Weisheiten 537

Der Honig ist dazu da, dass man ihn leckt.
fr] Le miel est pour qu'on le lèche.

Der Honig ist nicht weit vom Stachel.

Der Honig ist teuer, den man aus Dornen lecken muss.

Der Honigverkäufer leckt manchmal seine Finger.
Estland

Der Hopfen ist für junge Leute eine Schande, für alte eine Hilfe.
Estland

Der Horcher an der Wand hört seine eigne Schand'.
en] Listeners never hear any good of themselves.
fr] Celui qui est aux écoutes entend sa propre honte.
fr] Qui se tient (o. Celui qui est) aux écoutes, entend souvent son fait (o. son propre honte).
fr] Qui tend l'oreille se la gratte.
it] Chi sta alle scolte, sente le sue colpe.
sp] Quien escucha, de sí mal oye.

Der Hörende hat Kunst, der Naschhafte Geschmack, der Sparsame Überbleibsel, der Wissende eine gewohnte Sache.
Estland

Der Hornung (Februar) macht Dreck, und der März holt ihn weg.

Der Hornung gebiert Krankheit bald; vermeid' Most, Bier und was ist kalt.

Der Hosenteufel findet statt seit Adams grünem Feigenblatt.

Der hot an bessern Treffer wie inse Schitzenbrider, sagte der Bauer, als ihm ein Sperling auf die Nase schiss.
ho] Hoe kan het beest het zoo net mikken, zei Folpert, en een ekster suigt hem op zijn' neus.

Der hot au a b'häbe Tischlade.
i] Er gibt nicht gern Almosen.

Der hot e Herz vun Marmel (Stein).

Der Hügel möchte gar zu gern ein Berg sein.

Der Hügel nützt dem Bauer oft mehr als ein Berg.

Der Hügel will mehr hochen als der Berg.
i] Es steht übel, wenn sich die Niedern über die Höhern erheben

Der Hühner Gackern leidet man um der Eier willen.

Der Humanismus der Philister, der das Mitleid predigt, lehrt Versöhnung mit jenem kränkenden Schmerz, den die angeblich unabänderlichen, für alle Ewigkeit gegebenen Verhältnisse der Klassen hervorrufen...
Maxim Gorki (1868-1936), Von den Kulturen

Der Humanismus des Proletariats verlangt unauslöschlichen Hass gegen das Philistertum, gegen die Macht der Kapitalisten, ihrer Lakaien, der Parasiten, Faschisten und Henker und der Verräter der Arbeiterklasse - Hass gegen alles, was leiden macht, und gegen alle, die von den Leiden hunderter Millionen Menschen leben.
Maxim Gorki (1868-1936), Von den Kulturen

Der Humbug ist groß und Barnum ist sein Prophet.
Nordamerika

Der Humor entsteht, wenn die Vernunft nicht im Gleichgewicht mit den Dingen ist, sondern entweder sie zu beherrschen strebt und nicht damit zu Stande kommen kann: welches der ärgerliche oder üble Humor ist, oder sich ihnen gewissermaßen unterwirft und mit sich spielen lässt, salvo honore: welches der heitre Humor oder der gute ist.
Goethe, Maximen und Reflexionen 1006

Der Humor ist - wie die Liebe - eine Eigenschaft des Herzens.
Fliegende Blätter

Der Humor ist das bewusste Einatmen des Lebens, das nach dem Verhauchen nichts mehr fragt.
Sprüche der Weisen

Der Humor ist der Modelleur der Welt.
Hille, Ecce poeta

Der Humor ist der Wintermantel der Existenz.
Sprüche der Weisen

Der Humor ist eins der Elemente des Genies, aber sobald er vorwaltet, nur ein Surrogat desselben, er begleitet die abnehmende Kunst, zerstört, vernichtet sie zuletzt.
Goethe, Maximen und Reflexionen 65

Der Humor ist empfundener Dualismus; nicht die Karikatur des Ideals soll er zeichnen oder seinen Schatten, sondern das Ideal selbst in seinem vergeblichen Ringen nach Gestaltung. Hebbel, Über Lyrik und Lyriker: Rezension über Heines Buch der Lieder

Der Humor ist keine Gabe des Geistes, er ist eine Gabe des Herzens.
Ludwig Börne, Denkrede auf Jean Paul

