Weisheiten 598

Der Pfau prangt nur mit seinem eigenen Schwanz.
i] Eitle Weiber prunken mit fremdem Schmuck (Federn, Haar).

Der Pfau schreit hässlich, aber sein Geschrei
Erinnert mich ans himmlische Gefieder,
So ist mir auch sein Schreien nicht zuwider.
Goethe, Chinesisch-Deutsche Jahres- und Tageszeiten IV

Der Pfau trägt lieber den Schwanz als die Beine zur Schau.

Der Pfau verbiss seinen Ärger.
i] Wenn ein eitler Mensch in einer Gesellschaft unbeachtet bleibt oder zurückgesetzt wird.

Der Pfau versteckt seinen Fuß, wenn von seinem Schwanz die Rede ist.
Jamaika
i] Sein Fuß ist hässlich

Der Pfeffer bringt den Mann aufs Pferd und die Frau unter die Erd'.
i] Bei allen sehr reizbaren, mit leicht beweglichen Fasern begabten, also besonders weiblichen Körpern bringen Reizmittel, wie Pfeffer, überhaupt Gewürze, Weine, leicht eine Überreizung hervor. Das Blut wird dadurch in eine heftige Wallung gesetzt, der Kreislauf auf eine stürmische Art beschleunigt und die Kräfte des Körpers werden vor der Zeit erschöpft. Auf Männer indes, die viel Strapazen auszuhalten haben, können die genannten Reizmittel wohltätig wirken. Nach einem holländischen Sprichwort hat der Pfeffer in Verbindung mit Baumwolle eine ganze Stadt aufs Pferd gebracht.

Der Pfeffer hilft dem Mann aufs Ross, dem Weib aber ins Gras.
Schwaben
ndt] Der Pfeffer hilft 'em Rüter uff's Pferd und 'em Wybervolch i d' Erd'. Solothurn
ho] Het wit (katoen) en zwart (peper) hebben Venetië rijk gemaakt.
ho] Peper helpt de mannen te paard, en de vrouwen onder de aarde.

Der Pfeffer ist ihm in die Nase gefahren.
en] To take pepper in the nose.

Der Pfeffer ist schwarz und doch will jeder davon haben.
fr] Le poivre est noir, et si chacun en veut avoir.

Der Pfeffer wächst nicht in der lüneburger Heide.
sd] Peparen wäxer intet på hälleberget.

Der Pfeffer war ihm teuer.

Der Pfeife Pech, böse Gewalt.
Estland

Der Pfeifer findet leicht einen Fiedler.
bm] Trefil jonák na jonáka. Trefil pistec na bubeníka.

Der Pfeil des Mundes tötet viel Wild.

Der Pfeil des Schimpfs kehrt auf den Mann zurück,
Der zu verwunden glaubt...
Goethe, Tasso A IV Sz 4 (Tasso) Vs 2567

Der Pfeil eines Narren ist rasch verschossen.
en] A fool's bolt is soon shot.

Der Pfeil fährt oft auf den Schützen zurück.
i] Wer das Schwert nimmt, der soll durch's Schwert umkommen

Der Pfeil fiedert auch das Meischen wohl.

Der Pfeil flieht den Bogen, der ihm Kraft verleiht.
Friedrich Hebbel, Tagebücher

Der Pfeil in eines andem Körper ist so, als wäre er im Köcher.
Afrika

Der Pfeil krümmt sich nicht, wenn der Zobel getroffen ist, aber der Zobel krümmt sich.
Russland
la] Saepe in magistrum scelera redierunt sua. Seneca
la] Saepe intereunt aliis meditantes necem.

Der Pfeil prallt oft auf den Schützen zurück.
i] Das rohe Wort trifft den Urheber. Osmanen.

Der Pfeil trifft nicht immer den Mann, den er bedroht.
Niederlande

Der Pfeilschmied wird durch den eigenen Pfeil getötet.
i] Von denen, die sich durch ihr Reden oder Handeln selbst schaden.

Der Pfeilschmied wird oft von seinem eigenen Pfeil getötet, von seiner Hände Werk wird er bezahlt.
Hebräer

Der Pfennig betrübt manch Herz.

Der Pfennig bleibt bei keinem armen Mann.

Der Pfennig ernähret manchen Bauer, um ihn wird sein Narung sauer.

Der Pfennig fleucht arme Leut.

Der Pfennig für die Herberge ließ den Maultiertreiber sein Maultier verlieren.
Libanon
i] Er wollte sparen und ließ das Tier draußen

Der Pfennig gehet zu Rat, wenn der Heller hinter der Tür steht.

