Weisheiten 62


Das ist der rechte Hasenfuß, der sich vor seinem eigenen Schatten fürchtet.
Russland

Das ist der rechte Kern.
z] Was mennt (meint) ihr, is dos nich der rechte Karn?

Das ist der rechte Knaster nicht.
i] Um etwas als ungeeignet oder verfälscht zu bezeichnen.
ho] Dat is andere tabak dan knaster.

Das ist der rechte Mann auf der rechten Stelle.
en] The right man in the right place.

Das ist der rechte Meister Klügel, der meint, er hab alleine flügel.

Das ist der rechte Meister Klügle, der das Ross im Hintern zäumen und rücklings reiten kann; seiner Sackpfeife Hall ist der allerbeste Schall.

Das ist der rechte Speck.
i] Der ist der rechte Mann dazu, der wird's machen und ausführen; eigentlich doch öfter ironisch.

Das ist der rechte Ton nicht.
ho] Dat is de regte toon niet.

Das ist der rechte Vogel für das Nest.

Das ist der rechte Weg, um den Hals zu brechen.
ho] Dat is de regte weg om den hals te breken.

Das ist der reine Zucker, bloß nicht süß.

Das ist der reinste Taubenschlag
en] it's like a railway station here
fr] c'est une maison où l'on entre comme dans un moulin
it] è un porto di mare

Das ist der richtige Stempel.
i] Die Sache ist in Ordnung.
ho] Dat is van den regten stempel.

Das ist der rote Faden.

Das ist der Sack eines Bettlers.
i] Der nie voll wird. Um einen Habsüchtigen oder Geizigen zu bezeichnen. Torba ubo giego, Ubaga terba, sagen die Litauer.

Das ist der Sau vor den Arsch zu gießen.
i] Ist ungenießbar.

Das ist der Schlüssel zum Rätsel.
ho] Dat is de oplossing van het raadsel.

Das ist der springende Punkt
en] that's the crux - that's the (whole) point
fr] c'est le point saillant (o. dècisif)
it] questo è il punto saliente (o. importante)

Das ist der Stein des Anstoßes.

Das ist der Teufel, der schwarz sieht.

Das ist der Toren Torheit: die leben ohne Herzeleid.
Mechthilde von Magdeburg, Das fließende Licht der Gottheit

Das ist der Totengräber.

Das ist der Vorbeter von der Siemandelgesellschaft.
Wien
i] Von einem Mann mit wenig eigenem Willen, obenan unter denen stehend, die sich von andern, namentlich Frauen, leiten lassen.

Das ist der Vorteil im Alter: dass man alles weglassen, dass man sich so sehr in einen anderen Menschen hineinversetzen kann, dass es keiner besonderen Anstrengung zur Charakterisierung mehr bedarf.
Fliegende Blätter

Das ist der Vorzug edler Naturen, dass ihr Hinscheiden in höhere Regionen segnend wirkt, wie ihr Verweilen auf der Erde, dass sie uns von dorther, gleich Sternen, entgegen leuchten, als Richtpunkte, wohin wir unsern Lauf bei einer nur zu oft durch Stürme unterbrochenen Fahrt zu richten haben, dass diejenigen, zu denen wir als uns zuWohlwollenden und Hülfreichen im Leben hinwendeten, nun die sehnsuchtsvollen Blicke nach sich ziehen, als Vollendete, Selige.
Goethe, Ansprachen - Zum feierlichen Andenken - Anna Amalia

Das ist der wahre Jakob.
i] Eigentlich: das trifft, so muss es sein; aber meist ironisch von jemand, dem nicht zu trauen.

Das ist der waren Liebe recht, wenn man nicht arme Freund verschmecht.

Das ist der Weg ins Holz.

Das ist der Weg ins Paradies.
i] Das heisst: ein Fußsteg, enger Pass, auf dem nur wenige gehen oder zu gleicher Zeit gehen können.

Das ist der Weg nach dem Armenhause.
ho] Dat is de weg naar het gasthuis.

Das ist der Weg über Danzig (von Tanzen) nach Leipzig.
ho] Dat is de weg naar Leipzig.

Das ist der Weisheit letzter Schluß:
Nur der verdient sich Freiheit wie das Leben,
Der täglich sie erobern muss.
Goethe, Faust, II, 5 (Faust)

Das ist der Welt Art, dass sie die Wahrheit auf die Feiertage spart.
la] Quid nocet ex falso bona pectore fundere verba illud enim dicens nequitiosus homo est.

Das ist der Welt ein lieber Mann, der alles zum besten kehren kann.

Das ist der Welt Lauf (o. Lohn)
en] That's life
en] That's the way the cookies crumble
fr] C'est le train du monde
fr] Ainsi va le monde
it] Così va il mondo
la] Pro benefactis vinxerunt Agamemnona Graji

Das ist der Welt sitt, freud bringt trauren mit.

Das ist der Welt statt, thu mir guts, ich thu dir quad.

Das ist der Weltlauf! Keins der Dinge hat Bestand.
Euripides, Jon, 969 (Kreusa)

Das ist der Wibelschiner.
i] Diesen Spottnamen erhält in der Eifel (z.B. in Gintingen, Kreis Bitburg) der Bauer des Orts, welcher am letzten mit dem Kornabschneiden fertig wird, und muss es sich gefallen lassen, so von Jung und Alt während des Jahres genannt zu werden.

Das ist der Witz! Böhmen
i] Das ist die Sache! So ist es!

Das ist der Wolf, welcher das Lamm (Schaf) zerrissen hat.
i] Dies der Verführer, der Anstifter des Bösen. Der ist die Ursache von dem Missgeschick. Wenn die Mutter mit Galanen umgeht, die Töchter spiegeln sich daran; du, Mutter, bist der Wolf, der u.s.w.

Das ist der Zeitung gleich.
i] Merkwürdig, seltsam.

Das ist der zipfel von den fulen tuoch.
i] Da muss man die Sache anfassen. Der Ton ruht auf: das.

Das ist der, der Kosel verraten hat.

Das ist des Alters Los auf Erden,
Dass alle Rechte zu Pflichten werden.
Heyse, Spruchbüchlein, Lebensweisheit

Das ist des Körpers Recht, dass er der Seele dient als Knecht.
en] The body is the socket of the soul.

Das ist des Landes nicht der Brauch.
Goethe, Faust I, Der Nachbarin Haus (Margarete) Vs 2949

Das ist des Menschen wunderbar Geschick,
Dass bei dem größten Übel noch die Furcht
Vor fernerem Verlust ihm übrig bleibt.
Goethe, Natürliche Tochter A V Sz 5 (Eugenie) VS 2586f.

Das ist des Pudels Kern
en] that's the heart of the matter - there's the rub
fr] voilà le fin mot
it] ecco il nocciolo della questione

Das ist des Teufels Schwiegersohn, sagte Töffel, als er einen Neger sah.

Das ist des Teufels Vorlauf.

Das ist die (seine, unsere) Sündenschuld.
i] Wenn eine Widerwärtigkeit eintritt, die als Folge übler Handlungen betrachtet wird. Bei Erwähnung von Unglücksfällen.
jüdisch-deutsche] Be-Awoj-nessejnu hu-rabbim = um unserer Sünden willen.

Das ist die alte Adams Rhethoric, dass man die Schuld Gott oder anderen Menschen gibt.
Chr. Lehmann, 1639

Das ist die alte Erfahrung: sobald sich etwas Bedeutendes hervortut, alsobald erscheint als Gegensatz die Gemeinheit, die Opposition. Lassen wir sie gewähren, sie werden das Gute doch nicht unterdrücken.
Goethe, F. v. Müller, 23.11.1823

Das ist die alte Geige (o. Leier).

Das ist die alte Leier der Verliebten.
Ein jeder glaubt, er hätte ganz allein
Die Leidenschaft erfunden, vor ihm konnte
Gar niemand lieben.
Madâch, Die Tragödie des Menschen

Das ist die alte Leier.

Das ist die alte Sitt, Süß kommt ohn Bittres nit.

Das ist die Art der Frauen: bis sie mit ihrem Putz in Gang kommen und fertig werden, dauert's ein Jahr.
Terenz, Heautontimorumenos

Das ist die ausbündige Nariheit dieser Welt dass ... wir die Schuld unsrer Unfälle auf Sonne, Mond und Sterne schieben, als wenn wir Schurken wären durch Notwendigkeit, Narren durch himmlische Einwirkung, Schelme, Diebe und Verräter durch die Übermacht der Sphären, Trunkenbolde, Lügner, und Ehebrecher durch erzwungene Abhängigkeit von planetarischem Einfluß...
Shakespeare, König Lear

Das ist die beste Ehe, wo der Mann das Haupt und das Weib das Herz ist.

Das ist die beste hut, die ihm der Mensche selber tut.

Das ist die beste kunst, wer aus einem Taler vber Nacht zween oder drey kan machen.

Das ist die beste Musik, wenn Mund und Herz zusammen stimmen.
z] Das mag die beste Musik sein, wenn Mund und Herz stimpt überein.
dä] Beste musik, naar mund og hierte quæde eet, naar man taler og meener det samme.

Das ist die beste Narrheit, die nicht lang wäret.

Das ist die beste Stiefmutter, die einen grünen Rock anhat, auf dem die Gänse weiden.

Das ist die beste Wissenschaft, die gute Menschen schafft.
sd] Den bästa wetenskapen är den, som gör oss mer fromma, än lärda.

Das ist die braut, darumb man tantzt.
i] Wider diejenigen, die mit Äpfeln großtun, wenn von Birnen die Rede ist. Um die Braut tanzen heisst eigentlich sich um eine weibliche Person bewerben. Die Redensart ist von Brauttag entlehnt.
dä] Det er bruden hvorom man dandser.
ho] Zij is de bruid, waarom gedanst wordt.
la] Haec Helena, pro qua digladiantur.
la] Hic Rhodus, hic saltus.

Das ist die Braut, um die man tanzt.

