Weisheiten 52

Am Kopfe der Waise macht der Chirurg Versuche.
Arabien

Am Kopfende gibt es keinen Brotlaib, wenn man nicht arbeiten will.
Estland

Am Körper lang, am Geiste krank.
i] Man will beobachtet haben, dass sehr lange Menschen weder viel Herz, noch viel Geist besitzen.

Am Kragen erkennt man den Mann.

Am Kreuzerhöhungstag (14. September) Brot und Nüsse soviel man mag.
it] Per santa Croce, pane e noce.

Am Kreuztag (d. i. zur Himmelfahrt) streut man auf die Grasspitzen Salz. Estland

Am Kreuztag (Himmelfahrt) streut man auf die Grasspitzen Salz.
Estland

Am Krieg ist nur eine Sache gut: der Frieden, der ihm folgt.
sp] La guerra sólo tiene una cosa buena: la paz que trae en pos de ella.

Am krummen Holz erkennt man den Künstler.
Sudan
i] Weil das gerade leicht zu bearbeiten ist).

Am Lachen erkennt man den Narren und den Dummkopf.
fr] Au rire connaît-on le fol et le niais.

Am Lachen hat man Spaß, aus Weinen wächst ein Mastochs.
Estland

Am Lachen und Blarren erkennt man die Narren.
dä] Latter førrader narren. Megen latter, megen daarskab.

Am Lachen und Flennen kann man die Narren erkennen.

Am Lande ist gut schiffen.

Am langen Finger bleibt die Sache haften.
Estland

Am längsten behält man, was man in der Jugend gelernt hat.

Am Lappen halten.
z] Hastu ein Löhnlein, Erbtheil, eine Besoldung, halte am Lappen, lege den Gülden nicht zu viel auf, sei ein Sparmundus.

Am lästigsten sind die geistreichen Dummköpfe.
François de La Rochefoucauld, Reflexionen

Am Laurentiustag (10.8.) Elendsbrot, am Olafstag (29.7.) richtiges Brot.
Estland

Am Laurentiustag muss ein fauler Mann das Saatgut zum Dreschen aufgestellt haben.
Estland

Am lebenden Objekt
la] in vivo

Am leder lernt der Hund endlich das kalb gar essen.

Am Lehrling mäkelten sie,
Nun mäkeln sie am Wandrer,
Jener lernte spät und früh,
Dieser wird kein andrer.
Beide wirken im schönen Kreise
Kräftig, wohlgemut und zart,
Lerne doch jeder nach seiner Weise,
Wandle doch jeder in seiner Art.
Goethe, Zahme Xenien V

Am Leibe abstraffen und darzu schelten, ist zu viel.
en] Great boast, small roast.

Am leichtesten erträgt man noch die Gewalt, die man eines Tages selbst auszuüben hofft.
Joubert

Am leichtesten kauft man den Völkern die Freiheit mit dem Wohlstand ab.

Am leichtesten schartig werden scharfe Messer,
Doch: schneidet man deshalb mit stumpfen besser?
Bodenstedt, Die Lieder des Mirza Schaffy: Zuleikha

Am leichtesten trifft man Leute, denen man aus dem Wege gehen will.

Am leichtesten werden alte Irrtümer unter neuen Bezeichnungen für Fortschritte gehalten.

Am letzten in den Schuhen sein.

Am letzten Tag des Weihnachtsfestes (27.12.) kann man schon den Tag erkennen (= es ist heller geworden).
Estland

Am letzten Viertel ein roter Streif, der bringt gar manchen Regenstrich.

Am letzten Weihnachtstag soll der Tag schon so lang sein, dass die Kohlsuppe ordentlich fertig kocht.
Estland

Am Liachtmösstoag (Lichtmesstag, 2.2.) hoate' (heiter), troag' d' U'ress'n übe' d' Loate (Leiter); am Lichtmösstoag külb', tua d' U'ress'n hî, wo d'willst.
Unterinnthal
i] U'ress'n = Überbleibsel des Futters; külb' = bedeckt, trübe, wolkig. Wenn der Lichtmesstag klar ist, soll man die Überbleibsel des Futters aus dem Stalle wieder auf den Heuboden tragen, weil ein spätes Frühjahr und daher Heumangel droht; ist jedoch der Lichtmesstag trübe (külb), dann sind sie entbehrlich, weil ein zeitiges Frühjahr und deshalb gutes Auskommen mit den Heuvorräten in Aussicht steht.

