Weisheiten 555

Der Katzen Spiel ist der Muse Tod.

Der Kau (Kuh) en Kalw awfragen.
Bren

Der Kauf ist gemacht.
i] Die Sache ist geschehen

Der Kauf ist teuer, wenn man von dem kauft, vor dem man muss den Hut abziehen.

Der Kauf reut ihn.
z] Den (welchen) in anfechtung rewt der kauff. Da sprach der Bawr: mich rewt der kauff. Jn rewt gar bald der vorig kauff.
mhd] D rou den dvil de kouf.

Der Kufer folgt seinem Verkufer um die Gewer.

Der Kufer hat nur ein Auge, der Verkufer hat hundert ntig.

Der Kufer jagt den Mieter.
[RSpW]
i] Nach rmischem Recht kann der neue Kufer den frheren Mieter vor Ablauf des Mietkontraktes exmittieren.

Der Kufer soll sich vorsehen. [RSpW]
la] Caveat emptor.

Der Kufer will den Verkufer kriegen und der Verkufer den Kufer betrgen.
Polen

Der Kufer wird leichter (o. fter) bers Ohr gehauen als der Verkufer.

Der Kaufleute Freundschaft entspringt aus Nutzbarkeit, der Studenten und Gelehrten aus Ehrliebigkeit, der Hof-Schranzen aus zutrinken.

Der Kaufmann hat in der ganzen Welt dieselbe Religion.
Heine, Briefe aus Berlin, 16. 3.1822

Der Kaufmann hat jedes Interesse nur im Plural.

Der Kaufmann lacht nicht, den ein Schiffbruch (o. Unglck) betrifft.
fr] Marchand qui perd ne peut rire.

Der Kaufmann lebt vom Gewinn, aber mit Betrug macht er Staat.

Der Kaufmann nennt jedermann: Gndiger Herr.

Der Kaufmann rechnet seine Zeit nach der Messe und der Bauer nach den Birnen.

Der Kaufmann tut nichts umsonst.

Der kaufmnnische Geist hat die groe Aufgabe, die Menschen, die der Erhebung unfhig sind, eine Leidenschaft einzupflanzen, die ihnen weite Ziele und eine vernnftige Verwendung des Tages gibt, zugleich aber auch sie so aufbraucht, dass sie alles Individuelle nivelliert und vor dem Geiste wie vor einer Ausschweifung schtzt. Er bildet eine neue Gattung Menschen, welche die Bedeutung haben wie die Sklaven im Altertum. Dass sie reich werden gibt ihnen so lange Einfluss, als die Geistesmchtigen ihren Vorteil nicht kennen und Politik machen wollen. Dieser Arbeiterstand zwingt auf die Dauer die hheren Naturen, sich auszuscheiden und eine Aristokratie zu bilden. Einstweilen gehren die Knstler und Gelehrten zu diesem Arbeiterstande, sie dienen ihm, weil sie viel Geld wollen.
Nietzsche, Unschuld des Werdens

Der Kaufpreis der nationalen Ehre und ihr Wechselkurs in Verstandesmnze wird nicht von der Journalistenbrse bestimmt.
Spitteler, Politische Tagesberichte

Der kauft gern Arbusen (Wassermelonen), wer selber Kantelupen zieht.
Russland

Der kauft gut, der zu rechter Zeit kauft.
it] Chi compra a suo tempo, compra a buon mercato.

Der kauft nie gut, der schlechte Ware kauft.

Der Kaulbarsch - ein krftiger Bissen.
Estland

Der Kaulbarsch ist eine Arschegge.
Estland

Der Kehraus ist der letzte Tanz.
i] In dem Sinne wie Kehrab

Der Kehraus und Putzaus bringen kein Brot ins Haus.

Der Kehricht aus dem Hause gehrt nicht auf die Gasse.
i] Die Vorgnge in der Familie, die Reibungen, Zwistigkeiten u.s.w. in derselben sollen im Hause bleiben und nicht an die ffentlichkeit gebracht werden.
bm] Smet z domu na ulici nevynsej.

Der Keil geht, wohin ihn der Schlgel treibt.
en] There goes the wedge where the beetle drives it.

Der Keil ist des Holzspalters Gehilfe.

Der Keim zersprengt die Hlle.

Der kein Heiligtum ist, den setzt man hinter die Tr; wenn man ihn bedarf, so nimmt man ihn wieder herfr.
i] Ausdruck der Verachtung, wenn man jemand nur als Mittel zu einem gewissen Zwecke gebraucht, ihn sonst aber zurcksetzt.

Der kein Lob verdient, ist vor Ehrabschneidung sicher.

Der keine Wahrheit kann erleiden, red't oftmals selbst gar unbescheiden.
la] Is male dicit, qui non potest verum ab altero audire.

Der keinen Anfang hat zum Reichtum, der sammelt nicht bald Schtze.

Der keit (wirft) oim Brocke na, es frss 's koi Hond.
Ulm

Der Kekelrm'n (Zungenband) ist ihm gut gelst.
i] Er hat eine gelufige Zunge.

