Weisheiten 55


Das eigene Kreuz ist am leichtesten zu tragen.
Estland

Das eigene Land ist ein Beerlein (= so lieb wie eine Beere), das eigene Heim eine Hübsche.
Estland

Das eigene Land ist eine Erdbeere, das übrige Land eine Schwarzbeere.
Estland

Das eigene Land ist jedem lieb.
Estland

Das eigene Leben, bewusst gelebt, trägt einen über das Persönliche hinaus.
Anaïs Nin, Das eigene Leben bewusst gelebt

Das eigene Nest beschmutzt man nicht.
en] It's an ill bird that fouls its own nest.

Das eigene Schicksal findet zunächst am wenigsten Beachtung bei uns selbst... Die Schicksale anderer aber sind es, die uns von früh an belehren, bereichern und bilden.
Hauptmann, Das Abenteuer meiner Jugend

Das eigene Sumpfwasser schmeckt reiner als das fremde Quellwasser.
Estland

Das eigene Unglück erscheint einem weniger schwer, wenn man sieht, dass auch andere nicht glücklich sind.
Voltaire, Zadig oder das Schicksal

Das eigene Unglück misst man nach Werschecken, das fremde nach Wersten.
Russland

Das Eigene verachten wir und lieben das Fremde.

Das eigene Viertel ist immer mehr als des Fremden Lägel (= ein Maß).
Estland

Das eigene Wort tritt (mit Füßen) des Fremden Schimpf.
Estland

Das eigenste und ursprünglichste im menschen sind nicht so sehr seine Lösungen, wie seine Fragen.
Meïr Wiener

Das eigentlich Unverständige sonst verständiger Menschen ist, dass sie nicht zurecht zu legen wissen, was ein anderer sagt, aber nicht gerade trifft, wie er's hätte sagen sollen.
Goethe, Maximen und Reflexionen 238

Das eigentlich wahrhaft Gute, was wir tun, geschieht größtenteils clam, vi er precario (heimlich, mit Gewalt und auf Bitten).

Goethe, Maximen und Reflexionen 135

Das eigentliche Kennzeichen der Demokratie besteht heutzutage nicht so sehr in der Volkstümlichkeit des Regierungs-, sondern des Verwaltungssysterns, daher muss das wahre Ziel die Demokratisierung der Verwaltung sein.
Masaryk

Das eigentliche Lebensglück, das in geistiger Ruhe und Zufriedenheit und seelischer Geradheit und Sicherheit besteht, darf man nie einem Menschen zusprechen, ehe man nicht gesehen hat, wie er den letzten und zweifellos schwierigsten Akt im Schauspiel seines Lebens spielt.
Michel Eyquem de Montaigne, Die Essais

Das eigentliche Losschlagen mache doch eigentlich den Feldherrn wie den gemeinen Krieger, am Ende komme es immer darauf an, die mehr oder minder vorbereitete Entscheidung mit herzhafter Persönlichkeit auf sich zu nehmen.
Goethe, v.Ense, 8.7.1825

Das eigentliche Recht des Stärkeren besteht nur darin, dass er sich des Willen des minder Starken zu bemächtigen weiß. Es ist damit gerade so wie mit den herrschenden Gedanken und Empfindungen in unserer Seele.
Jacobi

Das eigentliche Studium der Menschheit ist der Mensch.
Goethe, Wahlverwandtschaften, II, 7

Das eigentliche Urteilen über einen Gegenstand ist das Vergleichen seiner Natur oder wahren Allgemeinheit mit seiner Einzelheit oder mit der Beschaffenheit seines Daseins, das Vergleichen dessen, was er ist, mit dem, was er sein soll.
Hegel

Das eigentliche Wesen der Philosophie ist für mich die Spekulation. Sie muss ewig auf der Jagd sein. Man zeige mir einen Menschen mit einer Philosophie, die, wie er behauptet, das Problem seines Lebens gelöst hat, und ich bin der festen Überzeugung, dass er sich seiner Philosophie unterworfen hat.
Th. Wolfe, an Horace Williams, Febr. 1922

Das eigentliche Wesen des Ehrgeizes ist nur der Schatten eines Traumes.
Shakespeare, Hamlet (Güldenstern)

Das eigentliche, einzige und tiefste Thema der Welt- und Menschengeschichte, dem alle übrigen untergeordnet sind, bleibt der Konflikt des Unglaubens und des Glaubens.
Goethe, Noten zum Westöstlichen Divan, Israel in der Wüste

Das Eigentum bricht einer Furie gleich in das menschliche Herz ein, wälzt die tiefstgewurzelten Gefühle, Ideen und Instinkte um und schafft neue Triebe, Begriffe und Empfindungen.
Paul Lafargue, Der Ursprung der Idee des Gerechten und Ungerechten

Das Eigentümliche am Menschen, dass er nicht weiter als seine Nasenspitze sieht. Mangels Verstand, mangels Gefühl.
Henri Henri Barbusse (1873-1935), (1873-1935), Frontnotizbuch II

Das eigentümliche an dem Wort Freiheit ist, dass es nur dann zuverlässig klingt, wenn es in Gesellschaft mit dem Wort teuer erkauft auftritt.
Martin Andersen Nexö, Erinnerungen

Das Eigentümliche müsste durch die Lebensart erst recht hervorgehoben werden.
Goethe, Maximen und Reflexionen 33

Das eilen bedenckt kein ding.

Das eilen ist auch den begierigen ein harren.

Das Eindringen in die menschliche Seele verlangt Weitblick und Behutsamkeit.
Isaak Babel (1894-1941), Medrese und Schule

Das Eindringen in die Sprache macht bewußt, es macht empfindlich...
Heinrich Mann, Die Herrn vom Militär

Das eine auf den Kochen, das andere auf dem Staket.
ndt] Dat êne up de Knak'n, dat ander up'n Stak'n.
i] Von jemandem, der nur zwei Hemden besitzt, von denen er das eine auf dem Leibe hat, während das andere auf dem Stakete hängt, um zu trocknen.

Das eine Auge glotzt nach dem Speck, das andre nach dem Kohl.

Das eine Böse vertreibt das andere.
ndt] Dat eine quât vordrift dat ander.
la] Absque malo pravum potuit devincere nullus.

Das eine gegeben, das andere verwehrt.

Das eine Gerede paßt zum anderen Gerede, der eine auf des anderen Bauch.

Das eine ist der Gottheit selbst verwehrt:
Das, was getan ist, ungeschehn zu machen.
Aristoteles, Ethik, 6, 2 (Agathon)

Das eine ist gut, das andere noch besser.
Estland

Das eine Jahr lehrt das ander nicht.
la] Raro docet reliquum reor annus in omnibus annum.

Das eine kann man fordern (od. erstreben), aber das andere nicht ungefordert lassen.
Estland

Das eine klinget, das andere klatschet.

Das eine Last tragende Wasser fließt ruhig.
Estland

Das eine Menschengeschlecht hat sich allenthalben auf der Erde klimatisiert.
Johann Gottfried Herder, Ideen zur Philosophie der Geschichte der Menschheit

Das eine muss man tun und das andere nicht lassen.
Matth. 23, 23

Das eine muss man tun, das andere nicht ungetan lassen.
Estland

Das eine Ohr gehört dem Kläger, das andere dem Beklagten.

Das eine Öl kommt in die Lampe, das andere in den Weihkessel.
Russland

Das eine Schaf leckt nicht den Arsch von des anderen Schafes Lamm.
Estland

Das eine Schlimme schlägt oft zum andern.
mhd] Dat eine quât sleit vake to dem anderen.
la] Pleuresis pestem damnum iactura ministrat.
la] Aliud ex alio malum. Terenz

Das eine Ufer wird beständig unterspült, das andere stets angeschwemmt: Das ist des Flusses und des Lebens Lauf.

Das eine wächst, das andere fällt.
sd] Det ena wäxer til, det andra faller af.

Das eine wisset ein für allemal:
Wie ihr es immer dreht und wie ihr's immer schiebt
Erst kommt das Fressen, dann kommt die Moral.
Erst muss es möglich sein auch armen Leuten
Vom großen Brotlaib sich ihr Teil zu schneiden.
Bertolt Brecht, Die Dreigroschenoper

Das einem ein Täglich, ist dem andern eine Todsünde.
Schweiz

Das Einende ist nicht die Kraft der Geschichte; sondern das Verlangen nach Zusammenleben und das Gefühl, dass der eine des anderen bedarf.
Rolland, Die Vorboten

Das einer gewont hat, lest er hart.

Das einfach Schöne soll der Kenner schätzen,
Verziertes aber spricht der Menge zu.
Goethe, Natürliche Tochter A II Sz 5 (Eugenie) Vs 1060

Das Einfache durch das Zusammengesetzte, das Leichte durch das Schwierige erklären zu wollen ist ein Unheil, das in dem ganzen Körper der Wissenschaft verteilt ist, von den Einsichtigen wohl anerkannt, aber nicht überall eingestanden.
Goethe, Maximen und Reflexionen 611

Das einfachste Konkrete koinzidiert mit dem Absoluten.
Nikolaus von Kues, Über die Schauung Gottes

Das Einfischtal ist der Himmel der Weintrinker und die Hölle der Maultiere.
Schweiz, Kanton Wallis.

Das eingepfroffte Reislein schläget seinem Stande nach.

Das Einkommen der Priester gibt Gott, und der Teufel verzehrt es.

Das einmal Geschaute und Erlebte sinkt als solches in den Naturgrund der Seele hinab. Der Geist aber drängt auf lebendigen Besitz.
Peter Wist

Das Einnehmen macht nicht reich, aber das Ausgeben.