Der Humor ist nie humoristischer, als wenn er sich selbst erklären will.
Hebbel, Tagebücher, Mai 1836

Der Humor lässt uns werden wie die Kinder.
Jean Paul, Kleine Nachschule zur ästheitschen Vorschule

Der Humor spricht mit zwei Zungen: der des Satyrs und der des Mönchs.
August Strindberg, Der Sohn der Magd

Der Humor, als das umgekehrte Erhabene, vernichtet nicht das Einzelne, sondern das Endliche durch den Kontrast mit der Idee. Es gibt für ihn keine einzelne Torheit, keine Toren, sondern nur Torheit und eine tolle Welt.
Jean Paul, Vorschule der Ästhetik

Der Humorist lustwandelt innerhalb der Unendlichkeit.
Arthur Schnitzler, Buch der Sprüche und Bedenken

Der Hund (= Schelm) wird geprügelt, der Freigebige behütet.
Estland

Der Hund (liegt) in der Krippe.

Der Hund (o. der Mönch) und das Schwein finden den Weg schon allein.
sp] Al puerco y al yerno mostradle una vez la casa que él se vendrá luego.

Der Hund (Schelm) wird geprügelt, der Freigebige behütet.
Estland

Der Hund auf dem Heuhaufen.
la] Canis in praesepi.

Der Hund befiehlt dem Schwanz, der Schwanz befiehlt der Schwanzspitze, die Schwanzspitze sagt: 'Haare, springt selber!'
Estland

Der Hund beginnt nicht eher zu schwimmen, als bis das Wasser ihm den Arsch berührt.
Estland

Der Hund behält einen so lange in Erinnerung, bis sein Maul feucht ist..
Estland

Der Hund behält immer seine Zähne.
Estland

Der Hund beim Topf schlägt sich leicht auf den Kopf.
i] Von denen, die in ihr eigenes Verderben rennen, weil der, welcher einen Hund töten will, ihn durch vorgehaltene Speise anlockt

Der Hund beißet vergebens in den stein, damit er geworffen wird.
la] Canis saeuiens in lapidem.

Der Hund beisst (seinen Herrn) vors (Tisch-) Brot.
i] Die Welt lohnt mit Undank.
A. Schopenhauer, den auf seinen einsamen Spaziergängen stets sein Pudel begleitete, schrieb im Jahre 1845 den Hunden zu Ehren folgendes Distichon: Wundern darf es mich nicht, dass manche die Hunde verleumden; denn es beschämet zu oft leider den Menschen der Hund.

Der Hund beisst den Stein, aber nicht den, der ihn geworfen hat.

Der Hund beisst den Stein, nicht den, der ihn geworfen hat.
England

Der Hund beisst ja denjenigen nicht, der zur Familie gehört.
Estland

Der Hund beisst ja nicht, ehe man ihn nicht hetzt.
Estland

Der Hund beisst nicht in das Ohr seines Bruders.

Der Hund beisst nicht in jedes Fell.
dä] Hunde sie vel hvis skind de skulle rive i.

Der Hund beisst uns nicht.
ho] Dat is de hond niet, die ons bijten zal.

Der Hund bekommt des Hundes Peitsche.
Estland

Der Hund bekommt nicht stets (o. so lange), wenn (als) er mit dem Schwanze wedelt.
mhd] Den hunt wirt kaum halp gewert, was er mit seinem schwanz begert.

Der Hund bellet desto mehr vor seines Herrn Tür.

Der Hund bellt den Mond an, aber der Mond scheint fort.

Der Hund bellt den Mond an.
i] Machtloser Zorn, der seinen Gegenstand nicht erreichen kann
fr] Ce sont des chiens qui aboient à la lune.

Der Hund bellt den Postwagen an, der ruhig weiter fährt.
ruth] Pes bresze, a witer nese.
ruth] Wôlno sobaci i na hospoda brechaty.

Der Hund bellt den tapferen Mann an, beim Feigling aber heult er.
Russland

Der Hund bellt die Karawane zieht vorüber.

Der Hund bellt doch, ob man jhm schon den Schwantz abschneid.
i] Was im Wesen eines Dinges begründet ist, dem wird durch äussere Abänderungen nicht abgeholfen

Der Hund bellt gegen den Sonnenschein, und dennoch scheint die Sonne rein.
ruth] Pes bresze na sonce, a sonce swityt.

