Alltagswohnstube, drin das so genannte Glück davon abhängt, ob man friert oder warm sitzt, ob der Ofen raucht oder guten Zug hat.
Theodor Fontane, Briefe

Das Leben, so gemein es aussieht, so leicht es sich mit dem Gewöhnlichen, Alltäglichen zu befriedigen scheint, hegt und pflegt doch immer gewisse höhere Forderungen im stillen fort und sieht sich nach Mitteln um, sie zu befriedigen.
Goethe, Maximen und Reflexionen 164

Das Leben, weiß ich,
Behauptet ewig vor dem Tod sein Recht,
Und rascher, wo das Schicksal mächtig drängt,
Erlischt der Anspruch der Vergangenheit.
Geibel, Sophonisbe, IV, 2

Das Leben, welches wir von unsern Eltern empfingen, ist ein heiliges Unterpfand, das wir unsern Kindern wieder mitteilen sollen. Das ist ein ewiges Gesetz der Natur, auf welches sich ihre Erhaltung gründet.
Heinrich von Kleist, an Ulrike von Kleist, Mai 1799

Das Leben, wie es eilig flieht,
Nehmt ihr genau und stets genauer,
Und wenn man es beim Licht besieht,
Gnügt euch am Ende schon die Dauer.
Goethe, Faust II, Paralipomena - Bruchstücke

Das Leben... ist einfach eine mauvais quart d'heure, garniert mit köstlichen Augenblicken.
Oscar Wilde, Eine Frau ohne Bedeutung

Das Leben: ein langes Verfahren, müde zu werden.
Samuel Butler

Das lebende Publikum gleicht einem Nachtwandler, den man nicht aufwecken soll, er mag noch so wunderliche Wege gehen, so kommt er doch endlich wieder ins Bette.
Goethe, Schriften zur Literatur - Nach Berlin

Das Lebend'ge will ich preisen,
Das nach Flammentod sich sehnet.
Goethe, Divan - Buch des Sängers - Selige Sehnsucht

Das Lebendige eines Gemäldes entspringt aus der Ausführlichkeit, das Ausführliche jedoch wird durchs Einzelne dargestellt, und wo will man Einzelnes finden, wenn die Teile zum Allgemeinen erweitert sind ?
Goethe, Schriften zur Kunst - Über Leonardo da Vincis Abendmahl - Neueste Kopie

Das lebendige Gesetz ist der König.
i] Das Staatsoberhaupt als Vertreter der Gesamtheit

Das Lebendige hat die Gabe, sich nach den vielfältigsten Bedingungen äußerer Einflüsse zu bequemen und doch eine gewisse errungene entschiedene Selbständigkeit nicht aufzugeben.
Goethe, Maximen und Reflexionen 1253

Das lebendige Leben muss etwas unglaublich Einfaches sein, das Alltäglichste und Unverborgenste, etwas Tagtägliches und Allstündliches, etwas dermaßen Gewöhnliches, dass wir einfach nicht glauben können, dieses Einfache könnte es sein, und deshalb gehen wir schon so viele Jahrtausende an ihm vorüber, ohne es zu bemerken und zu erkennen.
Fjodor M. Dostojewski, Der Jüngling

Das Lebendige legen auf'n Toten.
Jüdisch-deutsch, Warschau
i] Das Lebendige für das Tote wagen, Gewisses für Ungewisses geben.

Das Lebendige muss man ergreifen und üben, aber im stillen, sonst wird man gehindert und hindert andere.
Goethe, Wanderjahre III,3

Das Lebendige schon muss man schätzen. Alle Literatur, italienische, französische, deutsche, ist wie eine Gestaltung aus dem Wasser zu Mollusken, Polypen und dergleichen, bis endlich einmal ein Mensch entsteht.
Goethe, Riemer, Mitte November 1810

Das lebendige Wort bewirkt viel.
la] Multum viva vox facit.

Das lebendige Wort lehrt.
la] Viva vox docet.

