Weisheiten 526

Der Grübler entfernt sich immer weiter von einer Lösung, je energischer er grübelt.
Ludwig Marcuse, Argumente und Rezepte

Der Grund aller theatralischen Kunst wie einer jeder anderen ist das Wahre, das Naturgemäße. Je bedeutender dieses ist, auf je höherem Punkte Dichter und Schauspieler es zu fassen verstehen, eines desto höheren Ranges wird sich die Bühne zu rühmen haben.
Goethe, Maximen und Reflexionen 736

Der Grund dafür, warum die meisten Menschen in ihrem Leben scheitern, liegt meiner Meinung nach darin, dass sie nie wissen, wann der entscheidende Augenblick gekommen ist.
Fliegende Blätter

Der Grund davon liegt aber nicht im Mangel des Kommunismus, sondern in der Schlechtigkeit der Menschen; denn man sieht ja, dass Leute, die einen gemeinsamen Besitz haben und miteinander an etwas teilhaben, noch viel mehr Streit bekommen als diejenigen, die Privateigentum besitzen.
Aristoteles, Älteste Politik

Der Grund für den Mangel in der Welt ist die Lüge und die Hurerei.
Arabien

Der Grund für Hungersnot in der Welt sind Lügen und Unzucht.
Maurisch

Der Grund ist nur mein Will'; ich will nicht kommen.
Shakespeare, Cäsar, II, 2 (Cäsar)

Der Grund jeder Revolution ist eine Unzufriedenheit mit der Zufriedenheit anderer.
Fliegende Blätter

Der Grund und Boden, auf dem alle unsere Erkenntnisse und Wissenschaften ruhen, ist das Unerklärliche.
Arthur Schopenhauer, Über Philosophie und ihre Methode

Der Grund, warum kein Diktator, auch kein potentieller, es sich leisten kann, nicht immer populär zu sein. Er wäre augenblicklich gezwungen, Gewalt zu üben, um an der Macht zu bleiben.
Hemingway, Die Vögel Afrikas

Der Grund, warum wir alle so gern von anderen gut denken, ist der, dass wir uns vor uns selber fürchten. Optimismus beruht einzig auf Angst.
Oscar Wilde

Der Grund, weshalb wir uns über die Welt täuschen, liegt sehr oft darin, dass wir uns über uns selbst täuschen.
Fliegende Blätter

Der Grund, weswegen der Philosoph dem Dichter sich vergleicht, ist dieser: Beide haben es mit dem Staunenswerten zu tun.
Thomas von Aquin, Kommentar zur Metaphysik des Aristoteles

Der Grund, weswegen wir neue Bekanntschaften so lieben, ist nicht, dass wir der alten müde sind oder das Vergnügen am Wechsel, sondern der Widerwillen, dass wir von jenen, die uns allzu gut kennen, nicht genug, und die Hoffnung, von jenen, die uns nicht so gut kennen, mehr geschätzt zu werden.
La Rochefoucauld, Réflexions morales

Der Grundbegriff aller lebendigen Sitte ist die Ehre. Alles andere, Treue, Demut, Tapferkeit, Ritterlichkeit, Selbstbeherrschung, Entschlossenheit liegen darin. Und Ehre ist Sache des Blutes, nicht des Verstandes. Man überlegt nicht - sonst ist man schon ehrlos. Die Ehre verlieren, heißt, für das Leben, die Zeit, die Geschichte vernichtet sein.
O. Spengler, Untergang des Abendlandes, 11, Kap. 4, Der Staat

Der Grundbegriff von Schuld, Buße, Opfer, Versöhnung und endlichem Triumph des Guten ist tief eingewurzelt im menschlichen Geist...
Multatuli, Woutertje Pieterse

Der Grundcharakterzug des höheren Alters ist das Enttäuschtsein: Die Illusionen sind verschwunden, welche bis dahin dem Leben seinen Reiz und der Tätigkeit ihren Sporn verliehen, man hat das Nichtige und Leere aller Herrlichkeiten der Welt, zumal des Prunkes, Glanzes und Hoheitsscheins, erkannt.
Arthur Schopenhauer, Aphorismen zur Lebensweisheit

Der Grundzug des ehrlichen Menschen ist Aufrichtigkeit.
Nicolo Tommasèo

Der grüne Baum muss gefällt werden, der verfaulte fällt von selbst.
Estland

Der Gruß führt die Unterhaltung, die Unterhaltung die Melone herbei.

Der g'scheidst Händler wird mit Kühen betrogen.

Der Gscheitere gibt nach, sagt der Bauer zum Ochsen, gib du nach!

