Weisheiten 64


Das ist nicht nach seinem Kopfe.
fr] Cela n'est pas à ma poste.

Das ist nicht nach seinem Munde.
ho] Het is niet naar zijnen mond.

Das ist nicht recht fischen biss auff den Grad.

Das ist nicht Siefke, seggt Pastor Rehfeld, das ist bloß sein Futteral.
Stargard
i] Rehfeld war um das Jahr 1820 Pastor der dicht bei Stargard gelegenen Dörfer Hansfelde, Schwendt und Zarzig. Der sprichwörtlich gewordene Ausspruch soll authentisch aus der am Grabe des zarziger Bauern Siefke gehaltenen Leichenrede sein.

Das ist nicht so uneben.
i] Nicht so übel, es geht an.

Das ist nicht so viel wert als ein Mückenauge.
z] Was dar mer inne gehandelt von dogeden, schall niner muggen oge wert sin.

Das ist nicht so viel wie eine Murmel im Entenarsch.
ndt] Dat is net so völ as 'n Knicker in Antjem'ös Èrs.

Das ist nicht Undank, was die Not gebeut. -
Es bleibt wohl Undank, nur die Not entschuldigt.
Goethe, Iphigenie A IV Sz 4 (Pylades, Iphigenie) Vs 1645

Das ist nicht von Blei.
i] Nicht wertlos, unrecht, falsch

Das ist nicht von Scheißbeerholz.
Thüringen
i] Um zu sagen, dass etwas von guter Beschaffenheit ist, weil das genannte Holz (Viburnum opulus L.), auch Bach- oder Wasserhollunder, nur geringen Wert hat.

Das ist nicht von Stroh.
ho] Dat is niet van stroo.

Das ist nicht vor den Arsch zu flicken.
Niederlausitz
i] Der Flicklappen auf dieser Stelle kann von geringerem Werte sein, als einer auf die Vorderseite bestimmte.

Das ist nicht wahr, sagte der Krebs, als die Schwalbe von ihrer Reise erzählte.
i] Wenn jemand dem widerspricht, wovon er gar nichts weiß und nichts wissen kann, weil er nicht zugegen gewesen.

Das ist nicht weit her.
z] Es ist aber schon vorlängst eine allgemeine Sucht eingerissen, der Art, dass diejenigen, so davon krank ligen, weit von ihrem Vatterland gebürtig zu sind wünschen. Diese wurde so hefftig, dass auch aus selbiger ungereimten Torheit ein Sprichwort entsprungen, welches man zu denen gesagt, die man verachten wollen, nemlich: Du bist nit weit her. Grimmelshausen, Teutscher Michel

Das ist nicht wert, dass mans für ein ollen Ofenloch flickte.

Das ist nicht zum Aushalten.
la] Ne bestiae quidem ferre poßent. (Cicero.)

Das ist nichts als eitel Hokuspokus.
ho] Hocus pocus pas, zei de kwakzalver; die niet en ziet, is blind.

Das ist nichts für kleine Kinder.
i] Abfertigung neugieriger Leute.

Das ist nichts für meiner Mutter Sohn.
i] Ist nicht für mich, sagt mir nicht zu.

Das ist Nipperwiese, wo der Hund mit dem Hintern kräht.
Oderbruch
i] Ein Dorf im Regierungsbezirk Stettin, Kreis Greifenhagen

Das ist noch eine Frage.

Das ist noch einer von der alten Welt.
i] Ohne Falsch, von alter Biederkeit und Treue, ein alter Deutscher.

Das ist noch kein Wurm, den man selber isst, groß ist erst das, was dich selber frisst.
Estland

Das ist noch nicht dagewesen.

Das ist noch nicht im Mund, was eingesalzen ist.

Das ist noch nicht unterm Hunde.
fr] Cela n'est pas tant chien.

Das ist noch schlimmer als Säue schwemmen.
bm] Netřeba tomu nic hor?ího páátí, koho mnisí bijí, a svinĕ drbají.

Das ist noch so viel, als eine Braut weint.
i] Wenn beim Zeug ausringen nur noch wenige Tropfen herauskommen.

Das ist noch unter dem Nachtwächter.
i] Man bezeichnet damit, was einfältiger als einfältig ist, gleich als ob der Nachtwächter der einfältigste Mann im Orte sein müsse.

Das ist noch von (schon vor) der Sintflut her.
dä] Da vor kerre, og St. Peter vandrede i verden. ? Som var til for synfloden. ? Var med udi arken.

Das ist null und nichtig.

Das ist numme (nur) de Müse pfiffe.
Solothurn

Das ist nun, was aus dem Menschen werden kann, eigentlich hängt so viel Unnützes um uns herum, aus Gewohnheit, Neigung, Zerstreuung und Willkür, ein Lumpenmantel zusammengespettelt.
Goethe, Wanderjahre III,4

Das ist nur Aushängeschild.

Das ist nur ein gemachtes Wetter.
i] Auf dem Bleckensteine (Oberösterreich) befindet sich ein See, von dem es hieß, wenn man einen Stein hineinwerfe, entstehe Sturm und Unwetter. In der Nähe von Pernstein ist ein Loch, das tief in die Erde hinabgeht. Wirft man einen Stein hinunter, so bricht nach dem Volksglauben ein Unwetter los. Wenn man in das Zagellauerloch einen Stein wirft, wird schlechtes Wetter. Die Wödalukn (Wetterlöcher) stehen im Gebirge in großem Ansehen, wirft man einen Stein hinunter, so steigen alsobald Nebel und Wolken auf und ein heftiges Ungewitter bricht los.

Das ist nur ein Übergang, sagte der Fuchs, als sie ihm das Fell über die Ohren zogen.

Das ist nur eine Schlinge für Narren.
ho] Het is een strik voor de gekken.

Das ist nur Kabale.
i] Als Karl II. von England die Rechte des Parlaments derartig zu beschränken beabsichtigte, dass sie nur dem Namen nach fortbestanden, und an deren Stelle die königliche Gewalt zu unumschränkter Herrschaft gelangen sollte, ernannte er einen 'Geheimen Rat', aus fünf ihm ganz ergebenen und in seine Pläne eingeweihten Personen bestehend. Dieses 1670 gebildete englische Ministerium bezeichnete man witzig nach den Anfangsbuchstaben des Namens der Mitglieder Clifford, Ashley, Buckingham, Arlington und Lauderdale als das Cabal-Ministerium. Diese fünf Männer waren Gegenstand der Verachtung des englischen Volks, und dies suchte in ihren Namen allerlei witzige und erniedrigende Auslegungen.

Das ist nur physisch - sagte der Psychiater.
Gerhard Kocher, Vorsicht, Medizin!

Das ist nur Spielwerk.
ho] Dat is maar speelwerk.

Das ist nur zu Faden geschlagen. Rottenburg
i] Nur vorgearbeitet. Eigentlich vom Schneider, der zu nähen, vom Weber, der zu weben anhebt, dann aber von jedem begonnenen anderen Tun.
z] Ich kriegte eine Bratwurst beim Zipfel und schlug selbige auf Abschlag zu Faden. (Ich begann sie zu bearbeiten, zu verzehren)
z] Sein Text ihm (dem Pfarrer) schon die Adern reget, darauf er sein Werk zu Faden schläget. (Drauflos predigt)

Das ist nur zum Fingerlecken.
i] Sehr wenig, nur zum Kosten
fr] On n'en a qu'à lèche-doigt.

Das ist O.K.
i] Amerikanischer Brauch, etwas recht Gutes, ganz Tadelloses mit O.K. zu bezeichnen
z] Vom Präsidenten Andrew Jackson, bekannt unter dem Beinamen Old Hickory, der sich ebenso wenig wie der alte Blücher um die Orthographie bekümmerte, erzählt man sich folgende Anekdote: Als er einmal ein ihm zur Durchsicht und Genehmigung vorgelegtes Schriftstück dem Secretär zurückgab und dieser ihn fragte, was denn die daruntergesetzten Buchstaben O.K. zu bedeuten hätten, antwortete Jackson: 'Was denn anders als die Abkürzung von ?all correct.?' Davon soll der obige Sprachgebrauch in Nordamerika herrühren. Philad. Sonntags-Journal, 20. Oktober 1878

Das ist ohn allen zweiffel war, Gott ist allmächtig immerdar.
la] Cuncta potest facere Deus omnipotens scio uere.

Das ist Öl ins Feuer.
ho] Het is olie in het vuur.

Das ist Partekenliebe.
z] Es heißet eine Partekenliebe, wann ich ein oder zwei auswehle, welche mir gefallen. Luther

Das ist Pate Unflat.

Das ist Pestilenz mit Franzosen geheilt.

Das ist pikant, sagte der Käfer zum Buben, der ihn mit einer Nadel anspießte.
en] C'est bien piquant, as the cockchaffer said when they ran a pin through his tail.

Das ist pritsch.
i] Fort, verloren.
z] So war auch die Hoffnung pritsch, ein Offizier zu werden.

Das ist quitschesauer.

Das ist recht (Hudelmans) Gesind, das langsamb schafft (das lange schläft) und trinckt geschwind.

Das ist recht hudelmans gesind, das langsamb schafft und trinckt geschwind.
z] Ein groß Kriegsvolck, allenthalben zusammengelesen, Hudelmannsgesinde, so ohn all Ordnung daher zeugt. Luthers Tischreden
z] Es müssen aber auf das Concilium nicht alle Bischöffe, Aebte, Mönche, Doctores und des unnützen Huddelmansgesindlin und groß Geschlepp kommen. Luther

Das ist recht in mein Küchen.

Das ist Recht, was der König sagt.
isl] Thadh eru lög sem kongr segir.

Das ist Recht, was recht ist.
dä] Thadh er rett, sem rett er.

Das ist rechte Lust, darauf keine Reu folgt.

Das ist rechte, wahre Gnade Gottes.
fr] Cela lui vient de Dieu grâce.

Das ist rein unmöglich, wie ein Schwein, sagte Klaus.

Das ist reine Zeitverschwendung.
la] Mora mera est.