Das ist die echte Demut nicht,
Dass man sich glaubt ein schlechter Wicht:
Die echte Demut der nur hegt,
Der echten Stolz im Busen trägt.
Fr. v. Sallet

Das ist die Eigenschaft, die die Menschheit vor allen anderen organisierten Wesen unterscheidet, dass wir freilich alle schön sein sollten, dass es aber nichts dazu tut, wenn wirs auch nicht sind, weil die Moralität aus uns spricht.
Goethe, Friederike Brun, 12.7.1795

Das ist die erste Bedingung für einen Mann, der es im Staatsdienst zu etwas bringen will. Man braucht keine gescheiten Leute dort, gescheite Leute haben Ideen, und Ideen stören, man braucht Leute, die Scharm und Takt besitzen und nie einen Schnitzer machen.
Maugham, Der bunte Schleier

Das ist die erste Katze, die mir heute die Pfote gibt.
ndt] Dat is de êrste Katt, de mi van dage die Poten gift.
i] Wenn einem plötzlich von unerwarteter Seite Freundlichkeit erwiesen wird.

Das ist die erste Katze, die mir heute vorschnurrt (o. vorspinnt).
ho] Dat is de eerste kat, die mij van daag een' poo geeft.

Das ist die Fahrt eines Holländers.
i] So nennt man an den deutschen Küsten das Vorgehen trotz Wind und Wetter

Das ist die Familientulpe.
i] Die alte oder ältere Dame einer Familie zur Bemutterung junger Damen

Das ist die ganze Freiheit, die der Mushik braucht: Lass ihn in Ruhe sein Land beackern, seine Kinderchen großziehn. Alles andre macht er selber: Er denkt sich seine Lieder aus, seine Märchen, sein eignes Gewissen, seine Ukase.
Wassili Schukschin, Ich kam euch die Freiheit zu bringen

Das ist die gefährlichste Anfechtung, wenn keine Anfechtung da ist.
Luther

Das ist die gefährlichste Seite des Kitsches, dass er Verbrechen als ästhetisches Mäntelchen dient.
Renn, Was ist Kitsch

Das ist die gemeinste Faulheit: die des Denkens.
Anton P. Tschechow, Briefe (22. März 1885)

Das ist die große Lehre der Pariser Kommune: Eine bis ins Letzte revolutionäre Partei muss die Arbeiterklasse führen, ausgerüstet mit dem wissenschaftlichen Geistesgut des Marxismus-Leninismus.
Bredel, Pjotr Pawlenko

Das ist die Grundsuppe davon.

Das ist die Hand des Herrn.
ho] Dat is manus Domini.

Das ist die Hauptsache, wie 's Salz bei den Fischen.

Das ist die Jugend, das verwächst sich wieder, sägte das Meisje.
ndt] Dat is Junkheit, dat verwasst wêr, sä(de) dat Meisje. Ostfriesland
i] Meisje = liebkosender Ausdruck für Mädchen, bezeichnet aber auch die weibliche Scham.

Das ist die Klaue des Löwen.
i] Das verrät den Meister, kommt von Meisterhand, ist ein Meistergedanke.

Das ist die köstlichste der Gaben,
Die Gott dem Menschenherzen gibt,
Die eitle Selbstsucht zu begraben,
Indem die Seele glüht und liebt.
Geibel, Minnelied

Das ist die Krankheit des Reichtums, dass er nie aufhört, mehr zu verlangen, und dass er seinen Durst stets mit dem stillen will, was neuen Durst erregt.
St. Gregor von Nazianz, Trauerrede auf seinen Bruder

Das ist die Kunst, das ist die Welt,
Dass eins ums andre gefällt.
Goethe, Kunst: Modernes

Das ist die letzte Wirkung der Dichtung: dass sie den Menschen ihr Weltbild gibt. Das Weltbild ist durch Sittlichkeit und Religion bestimmt.
Paul Ernst, Der Weg zur Form

Das ist die Liebe zu Gott, dass wir seine Gebote halten; und seine Gebote sind nicht schwer.
1. Joh., 5, 3

Das ist die Lösung des Rätsels.
i] Das war getroffen; so verhält sich's.

Das ist die nackte Wahrheit.
ho] Het is de gansche (loutere, zuivere) waarheid.

Das ist die Quelle des Übels.
la] Inde caput morbi.

Das ist die Quittung für deine Frechheit
en] that's what you got for your impudence (o. impertinence)
fr] voilà la réponse à ton insolence (o. impertinence)
it] ecco la risposta alla tua impertinenza (o. sfacciataggine)

Das ist die rechte Eierspeise (das rechte Eieressen) nicht.
i] Hartgesottene Eier mit Senfbrühe, in Holland jetzt noch unter dem Namen Rampersteur bekannt, gehörten ehemals zu den Leckerbissen. Waren nun die Eier zu weich, so war es das rechte Eieressen nicht. Von da das Sprichwort, um anzudeuten, dass etwas nicht nach Wunsch ist.

Das ist die rechte Lust, die du nicht bereuen musst.
dä] Det er ret lyst, hvor paa følger ingen ulyst.

Das ist die rechte Reu, der nicht mehr tut, was ihn reuet.

Das ist die rechte Wohltätigkeit: dem wohlzutun, der einem weh getan hat.
Arabien

Das ist die Rücksicht,
Die Elend lässt zu hohen Jahren kommen.
Shakespeare, Hamlet, III,1 (Hamlet)

Das ist die schlimmste Armut, haben und nicht finden, wenn man's braucht.
la] Certissima paupertas.

Das ist die schlimmste Qual,
Dass ich nicht wissen kann,
Warum ohn' Lieb' und Hass
Mein Herz trägt so viel Qual.
P. Verlaine, Romances sans paroles: Il pleure dans mon cour

Das ist die Sehnsucht: wohnen im Gewoge
Und keine Heimat haben in der Zeit.
Rainer Maria Rilke, Frühe Gedichte

Das ist die Sklaverei der höchsten Größe, dass man nicht kleiner werden kann.
Seneca, Von der Gnade, An Nero

Das ist die Sonne von Austerlitz.
i] Voilà le soleil d'Austerlitz.
Napoleon I., am 7. September 1812

Das ist die Spille (Webspule), um die sich alles dreht.
ho] Dat is de spil, waarop alles draait.

Das ist die Stelle, wo ich (er) sterblich bin (ist).
i] Das ist der schwache Punkt. Die Worte Philipp's II. in Schiller's Don Carlos.

Das ist die undankbare Stellung des Vaters in der Familie. Aller Versorger, aller Feind.
August Strindberg, Der Sohn der Magd

Das ist die Vergeltung, die der Genius der Kunst am Dilettanten übt: Wenn dieser schöpferisch zu werden versucht, gerät er unter das eigentliche Niveau nicht nur seines Verstandes, sondern auch seines Charakters, so dass uns das Produkt eines sonst leidlich gescheiten Menschen, dem nur eben das Talent versagt ist, wie das Lallen eines Schwachsinnigen und er selbst, im Leben vielleicht ein ganz anständiger Mensch, durch das Medium seines misslungenen Werkes als ein höchst fragwürdiges Subjekt erscheint.
Arthur Schnitzler, Buch der Sprüche u. Bedenken, 8, Werk u. Widerhall

Das ist die verkehrte Welt.
ho] Dat is de verkeerde wereld.

Das ist die Volksgeschichte - pulsierend, blendend hell, erfüllt von Farben, von Wahrheit, das ganze Leben des Volkes enthüllend.
Gogol, Über kleinrussische Lieder

Das ist die Wahl!
Nürtingen
i] Das ist das Beste.

Das ist die wahre Liebe, die immer und immer sich gleich bleibt,
Wenn man ihr alles gewährt, wenn man ihr alles versagt.
Goethe, Vier Jahreszeiten

Das ist die wahre Symbolik, wo das Besondere das Allgemeinere repräsentiert, nicht als Traum und Schatten, sondern als lebendig-augenblickliche Offenbarung des Unerforschlichen.
Goethe, Maximen und Reflexionen 314

Das ist die Wahrheit der Natur: auch noch das dümmste Weib kann einen Sohn haben.
Roda-Rodas Geschichten von Gregor von Rezzori

Das ist die weise von alters her, das junge Leut freyen.

Das ist die Welt:
Sie steigt und fällt
Und rollt beständig,
Sie klingt wie Glas -
Wie bald bricht das! -
Ist hohl inwendig.
Hier glänzt sie sehr
Und hier noch mehr:
'Ich bin lebendig!' -
Mein lieber Sohn,
Halt dich davon!
Du musst sterben:
Sie ist von Ton,
Es gibt Scherben!
Goethe, Faust I, Hexenküche (Der Kater) Vs 2402f.

Das ist die wichtigste Komponente des Musikschaffens - die Persönlichkeit des Komponisten, der mit Kopf und Herz 'etwas zu sagen' hat.
Leonard Bernstein, Von der unendlichen Vielfalt der Musik

Das ist die wilde Jagd.

Das ist die Zeit der schweren Not.
z] Gott verzeih mir meine Sünde, aber es ist wahr: Das ist die schwere Zeit der Not, Das ist die Not der schweren Zeit, Das ist die schwere Not der Zeit, Das ist die Zeit der schweren Not.

Das ist doch die reine (aschgraue) Möglichkeit.

Das ist doch Gewalt.
i] Caesar bei seiner Ermordung
la] Ista quidem vis est.

Das ist doch kein (richtiges) Essen, wenn man sich die Finger nicht ablecken kann.
Estland

Das ist doch nur der alte Dreck,
Werdet doch gescheiter!
Tretet nicht immer den selben Fleck,
So geht doch weiter!
Goethe, Zahme Xenien V

Das ist doch wohl der rechte Roman,
Der selbst Romane spielt.
Goethe, Inschriften, Denk- und Sendeblätter - Wer hats gewollt?...

Das ist doppeln danck werths, wass einem vngebetten wilfart wird.

Das ist drei Batzen unter Brüdern wert.

Das ist e Nuss mit eine Löchli.
Luzern
i] Ein Märchen, eine Lüge.

Das ist e Schwanz-Borje-Duckes.
i] Von einem possenhaften Menschen. Schwanz bedeutet im jüdisch-deutschen Dialekt einen Narren, gleichsam Anhängsel, wie etwa Zopf für Pedanterie gebraucht wird. Borge-Duckes scheint verdorben aus pour un duc. Das Ganze vielleicht Hofnarr.