Am Lichtmesssonnabend (l. 2.) sind die Nüsse im Schuß.
Estland

Am Lichtmesstag (2.2.) sieht kaum der Bär 'nen Sonnenblick, kehrt er in seine Höhl' zurück.

Am Lichtmesstage umtanzen die Kinder auf dem Acker angezündete Holz- und Strohhaufen mit dem Ruf: 'Lank Flaß!'

Am liebsten erinnern sich die Frauen an die Männer, mit denen sie lachen konnten.
Anton Tschechow

Am liebsten ist mir denn aber doch, was ich in der Seele mitnehme und was, immer wachsend, sich immer vermehren kann.
Goethe, Italienische Reise I, 13.2.1787

Am liebsten prophezeit, wer nichts tun will in der Zeit.

Am liebsten werd' ich Amme, sagte die Konfirmandin.
Hamburg

Am Lucientag (13.12.) ist die Nacht so lang, dass der Adler vom Baum herunterfällt.
Estland

Am Mädchen und an der Erbse darf man vorbeigehen, wenn man sie mit dem Finger berührt hat.
Estland

Am Magdalenentag ist die Nuss voll.
Frankreich

Am Magdalenentage sind die Haselnüsse voll.
Picardie

Am Magdalenentage wird die Maulbeere reif.
Frankreich

am Mahl der Götter teilnehmen
la] epulis accumbere divum

Am Maitag steckt man in jede Ackerecke ein Kreuz, das aus dem am Karsamstag geweihten 'Osterbengel' gefertigt wird.

Am Margarethentage (13.7.) ist Regen eine Plage.

Am Marientag (Mariä Verkündigung, 25.3.) bekommt man Wasser für eine Krähe.
Estland

Am Marientag geht der Tag in die Schneewehe und bleibt dort neun Tage und Nächte, von dort geht er ins Wasser und bleibt dort wieder neun Tage und Nächte, kommt dann aus dem Wasser heraus und beginnt die Erde zu trocknen.
Estland

Am Marientag gibt man den Burschen und Mädchen den Schlüssel in die Hand.
Estland

Am Marientag gibt man den Schweinen den Schlüssel ab.
Estland

Am Marientag legt die Krähe das erste Ei.
Estland

Am Marientag müssen die Wasserströme einander schon treffen.
Estland

Am Marientage im März legt man sie (die Lampe) nieder; am Marientage im September (8.) holt man sie wieder.
Mailand (Die Marientage werden vielseitig zu wirtschaftlichen und andern Zeitbestimmungen und Einteilungen gebraucht)

Am Markt lernt man die Leute kennen.
i] Am Markt = beim Handel.

Am Markt und Handel erkennt man den Wandel.

Am Marterholz nagen.
z] Der freisinnige Geschichtschreiber verliert gewöhnlich ein Amt; entweder eins, das er schon hat, oder eins, das er noch bekommen könnte. Daher vertuscht der Vorsichtige, der das Marterholz des Mangels fürchtet, die männliche Offenheit seiner Meinung und lässt zwischen den Zeilen lesen.

Am Martinsfeste (10.11.) zapft man den Wein an für die Gäste.
i] Es ist dies Fest ein Überbleibsel des Altertums. Die alten Griechen pflegten nach beendigter Weinlese und Weingärung ein Bacchusfest zu feiern, wobei die Weinbehälter zum erstenmal geöffnet wurden.
it] Da San Martin, si spilla la botte del buon vin.

Am Martinstag (10.11.) soll Mart(in) mit dem Sieb Bier brauen.
Estland

Am Martinstag (11. Nov.) beißt jung und alt den Gänsebraten warm und kalt.

Am Maß erkennt man den Kaufmann.
ho] Aan de maat kent men den koopman.