Das Einnehmen von Arzneien ist bei uns Mode, das muss es sein. Es ist der Zeitvertreib müßiger Leute, die nichts zu tun haben, die nicht wissen, was sie mit ihrer Zeit machen sollen, und sie daher anwenden, sich zu erhalten.
Jean-Jacques Rousseau, Emile

Das einsame Lesen ermattet: man will sprechen, man will sich ausreden.
Herder, Briefe zu Beförderung der Humanität

Das Einseifen allein tut's nicht, der Bart will auch geschoren sein.

Das einzelne Schaf ist (immer) in Gefahr vor dem Wolf.

Das einzelne Schaf ist in Gefahr vor dem Wolf.

Das einzig Gute, das von Osten kommt, ist die Sonne.
Portugal
i] Spanien liegt im Osten Portugals

Das einzige annehmbare Schicksal für eine Frau ist eine glückliche Ehe.
Henry de Monherlant, Die jungen Mädchen

Das einzige Fegefeuer, das es gibt, ist eine Frau.
England

Das einzige Gut ist die Jugend, die zwischen Glück und Unglück einherwandelt und beide verachtet.
Seneca

Das einzige Kind wird nicht verkauft.
Duala (Bantu)

Das einzige Mittel gegen Aberglauben ist Wissenschaft. Nichts anderes kann diesen Pestflecken aus dem menschlichen Geiste hinwegwischen. Ohne sie bleibt der Aussätzige ungereinigt und der Sklave unbefreit.
en] The only remedy for superstition is knowledge. Nothing else can wipe out that plague-spot of the human mind. Without it, the leper remains unwashed, and the slave unfreed.
Henry Thomas Buckle, Geschichte der Civilisation in England (1856-1861)

Das einzige Mittel, auf irgendeine gleichmäßige und gerechte Weise den Besitz zu verteilen und die Sterblichen glücklich zu machen, ist die gänzliche Aufhebung des Privateigentums. Solange es das noch gibt, wird der weitaus größte und beste Teil der Menschheit die beängstigende und unvermeidliche Last der Armut und der Kümmernisse dauernd weiterzutragen haben.
Morus, Utopia

Das einzige Mittel, das Leben zu ertragen, ist, es schön zu finden.
Leonhard, Aeonen des Fegefeuers

Das einzige Mittel, den Irrtum zu vermeiden, ist die Unwissenheit.
Rousseau, Emile

Das einzige Mittel, die Welt zu verbessern, ist die Erfüllung der nächstliegenden Pflichten, nicht die Jagd nach großen, in der Ferne gesuchten Zielen.
Ch. Kingsley

Das einzige Mittel, einen Mann zu ändern, besteht für die Frau darin, ihn so restlos zu langweilen, dass er jegliches Interesse am Leben verliert.
Oscar Wilde, Das Bildnis des Dorian Gray

Das einzige Mittel, um jetzt ein deutsches Theater oben zu halten, sind Gastrollen. Hätte ich jetzt noch die Leitung, so sollte der ganze Winter mit trefflichen Gastspielern besetzt sein. Dadurch würden nicht allein alle guten Stücke immer wieder zum Vorschein kommen, sondern das Interesse würde auch mehr von den Stücken ab auf das Spiel gelenkt, man könnte vergleichen und urteilen, das Publikum gewönne an Einsichten, und unsere eigenen Schauspieler würden durch das bedeutende Spiel eines ausgezeichneten Gastes immer in Anregung und Nacheiferung erhalten.
Goethe, Eckermann, 20.12.1826

Das einzige Mittel, um zu leben, ist Arbeit. Um arbeiten zu können, muss man die Arbeit lieben. Um die Arbeit lieben zu können, muss sie interessant sein.
Leo N. Tolstoi, Tagebücher (1860)

Das einzige Verbrechen, das die Frömmler kennen, ist die Unkeuschheit, besser gesagt, der Ruf oder Anschein der Unkeuschheit.
Jean de La Bruyère, Die Charaktere

Das einzige, das noch schwieriger ist, als ein geordnetes Leben zu führen: es anderen nicht aufzuzwingen.
Proust

Das einzige, was das Alter einen lehrt, ist nicht Furcht und vor allem nicht Wahrheit, sondern mehr Schamgefühl.
Faulkner, Der Springer greift an

Das einzige, was das Leben lebenswert macht (das Verliebtsein), belächelt man.
Goetz, Das Märchen

Das Einzige, was die Armut beseitigen kann, ist das Miteinanderteilen.
Mutter Teresa

Das Einzige, was ich an der Freiheit liebe, ist der Kampf um sie, aus dem Besitz mache ich mir nichts.
Henrik Ilbsen, an Brandes, 20. Dezember 1870

Das einzige, was man aus Erfahrungen lernt, ist die Erkenntnis, dass man nichts aus Erfahrungen lernt.

Das einzige, was man in Friedenszeiten mit Soldaten anfangen kannPestalozzi, ist, sie zur Arbeit anzuhalten. Ein müßiger Soldat denkt immer nur an Krieg.
Reed, Mexiko in Aufruhr

Das einzige, was niemand glauben will, ist die Wahrheit.
Shaw, Der Mann des Schicksals

Das einzige, was uns in unserm Elend tröstet, ist die Zerstreuung, aber gerade das ist unser größtes Unglück. Denn das hält uns hauptsächlich davon ab, an uns zu denken, und richtet uns zugrunde, ohne dass wir es merken.
Pascal, Gedanken

Das einzige, was wir mit Sicherheit als unser Eigentum beanspruchen dürfen, das höchste Gut, was uns keine Macht der Welt rauben kann und was uns wie kein anderes auf die Dauer zu beglücken vermag, das ist eine reine Gesinnung, die ihren Ausdruck findet in gewissenhafter Pflichterfüllung.
Max Planck (1858 - 1947)

Das einzige, was wir zu fürchten haben, ist unsere eigene Furcht.
Franklin Delano Roosevelt

Das einzige, wonach wir mit Leidenschaft trachten, ist das Anknüpfen menschlicher Beziehungen.
Ricarda Huch (1864 - 1947)

Das Einzige, wonach wir mit Leidenschaft trachten, ist das Anknüpfen menschlicher Beziehungen.
Ricarda Huch, Quellen des Lebens

Das Eis (zwischen ihnen) ist gebrochen.
i] Die bestandene Kälte hat sich in ein freundliches Verhältnis verwandelt
en] the ice is broken
fr] la glace est rompue
it] il ghiaccio è rotto

Das Eis kracht so lange, bis es (endlich) bricht.

Das Eis schimpft das Wasser und platscht selbst hinein.

Das Eis zerbricht Sankt Julian (27.1.),
wo nicht, da drückt ers fester an.

Das Eis zum Bruche bringen.
i] Eine Sache zur Entscheidung führen, drängen

Das Eisen gehört so gut zum Speer wie der Schaft.

Das Eisen ins Feuer bringen.

Das Eisen ist schwer zu schmieden.
i] Dieser Mann ist schwer zu behandeln, man kommt bei ihm nicht leicht ans Ziel

Das Eisen lässt sein Rosten nicht.
ndt] Das eisen last sein rosten nit.
z] Wie das eisen jmmer wider rostet, also lest auch der feind seine tücke nicht.

Das Eisen liegt über dem Gold.
Russland

Das Eisen liegt zu oberst, das Gold zu unterst.
Russland

Das eisen nimmer wirt gefug, wenn eines nicht das ander schlug.

Das Eisen rostet vom Alter.

Das Eisen rostet, der Mensch grauet.

Das Eisen schmiedet sich am besten, wenn's (bereits) glüht.

Das Eisen schwimmen lehren.
i] Verkehrtes, Naturwidriges tun

Das eisen wir noch los (von ihm).

Das Eisen wird vom Eisen geschärft.
la] Ferrum ferro acuitur.
i] Vgl. Sprüche Salomos: Ein Messer wetzt das andere...

Das eiserne Würfelspiel.
i] Eine sprichwörtlich gewordene Umschreibung für Krieg aus Schillers Gedicht 'Die Schlacht', in der die Stelle lautet: 'Das wilde, eiserne Würfelspiel.'

Das eiss hat kein balcken.

Das Element des Fisches ist das Wasser, das des Menschen der Mensch.
Mexiko

Das Element, in dem ich schwebe, hat alle Ähnlichkeit mit dem Wasser, es zieht jeden an und doch versagt dem, der auch nur an die Brust hereinspringt, im Anfang der Atem, muss er nun gar gleich tauchen, so verschwinden ihm Himmel und Erde. Hält man's dann eine Weile aus und kriegt nur das Gefühl, dass einen das Element trägt und dass man doch nicht untersinkt, wenn man gleich nur mit der Nase hervorguckt, nun so findet sich im Menschen auch Glied und Geschick zum Froschwesen, und man lernt mit wenig Bewegung viel tun.
Goethe, An Merck, 5.8.1778

Das Elend am Spieß weissagt großen Riss.
Schlesien
i] Um die Zeit, als Herzog Georg Wilhelm von Liegnitz, der letzte Piast'sche Spross, gegen Michaelis 1675 Anstalten zur Feier seines Geburtstags machte, wurde in der Kotzenauer Heide, auf den Gütern des Herrn von Stosch, ein 'Elendthier' (Elenn, Cervus Alces) gefangen und als eine Seltenheit der herzoglichen Tafel geschenkt. Der Herzog starb nicht lange danach. Nachdem das slawische Wort Elenn das deutsche Elch verdrängt hatte und dann selbst in Elend verderbt worden war, benutzte es sofort der Aberglaube in seiner Weise, wovon auch das obige Sprichwort ein Beweis ist. Auch die abergläubische Vorstellung gehört hierher, das Tier leide an der Epilepsie, oder besitze die Kraft, sie zu heilen.

