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Afterreden - böse (schlimme) Reden.

Afterreden erschüttern einen Weisen nicht.

Afterreden hat alle Zungen vergiftet.

Afterreden heisst in Gottes Gericht greifen.

Aftersprache und Hinterrede haben großen Schaden gemacht.

Afwäselong mot sên, sät Ülespêjel, do kitel den 'n (kitzelte er) sin Jro'smoder möt de Misjafel.

Agathe (5.2.), unsere Gottesbraut, die macht, dass Schnee und Eis wegtaut.

Agatur aliquid.
Seneca, Epistulae morales
dt] Man soll etwas tun.

Ägidi Dâg (1.9.), gud on städ, e guden Hörbsd vorsäd.
Trier

Ägidius (1.9.) Regen kommt ungelegen.

Agitator ist ein Politiker, der die Obstbäume seines Nachbars schüttelt, um die Würmer umzuquartieren.
Ambrose Bierce

Agitator: Politischer Weichmacher.

Agtreagi un Pisel, an delfal un Bussam.
Nordfriesland
hdt] Die Treppe hinaufsteigen im Pisel (d.i. dem zweiten Wohnzimmer im friesischen Wohnhause) und herunterfallen in den Stall.
i] Wer hoch hinauswill, wer aus Hochmut nach eiteln Dingen strebt, fällt schnell und schimpflich.

Ägypten ist für den, der hin will, nicht weit.

Ägyptische Finsternis.
dk] Egypti mørk.
la] Cimmeriae tenebrae.

Ah Attrapé, Musje Schwarzsauer.
i] Halt, Musje Schwarzsauer. Die Redensart findet ihre Erklärung in der Anekdote von einem französischen Soldaten, welchem von seinem deutschen Quartiergeber eine im Keller aufbewahrte Neige Schwarzsauer mit Klößen u.s.w., wohinein sich aber eine Kröte verlaufen hat, vorgesetzt wird. Während der Franzose von diesem ihm wunderbaren Gerichte speist, versucht die Kröte zu entwischen, die er aber mit dem obigen Ausruf durch den Löffel zurücktreibt. Die Redensart wird scherzhaft angewandt, um jemanden zurückzuhalten.

Ah, da bitt' ich um eine Abschrift.
i] Damit protestiert der Wiener gegen irgendeine starke Zumutung.

Ah, da legst dich nieder.
Wien
i] So heisst es bei einer Erzählung, welche die Hörer in Erstaunen versetzt.

Ah, die Natur schuf mich im Grimme!
Sie gab mir nichts als eine schöne Stimme.
Matthias Claudius, Der Esel

Ah, ihr wollt, wir sollen nur ein Gegenstand der Sinnenlust sein? Gut, so wollen wir, als Gegenstand der Sinnenlust, euch zu unseren Sklaven machen, sagen die Frauen.
Leo N. Tolstoi, Die Kreutzersonate

Ah, Pfaffen sollten beten und nicht regieren.
Luther, Tischreden

Aha, das ist ein ander Korn, sagt der Müller, hat in ein Mausbemmerl bissen.

Ahimsa (Gewaltlosigkeit) und Wahrheit sind so sehr ineinander verflochten, daß es tatsächlich unmöglich ist, diese beiden Begriffe zu entwirren und zu trennen. Auf jeden Fall ist Ahimsa das Mittel und die Wahrheit das Ziel.
Mahatma Gandhi (1869 - 1948)

Ahin ün, aher ün, in der Mitt a Loch.
Warschau
i] Etwa in dem Sinne wie unser hochdeutsches: Viel Geschrei und wenig Wolle.

Ahn hengers dank.
i] Ohne jemandes Dank, unnützerweise. Henker gehört zu den Glimpfformen unserer Sprache und steht hier als Verhüllung für Teufel. Ausdrücke und Redensarten, in denen Henker in dieser Weise vorkommt: Zum Henker! Zuem Henker au! Bîm Henker! Was Henkers au! D'r Deihenker! (Dei = Teufel.) Ei d'r Deihenker! Was Deihenkers! Pfi Deihenker! Potz Deihenker! Bîm (zuem) Deihenker! 'S Deihenkers Dank (für Teufels Dank, auch bloß Henkers Dank).
mhd] Ane dank.

Ahnen sind für den nur Nullen,
Der als Null zu ihnen tritt;
Steh als Zahl an ihrer Spitze,
Und die Nullen zählen mit.
W. Müller, Epigramme

Ahnend sagt dir ein weiblich Gemüt, was gut und was schön sei;
Doch misstraue der Frau, wenn sie mit Gründen dir kommt.
Geibel, Kleinigkeiten

Ahnenstolz und Bauernstolz sind Geschwisterkinder.

Ähnlich wie ein Quarksack dem ungemachten Käse.
v] Blaw als der himmel in einer farb. Brennt wie feuer. Brinnt wie strow. Dürr als im Sommer. Faul als ein Esel. Frässig als ein Wolff. Fortschnell als ein Hass. Glitzend als ein schmid vor Tage. Gifftig als eine Schlang. Grymmig als ein Löw. Hochfartig als ein Pfaw. Hurtig als ein Affe. Kalt wie eiss. Keusch als eine Turteltaube. Listig als ein Fuchs. Neidig als ein Hund. Rauch als der mertz. Richig als ein Beer. Sänfft als der Mey. Vnkeusch als ein Spatz. Unstät als das Wetter im Aprill. Vergleicht sich wie wyss und schwartz. Wüst als eine Saw. Zerschmilzt wie schnee.' Ferner: 'Bitterer weder ein gall. Gelber dann ein saffran. Grüner dann grass. Harter dann stein. Liechter weder die Sonn'. Rötter dann Blut. Schwärtzer dann ein kol. Süßer weder Honig. Vester dann ein maur. Vinsterer weder die nacht. Weycher dann wachs. Weisser denn schnee.