Das ist Rossglück.
i] Pferdeglück, in Tirol wie in der Schweiz die Bezeichnung für ein sehr großes Glück.

Das ist Ruhe auf der Flucht.

Das ist rührend, wenn man sich bewegt.
Ostpreußen

Däs ist 's best Pfand, däs sein Herra rettet.
i] Auch in dem Sinne: in der Not muss man auch das Unentbehrlichste oder das, was eben einen Liebhaber findet, verkaufen können.

Das ist Salat ohne Essig.

Das ist Salz in ein krankes Auge.
ho] Het is zout in het zeere oog.

Das ist Sauerteig.
i] Ein böser Mensch. Der Sauerteig galt schon früh als Sinnbild der Sündhaftigkeit. Daher Matth. 16, 6: Feget den alten Sauerteig aus. Der unedle Sohn eines edeln Vaters heisst Essig, Sohn des Weins.
jüdisch-deutsch] Das is e Chomez.

Das ist Saupech. Tübingen
i] Großes Missgeschick.

Das ist schändlich, sagte der Bauer, als die Kuh ins Wasser schiss, das Land ist groß genug.

Das ist Schicksal, das kommt vom Bauhofe.
Hamburg
i] Wenn von unbedeutenden Missfällen, z.B. Nasswerden, Beschmutztwerden und dergleichen die Rede ist, weil ehemals auf dem Bauhofe (ein öffentliches Gebäude für Stadtbauten) viel Arbeit und wenig Lohn zu haben war, da die Anstalt vorzüglich arbeitbedürftigen und - suchenden Menschen zum Besten diente.

Das ist schimpf, der schaden bringet.
i] Man soll in seinem Scherz die rechte Grenze nicht überschreiten, auch sich die Person ansehen, mit der man scherzt, da nicht alle Leute Scherz verstehen.
z] Mit einem zornigen ist nicht gut scherzen, denn er machet aus dem scherze einen ernst, aus welchem ein unradt mochte erwachsen.

Das ist schlechte Kost, sagte der Dieb, als er seinen Willkommen bei Wasser und Brot bekam.
ho] Dat is misselijke kost, zeit de mof, en hij at spoeling voor bier en brood.

Das ist schlechter Honig, den man erst mit Zucker süß machen muss.

Das ist schlechter Kaffee.
i] In Thüringen nennt man schlechten Kaffee (der in Sachsen Blümchenkaffee genannt wird, weil er bei den mit Blumen bemalten Tassen dem Trinker das Anschauen der Gemälde nicht verkümmert) zum Unterschiede von bayerischem oder starkem Kaffee 'preussischen Kaffee'. Man könnte ihn aber genauer und zutreffender Kohlfurter oder Hansdorfer nennen, weil der Kaffee der Bahnhöfe zu Kohlfurt und Hansdorf nach dieser Seite hin einen Ruf erlangt zu haben scheint.

Das ist schlimmes Fahrwasser.
ho] Het is een gevaarlijk vaarwater.

Das ist Schlinkebutzer.
i] Ordinärer Branntwein, mit dem man die messingenen Türklinken (Schlinke) reinigt.

Das ist Schmiere, die auf alle Stiefeln passt.
Schlesien
i] Von charakterlosen Menschen, die für alle Zwecke zu gebrauchen sind.

Das ist Schmôk.
i] In Schulkreisen wird damit eine Arbeit bezeichnet, die der Schüler nicht selbständig gemacht, sondern aus einem Buche abgeschrieben hat.

Das ist Schmutzweiss.
i] Auf der Insel Bourbon, wo europäische Flibustier mit Negerinnen sich vermischten und danach später den Adel der Weißen sich anmaßten, wie auf Mauritius, die rein europäischen Ursprungs ist, hat man von seiten der letztgenannten Insel ein Sprichwort der Verachtung erfunden. Beim Anblick beschmutzter weißer Kleider sagt man auf Mauritius: Cela est blanc de Bourbon, was so viel heisst als schmutzig. Ähnlich sagt man in Berlin, wenn man etwas sehr langweilig findet: Das ist Ballet.

Das ist schon aller Ehren wert.
Nürtingen

Das ist schon alter Käse.
ho] Dat is al oude kaas.

Das ist schön bei uns Deutschen: Keiner ist so verrückt, dass er nicht einen noch Verrückteren fände, der ihn versteht.
Heinrich Heine, Reisebilder (Harzreise)

Das ist schon lange in Hamburg.
Böhmen
i] Die Sache ist weg, sie ist ins Wasser gekommen

Das ist schon nimmer schön.
Wien
i] Murmelt der Gewissenhafte missbilligend, sobald ihm das Benehmen eines Bekannten in irgend einer Sache nicht recht erscheint.

Das ist schon so im Leben der Heiligen und Helden: es gibt Stunden der Verblendung, der Verwirrung, des Unterliegens.
Daudet, Tartarin von Tarascon

Das ist schön, was den Leuten gefällt.
z] Nicht was sonst (an sich) schön ist.

Das ist schöner als a Predi.
Oberösterreich
i] Schöner als eine Predigt, womit man sagen will, sehr schön.

Das ist schweinplietsch.
ndt] Dat is swînplîtsch.
i] Der kleinen listig blickenden Augen wegen wird dem Schwein auch eine gewisse Verschmitztheit zugeschrieben; und daher bezeichnet man Menschen, in deren lauernden Blicken sich eine tückische Gesinnung ausspricht, mit dem Ausdruck swînplîtsch. Das Schwein bietet auch sonst in seiner Faulheit, Unreinlichkeit und Gefrässigkeit Gelegenheit zu einer Anzahl verschiedentlicher anzüglicher Vergleichungen: fûle, olde, dicke Söge und oldes, lüttes Farken sind bekanntlich häufige, obwol nicht sehr schmeichelhafte Bezeichnungen von Personen. Einige dieser Sprichwörter malen, wie bei solchen Leuten die Gegensätze, beanspruchte Reinlichkeit und säuische Wirtschaft, sich in holder Eintracht beisammenfinden können.

Das ist schwer: ein Leben zu zwein.
Nur eins ist noch schwerer: einsam sein.
Tucholsky, Ehekrach

Das ist sehr lächerlich [auszuspüren, woher einer seine Kultur hat], man könnte ebensogut einen wohlgenährten Mann nach den Ochsen, Schafen und 20 Schweinen fragen, die er gegessen und die ihm Kräfte gegeben.
Goethe, Eckermann, 16.12.1828

Das ist sein eins und alles.

Das ist sein münz und täglich brot.

Das ist sein Pflug und Egge (oder Wagen).

Das ist sein Steckenpferd.
fr] C'est son cheval de bataille.
ho] Dat is zijn stokpaardje.

Das ist sein zeichen (auch: sein kreyd, sein liuerey).
i] In dem Sinne: sein Beruf, sein Charakter.

Das ist seine Achillesferse
i] Nach der 107. Fabel des Hygin (um 10 v. Chr.) tötete Apollo in der Gestalt des Paris den Achilles durch einen Pfeilschuß in die Ferse. Hier war die 'Stelle, wo er sterblich war' (vgl. Schiller 'Don Carlos' I,6). Unverwundbarkeit des menschlichen Körpers ist ein Wunschzustand heroisch-kriegerischen, vielleicht auch jägerischen Denkens. Dem entgegen steht die ebenfalls ubiquitäre Erkenntnis, dass nichts unsterblich ist. Mythische und sagenhafte Parallelen zur homerischen Erzählung von der Achillesferse sind zahlreich: Das indische Mahabharata-Epos berichtet von Krischna, dass er, nur an der Fußsohle verwundbar, dort von einem Pfeil getroffen worden sei. Der sarazenische Riese Ferraú in Ariostos 'Orlando Furioso' ist nur am Nabel, die indianischen Götter Manitu und Kwa sind nur am Kopf, der Regenbogendämon der ostafrikanischen. Massai nur an einer Stelle im Nacken, der Apachenheld 'Metal Old Man' nur unter der Achselhöhle verwundbar etc. Die vergleichende Erzählforschung spricht von 'vulnerable spot', vom 'wunden Punkt', und hat das Motiv weltweit nachgewiesen.

Das ist seine schwache Seite.

Das ist seit der Sintflut nicht geschehen.

Das ist seltsam, dass Männer, die sich für Sachverständige ausgeben, einander widersprechen und von einerlei Sache nicht einerlei Begriff haben.
Lukian, Ikaromenippos

Das ist Senf nach dem Rindfleisch (o. nach der Tafel).
ho] Dat is mosterd op den kabeljaauw.
la] Sinapi post prandium.

Das ist sicher der beste Katechismus, den die Kinder ohne den Pfarrer verstehen.
Pestalozzi, Kinderlehre oder Wohnstube

Das ist sicher, dass wer das Vaterland liebt, es in seinen Krankheiten nicht verlässt.
J. v. Müller

Das ist so bekannt wie der Weg nach Rom.
ho] Dat is bekend als de weg naar Rome.

Das ist so eine Gewohnheit der Frauen; eine Frau wird dir nicht einmal wahrheitsgetreu sagen, dass sie zwei Stunden bei der Modistin war.
Capek, Der vollkommene Beweis

Das ist so fest wie Ziegenhain.
i] Mit dieser Bezeichnung ehrte man im Hessenlande schon lange vor dem Dreißigjährigen Kriege jedes Wort und jedes Werk, auf das man sich in der Not verlassen konnte. Das Sprichwort geht nicht bloß auf die Mauern, Gräben und Wälle der zwischen Marburg und Kassel liegenden starken Festung, deren Einnehmbarkeit noch dadurch erschwert wird, dass das Tal, von dem sie umgeben ist, durch die Schwalm unter Wasser gesetzt werden kann, sondern ebenso auf die Herzen der damaligen Bürger Ziegenhaus.

Das ist so gewiss wie der Furz im Schnupftuch.

Das ist so gleich als Milch und Milch.
z] Das ist so gleich als Milch und Milch und ein Rap dem anderen gleicher nicht sein kann.

Das ist so gleich wie Tag und Nacht.

Das ist so gut wie bar Geld.
fr] C'est de l'argent en barre.
fr] C'est du blé en grenier.
ho] Het is zoo goed als geld in de kist.