Der G'schider gid noh, sagte der Entlebucher, Muni gib du noh.
Luzern
i] noh = nohgä = ablassen, nachgeben, Muni = hier als Eigenname eines Bullen, Ochsen, Stiers, sonst auch der eines Katers, männlichen Kaninchens, auch Bezeichnung eines Wollüstlings. Eigentlich bezeichnet das Wort üble Laune, eigensinniges Wesen, sofern es sich durch närrisches Schweigen und Betragen äußert. Man sagt von einem Kinde, das in seinem Unwillen lange anhält: Es hat den Muni oder ist ein Muni.

Der Gsund (= die Gesundheit) geht über Ehr und Amt.

Der Gsunde hat 90 Wünsch, der Kranke nur oan.

Der guckt alles durch e trüb Glas an.
Jüdisch-deutsch
i] Von einem, der alles in trüber Farbe sieht

Der guckt aus der Halsbinde, wie eine Maus aus einem Wickel Hêde.
Braunschweig

Der guckt, als wenn ihm die Petersilie verhagelt wäre.
i] Sieht bestürzt, verdrießlich aus

Der guckuc rufft jm selbs den namen aus.
i] Gegen eitles Selbstlob.

Der Güder muss e Sparer het.
Luzern

Der Guga ist los.
Oberösterreich
i] Der Kuckuck ist los. Für: der Teufel ist los. Es geht schlimm her.

Der gugger (Kuckuck) singt sein lebenlang und lernet doch kein ander gsang.
la] Licet per multos cuculus cantauerit annos, psallere nescit adhuc alium cantum, nisi Guggug.

Der Gukus trieb manchen von Haus.
i] Gukus ist ein Kinderspiel, bestehend im Verstecken und Suchen, die Versteckten rufen: Gukus, d.i. sieh uns nach, such' uns auf! Das Wort ist aus Alamangukus zurückgeblieben, das spottweise so viel sagen soll, als: Alaman = Deutscher, guck oder siehe nun heraus, die Sache ist vorbei.

Der Gulden, welcher hinaus will, ist schwer zu halten.

Der Guss geht nach dem Fluss.
i] Das Geld fliesst immer den Reichen zu
fr] L'eau va toujours à la rivière.

Der gut aussehende Mann ist König, wenn kein Reicher in der Nähe ist.
Haussa, Afrika

Der gut kaut, der gut verdaut.

Der gut klappern kann, das ist der beste Mann.

Der gut predigt, der gut lebt.
Spanien

Der gut rot Wein ladet mehr dann der gemahlt Schild ein.

Der gut sät, der viel mäht, wer gut schmiert, der gut fährt.

Der gut will macht die Gab angenehm.
la] Non quantum dederis, sed quanta mente dedisti, pensandum est.
sd] God wilja gjör gåfvan tock.

Der gut will tut viel.

Der gute Aphorismus ist ein Ventilstoß geistiger Blähung.
Fliegende Blätter

Der gute Aphorismus ist wie eine mathematische Formel. Er stellt eine Erfahrungstatsache dar, in die eine ganze Menge Einzelerscheinungen aus Welt, Leben und Gesellschaft mit mehr oder weniger Rest aufgehen.
Fliegende Blätter

Der gute Aphoristiker muss hassen können.
Fliegende Blätter

Der Gute belehrt den Besseren.
Estland

Der gute Bezahler lässt sich das Pfand nicht gereuen.
Spanien

Der gute Christ flieht (o. scheut) drei Ist: den Egoist, den Separatist und Pietist.

Der Gute fragt mehr nach Worten als der Narr nach Schlägen.

Der gute Geschmack ist die Fähigkeit, fortwährend der Übertreibung entgegenzuwirken.
Hofmannsthal

Der gute Geschmack kommt eher von der Urteilskraft als vom Geist.
La Rochefoucauld, Réflexions morales

Der Gute gibt auch vom Wenigen, der Schlechte nicht mal vom Vielen.

Der Gute gibt vom wenigen, der Böse nicht einmal vom vielen.

Der Gute gibt von selbst, der Schlechte auch dann nicht, wenn man bittet.

Der gute Glaube wird vorausgesetzt. [RSpW]
la] Bona fides praesumitur.

Der gute Gott gestattet den kleinen Bäumen nicht, in den Himmel zu wachsen.
Frankreich

Der Gute hat selten das Gute.
Albanien
fr] Aux bons souvent meschet. (Aux bons il arrive souvent malheur.)
fr] Les bons pâtissent pour les méchans.
ho] Dan moeten de goeden het met de kwaden ontgelden.

Der gute Herr vergisst auch den kranken Diener nicht.

Der gute Hund bekommt nicht stets den besten Knochen.
fr] Bon os n'écheoit guère à bon chien.

