Weisheiten 64

An Feyertagen gespunnen, helt nicht.

An Frauen und Mühlen gibt's immer zu flicken.

An Frauen und Steuern ist kein Mangel.
it] Moglie, e malami non manciano mai.

An freie Tafel ist gut Gäste laden.
ho] Daet 't vry gelagh is, ist goet gasten nooden.
ho] 'T is goet dansen op een ander mans vloer.
ho] 'T is goet feest houden op anders sael.

An fremdem Hüftschmerz hinkt man nicht.

An fremdem Tische nimm für gut, wenn guter Will nach Kräften tut.

An fremdem Tuch lernt man den Schnitt leicht.
z] An fremdem Tuch lernt jeder leicht den Schnitt, doch bringt er gern die eigene Schere mit.

An fremdem Unglück lässt sich gut sehen, was man meiden sollte.
la] Bonum est fugienda aspicere in alieno malo.

An fremden Fehlern erkennt man die eigenen.
it] Con l' error d'altri il proprio si conosce.

An fremden Gebrechen erkennt man die eigenen Schwächen.
pl] Kto cudze nedze uwazy lekcéj sobie swoje wazy.

An fremden Hunden und Kindern hat man das Brot verloren.

An fremden Kindern und Hunden ist's Brot verloren.
z] Man sagt, was man den frembden Hunden zu gut tut und den frembden kinden, das wirdt mit vnflat und mit stanck bezalt, denn solchs ist der Welt danck.
i] Der fremde Hund wird allerdings, sobald er frei wird, trotz des guten Futters, das er erhalten, wieder fortlaufen, um seinen Herrn aufzusuchen und nichts als den Strick zurücklassen; daraus lässt sich aber noch nicht die allgemeine Anwendung des Sprichworts auf Pflegekinder rechtfertigen, da einzelne Undankbare vielen Dankbaren gegenüberstehen.

An fremden Tischen schmeckt es wohl.
dä] Ingen ceder andens mad, uden hau bliver deraf a glad.

An fremder Leut Kinder und frembden Hunden ist die Kost verloren.

An fremder Tafel nimm für gut, was guter Will' auftragen tut.

An Frog (Frage) is frei, sagte der Bauer zum Advokaten, is die Rechnung beschissen oder bemalt?
Schlesien

An fünf Dinge soll sich niemand kehren: an der Krämer Schwören, an der Hunde Hinken, an der Metzen Winken, an der Frauen Weinen, an der Kinder Greinen.

An fünf Dingen erkennt man fünf andere: das Wetter am Wind, den Vater am Kind, den Herrn am Gesind, den Esel an den Ohren, an den Worten den Toren.

An fünf Zeichen erkennt man den Narren: er ist leicht zu erzürnen, gibt Geschenke solchen, die es nicht verdienen, bemüht sich um nichtige Dinge, unterscheidet nicht zwischen Freund und Feind und offenbart seine eigenen wie anderer Geheimnisse.

An Fürsten Vorzüge zu loben, die sie nicht haben, heisst, sie ungestraft beleidigen.
François de La Rochefoucauld, Reflexionen

An gâden Nâibar as bêdarüsh an fiiren (widjen) Frinj.
Amrum
hdt] Ein guter Nachbar ist besser als ein ferner Freund.

An gebärden kennet man das gemüet.

An Geberden mercket man, was im hertzen steckt.

An Gebildetem nur darfst du, Nachahmer, dich üben;
Selbstgebildetes ist Stoff nur dem bildenden Geist.
Schiller, Der Nachahmer

An gedanken geht viel ein, wie am rohen Duch.

An Gedanken und gespanntem Tuch geht viel ab.
mhd] An gedanken und geneetem Tuch geht viel ab.

An Gefährten und Gesellen zwar gibt jeder sich zu kennen gar.

An gehorsamen Kindern finden die Eltern Freude.

An gekrümmeten Gulden verleurt man wenig.

An Geldwunden stirbt niemand.
i] Das Leben allein ist nicht wieder zu ersetzen.

An Gellert, die Tugend und die Religion glauben, ist bei unserm Publiko beinahe Eins.
Goethe, Schriften zur Literatur - Rezensionen - Über den Wert einiger deutscher Dichter

An gemein ort bindt niemand sein pferd.

An gemeinen Ort bindet niemand sein Pferd.

An Georgi (23.4.) soll sich ein Rab' im Korn verstecken können.