Ähnliche Qualitäten' sollten wir sagen, statt 'gleich'.
Friedr. Nietzsche

Ähnlicher als eine Feige der anderen.
i] Im Scherz von sehr ähnlichen Dingen.
la] Similior ficu.

Ähnliches wird von ähnlichem ergriffen.
Erasmus von Rotterdam, Handbüchlein eines christlichen Streiters

Ähnlichkeit ist eine objektive Kraft, die allen subjektiven Umwandlungen widersteht. Nicht Ähnlichkeit mit Analogie verwechseln.
Jean Cocteau, Hahn und Harlekin

Ähnlichkeit ist Identität der Qualitäten.
Immanuel Kant

Ähnlichkeit ist nichts anderes als Wiederkehr.

Ähnlichseherei und Gleichmacherei sind das Merkmal schwacher Augen.
Friedr. Nietzsche

Ahnung eines Übels quält oft mehr
Als Überzeugung, denn gewisses Unglück
Ist ohne Rettung, oder, früh erkannt,
Dadurch geheilt.
Shakespeare, Cymbeline, I, 7 (Imogen)

Ahnungen sind nicht ohne Bedeutung.
la] Omina sunt aliquod.
Ovid

Ahnungen sind Regungen, die Flügel des Geistes höher zu heben.
Bettina von Arnim, Tagebuch

Ahnungslosigkeit ist eine gute Waffe.

Ähre auf Ähre gibt auch Brot.

Ährenleser küren nicht (o. sind nicht kürisch).
fr] Celui ne choisit pas qui glane.

Ährensammeln und Spinnen ist nur ein klein Gewinnen.

Ai d' Åscherre komme.
Österreich-Schlesisch
i] Zu Grunde gehen.

Ai d'r Nacht sain oalle Kotza schwoarz.
Österreich-Schlesien

Ai d'r Not fresst d'r Taif'l Flîja.
Österreich-Schlesien

Ai, wor gât äss de Rât.
hdt] Ei, wie gut ist die Rut'.

Aich ware d'r de Aur'n schoaben.
Schlesien
i] Drohung, wenn jemand aus Faselei oder Zerstreuteit einen Auftrag oder eine Mittheilung falsch oder gar nicht verstanden hat.
hdt] Ich werde dir die (dicken) Ohren schaben.

Aid (Eid) ist ein end alles haders.
[RSpW]
i] Dies Sprichwort lehrt, dass der Eid das letzte Mittel sei, wodurch eine Rechtssache entschieden werden könne.

Aier (Eier) sind airen gleich.

Aigenthumb (Eigentum) ward nie frumb.

Ain armer redet mit flehen, aber ein reicher antwort stoltz.

Ain böse pfeife in ainer orgel verhöhnt das gantz werk.

Ain böses weib ist über alle böse würme.

Ain falb pferd reiten.

Ain falck (Falke) und ain wind vahren von rechter stolzkait, ain plawfukz und ain iagdhund von des pfna ... wegen, ain habich und ain rüd von zornes wegen, ain sperber und ain vogelhund von lieb wegen irer herren.

Ain geduldiger ist besser, dann ain starcker, und der seines muts Herr ist, dann der Stett gewinnet.

Ain Gottloser, der über ain arm volck regiert, das ist ein brüllender Löwe und giriger Beer.

Ain gulden ist mir lieber dann ain Freünd.

Ain gut leben nympt ain gut end.

Ain haupt von Behmer land, zway weisse ärmlin von Prafond, ain prust von Schwaben her, von Kernten zway tüttlin, ragend als ain sper, ain pauch von Oesterreich, der wär schlecht und geleich und ain Ars von pollandt, auch ein Bayrisch f. daran, und zway füszlein von dem Rein, das möcht ain schöne fraw gesein.

Ain Herr, der zu lugen lust hat, dess diener seind alle gottloss.

Ain Herrscher, der sich füllt mit Wein, dunckt andere Narren witzig sein.

Ain Künig (König), der auf dem Stul sitzet, zu richten, zerströwet alles args mit seinen augen.

Ain Künig richt das Land auf durchs Recht, ain geitziger aber verderbt es.

Ain Künig, der die Armen trewlich richtet, des Thron wirdt ewigklich bestehn.

Ain linde antwort stillet den zorn, aber ain hart wort richtet grimm an.

Ain Narr, wenn er schwige, würde auch weyse gerechnet und verstendig, wenn er das Maul hielte.

Ain Tyrann ist wie ain schürstecke.

Ain unnutzer Prelate (Prälat) ist wie ain Affe auf dem Dache.

Ain verkerter mensch richtet hader an und ain verleumder machet Fürsten unains.

Ain vnnutzer Amptman und Prelate ist wie ein Affe auff dem Dache.

