Weisheiten 523

Der Glaube treibt die Liebe, die Liebe mehrt den Glauben.
Luther, Kirchenpostille

Der Glaube trifft Gott, die Lieb den Nehesten.

Der Glaube trügt sich in dem Maße, wie das äußere Tageslicht eindringt.
P. Claudel, Art poétique

Der Glaube und die Lieb müessen aller gesetz Maisterinn sind.

Der Glaube vermag alles.
z] Dich, Glaubensriesen, dich bitt' ich, der Glaubenszwerg: versetze diesen Hoppelberg, es macht dir ja so wenig Müh', heute noch nach Sanssouci. Gleim zu Lavater

Der Glaube versetzt Berge - wenn seine geographischen Kenntnisse mangelhaft sind.
[ASpW]
z] Der Glaube versetzt Berge, der Zweifel erklettert sie. Karl Heinrich Waggerl
z] Der Glaube versetzt Berge. Der Aberglaube versetzt Menschen. Ernst Ferstl
en] Faith will move mountains.
fr] La foi déplace (o. soulève) les montagnes.
la] Fides montes transfert.

Der Glaube versetzt Berge, der Zweifel erklettert sie.

Der Glaube versetzt Berge. 1. Korinther 13, 2
en] Faith will move mountains.
fr] La foi déplace (o. soulève) les montagnes.

Der Glaube versetzt Berge. Der Aberglaube versetzt Menschen.
Fliegende Blätter

Der Glaube weist aufs Ziel, der Verstand zeigt den Weg, klopft hier und da an, irrt umher und findet schließlich das Richtige.
Saltykow-Schtschedrin, Die Herren Golowlew

Der Glaube wird allmählich aus der zivilisierten Welt vertrieben. Hunderte von Glaubensbekenntnissen sind bereits zerstört. Allen Wissenschaftlern ist es völlig klar, dass ein Glaube als solcher keinerlei Wert hat. Und langsam und widerwillig lassen sich intelligente Leute davon überzeugen, dass Glaube nur ein Gespenst des Gehirns ist.
Herbert N. Casson, Die menschliche Natur

Der Glaube wird durch das Wissen begrenzt; er hört da auf, wo es anfängt, und fängt da an, wo es wieder aufhört...
Weitling, Das Evangelium des armen Sünders

Der Glaube wird ihm wohl in die Hände kommen.

Der Glaube zieht alle Transzendenz zur Wirklichkeit herab.
Rathenau

Der Glaube zieret das gebet für Gott.

Der Glaube, das Auge und der Ruf wollen kaum angerührt sein.

Der Glaube, der deines Gemüts ist,
Ist dir besser, o Freund, als des Fremden besserer Glaube.
Herder, Blumenlese aus morgenländlschen Dichtern

Der Glaube, der den Menschen zur ewigen Seligkeit verhelfen soll, zehrt an den Armen und Schwachen, während er den Reichen und Starken als Mittel zum Fettansetzen dient.
Tammsaare, Satan mit gefälschtem Paß

Der Glaube, der sunst im Herzen sass, sitzt jetzund im Tintenfass.

Der Glaube, die Zuversicht auf das bisschen, was man ist oder sein möchte, beseelt einen jeden, und so möcht er sich auch dem anderen, eigentlich den anderen sich gleichmachen, und dann, denken sie, wäre es getan...
Goethe, Schriften zur Literatur - Jacobis (...) Briefwechsel

Der Glauben geht auf Stelzen.
i] Von selbstgerechten Anschauungen
z] Es gath yetzund so wunderseltzen, des Christen glauben gath vff steltzen, biss er den hals einmal abstürtzt.

Der Glaube-n-îsch g'lösch'n und d' Tugend geit goh bättle.
Solothurn

Der Gläubige, der nie gezweifelt hat, wird schwerlich einen Zweifler bekehren.
Marie von Ebner-Eschenbach, Aphorismen

Der Glaubigen unglück ist ihr glück.

Der Gläubiger int mit dem Schuldiger zu hausn.

Der glaubt, dass der Saumage die gröscht Worscht ist.
Rheinpfalz
i] Um konfessionellen Indifferentismus zu bezeichnen.

Der glaubt, was mein Offizier will, das will auch Gott.
Niederlausitz
i] Von einem einfältigen und diensteifrigen Soldaten

Der Gleiche kommt zum Gleichen.
fr] Chacun cherche son semblable.
it] Ogni simile appetisce il suo simile.
la] Semper adest similis simili, licet undique vilis.
un] A hasonló hasonlóhoz örömest adja magát.

Der gleiche kritische Sinn, der bewirkt, dass wir etwas Gutes schreiben, läßt uns auch befürchten, es sei nicht gut genug, um lesenswert zu sein.
La Bruyière, Von den Schöpfungen des Geistes

Der Gleisner ist von Gauklermark, er zeigt Muskatennuss und gibt nur Quark.

Der Gleisner reden seind durcheinander gehaspelt wie ein verworrener strang garn.

