Weisheiten 550

Der it so grob wi Säuboahnastroah.
Franken
dä] Grov som bønne-halm.
ho] Hij is te grof, om hem met bezems te schrobben.
la] Praxillae Adonide stupidior.

Der it sou elend, ass'n (dass ihn) di Göns beissen.
Franken

Der ît über'n Löffl balbiert wor'n.
Franken

Der Italiener hat überhaupt ein tieferes Gefühl für die hohe Würde der Kunst als andere Nationen, jeder, der nur irgend etwas treibt, will Künstler, Meister und Professor heißen...
Goethe, Lehrjahre VIII,7

Der Italiener vereinigt die französische Lebhaftigkeit (Frohsinn) mit spanischem Ernst (Festigkeit) und sein ästhetischer Charakter ist ein mit Affekt verbundener Geschmack, so wie die Aussicht von seinen Alpen in die reizenden Täler einerseits Stoff zum Mut, anderseits zum ruhigen Genuss darbietet. In seinen Mienen äußert sich ein starkes Spiel seiner Empfindungen, und sein Gesicht ist ausdrucksvoll.
Immanuel Kant, Anthropologie in pragmatischer Hinsicht

Der Italiener, von Kindheit an öffentlich lebend, bemerkt erst spielend, dann heiter, dann ernst alle die unendlichen Abstufungen, in welchen die bürgerliche Gesellschaft sich um ihn her bewegt.
Goethe, Schriften zur Literatur - Don Ciccio

Der Italier ist (nach seiner Figur, Gestalt) mittelmäßig, der Deutsche groß, der Engländer ansehnlich, der Franzose wohlgestalt, der Spanier klein.

Der Italier ist im Ehestande kerkermeisterisch, der Deutsche hausherrisch, der Engländer knechtisch, der Franzose frei, der Spanier tyrannisch.

Der Italier ist in der Kost mäßig, der Deutsche trunksüchtig, der Engländer verthuisch, der Franzose delicat, der Spanier sparsam.

Der Italier ist in der Religion ceremoniell, der Deutsche ernst, der Engländer andächtig, der Franzose eifrig, der Spanier abergläubisch.

Der Italier ist in Dienstleistungen ehrerbietig, der Deutsche bequem, der Engländer knechtisch, der Franzose getreu, der Spanier tyrannisch.

Der Italier ist in Ratschlägen scharfsinnig, der Deutsche langsam, der Engländer beherzt, der Franzose geschwind, der Spanier behutsam.

Der Italier ist in seiner Haltung complaisant, der Deutsche affable, der Engländer launisch, der Franzose scherzhaft, der Spanier gravitätisch.

Der Italier ist in Unternehmungen wie ein Fuchs, der Deutsche wie ein Bär, der Engländer wie ein Löwe, der Franzose wie ein Adler, der Spanier wie ein Elefant.
fr] Les Italiens à pisser, les François à crier, les Anglois à manger, les Espagnols à braver et les Allemands à s'enyvrer.
fr] Les Italiens pleurent, les Allemands crient et les François chantent.

Der Italier ist klug vor der Tat, der Deutsche bei derselben, der Franzose nachher.
fr] L'Italien est sage devant la main, l'Allemand sur le fait, et le François après le coup.
it] Gl' Italiani saggi innanzi il fatto; i Tedeschi nel fatto i Francesi dopo il fatto.

Der Italier nimmt (von) der Kirche das Geld und die Kirche nimmt's von aller Welt.
fr] L'Italien a bonne raison de l'église faire une toison.

Der Itzik is witzik.
i] Als Spott gegen schlechten Witz; vielleicht des Reims wegen, vielleicht auch auf besonderm Falle beruhend.

Der I-wer-wol und der I-sollt-wol stehn auf, wenn die anderen schlafen gehen.

Der Jagdherr Ägidius trägt das Wetter des ganzen Septembers in der Tasche.
pl] Święty Idzi cały miesiąc widzi.

Der Jäger aus Kurpfalz, der reitet durch den grünen Wald.
i] Anfang eines in der bayerischen Pfalz seit drei Jahrhunderten volkstümlichen Liedes.

Der Jäger bringt kalte Handschuhe mit.
Estland

Der Jäger bringt nicht allemal einen Fuchs (ein Reh) mit von der Jagd.

Der Jäger droht den wilden Tieren und die wilden Tiere drohen dem Jäger.
Surinam .
i] Wie du mir, so ich dir
ho] De jagers vangen de hazen, en de hazen de jagers.

Der Jäger erbeutet nicht laufend, sondern wartend.

Der Jäger erhitzt sich, während sich der Vogel gemütlich die Federn putzt.

Der Jäger ernährt den Hund, aber der Fischer nicht mal eine Katze.
Estland

Der Jäger fangt nichts zu der Stund, so er hat unwillige Hund.