Ain Waiser Künig zerströwt die gotlosen und bringet das Rad über sy.
i] Über die Bedeutung des Wortes 'König': Seinem Fürsten gab jedes Volk den Namen von der Lebensweise, die es vorzugsweise führte und wovon alle Einrichtungen des häuslichen und öffentlichen Lebens abhängen. Der indische Fürst heisst Radscha, weil er die Aufsicht über die Pflugräder, also den Ackerbau führt. Bretwald nannten die Angelsachsen denjenigen von ihren Königen, der über das Brot zu walten und Bauern zu Unterthanen hatte. Rex bedeutet einen Gerstemeister oder Getreidefürsten, Czar den Vorsteher von Wein- und Ackerbauern, das bömische Přemýsl einen Bauernkönig, König endlich das Oberhaupt einer Kuhinnung.

Ain yeder sucht seins gleichen.
fr] Chacun quiest son semblable.
ptl] Cada qual com seu igual.

Ainem seinen dreck in dz antlitz werffen.

Ainen Fuchsschwantz verkauffen.
la] Obtrudere palpum. Plautus

Ains Paternosters lang.

Ais suste går ausgeäst.
i] Klug, durchtrieben.

Ajax fiel durch Ajax' Kraft.
Schiller, Das Siegesfest

Akademie ist Akademie, Bohlheim, Berlin oder Paris, wo die satten Herren sitzen, die Zähne stochern und nicht begreifen, warum kein Koch was bereiten kann, das ihnen behage.
Goethe, an F. H. Jacobi, 21. Aug. 1774

Akazien gewähren keinen Genuss, sie sind bloß zum Zerschneiden gut.
i] Von Menschen, die zu nichts zu gebrauchen sind.

Akkordieren ist der erste Gewinn.

Akkurat scheisst kein Bauer.
i] Man soll es nicht zu genau nehmen.

Akorn und Geissmist b'hebt den Mann, wie er ist.

Akrat ist koa (kein) Pfarrer.
i] Wortspiel mit Kurat.

Aktionäre sind dumm und frech: Dumm, weil sie Aktien kaufen, und frech, weil sie Dividende haben wollen.
Carl Fürstenberg

Aktivität ist nun einmal die Mutter des Erfolgs.
Claude Adrien Helvétius, Vom Menschen

Al Bade (= Gewinn, Nutzen, Vorteil) helpt, se(de) de Düwel, as he de Botter mit de Heuforke êt. Oldenburg

Al Bade helpt, se(de) de Mügge, dô pissde se in de Jahde (in't Jahder Meer).
Oldenburg (Auch mit dem Zusatz: Harr'n saewen Möhlen van egân)

Al ken berach er hot lieb a Schwach.
Jüdisch-deutsch, Warschau
i] von schwechen = trinken. Al ken berach = er (Gott) segnete daher, heisst der Segenspruch über den Wein, welcher am Sabbattage gesagt wird. Sinn der Redensart: Er trinkt gern.

Al lachen zegt den Zot de Woarheid.
dt] Im Lachen, lachend, sagt der Narr die Wahrheit.

Al lücht de munt, dat herte endoet des nicht.
hdt] Lügt auch der Mund, das Herz tut's nicht.
la] Cor non mentitur, licet os falsissima narret.

Al tag moiss man syn notdurft han, gedenck daran und gwyn sie dan; al tag dhu hast scheir eynen last, mach dich gehast zu soichen rast.

Alabaster gibt teure Pflaster.

Alamode-Kleider, Alamode-Sinnen;
Wie sich's wandelt außen, wandelt sich's auch innen.
Logau, Fremde Tracht

Alarm schlagen.
i] Eine Warnung ausgeben, die Öffentlichkeit informieren, auch: sich aufregen über eine missglückte Sache.

Alaun für Zucker essen.
i] Einen Tadel für Lob annehmen, etwas Scharfes, Bitteres für Beweis der Güte ansehen

Albae gallinae filius.
Iuvenalis, Saturae
dt] Sohn einer weißen Henne
i] Ein Glückskind

Albern Leut dienen nicht in die Welt.

Albern und fest ist besser als schön und kraus.
i] Lob der Kindlichkeit und kindlichen Einfalt.

Albern wie eine ungemachte Wassersuppe.

Alberne Leute sagen Dummheiten, gescheite Leute machen sie.
Marie von Ebner-Eschenbach, Aphorismen

Alberne Lüe (Leute) sind ock Lüe.
Hannover
i] Beansprucht billige Rücksicht gegen Menschen mit beschränkten Geisteskräften.

Alberne, heiratsfähige Töchter, eine mühsam zu hütende Herde.

Albernheit ist eine Erholung von der Umwelt.

Albernheit verlacht man bekanntlich, und in großer Dreistigkeit steckt stets ein Zusatz von Albernheit.
Bacon, Über die Dreistigkeit

Alberts Zeit, der Ochsen Freud.
Masuren

Albinus bittet mich schier jeden Tag zu Gaste;
Warum denn komm ich nicht? Weil ich nicht gerne faste.
Gryphius, Deutsche Epigrammata, auf den Albin

Albrecht Dürern förderte ein höchst innigstes realistisches anschauen, ein liebenswürdiges menschliches Mitgefühl aller gegenwärtigen Zustände, ihm schadete eine trübe, form- und bodenlose Phantasie.
Goethe, Maximen und Reflexionen 1089

Alchemie ist eine Kunst, für die sogar der Kaiser zu arm ist.