An Georgi mit dem Korbe, aber an Nikola mit dem Wagen.
Russland (Über das Wachstum des Grases)

An geringem Tische ist sicher essen.
i] Er hält länger als der vollauf und lecker besetzte.

An Gesamtgut da graben, die da frieden.
[RSpW]
i] Hier das Grundeigentum der Gemeinde (Almende) gegenüber dem Privatbesitz. Um das letztere, das Sondergut, vom Almende auf kennbare Weise auszuscheiden und einer Verringerung desselben zu Gunsten des letztern vorzubeugen, da in zweifelhaften Fällen zum Vorteil des Gemeindeguts entschieden zu werden pflegte, mussten die an das letztere grenzenden Privatbesitzer den Zaun oder Fried herstellen, der das Gesamtgut vom Sondergut trennte. Diese Einfriedung wurde jedoch erst dann für eine ausreichende Scheidung erachtet, wenn neben ihm ein Graben gezogen war. Die Pflicht aber, den Graben zu ziehen, lag wieder denen ob, welche den Zaun herzustellen und zu unterhalten hatten.
z] An einer samenden Meinheit dar graven, de dar freden.

An gespanntem (grauem, rohem, ungenetztem) Tuch und Anschlägen geht im Jahre viel ab.
z] An gedancke und gespannte Tuche gehet viel abe. Wie die gute Apologi also des Küsters mit seinem Tropff, des Münchs mit seinem Oelkrüglein und des Bawern mit dem Hasen.

An gestohlenem Holze wärmt man sich nicht lange.

An getane Arbeit denkt man gern.
la] Suavis est laborum praeteritorum memoria. Cicero

An Gewêten üs an Schlaghterhünj.
Nordfriesland

An gezählt Geld is kaan Broche (Segen).
Jüdisch-deutsch

An Gimpl auf der Nase sitzen hab'n.
Oberösterreich

An Gimpl fang'n.
i] Infolge der Kälte eine rote Nase bekommen.

An Giwêten üs an Slaghterhünj.
Nordfriesland
hdt] Ein Gewissen wie ein Schlächterhund.

An Glauben ein Kind, an Vernunft ein Rind, macht für Erd' und Himmel blind.

An gleicher Bürde trägt sich niemand müde.

An Glück und Leid, an Ruhm und Unheil empfängt stets eine jede Nation genau, was als verdient.
v. Sybel, Kleine historische Schriften

An Gott denken ist ein Handeln.
Joseph Joubert, Gedanken, Versuche und Maximen

An Gott nicht verzag', dein Glück kommt alle Tag'.
dä] Ingen mishaabe om Gud og lykken.

An Gottes großem Kram sind alle Waren um Arbeit feil.

An Gottes Hofe hat auch der Arme unangemeldet Zutritt.

An Gottes Hülf' und reichem Segen ist aller Menschen Tun gelegen.

An Gottes Segen ist alles gelegen, sagte jener Pfarrer, der kurze Predigten liebte.

An Gottes Segen ist alles gelegen, wer den nicht hat, muss Armut pflegen.

An Gottes segen ist alles gelegen.
fr] Bien ne réussit ou ne prospère si Dieu n'y donne sa bénédiction.
fr] En peu d'heures Dieu labeure.
ho] Aan Godes zegen is 't al gelegen.
un] Miénk a reménység, de Istenben áll a kimenetel.

An Gottes Tafel essen alle aus einer Schüssel.

An Gottes Wage täuscht die Zunge nicht.

An Gottes Wort dich halt allein, wilt du für abgunst sicher sein.

An Gottes Wort halt dich am meisten und gib nicht Glauben allen Geisten.

An Grant ham, wiera tragadi Katz.
Oberösterreich

An grattan Snewâl, au gâdan Kurnhûp.
i] Ein großer Schneewall, ein guter Kornhaufen.

An greenen Jul, an witjen Puask.
Amrum
hdt] Grüne Weihnacht, weiße Ostern.

An Gregor kommt die Schwalbe über Meeresport, an Benedict (21.3.) sucht sie im Haus ein Ort, an Bartholomä (24. August) zieht sie mit Gott wieder fort.
it] Da San Gregorio papa la rondine passa l' acqua, San Benedetto la rondine sul tetto, da San Bartolomeo la rondine va con Dio.

An Gregori (12.3.) muss der Bauer mit der Saat ins Feld.