Der Jäger gehört in den Wald.
fr] Le chasseur au bois; le piéton à la chaussée.

Der Jäger hat seine Zeit und das Wild hat seine Zeit.
Surinam
i] Es kommt jeder einmal an die Reihe.

Der Jäger hütet die Wild(Holz-)diebe, der Wildschütz (Holzdieb) den Jäger.
ho] Er is geen jager zoo vroeg in het veld, of de strooper is er neg vroeger.

Der Jäger ist immer hungriger als der Bettler.
Estland

Der Jäger lobt den Abend, der Fischer den Morgen.
Estland

Der Jäger macht dem Teufel freud, den Armen schafft er herzenleid.

Der Jäger macht den Hund, nicht der Hund den Jäger.

Der Jäger muss nicht alles auf dem Horn ausblasen, was er im Walde sieht.

Der Jäger pflügt am Abend, der Fischer am Morgen.
Estland

Der Jäger sucht das Wild zu betrügen (täuschen) und das Wild den Jäger.

Der Jäger und der Gejagte werden beide müde.
Kikuju (Kenia)

Der Jäger war der freieste von allen, aus ihm entwickelte sich der Krieger und der Herrscher.
Goethe, Dichtung und Wahrheit I,4

Der Jäger wird wohl eher Hunger leiden als der Fischer (od. Seemann).
Estland

Der jähe Rat kommt zu früh.

Der Jakobstag (25.7.) hängt die Sensen an den Nagel und spannt die Ochsen ein.

Der Jammernde hat hinten keinen Schwanz.

Der Jänner hat viel Mützen auf seinem Kopfe sitzen.
fr] Janvier a quatre bonnets.

Der Jänner ist ein Holzverbrenner.
Luzern

Der Jänner warm, dass Gott erbarm.
Luzern

Der Januar baut (von Eis) eine Brücke, der Februar reisst sie in Stücke.
it] Gennaio fa il ponte e Febbraio lo rompe.

Der Januar muss krachen, soll der Frühling lachen.

Der jeden ehrt, der ist ehrenwert.

Der jedermans gesel, ist niemandt freundt.

Der jedermans ist, der ist niemands.

Der jedermans ist, hängt sich an alle Räder wie Kot.
z] Hängt sich bald an diss, bald an ein ander Rad, so wirfft jn auch eine Speich zur anderen von sich.

Der jegliche Verzweiflung schlichtet,
Der Tod, der milde Schiedsmann alles Elends.
Shakespeare, König Heinrich VI., 1. Teil, II, 5 (Mortimer)

Der Jemen ist die Wiege der arabischen Rasse, der Irak ist ihr Grab.
Arabien

Der jenige, der Böses sagt, der sieht manchmal Böses.
Estland

Der Jesuit ist dem Teufel aus der Bleiche gelaufen, eh' er fertig war.

Der Jesuit spricht: Vergiss dich selber nicht.

Der Jesuiten Hand baut keine Kirch' auf dürres Land.
en] No suit took in hand to plant a church in barren land.

Der jetzige Hang zu allgemeinen Gesetzen und Verordnungen ist der gemeinen Freiheit gefährlich.
Justus Möser, Der jetzige Hang zu allgemeinen Gesetzen und Verordnungen

Der jetzige Wein ist immer besser als der vorige.
z] Besser ist der Wein nach meinem Dünken als der vorige. Wie toll du bist, ist er nicht aus einem Fass? So wisst, besser ist der Wein, den wir erst trinken, als ein Wein, der schon getrunken ist.

Der jetzund einen Handel anfahen soll, der mus die Seele an Zaun hengen.

Der Jezer (Begehrgeist) is e Mezer (Störgeist).

Der Jezer-hore (böse Trieb, Leidenschaft) hot tummid (immer) an Ausred.
Jüdisch-deutsch in Warschau (Der Mensch findet immer einen Vorwand für seine Leidenschaften)

Der jhm selbs unnütz, ist niemandt nütz.
dä] Den er ingen nyttig, som ei er sig selv nyttig.
ho] Die zich zelven is onnut, hoe zou die anderen zijn ten stut.
la] Non bonus est ulli, qui malus ipse sibi.

Der Johann ist mein, der Michel (29. Sept.) euer, sagt der Wiesenbauer zu seinen Arbeitern.
Memel

Der Johannistag (24.6.) gibt den Befehl, mit der Heumahd zu beginnen.

Der Johannistag (24.6.) ist reich an Milch, der Jakobstag (25.7.) ist reich an Brot, der Laurentiustag (10.8.) ist am magersten.