Das Elend bauen.
i] Die Grundbedeutung des Wortes Elend ist aus der starken Liebe zur Heimat hervorgegangen und bezeichnet das Wohnen im Auslande, in der Fremde. In diesem Sinne steht es in der obigen Redensart, die soviel heisst, als in einem fremden Lande wohnen. Da Fremde und Verbannung wehe tun und unglücklich machen, so nahm das Wort Elend allmählich die allgemeine Bedeutung von miseria an und seine ursprüngliche trat dagegen zurück. In den meisten Sprichwörtern ist nun die spätere Bedeutung des Wortes herrschend, der ursprüngliche Sinn hat sich besonders in den Redensarten erhalten.

Das Elend besteht nicht im Mangel der Dinge, sondern im Verlangen danach.
Rousseau, Aphorismus

Das Elend der meisten kommt daher, dass sie zuviel vom Leben erwarten.
Günther Weisenborn, Der Verfolger

Das Elend der Menschen und die Verkehrtheit der Menschen sind so unendlich groß dass jedes von beiden der einzige ausreichende Maßstab des andern ist.
Schopenhauer

Das Elend der Philosophie.
Karl Marx (Titel einer Schrift)

Das Elend der vielen ist (nur) den Dummen ein Trost.
Spanien

Das Elend des Menschen liegt darin, dass er in der Gesellschaft Trost suchen muss gegen die Leiden, die ihm die Natur zufügt, und in der Natur Trost gegen die Leiden der Gesellschaft. Wie viele haben weder hier noch dort eine Erleichterung ihrer Schmerzen gefunden!
Chamfort, Maximen und Gedanken

Das Elend des menschlichen Lebens hat den Grund zu all dem gelegt: da sie das erkannt haben, haben sie die Zerstreuung gewählt.
Pascal, Gedanken

Das Elend ist uns angetraut wie eine Frau.
Litauen
i] Unter Elend wird hier besonders der Frondienst gemeint

Das Elend ist, dass man den ganzen Tag mit Arbeit vertrödelt.
Norddeutscher Volksmund

Das Elend kommt öfter auf drei Tage zu Besuch und bleibt gleich für hundert Jahre da.

Das Elend ruft das Elend herbei.

Das Elend schafft wunderliche Bettgenossen.
en] Misery makes strange bedfellows.

Das Elend schlägt ihm unter die Augen.
i] Die Fremde, wie man jetzt sagt: Es fährt ihm manch scharfer Wind ins Gesicht

Das elendeste leben ist besser denn der beste tot.

Das elendste Schwein kommt zur dicksten Eichel.
sp] Al más ruin puerco, la mejor bellota.

Das elfte Gebot heisst: Lass dich nicht verblüffen (o. erwischen; bange machen).
ho] Dat staat in het elfte gebod.
ho] Wisse wasjes, zei besje, flikflooijen en duim draaijen is het elfte gebod.

Das elfte Seil ist das zehnte Gebot.
[RSpW]
i] In Bezug auf die Verabreichung des Zehnten galt als Regel, dass derselbe gegeben ward, wo die Frucht sich befand; der zehentberechtigte Herr musste zu den zehentpflichtigen Bauern gehen und sich selbst den Zehent holen.
z] Kein Mann ist pflichtig seinen Zins außerhalb seines Hauses zu geben. Wo aber dessenungeachtet die Bauern den Zehnten dem Herrn zu Haus und Hof brachten, trat für diese Mühewaltung ein Abzug ein.

Das Emporkommen sucht, wer die Nächte durchwacht, und wer ins Meer steigt, sucht Perlen.

Das end aller Weltfreud ist (trübsal und) leid.
un] Az örömnek szomoruság a végè.
un] E világon nincsöröm üröm nélkül.

Das End' bedacht, hat viel Guts gebracht.
it] Ben finisce chi considera il fine.

Das end bewert all ding.
en] The evening crowns the day.
fr] La fin couronne l'oeuvre.
it] Al finir del giuoco, si vede che ha guadagnato.
it] Alla fine te parerà un dattero.
it] Un bel morire, tutta la vita honora.
la] Exitus acta probat.
la] Finis coronat opus. (Einem Weintrinker hatte man die Grabschrift gesetzt: Vinis coronat opus. Durch den Genuss vieler Weine setzte er sich die Totenkrone auf.)

Das end bewert, was jeder kann.

Das end einer sach steht beym glück, die mittel und der anfang bey der Weissheit.

Das end erwirbt die Kron, nicht der streit.

Das end gibt der sachen entschiedt und gestalt.

Das end muss den Last tragen.
dä] Mageligere er den første ende at gribe an, end den sidste at faae fast.
fr] A la queue gît le venin.
ho] Teinde moet den last draghen.
la] Extremum occupat scabies.
la] Finis portabit onus et factum reserabit.
la] Finis sustentat onus.
la] Omnia exitu probantur.

Das Ende aller Wege ist die Totenkammer.

Das Ende bedacht hat viel Gutes gebracht.

Das Ende bewährt alle Dinge.

Das Ende bleibt immer im Eigenen haften.
Estland

Das Ende braucht keinen Reichtum.
Estland

Das Ende der (geheuchelten) Liebe ist Wegwerfen. Jemen

Das Ende der Diebe ist Zuchthaus und Galgen.

Das Ende der Leidenschaft ist der Anfang der Reue.
England

Das Ende der Liebe ist Wegwerfen.

Das Ende der Nase kann man sehen, aber nicht das Ende der Güte.
Estland

Das Ende des Zorns ist der Reue Anfang.
ho] Het einde des toorns is gewoonlijk het begin des berouws.

Das Ende diktiert dem Anfang seine Leuchtkraft.

Das Ende eines Dinges ist besser denn sein Anfang.
Pred. Sal., K.7, V.9

Das Ende hat ja keinen Überrest.
Estland

Das Ende ist aller Sachen Krone.
Estland

Das Ende ist fraglich.
la] Exitus in dubio est.

Das Ende krönet alle (o. das) Werk.
Ovid, Heroiden II, 85

Das Ende krönt das Werk, das Leben ziert den Tod:
Wie herrlich stirbt der Mensch, der treu ist seinem Gott.
Angelus Silesius, Cherubinischer Wandersmann

Das Ende krönt das Werk.
la] Finis coronat opus. Ovid

Das Ende krönt's.
en] The end crowns all.
Shakespeare, Troilus und Cressida IV,5

Das Ende lobt das Werk.

Das Ende macht alle gleich.
en] The end makes all equal.

Das Ende macht manch Weltkind gescheidt.
la] Exitus ostendit, quo mundi gloria tendit.

Das ende machts alles gut.

Das Ende möge dem Anfang entsprechen.
la] Principiis consentiant exitus.

Das Ende muss die Last tragen.

Das Ende sieht man nicht am Anfange.
i] Von den voreiligen Hoffnungen derer, die, wenn sie ein Geschäft kaum begonnen, schon meinen, alle Schwierigkeiten überwunden zu haben, da doch so oft dem Anfange das Ende nicht entspricht

Das Ende trägt das Lob davon.
la] Omnis laus in fine canitur.

Das Ende trägt den Kranz davon.
la] Exitus acta probat. Ovid
la] Fini soli palma debetur.

Das Ende trägt die Last.

Das Ende vom Ende wissen.
i] Alles durchschauen, in alles eingeweiht sein

Das Ende vom Liede ist: irgendwo wird die menschliche Ungleichheit wieder zu Ehren kommen. Was aber Staat und Staatsbegriff inzwischen durchmachen werden, wissen die Götter.
Jacob Burckhardt, Weltgeschichtllche Betrachtungen

Das Ende vom Liede singen.
fr] La farce est jouée.

Das endliche Schicksal des Christentums ist also davon abhängig, ob wir dessen noch bedürfen.
Heine, Zur Geschichte der Religion

Das endliche Vernunftwesen hat nichts außer der Erfahrung, diese ist es, die den ganzen Stoff seines Denkens enthält.
Johann Gottlieb Fichte, Wissenschaftslehre

Das Endliche wird vor dem Unendlichen zu nichts, es wird ein reines Nichts.
Blaise Pascal

Das Endziel aller Füchse ist die Pelzhandlung.
en] The fox goes at the last to the shop of the furrier.

Das Endziel der Naturwissenschaft ist, die allen Veränderungen zugrunde liegenden Bewegungen und deren Triebkräfte zu finden, also sich in Mechanik aufzulösen.
Helmholtz, Rede 1869

Das eng recht ist ein weit unrecht.
i] Diese Behauptung ist zu allgemein. 'Eng Recht' ist entweder das zu buchstäbliche oder ein allgemeines Recht, zu beschränkt auf einen besondern Fall angewandt.

Das Enge der Gebirge scheint überhaupt auf das Gefühl zu wirken, und man findet darin viele Gefühlsphilosophen, Menschenfreunde, Freunde der Künste, besonders der Musik. Das Weite des platten Landes hingegen wirkt mehr auf den Verstand, und hier findet man die Denker und Vielwisser.
Heinrich von Kleist, an Wilhelmine von Zenge, 3./4. September 1800

Das Entbehren ist ein guter Lehrmeister.