Alchemie, Bergwerk, Vogelstellen, verderben manchen Junggesellen.

Alchemisten misten.
i] Sie verwandeln, um Gold zu gewinnen, Geld und Gut in Mist.
dk] Alemist aller Alchemist, thi for at saae gald, forsaetter han celt sit guld og gods.

Alchimisten lass vnder dein dach nit nisten.

Alchmisten Kunst ist niemand wert, er hab den Haus und Hof verzert.

Alcinoische (Tafel), d.i. schwelgerische Tage verleben.

Alde Leute sên gämlich (wunderlich).
Schlesien
i] Das mittelhochdeutsche gameclich, gemelich, althochdeutsch gamanlich hat seine alte Bedeutung: scherzhaft (gamen = Spaß) gänzlich verloren und erscheint hier im Sinne von launisch, während das seltsam umgekehrt die Bedeutung des mittelhochdeutschen sëltsame = aufallend, wunderlich, hier noch erhalten hat.

Alde Mösche (Sperlinge) fänk men net möt Kleie.
München

Aldidj krank, an nimmer duad.
Insel Amram
hdt] Immer krank und nimmer tot.

Ale neinj Jôr î (zwî) Wînjjôr.
Siebenbürgisch-sächsisch
hdt] Alle neun Jahre ein (zwei) Weinjahr(e).

Ale Sögen fickelt an'n besten.
hdt] Alte Mutterschweine ferkeln am besten.
i] Frauen, nicht zu jung, bekommen leicht und schnell nacheinander Kinder.

Alea iacta est!
dt] Der Würfel ist geworfen!
inf] Worte Caesars beim Überschreiten des Grenzflusses Rubicon, mit dem er im Januar 49 v.Chr. den Bürgerkreig gegen Pompeius begann. Der Ausspruch steht somit am Anfang der Auseinandersetzung, bezieht sich also nicht auf deren Ausgang, weshalb die oft benutzte Übersetzung 'die Würfel sind gefallen' mißverständlich ist. - Plutarch überliefert in Pompeius 60,4, daß Caesar dieses Wort in griechischer Sprache ausgerufen und damit einen Spruch des Menander zitiert habe: 'anerriphtho ho kybos.' Sueton zitiert diese Worte in seiner Biographie Caesars (Kap. 32) als 'Iacta alea est!'

Alefanz macht die Schuhe ganz.
i] Alefanz heisst soviel als List zu Gewinn, Vorteil, Eigennutz und ist mit der jetzigen Plusmacherei gleichbedeutend. Im neuern Sinne bezeichnet es Fremdartiges, Unnützes, Törichtes.

Alemtejr ist Portugals Kornkammer.

Alen gehört, was du denkst; dein eigen ist nur, was du fühlest. Soll er dein Eigentum sein, fühle den Gott, den du denkst!
Schiller, Das eigne Ideal

Aler Ligden (Leute) är Fräinjt äs Nemesti Fräinjt.

Alersch, was blase' wer nu?
i] Dieses Wort rührt von einem gar gestrengen Herrn her, der vor etwa 30 Jahren die Artillerie auf dem 'Grützmacher' exerzierte. Der wurde nach alter guter Sitte mit jedem Kommando immer 'wüthiger', und Alersch, der Stabstrompeter, musste seine Reservelunge einsetzen, um so schnell, wie der Herr Major es verlangte, mit den Signalen mitzukommen. Wie im Sturmwind brausten die Batterien über den Platz - doch halt - jetzt war Holland in Not, alle vier jagten in einer Ecke zusammen, in einer Ecke mit der fatalsten Eigenschaft, die eine Ecke haben kann, nämlich, dass es nirgends herausgeht. Dann strich der bärbeißige Herr sich den Schnurrbart und drehte sich im Sattel herum: 'Alersch, was blase' wer nu?' (er war von Geburt ein Thüringer) so donnerte er den verblüfften Stabstrompeter an. Und wo sich jemand beim Manöver festfährt oder festreitet, da heisst's noch heute: 'Alersch, was blase' wer nu?'

Ales wad än Hemel kid, äss gat.
hdt] Alles, was in den Himmel kommt, ist gut.

Aless huod en Iwergänk, hat der Fuß gesôt, da se 'm det Fiel iver de Iren zugen.
Siebenbürgen/Sachsen
i] Bezieht sich, wie Schuster bemerkt, auf eine noch nicht entdeckte Fuchssage. In der gegenwärtig bekannten Tiersage hat der Wolf das Missgeschick, worauf in dem Sprichwort angespielt wird.

Alexander (26. Feb.) und Leander (28. Feb.) suchen Märzluft miteinander.

Alexander der Große war klein zu Rosse.

Algarve ist das kleinste Königreich der Christenheit.

Algier] Wer Algier erobert, findet so viel Barschaft, damit zu bezahlen. (Ein altes Sprichwort, dessen Wahrheit am besten die Franzosen jetzt bestätigen oder widerlegen könnten)

Alibi-Funktion.
i] Wenn dadurch eine Entlastung erfolgt, von einem Strafverfahren abgesehen wird.

Alkohol ist der einzige Feind, den der Mensch wirklich lieben gelernt hat.

Alkohol ist nicht die Antwort. Hilft aber, die Frage nicht so ernst zu nehmen.