Der Jörgel kehrt ein.
i] Mit Georgitag beginnt für den Bauer der Frühling. Jörgel (d.i. Georg) erscheint in der Sage als Symbol der den Winter vertilgenden Sonne und ist damit wohl die Frühlingsgottheit selbst gemeint.
z] Es ist wohl unabsichtlich die Frühlingsgottheit selbst gemeint, wenn es heißt: der Jörgel kehre ein. Die Feier des Georgitags vertrat in Oberösterreich wohl die Stelle des Walpurgatages, was um so leichter war, als Sankt-Greorg als Symbol der den Winter vertilgenden Sonne erscheint. Aber die Frühlingsgottheit verkehrte sich, ihr Gefolge ward zu Hexen.

Der Josêfi (19.3.) mâcht dem Wäinjter en äinjt.
Siebenbürgisch-sächsisch

Der Journalismus dient nur scheinbar dem Tage. In Wahrheit zerstört er die geistige Empfänglichkeit der Nachwelt.
Kraus, Aphorismen

Der Journalist beginnt ohne die betrügerischen Vorschußlorbeeren des Examens. Er muss sich bewähren oder...
Ossietzky, Professoren, Zeitungsschreiber und verkrachte Existenzen

Der Journalist hat zwei Augen und zwei Ohren, um doppelt so viel zu sehen und zu hören, wie geschieht.
Alexander Roda Roda

Der Journalist ist vom Termin angeregt. Er schreibt schlechter, wenn er Zeit hat.
Kraus, Aphorismen

Der Jubelnde hat kein Glück.

Der Jud schießt mit der Rüje (Blick) ün schlügt sich mit der Deje (Meinung).
Jüdisch-deutsch, Warschau
i] Spott auf die Abneigung der Juden vor Kämpfen und Duellen. Vielleicht auch Wortspiel, sich mit dem Degen, im jüdischen Jargon Deje, schlagen.

Der Jud und der Bauer muss handeln (dingen).
i] In Bezug auf den Einkauf.

Der Jude achtet nichts gering, was er umsonst bekommt.

Der Jude beantwortet eine Frage mit einer anderen Frage.
Jiddisch

Der Jude beträgt sogar, wenn er betet.
Tschechien

Der Jude betrügt, auch wenn er betet.
Polen

Der Jude fängt mit dem Goj (Nichtjuden) an.
i] Von jemand, der alle Ursache hat, sich ruhig zu verhalten, dennoch Streit anfängt.

Der Jude hat den Betrug nicht gelernt, er ist im angeboren.
Russland

Der Jude hat nur Geld, um es zu verlieren, und nur Zeit, um krank zu sein.
Jiddisch

Der Jude hat wohl des Menschen Gestalt, doch fehlt ihm des Menschen inn'rer Gehalt.

Der Jude ist von jeher ein Betrüger.
Polen

Der Jude lässt seine Haut gelb sein, damit es ihm an gelb gemahne.
Russland

Der Jude mag ein Dieb sein, aber nie ein Räuber.
Jiddisch

Der Jude meint, er sei ein Christ,
wenn er nur Schweinebraten isst.
Er sieht von Christi Wunderlehr'
an vielen Christen auch nicht mehr.
Wilhelm Müller, Epigramme, Leichte Bekehrung

Der Jude nimmt eine Ohrfeige, wenn er sie umsonst bekommt; aber er gibt keine, wenn er nicht was dabei verdient.

Der Jude ruiniert sich mit Passahfesten, der Maure mit Hochzeiten und der Christ mit Gerichtsprozessen.
Spanien

Der Jude sieht ihm aus dem Gesicht heraus.
i] Von Personen, die einen ausgeprägt jüdischen Typus haben. Der Zeilem-Elokim (Ebenbild Gottes) liegt ihm auf 'n Punim (Gesicht).

Der Jude weiß nicht, wo der Himmel ist, - so hat man ihn zur Erde niedergedrückt!
Jiddisch

Der Jude weiß sich zu nähren und andere zu scheren.
bm] Zid sebe střeze, a tebe stříze.

Der Juden Brauch ist widersinnig und abscheulich.
Tacitus, Historien

Der Juden Spieß, der Kauffleute Knebel, der Kramer Schafft und der vmbschleger Stachel lauffen in allen hendeln mitvnter.

Der Judenspieß (Wucher) gar manchen schon zu Boden stieß.

Der Jugend Fleiß ist des Alters Preis.
mhd] Lâz dich an jugent prîsen, wilt du in tugent grîsen.

Der Jugend Führer sei das Alter; beiden sei
Nur wenn sie als Verbundne wandeln, Glück beschert.
Goethe, Paläophron und Neoterpe (Neoterpe)

Der Jugend gehört die Zukunft.
bm] Mladým nálezí budoucnost.

Der Jugend glückliches Gefühl ergreift das Rechte leicht...
Schiller, Wallensteins Tod

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ENGLISCH
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FRANZÖSISCH
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ITALIENISCH
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LATEINISCH
1 2 3 4
PORTUGIESISCH
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SPANISCH
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