Das entscheidend Charakteristische dieser Welt ist ihre Vergänglichkeit.
Franz Kafka, Hochzeitsvorbereitungen auf dem Lande

Das entscheidende Argument
la] nervus probandi

Das Entscheidende bleibt doch immer der Charakter, nicht der eitle, wohl aber der gute und ehrliche Glaube an uns selbst.
Theodor Fontane, Frau Jenny Treibel

Das Epigramm ist der Geist des Hasses, jenes Hasses, der die Ausgeburt aller schlechten Leidenschaften des Menschen ist, so wie die Liebe alle seine guten Eigenschaften vereinigt.
Honoré de Balzac (1799-1850), Verlorene Illusionen

Das Epische ist oft eine Ausflucht mangelnder Phantasie.
Lue de Clapiers Marquis de Vauvenargues, Reflexionen und Maximen

Das Epitomisieren eines poetischen Werks, das zuerst in eine große Weite und Breite angelegt war, bringt ein Schwanken zwischen Skizze und Ausführung hervor, das dem ganz befriedigenden Effekt durchaus schädlich ist.
Goethe, An Schiller, 5.7.1802

Das er der abesage in abridde sij.
Frankfurts Reichskorrespondenz, 1461

Das er hasset, das trägt er.
i] Der ist ein Tor, welcher sich wider das sperrt, was er trägt und tragen muss

Das erbarme Gott!

Das Erbe bleibt da, wohin es der Tod bringt.
[RSpW]
i] Das altdeutsche Erbrecht hatte und bedurfte zur Bestimmung der Erbfolge keiner Testamente. Der Erbe war geboren, und der Tod setzte ihn in den Besitz des Gutes

Das Erbe fällt den Eltern in den Busen.
z] Das Kind fällt wieder in der Mutter Schoß

Das Erbe gehört zu den nächsten Erben.

Das Erbe geht nicht aus dem Busen.
[RSpW]
i] Will sagen, dass Kinder und Enkel, mit Ausschließung von Vorfahren und Seitenverwandten, den Verstorbenen beerben. Das Sprichwort findet sich im Sachsenspiegel. Busen bezeichnet in der mittelalterlichen Rechtssprache in der Regel Deszendenten, wie auch nähere Verwandtschaft überhaupt.

Das Erbe tritt an die Kinder.
[RSpW]
i] Die gesetzlichen Erben brauchen sich nicht um das Erbe zu bemühen, es tritt an sie heran

Das Erbe vorm Tode teilen.

Das erbettelte Brot ist das beste.
Hindi, Indien

Das Erdetreiben, wies auch sei,
Ist immer doch nur Plackerei...
Goethe, Faust II A II, Am untern Peneios (Proteus) Vs 8313

Das Erdreich trägt's nicht.
Schwaben
i] Man kann nicht mehr beanspruchen als der Natur des Landes oder der Menschen gemäß ist

Das Erfinden aus der Luft war nie meine Sache, ich habe die Welt stets für genialer gehalten als mein Genie.
Goethe, H. Laube, 1809

Das Erfinden ist eng verknüpft mit der Kenntnis des Menschen, eng verknüpft,mit der Kenntnis der Gesellschaft und einem klaren Standpunkt innerhalb dieser Gesellschaft.
Maximilian Scheer, Finden - Erfinden

Das erfrischt' sagte die Katz'; da fiel sie in ein Regenfaß.

Das erfuhr ich unter Menschen als Wunder größtes
dass Erde nicht war noch Himmel drüber
noch irgendein Baum noch Berg nicht war
noch irgendein Stern noch Sonne schien
noch Mond nicht leuchtete noch das gewaltige Meer.
Als da nirgends nichts war an Enden und Wenden
da war doch der eine allmächtige Gott.
Wessobrunner Gebet

Das Erfundene kann vervollkommnet, das Geschaffene nur nachgeahmt werden.
Marie von Ebner-Eschenbach, Aphorismen

Das Ergebnis aller Arbeit des Menschen in dieser Zeit ist nur deren beschleunigter Untergang.
Christian Schütze

Das Ergebnis ist alles.
Fernando Pessoa, Das Buch der Unruhe des Hilfsbuchhalters Bernardo Soares

Das Erhabene gibt der Seele die schöne Ruhe, sie wird ganz dadurch ausgefüllt, fühlt sich so groß als sie sein kann und gibt ein reines Gefühl, wenn es bis gegen den Rand steigt ohne überzulaufen.
Goethe, An Charlotte v. Stein, 3.10.1779

Das Erhabene rührt, das Schöne reizt.
Immanuel Kant, Beobachtungen über das Gefühl des Schönen und Erhabenen

Das Erhabene wird bejammernswert, wenn es verdorben wird.
la] Corruptio optimi pessima.

Das Erhabene, durch Kenntnis nach und nach vereinzelt, tritt vor unserm Geist nicht leicht wieder zusammen, und so werden wir stufenweise um das Höchste gebracht, was uns gegönnt war, um die Einheit, die uns in vollem Maß zur Mitempfindung des Unendlichen erhebt, dagegen wir bei vermehrter Kenntnis immer kleiner werden.
Goethe, Maximen und Reflexionen 1139

Das Erhabene, für uns Übererhabene, höchst Verehrungswerte, doch, genau besehen, mit einem absurden, ja infamen Empirischen Verbundene, macht uns stutzig, und man entschließt sich schwer.
Goethe, Maximen und Reflexionen 1343

Das Erkennen mehrt das Unerkannte.
Oswald Spengler

Das Erkennen und Erfinden sehen wir als den vorzüglichsten selbsterworbenen Besitz an und brüsten uns damit.
Goethe, Schriften zur Natur- und Wissenschaftslehre - Erfinden und Entdecken

Das erkennt der Pöbel nicht, der, so gierig er auf Neuigkeiten ist, das Neue höchst verabscheuet, das ihn aus seinem Gleise leiten will, und wenn er sich noch so sehr dadurch verbessert.
Goethe, Götz A I, Bischöflicher Palast zu Bamberg (Olearius)

Das Erlebte weiß jeder zu schätzen, am meisten der Denkende und Nachsinnende im Alter, er fühlt, mit Zuversicht und Behaglichkeit, dass ihm das niemand rauben kann.
Goethe, Maximen und Reflexionen 400

Das erleichtert, sagte das Mädchen, nachdem sie Zwillinge bekam.

Das Erlernen der Einsamkeit ist eine Kraft und nicht ein Ziel.

Das Erlöss vns vom Vbel treibt im Kopff einen traurigen Thubel.
i] Ernste Gedanken stören die Freude

Das Erpressungsmittel der Wahrhaftigkeit in äußeren Aussagen, der Eid (tortura spiritualis), wird vor einem menschlichen Gerichtshofe nicht bloß für erlaubt, sondern auch für unentbehrlich gehalten; ein trauriger Beweis von der geringen Achtung der Menschen für die Wahrheit, selbst im Tempel der öffentlichen Gerechtigkeit, wo die bloße Idee von ihr schon für sich die größte Achtung einflößen sollte!
Kant, Über das Misslingen aller philosophischen Versuche in der Theodicee

Das erriete selbst der Heilige Geist nicht.
la] Nec Apollo, quid sibi haec velint, intelligat.

Das erschreckt mir die Hühner nicht.

Das ersehnte Glück wird uns, errungen, zur Last.
Körner, Erinnerung an Karlsbad

Das erst gibt dem Gold die Farbe der Sonne, dass man ins Feuer es wirft!
Friedrich Hölderlin, Hyperion

Das erst glück ists best.
tsch] První stestí zrídka bývá dobré.

Das erst mal im übersehen gehet hin, das ander mal hat streich verdienet.

Das erst, das best.
i] Ausdruck dessen, der nicht wählt, sondern gleich zulangt

Das erstaunlichste Gedächtnis ist das einer verliebten Frau.
it] La memoria più prodigiosa è quella di una donna innamorata.

Das Erstbeste ist das Allerletzte.
Alexander Eilers

Das erste aller wichtigen Dinge ist, nicht das Gewissen zu betrügen.
China

Das erste Axiom eines Gesetzbuches für die Kritik sollte lauten: das bloße Urteil ist nichts, die Begründung ist alles.
Hart

Das erste Bedürfnis kümmert sich ja nicht um das letzte.

Das erste Erfordernis der Kunst ist: Jeder Gegenstand muss so dargestellt werden, dass der Leser ein richtiges, wahres Bild von ihm gewinnt.
Tschernyschewski, Was tun?

Das erste Erwachen nach einem Unglück, wenn man sich in einer heiklen Lage befindet, ist ein sehr bitterer Augenblick. Der Geist, kaum wieder zu sich gekommen, kehrt zu den gewohnten Vorstellungen des früheren ruhigen Lebens zurück, doch sofort drängt sich barsch der Gedanke an die neue Lage dazwischen, und das Unbehagen wird um so heftiger durch den jähen Vergleich.
Alessandro Manzoni, Die Brautleute

Das erste Gerücht überwindet man nicht.
bm] Chces míti dobrou povest'? O první pecuj.
pl] Chcesz miec dobra slawe? o pierwsza sie staraj.