Das ist e subere Vogel, der i sis eige Nest hofiert.
Luzern

Das ist eben das Hohe der Mathematik, dass ihre Methode gleich zeigt, wo ein Anstoß ist. [...] In diesem Sinne kann man die Mathematik als die höchste und sicherste Wissenschaft ansprechen. Aber wahr kann sie nichts machen, als was wahr ist.
Goethe, Maximen und Reflexionen 1390

Das ist eben das Schwere, dass unsere bessere Natur sich kräftig durchhalte und den Dämonen nicht mehr Gewalt einräume als billig.
Eckermann, Gespräche mit Goethe, 2. 4. 1829

Das ist eben das Wesen der Dilettanten, dass sie die Schwierigkeiten nicht kennen, die in einer Sache liegen, und dass sie immer etwas unternehmen wollen, wozu sie keine Kräfte haben.
Eckermann, Gespräche mit Goethe, 21.1.1827

Das ist eben die Eigenschaft der wahren Aufmerksamkeit, dass sie im Augenblick das Nichts zu allem macht.
Goethe, Wilh. Meisters Wanderjahre (1807-1821)

Das ist eben ein Unglück, dass so ideenreiche Geister (wie Lord Byron) ihr Ideal durchaus verwirklichen, ins Leben einführen wollen. Das geht nun einmal nicht. Das Ideal und die gemeine Wirklichkeit müssen streng geschieden werden.
Goethe, zu Müller und Riemer, 13.6. 1824

Das ist eben recht, dass man [im Theater] nicht fort kann und gezwungen ist, auch das Schlechte zu hören und zu sehen. Da wird man recht von Haß gegen das Schlechte durchdrungen und kommt dadurch zu einer desto bessern Einsicht des Guten.
Goethe, Eckermann, 14.10.1823

Das ist eben, als wenn einer zum Scherer sagte: treib' dein Handwerk, aber geh' der Leute müßig.
i] So sagte Geiler von Kaisersberg, als ihm der Rat von Strasburg sagen ließ, er solle vorbringen, was sich gebührt und die Ratsherren in Frieden lassen.

Das ist ein (kein) Maitag.
ho] Het is meidag.

Das ist ein (kein) Pfeil aus seinem Köcher.
ho] Dat komt uit zijn' koker.
ho] Die pijl is uit uwen pijlkoker niet gekomen.

Das ist ein (rechter, wahrer) Unglückstag.
i] Nach dem Volksglauben gibt es eine Anzahl Unglückstage. So wird der Magdalenentag als ein großer Unglückstag betrachtet, an dem man nicht heiraten, nicht reisen, überhaupt kein wichtiges Geschäft tun oder antreten, nicht Berge steigen, noch auf dem Wasser fahren soll; denn neun hängen, neun erfallen, neun ertränken sich. Aehnliches verlautet vom Sonnenwende- und Georgitag. Häufig werden zweiunddreissig Unglückstage gezählt, welche, Tag und Zahl wechselnd, sich auf die zwölf Monate vertheilen. In Windischgarten heißen oder hießen sie 'Schwendtage'. Das Kind, das an einem solchen Tage geboren wird, lebt nicht lange, und wird es groß, hat es viel Unglück und stirbt eines plötzlichen, elenden Todes. Ein Paar, das heiratet, bleibt nicht lange beisammen, bekommt Zank und Streit im Hause oder erfährt anderes Unglück. An diesen Tagen darf man auch ohne Schaden keine Arznei nehmen u.s.w. Als die verrufensten gelten der 1. April, an welchem Tage Judas geboren worden sein soll; der 1. August, an dem Lucifer aus dem Himmel gestoßen, und der 1. Dezember, an dem Sodom und Gomorrha vertilgt wurden u.s.w.

Das ist ein abgekartetes Spiel (o. ein abgekarteter Handel, e-e abgekartete Sache)
en] it's a put-up job
fr] c'est une affaire concertée, un coup monté
fr] les dés sont pipés
it] è un affare combinato, una cosa concertata

Das ist ein abgeritten Pferd.
ho] Het is een afgereden paard.

Das ist ein albernes Butterbrot, sagte der Junge, unten Butter und oben Butter.
ndt] Dat is ne 'mall Brügg, see de Junge, under Botter un boven Botter. Ostfriesland

Das ist ein alter Schaden, sagte der Doktor, als sich die Äbtissin am Eisenrohr die Jahreszahl 1568 auf die Posteriora gebrannt hatte.

Das ist ein ander Ding, sagt Schmaling.
Köthen

Das ist ein ander Gericht Krebse.
i] Ist etwas ganz anderes.

Das ist ein ander Korn, hat der Schwab gesagt, als er auf Mausbollen gebissen

Das ist ein ander Korn, sagt Mehlhorn.

Das ist ein ander Korn, sagte der Müller, und fuhr ledig heim.
i] Das ist eine andere Sache.
ndt] Dess is an annersch Korn. Würzburg

Das ist ein ander Lied.
i] Einmal etwas Neues; das klingt, lautet anders.

Das ist ein anderthalb toller Kerl.
ndt] Dos is anderthalb tälsch Kerl. Kreis Landeshut in Schlesien
i] Er übertrifft die gewöhnlichen Durchschnittsnarren.

Das ist ein arm gezwungen mann, der nicht ein furtz aufm feld darf lan.
la] Valde coactus homo, qui bombum seruat in agro.

Das ist ein armer (o. schlechter) Fischer, der sich die Füße (o. Hosen) nicht nass machen will.
it] Misero è quel pescatore, che tiene l'acqua fredda.

Das ist ein armer Schmetterling, der nur auf eine Blume angewiesen ist.
Westfalen
i] Wird im guten und üblen Sinne angewandt.

Das ist ein armseliger Koch, der seine eigenen Finger nicht ablecken kann.
en] He is a poor cook that cannot lick his own fingers.

Das ist ein artiger Streich.
ho] Dat is een aardige trek.

Das ist ein Aufwaschen.
i] Das machen wir gleich mit ab

Das ist ein blinder Hunger, wenn genug Brot da ist (o. wenn der Tisch voll ist).

Das ist ein blöder (blinder) Loizer.
i] So riefen früher die demminer Knaben den nach Loiz fahrenden Reisenden nach.

Das ist ein bloßer Wischlappen.
i] Ein charakterloser Mensch.

Das ist ein bloßes Spottgeld.
i] Ein äußerst niedriger Preis.

Das ist ein böser Gärtner, der den Kohl mit der Wurzel herausreisst.

Das ist ein böser Gast, der seinen Wirt austreibt.
dä] Gæst kommer til gaards, og giør sig til græve.
dä] Ond gæst driver verten ud.

Das ist ein böser Rat, den einer nicht zu wandeln hat.

Das ist ein böser rat, der auf Krieg gerichtet ist.

Das ist ein böser rat, der nit zu ändern ist.

Das ist ein böser Wind, der keinem nützt.
it] Pessimo è quel vento, ch' a nessun è prospero.

Das ist ein böses Bad, die Beine ins Feuer halten.

Das ist ein böses Gewitter, das bloß blitzt und nicht regnet.

Das ist ein braver Kerl, der was tut, aber ein Schelm, der das weitererzählt.
ndt] 'T is 'n braven Kêrl, de wat deît, man 'n Schelm, de 't nasagt.

Das ist ein Charlottenburger.
i] Wenn der gemeine Mann sich ohne Taschentuch mit Daumen und Zeigefinger schnäuzt

Das ist ein Christkind.
Eifel
i] Von einem, der einen starken Rausch hat und darin allerhand Ungehörigkeiten verübt

Das ist ein dauerhaft Butterfass, sagte Klas, da sah er einen Mörser liegen.
ho] Dat is eene suffisante boterton, zei Filebout, en hij zag een' grooten mortier liggen.

Das ist ein derber Ziemer.

Das ist ein Dolch ins Herz.
ho] Dat is hem een dolk in het hart.

Das ist ein dreckiger (d.i. schlechter) Wolf, der rings um (seinen) Bau zerreißt. Estland

Das ist ein dreckiger (schlechter) Wolf, der rings um (seinen) Bau zerreisst.
Estland

Das ist ein dummer Streich.
ho] Dat is een averegtsche trek.

Das ist ein dummer Teufel, der nicht einmal die Grammatik gelernt hat.
i] Die Entstehung dieses Sprichworts wird in der Kirchengeschichte Frankreichs folgendermaßen erzählt. Zu Loudrun waren unter der Regierung Richelieus angeblich einige Nonnen vom Teufel besessen. Der Geisterbanner Barre, der mit den Besessenen unter einer Decke spielte, und eine derselben, in welcher der Teufel am entschiedensten auftrat, beschwor, sagte ihr: Adora deum, oreatorem tuum (bete Gott, deinen Schöpfer an). Die Heuchlerin, welche kein Latein verstand, und ihre Antwort mechanisch gelernt hatte, nämlich: Adora te Jesu Christe (ich bete dich an, Jesu Christe) stockte bei den letzten Worten und antwortete endlich: Jesus Christus. Obgleich Barre das Versehen seiner Schülerin gut zu machen suchte, und sie wiederholt fragte: Quem adoras? so konnte er doch nicht hindern, dass die Nonne denselben Sprachschnitzer machte und den Nominativ für den Vocativ setzte. Der Beisitzer des Banngerichts, Daniel Drouin, ein Mann von Verstand, rief laut aus: 'Das ist ein dummer Teufel, der u.s.w.' Dieser Ausruf, häufig wiederholt, ward Sprichwort.

Das ist ein dummes Schaf, das dem Wolf beichtet.

Das ist ein echter Stammklotz.
i] Ein kerniger Mann.

Das ist ein edler Mann, der nicht schadet, wie er schaden kann.

Das ist ein Ehrenpunkt für mich, sagte der Bettler, und hielt seine zerrissene Busenkrause.
ho] Dat is point de canaille, zei Flip, en hij had eene gescheurde das om.

Das ist ein elender Edelmann, der vor Hunger nicht schlafen kann.
i] Die Franzosen haben manch Sprichwort zur Verspottung armer Edelleute, woran es namentlich in Beausse (Beauce) nicht mangelt. - Es ist ein Edelmann von Beauce, der seine Hunde verkauft, um Brot zu kaufen, oder: der im Bett bleibt, wenn man seine Hosen flickt. Den Polen fehlt es aber auch nicht daran, denn man sagt: Acht Edelleute aus dem oszmianischen Gebiet führen eine Ziege auf Markt.