Das ist so gut wie Korn auf dem Boden.
i] Es ist so gut wie bar Geld.
fr] C'est du blé en grenier.

Das ist so klar als die Sonne.

Das ist so klar wie Buttermilch.

Das ist so klar wie Quetschenbrühe.

Das ist so schwarz, als wenn ein blinder Mohr im schwarzen Frack in rabenschwarzer Mitternacht in einem vier Stock tiefen Kohlenkeller auf einem Pechpflaster sitzend, Kienruß frisst und Tinte säuft.

Das ist so sicher wie (das) Amen in der Kirche!

Das ist so sicher wie das Amen in der Kirche.
i] Um zu sagen, dass etwas so gewiss ist
en] It is as sure as fate (o. death). - It's as sure as eggs are eggs.
fr] C'est sûr comme deux et deux font quatre.
it] È sicuro come due più due fanno quattro.

Das ist so sicher wie ein Dreck im Fischnetz.
ho] Dat is zoo zeker als een scheet in een netje.

Das ist so übrig wie Dreck zu Weihnachten.

Das ist so unnötig wie a Kropf.

Das ist so verwickelt wie die Beine der köpenicker Ratsherren.
i] Vom Rate der Stadt Köpenick erzählt man, die Beine der Ratsherren seien einst bei einer wichtigen Sitzung so in einen Knäuel untereinander geraten, dass beim Aufstehen kein Ratsherr die seinigen hätte ausfindig machen können. Erst als infolge des darüber entstandenen Lärms viele Bürger in den Ratssaal eilten und der Schweinhirt, der sich unter den Neugierigen befand, instinktmäßig seine lange Peitsche gebrauchte, gelang es der Ratsversammlung, die Beineverwirrung zu lösen und den Saal zu verlassen.

Das ist so verworren wie des Teufels Strickgarn.
ho] Het is zoo verward als duivels naaigaren.

Das ist so viel als zween Pfaffen im Dom zu Köln.
z] Ein Trinkbruder sagt, ein paar kannen Wein wären eben so viel in seinem magen als zween Pfaffen im Thom zu Cöln, denselben mit ihren gesang zu erfüllen.

Das ist so viel wert als eine taube Nuss.

Das ist so viel, als ein Schluck Wein für einen Saufbold.
ho] Dat is zooveel, als een roemer wijn voor een' nathals.

Das ist so wahr, als dass die Hühner gepisst hätten.
pl] To taka prawda, jak gdyby kury szczały.

Das ist Sodoms Art (Tun, Treiben).
Jüdisch-deutsch
i] Ausruf unerhört frecher Ungerechtigkeit.

Das ist Sommerlogik.
i] So sagen die leipziger Studenten, wenn sie etwas für Unsinn (Nonsens) erklären wollen, weil auf der dortigen Universität im Sommer keine Logik gelesen wird.

Das ist sonderbar: wenn wir einer Frau verfallen sind, so sind wir es mit oder ohne Sonderbarkeiten, mit oder ohne Vorzüge, mit oder ohne Schwächen.
Goetz, Dr. med. Hiob Prätorius

Das ist Speck auf die Falle, mit dem man (solche) Mäuse fängt.
i] Bei dem Kaiser Maximilian I. beschwerten sich einmal mehrere Edelleute darüber, dass die Landsknechte infolge der Beute, die sie gemacht, sich so stattlich kleideten, als wären sie Junker. Der Kaiser antwortete ihnen: 'Gönt ihnen doch diese wenig frewde; sie müssen oft vorn stehen, wenn Ihr hinden stehet. Es ist speck auf der fallen, da man solche Mäuse fähet. Lasst sie machen; wenn diese Hoffart aufspringt, springt all ihr gut mit auf und wehret nicht länger, dann von der Vesper, biss dass die Hüner auffliegen.

Das ist Spott, was ins Ohr einschneidet.
Finnland
dä] En helt frygter meere for spotten end som for døden.

Das ist Spreu für den Ochsen.
ho] Dat is kaf aan den os.

Das ist starker Pfeffer.

Das ist starker Tabak, sagte der Teufel, als man ihn mit einer Pistole in die Nase schoss.

Das ist starker Tabak.
i] Ungewöhnliches Begehren, starke Zumutung, unverschämte Forderung.
ndt] Dat is starker Toback. Harz

Das ist Sünd, Schande und Schaden.

Das ist taubenrein.
z] Die mögen ein gutes Jahr haben, und immerhin fahren, die da wollen eine Kirche haben, die gar taubenrein sei. Luther

Das ist Tells Geschoss!
Schiller, Wilhelm Tell, IV, 3 (Geßler)

Das ist teuer Gewürz.
i] Die Ware ist gepfeffert

Das ist Teufelsabschaum.
ho] Het is schuim van de ketel, waar in de nikker gezoden is.

Das ist Treff.
i] Ein glücklicher Zufall.

Das ist treuer gehorsam, der auss lieb und nicht auss furcht geschicht.

Das ist tschali.
i] Zerbrochen, verloren gegangen, zu Grunde gerichtet. Der Kaufmann N. is tschali. Mei Glas is tschali (zerbrochen).

Das ist Tugend, dass man vor Tugend exerciert und nicht davon man disputiert.

Das ist über die Krücke.
Schlesien
i] Ausruf, wenn etwas alles Maß zu überschreiten scheint.

Das ist um des Kuckucks zu werden.

Das ist um vom Schlage gerührt zu werden.

Das ist ungesalzener Käse.
i] Ein unerfahrener, einfältiger, geistloser Mensch.

Das ist unruhig Volk, sagte der Bauer, der einen Wagen Frösche lud; wenn ich einen hinauf bringe, springt der andere wieder herunter.
ho] Dat zijn mij maatjes, zei de boer, en hij laadete kikvorschen; als ik den eenen erop hob, springt de andere eraf.

Das ist unser Leben im großen Leben der Welt: Umfassen können wir es nicht - aber nie genug daraus schöpfen.
Fliegende Blätter

Das ist unser schönster und süßester Wahn, den wir nicht aufgeben dürfen, ob er uns gleich viel Pein im Leben verursacht, dass wir das, was wir schätzen und verehren, uns auch wo möglich zueignen, ja aus uns selbst hervorbringen und darstellen möchten.
Goethe, Dichtung und Wahrheit III,13

Das ist unser Wille.
la] Ita nobis placet.

Das ist unsere Losung! Auf zum Gefecht!
Der einzige Krieg, der für alle Zeit
Uns von des Krieges Pest befreit!
Pflanzt eure roten Fahnen des Sieges
Auf jede Schanze, auf jede Fabrik!
Dann blüht aus der Asche des letzten Krieges
Die sozialistische Weltrepublik!
Weinert, Gegen die Brandstifter

Das ist unsere tiefste Armut: wir müssen uns immer wieder geschenkt erhalten, wenn wir an uns glauben sollen. So sehr sind wir der Gemeinsamkeit verhaftet.
E. G. Kolbenheyer, Novelle: Die Begegnung auf dem Riesengebirge

Das ist unter aller Kanone.
i] Sehr schlecht.

Das ist unter aller Sau.

Das ist unter dem Affen.

Das ist unter meinem Stande, sagte der Bettelmann, als er ausmisten sollte.
Franken

Das ist unterkötig.
i] Ist bedenklich, kritisch, lässt einen schlimmen Ausgang befürchten. Unterkötig wird nämlich von einem äußerlichen Schaden gesagt, wo sich Eiter unter der Haut zusammenzieht.

Das ist unterm Hunde.
i] Unter aller Kritik. In der Studentensprache kann etwas nur noch einen einzigen Grad schlechter gedacht werden; dann ist es unter der Katze.

Das ist unterm Pupke.
i] Auch unterm Schiss.

Das ist verbotene Ware.
ho] Dat is verboden waar.

Das ist verkaufschlagt.
i] An Aufgeld über den gewöhnlichen Preis vorausgeben.

Das ist verkehrt Werk.
ho] Hij doet verkeerd werk.

Das ist verlorene Mühe.
fr] Vous y perdrez vos pas.
ho] Het is onkosten en moeite verloren.

Das ist verstunken und verlogen. Rottenburg

Das ist Viehsalz.
z] Wenn gewisse Zeitungen durch ihre Winkelschreier sagen: ja, der herrliche S ...., aber seine Räthe, ihre volksfeindlichen Massregeln, ohne mit Gründen und Beweisen offen und ehrlich Klage zu führen u.s.w., das nennt ein ehrlicher Preusse Viehsalz, d.h. ausdrücklich zurecht gemacht, dass es eigentlich nur unvernünftige Creaturen genießen können.

Das ist viel Holz.
i] Viel Geld. Um einen teuren Preis zu bezeichnen

Das ist viel und noch was.

Das ist vollends die Affenschande.

Das ist vom Badeknecht.
Nürnberg
i] D. h. eine Lüge, weil Badestuben und Badeknechte einen Ruf nach dieser Seite hatten

Das ist vom richtigen Kaliber.
ndt] Dat's vunt rechte Kaliber. Holstein
i] Das ist ein sauberes Früchtlein.

Das ist vor eines tauben Mannes Tür gesungen.
i] Von ganz erfolglosen Bemühungen.
ho] Het is al voor eens dooven mans deur gezongen.

Das ist wahres Königswetter.
i] So sagen die Berliner, um sehr schöne Witterung zu bezeichnen.

Das ist wahrlich ein kluges Kind, das seinen Vater kennt.