Der Glocke mangelt noch der Klöppel.

Der Glocken klang verjagt kein Dolen.
it] Suon di campana non caccia cornacchia.

Der Glockengiesser weiß, was an der Glocke ist.

Der Glockenturm gehört in die Mitte.
fr] Il faut placer le clocher au milieu du village.

Der glotzt wi a g'stochis Kalb.
Franken

Der glotzt wie anHafalanvollnMäus'.
Franken

Der Glucke Gegacker und Geschrei gilt doch zuletzt dem eignen Ei.

Der Glückliche aber ist
trotz allem der, der Mühen auf sich nimmt, der eine Reise macht, eine Mission erfüllt, doch in seinem Inneren selbst nicht leiden muss.
Proust, Die Entflohene

Der Glückliche bedarf des Glaubens, um nicht übermütig zu werden; der Nichtglückliche aber als Halt und der Unglückliche, um nicht zu erliegen.
Wilhelm von Humboldt, Briefe an eine Freundin, 28. 1. 1827

Der Glückliche darf nur einen Stein in die Höhe werfen, so fällt gleich eine Wachtel herunter.
Lettland

Der Glückliche fliegt, der Unglückliche kriecht.
bm] St'astní na koních skáci, a nest'astný pesky se vlácí.
bm] St'astný na koni, a nest'astný pod konem.

Der Glückliche fühlt, der Unglückliche denkt.

Der Glückliche hat immer recht, der Unglückliche immer unrecht.

Der Glückliche ist großzügig. Er möchte andere teilhaben lassen an seinem Geheimnis.
Fliegende Blätter

Der Glückliche kennt den Unglücklichen nicht.
i] Er kann sich in dessen Lage nicht versetzen

Der glückliche Mann hat eine Tochter als Erstgeborene.

Der glückliche Mann kann nicht ruiniert werden.
Schottland

Der Glückliche nur fühlt sich Wert und Kraft.
Goethe, Natürliche Tochter A III Sz 4 (Herzog) Vs 1652

Der Glückliche sitzt zu Pferde, der Unglückliche schleppt sich zu Fuß.
Russland

Der Glückliche stirbt beizeiten, und stirbt er nicht, so stirbt sein Glück.
Schweden

Der Glückliche verliert das Gedächtnis.
bm] Kdo stestím oplývá, na mnohé se nepamatuje.
bm] Lidé v stestí pameí tratí.
fr] Les heureux n'apprennent rien.
pl] Kto w szczesciu plywa, malo dba o drugie.
pl] W szczesciu ludzie sie zapominaja.

Der Glückliche wird beneidet.
bm] Tezko st'astným býti, a závist' nevzbuditi.
la] Digito coelum attingit. Cicero

Der Glückliche, der Behagliche hat gut reden, fuhr Eduard auf, aber schämen würde er sich, wenn er einsähe, wie unerträglich er dein Leidenden wird.
Goethe, Wahlverwandtschaften I,18

Der glücklichen Braut fällt der Regen in den Schoß.
i] Man hält es für eine gute Vorbedeutung, wenn es der Braut auf die Schürze regnet. Es ist ein gutes Vorzeichen, wenn Regen auf den Schoß der Braut fällt.

Der glücklichen Braut regnet es in den Schoß.
mhd] Der geluckiger brùt regent it in den schôt.
en] Happy is the bride the sun shines on, and the corpse the rain rains on.
ho] Der zalige bruid valt de regen in den schoot.
la] Felicis sponsae gremium perfunditur imbre.
la] In nymphae gremium felicis decidit imber.

Der glücklichste Mensch ist aber nicht der wollüstigste, sondern der, der die höchste Wollust zu wählen versteht...
Casanova, Neunundneunzig Abenteuer

Der glücklichste Mensch ist der, welcher die wenigsten Bedürfnisse, Leidenschaften und Wünsche kennt oder der sie am besten zu befriedigen vermag.
Du Marsais/d'Holbach, Essay über die Vorurteile

Der Glücksfaden ist in der Haspel, der Verlustfaden im Gewebe.
Estland

Der Glücksgaul liebt das Ausschlagen.

Der Glückshafen und das Glücksrad sind nicht an allen Orten.

Der Glückspilz und der starke Mann den Neid getrost ertragen kann.
la] Invidiam ferre aut fortis aut felix potest.

Der gnädige Herr Sanct-Lorenz hat eine Hand als Regen, die andere als Feuerbrand. Basken

Der gnädigste von allen Richtern ist der Kenner.
Friedrich Schiller, Kleine Schriften vermischten Inhaltes (Einleitung)

Der Goj (Nichtjude) is treife (unerlaubt), ober sein Groschen is kuscher (erlaubt).
Warschau
i] Will sagen, dass der Geschäftsverkehr mit Christen erlaubt sei, obwol das gesellschaftliche Zusammenleben mit denselben sehr erschwert wird.