Der Pfennig gilt nirgends mehr als da, wo er gemüntzt ist (o. geprägt).
ho] De penning geldt nergens minder dan daar, waar hij gemunt is.
sd] Penningen giäller altid mäst der han än myntad.

Der Pfennig gilt nirgends mehr als da, wo er geprägt ist.

Der Pfennig hält keinen Armen lieb.

Der Pfennig hat gar großen gwalt, ihn ehren gmeinglich jung und alt.
la] In terra summus rex est hoc tempore nummus.

Der Pfennig hat hundert Wege.

Der Pfennig hat hundert Wege.
z] Der Pfenning hundert Wege hat.

Der Pfennig hat stets den Hut in der Hand, um zu reisen über Land.
ho] De penningen hebben altijd de muts in de hand, om oorlof te nemen.

Der Pfennig ist der Anfang der Million.
Finnland

Der Pfennig ist ein rechter Dieb.
i] Weil einer den anderen holt, der Kapitalpfennig den Zinspfennig.

Der Pfennig ist ein Schalk.
sd] Penningen är en skalk.

Der Pfennig ist gern da, wo man ihn ehrt.
sd] Penningen är gjärne der han blijr ärad.

Der Pfennig ist gut angelegt, der einen Taler trägt.

Der Pfennig ist gut angewandt, der einen Groschen erspart.

Der Pfennig ist nicht gern allein.
ho] Het pennigeken will een broêrtje hebben.

Der pfennig ist nynert alz geneme als do er geschlagen ist.
z] Darum sagt ein Sprichwort: Der Pfennig ist nirgends werter und angenehmer, denn da er geschlagen worden.

Der Pfennig ist schwer zu halten, welcher hinaus soll (will).

Der Pfennig ist simpel und rund und läuft darum in kurtzer stund.

Der Pfennig ist vor Armut gut.
mhd] In allem teütschen Reich waisz ich chain pesser ding für armut, dann den pfenning.

Der Pfennig ist wohl angewandt, der einen Groschen erspart.
en] Tat penny is well spent tat saves a groat.
en] The half penny is well spent tat saves a penny.
en] The penny is well spent, which saves a groat.
fr] Bonne la maille qui sauve le denier.

Der Pfennig ist wohl aussgeben, dafür erkauft man Fried und Leben.

Der Pfennig macht die Toren weise.

Der Pfennig macht, dass der Mann kracht.

Der Pfennig möchte gern für einen Groschen gelten.
dä] Hver vil holdes for meere end han er, og meener sig at agtes mindre end han er værd.

Der Pfennig sagte, wo ich nicht bin, da ist alle Freundschaft hin.

Der Pfennig soll wuchern, darum ist er geschlagen.
z] Der Pfennig ist darumb geschlagen, sagen viele, das er wuchern soll, sonst were er nicht anders, den eine gelde Khu, die keine Milch gebe.

Der Pfennig stifftet große Schand.

Der Pfennig will immer obenan sein.
sd] Penningen will altid gå före.

Der Pfennig wird hoch geehret.
i] Der Pfenning wirdt geehret hoch; um Geldts willen liebt mann einen hoch.

Der Pfennig, den man erspart, ist so gut als der Pfennig, den man erwirbt (gewinnt).
en] A penny saved, is a penny.
it] Quattrino risparmiato, due volte guadagnato.
la] Non minor est virtus quam quaerere parta tueri. Ovid

Der Pfennig, umgedreht, wird zur Semmel.
i] Aus Kleinem wird Großes, und im Verkehr macht man aus Pfennigen Groschen und Taler. Rascher Umsatz tut's.

Der Pfenning ist der best Gefährte in allen Landen.

Der pfenning scheint in hohem grad, ohn' pfenning niemand ehre hat.
la] Nummus honoratur, sine nummo nulla amatur.

Der Pferdedieb begann als Hühnerdieb. Haussa, Afrika

Der Pferdedreck schrie mit aller stimmen: wie tun wir Äpfel einherschwimmen.

Der Pferdefuß schaut heraus.
i] Hinter dem freundlichen, Vertrauen erweckenden Äußern verbirgt sich Falschheit und Gefahr.

Der Pferdekopf, der noch heute auf dem Dachgiebel der Bauernhäuser angebracht wird, ist teilweise den Neid der guten Geister abzuwehren bestimmt gewesen.
i] Das zeigt die wenigstens früher im Norden übliche 'Neidstange' mit dem Pferdekopf, bei deren Errichtung einst ein Pferdeopfer gebracht wurde.

Der Pferdemist will immer mit unter den Äpfeln sein.

Der Pferdsdreck vnter den öpffeln schwimbt.

Der Pflaumenbaum trägt nur Pflaumen, wohin man ihn auch pflanzen mag.