Das ist wandsbecker Recht.
i] Eine Redensart, die bis zur Mitte des 18. Jahrhunderts angewandt wurde, um arge Schwindeleien, unbestrafte Betrügereien und ähnliche Verbrechen zu bezeichnen. Die Familie Berens, in deren Besitz Wandsbeck von 1645 bis 1679 war, hatte sich am 30. Aug. 1664 von dem König Friedrich III. Ein Privileg erwirkt, 'dass alle ausgetretenen (landesflüchtigen) Kaufleute, Bankerottirer und leichtsinnige Schuldner, welche nicht gerade boshafter Weise ihre Creditoren betrügen gewollt, in Wandsbeck ein geruhsam Asyl, sichere Freystätt und Befugnis zu neuem Gewerbe finden sollten'. Das Gefährliche, leicht und nothwendig zum schlimmsten Betrug Führende dieses Privilegs springt in die Augen. Wandsbeck wurde auch bald die neue Heimat aller bösen Falliten. König Friedrich V. schickte endlich im Jahre 1752 ein eigenes Untersuchungsgericht nach Wandsbeck, welches die zunächst vorliegenden schreiendsten Fälle untersuchte, bestrafte, dann den Ort überhaupt von den berüchtigtsten Subjecten dieser Art säuberte und eine ordentliche Polizei- und Justizverfassung ins Leben rief, worauf der König jenes verderbliche Privileg vom 25. Aug. 1671 in Betreff der gestohlenen Güter unter dem 28. Oct. 1754 aufhob, ebenso dem Misbrauche des Privilegs vom 30. Aug. 1664 vorbeugte. Die Holländer hatten für Zahlungsunfähige eine ähnliche Freistatt Vianen. Darauf beziehen sich die Sprichwörter und sprichwörtlichen Redensarten: Die ligt borg wordt, moet voor Vianen zorgen. Mijnheer woont heden te Vianen.

Das ist Ware für Bacher.
i] Von Mädchen, die sitzen bleiben. Die Jünglinge, welche sich rabbinischen Studien widmen, heißen Bachurim. Da es für verdienstlich galt, einen Gelehrten zum Schwiegersohne zu haben, so wählte nicht selten ein reicher Mann einen solchen Jüngling (Bachur) zum Schwiegersohne, theils aus dem angegebenen Grunde, in der Regel aber um seine hässliche Tochter auf eine anständige Weise los zu werden.

Das ist was anders, sagte der Flohfänger, da hatte er eine Laus gekriegt.

Das ist Wasser auf seine Mühle
i] Das passt zur Erreichung seiner Absichten.

Das ist wasserklar.
Ulm
i] Man hat dort auch ironisch oder scherzhaft die Ausdrücke: rotzklar, hoseklar.

Das ist weder gekocht noch gebraten.
pl] Ani warzony, ani piczony.

Das ist Weibergunst! Erst brütet sie mit Mutterwärme unsere liebsten Hoffnungen an, dann gleich einer unbeständigen Henne verlässt sie das Nest und übergibt ihre schon keimende Nachkommenschaft dem Tod und der Verwesung.
Goethe, Götz A II, Bamberg (Weislingen)

Das ist weibliche Handarbeit, sagte Schulze, als ihn Müller fragte, woher er das dicke Gesicht (o. die geschwollenen Lippen) habe.

Das ist Weihwasser vom Viehhofe.
ho] Het is wijwater van den hove.

Das ist Wein für Walker und Strumpfwirker.
i] Wegen seiner zusammenziehenden Eigenschaften.
fr] C'est du vin à faire danser les chèvres.

Das ist Wein, der sich gewaschen hat.
z] Dass so wässrig schmeckt sein Wein, kann natürlicher was sein? 's ist ein Wein, der in der Tat sich gewaschen hat.

Das ist wenig fürs Geld.

Das ist Werg beim Feuer.
ho] Het is werg bij het vuur.

Das ist westfälisch gericht.
i] Zunächst das Femgericht, dann ein Geheimnis, endlich irgend etwas Unverständliches

Das ist Wichse, die auf alle Schuhe passt.
i] Von Leuten, die sich für alle Zwecke verwenden lassen.

Das ist wider die Abrede.
Lessing, Emilia Galotti (1772) IV, 7 (Odoardo)
Schiller, Kabale und Liebe II, 3 (Ferdinand)
Schiller, Fiesko II, 9 (Mohr)

Das ist wie die Löffelgarde.
i] Von bewaffneten Corps gebraucht, denen Anstand und Ordnung des Soldaten, sowie die erforderliche militärische Übung fehlt. Soll von den französischen Soldaten der ersten Republik herkommen, die teilweise einen Löffel an den Tschako gesteckt hatten.

Das ist wie ein goldener Ring in einem Schweinsrüssel.
ho] Dat is een gouden ring in een' varkens snuit.

Das ist wie für den Hund eine Fliege.
pl] To jak na psa mucha.

Das ist wie gefunden.
i] Ein zufälliges Glück, auf das man nicht rechnen kann. Bei wohlfeilen Einkäufen und dergleichen Anlässen.

Das ist wie Schüsselwasser.
i] Sagt man von unschmackhaft gewordenem Getränk, das frisch, kalt sein soll.

Das ist wie wenn die Luft unter die Federn kommt.
Rottenburg

Das ist Wind von einem toten Pferde.
ho] Het is wind von een dood paard.

Das ist wischke waschke.
i] Nicht gehauen, nicht gestochen; Unsinn.

Das ist wohl das größte Wunder, dass ein Herz wie das Meer ist: niemals zu verzagen, doch auch niemals auszuschöpfen.
Soeroto, Flüstern des Abendwinds

Das ist wohl des Teufels Vetter, sagte der Bauer, als er einen Neger sah.
ho] Dat is de cousin van den droes, zei Goris, en hij zag een' zwart.

Das ist wohl ein dummes Pferd, das an der vollen Krippe verhungert.

Das ist wohl ein faules (o. stolzes) Pferd (o. Ross), das nicht sein eigenes Futter tragen will (o. mag).
ho] Het is een lui (trotsch) paard, dat zijne haver niet will dragen.
la] Otium sine literis mors est, et vivi hominis sepultura.

Das ist wohl ein schlechter Sack, auf dem kein Lappen haften mag.
en] It 's a bad sack will abide no clouting.

Das ist wohl ein seltner Mann, den kein Weib betrügen kann.
mhd] Wer von wîben niht enwirt betrogen, der lobe guoten wirt.

Das ist wohl wahr: Es gibt viel Toren.
Das macht, sie wachsen ungesät,
Und wer nicht schiert, der wird geschoren,
Sobald er nur den Rücken dreht.
J. Ch. Günther, Als er sich über den Eigensinn der heutigen Welt beklagte

Das ist wohl wunderbar, was auf dem Eis gesotten war.

Das ist zähes Fleisch.
i] Von jemandem, der schwer für etwas zu gewinnen ist, oder von einer Sache, die sich nur mit Mühe bearbeiten lässt.

Das ist zu hoch für ihn.
i] Er versteht's nicht

Das ist zu viel auf einen Bissen.

Das ist zu viel Butter in die Pfanne.
ho] Dat is te veel boter op den koek.

Das ist zu viel Senf auf so wenig Fleisch.
i] Ein ausgemergelter Kranker, als ihm der Arzt ein ungeheures Senfpflaster auf die Brust legte.

Das ist zu viel Wurst von einem Schweine.

Das ist Zuckerwasser.
i] Ist sehr angenehm.
la] Hoc melli est. Horaz Auch: Nestoreum mel. Nestorea eloquentia. Poetica mella. (Eine süße angenehme Rede, als hätte sie Nestor gehalten. Die Wohlredenheit Nestor's, des Pylier Fürsten, wurde sprichwörtlich, um die Anmut eines Greises im Reden zu bezeichnen)

Das ist Zukunftsmusik.
i] Wir gebrauchen den Ausdruck zunächst, um die Richtung des Tondichters Richard Wagner und seiner Anhänger zu bezeichnen. Entlehnt ist er von seinen Tonschöpfungen, die wegen ihres von der bisherigen Musik abweichenden Charakters als Zukunftsmusik bezeichnet werden. Veranlassung dazu hat eine Flugschrift desselben unter dem Titel gegeben: Das Kunstwerk der Zukunft. Das Wort wurde zuerst vom verstorbenen Professor Bischof in Köln, Redacteur der Niederrheinischen Musikzeitung, einem heftigen Gegner Wagner's, in dem Sinne gebraucht, dass dessen Musik keine Musik für die Ohren der Gegenwart sei. Im Verlaufe des Streites nahmen die Schüler Wagner's dies Spottwort an; und später tat dies Wagner selbst in seiner 1861 in Leipzig erschienenen Schrift: Zukunftsmusik, Brief an einen französischen Freund. Die Redensart wird jetzt viel allgemeiner angewandt, um auszudrücken, dass irgendetwas sich jetzt nicht, sondern erst in einer fernen Zukunft erfüllen werde.

Das ist zum Arschwisch zu schlecht.

Das ist zum Bart ausreißen.

Das ist zum Davonlaufen.

Das ist zum Geistaufgeben.
Schlesien

Das ist zum Hinunterlangen und nichts hervorbringen.
Nürtingen
i] Halb aus Ärger, halb aus Staunen

Das ist zum Krepieren (Sterben) langweilig.

Das ist zum Kuckuck!
i] Der Teufel hat's geholt.

Das ist zum Oder zuschütten.
Schlesien
i] Wenn man das Vorhandensein eines großen Vorrats von irgendeiner Sache bezeichnen will.

Das ist zum ohnmächtig werden.
Schlesien

Das ist zum Platzen.

Das ist zum Preussischwerden.
i] In Sachsen nach 1815, um zu sagen: Es ist zum Verzweifeln.

Das ist zum Schwanzausreißen.

Das ist zum Seekrankwerden.
i] So widerwärtig, dass es Brechreiz erzeugt.

Das ist zum Sprichwort geworden.
la] In proverbium cessit.

Das ist zum Stiefelausziehen.

Das ist zum Teufel gegangen.
fr] Cela s'en est allé à tous les diables.

Das ist zum totlachen (o. totschießen).

Das ist zum wälzen.
i] Nämlich so drollig, so lächerlich u.s.w.
z] Auch Stücke, die mir in die Hände kommen, sind oft zum Wälzen.

Das ist zuviel auf ein bissen.

Das ist zwar hart, aber so ist das Gesetz nun einmal abgefaßt. [RSpW]
la] Durum hoc est, sed ita lex scripta est.

Das ist, als hätt's ihm der Teufel eingespien.

Das ist, als wenn der Teufel einen Betteljungen kriegt.

