Weisheiten 50

Am Fastenmarientag soll die Bäuerin den Schweinen das halbe Futter wegnehmen, und den fehlenden Teil muss sich das Schwein draußen schon selbst suchen.
Estland

Am Fastenmarientag wird der erste heiße Stein ins Wasser geworfen, der zweite beim Hinaustreiben von Vieh (1.4.) und der dritte am Georgstag (23. AprilIV). Estland

Am Fasttag (6.8.) werden die Äpfel sauber.
Estland

Am faulsten sind die Parlamente, die am stärksten besetzt sind.
Winston Churchill

Am Februar krachen de Schtîn, äm Mierz kracht det Eiss.

Am Feiertag gesponnen hält nicht.

Am Feiertag zerrinnt, was der Werktag beginnt.
fr] Jour ouvrier gaigne-denier, jour de feste despensier.

Am feinsten Tuch findet man den Bleicherzipfel.

Am feinsten Tuch täuscht man sich am meisten.
ho] In het fijnste laken, is het meeste bedrog.

Am Feld erkennt man den Mann.
Estland

Am Ferkel wird oft gerochen, was die Sau verbrochen.
la] Quod sus peccavit, succula saepe luit.

Am Fest der Beschneidung Mariä!
i] Also nie, am Nimmerleinstag.

Am Festtag sind alle Leute große Herren.

Am Fliegen kannst du die Krähe nicht hindern, wohl aber, dass sie auf deinem Kopf landet.
Jamaika

Am Flug kann man noch nicht jeden Vogel erkennen.
Estland

Am Fluge erkennt man den Vogel.

Am Flusse kannst du stemmen und häkeln,
Überschwemmung lässt sich nicht mäkeln.
Goethe, Sprichwörtlich

Am Fohlen erkennt man das Pferd.
i] Man sieht, was aus ihm werden wird, oder auch was die sind, von denen es abstammt.

Am Freien liegt eines Mannes Gedeihen.
i] An der richtigen Ehefrau also.

Am Freitag ist Gott reich, am Montag gerecht.
Estland

Am Freitag und am Dienstag heiratet man nicht, verreist man nicht und tritt keine Stellung an.
it] Di venere e di marte non si sposa, non si parte e non s'inizia in arte.

Am fremden Hunde riechen die anderen.

Am Fronleichnamstage sprengt man Weihwasser auf die Felder.

Am Fünften, am Agathentag (5.2.), da rieselt das Wasser den Berg hinab.

Am funfzehnten April der Kuckuck singen soll und müsst' er singen aus einem Baum, der hohl.

Am furchtbarsten erscheint dieses Dämonische, wenn es in irgend einem Menschen überwiegend hervortritt. [...] Es sind nicht immer die vorzüglichsten Menschen, weder an Geist noch an Talenten, selten durch Herzensgüte sich empfehlend, aber eine ungeheure Kraft geht von ihnen aus, und sie üben eine unglaubliche Gewalt über alle Geschöpfe, ja sogar über die Elemente, und wer kann sagen, wie weit sich eine solche Wirkung erstrecken wird?
Goethe, Dichtung und Wahrheit IV,20

Am Fuß der Kerze ist es finster (o. dunkel].
Persien
i] Im Umkreis eines großen Geistes halten es oft nur kleine aus.

Am Fuß des Leuchtturms herrscht Dunkelheit.

Am Fuße der Mauer erkennt man den Maurer.

Am Fuße des Liiakse-Berges ist keine Stadt.
Estland

Am Gang, an der Red' und am Gewand wird der Mensch erkannt.
la] Ex habitu cognoscere.

Am Gange und am Trinken erkennt man die Frau.
Spanien

Am Gängelband führt man keine Männerhand.

Am ganzen Himmel herumirren.
Altrömisch
i] Sehr bedeutend irren. - Entweder aus der Mythe des Phaëton oder der Ceres, oder von den Schiffern entlehnt, welche den Lauf der Sterne beobachten und ihren Lauf danach richten.
la] Toto coelo errare.

Am Gaul kauft man die Füße.

Am Geblök erkennt man die Schafe.
ho] Het schaap en het lam herkennen elkander aan hun geblaat.