Das ist ein elendes Volk an Heldenmut und Verstand, wo bei jeder Kleinigkeit eine Ehrensäule muss aufgerichtet werden.
Wilhelm Heinse, Ardinghello

Das ist ein enger Geist, der seine Lust am irdischen Stoff hat.
Seneca, Abhandlungen von Moser

Das ist ein Essen, das setzt sich vor die Wurmlöcher.
Würzburg
i] Ist sehr kräftig und nachhaltig

Das ist ein fahrläsiger Haushalter, der kaufen muss, was er von seinem grund erbauen kann.
i] Ist auch nur mit Einschränkung zu verstehen. Wer guten Weizenboden besitzt, wird wol besser tun, Weizen zu bauen und den Hafer zu kaufen.

Das ist ein fauler Bauer, der's Fleisch vom Metzger kauft und in seinen Schornstein hängt.

Das ist ein fauler Junge, der am Fuß einer Pappel (oder hungrig am Fuß eines Dattelbaums) sitzt und nicht hinaufsteigt.
Persien

Das ist ein fauler Kunde.
i] In der Handelswelt derjenige, von dem man schwer Bezahlung erhalten kann.

Das ist ein flotter (strammer) Besen.
i] Von einem kräftigen, munteren Mädchen

Das ist ein frecher Teufel, der sich am hellen Tag lässt sehen.

Das ist ein fremder Tropfen in meinem Blute.
Goethe, Egmont, II (Egmont)

Das ist ein fremder Vogel.
ho] Het is een vogel uit verren lande.

Das ist ein Fressen für einen Hund.

Das ist ein frommer Mann, der sich im Glück recht halten kann.

Das ist ein Fuchs aus demselben Bau.

Das ist ein Fürst, der das Talent
Huldvoll verschont; wem keins geworden,
Dem deckt er gnädig und dezent
Die Lücke zu mit einem Orden.
Leuthold, Auf einen Fürsten

Das ist ein ganzer Mann.
fr] C'est le roy des hommes.
fr] C'est un homme marqué à l'A.

Das ist ein gar gescheiter Mann, der hier weis ist und dort narren kann.
mhd] Er was gewizzen unde guot, den tumben tump den wîsen fruot.
mhd] Mit den wîsen was er Wîs, den tumben tump.
mhd] Er was küene hôch genuot, mit tumben tump, mit wîsen wîs: dâ von sô het er lobes prîs.
mhd] Den sûren sûr, den scharfen scharf, den herten hart dâst allez guot, derz kan, dâ mans bedarf.

Das ist ein gauckelman, der gern schadt und es nit mag tun.

Das ist ein Geck, der sich vor dem fürchtet, was geschehen muss.
mhd] It is ein gek de vruchtet vor dat dat geschein mot.
la] Est stultum timuisse, nequit quod tempore verti.

Das ist ein gefühlloser Mensch, sagte der Bader, als er einen Ertrunkenen bürstete.
ho] Die karel heeft geen gevoel, zei dokter Stokvisch, en hij anatomiseerde een dreukeling.

Das ist ein gefundenes Fressen für ihn
jüdisch-deutsch] Das is e Kormen für ihm.
bm] To je voda na jeho mlýn.
dä] Det er vand paa hans mille.
en] that is grist to his mill
en] that is playing right into his hands
fr] c'est de l'eau à son moulin
fr] c'est porter l'eau à son moulin, c'est du beurre dans ses épinards
fr] c'est une bonne aubaine pour lui
ho] Dat is water op zijn molen.
it] questo è acqua al suo mulino
it] casca come il cacio sui maccheroni
la] Hoc Ithacus velit et magno mercentur Atridae. Virgil
sd] Det är vatten på hans qvuarn

Das ist ein gehöriger Bluwwernpisser.
i] Ein strammer Kerl, im Kartenspiel ein wirkungsvolles Blatt

Das ist ein Geldmichel.
i] So nennt man in Oberösterreich einen Mann, von dem man annimmt, dass er viel Geld besitzt, dass er reich ist

Das ist ein gemachter Mann.
i] Sein Wohlstand ist sicher begründet.

Das ist ein gemarterter (o. geplagter) Mann, des Weib und Magd in der Küchen nichts weiß noch kann.
Luther
i] Es ist das erste Übel, woraus sehr viele folgen. Zu einer guten Ehe gehört eine Frau, die das Hauswesen versteht.

Das ist ein Geniefurz.
i] Aus Schwaben ohne Beispiele der Anwendung, wohl ohne Zweifel vom Volkswitz in der Periode des Geniewesens (hier nicht im Sinne von Kriegsbaukunst) erfunden, um dasselbe zu verspotten.

Das ist ein gerechter Krieg, den wir mit unsern Leidenschaften führen.
Russland

Das ist ein geringer mangel, wenn ein floh auf ein weiß Tuch hustet.

Das ist ein gescheiter Kerl, wenn es die Leute nur wüssten.
ndt] Dat es enne gescheide Kêrl, wenn et de Lüd' nûr wösten. Meurs
ndt] Et is en klauken (gueden u.s.w.) Kerel, wann 't de Lüe man wüssten. Büren

Das ist ein geschlagner Mann, der's dulden muss und nicht klagen kann.
la] Heu quam miserum est ab illo laedi, de quo non possis queri. Publ. Syr.

Das ist ein Gestank, man könnt' sich dran anlehnen. Rottenburg

Das ist ein Gestreichter, so mit dem Engel gestritten hat.
z] Da die Seelen aus dem Himmel kommen, gibt der Engel am Tor einer jeden zur Erinnerung ihrer Herkunft einen Schlag auf den Rücken. Die es nicht leiden wollen, kriegen zwei, und diese dann sind die Gestreichten.

Das ist ein gewürfelter Fuhrmann.
Nürtingen

Das ist ein Gitterwerk, welches den Wind durchlässt.
i] Von halben Maßregeln

Das ist ein glücklich Haus, aus dem kommt altväterische Luft heraus.

Das ist ein glücklich Haus, wo kein Pfaff geht ein oder aus.

Das ist ein glücklich Mann, der zu Hause essen kann.
ho] Het is een regt gelukkig man, die t'huis zijn putje schrapen kan.

Das ist ein glücklicher Mensch, der an der Rübe empfindet, wie der Spargel schmeckt.
Russland

Das ist ein glücklicher Vater, der wohlerzogene Kinder hat.
it] Chi ha buon figli volo è vera mente padre.

Das ist ein Glückskind.

Das ist ein grober Kerl, sagte der Bauer, als der Handwerksbursche ihm auf die Schwelle geschissen hatte und um einen Arschwisch bat.
ndt] Dat is 'n growen Kärdel, söä' de Bû'r, aß de Handwarksborsch em up de Schwell' schêt un üm 'n Oarswisch batt.

Das ist ein groß Beest (Tier), sagte der Bauer, als ein Wagen mit Vieren vorbeifuhr.
ho] Hij is zoo, als Plato zegt, een groot beest, sprak Koen, die geene vrouwen mint, als was het ook eene boerenmeid.

Das ist ein großer Herr aus einer kleine Straße.

Das ist ein großer Spruch,
Den Mächtige gerne haben;
Er kündet, dass das Sein
Bestehe ganz im Haben.
G. Glusti, Gingillino

Das ist ein großer wollust, wer kein Lust zur wollust fühlt.

Das ist ein großer Zolle.

Das ist ein gut Pfaffenleben.
z] Ein Sprichwort bei dem gemeinen Mann.

Das ist ein gute sach, die ein gut end nimmt.
z] Das ist ein gute sache gar, die ein gut ende nimpt fürwar.
la] Si finis bonus est, totum laudabile tunc est.

Das ist ein gute traurigkeit, so man um sünd oft traget leid.
la] Peccatum uere, faciat te saepe dolere.

Das ist ein guter Arzt für die Gesunden.

Das ist ein guter Fang, drei Huren auf einen Gang.
ho] Dat zijn vette dingen, zei Hans, drie hoeren op een blad.

Das ist ein guter Geschäftsmann, der wohl parieren kann.

Das ist ein guter Groschen, der einen Gulden nützt (o. spart).
i] Groschen (von ihrer Dicke, gros, grossus) wurden zuerst im Jahre 1296 zu Tours in Frankreich und zu Kuttenberg in Böhmen geprägt. Da sich die Münze ursprünglich durch größere Dicke vor anderen, namentlich Blechmünzen unterschied, so ward sie Grossus (= Dick) genannt. Der Wert der Groschen ist von jeher ein sehr veränderlicher gewesen.
bm] Dobrý to gros, co kopy ostríhá.
bm] Ten gros je dobre utracen, jímz se ctyri usporí.
pl] Dobry to grosz, co kopy strzeze, obo dolozy.

Das ist ein guter Groschen, der einen Gulden spart.

Das ist ein guter Hund, der einem Wild nachjagt.

Das ist ein guter Knochen zum Abklauben.
ho] Dat is een lekker kluifje voor hem.

Das ist ein guter Matrose, dessen Finger Haken sind.
ho] Het is een echte matroos, wiens vingers vischhaken zijn.

Das ist ein guter Schiffmann, der auch mit bösem Wind kan fahren.

Das ist ein guter Spörkl in einer Pfanne.
i] Wenn jemand sehr korpulent wird.

Das ist ein guter Tag, an dem man sich eines Narren entblößt.

Das ist ein guter Trug,
Der den erst schlägt, der erst sich legt auf Trug.
en] That is good deceit
Which mates him first that first intends deceit.
Shakespeare, König Heinrich VI., Zweiter Teil III, 1

Das ist ein guter Wein, der dreimal wohl schmeckt.

Das ist ein guter Wirt, der die Löcher zu und die Böden voll macht.
i] Aus dem Munde eines Bauern. Zur Erklärung bemerkte er, dass er seine Wirtschaft jetzt in Stand habe; bei Übernahme derselben habe er in Wänden, Zäunen, Wiesen und Feldern Löcher gehabt; diese seien jetzt zu und die leeren Böden voll.

Das ist ein gutes Magenpflaster.
i] Eine für den Magen gute Suppe.

Das ist ein gutes Pflaster für den Magen.
fr] Voilà un excellent abat-faim.