Das ist, als wenn der Teufel ins Judenhaus kommt.
Ostpreußen

Das ist, als wenn die alten Weiber ins Tanzen kommen.
i] Es ist an kein Aufhören zu denken.

Das ist, ums Haar sich auszuraufen.
z] Das ist ums Haar sich auszuraufen und an den Wänden hinaufzulaufen. Goethe, Faust, Valentin

Das ist, wie wenn der Wind unter die Federn kommt.
i] Es verfliegt leicht, es ist leichte Ware.

Das ist's ja, was den Menschen zieret,
Und dazu ward ihm der Verstand,
Dass er im innern Herzen spüret,
Was er erschafft mit seiner Hand.
Schiller, Das Lied von der Glocke

Das Ite missa est ist gesungen.
i] Die Sache ist zu Ende; auch: Jemand ist mit seinem Vermögen fertig.

Das Ja von einem erpauken.

Das Jagen und Fangen bleibt doch einmal eine der edelsten Passionen in der Welt.
Merck, Schreiben eines Landedelmanns

Das Jagen würzt den Schlummer,
Das Jagen würzt den Wein,
Und gegen Liebeskummer
Kann auch nichts besser sein.
v. Kobell, Wildanger

Das Jägeramt zwingt die Füße in den Arsch (= verdirbt die Füße).

Das Jahr - eine lange, dunkle Nacht.
Bulgarien

Das Jahr bringt Früchte, nicht die Erde (der Boden).
la] Annus fructificat, non terra.

Das Jahr bringt Getreide und nicht der Acker.
i] Der Witterungscharakter des Jahres hat einen größern Einfluss auf den Ausfall der Ernte, als der Acker selbst und die Bearbeitung desselben.

Das Jahr das nimmt ein gutes End', wenn das Emd trocken in der Scheune ist (24.6.).

Das Jahr erzeugt, nicht der Boden.
la] Annus producit, non ager.
Schon von Theophrast, um 300 v. Chr., zitiert

Das Jahr hat die Sonnenwende, der Mensch die Gedankenveränderung.

Das Jahr hat ein groß Maul und 'en weiten Magen.

Das Jahr hat ein großes (o. weites) Maul und einen großen (o. weiten) Magen.

Das Jahr hat ein Maul, das reicht über zwölf Monate.
Russland

Das Jahr hat ein weites Maul und einen großen Magen.

Das Jahr hat einen breiten Mund und einen großen Bauch.
Dänemark

Das Jahr hat einen großen (tiefen) Mund.

Das Jahr hat einen großen Mund, und was die Katze nicht frisst, das frisst der Hund.
dä] Aaret har en vid mund og en stor mave.
fr] Il faut bien tirer la courroie pour aller jusqu'au bout de l'an.
la] Anni magnum os.

Das Jahr hat einen Magen, der ist 365 Tage groß.
Russland

Das Jahr hat viel Tage, aber noch mehr Mahlzeiten.
i] Empfiehlt weise Sparsamkeit nicht bloß im Sommer für den Winter, sondern auch in der Jugend fürs Alter.
dä] Der ere mange dage i aaret, men fleere maaltider.
la] Cogitato quam longa sit hiems.
sp] Son mas las dias que las longanizas.

Das Jahr hat zweiundfunfzig Wochen (und dreihundertundfünfundsechzig Tage).
i] Empfiehlt weise Sparsamkeit.
ho] Het jaar duurt langer dan de saucijzen.
un] Sok darab kenyeret kiván egy esztendö.

Das Jahr hindurch kann viel Wasser den Berg herablaufen.
dä] Aaret haver en viid mund, og stor mave.
la] Peragit lentis passibus annus iter. Ovid

Das Jahr ist an keinen Stecken gebunden.
la] Anni momenta nullo sunt fune retenta.
la] Et celer admissis labitur annus equis.

Das Jahr ist ein Kranz aus Blumen, Ähren, Früchten und trockenen Kräutern.
Joseph Joubert, Gedanken, Versuche und Maximen

Das Jahr ist fürchterlich, wenn es weinend (mit Regen) beginnt.
Mailand

Das Jahr ist immer länger als die Wurst.
i] Die Vorräte reichen nie

Das Jahr ist lang, der Tage sind viel und der Mahlzeiten noch viel mehr.
dä] Aaret er langt, og maalene mange.
fr] Il faut bien tirer la courroie pour aller jusqu'au bout de l'an.

Das Jahr ist nie so lang, dass nicht die Weihnacht zu kurz wäre.

Das Jahr übt eine heiligende Kraft;
Was grau vor Alter ist, das ist in ihm (dem Menschen) göttlich.
Schiller, Wallensteins Tod, I, 4

Das Jahr wirkt mit dem, was es hat.
Mailand
dä] Aaret gir korn, ikke ageren.
la] Annus producit, non ager.

Das Jahrhundert des Luxus ist das der Falschheit, der Irrtümer und der Täuschungen.
China

Das Jahrhundert glaubte, Fortschritte zu machen, indem es sich in Abgründe stürzte.
Joseph Joubert, Gedanken, Versuche und Maximen

Das Jahrhundert ist vorgerückt, jeder einzelne aber fängt doch von vorne an.
Goethe, Maximen und Reflexionen 1167

Das Jahrhundert muss uns zu Hilfe kommen, die Zeit an die Stelle der Vernunft treten, und in eineng erweiterten Herzen der höhere Vorteil den niedern verdrängen.
Goethe, Wanderjahre III,12

Das Jahrhundert
Ist meinem Ideal nicht reif. Ich lebe
Ein Bürger derer (der Jahrhunderte), welche kommen werden.
Schiller, Don Carlos, III, 10

Das Jawort (Jupiter's) fehlt noch.
Altgriechisch
i] Die Sache kann noch ganz anders werden.

Das Jawort macht den Kauf.

Das Jenseits kommt immer mit seinen Kuren zu spät; es heilt ein Übel, nachdem es vorbei ist, erst mit oder nach dem Tode, also da, wo der Mensch kein Gefühl mehr des Übels, folglich auch kein Bedürfnis der Heilung mehr hat; denn der Tod hat zwar das Schlimmste für uns, wenigstens solange wir leben und uns ihn vorstellen, dass er uns mit dem Leben auch die Empfindung, das Bewußtsein des Guten, Schönen und Angenehmen raubt, aber auch das Gute, dass er uns mit der Empfindung, mit dem Bewußtsein von allen Übeln, Leiden und Schmerzgefühlen erlöst. Die Liebe, welche das Jenseits erzeugt hat, welche den Leidenden mit dem Jenseits vertröstet, ist die Liebe, welche den Kranken heilt, nachdem er gestorben, den Dürstenden labt, nachdem er verdurstet, den Hungernden speist, nachdem er bereits verhungert ist. Lassen wir daher die Toten in Frieden ruhen!
Feuerbach, Das Wesen der Religion, 30. Vorlesung

Das jetzige Unglück der Welt rühre doch meist davon her, dass sich alles zu Herren gebildet habe.
Goethe, Riemer, 13.8.1809

Das Joch abschütteln.
i] Von den Ochsen entlehnt, die noch nicht aus Joch gewöhnt sind.
en] to shake (o. throw o. cast) off o's yoke (o. sway)
fr] secouer le joug
it] scuotersi di dosso il giogo

Das Joch beuget den Halss.

Das Joch ruiniert den Hund.
Haussa, Afrika
i] Der Unterdrücker das Volk

Das Joch, dass die Kuh nit will, das wird auch das Kalb nit ziehen.
i] Wenn die Mutter nicht streng in Sitten ist, wird es auch die Tochter nicht sein wollen.

Das Jucken verliert sich nicht, wenn du deines Nachbars Beine kratzest.
Russland
fr] A bon entendeur salut.
fr] Avis au lecteur.
en] If the cap fits, wear it.
en] Whom the cap fits puts it on.
fr] Qui a la gale, se gratte!
fr] Qui se sent galeux se gratte.
fr] Qui se sent morveux se mouche.
it] Chi ha la rogna, se la gratta.
it] Chi si sente scottar, tiri a se i piedi (le gambe).
sp] Quien se quema sopla.
sp] Quien tiene roña rásquese.
un] Kiki ott vakarja, ahol viszket.

Das jückt mir auf dem Wirbel.
i] Ist mir unangenehm, ärgert mich.
z] Das jückt mir auf dem Wirbel, dass ich das Märchen der Stadt geworden bin.

Das jüdische Volk wagt einen unversöhnlichen Maß gegen alle Völker zur Schau zu tragen, es empört sich gegen alle seine Meister; immer abergläubisch, immer gierig nach dem Gute anderer, immer barbarisch -, kriechend im Unglück und frech im Glück.
Voltaire, Essai sur les Moeurs

Das jugendliche Alter ist das empfänglichste.
Kalinin, Rede auf dem VII. Komsomol-Kongreß

Das jung, das schön und lieb.

Das Junge folgt der Mutter.
[RSpW]
i] Deutsche Rechtsanschauung in Betreff der Erwerbsquelle der Fahrhabe.

Das junge Krokodil weint nicht, wenn es in Wasser fällt.

Das junge Mädchen mit dem jungen Mann und der junge Mann mit dem Milchbärtchen.
Lettland

Das junge Schwarzvieh verzehrt oft die schönsten Birnen.

Das junge Schwein findet ein gut Würzelein.
fr] Au petit pourceau Dieu donne bonne racine.

Das Junge steigt, das Alte fällt.

Das Jungferngeschirr macht die ganze Welt irr.

Das Jungfrauentum brütet Grillen, wie ein Käse Maden, zehrt sich ab bis auf die Rinde und stirbt, indem sich's von seinem eignen Eingeweide nährt. Überdem ist das Jungfrauentum wunderlich, stolz, untätig, aus Selbstliebe zusammengesetzt, welches die verpönteste Sünde in den zehn Geboten ist.
Shakespeare, Ende gut, alles gut

Das Jungfrauentum gleicht einem Selbstmörder, und sollte an der Heerstraße begraben werden, fern von aller geweihten Erde, wie ein tollkühner Frevler gegen die Natur.
Shakespeare, Ende gut, alles gut

Das Jünglingsalter ist verbindend. In dieser Zeit vermag noch versteht es der Mensch, allein zu sein.
Ortega y Gasset, Aufstand der Massen

Das jüngste Kind folgt dem Vater.
[RSpW]
i] Es war in einzelnen Teilen Deutschlands auch dann frei, wo alle übrigen Kinder wegen der Unfreiheit der Mutter eigen waren.
mhd] Ye dat jungste kind nach dem vatter.