Alkohol konserviert alles, ausgenommen Würde und Geheimnisse.

Alkohol löst Zungen, aber keine Probleme.

Alkohol macht die Leute toll.
i] Sprichwort einzelner Branntweinvertilgungsgesellschaften.

Alkohol mäßig genossen schadet auch in größeren Mengen nicht.

Alkohol spricht sehr laut, sobald er den Krug verlässt.
USA

Alkohol zieht den Horizont auf den Umfang eines Bierdeckels zusammen.

Alkoholausschreitungen sind hässlich. Aber solange der Saufteufel noch eine Großmacht ist, wird nur eine geschwollene Moral einen Stein auf ein paar arme Kerle werfen, die sich in ihrer Weise einen vergnügten Tag gemacht haben.
Ossietzky, Das Erfurter Urteil

Alkoholiker haben allen Grund, auf ihre Gesundheit zu trinken.

Alkoholismus - Ursache aller modernen Krankheiten.
Gustave Flaubert

Alkoholismus: Gift und Gegengift sind identisch.

Alkoholismus: Manche Liebe wird durch den Durst gelöscht.

All (alte) Wiywer un Kinner könnt nit swiygen. Westfalen

All Abend, bevor ich zur Ruhe geh'.
Verfasser unbekannt (vor 1840), Melodie von Franz Abt

All anfang sol in Gottes namen geschehen,
Auff das es wol mach auß gehen.

All as 't fallt, säd de Jung, as de oll Frû mit'n Näsdrüppel an de Nös em frog, op he 'n Pankôken hebben wull.
Holstein
hdt] Alles wie es fällt, sagte der Junge, als die alte Frau mit dem Nasentropfen an der Nase ihn fragte, ober er einen Pfannkuchen haben will.

All bi lütjen kummt dat Gras ut'n Grund.
Oldenburg
hdt] Sie nach und nach kommt das Gras aus dem Boden.

All Bott helpt, sä de Muck, dar pisst se in de Nordsee.

All Dage is kîn Karkmess (kirmes).
Oldenburg

All das geschieht mit Arglist.
la] Dolo malo haec fiunt omnia.

All das Neigen
Von Herzen zu Herzen,
Ach, wie so eigen
Schaffet das Schmerzen!
Goethe, Rastlose Liebe

All das schwärmende Geschmeiß der 'Gebildeten', das sich am Schweiße jedes Helden - gütlich tut!
Nietzsche, Zarathustra, III, Von alten und neuen Tafeln

All de Unheil en de Welt es van Wîwer on Pâpen angestellt.

All dei Dierns kriegen een Mann,
ik möt sitten un kieken dat an.
Ik möt mien Hor in'n Nacken schlahn
un noch ein Johr as Jumfer gahn.
hdt] Alle Mädchen bekommen einen Mann,
ich muss sitzen und mir das anschauen.
Ich muss mein Haar in den Nacken stecken
Und noch ein Jahr als Junfrau gehen.

All dein Ding fang mit dem Ende an.

All dein Tun und Denken sei so beschaffen, als solltest du möglicherweise im Augenblick aus diesem Leben scheiden.
Mark Aurel, Selbstbetrachtungen

All der Wind schüttelt keinen wurmstichigen Apfel.
en] All this wind shakes no corn.

All die Dierns kriegen een Mann, ik möt sitten un kieken dat an. Ik möt mien Hor in'n Nacken schlån un noch ein Johr as Jumfer gåhn.

All diese individualistischen Rebellen werden auf die eine oder andere Weise vom Scharfsinn oder von der Schmeichelei der Reaktion gehätschelt, die sie als heroischer Verteidiger geheiligter Prinzipien ansieht. Die Reaktionäre wissen, dass die Gefahr von Veränderungen in einer Gesellschaft nicht in individualistischen Rebellionen liegt, sondern in der Organisation der Masse und einem ausgeprägten Klassenbewußtsein.
P. Neruda, Ich bekenne, ich habe gelebt

All Ding ein' Weile, aber (lang ist) nicht ewig.

All Ding geht im Gewicht, wie der Bauern Dreschflegel.

All ding haben zwei ansehen.
la] In bivio sunt omnia.
la] Vnum iter ad virtutem, alterum ad vitium.

All Ding hat ein Ende, und die Mettwurst hat zwei.

All Ding hat ein warum.

All Ding hat sein Anfang (und Gewächs).
i] An dem Fleischhause zu Nürnberg über dem Eingange liegt ein in Stein gehauener Ochs, dessen Gewicht nahe 30 Zentner beträgt und der den Fremden als Wahrzeichen gezeigt wird. Darunter steht (in lateinischer Sprache): All Ding sein Anfang und Gewächs hat, aber der Ochs in dieser Stadt, wie du ihn siehst, zu keiner Frist ein junges Kalb gewesen ist.
fr] A tout il y a commencement.
it] Ogni cosa vuol principio.
la] Omnium sub coelo rerum mensurae sunt tempus et locus.
pt] Principio querem as cousas.

All ding hat sein zeit.
ho] Alle dingen gelukken altijd niet even wel.
la] Omnia fert aetas. Virgil
pt] Cada cousa a seu tempo.
sp] Cada cosa en su tiempo y nabos en Adviento.

All Ding hat seine Ursachen, aber man weiß nicht alle.