Am Matthiastag (24.2.) dreht sich alles Ungeziefer auf die andere Seite.
Estland

Am Matthiastag beginnen die Halme den Schnee zu hassen.
Estland

Am Matthiastag dreht sich die Schlange auf die andere Seite.
Estland

Am Matthiastag fängt der Neuschnee an, den alten zu essen.
Estland

Am Matthiastag ist der halbe Schnee im Himmel.
Estland

Am Matthiastag müssen alle den Winterschlaf schlafenden Tiere erwachen.
Estland

Am Matthiastag müssen die Fliegen, Schlangen und alle anderen kleinen Tiere erwachen.
Estland

Am Matthiastag wird den Hühnern der Schlüssel in die Hand gegeben.
Estland

Am Matthiastag wird die Zunge der Lerche losgeschnitten, damit sie bald zu singen anfängt.
Estland

Am Maul stirbt der Fisch.
sp] Por la boca muere el pez.

Am Meer wartet man nicht auf (gutes) Wetter.
Estland

Am Meer wohnen und Wasser suchen.

Am Meere wohnen auch noch andere Leute als Schiffer.
Russland

Am Mehlbrei beisst sich niemand die Zähne entzwei.
dä] Meel-grød og kaal er bondens lægedom.

Am Meinen und Glauben bindet man kein Pferd fest.
ho] Aen meinen en bint nieman peerde vast.
la] Ancipiti posti committit nemo caballum.

Am meisten entzückte uns [bei Lessing] die Schönheit jenes Gedankens, dass die Alten den Tod als den Bruder des Schlafs anerkannt, und beide, wie es Menächmen geziemt, zumVerwechseln gleich gebildet.
Goethe, Dichtung und Wahrheit II,8

Am meisten freut mich jetzo das Pflanzenwesen, das mich verfolgt, und das ists recht wie einem eine Sache zu eigen wird. Es zwingt sich mir alles auf, ich sinne nicht mehr darüber, es kommt mir alles entgegen, und das ungeheure Reich simplifiziert sich mir in der Seele, dass ich bald die schwerste Aufgabe gleich weglesen kann.
Goethe, An Charlotte v. Stein, 9.7.1786

Am meisten fühlt man sich von Wahrheiten getroffen, die man sich selbst verheimlichen wollte.

Am meisten gilt das beste.

Am meisten lieb ich mir die vollen, frischen Wangen.
Goethe, Faust, Prolog im Himmel
Mephisto Vs 320

Am meisten Platz ist zu Hause.
Kroatisch

Am meisten schadet böser Rat demselben, der ihn geben hat.

Am meisten überschätzt sich der, der sich zur produzierenden Klasse rechnet, da er zur genießenden gehört.
Goethe, Schriften zur Literatur - Entwurf zu einem Volksbuch historischen Inhalts 4

Am meisten Unkraut trägt der fetteste Boden.
Shakespeare, König Heinrich IV., 2. Teil, IV, 4 (König Heinrich)

Am meisten wird das Kind geliebt, das jung ist, bis es heranwächst, das krank ist, bis es gesund ist, oder abwesend, bis es nach Hause kommt.
Arabien

Am Menschen muss man für ein gut Stück fünf böse abrechnen.
fr] Tout homme est menteur.
ho] Alle menschen zijn leugenaars.
la] Omnis homo mendax.

Am Mentig (Montag) ist der Hebean, am Zeinstig thu ich, was i ma; am Miggta ist der Wochamarkt, am Donnstig schaff i au nit stark, am Freitig lass i Freitig sein, am Samstig hilf i am Sonntig 'rein.

Am Michaelsabend werden die Fohlen aus dem Wald gebracht und das Wolfsmaul wird zerrissen.
Estland

Am Michaelstag (29.9.) wird Butter mit dem Löffel gegessen.
Estland

Am Michaelstag geht der Bär auf sein Lager, zur Lichtmess (2.2.) dreht er sich auf die andere Seite, am Marientag (Mariä Verkündigung, 25.3.) kommt er vor Tagesanbruch heraus.
Estland

Am Michaelstag muss geschlachtet werden.
Estland

Am Michaelstag näht man dem Wolf die Augen zu, damit er die Herde nicht sieht.
Estland

Am Misstrauen ist das unheimlichste seine Rechtfertigung.

Am Misthaufen derkennt ma 'n Bauern.

Am Mittwoch in der zwölften Stund ändert sich das Wetter.

Am Mittwoch wechselt selbst die Maus nicht das Loch.

Am Mondschein ist noch keine Traube reif geworden.
i] Um zu sagen, diese Hilfe reicht nicht.
dä] Druen modnes ikke ved maaneskin.
la] Lunae radiis non maturescit botrus.

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