Das Lebenslicht ausblasen

Das Lebensziel des Menschen besteht darin, auf jedwede Weise zur allseitigen Entwicklung alles Bestehenden beizutragen.
Leo N. Tolstoi, Tagebücher (1847)

Das lebhafte poetische anschauen eines beschränkten Zustandes erhebt ein Einzelnes zum zwar begrenzten, doch unumschränkten All, so dass wir im kleinen Raume die ganze Welt zu sehen glauben.
Goethe, Schriften zur Literatur - Des Knaben Wunderhorn

Das Leck ist leicht (schon noch) zu stopfen.
ho] Hij zai het lek wel stoppen.

Das Leck ist nicht zu stopfen.
ho] Dat lek is niet te stoppen.

Das Leder beim Schuster, das Tuch beim Schneider kaufen.

Das Leder klagt, ehe die Ratte es angreift.
Persien

Das Leder stehlen und die Schuhe um Gottes Willen geben (ist ein schlechter Gottesdienst).
i] So wurde 1825 in Paris der größte Teil der Pacht für die Spielbanken zur Unterstützung der Kirchen und Hospitäler verwandt.

Das leere Haus ist das Besitztum der Wespe.
Hindi, Indien

Das leere Haus ist voll von Lärm.
i] Von leerer Betriebsamkeit

Das leerste Märchen hat für die Einbildungskraft schon einen hohen Reiz, und der geringste Gehalt wird vom Verstande dankbar aufgenommen.
Goethe, Dichtung und Wahrheit II,10

Das Lehn ist der Ritter Sold.
[RSpW]
i] Dadurch unterscheidet sich das Lehn aufs deutlichste von der Satzung, dass sich jenes auf ein Treu- und Dienstverhältnis zwischen Herr und Mann gründet. Satzung verlangt keine Dienstleistung durch Mannschaft, aber Lehn soll dem nicht zustehen, der den Dienst nicht tragen kann, denn es ist ein Sold der Ritterschaft.
mhd] Das lehen ist der rittere sold.

Das Lehnssystem war es, in welchem die ärgste Sklaverei und ausgelassene Freiheit unmittelbar nebeneinander existierte.
Wilhelm von Humboldt, Ideen über Staatsverfassung

Das lehr uns,
Dass eine Gottheit unsre Zwecke formt,
Wie wir sie auch entwerfen.
Shakespeare, Hamlet, V, 2 (Hamlet)

Das Lehramt des Petrus
la] cathedra Petri

Das Lehren ist wie das Segeln; der Wind und die Segel treiben das Boot voran; der Segler muss es steuern und führen. Der Lehrer darf niemals vergessen, dass nicht er alle wichtigen Entscheidungen trifft und die Anregungen nicht nur von ihm ausgehen; er darf den Schüler nicht beherrschen wollen.
Yehudi Menuhin, Ich bin fasziniert von allem Menschlichen

Das Leichentuch hat keine Tasche.
tü] Kefenin cebi yok.

Das Leichte schwimmt oben.

Das Leid bricht nieder Scheffel voll und geht von hinnen Zoll um Zoll.
sp] El mal entra a brazadas y sale a pulgaradas.

Das Leid geht bei ihm im Chor ein.

Das Leid ist unendlich, die Freude hat ihre Grenzen.
Honoré de Balzac (1799-1850), Die Lilie im Tal

Das Leid ist unendlich, es nimmt alle Formen an. Bald ist es durch die blinde Willkür der Geschehnisse bedingt: Unglück, Krankheit, Ungerechtigkeit des Geschicks, Schlechtigkeit der Menschen; bald hat es seinen tiefsten Grund im eigenen Wesen.
Rolland, Das Leben Michelangelos

Das Leid liebt uns und heftet sich an uns. Man muss es lieben, wenn man das Leben ertragen will.
France, Aufruhr der Engel

Das Leid über ein tot Weib währt nicht lange.

Das Leid, das einer mit freuden angehet, kommt ihm desto leichter an.