Das ist ein Hahn.
ndt] Doat äs e Kokesch. Siebenbürgen/Sachsen
i] Er ist keck und zanksüchtig.

Das ist ein halbbacken Werk.
ho] Het is halfbakken werk.

Das ist ein Halsstreich des Teufels.
i] Von schweren, unerklärlichen Übeln
z] Das ist nicht eine natürliche Krankheit, sondern ein Halsstreich des Satans. Luther

Das ist ein harter Brocken
en] that's a hard (o. tough) nut (o. a big headache)
fr] Cela ne se jette pas en moule.
fr] Cela ne s'enfile pas comme des perles.
fr] Cela ne se prend pas sans mitaines.
fr] Cela ne se trouve pas dans le pas d'un cheval.
fr] Ce n'est pas de la petite bière.
fr] C'est la mer à boire. C'est le diable à confesser.
fr] c'est un casse-tête
fr] c'est pas de la tarte
fr] C'est une affaire difficile (dure, désagreable).
it] è un osso duro
it] non è pane per i suoi denti

Das ist ein harter Knochen.

Das ist ein harter Marder, die ist nicht umzubringen. Rottenburg
i] Sie hat eine zähe Gesundheit.

Das ist ein Hauptfehler gebildeter Menschen, dass sie alles an eine Idee, wenig oder nichts an einen Gegenstand wenden mögen.
Goethe, Wilhelm Meisters Lehrjahre

Das ist ein Heckpfennig.
i] Der Anfang zu einer Sparsumme

Das ist ein Heidenleben.
la] Cyclopica vita.

Das ist ein himmelweiter Unterschied.

Das ist ein Hirnknackiger (Bockbeiniger).
Rott-Tal bei Passau

Das ist ein hübscher Tröster.
i] In Bezug auf eine Butterbemme, die einem weinenden Kinde gereicht wird.

Das ist ein Hund von Gaul, sagte der Junge, da ritt er auf der Sau.

Das ist ein Hund von Pferd, sagte der Junge und ritt auf der Sau umher.

Das ist ein Hundemahl.
i] Eine magere, schlechte Mahlzeit. Die Römer bezeichneten mit dem Worte Hundemahlzeit ein Mahl ohne Wein.
la] Caninum praedium.

Das ist ein Hunger, welcher einen Panzer (Harnisch) bricht.
i] Von unmäßiger Begierde oder Habsucht
fr] A bon goût et faim, n'y a mauvais bain.
it] L'asino che ha fame, mangia d'ogni strame.
la] Fames meliaea.
la] Saguntina fames.

Das ist ein in Saffian gebundener (vornehmer) Bettler.
Jüdisch-deutsch] E saffianener Gascht.

Das ist ein Jakobiner.
i] Die freisinnigen Mitglieder der französischen Nationalversammlung wählten im Jahre 1789 den Saal des aufgehobenen Jakobinerklosters zu ihren Versammlungen und wurden nach demselben, zum Unterschied von anderen Clubs, Jakobiner genannt. Nach Ausscheidung der mäßigen Elemente gingen die Jakobiner immer zu heftigern revolutionären Schritten über. Später wurde das Wort die sprichwörtliche Bezeichnung für jeden, der von alten Ansichten abwich, freisinnige Ideen vertrat und Reformen anstrebte. Um also zu wissen, was für ein Mensch durch die Redensart bezeichnet wird, muss man den politischen Standpunkt dessen kennen, der sie gebraucht; denn es kann ein Mann damit bezeichnet werden, welcher die bestehende Ordnung umwerfen will; aber auch ein solcher, der nicht in jeder Maßregel eines Ministers die höchste Weisheit erblickt; ein solcher, der die Rechte des Volks auf gesetzlichem Wege verteidigt oder gar ein solcher, der vor irgendeinem Kammerherrn den Hut nicht tief genug abzieht.

Das ist ein Jettatore.
i] Wer in Neapel einen rechtschaffenen Mann verderben will, ohne ihn eines Verbrechens beschuldigen zu können, der flüstert dem Nächsten ins Ohr: 'Das ist ein Jettatore', d.i. ein Mann mit einem bösen, vergiftenden Blicke.

Das ist ein Jezerer.
i] Ein Quälgeist.

Das ist ein Kabel auf dem Söller!
i] Seil, Tau, das mittellateinische capulum. Was nützt eine Sache, wenn sie nicht bei der Hand ist, sobald sie gebraucht wird. Ein Ankertau auf dem Boden eines Hauses ist für den Schiffer, auf dem Meere ohne Wert.
ho] Dat is een kabel op zolder.

Das ist ein Kapitel für sich
en] that's another story
fr] c'est une autre histoire
it] questo è ben altra faccenda

Das ist ein kerel.
ndt] Dat is 'n Kêrl.
i] So sagt man rühmend von Vornehmen und Geringen, wenn man sagen will: der hat sich männlich, gesetzt, rechtschaffen benommen. Sonst fordert es ein lobendes Beiwort, wenn es keine Verachtung ausdrücken soll. Een ârlig, brav, gelârt u.s.w. Kêrl sagt man im Plattdeutschen von allen Leuten, ohne auf den Stand zu sehen. Gilt im allgemeinen auch im Hochdeutschen.
z] David muss nicht allein ein kühner Held sein gewest mit der Faust, sondern auch ein feiner Kerl mit der Zunge. Luther

Das ist ein Kerl als wenn er aus der Hagebuche gehauen wäre.
ndt] Dat es en Karl as wanne éut der Habauke hocht wär.
Grafschaft Mark
i] So grob und massiv.

Das ist ein Kerl von meiner Größe.
ndt] Dat 's 'n Kierl von min Grôt, segt Patzenhauer. Mecklenburg

Das ist ein kerl wie Carsten, frisst Hafer und Gerste.
ndt] Dat is ên Kerel as Cassen, fritt Hafer un Gassen.
ndt] He is 'n Kerl as Kassen (Karsten, Christian), hett Bênen as 'n Uelk (hat Beine wie ein Iltis). Ostfriesland
i] Von einem Schwächling oder Kurzbeinigen.

Das ist ein Kerl wie der Antichrist.
Nürtingen
Ein arger Wildfang.

Das ist ein Kerl wie der große Gott von Soest.
ndt] Dat es en Karl as de gräute Guad van Saust. Grafschaft Mark
i] Der große Gott von Soest ist ein dort im Münster verwahrtes wundertätiges Bild, angeblich Karls des Großen Patengeschenk an Wittekind.

Das ist ein Kerl wie ein Fausthandschuh, er lässt sich auf beide Hände ziehen.
ndt] Dat is en Keerl as en Fusthannschen, he lett sik up beid Hann trecken.

Das ist ein Kerl wie ein Furz in der Laterne.
ndt] Dat es en Karl as en Fuat in der Löchte.

Das ist ein Kerl wie ein Grisknödel.
ndt] Dös is a Karl wiera Grîsknödl.
Oberösterreich
i] Ein derber, körperlich starker, robuster Mensch.

Das ist ein Kerl wie ein hölzerner Herrgott.
ndt] Dat es en Karl as en hülten Hèärguad.
Grafschaft Mark

Das ist ein Kerl wie ein Hottentott', man bringt nichts hinein und nichts heraus.
ndt] Dos is ej Karle, wie ej Huttentutte, mer brengt nischt an nei und nischt raus.

Das ist ein Kerl wie ein Molkenzauberer.
ndt] Dat es en Karl as en Molkentáiwer. Grafschaft Mark
i] Molkenzauberer, der Name eines Schmetterlings. - Um einen Knirps zu bezeichnen.

Das ist ein Kerl wie ein polnisches Dorf.
ndt] Dos is a Kerl wie a pulsch Dorf. Bolkenhain in Schlesien
i] Von einem Menschen, der über nichts Bescheid zu geben, in nichts sich zu finden weiß.

Das ist ein Kerl wie ein vernunftloses (heiden) Vieh.
ndt] Dat es en Karl as en hai'en Véih (Vieh). Grafschaft Mark

Das ist ein kerl wie eine Geige, wenn darauf schlägt, brummt er bis Mittags.
ndt] Dat is en Kêrl as en Vijol, wenn man darup sleit, brummt et bit Middag. Holstein
i] Von einem sehr Starken.

Das ist ein Kerl wie mein Arsch.
ndt] Dat is en Kêrl as min Ars (o. as Hansârs). Holstein

Das ist ein Kerl, den Gott gab.
ndt] Dats en Kêrl as Gott gav. Holstein
i] Wird aber in Hamburg u.s.w. für einen elenden, miserablen Kerl gebraucht.

Das ist ein Kerl, der hat es, wo er es haben soll.
ndt] Dat is en Kerl, de hett et, wo he 't hebben sall. Hamburg
i] Es ist ein rüstiger, vermögender Mann.

Das ist ein Kerl, so einer macht die Gänse im Mai.
ndt] Dees ist a Kerle, so oin machet d' Gäns im Moie.

Das ist ein Kernstück.

Das ist ein Klarpisser.
ndt] Dus is a Klurpischer.
i] Von Leuten, die in jeder Sache feine Fäden zu entdecken glauben, wo deren gar keine vorhanden sind.

Das ist ein klein wenig von Gottes Macht, dass er aus einem Armen einen Ritter macht.
Schottland

Das ist ein kleiner Querlequitsch.

Das ist ein kluger Kerl, sagte der Bauer, der scheisst in die Hand und redet einem vor, das sei eine Wachtel.
ndt] Dat is 'n kloken Kierl, söä' de Bû'r, de schitt Ein'n in de Hand und röädt einenvöär, 't is 'ne Wachtel.

Das ist ein kluger Krämer, der den Darm teurer verkauft als die Wurst.

Das ist ein Knick und ein Stoß.
ndt] Dat es men en Knick un en Stot. Iserlohn
i] Das ist schnell abgemacht.

Das ist ein Koch und ein Mus.
ndt] Dös isch oi Kuach und oin Muass. Ulm

Das ist ein krieg schimpfflich und wild, wo ein esel den andern schild.
la] Est mirum bellum, quod asellus culpat asellum, pondera saccorum nam portat quilibet horum.

Das ist ein kuchen.
Luther

Das ist ein Kuhhimmel.
i] Tiroler Benennung eines vorzüglichen Weideplatzes für Kühe.