Das erste Glas beisst wie der Tod, das zweite schmeckt zu Brot, wenn's dritte fehlt, ist große Not.
i] Um zu bezeichnen, wie sich das Laster des Trunkes nur allmählich des Menschen bemächtigt.
ruth] Perwyj keliszok jak po ledu, drûhij jak po medu, a za tretyj ne pytaj lysze dawaj. (Das erste Glas geht wie auf dem Eise, das zweite wie auf Honig, nach dem dritten frage nicht, gib's her, 's hat rasche Reise. Ruthenien

Das erste Glas für den Durst, das zweite zur Ernährung, das dritte zum Vergnügen, und das vierte ist Wahnsinn.
England

Das erste Glas macht dich zur verspielten Gazelle, das zweite zum feurigen Zebra, das dritte zum brüllenden Löwen und das vierte zum albernen Esel.

Das erste haben immer die Mäuse, die Elstern.

Das erste Haberfahrt'l setzt n' Leuchter afn Tisch.
Oberösterreich
i] Wenn die Zeit kommt, dass der Hafer eingefahren wird, braucht man in den Häusern wieder künstliches Licht. In Oberösterreich zündet der Bauer an dem Tage, wo das erste Fahrtl Hafer eingefahren worden ist, das erstemal beim Abendessen Licht an.

Das erste höhere Bedürfnis, was ich nach meiner Krankheit empfand, war nach Musik, das man denn auch, so gut es die Umstände erlaubten, zu befriedigen suchte.
Goethe, An J. F. Reichardt, 5.2.1801

Das erste Huhn find (bekommt) das erste korn.

Das erste ist der Mutter Rad (= Kind), das hintere des Vaters Rad.
Estland

Das erste ist immer das beste.

Das erste Kalb geht hinter den Zaun (= misslingt).
Estland

Das erste Kalb hat Durchfall.
Estland

Das erste Kalb verreckt immer.
Estland

Das erste Kalb wird ja nicht die Herde vergrößern.
Estland

Das erste Kind - der Bauer kam; der zweite Sohn - der Knecht ist da; der dritte Sohn - der Hirtenknabe ist von sich aus da - dann noch fünf, die das Haus berauben, nichts bleibt mehr übrig, als die Wandbalken.

Das erste Kind der menschlichen, der göttlichen Schönheit ist die Kunst. In ihr verjüngt und wiederholt der göttliche Mensch sich selbst... So gab der Mensch sich seine Götter.
Friedrich Hölderlin, Hyperion

Das erste Kind ist der Kamerad des Vaters.
Bantu

Das erste Kind ist der Liebe Kind, die anderen kommen bloß hinterdrein.

Das erste Kind musste ein Sohn sein, dann war der Mann ein ganzer Kerl.
Estland

Das erste Kind, welch Glück und Ehr, das zweite freut die Eltern sehr, das dritte heisst man froh willkommen, das vierte wird auch angenommen, das fünfte ist schon überzählig, beim sechsten seufzt und klagt man schmählich, das siebente endlich wird fatal, ein armes achte gar zur Qual, das neunte - nein, nun wird's zu viel, das zehnte - setze Herr ein Ziel, ein elftes noch, dass Gott erbarm, das zwölfte, weh, das macht uns arm, und dennoch kaum nach Jahresfrist, das letzte Kind das liebste ist.

Das erste Kindbett zerstört den Busen, das zweite das schöne Gesicht, das dritte raubt auch das Haar.
Russland

Das erste Lachen ist keins, das letzte Lachen ist es, das zählt.
Jamaika

Das erste Lied singt sich nicht leicht.
bm] První pésničky pĕní nebývá bez zapýření.

Das erste mal ist's geschenkt.
i] Mehrmals wird nicht verziehen. Was das erstemal nicht geht, gelingt zum andern.
dä] Vil det ei engang, saa vil det en anden gang.

Das erste Mal sucht man, das zweite Mal schlachtet man, das dritte Mal sammelt man.

Das erste misslingt immer.

Das erste Pfand das beste.
i] Insofern der zweite Gläubiger erst etwas erhalten kann, wenn der erste befriedigt ist.
ho] De eerste zijn de beste panden, niets toch gaat voor de eerste trouw.

Das erste Pflügen des Brachfeldes kann der Hirtenknabe verrichten, aber das Nachpflügen oder das zweite Pflügen muss ein Mann vollziehen.
Estland

Das erste Sandkorn durchs Glas kürzt die Zeit wie das letzte.
dä] Det første sand igiennem glasset korter tiden saavel som det sidste.

Das erste Schulrecht soll man nicht berafflen.

Das erste Spiel gemacht haben.
fr] Avoir le premier jeu de la partie.

Das erste Stadium der Narrheit ist, sich für weise zu halten. Bosnien

Das erste Stadium der Narrheit ist, sich für weise zu halten.
Bosnien

Das erste steht uns frei, beim zweiten sind wir Knechte.
Goethe, Faust I, Studierzimmer (Mephisto) Vs 1412

Das erste Stück der Sparsamkeit ist ein wirtlich Weib.

Das erste Tausend ist schwerer zu gewinnen, als die zweite Million.

Das erste und Grundgesetz der Natur geht dahin, dass man den Frieden suche, soweit er zu haben ist; wo dies nicht möglich ist, soll man Hilfe für den Krieg suchen.
Hobbes, Vom Bürger

Das erste und letzte Stoof gehört dem Brauer.

Das Erste und Letzte, was vom Genie gefordert wird, ist Wahrheitsliebe.
Goethe, Maximen und Reflexionen 382

Das Erste und Vorzüglichste in der Musik, welches mit wunderbarer Zauberkraft das menschliche Gemüt ergreift, ist die Melodie.
E. T. A. Hoffmann, Kreisleriana

Das erste und Wichtigste im Leben ist, dass man sich selbst zu beherrschen sucht, dass man sich mit Ruhe dem Unveränderlichen unterwirft, und jede Lage, die beglückende wie die unerfreuliche, als etwas ansieht, woraus das innere Wesen und der eigentliche Charakter Stärke schöpfen können. Daraus entspringt dann die Ergebung.
W. v. Humboldt, Briefe an eine Freundin 5.6.1832

Das erste Urteil vor Gericht heischt Vorgang der Entscheidung.
ndt] Dat erste ordel van den richte eschet vorgan der schedinge.

Das erste von der Bühne herab ist Verständlichkeit; daher ist die vollständige Aussprache jeder Silbe, um so mehr jedes erforderlichen Wortes nötig. Nichts darf dem Zuhörer vorenthalten werden, damit er hauptsächlich verstehe, was zu verstehen ist.
Goethe, H. Schmidt, März 1801

Das erste Wasser ist es, das naß macht.
Italien

Das erste Wasser macht nass.
it] La prima acqua e quella, che bagna.

Das erste Weib kommt von Gott, das zweite von den Menschen, das dritte vom Teufel.
pl] Pierwsza źona od boga, druga od ludzi, trzecia od diabła.

Das erste Weib kommt von Gott, das zweite von Menschen, das dritte - vom Teufel.

Das erste Zeichen von Verstand: ein Ding nicht zu beginnen, das zweite, das Begonnene zu Ende zu führen.
Indien

Das erste, das man bei einer Abmagerungskur verliert, ist die gute Laune.

Das Erste, was die Gnade tut, ist dies: Sie verleiht göttliches Sein.
Thomas von Aquin, Kommentar zum Sentenzenbuch des Petrus Lombardus

Das Erste, was ein aufrichtiges Gemüt aus der Betrachtung alter Fabel und Sage lernen kann, ist, dass hinter ihnen kein eitler Grund, keine Erdichtung, sondern wahrhafte Dichtung liegt.
Jacob Grimm, Gedanken über Mythos, Epos und Geschichte

Das Erste, was im Krieg auf der Strecke bleibt, ist die Wahrheit.
Hiram Johnson

Das erstemal ist es eine Gefälligkeit, das zweitemal eine Regel.
China

Das erstmol is Cheen, das zwaatmol schön, das drittmol schlagt mer uf die Zähn.
Jüdisch-deutsch
i] Witze und Neckereien, wie anmutig sie anfänglich sein mögen, sie werden später lästig

Das ertrage, wem's gefällt.
Mozart-Da Ponte, Don Juan I, 1

Das Erwartete bleibt gewöhnlich unter der Erwartung.
Kotzebue, Falsche Scham

Das Erworbene wahren.
la] Parta tueri.
Ovid, Ars am

Das Erz hat Heimweh. Und verlassen
Will es die Münzen und die Räder,
Die es ein kleines Leben lehren.
Und aus Fabriken und aus Kassen
Wird es zurück in das Geäder
Der aufgetanen Berge kehren,
Die sich verschließen hinter ihm.
Rainer Maria Rilke, Das Stundenbuch

Das Erz verdrücket sich oder schneid sich gar ab, wens ein böss Aug ansihet, oder ein Diebisch oder Manschlechtige Hand nach schlecht oder angreifft, oder ein böser Wind auss einem Vnwarhafftigen Mund anwehet.

Das Erzählen setzt Zuhörer voraus und fordert vom Erzähler eine Courage, welche er nur aufbringt, wenn ihn und seine Zuhörer ein gemeinsamer Raum, eine gemeinsame Gesellschaft, Sitte Sprache und Denkart umschließt.
Hermann Hesse, Unterbrochene Schulstunde

Das Erziehen der Menschen sei nichts anders als das Ausfeilen des einzeln Glieds an der großen Kette, durch welche die ganze Menschheit, unter sich verbunden, ein Ganzes ausmache.
Johann Heinrich Pestalozzi, Lienhard und Gertrud

Das Eselein i-aet wie der Esel.