Das Jus ist eine schöne Braut, wenn sie in ihrem Bette bleibt; so sie aber in andere steigt, wird sie zur Hure.
i] Luther war als Theolog sehr übel auf Jus und Juristen zu sprechen. Das Sprichwort: An einem Fuchs bricht man keine Wildbahn, gab ihm Anlass, sich dahin zu äussern: Wollt Gott, es kämen mir die Juristen auch ins Spielchen, so wollt' ich sie auch redlich zuzausen und sie lehren, was Subjectum juris hieße. Das Jus ist eine schöne Braut, wenn sie in ihrem Bette bleibt, so sie aber in andere steigt, wird sie zur Hure. Darum soll das Jus vor der Theologia das Baret abziehen.

Das Jus soll für der Theologia das Baret abziehen.
Luthers Tischreden

Das Justitzwesen ist wie ein Hundsding, wer darein kommt, der kommt oft sehr schwerlich wieder raus.

Das Kabel ist faul.
ho] Dat is aan een' verrotten kabel gesmeerd.

Das Kabel ist gerissen.
i] Der gegenseitige Gedankenverkehr ist unterbrochen.

Das kaiserliche Wort ist so kräftig als ein Eid.

Das Kaisertum ist der Friede!
fr] L'empire, c'est la paix! Napoleon III., Bordeaux, 9.10.1852

Das Kalb auf der Wiese, das Schwein in der Scheuer werden fett (stark) und teuer.

Das Kalb auslassen (o. austreiben).
i] Ausgelassen lustig sein; weil die Kälber mancherlei lustige Sprünge machen. Also entweder sich selbst auf die Weide treiben oder wohl zutreffender das Kalb als Narr oder Teufel, im Menschen steckend gedacht. In der Verkehrten Welt von dem unerwarteten Entstehen eines großen Unglücks aus einem kleinen.
z] Sag an, Sechskreuzer, wer bist du, geht dir das Kalb auch (trächtig) mit der Kuh?
z] Es wer dir besser kunste, wir theten bald darzue, eh's kalb ging mit der Kueh.
z] Sie hatten das kalb ausgetrieben, dass ihr ist keiner nüchtern blieben.
fr] Faire le fou ou folâtrer, se livrer à la oie.
fr] Il a joué tous ses jeux.
fr] S'abandonner, se livrer à la joie.

Das Kalb der Herrschaft ist verständiger als das Kind des Bauern.
Russland

Das Kalb erkennt seine Mutter sogar, wenn's blind ist.

Das Kalb findet seine Mutter wohl.
ho] Het kalf zal zijne moêr wel vinden, al zou het zich te bersten loopen.

Das Kalb folgt der (o. führt die) Kuh.
i] Je nachdem die Mutter frei oder (leib)eigen war, waren es in bestimmten deutschen Gauen auch die Kinder.
ho] Dat calf volcht der coe.
la] Quod vaccam vitulus comitetur, res iubet et ius.
la] Vitulus sequitur vaccum, filia matrem.

Das Kalb gehört dem Besitzer der Kuh.

Das Kalb geht zuerst immer unter die Nase der eigenen Mutter.
Estland

Das Kalb gerät nach der Kuh.
la] Sequitur matrem sua proles.

Das Kalb in der Kuh ist nicht sicher.
i] Von Schiller in der Kapuzinerpredigt (Wallenstein's Lager) angewandt.

Das Kalb in die Augen schlagen.

Das Kalb in seiner Mutter Milch kochen.
z] Es ist empörend, wenn Kinder vor der Polizei dazu gebraucht werden, um Zeugnis gegen ihre Eltern abzulegen. Aber das ist nichts Neues. Die französische Jurisprudenz hat seit undenklichen Zeiten nicht davor zurückgeschreckt, das Kalb in seiner Mutter Milch zu kochen. Breslauer Zeitung, 16. Juni 1871

Das Kalb ist bis auf ein Ohr abgezogen.
i] Die Sache ist nahezu beendigt.

Das Kalb ist die Entschuldigung für die Kuh, das Kind die für die Mutter.
Marathi, Indien

Das Kalb ist ertrunken, der Spieß in der Asche.
i] Es ist alles verloren und an keine Rettung zu denken.

Das Kalb ist gleich der Kuh und das Füllen wie sein Vater, wenn nicht ganz, so sicherlich in einem Grade.
Hindustan

Das Kalb ist nicht eh' denn die Kühe.

Das Kalb ist wie die Kuh.

Das Kalb kippt ja keinen guten Mehltrank um, und einem guten Kalb gibt man ja auch keinen schlechten Mehltrank.
Estland

Das Kalb lässt das Blöken nicht.
i] Wenigstens nicht eher, bis es zur Kuh wird, dann fängt es an zu brüllen.

Das Kalb lehrt die Kuh kalben.

Das Kalb lernet von der Kuh.

Das Kalb mit der Kuh ausschlagen (o. strafen).
i] Den Unschuldigen mit dem Schuldigen

Das Kalb muss der Kuh entgelten.

Das Kalb muss der Kuh folgen.

Das Kalb muss oft mit der Kuh gehen.

Das Kalb muss statt der Kuh herhalten.
z] Damit man reizt Gotts Rach herzu zu strafen das Kalb mit der Kuh.
z] Vnd felt jm zu ein widermut, den jm ein narr auf reden tut, so henckt er sich dann selbs darzu und schlecht das kalb aus mit der ku.
la] Ut vaccam vitulus comitetur, res jubet, et jus.

Das Kalb pflegt nach der Kuh zu geraten.

Das Kalb saugt nur an einer Kuh.

Das Kalb schreit immer am meisten.
Estland

Das Kalb soll folgen seiner Kuh, soll es anderst recht gehen zu.
la] Vt uaccam uitulus comitetur, res iubet et ius.

Das Kalb steckt noch in ihr.

Das Kalb stirbt so schnell wie die Kuh.
Frankreich

Das Kalb verkaufen (verzehren), ehe es geboren ist.
en] To eat the calf in the cow's belly.
it] Come la gallina di montecuccoli.
it] Mangiar la ricolta in erba.

Das Kalb will oft klüger sein als die Kuh.

Das Kalb wird seine Mutter finden und sollte es sich tot laufen.
i] Von der Ausdauer, mit der man einen Zweck verfolgt.

Das Kalb würde doch seine Haut lieber behalten, wenn man ihm auch verspräche, Saffian daraus zu machen.

Das Kälbchen folgt der Kuh.

Das Kälbchen wird sich schlachten.

Das Kälbergeschrei ist nicht zu achten, so man doch das Kindergeschrei leiden muss.

Das Kalbfleisch stiehlt einem den Speck aus dem Wiemen (der Rauchkammer).

Das Kälblein liebt das Euter mehr als die Kuh.

Das Kälblein muss folgen der Kuh.

Das Kälblein saugt an der magern Kuh.

Das Kalenderemachen nicht erdenkt haben.
i] Das Schießpulver nicht erfunden haben.

Das kälteste Herz ist wärmer den das wärmste Gehirn.
z] So lange bei einer Unterredung der Intellect allein thätig ist, bleibt solche kalt. Erst wenn der Wille ins Spiel kommt, ist der Mensch wirklich dabei; jetzt wird er warm, ja, es geht oft heiß her.
Schopenhauer, Welt als Wille

Das kam in domum Cadmi et Agenoris.

Das Kamel auf dem Affen reiten lassen.

Das Kamel geht nicht leer vom Brunnen.
i] Es säuft sich satt und füllt den Wassermagen für eine durstige Zukunft.

Das Kamel ging auf die Suche nach Hörnern. Da schnitt man ihm die Ohren ab.
Talmud

Das Kamel ging aus, sich Hörner zu suchen, und die Ohren, die es hatte, wurden ihm abgeschnitten.
Hebräisch

Das Kamel ging lahm, seiner wunden Lippe wegen.

Das Kamel ging um Hörner zu suchen aus und kam ohne Ohren nach Haus.
i] Von dem, der nach fremdem Gute strebt und darüber das Seine verliert. Aus einer Fabel, nach welcher die Kamele durch einen Redner (Abgesandten) Hörner von Jupiter verlangten, der aber, durch das törichte Verlangen erzürnt, ihnen die Ohren abschnitt.

Das Kamel hat einen großen Magen und ein kleines Herz.
dä] Camelet har en stor lunge, og des mindre hierte.

Das Kamel in seinem Kopfe sieht er nicht, der Splitter eines anderen aber fällt ihm sogleich ins Auge.

Das Kamel ist ein Kamel, und wenn man es mit Edelsteinen belüde.

Das Kamel ist ein schönes Tier, sagte der Buckelige.

Das Kamel legt sich an der Stelle nieder, wo ein anderes sich niedergelegt hat.
i] Wenn ein Beamter stirbt und jemand nimmt unmittelbar seinen Platz ein. Von den Karawanen entlehnt, welche gewöhnlich an bestimmten Plätzen u.s.w., die schon von ihrer Umgebung ausgezeichnet sind, zu ruhen pflegen.

Das Kamel rührt erst das Wasser auf, ehe es trinkt.
i] Von unredlichen Sachwaltern.
ho] De kemel drinkt liefst als het water geroerd is.

Das Kamel schüttelt sich, wenn man ihm zu viel aufladet.
ho] Het pak moet naar den kemel zijn, of het draagt lastig.

Das Kamel schüttelt umsonst an seinem Höcker.

Das Kamel sieht nicht den eigenen Höcker, sondern den des Kameraden.

Das Kamel sieht seinen eigenen Höcker nicht, aber den seiner Brüder hat es stets vor Augen.
Arabien
tü] Deve kendi kamburunu görmez, arkadaşının kamburunu görür.