All Ding hât sîn Manêr, awer to 't Messbrêden brukste 'ne Fork.
hdt] Alle Dinge haben ihre Manier, aber zum Mistausbreiten brauchst du eine Forke.

All Ding het sein Wetenschap, sä de Deern un pust dat Licht mit'n Achtersten ut.
hdt] Alle Dinge haben ihre Wissenschaft, sagte das Mädchen und blies das Licht mit dem Hintern aus.
ndt] All Ding hett sin Wêtenschap (Wissenschaft), seed jene lütje Dieren (kleine Dirne), un härr dat Ligt mit'n Steert utpustet (ausgeblasen).
ndt] Elk Ding hett sîn Wetenschup, sä Engelmö, do pusste se 't Lücht mit de Stert ut.
i] Zur Bezeichnung von Dünkel und Verkehrtheit. Ebenso hochdeutsch vom Mädchen, Oldenburgisch von Jan, Ostfriesisch von Engelmö oder Grôtjemö.
ho] Het is maar eene weet, zei de boer, en hij blies de kaars met zijn gat uit.

All ding inn quadrat richten.
i] In eine geschickte Ordnung bringen.
ndt] All ding int vierkant stellen.
la] In quadrum redigere.

All Ding ist nur eine Weile schön.
la] Variatio delectat.

All ding ist unbeständig.

All Ding mit Maßen, dies zu tun und das zu lassen.

All ding nach sein anfang sich richt, aus nicht entstanden wird wieder nicht.

All ding soll man zu rechter Zeit ausrichten.

All ding verkehret sich, lieb und Freundschafft am allerleichtesten.

All ding will rat vor der tat.

All ding wird mit ursach getan.

All ding zu rechter zeit aussrichten.
la] Nunc tuum ferrum in igne est.

All Ding, das sich bessert, ist gut.

All Dingen mit Maten, sä de Bûr, do drunk he 'n Mâtje Janever.
i] Er trank ein Mäßchen = 1/4 Ort Genever.
hdt] Alle Dinge mit Maßen, sagte der Bauer, da trank er ein Maß Genever.

All' durch die Bank.

All' eine Straße müssen wir; allen rauscht
Die Urn' in Umschwung: früher oder später fällt
Das Los des Schicksals, uns zum ewig ,
Währenden Bann in den Kahn zu setzen.
Horaz, Oden

All euer girrendes Herzeleid
Tut lange nicht so weh
Wie Winterkälte im dünnen Kleid,
Die bloßen Füße im Schnee.
Ada Christen, Not

All Freundschaft auch weit übertrifft
Ein fromm Weib, das nichts Böses stift't.
Rollenhagen, Froschmeuseler

All gesetz und recht sein drum geben, dass man möge in frieden leben.
la] Vt pax servetur, legis moderamen habetur.

All gôd (gut) mit, see de Maid, dô kreg se 'n Snîder (Schneider).
Ostfriesland

All gôd mit, se(de) de Maid, dô krêg se 'n Snîder.

All' gut' Ding hat ein Ende, und die Mettwurst hat zwei.

All Joar 'n Jöhr un to'n Harwst noch 'n Spoatling.
Pommern
hdt] Alle Jahre ein Kind und im Herbst noch einen Spätling.
i] Von fruchtbaren Ehegatten. Auch als scherzhafter, mit Protest zurückgewiesener Wunsch den Neuvermählten am Hochzeitstage. Von einem Ehepaar, bei dem das ungefähr eintrifft, heisst es: Se sünd as de Kanikels. Dat geiht as bî de Kanikels.

All Käuh sünd ees Kälwer west.

All Kummer is Wenst.
i] Gewohnheit macht alles leicht.

All' Lüüd (Leute) Müler to stoppen hör'n vöäl Wiegens to.
Seehausen

All' Mann 'rann, seggt de Bûr, onn hefft man êne Junge, onn densölwge hefft he söck gelege (o. on desölwge öss lahm).

All mein Lebtage!
i] Ausruf der Verwunderung und des Erstaunens.

All' Middel helpen, söä' de Düwel, aß hä de Botter met de Mestforke fratt.

All mit der Zeit kumt Jan in 't Wams un Grêt in 'n Rock.
i] Der Bauer übereilt sich mit nichts, was er tut.
en] A mouse in time may bite in two a cable.

All mit Sinnen melkt de Buer den Bullen.
i] Der Bauer übereilt sich nicht, er tut alles mit Gemächlichkeit.
ho] Alles met zinnen.

All myt Lust, wass es koist.

All na gerade kummt Jan in't Wamms un Gret in'n Rock.
hdt] So nach und nach zieht Jan sein Hemd an und Grete ihren Rock.
ho] Eindelijk komt Jan in 't wambuis en de vrouw in het warme bed.

All na grade kummt Jan int Wamms und Gesche in de Klönken.

All' Schatz gehört in das Reich.
i] Nach der Annahme, dass ursprünglich alles Eigentum der Gesamtgemeinde oder dem Könige als dem Vertreter derselben gehöre, galt dies insbesondere in Ansehung des Schatzes, der Metalle in der Erde. Der Schatz gehört nach deutschrechtlicher Auffassung dem Könige oder dem Reiche, dem alles gehört, was keinen Herrn hat; das andere der beiden Sprichwörter erklärt aber den Begriff Schatz näher. Als Schatz gilt nach dem Sachsenspiegel ein Fund erst dann, wenn er so alt ist, dass ihn von Alters wegen niemand kennt, und so tief verborgen, dass ihn die Pflugschar nicht erreicht. Außerdem ist er kein Schatz und gehört dem Besitzer des Feldes.
mhd] Alle schat horet in dat rike.
mhd] All schacz tiefer den ein phlug ge, gehoret czu der kuniglichen gewalt.
fr] Le roi applique à soi la fortune et treuve d'or.