Am Gedinge ist keine Folge.
[RSpW]
i] Das Sprichwort hat seine Quelle im sächsischen Lehnrecht. Die juridische Grundbedeutung von 'Gedinge' ist 'Vertrag' oder 'Verabredung'. Unter Gedinge ist hier die durch ein Versprechen des Lehnsherrn jemandem gegebene Anwartschaft auf ein Lehn zu verstehen, das er ihm geben wolle, sobald es erledigt werde. Wenn mit der gegebenen Anwartschaft nicht eine vorläufige Belehnung verbunden ist, so geht der Sinn des Sprichworts vorzüglich dahin, dass solche Anwartschaften widerruflich sind und den Erben desjenigen, der sie erhielt, noch kein Recht auf den Besitz des Lehns geben, wenn ihrer nicht besonders im Gedingbriefe gedacht worden, dass ferner die Kraft der Anwartschaft mit dem Tode des Versprechenden erlischt, sowie sie den gegenwärtigen Besitzer des Lehns in seinen Rechten nicht kränkt.
mhd] An 'me gedinge n'is nenn volge.

Am gefährlichsten sind die Kritiker, die nichts von der Sache verstehen, aber gut schreiben.
Leopold Stokowski

Am Gefährten erkennt man den Mann.

Am Gehen und am Trinken erkennt man die Frau.
sp] En el andar y en el beber se conoce la mujer.

Am gekrümmten Schnabel kennt man den Raubvogel.
fr] Tout bec crochu de proye est soustenu.

Am gelben Mittwoch, als der Riepel die Stieg abfiel.
i] Zu ergänzen: war es oder wird es sein.

Am Geld, im Trunk und im Zorn erkennt man des Menschen Gemüt.

Am Gelde riecht man's nicht, womit es verdient ist.
en] Money is welcome though it come in a dirty clout.

Am Georgstag (23.4.) gibt das Schaf einen Rock, am Michaelstag (29.9.) einen Pelz.
Estland

Am Georgstag gibt man den Mägden und Knechten die Pässe in die Hand und sie können auf den Heuboden schlafen gehen.
Estland

Am Georgstag legt das Birkhuhn das erste Ei.
Estland

Am Georgstag soll sich das neue Korn schon so recken, dass sich die Krähe drin kann verstecken.
Estland

Am Georgstag werden neue Kummethölzer um den Hals gelegt, neues Kerbholz für die geleistete Arbeit wird in die Hand gegeben.
Estland

Am Georgstag wird den Tieren der Schlüssel abgegeben.
Estland

Am Georgstag wurde dem Wolf der Zaum angelegt, am Michaelstag (29.9.) abgenommen.
Estland

Am Georgstag zeigt sich schon die Schwalbe einen Augenblick, und zieht sich dann nochmal zurück.

Am Geraumen is gut imkären.

Am Gerichtstage wird jeder seinen Korb tragen.

am geringsten achtet.
Ebner-Eschenbach, Aphorismen

Am Gertrudstag (17.3.) wird der Schweinetrog hinter den Zaun geworfen, das Schwein muss sich dann selbst ernähren.
Estland

Am geruch erkennt man die blumen.

Am Geruch erkennt man Kräuter, am Geschwätze Bärenhäuter.

Am Gesang (o. Federn, Nest) kennt man den Vogel.
it] Al canto si conosce l'ucello et al parlar il buon cervello.
kroat] Pozna se ptica po perju.
kroat] Pticu je poznati iz popévke.
la] E cantu dignoscitur avis.
la] Index est animi sermo.

Am Gesang erkennt man den Vogel.

Am Gesang hört man zu aller Frist, was es für ein Vogel ist.

Am Gesang und an den Federn erkennt man jeden Vogel.
la] Ex cantu et plumis volucris dinoscitur omnis.

Am Gesange erkennt man nicht, womit der Vogel gefüttert wird (o. was der Vogel gefressen).

Am Geschmack erkennt man den Wein.

Am Gesellen erkennt man den Mann.

Am Gesicht allein ist der Mensch kenntlich.