Das Kamel trägt Zuckerrohr und bekommt doch nur die Dornen zu fressen.

Das Kamel weiß nicht, dass es bucklig ist.
Mongolei

Das Kamel will tanzen.
i] Von Unpassendem, Unbehilflichem. Wenn jemand von Natur ernst und finster ist und den Feinen, Zierlichen spielen will, so tut er der Natur Gewalt an. Man wendet die Redensart auf einen Mann an, der, den Musen ganz entfremdet, für bered' gehalten werden will.
la] Camelus saltat.

Das Kamel wird belastet nach seiner Stärke.

Das Kamel wird nicht zum Pilger, auch wenn es nach Mekka geht.
tü] Deve Kabe'ye gitmekle hacı olmaz.

Das Kamel, das Hörner wollte, verlor seine Ohren.
Arabien

Das Kamel, das oft nach Mekka geht, kommt schließlich lahm zurück.

Das Kamel, selbst wenn räudig, trägt die Bürde von vielen Eseln.
Neugriechisch

Das Kamin entzündet sich von innen.

Das Kampflied kann helfen, die Bewegung weiterzutreiben, sie zu vertiefen und sie zu organisieren.
Brecht, Zur Frage der Übersetzung von Kampfliedern

Das Kampfmittel der Demokratie ist die Überzeugung. Sie fordert von ihren Bürgern Toleranz.
Kellermann, Zehn Gebote der Demokratie

Das kan der adel lychnam wol,
Bezalen mit dem hafen zol (mit leeren worten)!
Thomas Murner, Narrenbeschwerung (1512)

Das kan i nöt beißen.
Österreich
i] Behagt mir nicht, ich kann's nicht vertragen

Das kan ihm der Tiber und das ganze tyrrhenische Meer nicht abwaschen.

Das Kanichen fort, der Rat da.

Das Kaninchen fort, der gute Rat da.
Spanien

Das kann (ihm) der Regen nicht abwaschen.
i] Diesen Hohn, Schimpf, Spott. Davon entbindet ihn nichts, er muss es tun.

Das kann allein Gott und der große Zar.

Das kann alles Wasser im Meer nicht abwaschen.
i] Von einem großen Schimpf, Schandfleck.
ho] Dat kan al het water van de zee niet afwasschen.

Das kann der Blinde mit dem Stock fühlen.

Das kann der Zehnte nicht vertragen.

Das kann ein alt Weib mit dem Stock fühlen.

Das kann ein Blinder sehen und ein Ochs verstehen.
i] So deutlich klar, einleuchtend ist die Sache
ndt] Dat süt wol ein blinde.
fr] Un aveugle y mordrait.
ho] Dat zou een blinde zonder bril niet kunnen onderscheiden.
ho] Een blinde zou't wel zien, en een nar bemerken.
ho] Men ziet het met twee oogen wel, waar van het cene blind is, en het andere niet zien kan.
la] Apparet etiam satis coeco. Livius
la] Coecis hoc clarum est. Quintilianus
la] Vel caeco apparent.
la] Vel caecus videat, qui nullo lumine gaudet.

Das kann ein jedes Kind begreifen.
ho] Dat kan een kind wel begrijpen (vatten, verstaan).

Das kann ein Kalb mit einem Auge sehen.
ho] Een kalf met één oog kann dat gemakkelijk zien.

Das kann ein Kalb von drei Tagen merken (o. begreifen).
ho] Dat kann een kalf wel merken.

Das kann ein kranker Jude essen.
i] Um eine Speise als unschädlich oder sehr gut zu empfehlen, zu loben.

Das kann eine blinde Frau mit ihrem Krückstocke fühlen.
Köthen
i] Es ist sehr leicht zu begreifen

Das kann einem die Haare wol grau machen.

Das kann einem Menschen passieren, der Frau und Kinder hat.

Das kann einem passieren, der Weib und Kind hat, sagte der trunkene Hans, als er in einen Graben fiel.

Das kann einem wohl den Watz nehmen.
i] Kann einen wohl entmutigen.

Das kann einen philadelphischen Advokaten in Verlegenheit setzen.
USA
i] Ein amerikanischer Advokat hat mehr Schwierigkeiten zu überwinden, um sich in seinem Fache auszuzeichnen, als irgendein Advokat in der Welt, weil er nicht nur die englischen Gesetze, sondern auch die Statuten jedes Staats der Union kennen muss. Für die scharfsinngsten in der Beweisführung und die tüchtigsten in wissenschaftlicher Rechskenntnis gelten die Rechtsanwälte Philadelphias.

Das kann Folgen haben.
ho] Die zaak kan gevolgen hebben.

Das kânn i ma âfingerle.
Niederösterreich
i] Das ist nicht so schwer zu begreifen, ich kann es an den Fingern abzählen

Das kann ich auch, sagte der Kater, als er ein Kamel sah, und machte einen krummen Buckel.

Das kann ich aus- und einwendig.
i] Das verstehe ich gründlich

Das kann ich dir schriftlich geben
v] da gehe ich jede Wette ein
en] you can bet your life on that
fr] je t'en réponds - je t'en donne (o. fiche) mon billet
it] te lo posso mettere nero su bianco

Das kann ihm die Kappe kosten.
i] Er kann darüber die Pfarre verlieren, weil ehemals unter Kappe eine Kleidung über den ganzen Leib und insbesondere ein Mönchs- und Priesterrock verstanden wurde.

Das kann in keinem Fass gekühlt werden.
z] Dat dem kerkherrn ein finger versehret was, dat konde in kenen vaten geköhlet werden.

Das kann keine Feder beschreiben.
ho] Dat is met geene pennen te beschriven.

Das kann keine Klage heißen, da kein Richter bei Gericht ist.
[RSpW]
i] Die Klage konnte rechtswirksam nur am Gerichtsorte und vor dem Richter gestellt werden, nicht in dessen Wohnung oder sonst irgendwo.

Das kann Lehmanns Kutscher auch.
i] In Breslau, wenn jemand beim Spiel gute Karten bekommt und infolge dessen gewinnt.

Das kann man (für alles) Gold nicht haben.
fr] On n'en peut avoir ni pour or ni pour argent.

Das kann man fast mit Fäusten greifen.

Das kann man für ein Ei und einen Apfel bekommen.

Das kann man mit der Elle ausmessen.
ho] Men mag het wel met de el uitmeten.

Das kann man nicht angreifen ohne eiserne Handschuhe.
i] Von einer kitzeligen Sache, die mit Behutsamkeit und Überlegung behandelt sein will, sagt der Franzose: Cela ne se prend pas sans mitaine.

Das kann man nicht aus dem Ärmel schütteln.
i] Sorglos und leichtsinnig in einer Sache verfahren, mit etwas umgehen, auch ohne Vorbereitung predigen, Verse machen usw., etwas mühelos vollbringen
en] You can't pull (o. produce) that out of your hat. - It does not grow on trees. (Von Geld)
fr] Cela ne se jette pas en moule. - Cela ne se trouve pas dans le pas (o. sous le pied) d'un cheval. - (Vor allem von Geld). - On ne peut pas faire sortir cela de terre.
it] Ciò non si può fare in quattro e quattr'otto.

Das kann man nicht ohne Handschuhe tun.
i] Es ist nicht so leicht, man kann (mag) es nicht geradezu angreifen
fr] Cela ne se prend pas sana mitaine.

Das kann man sich am Arsch abfingern.

Das kann man sich an den Fingern abklavieren.
Köthen

Das kann man sich an den Fingern abzählen.
v] Das ist mit den Händen zu greifen.
en] That is as clear as daylight. - That leaps to the eye.
fr] Cela crève les yeux. - Cela saute aux yeux. - C'est à toucher du doigt.
it] Questo salta all'occhio (o. balza agli occhi)

Das kann man sich noch beschlafen.
fr] Il y a jour d'avis.
ho] Jets met houts koole en krijt overleggen.

Das kann man so prick (genau) nicht weißen (wissen).
Ukermark
i] Im Scherz in der sogenannten messingschen Sprachweise (d.h. platt- und hochdeutsch gemischt, gezwungen vornehm) von Dingen gesagt, die niemand wissen kann.

Das kann mir der Esel sagen, da brauch' ich den Müller nicht dazu.
Altenburg
i] Um grobe Reden und Ausfälle zurückzuweisen

Das kann mir gestohlen werden.
i] Ich lege keinen Wert darauf.

Das kann nicht jede Kuh.
la] Non sus quivis hoc norit.

Das kann selbst ein Kind merken.
la] Et puero perspicuum.

Das kann viel Brot geben, sagte Eulenspiegel, als er einen Sack Mehl, den er aus der Mühle brachte, unter die Brücke in den Fluss fallen liess, wenn nur das Wirkemehl (= Mehl zum Auskneten) nicht ausgeht.

Das kann weder Elbe noch Rhein abwaschen.

Das kann weder Hund noch Katze verstehen.
ho] Hond noch kat kann dat verstaan.

Das kann wohl einem begegnen, aber nicht Hunderten.
dä] Det kand baendes een og ikke hundrede.
it] Ogni colomba non porta l' olivo.

Däs kann zu a baise Häuser gaun.
i] Es kann schlimme Folgen haben, einen bösen Ausgang nehmen

Das kannst du deiner Großmutter erzählen
v] das kauf' ich dir nicht ab - wer's glaubt, bezahlt einen Taler
en] tell that to the marines!
fr] à d'autres!- mon oeil!
it] va a raccontarlo altrove! - questo puoi raccontare ad altri!

Das kannst du dir abschminken!
en] To forget sth. - To put sth out of one's mind. - To write sth off.

Das kannst du in den Rauchfang (o. den Schornstein o. ins Kamin) schreiben
v] das kannst du abschreiben (o. dir ans Bein streichen)
en] write that off! - you may whistle for it
fr] tu peux en faire ton deuil - tu peux te l'accrocher - tu peux faire une croix (sur ta créance) - raye cela de tes tablettes
it] puoi fare una croce su questo

Das Kanu trifft nie den Baumstumpf wieder, von dem es gehauen wurde.
Kongo

Das Kapital des Reichen ist im Geldschrank, das des Klugen im Kopf.
tü] Zenginin sermayesi kasasında, alimin sermayesi kafasında.