Der Kellner sagte zum Koch: Bratest du mir eine Wurst, so lsch' ich dir den Durst.

Der kennt das Se nicht, der nur Saueres hat gekostet.
fr] Il n'est pas digne du doux qui n'a got l'amer.
sd] Den knner ej det sta, som aldrig smakat det sura.

Der kennt das Wasser am besten, der es durchwatet hat.
Dnemark

Der kennt den Dreck beim Mondschein, braucht keine Laterne.
i] Spott auf berkluge

Der kennt die ganze Welt, auch die bunte Kobbel.
ndt] De kennt de ganze Welt, ok de bunte Kobbel. Samland

Der kennt die ganze Welt, auch noch zwei Drfer.
ndt] De kennt de ganze Welt, ok noch twei (o. swe, auch: de omliggende) Drper.

Der kennt Gott besser, der ihn nicht zu kennen bekennt.
Aurelius Augustinus, ber die Weltordnung

Der kennt kein Unglck, der keine junge Witwe geheiratet hat.
Russland

Der kennt nicht einmal das Abc.

Der kennt sich aus beim Wurstkessel.
Bhmen

Der Kenntnisreiche ist berall ein Wissender, der Knig aber Herrscher nur in seinem Reiche.
Malaysia

Der Kerker qult, aber bezahlt nicht.
i] Unter die Mittel, bse Schuldner zur Zahlung zu zwingen, gehrte die Schuldhaft. Der Sinn des Sprichworts geht nun dahin, dass ein wegen Schulden Gefangensitzender keineswegs glauben solle, dadurch seine Schuld zu tilgen, das Gefngnis soll ihn blo zwingen, seine Zahlungsverbindlichkeiten zu erfllen.
bm] Zalř zla hospoda.

Der Kerker qult, aber er zahlt nicht.
i] Gemeint ist der Schuldturm.

Der Kerl hat Beine wie eine Butterkarre.
ndt] De Krl hat Bne oss 'ne Botterkarn. Lippe
i] Entweder sehr gesunde, krftige oder wasserschtige.

Der Kerl hat einen Bart wie armer Leute Korn.
ndt] Dar Karle ht an Bet wi em'r Lait's Ken.
i] Das bekanntlich oft sehr dnne steht.

Der Kerl hat einen Kopf wie ein Ochse (o. Holzschlgel, Kohltopf).
ndt] De Krl ht 'n Kopp oss'n Osse (o. oss'n Holtschlage, Kaulpott). Lippe

Der Kerl hat Glck wie eine Faust so dick; was er anfasst wird Gold.
ndt] De Krl hett Glck as'n Fst dick; wat he anft't, wart Gold. Ostfriesland
i] Nicht blo, um groes Glck berhaupt zu bezeichnen, sondern auch als Wortspiel, um zu sagen: Die Quelle seines Glcks ist seine krftige und arbeitslustige Faust.

Der Kerl hat Glck, der fngt den Dreck im Mondschein.
ndt] De Kierl ht Glck, d fingt 'n Dreck in 'n Moandschn.

Der Kerl hat Glck, schmeisst einen Pfennig auf's Dach, fllt ihm ein Taler runter.
ndt] De Kierl ht Glck; schmitt 'r 'n Pennik up 't Dach, fllt em 'n Doaler raw.

Der Kerl hat nicht einmal Stroh, womit er seine Luse verbrennt.
hdt] De Krl hett nich mal Stroh, wo he sine Lse mit verbrennt. Oldenburg

Der Kerl ist auf alle Sttel gerecht wie ein Jesuit.

Der Kerl ist ein Lump, so weit ihn die Haut anrhrt.
Nrtingen

Der Kerl ist ein rechter Bba.
ndt] De Krl is 'n rechten Bueba (o. Bullerbuller).
i] Grobian.

Der Kerl ist gar hoch studiert.
ndt] Dar Kalte s goar hch schtudrt.

Der Kerl ist geschickt, er guckt in neun Tpfe zugleich und auch auf das Dach.
ndt] De Kierl is geschickt, h kkt in nn Ptt toglk un k up 't Dach.

Der Kerl ist im Arsch verrckt und im Kopf hat der kein Gedrm.
ndt] De Kierl is im Oars verrckt un im Kopp htt 'r kn Drm.

Der Kerl ist mit Scheie gefllt (o. gestopft)
ndt] De Kierl is met Schte gedpt.
i] Ist sehr dumm.

Der Kerl ist so dumm wie ein Brett.
i] Er ist sehr dumm, brettdumm.

Der Kerl ist so dumm, dass einer ihm vorlgen kann, unser Herr gott heit Wenzel.
ndt] De Kierl is so dumm, dat einen em vrl'n kann, uose Harrgott hitt Wenzel.

Der Kerl ist so gro, sagt Decker, dass, steckt man ihm eine Mohrrbe in Arsch, dann baumelt das Kraut auf der Erde.
ndt] De Kierl is so grot, s' Decker, dat, stickt man em 'ne Mohrrwe in 'n Oars, denn bammelt 't Krut up de r'.