Das Leid, das man verborgen wahrt, ist leichter zu ertragen;
Doch meiner Frau Gesicht und Art verrät mich, nicht mein Klagen:
Ihr Geld ist gut, sonst alles schlecht; seid klug, hier könnt ihr's sehen:
Ich dien wie ein gefangner Knecht.
Caecilius, Plocium

Das Leiden der vielen ist ein Trost für den Narren.
Mexiko

Das Leiden geht dahin, wo man es am bequemsten bettet.
Spanien

Das Leiden grade ist unsere größte Hoffnung. Denn es ist der Sehnsuchtsschrei der Unvollkommenheit, der von ihrem Glauben an Vollkommenheit zeugt wie der Schrei des Kindes von dem Glauben an die Mutter.
Tagore, Persönlichkeit

Das leiden ist heylig, wers kent.

Das Leiden ist ja die einzige Ursache der Erkenntnis.
Dostojewski, Aufzeichnungen aus dem Untergrund

Das Leiden ist, von der einen Seite betrachtet, ein Unglück und, von der anderen betrachtet, eine Schule.
Samuel Smiles, Charakter

Das Leiden kommt ungewollt, Krankheit ohne Hilfe.
Estland

Das Leiden selber ist ein Arzt.

Das Leiden, Kreuz, bös Weib und Sünd, wern offtmals gut, wenn mans verstünd.

Das Leidende und Geschwächte ist keiner Abhärtung fähig.
Arthur Schopenhauer, Aphorismen zur Lebensweisheit

Das Lernen aus den Büchern ist nichts ohne Lernen aus der Praxis.
Becher, Kühnheit und Begeisterung

Das Lernen enthält die Irrtümer der Vergangenheit wie auch ihre Weisheiten.
Alfred North Whitehead (1861 - 1947)

Das Lernen hat kein Narr erfunden.

Das Lernen ist für den Reichen wie feine Kleider, und für den Armen wie Reichtümer.
Insel Man

Das Lernen ist schwer, das Können (ist) leicht.

Das Lesen aber ist für mich... lebensnotwendig, einmal um geistiger Beschränktheit vorzubeugen; zweitens ist es notwendig, um kennenzulernen, was andere gefunden haben, drittens, um das Gefundene beurteilen und über das, was noch zu finden ist, nachdenken zu können. Das Lesen führt dem Geist neue Nahrung zu und erfrischt uns, wenn wir von wissenschaftlicher Arbeit erschöpft sind, ist allerdings mit neuer wissenschaftlicher Arbeit verbunden.
Seneca, Mächtiger als das Schicksal

Das Lesen ist ein durch nichts zu ersetzender Prozess, um durch aktive Teilnahme an Weltgeschehen seine eigene Innenwelt zu finden.
Fliegende Blätter

Das Lesen kann dem Menschen dazu dienen, seinen Kopf mit gediegenen Kenntnissen anzufüllen, seinen Geist zu bereichern, seine Vorstellungen zu erweitern und zu berichtigen und sein Urteil durch ständige Übung im Nachdenken über die Gedanken des anderen zu festigen.
M. Grimm, Die Kunst des Lesens

Das Letzte des Beweises: die Überzeugung, ist kein Gedanke, sondern ein Gefühl, nämlich, dass das, was dem Verstande bewiesen worden ist, auch den übrigen Faktoren der menschlichen Existenz nicht widerspreche, ihnen genehm sei.
Grillparzer, Studien zur Philosophie und Religion

Das letzte Geißlein schlachten, damit das Mäglein satt werde.

Das letzte Geschäft tötet das erste.
[RSpW]
i] Jede spätere letztwillige Verfügung hebt die frühere auf

Das letzte Hemd hat keine Taschen.
i] Geizen ist nutzlos

Das letzte kalte Wasser gibt die Tochter.
Estland

Das letzte Kind bringt immer die Mutter um.
Jamaika

Das letzte Kind ist des Backtroges Brotteigrest.
Estland

Das letzte Lachen ist besser als das erste.

Das letzte Lamm der Herd' wird vom Wolf zuerst verzehrt.
dä] Det lam som er bagest, er helst for ulfen.

Das letzte Liedlein singen.
ho] Dat laatste liedje zingen.

Das letzte Loch des Fuchses ist des Pelzhändlers Laden.

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