Das Eselsfest feiern.
i] Schon im 9. Jahrhundert findet man Spuren von dem Eselsfeste in Frankreich, welches viele Jahrhunderte dauerte, ohne dass es abgeschafft werden konnte. Man beging das zum Gedächtnis der Flucht der Jungfrau Maria nach Ägypten. Man suchte das schönste Mädchen in der Stadt aus, putzte es so prächtig als möglich und gab ihr ein ordentliches Knäblein in den Arm. Hierauf setzte man es auf einen kostbaren angeschirrten Esel und führte es in diesem Aufzuge unter Begleitung der Geistlichkeit und des Volkes in die Kirche oder Hauptkirche, wo der Esel neben den hohen Altar gestellt wurde. Mit großem Pomp ward die Messe gelesen, doch jedes Stück derselben: das Kyrie, Gloria und Credo mit dem lächerlichen Refrain: Hinham, hinham geendigt. Schrie der Esel zufällig dazu, desto besser. Wenn die Zeremonie zu Ende war, sprach der Priester nicht den Segen oder die gewöhnlichen Worte, mit denen er das Volk sonst auseinander gehen ließ, sondern er iate dreimal wie ein Esel und das Volk, anstatt sein ordentliches Amen zu singen, iate ihm dreimal wieder entgegen.

Das Esoterische schadet nur, indem es exoterisch zu werden trachtet.
Goethe, Maximen und Reflexionen 728

Das Essen (o. Fass) bringt mehr um als das Schwert.

Das Essen des anderen schmeckt süßer.
Walisisch

Das Essen ist für sich selbst, die Kleider für andere zu betrachten.
Estland

Das Essen ist mehr als wir.
Estland

Das Essen kommt ihm nicht in die Kehle.
ho] Dat eten kommt hem in de keel niet.

Das Essen meist am besten schmeckt am Tisch, den andere gedeckt.

Das Essen schmeckt am besten, wenn man es mit dem eigenen Löffel isst.
Dänemark

Das essen und auch frischer trunck schmeckt wol nach einem Jägersprung.

Das Essen vom Herd wegholen
i] Schmarotzer
la] cibum e flamma petere

Das Essen, das ist für mich gemacht;
Das Trinken, das ist für mich erdacht!
Für mich wird Küch' und Keller bestellt;
Zum Essen und Trinken kam ich zur Welt.
Calderon, Das Festmahl des Belsazar, Gedanken

Das Essen, nicht das Trinken
Bracht uns ums Paradies.
W. Müller, Die Arche Noah

Das Etikett 'Homo sapiens' ist die groteskeste Form der Hybris, die sich denken lässt.
Hoimar von Ditfurth

Das etymologische Spiel [...] ist das witzigste Spiel von der Welt und übt den Sprachsinn unglaublich.
Goethe, Italienische Reise III, Dezember 1787 - Moritz als Etymolog

Das euch botzmarter alle miteinander ob einem haufen schend.

Das Euter ist der Milch Spiegel.
Estland

Das Evangelium den Wölfen predigen.
i] Unverbesserliche verbessern wollen

Das Evangelium ist die beste newe Zeitung.

Das Evangelium ist nicht der Welt Müntz.

Das Evangelium muss nach brot gehen.
i] Ursprünglich wurden die kirchlichen Handlungen unentgeltlich verrichtet, man begnügte sich mit freiwilligen Gaben, die Kirchenversammlungen des 10. Jahrhunderts erklärten sogar das Sportelnehmen für solche als großes Unrecht. Da die freiwilligen Gaben aber immer spärlicher flossen, so wurden sie später nur gegen Bezahlung verrichtet. Das Evangelium ging nach Brot.

Das ewig gut macht rechten mut.

Das ewig Wirkende bewegt
Uns unbegreiflich, dieses oder jenes
Als wie von ohngefähr zu unserm Wohl,
Zum Rate, zur Entscheidung, zum Vollbringen,
Und wie getragen werden wir ans Ziel.
Dies zu empfinden, ist das höchste Glück,
Es nicht zu fordern, ist bescheidne Pflicht,
Es zu erwarten, schöner Trost im Leiden.
Goethe, Natürliche Tochter A V Sz 7 (Mönch) Vs 2704f.

Das Ewige ist, den blauen Bergen gleich, die Grenze für die Zeitlichkeit, wer aber kraftvoll in der Zeitlichkeit lebt, gelangt nicht zur Grenze.
Søren Kierkegaard, Der Begriff Angst

Das ewige Licht leuchte ihnen, Herr!
i] Totenmesse
la] Lux aeterna luceat eis, Domine.

Das Ewige regt sich fort in allen:
Denn alles muss in Nichts zerfallen,
Wenn es im Sein beharren will.
Goethe, Gott und Welt - Eins und Alles

Das ewige Ringen zwischen Gut und Böse ist ein ungleicher Kampf: man braucht ein Jahrhundert, um das zu erbauen, was an einem Tag zerstört werden kann.
Rolland, Über dem Getümmel

Das ewige Rom.
Tibull II, 5, 23

Das ewige Schweigen dieser unendlichen Räume erschreckt mich.
Pascal, Gedanken

Das Ewig-Weibliche
Zieht uns hinab.
Nietzsche, Jenseits von Gut und Böse

Das Ewig-Weibliche
Zieht uns hinan.
Goethe, Faust II A V, Bergschlucht (Choras mysticus) Vs 12110

Das Exil verdammt dazu, sich selbst zu überleben: Der Abschied, die Trennung, alles geschieht wie im Augenblick des Sterbens, und doch wohnt man dem allen in voller Kraft des Lebens bei.
Germaine Baronin von Staël, Über Deutschland

Das Existierende zu berichten ist leicht, und aus dem bereits Geschehenen mutmaßend über die Zukunft zu prophezeien ist bequem.
Polybios von Megalopolis, Weltgeschichte, 6. Buch, Einleitung

Das Fackel tränken.
i] Beim Brecheln herrscht der Brauch, dass man einer Brechlerin ein Kränzchen von halbgebrecheltem Flachs heimlich an den Kittel hängt, das Kränzchen heisst Fackel oder Bär. Ist dies geglückt, so geht einer nach Wasser, um das Fackel zu tränken, wobei dann das Wasser der Betreffenden gewöhnlich unter den Kittel hinaufgegossen wird.

Das fädelt sich nicht an wie Perlen.
i] Geht nicht am Schnürchen
fr] Cela ne s'enfile pas comme des perles.

Das fahle Pferd reiten.

Das Fähnlein der sieben Aufrechten.
Gottfr. Keller, Züricher Novellen (1878). Bd. 2. Titel einer Erzählung

Das fahre ins Holz.
i] So sagt man, wenn man von einer Sache schweigen will

Das fähret ihm in die Nasen.

Das fährt wie Wutschgedreck.
Schlesien

Das Falbel (fallende Übel; Fallübel; Epilepsie) geh dich an!
i] Wer dem anderen alles Böse, hier die Fallsucht, wünscht
fr] Que les fièvres quartaines t'attrappent.

Das fällt auf'n heißen Stein.
i] Davon wird nicht lange etwas übrig bleiben.

Das fallt in den bordierten Hut.
Oberösterreich

Das fällt mer net im Schlaf ein.
Schwaben
i] Daran ist nicht zu denken.
ho] Het is hem in den slaap geschied.
la] Ne per somnium quidem.

Das fällt mir im Traum nicht ein.
i] Das Tue ich in keinem Fall.
dä] Han maatte drømt det.
dä] Jeg kunde ei engang drømme derow.
la] Ne per somnium quidem.

Das fällt mir nicht ein, und wenn i mi uff a Kopf stell.
Rottenburg

Das fällt mir nicht im Traum ein
en] I wouldn't dream (o. think) of doing it - catch me doing that!
fr] je suis bien loin d'y penser
it] non ci penso nemmeno

Das fällt von (o. kommt aus) der Kiste in die Beilade.
ndt] Dat fallt vun (o. kumt ût) de Kiste in de bylade.
i] Wenn unter Eheleuten Gütergemeinschaft herrscht. Wenn etwas Verlorenes wieder zufällt, der Mann von der Frau im Spiel gewinnt. Die Kiste oder Lade hat ein abgeteiltes Fach, in welchem Kleinigkeiten aufbewahrt werden, die nicht wohl unter die Wäsche und Kleidungsstücke gepackt werden können, welche den Inhalt der großen Hauptabteilung bilden. Wollte man sie aber oben auflegen, so hätte man die Unbequemlichkeit, sie jedesmal herausnehmen zu müssen, wenn man ein Stück von jenen hervornehmen will. Zum Inhalte der Kiste gehört aber ja auch der der Beilade, wie der Teil zum Ganzen. Angewandt wird das Wort auf das Eigentum der Frau im (dadurch abgeleugneten, als unwesentlich bezeichneten) Gegensatz zu dem des Mannes. Häufig wenn z.B. kleine Wirtschaftseinkünfte (Butter- und Eiergeld u.s.w.) an den Mann bezahlt werden und die Frau, dagegen Einspruch erhebend, dies als ihr zukommend bezeichnet.

Das Fallübel (Epilepsie) gehe den an, ders will besser machen, denn ers kan.