Der pflückte die Blume der Weisheit ab,
Wer der Hoffnung den Abschied gab.
Leop. Jacoby, Cunita

Der Pflug am Morgen macht die besten Forchen.
ho] De beste ploeg gaat's morgens vroeg.

Der Pflug bringt das Licht aus der Stube, die Sichel holt es in die Stube.

Der Pflug erhält die Welt.
z] Wie sie sich auch windet, dem Pfluge folgt die Welt; drum ist das Pflügen, wenn auch voll Plagen, das Haupt.

Der Pflug gleicht dem Vogel, der im Frühling am schönsten singt.

Der Pflug hat eine eiserne, der Karst eine silberne, der Spaten eine goldene Spitze.
it] L' aratro ha la punta di ferro, la zappa l' ha d' argento, la vanga ha la punta d' oro.

Der Pflug hilft nicht, wenn der Pflüger den Pflug nicht zu tragen vermag.

Der Pflug ist die Grundlage aller Künste.
Pandschab, Indien

Der Pflug ist ihm gezogen durch Backen und Stirn.

Der Pflug ist kein Räuber, das Korn egg' mit dem Dorn, Korn hinter dem Schorn. Köln

Der Pflug ist König, der Laden (o. die Werkstatt) Königin, jedes andere Geschäft trägt den Stempel der Hölle.
Pandschab, Indien

Der Pflug ist mehr als Gold.

Der Pflug macht die letzte Furche.
fr] La charrue est à sa derniere roye.
la] Aratrum vltimum attigit sulcum.

Der Pflug mit den Pferden soll friedlich und sicher sein.
z] So sal der Phluch mit den Pherden ... vrilik und zic êr sin.

Der Pflug nährt einen Menschen,
Handel nährt tausend Menschen.
China

Der pflügende Bursche hat das Pfeifen im Mund, der Vogel im Wale das Lied im Mund.
Estland

Der Pflugochs hat keine Klauen.
Estland

Der Pflugtreiber ist auf den Füßen höher als der Edelmann auf den Knien.

Der Pfuscher hat Brot und der Meister hat Not.
i] Wenn Gleisner besonderen Zulauf haben

Der Phantast sägt so lange an seinem Ast, nicht bis der Ast, sondern bis die Säge entzwei ist.

Der Phantast verleugnet die Wahrheit vor sich, der Lügner nur vor den anderen.
Friedr. Nietzsche

Der Pharus von Alexandrien ist nun gefallen. Gott bewahre uns, sagten sie, vor dem bloßen Staube desselben.
Ägypten

Der Philister der modernen kleinen Stadt ist ein faul gewordener Polizeihund gegenüber jenen alten Pudeln und Möpsen. Nun besteht das Wesen des Philisters vor allem darin, dass er nicht weiß, wie sehr er zur Gattung gehört, und dass er sich einbildet, sein eingelernter Kram von Fortschritten der Technik, Geschichtsdaten, Zeitungsnotizen und geschäftlichen Handgriffen sei etwas Rechtes.
Tucholsky, Der Kleinstadtphilister

Der Philister hat oft in der Sache recht, nie in den Gründen.
Hebbel, Tagebücher

Der Philister ist ein Geschöpf, das durch den engen Kreis seit alters erarbeiteter Denkgewohnheiten beschränkt ist und in den Grenzen dieses Kreises mechanisch denkt.
Maxim Gorki (1868-193), Vom Philistertum

Der Philister negiert nicht nur andere Zustände, als der seinige ist, er will auch, dass alle übrigen Menschen auf seine Weise existieren sollen...
Goethe, Riemer, 18.8.1807

Der Philolog ist angewiesen auf die Kongruenz des geschrieben Überlieferten. Ein Manuskript liegt zum Grunde, es finden sich in demselben wirkliche Lücken, Schreibfehler, die eine Lücke im Sinne machen, und was sonst alles an einem Manuskript zu tadeln sein mag. Nun findet sich eine zweite Abschrift, eine dritte, die Vergleichung derselben bewirkt immer mehr, das Verständige und Vernünftige der Überlieferung gewahr zu werden.
Goethe, Maximen und Reflexionen 509

Der Philosoph hat wie der Hausbesitzer immer Reparaturen.
Wilhelm Busch

Der Philosoph ist also ein Mensch, der, weil er den Wert der Weisheit und die Gefahren der Torheit kennt, sich um seines eigenen Glückes und des Glückes der anderen willen müht, die Wahrheit zu suchen.
Du Marsais/D'Holbach, Essay über die Vorurteile

Der Philosoph ist der Freund der Weisheit und der Wahrheit; der Weise meidet Narren und Bösewichte und geht nur mit Philosophen um.
Voltaire, Philosophisches Wörterbuch

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