All' Schatz tiefer, denn ein Pflug geht, gehört in das Reich. [RSpW]

All Schöndelech sind mies (hässlich); all Gütelech sind bös.
i] Von schön und gut abgeleitete Namen. Das Sprichwort will sagen, dass der Name nicht stets mit der Sache übereinstimmt; es behauptet, dass wenn jemand schön heiße, er in der Regel hässlich, und wenn er gut heiße, böse sei.

All Schritt und Tritt zu deiner Ehr' geschiht von mir, mein Gott und Herr.

All schuh über einen Leisten machen (schlagen).
la] Eundem calceum omni pedi inducunt.

All sein Datum dahin richten.
z] Wer sein datum dahin richt, dass er sich nur dem Gelt verpflicht.
z] Haben jr datum so gericht.
z] Sie schemen sich des mausens nicht, haben jr datum so gericht.
z] Von eim Tyrannen hab ich gelesen, der setzt sein datum, all sein wesen, das er nur gelt und gut möcht haben.

All sein Silber und all sein Gold ist ihm durch die Kehl' gerollt.

All sein sinn und Datum auf schlemmen und tremmen setzen.

All solch Glück ist mehr mühseliges Hinstreben zum Genießen als wirklicher Genuss.
Claudius, Ernst und Kurzweil: Von meinem Vetter an mich

All Stunden sind nicht gleich, sagt Behrwald.

All Sünd' und Laster fleuch und meid, was recht ist, thu' zu aller zeit.
la] A uitiis abstine. Age quae justa sunt.

All tag voll und übersatt, alle wochen zweymal im badt, macht endlich ein bös hoffstatt.

All to mînen Besten, säd' de Jung, dôr slögen se em den Stock up'n Puckel entzwei.

All Unglück muss ein Ende han, es kann nicht stäts auf einen schla'n.
bm] A co, vĕčnĕ bíti nebudou: nĕkdy sami ustanou.

All uns decket einmal Nacht,
Alle wir gehen einmal Pfade des Todes.
Horaz, Oden I, 28

All unser redlichstes Bemühn
Glückt nur im unbewußten Momente.
Wie möchte denn die Rose blühn,
Wenn sie der Sonne Herrlichkeit erkennte!
Goethe, Zahme Xenien II

All unser Übel kommt daher, dass wir nicht allein sein können.
Schopenhauer, Aphorismen zur Lebensweisheit

All unser Unglück kommt daher, dass wir nicht allein sein können.
La Bruyère, Charaktere

All unsere Freuden sind kurzlebig und gewähren uns ihren Zauber nur hin und wieder.
Oliver Goldsmith, Der Weltbürger

All unserem Elend, das uns berührt, das uns nach der Kehle greift, zum Trotz haben wir einen Instinkt, der uns erhebt, den wir nicht unterdrücken können.
Pascal, Gedanken

All Unzucht ist gern darbey, wo sich last finden füllerey.
la] Impletus uenter, uult luxuriari libenter.

All verloren weisheit in eyns armen manss heupt.

All Vorteil gellen, sagte der Bauer, und umfuhr den Zoll.
Oberlausitz

All wat gôd rükt (riecht), kümmt von mî, säd de Aptheker, dôr harr he in de Büx schäten.
i] Auf die, welche sich gern selbst loben und weiß brennen.

All wat gôd rükt, kümmt van mi! säd de Aphteker; dôr härr he in de Büx schäten.
hdt] Alles, was gut riecht, kommt von mir! sagte der Apotheker, da hatte er in die Hosen geschissen.

All wat ik mien Koh un mien Mann geev, sä de Buurfro, kriegt ick wedder.
hdt] Alles, was ich meiner Kuh und meinem Mann gebe, sagte die Bäuerin, kriege ich wieder.

All wîr Geld, dat 'et Wîf nig wêt.
Ostfriesland
hdt] Schon wieder Geld, von dem die Frau nichts weiß.

All wüll'n se lang löäwen(leben), awer keiner will olt war'n.

All you need is love.
dt] Alles, was du brauchst, ist Liebe.
Beatles, 1967, John Lennon und Paul McCartney

All you need is love.
dt] Alles, was du brauchst, ist Liebe.
Beatles, 1967, John Lennon und Paul McCartney

All zwanzig Jahr wird eine andere (neue) Welt.

All, was du siehst, urteile nicht; all, was du hörest, glaube nicht; all, was du weisst, sage nicht; all, was du kannst, tue nicht.

All, was ihr liebt, all was euch hold, beim Traubengold ihr preisen sollt.

Allaf Ôche, en wenn et versönk!
i] Es lebe Aachen, und wenn es versänke; eine Rede die sich vielleicht auf die vulkanische Beschaffenheit des Bodens bezieht.