Das ist ein Kujütter.
i] Diese Redensart gebraucht man im Bergischen, um einen Menschen zu schildern, der sich kein Gewissen daraus macht, die schlechtesten Handlungen zu begehen, einen Halunken. Wenn von schlechten Menschen überhaupt die Rede ist, pflegt man auch einen als den Kujütter derselben zu bezeichnen, womit man sagt, dass dieser einer der schlechtesten darunter und der Anführer der übrigen sei. Das Wort ist aus Coadjutor (= Gehülfe) entstanden. Diese Bezeichnung führte aber Wilhelm Egon von Fürstenberg, welcher Coadjutor des Erzbischofs Max Heinrich von Köln war und zu der Zeit, wo Ludwig XIV. seine gierigen Hände nach deutschem Gut und Blut ausstreckte, den schwachen Kirchenfürsten dazu vermochte, mit dem Erbfeinde gemeinsame Sache zu machen, das eigene Vaterland um schnöde Bestechung zu verraten und zu betrügen. Obgleich dieser Coadjutor wie die andern Fürstenberger Geistliche und als solche fast unverletzlich waren, so reichte doch ein so schmählicher Verrat hin, sie im Volke stets zu brandmarken. Für den deutsch fühlenden Rheinländer hatte das Wort die Bedeutung, welche der Name Judas für jeden Christen gewonnen hat. Da das lateinische Wort zu lang war, so verwandelte die Volkszunge den römischen Coadjutor brandmarkend in einen Kujütter. Wupperzeitung, Hückeswagen 1863

Das ist ein Leben wie im Himmel (o. im Sommer).

Das ist ein Leben! sagte das Mädchen, da bekam sie ein Kind.

Das ist ein leeres Stroh.

Das ist ein Leiden, sagte Feldmann, konnte den Frack nicht anziehen und steckte mit beiden Armen schon drin.

Das ist ein Licht in der Nacht.
ho] Dat is eene brandende kaars in den nacht.

Das ist ein lieber Sohn, an dem ich einen Wolf gefangen habe.
i] Der Form nach Travestie des Bibelworts: Dies ist mein lieber Sohn, an dem ich Wohlgefallen habe.

Das ist ein Lockvogel.
dä] Han er en lokke-due.

Das ist ein Lutscher.
i] Im Westerwalde entweder ein Mensch, der die linke Hand statt der rechten gebraucht, oder ein Schelm, eine Person, der nicht viel zu trauen ist.

Das ist ein mächtiger Mann, der sich der Flöhe erwehren kann.
mhd] Waz hilfet hêrschaft unde list, sît daz ein flôch sîn meister ist.
mhd] Alle künge ûf erden mit iren heren mügen sich der floehe niht erweren.

Das ist ein Mädchen wie ein Rädchen.

Das ist ein Mann für mich.
sp] Con vos me entierren. Don Quixote

Das ist ein Mann nach meinem Herzen.
ho] Dat is een man naar mijn hart.

Das ist ein Mann nach meinem Sinn.
ho] Dat is een man van zijnen zin.

Das ist ein Mann wie ein Papptoffel.

Das ist ein Mann! Soll er etwas Rechtes tun,
So hält er's 'jetzt noch nicht für opportun',
Und hilft ihm keine Ausflucht dran vorüber,
So stellt er sich 'sympathisch - gegenüber'.
Otto Ernst, Sankt Yoricks Glockenspiel, Auf einen Minister

Das ist ein Mann, der etwas Morsches zerbricht.
Estland

Das ist ein Mann, der sich regieren kann.
it] Colui è huomo che può regger se stesso.

Das ist ein Mann, der spricht wie ein Mann.
mhd] Dat is ein man, de strak kallet als ein Mann.
la] Esse virum dicis, sermo cui firmus et acer.)
ho] Wat sal een man, hi en spreect als een man?

Das ist ein Meerwunder.
i] Eine wunderbare Erscheinung im Meere, besonders ein wunderbares wie auch fabelhaftes Geschöpf im Meere, als die Meerfrauen. In weiterer Bedeutung eine jede seltsame und seltene Erscheinung.
ndt] Dös ist e wahr's Meerwunder, wenn me die mal sieht. Ulm

Das ist ein Meidinger.
i] Eine alte bekannte, aufgewärmte, bereits in der alten Meidingerschen Sprachlehre enthaltene Geschichte oder Anekdote. Wenn jemand längst bekannte Dinge als Neuigkeiten erzählt, wie z.B. die Kaiserin Katharina oder der König Jagello sei gestorben, so sagt man in Warschau jüdisch-deutsch: A Neues Katherine (in Polen dafür: król Jagílle) îs mess (gestorben).

Das ist ein Meisterwerk.
fr] Il n'est ouvrage que de maîstre.

Das ist ein Mich'lglattweg.
i] Er redet, wie es ihm um's Herz ist.

Das ist ein Mordshecht.

Das ist ein Mühlchristel.
Nordböhmen
i] Ein tölpischer, unbeholfener Mensch.

Das ist ein Muttermal, sagte Michel, als man ihn fragte, wie er zu der Narbe im Gesicht gekommen sei; als fünfjähriger Knabe hat mich meine Mutter die Treppe hinabgeworfen.

Das ist ein Nagel zu seinem Sarge.
ndt] Dat ess im der Näl op de Dudekess (Totenkasten, Sarg).
ho] Dat is een nagel aan zijne doodkist.

Das ist ein narr, der do redet, was yhm eynfellet.
Agricola

Das ist ein närrisch Schaf, so sich dem Wolf vertrauet.

Das ist ein närrischer Kauz, der nüchtern auf einem Bein hüpft.
la] Nemo saltat sobrius, nisi forte insanit. Cicero

Das ist ein Nassauer.
i] So nennt man in Berlin jeden, der auf anderer Leute Kosten lebt, wenn er damit ein argloses fröhliches Wesen, Leichtsinn und Keckheit eines geweckten Jungen verbindet. Der Potsdamer steht zwar dem Berliner aus praktischen Gründen höher als der Nassauer, wenn er aber lediglich seinem Naturell folgte, so würde er sich umgekehrt entscheiden, da seinem Herzen der lustige und frivole 'Nassauer' mehr zusagt, als der ehrbare 'Potsdamer,' den er sich mehr oder weniger als ein unangenehmes, rüpelhaftes Wesen denkt. Der berliner Nassauer nimmt übrigens einen viel höhern Standpunkt ein als der gemeine Schmarotzer. In dem Bewusstsein, dass er selbst, wenn er nur erst etwas besäße, stets bereit sein würde, mit Bedürftigen zu teilen, betrachtet er es als selbstverständlich, dass die mit Gütern gesegneten Mitmenschen in gleicher Bereitwilligkeit ihm entgegenkommen. Bei Landpartien, Gesellschaftsbowlen und andern in Gesellschaft genossenen Freuden übernimmt es der 'Nassauer,' die Kosten auf die einzelnen Teilnehmer zu repartieren und legt der Berechnung die sogenannte Radteilung für seine Person zu Grunde, was in der Regel stillschweigend gutgeheißen wird. Der Nassauer gibt auch Feste; es sind aber stets nur Pickenicks, zu welchen jeder der Geladenen ein so reichliches Quantum mitbringt, dass der Gastgeber noch eine Woche nachher an den Resten zu zehren hat.
z] Nein, billig muss der Schacher bleiben, Nassauer ist er aus Princip. Kladderadatsch, 1871

Das ist ein neidischer Kerl, der gönnt dem Teufel die Hitze in der Hölle nicht.
ndt] Des is a neidiger Kerle, der vergonnt 'm Teufl d' Hitz' in der Höll net.

Das ist ein neu Gericht (Mahl).
i] Neuer Genuss, neue Erfahrung, überhaupt etwas Neues, auch ironisch
fr] Voilà ce que les rats n'ont pas mangé.

Das ist ein neu Minuet, das man dem Adam auf seiner Hochzeit aufgespielt hat.

Das ist ein Neundrähtiger.
i] Ein verschmitztes, durchtriebenes Subjekt.
z] Neundrähtige, gleisnerische Schelme.

Das ist ein Neunkluger.

Das ist ein nichtswertiges Ross, wann mans mit Sporen sticht, das hinter sich läuft, nicht vor sich.

Das ist ein nichtswertiges Weib, die in ihres Mannes Weiher fremde Fisch lässt setzen.

Das ist ein Opfer (jüdisch: Korwen) für ihn.
i] Es kommt ihm so erwünscht, wie einer Gottheit ein Opfer; es entspricht seinen Bestrebungen und Neigungen. Es passt in seinen Kram, ist ein Braten für ihn, Wasser auf seine Mühle. In Warschau wird die jüdisch-deutsche Redensart: Wer mein geschlugene Kappure (Sühnopfer) als Fluch gebraucht.

Das ist ein ordonnanzmäßiges Rindvieh.
Ulm

Das ist ein Paradies im Paradiese.

Das ist ein Pfahl über Wasser.
i] Das kann jeder erkennen, der gesunde Augen hat.
ho] Dat staat als een paal boven water.

Das ist ein Pfahl unter Wasser.
i] Eine verborgene Gefahr.
ho] Dat is een paal onder water.

Das ist ein Pfau ohne Schwanz.
i] Eine Sache ohne viel Wert.
z] Des jungen Fürsten Verschwendung wurde von den Fuchsschwäntzern für Freigebigkeit, sein Panquettiren notwendige Magnificentz und Reputation genennet, ohne welche ein Fürst eben so wenig als ein Pfaw ohne Schwantz gelte.

Das ist ein pfennig guter art, der ein pfund gwint oder erspart.
la] Hic as laudatur, qui libram saepe lucratur.

Das ist ein Pferdlein unsers Lehrers Moses.
jüdisch-deutsch] Mojsche-Rabbejnüs Ferdl. Warschau
i Scherzhafte Bezeichnung für Bekenner des mosaischen Gesetzes.

Das ist ein Pflaster wie vom Pferdearzt.
i] Von einem sehr starken Mittel gegen ein Übel.

Das ist ein pfründ, es solt einer danach in die hell rennen.
la] Dignum propter quod vadimonium deseratur.