Am Gesicht erkennt man den Menschen.
z] Das Verhältnis der Seele zum Gesicht ist von den Physiognomen noch so wenig erklärt, als von den Botanikern das Verhältniss der Staubfäden zum Kelche. W. Menzel, Streckverse
bm] Kazdá tvár na jeve.
en] Face to face, the truth comes out.

Am Gesicht erkennt man den Mohren, an den Worten den Toren.

Am Gesicht erkennt man den Säufer.
fr] A la trogne on connaît l'ivrogne.

Am Gesicht erkennt man, wie ein Mensch geartet ist.
la] Ab occursu faciei cognoscitur sensatus.

Am Gesicht sieht man, was einer im Schilde führt.
bm] Hned se vydá, tvárí, co se v srdci varí.
la] Sua quemque inscribit facies.
pl] Twarz lacno wynurzy, co sie w sercu burzy.

Am Gesind kennt man den Herren.

Am Gewäsch den Gimpel, den Segler am Wimpel.

Am Geweih erkennt man den Spießer.

Am Giebel und am Dach merkt man des Wirtes Hausgemach.

am gleichen Strang (o. Strick) ziehen
en] to pull together
fr] tirersur la même corde
it] mirare al medesimo scopo
la] pari iugo niti

Am Glück ist alles gelegen.
fr] Il n'y a qu'heure et malheur en ce monde.
la] Fortuna homini plus quam consilium valet.

Am Goldbach wachsen die Freunde wie Erlen am Ufer.
Russland

Am Grab der meisten Menschen trauert, tief verschleiert, ihr ungelebtes Leben.
Oskar Jellinek

Am Grabe der Stief(Schwieger-)mutter weinen.
i] Schmerz heucheln, wo man sich freut.

Am Gräinjt gid et der Lous gât.
Siebenbürgen-Sachsen
hdt] Im Grinde geht es der Laus gut.

Am Grangd äss de Gield biesten ugelôcht.
i] Grangd = eine gute siebenbürgische Traubengattung.

Am Gregorstag geht nunmehr der Winter in das Meer.
pl] Grzegorza idzie zima do morza.

Am Gregorstage (12.3.) schwimmt das Eis ins Meer.

Am Grenzort fehlt's nicht an Diebstahl und Mord.
it] Gente di confini, o ladri, o assassini.

Am großen Kunstwerk ist Stimmungskern und Geflecht nicht zu unterscheiden; vielmehr: Das Gedankliche und das Bildliche wächst organisch aus der ganzen Stimmung heraus. Das Gefühl schafft, gebiert sich selbst seinen Körper...
Morgenstern, Von neuer Lyrik

Am Großtun erkennt man die Kleinen.

Am Gründonnerstag fliegen die Glocken nach Rom und kommen Karsamstag zurück.
Oberösterreich
i] Um die Zeit zu bezeichnen, in der nicht geläutet wird. Während derselben wurde (oder wird an einzelnen Orten noch) 'ratschen' gegangen. Das 'Ratschen gehen' ist ein Kinderfest, die Knaben ziehen herum und rufen die Stunden aus und lassen sich zum Schluss mit Eiern u. dgl. beschenken.

Am Gründonnerstag und Karfreitag Regen gibt selten Erntesegen.

Am guten Alten
In Treuen halten,
Am kräft'gen Neuen,
Sich stärken und freuen
Wird niemand gereuen.
Geibel, Spätherbstblätter

Am guten Bissen verdirbt man sich den Magen zuerst.

Am guten rat ist nichts verloren.

Am guten Tage ein gutes Werk.
fr] A bon jour bonne oeuvre.

Am guten Tage sei guter Dinge, und den bösen Tag nimm auch für gut; denn diesen schafft Gott neben jenem, dass der Mensch nicht wissen soll, was künftig ist.
Prediger Salomo, 7, 14

Am Hag sein.
i] An der Grenze seiner Kunst, seiner Gelehrsamkeit, seines Wissens.

Am Halm erkennt man noch, wie groß die Ähre war.

Am Halmen kann man sehen, was er für eine Ähre tragen werde.
z] An der Jugend, was im Alter werd auss ihr werden, denn was sich arten will, das äugelt sich bald.

Am Handel erkennt man die Ware.

Am Handel kennt (o. lernt) man den Wandel.

Am Handgriff liegt viel.

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