Der Kerl ist von vorne ein Isel? und von hinter ein Ochse.
ndt] De Krl is van vorn 'n Iisel un van achter 'n Osse.

Der Kerl ist wie eine Hslaus (Kleiderlaus).
Rottenburg
i] Man wird ihn nicht wieder los.

Der Kerl kann ausstehen wie ein Gaul (o. Pferd).
z] Man sollte sagen, der Gaul kann ausstehen wie ein Matrose. Seiltnzer mssen sich vor einem Matrosen schmen, der im Sturm im Takelwerk arbeitet. Demokritos

Der Kerl kann den Pflug ziehen.
ndt] Hei is en Kerel, hei kann den Plauch trecken. Bren
i] Ist sehr stark.

Der Kerl kann so klug lgen, dass er es selber glaubt.
ndt] De Kierl kann so kloch l'n, dat 'r 't slwst glwt.

Der Kerl kommt eben recht, wie das Mdel von Crembss.
i] Wenn man den Wolf nennt, so kommt er gerennt.

Der Kerl macht ein Gesicht, als wenn die Kuh scheien will.
ndt] De Kierl mckt 'n Ml, as wenn de Koh schten wull.

Der Kerl meint wohl, wenn er erst Fleisch hat, kommt das Brot ganz von selbst.
ndt] De Krel mnt wohl, wenn he erst Flsch hett, kummt dat Brot van slvst. Oldenburg
i] Wird von dem gesagt, der ohne sichere Mittel zum Bestehen in die Ehe tritt.

Der Kerl sieht aus als wenn er zehn gefressen htte und der elfte ist ihm im Rachen hngen geblieben.
ndt] De Kierl siht t, as wenn 'r thn frten har un de elwt' wier em im Rachen hang'n blwen.

Der Kerl sieht aus wie eine Aalquappe.
i] De Krl st ut as en Aalquabb'.
i] Um jemandem, der eine dem Kopfe dieses Fisches hnliche aufgedunsene Gesichtsbildung hat, den Anstrich der Lcherlichkeit zu geben.

Der Kerl sieht einem Schelm hnlicher als einem Krammetvogel.
ndt] De Krl sht'n Schelm glker as'n Krammsvagel.

Der Kerl throhnt wie ein Propst.

Der Kerl tut als wre Dreck sein Vetter.

Der Kerl versteht nichts von Frauen. Den feinen Damen bietet er Geld an, und auf die Huren macht er Gedichte. Und damit hat er auch noch Erfolg.
Kurt Tucholsky, Schnipsel

Der Kern allein im schmalen Raum
Verbirgt den Stolz des Waldes, den Baum.
Schiller, Breite und Tiefe

Der Kern ist in der Schalen, das Mehl wird aus den Kleien gemahlen.

Der Kern ist unter der Schale.
i] Und doch beklagen sich viele, dass sie ihn nicht gleich oben darauf finden.
z] Begriffen habt ihr nicht den Spruch des Herrn: Glaubt ihr den Worten nicht glaubt doch den Werken. Das heit verdolmetscht: Bis ihr schmeckt den Kern, mgt ihr euch an der Schale strken. Fr. von Sallet, Leipzig 1842

Der Kern straft oft die Schale Lgen.

Der Kessel brennt.
Nimptsch
i] Gegen j-n, der irgendeinem wissenswerten Gegenstande selbst auf die rechte Spur kommt.

Der Kessel frchtet sich nicht vor dem Feuer und scheut auch nicht den Rauch.
Russland

Der Kessel hat vor der Pfann nix voraus, weil's alle zwoa schwarz sind.

Der Kessel ist eine Hexe, der Topf ein Schratt.
Estland

Der Kessel ist gut auf dem Feuer, auch wenn er nur Wasser kocht, die Hausfrau ist gut im Haus, auch wenn sie unttig sitzt.
Finnland

Der Kessel ist nicht immer so schwarz (od. schmutzig), wie er geschimpft wird.
Estland

Der Kessel kocht eine dicke Brhe, der Topf rollt eine dnne.
Estland

Der Kessel lacht den Ofentopf aus, dass er schwarz sei.
Lausitz

Der Kessel scheut das Feuer nicht.

Der Kessel schilt den Ofentopf,
Schwarz sind sie alle beide.
Goethe, Zahme Xenien

Der Kessel schimpft den Tiegel.
Frankreich

Der Kessel schimpft den Topf einen verbrannten Arsch.
en] The kettle calls the pot burnt-arse.

Der Kessel schimpft die Bratpfanne und beide sind schwarz.
Polen

Der Kessel schimpfte den Kochlffel. Du schwarzer Mohr, sagte er, du trichter Schwtzer.
i] Von denen, die anderen Fehler vorwerfen, die sie selbst im hchsten Grade an sich haben.

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ITALIENISCH
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LATEINISCH
1 2 3 4
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