Das ist ein prächtiger Anfang! Wenn jeder nur erst wieder von Null ausgeht, da müssen die Fortschritte in kurzer Zeit außerordentlich bedeutend werden.
Goethe, zu J. D. Falk, 17. April 1808

Das ist ein Quäker.
i] So nennt man in Pommern einen Menschen, der immer anders denkt als andere Leute.

Das ist ein rechter (wahrer) Geniestreich.
i] Genie ist die Kraft des Menschen, welche durch Handeln und Tun Gesetz und Regel gibt. Wenn einer zu Fuße, ohne recht zu wissen warum und wohin, in die Welt lief, so hieß dies eine Geniereise, und wenn einer etwas Verkehrtes ohne Zweck und Nutzen unternahm, ein Geniestreich. Goethe

Das ist ein rechter Bummelfritze.

Das ist ein rechter Duckmäuser.

Das ist ein rechter Fibbes.
Trier
i] Man bezeichnet damit einen Menschen, der sich auffallend stolz gebärdet und dabei doch recht dumm ist.

Das ist ein rechter Gockeler.
Rottenburg
i] Weibliche Person, die viel und laut lacht

Das ist ein rechter Holzblock.
Rottenburg
i] Ein unempfindlicher Mensch

Das ist ein rechter Kasperl.
i] Laroche, gestorben zu Wien 1807, brachte, als der Hanswurst von der Wiener Bühne verbannt worden war, an dessen Stelle den 'Kasperl'. Das Leopoldstädter Theater, wo er den Kasperl spielte, hieß ein halbes Jahrhundert durch das 'Kasperltheater'.

Das ist ein rechter Kerl.
ndt] Doas ies a râcht Karl. Hirschberg
i] Nach Stellung, Vermögen, Einfluss, Charakter.

Das ist ein rechter Knaster.
i] Sagt man in Schlesien von oder zu einem Manne, der durch Vermögen, Kleidung, seine ganze äußere Erscheinung u.s.w. ein gewisses Ansehen hat oder sich gibt. Man hört auch alter, reicher Knaster. Die Redensart ist von einer Sorte Rauchtabak entlehnt, der einmal für sehr gut galt und in besseren Kreisen geraucht wurde.

Das ist ein rechter Narr und billig zu verlachen,
Der klare Wasser will aus Argwohn trübe machen.
Gryphius, Epigramme

Das ist ein rechter Pfalzvergifter.
i] So heisst ein saurer Wein, der bei Fankl an der Mosel wächst.

Das ist ein rechter Pflaumenschmeißer.

Das ist ein rechter Quälgeist.

Das ist ein rechter Salat für das Maul, sagte der Philosoph, der sonst nie gelacht, da er einen Esel Disteln fressen sah.

Das ist ein rechter Steigauf d' Leut.
i] Für Schürzenknecht, Hurenjäger.

Das ist ein rechter Zwickzam.
i] In Bezug auf einen Geizigen.

Das ist ein rechtes Galgenaas.

Das ist ein rechtes Gesicht, sagte der Bauer, als der Schweinskopf auf den Tisch kam.

Das ist ein rechtes Schereisen.
Nürtingen
i] So viel wie Plagegeist. Von jemand, der etwas hartnäckig erlangen will; erinnert aber auch doppelsinnig an den Maulwurf, der Schermaus heisst.

Das ist ein Regen im Sonnenschein.
i] In Bezug auf Freudentränen.

Das ist ein reicher Kerl, der hat 'nen Arsch mit zwei Hälften.
dt] Dat is 'n rîken Kierl, hä hät' 'n Oars met twê Hälften.

Das ist ein reicher Knebel.
ndt] Dat's rîken Knebel (auch Knast). Mecklenburg
i] Ein roher ungebildeter Mensch.

Das ist ein reudiges Schaf, das man von der Herde absondern muss.

Das ist ein Richter wie Pilatus.

Das ist ein Rinnsteinspringer.
i] Von Leuten der untern Klassen, die leicht zu Fuß sind, namentlich Schiffsarbeitern, Matrosen.

Das ist ein rührender Tod, sagte der Lehrjunge, als er sah, wie die Meisterin Fliegen in die Suppe quirlte.

Das ist ein Sandreiter.

Das ist ein sauberer Vogel, der das eigene Nest beschmutzt.

Das ist ein sauer Bissen Brot.
ho] Het is een zuur stukje brood.

Das ist ein saurer Apfel für den Durst. Deutz

Das ist ein Schabhut. Zittau
i] Ein schäbiger Hut, ein dummer, einfältiger Mensch.

Das ist ein Schelm, der's besser macht, als er kann.

Das ist ein Schlag, wie er nicht geschrieben steht.
5 Mos. 28. 61

Das ist ein Schlauberger.

Das ist ein schlauer Mann, der vor seiner Tür kehrt und seine Finger nicht mit anderer Leute Dreck beschmiert.
Estland

Das ist ein schlechter Baum, der auf den ersten Hau (o. Schlag) fällt.
Westfalen
i] In Bezug auf den ersten Antrag eines Freiers

Das ist ein schlechter Baum, der auf den ersten Hau fällt. Westfalen (In Bezug auf den ersten Antrag eines Freiers)

Das ist ein schlechter Brunnen, in den man erst Wasser hineintun muss.
Russland

Das ist ein schlechter Entschluss, der sich nicht mehr ändern lässt.
Publius der Komiker, bei Aulus Gellius, Noctes Atticae

Das ist ein schlechter Handwerksmann, der nicht vom Handwerk sprechen kann.
fr] Qui ne sait bien parler de son métier, il ne le sait pas.
it] Chi è dell' arte ne può ragionare.

Das ist ein schlechter Hopfen, den man durch Wermut bittern muss.
Russland

Das ist ein schlechter Mann, der nit ein halbe Stund von seinem Handwerk reden kann.

Das ist ein schlechter Musikant, dem nur ein Liedlein ist bekannt (o. der nur ein Liedlein hat zur Hand).

Das ist ein schlechter Musikus, der nur ein Liedlein singen kann.

Das ist ein schlechter Rat, der nur einen Ausgang hat.
la] Malum consilium est quod mutari non potest.

Das ist ein schlechter Schütze, der keine Ausrede weiß.
pt] Besteiro que mal atira prestes tem a mentira.
sp] Ballestero que mal tira, presto tiene la mentira.

Das ist ein schlechter Soldat, der nicht denkt (hofft) ein guter General zu werden.
i] Solchen Denkens muss sich der Soldat aber in solchen Staaten entschlagen, in denen er es nicht weiter als bis zum Unteroffizier und Torschreiber bringen kann.
ho] Het is een slecht soldaat, die geen generaal hoopt te worden.

Das ist ein schlechter Trost.
i] Wenn man nicht im Stande ist, jemand, der etwas Vorteilhaftes von der Zukunft erwartet, nach Lage der Sache Günstiges mitzuteilen. In Warschan sagt man jüdisch-deutsch in solchem Falle: Trösten mit Cholusches (Ohnmacht), d.h. sich außer Stande erklären, Besseres in Aussicht zu stellen.

Das ist ein schlechter Wallfahrtsort, dem der Heilige fehlt.
Russland

Das ist ein schlechter Wirt, der im eigenen Hause beschneit (beregnet).

Das ist ein schlechtes Abkommen, sagte der Hase, als man ihm das Fell abzog.

Das ist ein schlechtes Lachen, das mit den Tränen des andern gepaart ist.
Russland

Das ist ein schlimmer Gast, der seinen Wirt austreibt.

Das ist ein schlimmer Handel.
i] Von nachteiligen Tauschgeschäften

Das ist ein schlimmer Koch, der erst den Löffel sucht, wenn der Topf schon überläuft.
ho] Het is een sobere kok, die den lepel zoekt, als de pot oven ziedt.

Das ist ein schlimmer Kunde; er hat Pfeffer im Herzen und Zucker im Munde.

Das ist ein schlimmer Pfennig, der einen Gulden schlecht macht.

Das ist ein schlimmer Spion, der beiden Parteien zugleich dient.

Das ist ein Schlüssel, der nirgend hin passt.
ho] Iemand, die niet deugen will, is gelijk aan een' sleutel, die nirgends op past.

Das ist ein schmierig Ding, sagte der Friedrich, und hatte eine Schuhbürste in der Hand.
i] Friedrich = Name des Haushälters, Hausknechts in schlesischen Gasthöfen
ho] Wat is dat ding smerig, zei Grietje Viesneus, en zij had een profijtertje in hare hand.

Das ist ein schöner Hering, in dem sich ein Stockfisch tummeln kann.
i] Ursprung: Der Inspektor von Umbstadt besuchte einst den Pfarrer Johann Werlin in Hering, einem Dorfe des Odenwaldes, mit anderen Pfarrherren, denen, als sie nach dem Namen des Dorfes fragten, der Inspektor ihn nannte, worauf Werlin, der dem Inspektor nicht gut war, bemerkte: 'Ja, es ist ein feiner Hering, kann sich wohl ein großer Stockfisch darinn dummeln.'

Das ist ein schöner Taler, mit welchem man hundert gewinnen kann.

Das ist ein schönes Buch, sagte der Bauer, und er las Faust's Höllenzwang.
ho] Dat is een troostelijk boek, zei de boer, en hij las het zevende boek van Esopus over de kikvorschen.

Das ist ein schönes Frühstück!
i] Ironisch, wenn jemand frühzeitig Verdrießlichkeiten hat
dä] Det gielder om davren.

Das ist ein schönes Stück Arbeit.
la] Hoc opus, hic labor est.
Virgil

Das ist ein schöns Christkindel.

Das ist ein Schuh für meinen Fuß.
i] Das passt mir ganz, die Sache sagt mir zu.

Das ist ein Schuh, der jeden drückt.
i] Von einem allgemeinen Übel, das viele oder alle betrifft, als Steuern, Krankheit, Tod.

Das ist ein Schulmeisterstreich.
ho] Dat is een schoolmeesters streek.

Das ist ein Schultenwort.

Das ist ein Schulzenbauch.
i] Bezieht sich wohl bloß auf die erb- oder gutsherrlich verliehenen Schulzen; denn wo die Gemeinden ihren Vorsteher selber wählen, sehen sie wohl mehr auf den Kopf als auf den Bauch.
Jüdisch-deutsch] E Bauch wie e Parnes, wie ein Gemeindevorsteher, so feist und wohlbeleibt.