Das Falsche (der Irrtum) ist meistens der Schwäche bequemer.
Goethe, Maximen und Reflexionen

Das Falsche aber schmiegt sich an jede träge, bequeme oder törichte Individualität an, ist wie ein Firniß, mit dem man leicht alles übertüncht.
Goethe, F. v. Müller, 17.5.1829

Das Falsche hat den Vorteil, dass man immer darüber schwätzen kann, das Wahre muss gleich genutzt werden, sonst ist es nicht da.
Goethe, Maximen und Reflexionen 587

Das Falsche kann sogar eine Zeitlang kursieren, bis sich endlich das Wahre herstellt, man weiß nicht wie.
Goethe, Schriften zur Literatur - Französisches Schauspiel in Berlin

Das falsche oder unrichtige Auswendiglernen ist bei vielen Schauspielern Ursache einer falschen und unrichtigen Aussprache. Bevor man also seinem Gedächtnis etwas anvertrauen will, lese man langsam und wohlbedächtig das zum Auswendiglernen Bestimmte.
Goethe, Schriften zur Literatur - Regeln für Schauspieler § 17

Das Falsche, kunstvoll dargestellt, überrascht und verblüfft, aber das Wahre überzeugt und herrscht.
Luc de Clapiers Marquis de Vauvenargues, Unterdrückte Maximen

Das Familienglück verschlingt mich mit Haut und Haar, ich kann es mir aber nicht leisten, untätig zu sein.
Leo N. Tolstoi, Tagebücher (1863)

Das Farnkraut hilft gegen acht Arten von Zauberei.
Estland

Das Fass gibt den Wein, den es hat.
it] La botte dà il vino che ha.

Das fass kan nicht lenger Wein geben, als drin (bis er heraus) ist.

Das Fass liegt ihm auf der Nase.

Das Fass nennt man nach dem Wein und nit den Wein nach dem Fass.

Das Fass riecht (o. schmeckt) nach dem (ersten) Wein.
en] The barrel smells after the fist wine.
fr] La caque sent toujours le hareng.
it] La botte sa (da) del vino ch' ella ha.
it] Il mortaio sente sempre l'aglio.
kroat] Cim se nov sud napuni, na ono uvek udara.
la] Quo semel est imbuta recens, servabit odorem testa diu.
por] Cada cuba cheira ao vinho que tem.
sp] Cada cuba huele al vino que tiene.
sp] La cuba huele al vino que tenía.

Das Faß riecht nach dem ersten Wein.
en] The barrel smells after the fist wine.
fr] La caque sent toujours le hareng.
it] Il mortaio sente sempre l'aglio.
la] Quo semel est imbuta recens, servabit odorem testa diu.
sp] La cuba huele al vino que tenía.

Das Fass riecht stets nach dem Hering.
i] Eine gemeine Herkunft, eine schlechte Erziehung verbirgt sich nie ganz

Das Faß schmeckt nach dem Wein.

Das Fass voll, und die Schwiegermutter betrunken.

Das Fass weiß am besten, was es für Wein hat.

Das Fass zu den Fischen.
i] Eine Redensart, der man sich nach Eiselein bedient, um sich zu entschuldigen, dass man keine bessern Speisen vorsetze, weil man das Geschirr zum Kochen nicht habe

Das Fässchen läuft schon trübe.
i] Das Leben geht auf die Neige
z] Wenn uns die Pekinger Staatszeitung jemals die Nachricht bringen sollte, dass auch die Mandschu Tresorscheine auszugeben begonnen hätten, dann dürfen wir sicher annehmen, dass ihr Fässchen bereits trüber läuft.

Das Fassliche gehört der Sinnlichkeit und dem Verstande. Hieran schließt sich das Gehörige, welches verwandt ist mit dem Schicklichen. Das Gehörige jedoch ist ein Verhältnis zu einer besondern Zeit und entschiedenen Umständen.
Goethe, Maximen und Reflexionen 333

Das Fassliche ist der Grund [des Gesetzes der drei dramatischen Einheiten des Ortes, der Zeit und der Handlung], und die drei Einheiten sind nur insofern gut, als dieses durch sie erreicht wird.
Goethe, Eckermann, 24.2.1825

Das Fassliche wird uns immer zuerst ergreifen und vollkommen befriedigen...
Goethe, Schriften zur Kunst - Antik und Modern

Das Fasten ist wie der Faster.
i] Die Gesinnung gibt der Handlung den Wert

Das Fatum, das uns drückt, ist die Trägheit unsers Geistes. Durch Erweiterung und Bildung unsrer Thätigkeit werden wir uns selbst in das Fatum verwandeln.
Novalis, Anekdoten

Das Faulbrot essen.

Das faule Kind liegt auf der Darre, das gute Kind liest ein Buch.
Estland

Das Fazit wird anderst herauskommen.

Das Fegfeuer ist eine fette gute scheuer.

Das Fegfeuer ist nicht für Ketzer.
z] Dass allein die gut katholisch in das Fegfever kommen thäten, das vor sie und nicht vor die Lutherische und Calvinische gemacht wäre.

Das Fegfeure der Heiligen ist jhr täglich buss und Creutz und das absterben des alten Adams.

Das Fehlen bloß eines einzigen Kommas bewirkt oftmals, dass, was als ein Axiom gedacht war, sich als ein Paradoxon präsentiert, oder dass ein Sarkasmus urplötzlich Moral zu predigen scheint.
Edgar Allan Poe, Marginalien

Das Fehlen einer spontanen und versöhnlichen Religion schafft die Notwendigkeit des Priesters und gibt ihm seine Macht.
Alex. Vinet, Education, famille et société

Das Fehlen von Wissenschaft, das heisst Unkenntnis von Ursachen, macht dazu geneigt, oder besser, zwingt dazu, sich auf den Rat und die Autorität anderer zu verlassen.
Thomas Hobbes, Leviathan

Das Feigenblatt des Neides ist sittliche Entrüstung.
Karl Kraus, Der Fall Riehl

Das feil ist, das muss man loben.

Das Feine ist schön zu tragen, das Feine ist schlimm zu weben, das Feine ist schlecht zu waschen.

Das feine Tuch wird so gut von den Motten gefressen wie das grobe.
it] Ogni panno al fin si tarma.

Das feinste Mittel, dadurch die Natur Vielartigkeit und Bestandheit der Formen in ihren Gattungen verbannt, ist die Schöpfung und Paarung zweier Geschlechter. Wie wunderbar fein und geistig mischen sich die Züge beider Eltern in dem Angesicht und Bau ihrer Kinder!
Herder, Ideen zur Philosophie der Geschichte der Menschheit

Das feld bauen.
la] Colere agrum.

Das Feld behalten.
i] Siegen
ho] Hij behoudt het veld.
la] Palmam ferre, dextero vel amico Hercule pugnare.

Das Feld bezahlt nicht einmal Brotwasser.
Estland

Das Feld der realen Tätigkeit für die Armee ist der Krieg, ihre Entwicklung aber, ihre Gewöhnung und ihr längstes Leben fallen in den Frieden.
Helmuth Graf von Moltke, Verordnungen für die höheren Truppenführer (24.Juni 1869)

Das Feld der Wollust ist zwar mit Rosen überwuchert, sie tragen aber Dornen, den Disteln gleich.
Russland

Das Feld ergrünt, der Handel wogt lebendig,
Sobald ein Herrscher mächtig und verständig.
Goethe, Festzug 18.12.1818 - Epos

Das Feld freut sich auch dann, wenn man mit einem mistigen Wagen darüber geht (= fährt).
Estland

Das feld hat augen, Die winckel und wäld ohrn.
en] Fields have eyes and woods have ears.
fr] Les bois mêmes (o. les murs) ont des oreilles.
ho] De bosschen hebben ooren, en de velden oogen.
it] Anche i boschi hanno orecchie.
it] Le siepi non hanno occhj, ma orecchie.
la] Campus habet oculos, silva aures.

Das Feld hat kein Vorhängeschloß.
Estland

Das Feld ist anderer Arbeiten Mutter.
Estland

Das Feld ist das Brot und Liebe die goldene Schüssel.

Das Feld ist der Herr, und der Mensch ist der Gast.
China

Das Feld ist des Bauern Milchkuh.
Estland

Das Feld ist einer Schale ähnlich: Wie man dahin hineinlegt, so trinkt man auch daraus.
Estland

Das Feld ist Gottes Tisch.
Estland

Das Feld ist gut, aber ein Verwandter lebt im Dorfe.
Marathi, Indien

Das Feld las unbestellt, die Wiese mäh, einen Knust leg zurück.
Estland

Das Feld lässt ausruhen, der Schwaden lässt Atem schöpfen.
Estland

Das Feld lässt sich nicht betrügen.
Estland

Das Feld leidet ja nicht unter der Dürre.
Estland

Das Feld macht den Bauern zum Held.
fr] Tant vaut l'homme, tant vaut sa terre. (Soviel der Mann wert ist, soviel ist sein Landgut wert)

Das Feld muss gut bearbeit wer'n, so tuts Fürste un Grofe ernähr'n.
Kurhessen

Das Feld muss schwächer sein als der Bauer.
i] Man muss seiner Aufgabe gewachsen sein
ndt] Das feld muss schwecher sein dann der baur.

Das Feld trägt ohne Bestellung kein Getreide und Getreideschößlinge wachsen nicht ungesät.
Estland

Das Feld verachtet nicht den trunksüchtigen Bauern, das Feld verachtet den handgewerblichen Bauern.
Estland

Das feld verlieren.
la] Sinistro Marte pugnare.

Das Feld will bis zum Grund bestellt, der Acker gut gedüngt werden.
Estland

Das Feld wird nicht mit einem Ochsen gepflügt.
Estland

Das Feld wird sich schon selbst ernten.
Estland

Das Feld, das allen gehört, wird immer von den Bären heimgesucht.
Georgien

Das Fell ist ihm durch die Haare gewachsen.
i] Von einem Kahlkopf

Das Fell zittert, wenn andere geschoren (o. gegerbt) werden.
Litauen

Das felt so weit biss in Holland.

Das Fenster, so der Mauer oder Zimmermann gelassen.