Der gute Jäger macht die gute Meute.
fr] C'est le bon veneur qui fait la bonne meute.

Der Gute kennt keine missgunst gegen irgendein Gutes.
la] Bono nulla cuiusquam boni invidia est. Platon, Timaios 29

Der gute knecht schämet sich und ist gottfürchtig.

Der Gute liebt das Wahre.
la] Prae se ipso amabit veritatem vir bonus.

Der gute machet den guten, der schlemmer machet den schlemmer.

Der gute Mann macht die gute Frau.

Der gute Mensch ist im Meere.
i] Er existiert nicht
Bantu

Der gute Mensch nur kann geduldig sein,
Geduldig werdend, wird zugleich er gut.
L. Schefer, Laienbrevier, Januar

Der gute Mensch sieht in jedem Vorfall des Lebens ein Mittel zu seiner Veredelung, das ihm Gott sendet.
Pestalozzi, Kinderlehre der Wohnstube

Der gute Mensch stirbt nicht mit seinem Tode; er lebt weiter, wenn auch sein Körper unter der Erde ist. Von dem Bösen bleibt nichts auf der Oberwelt.
Euripides, Fragmente

Der gute Montag macht volle Kröpfe, leere Beutel und tolle Köpfe.

Der gute Mut gilt mehr dir als der gute Rat,
Was viele Feldherrn schon zugrund' gerichtet hat.
Euripides, Die Schutzflehenden, 170/71 (Theseus)

Der gute Name ist bei Mann und Frau
Das eigentliche Kleinod ihrer Seelen.
Shakespeare, Othello, III, 3 (Jago)

Der gute Name ist der beste Same.

Der gute Name ist eine nichtige und höchst trügliche Einbildung, oft ohne Verdienst erlangt, und ohne Schuld verloren.
Shakespeare, Othello

Der gute Name ist leicht verloren, aber schwer wiedergewonnen.

Der gute Name ist reiches Erbteil.

Der gute Name kann nicht begraben werden, nur der Leib gehört der Erden.

Der gute Narr ist ins Wasser gesprungen, der Strick war hinter ihm her.

Der Güte ohne Verstand fehlt die rechte Hand.
bm] Dobrota bez rozumu pusta.

Der gute Pärtel (Bartholomäustag, 24. VIII) bringt vorher Sturm, der schlechte nachher.
Estland

Der gute Rat hinkt.

Der gute Rat ist eine der Beleidigungen, die ein guter Mensch - wenn möglich - vergeben und unter allen Umständen vergessen sollte.
Horace Smith

Der gute Ruf geht weit, aber der schlimme geht noch viel weiter.

Der gute Ruf sitzt hinter dem Ofen, der schlechte läuft in der Welt herum.
Russland

Der gute Schriftsteller, er sei von welcher Gattung er wolle, wenn er nicht bloß schreibet, seinen Witz, seine Gelehrsamkeit zu zeigen, hat immer die Erleuchtetsten und Besten seiner Zeit und seines Landes in Augen, und nur was diesen gefallen, was diese rühren kann, würdiget er zu schreiben.
Lessing, Hamburgische Dramaturgie

Der Gute sieht sein Werk gedeihn,
Und schweiget stolz bei stolzem Tadel.
Für Ehre gilt ihm ehrlich sein,
Und Edelmut verleiht ihm Adel.
J. H. Voß, Zur Arbeit

Der Gute sucht den Schlechten nicht.
la] Plenum theatrum est vir bonus viro bono.

Der gute Vater findet den Stock.
Mailand

Der Gute verspricht Zinsen aus Mitleid.
la] Bonus promittit census misericordia.

Der gute Vogel dressiert sich selbst.
i] Das Talent entwickelt sich selbst

Der gute Vogel lernt allein singen.
fr] Le bon oisseau se fait de lui-même.

Der gute Wein braucht kein Aushängeschild.
fr] À bon vin point d'enseigne.

Der gute Wein vom Rhein ist aller Mahlzeit Ehr' und Schein.

Der gute Wein wird erkannt am Strauss, an Geschmack, Farbe und Fluss.
la] Vina probantur odore, sapore, liquore, colore.

Der Gute will und tut viel.

Der gute Wille allein genügt nicht.
it] La buona volontà non basta.

Der gute Wille des Pferdes bringt den Wagen in den Hof.
la] Grande ferunt edi plaustrum bona vota veredi.
sd] Godher will dragher halfft las til by.

Der gute Wille hilft zu vollkommner Kenntnis.
Goethe, An Th. Carlyle, 20.7.1827

Der gute Wille ist die beste Speise.
i] Man sieht nicht darauf, was uns der Freund vorsetzt, sondern auf den Willen, der es gibt.

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