An Gregori einen Regenguss auf das Haupt, die Hacke auf dem Buchweizenfelde.
Kärnten

An griechischen und römischen Mustern musste der niedergedrückte Geist nordischer Barbaren sich aufrichten und die Gelehrsamkeit einen Bund mit den Musen und Grazien schließen.
Schiller, Universalgeschichte

An großem (= vielem) Lachen erkennt man den dummen Mann. Estland

An großem (vielem) Lachen erkennt man den dummen Mann.
Estland

An großen Haufen Nischte (Nichts).
Schlesien

An großen Öfen ist nicht gut wärmen, sie bedürfen aber viel Holzes.
v] An großen öfen ist sich gut zu wärmen, sie bedörffen aber vil holtz.
i] Es ist nicht sicher, ihnen gar zu nahe zu kommen.
dä] Godt er at varme sig ved store ovne, men de ville have meget brænde.
it] Chi sta appresso il fuoco, è forza che si scaldi.

An großen Strömen ist schlimm fischen.
it] A fiume famoso non andar a pesca.

An großer Herren Höfen fehlt es an Fuchsschwänzern nie, da viel Füchse gefressen werden.

An großer Herren Höfen ist die Eingangstür von Pfefferkuchen, die Ausgangstür von Nadelholz.
bm] Do panského dvoru vrata siroká, ale ven úzká.
bm] Siroká vrata ke dvoru, úzká nazpĕt.
dä] Til hove sød indgang, men suur udgang.

An großer Herren Höfen werden dreierlei Leute gefunden: Fuchsschwänzer, Missgönner und Verleumder.
z] Die Fürsten haben an ihren Höfen mehr Schmeichler als Fliegen in ihren Gärten. Racine

An Gründen dazu soll es dir gewiss nie fehlen, sagte die Braut, als ihr der Bräutigam mitteilte, er pflege oft ohne Grund zu zanken.

An Grundsätzen hält man nur fest, solange sie nicht auf die Probe gestellt werden, geschieht das, so wirft man sie fort wie der Bauer die Pantoffeln und läuft, wie einem die Beine nach der Natur gewachsen sind.
Otto von Bismarck, an seine Braut, 14. März 1847

An gutem willen, Stolz und Hochmut fehlet es der Welt nicht.

An guten Bissen verdirbt man sich den Magen zuerst.

An guten Schulen und guten Wegen erkennt man den guten Staat (eine gute Regierung).
ho] Goede scholen en goede uurwerken zijn twee kenteekens van eene goede stadsregering.

An guten Schulen und richtigen Uhren erkennt man einen wohlregierten Staat.

An guten Tagen sind Morgen und Abend nicht weit auseinander.
i] Sie erscheinen kurz, vergehen schnell.

An guter Absicht bist du reich,
Willst Zukunft säen. Sä' mit Verstand!
Ein guter Bauer sät Hand vor Hand.
Ein Narr nur schüttet gleich
Den ganzen Sack aufs Land.
Will Vesper, Rufe in die Zeit

An guter Lehr' trägt keiner schwer.

An guter Lehr',
Trägt keiner schwer.

An guter War' verkauft men si nid.
fr] Bonne marchandise n'est jamais trop chère.
ho] Aan goede waar is men nooit bekocht.

An guter Ware ist oft viel verdorben.

An Gutes erinnert man im Guten, an Böses im Bösen.

An gütlichen Handlungen gewinnet man oft nicht mehr als Esels-Ohren.

An Habe steh ich arm,
Ein Los, infolgedessen auch der Adel sinkt.
Euripides, Elektra

An Hanger hoan î schon, dass ih'n or'ntli siech vor meiner.
Steiermark
i] Personifikation eines heftigen Hungers.

An Häreguns (Herrengunst) un Vugelsang
Erfreut der Minsch sich selde lang.

An Haspel laufen.
z] Item, so man einen auff ein Handwerck dinget, vnd er laufft an Haspel, der fallet endlich den Halss ab.

An Hass und Neid stirbt Heiterkeit.

An Hass und Schmeichelei geht Tugend und Wahrheit entzwei.

An hastigem Trank und an einem Weib, das ständig Kreuze schlägt, muss die Seele erkranken.

An heiligen drei Könige sind die Tage einen Hahnenschritt länger.

An heiligen Orten gehen viele Dämonen um.

An heiligen Tagen wird man am meisten geschlagen.

An heißen Tagen besteht man nicht auf den Riten.
China

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