Das fensterliebende Mädchen wird Läuferin oder gar Verkäuferin.
Spanien

Das Ferkel braucht nicht des alten Schweines Trog.
Estland

Das Ferkel im Sacke kaufen.

Das Ferkel legt sich nieder, so man ihm an dem Bauche kratzt.

Das Ferkel reizt so lange den Köter, bis der Köter dem Ferkel ins Bein beisst.
Estland

Das Ferkel wächst im Kot auf, das Küchlein im Zimmer.
Estland

Das Fernsehen ist eine Einrichtung, mit deren Hilfe Leute, die nichts tun, andere Leute beobachten, die nichts tun können.
Allen

Das Fernsehen ist eine Infektion der Seele.
Federico Fellini

Das Fernsehen rettet weit mehr Ehen, als es zerstört, schon allein dadurch, dass die Partner interessiert schweigen, statt sich gegenseitig durch langweilige Konversation anzuöden.
Georges Lacombe

Das Fernsehen sorgt dafür, dass man in seinem Wohnzimmer von Leuten unterhalten wird, die man nie einladen würde.
Shirley MacLaine

Das Fernsehen: ... eine Rache des Theaters an der Filmindustrie.
Ustinov

Das Fernsein ist der Feind der Liebe.
fr] L'absence est l'ennemi de l'amour.

Das Fernste zuerst, das Nächste zuletzt.
[RSpW]
i] Von der Reihenfolge der Teilung mehrerer Erbgüter. Nach dem Schulzenrecht des Westerlauwischen Frieslandes kamen die entferntest gelegenen Erbgüter zuerst zur Erbteilung
altfries] Dat fyrste aller aerst ende dat nest aller lest.

Das Fersengeld ist oft die beste Münze.

Das Fest feiert man lange nicht mehr.
fr] C'est une vieille feste que l'on ne feste plus.

Das Fest findet immer Menschen, warmes Wasser ein Gefäß.
Estland

Das Fest hat man ihm nicht bereitet.
fr] C'est pour vous que l'on fait la feste.

Das Fest ist feil,
Wird nicht das Mahl durch Freundlichkeit gewürzt,
Durch Willkomm erst geschenkt. Man speist am besten
Daheim; doch auswärts macht die Höflichkeit
Den Wohlgeschmack der Speisen, nüchtern wäre
Gesellschaft sonst.
en] The feast is sold
That is not often vouch'd, while 'tis a-making,
'Tis given with welcome. To feed were best at home;
From thence, the sauce to meat is ceremony,
Meeting were bare without it.
Shakespeare, Macbeth III,4

Das Fest wird erst schöner, wenn es weniger Gäste werden.
Finnland

Das Festhalten an Grundsätzen verdient weder Lob noch Tadel. Es ist nur die Beständigkeit von Neigungen und Ansichten, die man selbst weder erwirbt noch ablegt.
François de La Rochefoucauld, Reflexionen

Das Festhalten und Befolgen der Grundsätze, den ihnen entgegengesetzten Motiven zum Trotz, ist Selbstbeherrschung.
Schopenhauer

Das Fett der Leber einer Aalraupe ist gut gegen Augenleiden.
Aberglaube

Das Fett des Krokodils schmilzt nicht.
i] Ihm ist nichts anzuhaben
Duala (Bantu)

Das Fett ist 'runter von Löbejün.
i] Eine kleine Stadt des Saalkreises im Regierungsbezirk Merseburg (Preußen), in dessen Steinkohlenbergwerke das Beste bereits ausgebeutet sein soll. Daher um zu sagen: die größten Vorteile sind weg, der reichste Gewinn ist gezogen.

Das Fett von den Lippen abschöpfen.
i] Ein Mädchen zuerst küssen, mit sinnlichen Nebenbegriffen

Das Fett will allzeit oben schwimmen.

Das fette Kalb schlachten.
i] Eine Gasterei anstellen.
fr] Tuer le veau gras.

Das fette will alzeit oben schwimmen.
i] Wird gebraucht, um den stärkeren Einfluss, die größere Wirksamkeit und die Vorrechte anzuzeigen, die Reichtum, Stand, Ansehen, auch wohl Familie geben, und um den Erfolg vorherzusagen, wenn der Arme, Unbekannte, Geringe, folglich auch meistens Mutlose, mit dem Gelehrten, Reichen u.s.w. in unangenehme Berührung kommt, nämlich dass der erstere gegen den letztern zurückstehen und verlieren werde.
la] Majorem vitato virum.

Das Fette will einen Vorteil haben.
z] Fette will immer oben schwimmen und einen vorteil haben.

Das Fette wird leicht garstig (o. ranzig).

Das Feuer braucht ein hohles Herz, der Mensch ein Herz mit Saft und Kraft.

Das Feuer brennt den Russ und der Russ die Pfanne.

Das Feuer brennt nur dort wo es hinfällt.
i] Eine Katastrophe erschüttert nur die direkten Opfer

Das Feuer der Begierden gleicht dem Strohfeuer; sobald es brennt, hat es auch schon seine größte Höhe erreicht.
Casanova, Neunundneunzig Abenteuer

Das Feuer des Holzes erlischt, das Feuer der Liebe brennt ewig.

Das Feuer ergreift Werch.
i] Die Gemüter sind leidenschaftlich aufgeregt
fr] Mettre le feu aux étoupes.

Das Feuer erhebt sich, das Wasser senkt sich.
Estland

Das Feuer erlischt, der Feuerbrand geht aus.
Estland

Das Feuer erprobt das Gold, das Gold den Richter.

Das Feuer fängt mit Funken an.

Das Feuer fängt vom Funken an, vom Funken brennt das Haus.
mhd] Von einem glimme ein halm enbran, von einem halme ein schiure, sô daz man schaden grôz gewan von uugefüegem fiure.
fr] De petite scintille s'enflambe une ville.
fr] Il ne faut qu'une étincelle pour causer le plus grand incendie.
it] Di una picciola scintilla s'infiamma una città.
la] Una scintilla perit haec domus et perit illa.
un] Egy szikra a várost is megemésztheti.

Das Feuer geht ihm aus.

Das Feuer glimmt unter der Asche fort.

Das Feuer hab' ich angezündet, sagte die Gans, als sie ihr Kötel rauchen sah.
ho] Dat vuurtje heb ik gestookt, zei de gans, en zij sch ... op het ijs.

Das Feuer hat je einen krummen Gang, wie der Hinkende.

Das Feuer hat keinen Bruder.
Kenia, Hamitisch

Das Feuer hilft dem Koch.
ho] Het vuur helpt den kok.

Das Feuer in Stoppeln knistert sehr, hält aber keine Glut.
Luther
i] Die Freude der Narren und Boshaften währt nicht lange

Das Feuer ist aller Herr.
Estland

Das feuer ist dem rauch am nechsten.

Das Feuer ist ein Dieb.
i] Mit Bezug auf Brandstiftung, weil in ihr wie beim Diebstahl der verabscheute Charakter der Heimlichkeit liegt

Das Feuer ist ein Feind, den man zu fürchten hat.
Estland

Das Feuer ist ein guter Diener, aber ein schlechter Meister.
fr] Schweiz: Le fû l'iest on bon dierson, ma on crouïou maitre.

Das Feuer ist ins Dach geschlagen.
i] Der Kopf ist leidenschaftlich erregt

Das Feuer kann man löschen,
Das Feuer brennt so sehr,
Die Liebe nicht vergessen,
Je nun und nimmermehr.
Des Knaben Wunderhorn, Der Liebe Glück

Das Feuer kann nichts als brennen.
fr] Nul feu froid, le soleil n'est obscur.

Das Feuer kannst du verbergen, aber was machst du mit dem Rauch?
Schwarze in den USA

Das Feuer liegt noch unter der Asche.

Das Feuer macht den Koch.
fr] Le feu ayde le quen (cuisinier).

Das Feuer macht des Feuers Arbeit.
Estland

Das Feuer mit Öl (o. Stroh) löschen.
i] Übel ärger machen
la] Oleum camino addere.

Das Feuer mit Wagen wiegen.
la] Voluntatem absconditam investigare.

Das Feuer muss man beim Nachbar und nicht über Feld holen.

Das Feuer muss man nicht besprechen, sondern begießen.

Das Feuer nähren
la] flammam alere

Das Feuer nicht zehrt, sondern bewährt.
i] Es ist in Westfalen Sitte, nicht bloß Gebäude, sondern auch Möbel und allerhand Geräte mit Sprüchen zu versehen. Der obige gehört einer Kuchenform an

Das Feuer peitschen.
i] Von überflüssiger, unnützer, undankbarer Arbeit
la] Obterere pavimentum.

Das Feuer sagte: 'Jedesmal, wenn du zu mir kommst, wirf einen Ast auf meine Stätte'.
Estland

Das Feuer schüren
la] alere flammam

Das Feuer soll einst gesagt haben. 'Wenn ich klein bin, dann haltet mich, wenn ich groß werde, dann kommt nicht in meine Nähe'.
Estland

Das Feuer steckt auch Paläste (und Kirchen) an.

Das Feuer und die Kinder muss man am meisten hüten.

Das Feuer und die Liebe sagen nicht: gehe zu deiner Arbeit, denn sie nehmen in Anspruch.
Spanien

Das Feuer verbrennt die Stelle, auf die es fällt.
tü] Ateş düştüğü yeri yakar.

Das Feuer verbrennt nur den Fuß dessen, der darauf tritt.

Das Feuer verzehrt den, der es entfachte.

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