Das ist ein Schwarzer.
i] Ein Durch beim Kartenspiel = wenn der Gegner keinen Stich bekommen hat, nicht zum Anlegen gekommen ist.

Das ist ein Schweinshaar.
i] Zur Bezeichnung eines harten, geizigen Menschen.
jüdisch-deutsch] Das is e Chasser-Hoor.

Das ist ein seltener Zeisig.
ho] Het is een raare (vreemde) sijs.

Das ist ein Senfpflaster auf ein hölzern Bein.
fr] C'est un cautère sur une jambe de bois.

Das ist ein Siculerkampf.
i] So nannten die alten Römer einen Kampf, bei welchem alle Kniffe und Ränke gestattet waren.

Das ist ein Sommerwort, da fliegen dir die Mücken (Fliegen) nicht ins Maul.
i] Man versteht darunter unartikulierte Laute, wie alles was unverständlich zwischen den Zähnen ohne Öffnung des Mundes hindurch gemurmelt und gebrummt wird.

Das ist ein Spott auf die Ware.

Das ist ein spöttlich würdigkeit, wo ein narre die kronen treit.
la] Est in persona pudor insipiente corona.

Das ist ein starker (großmütiger) Mann, der seinen Mut selbst brechen kann.

Das ist ein starker Bock.
i] Ein grober Fehler

Das ist ein starkes Stück
en] that's a bit thick
fr] elle est forte celle-là - c'est plus fort que de jouer au bouchon
it] questo è una bella pretesa

Das ist ein stattlich Exempel, wenn einer von ander Leut schaden witzig wird.

Das ist ein Streich von ihm.
la] Ex tua officina.

Das ist ein Strich durch seine Rechnung.

Das ist ein Stück, sagte Beckmann, da saß er mit der Ziege auf dem Dache.

Das ist ein stummer Mensch, der kein Testament macht.
[RSpW]
i] Aus späterer Zeit, in der das altdeutsche Erbrecht, welches keiner Testamente bedurfte, nicht mehr streng zur Ausführung kam, vielmehr auch solche zu Erben eingesetzt wurden, die nach der Blutsverwandtschaft ausgeschlossen gewesen wären.
fries] Dat is een stum mensche, deer neen testament maket.

Das ist ein Sündengeld.

Das ist ein Tausendsassa.
i] Ein geweckter, lustiger Bursche.

Das ist ein teurer Eierkuchen.

Das ist ein toller Hecht.
ndt] Dat is `n schlimmen Hääkt.

Das ist ein Topf ohne Henkel.
ho] Dat is een pot zonder ooren.

Das ist ein toter Splitter im lebendigen Fleisch.

Das ist ein Trompeterpferd.
i] Ein Mensch, der sich nicht leicht einen Schrecken einjagen lässt.
fr] C'est un bon cheval de trompette.

Das ist ein Tropfen auf einen heißen Stein
en] it's a drop in the bucket
fr] c'est une goutte d'eau dans la mer
it] è una goccia nel mare

Das ist ein Tropfen ins Meer.
jüdisch-deutsch] Wie a Troppen in Jam.
fr] C'est un grain de millet dans la gueule d'un âne.
fr] C'est une goutte d'eau dans la mer.

Das ist ein Tropfen Wasser ins Meer.
ho] Het is water in de zee.

Das ist ein tüchtiger Bunke.
i] Bursche, Junge, Knabe

Das ist ein Übelhauser.
i] Ein Verschwender.

Das ist ein unbrauchbarer Mann, der nicht befehlen und nicht gehorchen kann.

Das ist ein Unfurm.
i] In Tirol zur Bezeichnung jeder übeln Eigenschaft und Angewohnheit, entsprechend dem hochdeutschen Unart.

Das ist ein unglücklicher Fisch, dem das Wasser nicht schmeckt.

Das ist ein unglücklicher Mensch, der in die Hände eines Arztes und eines Advokaten fällt.
Estland

Das ist ein Untereinander wie Kraut und Rüben.

Das ist ein uralt weislich Ding:
Wer in die Sonne blickt, wird erblinden,
Und wer ein niederes Los empfing,
Der soll sich nicht Hohes unterwinden.
Goethe, Nachspiel zu Ifflands Hagestolzen 2. Gruppe (Therese)

Das ist ein Urvieh.
i] In Tirol die Benennung eines erzgroben Menschen.

Das ist ein verächtlich Mann, auf den man sich nicht verlassen kann.
ho] Niet so quaet als quaet toe verlaet.
la] Res mala, res stulta, dare nil, promittere multa.

Das ist ein verwegener Mensch, dieser Verfasser! Wir müssen uns an ihm rächen und ihn öffentlich zum Lügner machen. Wir müssen uns bessern.
Engel, Fürstenspiegel: Rache

Das ist ein Vogel für die Katze.
ho] Dat is een vogel voor de kat.

Das ist ein Vogel in der Luft.
ho] Het is een vogel in de lucht.

Das ist ein Vogel, den man bei uns zu Hause Schwein (Sau) heisst.
ho] Het is een vogeltje, dat men in ons land zwijn heet.

Das ist ein wahrer Augiasstall.

Das ist ein wahrer Katzenjammer.

Das ist ein wahrer Schafzippel.

Das ist ein wahres Engelsköpfchen.
ho] Het is een engelenkopje.

Das ist ein wahres Judasgesicht.

Das ist ein wahres Traumbuch.

Das ist ein Weib wie auserlesen
Zum Kuppler- und Zigeunerwesen!
Goethe, Faust I, Straße (Mephisto) Vs 3029

Das ist ein Weib, das Brot macht und dem Kind auf den Arsch einen Schlag gibt.

Das ist ein Wein zum Kinderschrecken.
bm] To je víno, aby jím dĕti strasil.

Das ist ein weiser man, der schaden mag, und es nit will tun.

Das ist ein weiser mann, der aus holder abbrechen machen kan.
i] Überall das rechte Maß, auch in der Lust.
z] Das Sprichwort hat einen sehr schönen Doppelsinn. Von dem, der sich vom Liebsten, was er hat, loszumachen im Stande ist. Wer einen Bruch der Freundschaft und Liebe, des Friedens u.s.w., wenn er nothwendig ist, zu bewirken versteht, der, sagt das Sprichwort, ist ebenso weise, wie der (ironisch) kunstreich, der aus Hollunder Abbrechen, d.h. Lichtputzen machen kann. Diese Abbrechen sind nichts anderes als ein gespalten Hölzchen, um das Licht von dem verkohlten Dochte zu reinigen.
z] Aus holdern macht man abbrechen liechtschnupffen und liechtscheeren, aber sie wirt geredet, dass ein weißer man aus der not eine tugent mache. Niemand weichet gern von dem, was er lieb hat. Agricola

Das ist ein weiser Mann, der in die Zeit sich schicken kann.

Das ist ein weiser Mann, der recht geben und nehmen kann.
ho] Het is een wijs man, die geven en nemen kan.

Das ist ein weiser Mann, der reden läst vor Ohren gahn.

Das ist ein weiser Mann, der Schälke mit Schälken verjagen kann.

Das ist ein weiser Mann, der sich an eines andern Unfall bessern kann.

Das ist ein weiser Mann, der sich in seinen Stand schicken kann.
z] Wer das nicht kan, der bleibt elend, und bleibt ein Narr bis an sein End.

Das ist ein weiser Mann, der sich selbst raten kann.

Das ist ein weiser Richter, der ruhig prüft, ehe er urteilt.
it] Quel giudice è savio, ch'è tardo nel giudicare.

Das ist ein weiser Vater, der sein eigenes Kind kennt!
Shakespeare, Der Kaufmann von Venedig, II, 2 (Lancelot)

Das ist ein weites Feld.
la] Id late patet.
la] Sed latior est campus illorum. (Deren Bereich ist ziemlich weit)

Das ist ein Werk der Danaïden.
ho] Dat is een werk der Danaïden.

Das ist ein wilder Hach.
i] Soll von einem wilden Ritter oder Grafen des Hauses Hachberg oder Hochberg im Großherzogtum Baden herrühren und ist jetzt verschollen. Man glaubt, dass es allgemein einen wilden Fänger bezeichne, der andere in Acht und Hacht zu bringen suche.

Das ist ein Wink für ein blind Pferd.
ho] Een knik is zoo goed als een wenk voor een blind paard.

Das ist ein wohlberedter Mann, der drei Paar Brombeerblätter sprechen kann.
i] Ein scherzhafter Spruch zum Nachsprechen, um die Zungenfertigkeit zu prüfen und zu üben.

Das ist ein Wort so gut (viel) wie tausend.

Das ist ein Wort zu seiner Zeit.

Das ist ein wunderbares Tier, sagte Hans, als er einen Affen auf Stelzen gehen sah.
ho] Dat is een schepsel met langen beenen, zei Teeuwes de boer, en hij zag een' rap op stelten loopen.

Das ist ein Zahn aus dem Munde.
ho] Dat is eene kies uit je mond.

Das ist ein Zahndoktor.
Niederlausitz
i] Sagt man von jedem schmerzlich, aber sicher wirkenden Mittel. Wenn ein Knabe eine derbe Züchtigung erhalten hat, heisst es wohl: Mögen sie dir ein Zahndoktor sein.

Das ist ein zapplig Ding, sagte Hans, da er einen Federball springen sah.
ho] Dat ding wil niet stil staan, zei Frederik, en hij draaide het kompas om.

Das ist ein zweischneidig Messer.
ho] Het is een tweesnijdend mes.

Das ist ein zweischneidiges Schwert
en] it cuts both ways - that can have a boomerang effect
fr] c'est une arme à double tranchant - ça peut avoir l'effet d'un boumerang
it] è un'arma a doppio taglio

Das ist eine (offene) Frage.
ho] Dat is de vraag.

Das ist eine A(r)schlügge.
Nürtingen

Das ist eine abgedörrte.
Nürtingen
i] Nämlich Erfindung, Faunt, Lüge

Das ist eine alberne Meinung, dass sich Weiber und Männer in den Wolken verstecken können und hageln, um alles zu verderben. Zu Paris glaubt man an keine Hexen und hört auch von keinen.
Liselotte von der Pfalz, Briefe

Das ist eine alte Flöte.

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