Der Hund bellt in diese Richtuag, aus der er zu fressen bekommt.
Estland

Der Hund bellt ja dann nicht auf, wenn man (ihn) mit einem Knochen wirft.
Estland

Der Hund bellt ja nicht auf den Wind.
Estland

Der Hund bellt ja nicht auf einen schwarzen Baumstumpf.
Estland

Der Hund bellt ja nicht umsonst, sei es nun ein Wolf oder ein teeriger Baumstumpf.
Estland

Der Hund bellt ja nicht umsonst.
Estland

Der Hund bellt Narren und Weise an.

Der Hund bellt nicht die Freier an, wen er anbellt, aus dem wird nichts.
Estland

Der Hund bellt nicht fürs Haus, er bellt seinetwegen.
bm] Nestĕká pes pro ves, ale pro sebe.

Der Hund bellt nicht in seinem Hause.

Der Hund bellt schlecht, wenn er aus Furcht bellt.

Der Hund bellt so lange, bis (er) etwas bekommt.
Estland

Der Hund bellt so lange, bis der Wolf zur Herde kommt.
Estland

Der Hund bellt und die Karawane geht vorüber.
Türkei

Der Hund bellt vor der eigenen Tür. (Geheimnisse gehören nicht nach draußen)

Der Hund bellt vor der eigenen Tür.
i] Geheimnisse gehören nicht nach draußen

Der Hund bellt, aber der Wolf geht seinen Gang.

Der Hund bellt, bis der Gast kommt.
Estland

Der Hund bellt, bis er beisst.
Estland

Der Hund bellt, der Arsch seinem Herrn zu.
Estland

Der Hund bellt, der Wind trägt.
Estland

Der Hund bellt, die Freier kommen.
Estland

Der Hund bellt, doch die Karawane zieht weiter.
tü] İt ürür kervan yürür.

Der Hund bellt, und die Karawane zieht vorüber. Türkei

Der Hund bellt, wenn ihn etwas erregt. Der Mensch spricht immer.
Richard von Schaukal

Der Hund benagt das Bein, weil er es nicht verschlingen kann.

Der Hund bezahlt mit der Haut.

Der Hund billt: ham, ham! und dinkt derbä, e hât en Mäck (Mück) gefângen.

Der Hund bleibt ein Hund, wenn man ihm auch den Schwanz abhaut.
ho] Al snijdt men den hond den staart af, altijd blijft hij een hond.
it] Taglia la coda al cane, e riman cane.

Der Hund bleibt treu, schlägt der Herr ihm auch ein Bein entzwei.
pl] Byś swemu psu i nogę uciął, przecie za tobą pójdzie.

Der Hund chappt (haascht) a Beigel (Brezel) beim Bäcker; der Bäcker bleibt a Bäcker ün der Hund bleibt a Hünd.
i] Das Unrecht, das man dem Reichen tut, macht ihn nicht immer arm

Der Hund dankt mit dem Schwanze.
ho] De dankbaarheid, die de mond schuldig is, betaalt de aars.

Der Hund darff für die Schuh nit sorgen.

Der Hund der Begierde kann weggetrieben, aber nicht gehindert werden, wiederzukommen.
Japan

Der Hund der Schmiede konnte den Amboss nicht umwerfen, (so) warf er den Wasserkrug um.
Sumerer

Der Hund des Fürsten ist ein Fürst.
Ägypten

Der Hund des Gärtners frisst den Kohl nicht und will nicht, dass ihn ein anderer pflückt.

Der Hund des Gärtners frisst keinen Kohl (Salat), er will aber auch nicht, dass andere ihn essen (o. und will doch die beißen, die ihn abbrechen).
fr] Il est comme le chien du jardinier qui ne mange point de choux, et n'en laisse point manger aux autres
ho] Des hoveniers hond eet geene koolen, en hij wil niet, dat anderen daarvan eten.
it] Il cane dell' ortolano non mangia la lattuga, nè vuol che altri la mangi.
prt] Cāo de palheiro nem come, nem deseia comer.
prt] O perro de hortelāo nāo come as versas, nem a outrem as deseia comer.
sp] El perro del hortelano, que ni come las berzas, ni las deja comer.
sp] El perro del hortelano que ni las berzas come ni quiere que otros las tome.

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