Das Kapital ist akkumulierte Arbeit. Arbeit ist Kapital, das sich nicht akkumuliert.
Laffitte

Das Kapital ist scharf auf Nullen.

Das Kapitel von der Elektrizität ist noch das, was in neuerer Zeit nach meinem Sinne am vorzüglichsten bearbeitet ist.
Goethe, J. D. Falk, 28.2.1809

Das karge Weib geht oft zur Kiste.
mhd] Dat karge wyf geit vake to der kisten.
la] Aggreditur coniunx capsellam paria subinde.

Das Kartenspiel bleibt ungewehrt, wenn man zu rechter Zeit aufhört.

Das Kartenspiel ist des Teufels Betbüchlein.

Das Kartenspiel nicht mehr in der Hand haben.
Luthers Tischreden
i] In einer Sache nicht mehr freie Hand besitzen.

Das Kartoffelfeld der Witwe ist unter dem Stein des Ofenlochs und die Wasserlöcher für Flachs unter dem Dünnbierfaß.
Estland

Das Kätzchen ist stolz worden, es will nicht vom Ofen herab.

Das Kätzel (Kätzchen) schwimmt manchmal ärschlich.
Hirschberg
i] Wenn etwas nicht nach Wunsch geht. Auch fragend: Schwamm's Kätzel ärschlich? Ging's nicht nach Erwarten?

Das Katzenmaul lässt gedeihen, Hühnerzehen zerstören.

Das Katzenweibchen ernährt immer die Jungen.

Das Kätzlein ist wie die Katze.

Das Kätzlein wollt sich gern putzen.

Das kaufe ich dir nicht ab.

Das Kaufen billiger Ware ist Geldverschwendung.
Estland

Das kauft ihm niemand ab.

Das Käuzchen fliegt.
i] Glückssymbol)
la] Noctua volat.

Das kenn' ich wie der Esel (die Ziege, das Schwein) die Petersilie.
Tschechien

Das Kennzeichen des Philisters ist sein Beharrungsvermögen im geistigen Unterstand seiner Verbildung.
K. Peltzer, An den Rand geschrieben

Das Kennzeichen eines Herzens im Glück ist ein heiteres Gesicht.
Jesus Sirach, 13, 26

Das Kennzeichen für einen Satten ist das Übriglassen.
Afrika

Das Kerbelkraut schmeckt der Jugend nicht (mehr).
Österreich
z] Sie wirft den Strohsack vor die Tür und buhlt öffentlich.

Das Kerbholz zerschneiden.

Das Kerzlein ist bis auf den Nagel abgebrannt.
i] Die Sache, die Wirtschaft, das Leben geht zu Ende. Es ist zum Äußersten gekommen. Von der Sitte, in Kirchen kleine Wachskerzchen auf den Nagel des Daumens zu kleben und sich beim Lesen zu leuchten. Es ist verspielt. Die kuw (Kuh) ist am galgen. Es ist verloren als eins juden seel: Das Sprichwort tregt den verstand auf dem ruck, wann man wil sagen, es sei gethon, aus und verspilt. Auch: Nagel = In österreichischer Mundart Neige (Ende).
ndt] De Käz ess an der Näl gebrannt.
la] Res ad triarios rediit.

Das Ketzlin (Kätzlein) hat scharffe Klawlin und Phötlin: erwischt es dich beym Ohrlin, so helt es dich, hüt dich.

Das Kibitzei in der Hand ist besser als der Kibitz im Rohr.

Das Kind akzeptiert einfach, dass es Männer und Frauen gibt, wie es einen Mond und eine Sonne gibt.
Simone de Beauvoir, Das andere Geschlecht

Das Kind aus der Wiege werfen.
i] Einen schwer erzürnen.

Das Kind aus einem Schlaf in den anderen, die Jungfrau von einer Arbeit zur anderen treiben.
Estland

Das Kind bei seinem rechten Namen nennen (o. rufen).
i] Mit der Wahrheit nicht hinter dem Berge halten, eine Angelegenheit ohne verhüllende Redensarten darstellen.
ndt] Dat Kind bi sinem Namen nömen. Pommern
en] to call a spade a spade
fr] appeler un chat un chat (et Rollet un fripon)
fr] Nommer les choses par leur nom.
it] dire pane al pane e vino al vino
la] Dicere id, quod res est.

Das Kind bekommt auf dem Jahrmarkt Weißbrot und nach dem Jahrmarkt Prügel.
Estland

Das Kind beschmuzt sich und reisst Löcher, die Mutter näht und wäscht.
Tschechien

Das Kind braucht Brei und die Wurzel Dünger.

Das Kind bricht alle Gedinge.
[RSpW]
i] Wenn auch die Eheleute beim Beginn ihrer Ehe ihre künftigen Vermögensrechte zu ordnen berechtigt sind, das eheliche Kind bricht ihre Ehestiftungen und Verträge; denn jedem Kinde gehört seiner Eltern Gut. Das Kind bricht aber auch in lehnsrechtlicher Beziehung dann das Gedinge, wenn ein Lehen für den Fall seines Ablebens ohne männliche Nachkommen einem andern zugesichert war, der Lehnsbesitzer aber noch einen lehnsfähigen Erben erhält.
mhd] Daz kint daz bricht all gedinge.

Das Kind büsert.
Oberhessen

Das Kind darf dem Brot keine Schande machen, Brot macht manchmal dem Kind Schande.
Estland

Das Kind darf nicht mit dem Waschwasser ausgeschüttet werden.
Estland

Das Kind der Stiefmutter wird doppelt (o. zweimal) gefüttert (o. genährt).
Polen

Das Kind des Kaufmanns erwacht beim Klang des Rechenbretts.

Das Kind des Nachbarn ist deins.
Bantu

Das Kind des Retters wird nicht gerettet.
Bantu

Das Kind die Rute lehrt, die Not den Mann bekehrt.
Rumänien

Das Kind eines Löwen ist ein Löwe.

Das Kind eint und scheidet der Eltern Gut.
[RSpW] '
i] Welche besondern Festsetzungen die Eltern bei Eingehung der Ehe in Betreff ihres Gutes gemacht haben mögen, sie können die Erbrechte des Kindes nicht beeinträchtigen.
ndt] Dat kindt sammt und scheidet dat Gut siner Olderen. Rügen

Das Kind ernährt ja nicht die Eltern, die Eltern ernähren die Kinder.
Estland

Das Kind erstickt oft die Mutter.

Das Kind erzieh mit der Rute in der rechten Hand und dem Brötchen in der linken Hand.
Estland

Das Kind fällt (o. gehört) zur ärgern Hand.
[RSpW]
i] Während in einem Teile Deutschlands das Kind der bessern Hand folgte, einem andern die freie Mutter ein frei Kind gewann, wieder die Söhne nach dem Vater, die Töchter nach der Mutter ihr Freiheitsmaß bestimmt erhielten, sagt das obige Sprichwort, das einer späteren Zeit und einem in ungesetzlicher Form entstandenen Gesetz angehört, dass die Kinder stets unfrei sind, wenn nur eins der Eltern unfrei ist. Unter der 'ärgern Hand' wird der Ehegatte verstanden, welcher mit dem andern nicht von gleichem Stande ist, es mag Vater oder Mutter sein. Das Sprichwort will daher sagen, dass Kinder aus einer ungleichen Ehe entsprossen, allemal nur den Stand erlangen, welchem der ungleiche Gatte angehört. Zu den ungleichen Ehen gehörten die eines Freien mit einer Leibeigenen, oder eines Adlichen mit einer Bürgerlichen. Unter den verschiedenen Abstufungen der Freien kennt der Sachsenspiegel keine Missheiraten. Und wenn es darin heisst, dass ein Kind besser geboren sein könne, als seine Mutter; so ist dies nur in dem Falle denkbar, wenn die Mutter aus einer andern Klasse der Freien als der Vater ist.
mhd] Diu kint gehörent zu der ergern hant.
la] Partus sequitur ventrem.

Das Kind fällt wieder in der Mutter Schoß.
[RSpW]
i] Der mütterliche Schoß bezeichnet Eltern uud Großeltern. Das Sprichwort redet von der Verlassenschaft eines Kindes und sagt, dass sie nach dem Tode des Kindes den Eltern wieder zufalle. Daher hieß früher das Erbrecht der Eltern auch Schoßfall. Nach dem römischen Rechte haben die leiblichen Geschwister eines Kindes nach dessen Tode gleiches Recht am Erbe mit den Eltern.
fr] D'ou vient l'agneau, là retourne la peau.

Das Kind fängt kaum an zu verstehen, da beginnt es auch schon, alt zu werden. Korea

Das Kind findet sich leichter als die Wiege.

Das Kind folgt dem Busen.
[RSpW]

Das Kind folgt der Mutter, die es geboren hat.
en] Birth follows the belly.

Das Kind folgt der Mutter. England
en] Birth follows the belly.

Das Kind folgt seiner Mutter.
i] Sagt, dass der Geburtsstand der Mutter den des Kindes bestimmt. Galt früher von Kindern aus Ehen zwischen freien und leibeigenen Personen, oder von Ehen unfreier Leute, die verschiedenen Herren gehörten, jetzt bedingungsweise von unehelichen Kindern.
mhd] Dat kint volghet sijnre moeder.
fr] Le ventre affranchit.

Das Kind geben, um die Wiege zu er(be)halten.

Das Kind geht nach der bessern Hälfte.
[RSpW]
i] Im alten Norden war es Rechtsgrundsatz, dass wenn eins der Eltern frei war, das Kind stets dessen Geburtsstand erhielt, und zwar ohne Unterschied des Geschlechts.
dä] Gangin barn a bätra halvo.

Das Kind hält das, was es begehrt, und das, was ihm gehört, für eins.
Jean Paul, Aphorismen

Das Kind hasst den, der ihm alles gibt, was es will.

Das Kind hat den Verstand meistens vom Vater, weil die Mutter ihren noch besitzt.
Adele Sandrock

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