Der goldene Käfig nährt die Nachtigall nicht.
ho] Eene mooije kooi maakt den vogel niet vet.
it] La bella gabbia non nudrisce l'uccello.

Der Goldschmied kennt das Gold, auch wenn es unter Messing liegt (o. auch wenn es mit Schmutz bedeckt ist).
bm] Zlato zlatníka najde.

Der Golf ist stolzer als das Meer.
Russland

Der Gordian (10.5.), der Gordian, der richtet oft noch Schaden an.

Der Gotsg'walt (Gottesgewalt).
i] In Kärnten für Schlagfluss

Der Gott der Frauen ist ein Mann, daher müssen alle Frauen dem Manne gehorchen.
Iran

Der Gott des Sieges soll nur eine Hand haben, aber der Friede gibt Sieg nach beiden Seiten.
Ralph Waldo Emerson, Tagebücher

Der Gott dieses Jahrhunderts ist der Reichtum.
Wilde, Der ideale Gatte

Der Gott gehorsam ist, fragt nicht nach Lohn und Pein,
Er will nicht fromm um Heil, nicht gut um Wonne sein.
Daniel Czepko von Reigersfeld, Monodisticha Sapientium

Der Gott im Zufall.
i] Die plötzliche, unvermutete Lösung einer verwickelten, schweren, unlösbar scheinenden Angelegenheit
la] Deus ex machina.

Der Gott liebt überall, den stürzt kein Ungefall.

Der Gott meines Hirns ist ein Götze, ich verderbe mich in seiner Anbetung; der Gott meines Herzens ist mein Gott, ich veredle mich in seiner Liebe.
Pestalozzi, Wie Gertrud ihre Kinder lehrt

Der Gott muss in den Liebenden sein, ihre Umarmung ist eigentlich seine Umschließung, die sie in demselben Augenblicke gemeinschaftlich fühlen, und hernach auch wollen.

Friedrich Schleiermacher, Vertraute Briefe

Der Gott Venter (= Bauch) und das Kloster Maulbrunn treiben und lehrten uns nahezu alles, was wir tun, reden und können.

Der Gott Venter und das Kloster Maulbrunn treibt und lehrt alles, was wir tun, reden und können.
z] Ich meine das Loch unter der Nase.

Der Gott will blenden, der muss viel können.

Der Gott, den du suchst, ist dein eigener Gott.
Fliegende Blätter

Der Gott, den ich anbete, ist kein Gott der Finsternis, er hat mich nicht darum mit einem Verstand begabt, um mir dessen Gebrauch zu untersagen.
Jean-Jacques Rousseau, Emile (Glaubensbekenntnis)

Der Gott, der Bub und Mädchen schuf,
Erkannte gleich den edelsten Beruf,
Auch selbst Gelegenheit zu machen.
Goethe, Faust I, Wald und Höhle (Mephisto) Vs 3339

Der Gott, der die Wunde schlägt, möge uns auch das Heilmittel geben.
sp] Dios que da la llaga, dé al medicina.

Der Gott, der Eisen wachsen ließ, der wollte keine Knechte!
Ernst Moritz Arndt, Vaterlandslied

Der Gott, der Eisen wachsen ließ, der wollte keine Knechte, sagte der Schmiedegesell, und warf den Hammer weg.

Der Gott, der in den Himmel entfloh
Aus der Erde wird er uns wiederkommen!
Rainer Maria Rilke, Geschichten vom lieben Gott: Märchen vom Tod

Der Gott, der mir im Busen wohnt,
Kann tief mein Innerstes erregen,
Der über allen meinen Kräften thront,
Er kann nach außen nichts bewegen...
Goethe, Faust I, Studierzimmer (Faust) Vs 1566f.

Der Gott, der mit der Natur in unmittelbarer Verbindung stehe, sie als sein Werk anerkenne und liebe, dieser schien ihm der eigentliche Gott...
Goethe, Dichtung und Wahrheit II

Der Götter ist gut müßig gehen, sie haben Donner und Blitz in der Hand.

Der Götter Worte sind nicht doppelsinnig,
Wie der Gedrückte sie im Unmut wähnt.
Goethe, Iphigenie A II Sz 1 (Pylades) Vs 613

Der Gottesdienst im Bethaus ist ein Zwischenessen.
Estland

Der Gotteserde lichten Saal
Verdüstern sie zum Jammertal,
Daran entdecken wir geschwind,
Wie jämmerlich sie selber sind.
Goethe, Zahme Xenien VII

Der Gottesfurcht für Augen hat, dem folgt all ding früh und Spat.

Der Gottheit zu gehorchen, ist Freiheit.
Seneca, Abhandlungen

Der Göttliche lächelt, er siehet mit Freuden
Durch tiefes Verderben ein menschliches Herz.
Goethe, Der Gott und die Bajadere

Der göttliche Segen erfülle das Haus und die da gehen ein und aus.

Der Gottlose borgt und bezahlt nicht.
dä] Den ugudelige borger og betaler ikke.

Der Gottlose daucht sich selbs der best zu sein.

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