Allah beschütze mich vor dem Richter und dem Doktor.
Türkei

Allah bewahre uns vor dem 'ach hätte ich gewußt'.
Afrika, Haussa

Allah fragt weder nach deiner Rasse noch nach deiner Geburt. Er wird von dir nur wissen wollen: was hast du auf Erden getan?
Iran

Allah gab den Narren Münder, nicht zum Sprechen, sondern zum Essen.
Türkei

Allah gab die Gabe jedem Dichter;
Missbraucht er sie im Wandel seiner Sünden
So seh er zu, mit Gott sich abzufinden.
Goethe, Westöstl. Divan: Buch Hafis, Nr.5

Allah gibt dem Menschen nur so viel, wie sein Herz begehrt.
Türkei

Allah hat Schlangen und Hasen und Armenier geschaffen.
Türkei

Allah helfe dir den Berg hinauf, herunter rollt man von selbst.
Jemen

Allah ist auf seiten der Schwachen, damit die Starken eine Lektion erhalten.
Libanon

Allah ist der Feind der Stolzen.
Türkei

Allah kann jemanden in einer Nacht zum Gentleman machen.
Afrika, Haussa

Allah kann mich nicht missgestalteter machen als einen Affen.
Libanon

Allah kennt das Böse nicht und lässt es deshalb auch über dem Garten des Bösen regnen.
Arabien
i] Matthäus 5, 45 ... denn er lässt es regnen über Gerechte und Ungerechte.

Allah lässt dem Recht widerfahren, der schweigt.
Iran

Allah lässt die Kokosnuss fallen, wenn niemand unter der Palme ist.
Arabien

Allah macht Schuhe mit dem Obersten nach unten.
Libanon
i] Er ist unerforschlich.

Allah sagt: 'Mein Knecht, steh auf und ich werde dir helfen, mein Knecht, schlafe und ich werde dich misshandeln.'
Libanon

Allah schafft ein Krokodil, er schafft auch ein Ichneumon.

Allah selbst wird den Hintern eines Hundes waschen.
Kanuri

Allah verabscheut drei: den hochmütigen Reichen, den protzigen Armen und den törichten Alten.
Arabien

Allah vermehrte das Wasser im Fluss, und die Zisterne empfing es.
Haussa, Afrika
i] Der Kleine profitiert vom Großen.

Allah war weise, als er der Schlange die Füße verweigerte.
Arabien

Allah zählt nicht die Tage, die wir auf der Jagd zubringen.
Arabien

Allahs 'Fluch über dich!' hat den Affenhäuptling nicht beeindruckt.
Afrika, Haussa

Allahs Segen geht voraus, und wer böse handelt, folgt ihm vergebens bis zur Erschöpfung.
Arabien

Allamân gud, man ham sallaw dâch bâst.
Amrum
hdt] Jedem gut, aber sich selbst am besten.

Allärt (tätig) wie eine Seigames (Ameise).
Bittburg

Allawei narrater (= närrischer), hat 's Büabl gsagt, fert (= gestern) is da Bummerl (= Jungstier) varreckt, heunt (= heute) der Vatter.

Allawei narrater, hat 's Büabl gsagt, fert is da Bummerl varreckt, heunt der Vatter.
hdt] Immerzu närrischer, aht der Bub gesat, gestern ist der Jungstier verreckt; heute der Vater.

Allbot helpt, säd de Mêsk un pisst an'n Strand.
i] Allbot = Kleinigkeit
var] Allbot helpt, säd' de Mügg', dor pisste se in't Haf (o. in de Emse).
var] Allbot helpt, säd Matz Hast, un söp'n Näsdröppel vör Döst.
var] Allbot helpt, säd Michel un pisst in die Eider.
var] Allbot helpt, sae Jürgen, dô nêm he noch en.
var] Allbot helpt, segt das Müsken un pisst in'n Rin.
var] Allbot helpt, segt dat Migemken (= Ameise) un pisst in de See.
var] Alle Bade (= Gewinn, Nutzen, Vorteil) halpt, sait sjü Miir, an do passet sjü un Sia. Nordfriesland
hdt] Jeder Beitrag, jede Gabe, jeder Zuschuss hilft, sagt die Ameise, und so pisst sie in die See.
var] Alle Bate (= Gewinn, Nutzen, Vorteil) helpet, sagte der Duiwel, da fratt'n de Bûeter met der Mistfoerk. Westfalen (Dieses Sprichwort gehört zu den vielen (apologischen) Sprichwörtern, denen ein Erfahrungsfall angehängt ist, welcher wie ein spöttisch wedelndes Schwänzchen der darin eingeschlossenen Moral in die Augen schlägt und sie ironisch vernichtet)
var] Alle Bate helpet, seg(de) de Sueg, un frêt en Mügge.
ho] Alle baat helpt, de zog hapt maar de mug.
ho] Alle baat helpt, zei de bagijn, en zij roeide met eene naald.
ho] Alle baat helpt, zei de bagijn, en all roerde hare pap met eene naald.
var] Alle Bate helpet, segde de Moie (= Mücke), un mêg (= pisste) in den Rîn (in de Ems).
var] Alle Bate helpet, segde de Mügge und mêg in den Rin. Paderborn (Auch: Do pissede ze in'en Rheïn)
ho] Alle baat helpt, zei de muis, en zij waterde in de zee.
var] Alle Bate helpet. (Auch eine Kleinigkeit nützt, hat ihren Wert)
var] Alle Bate helpt, säd' de Schêper, un pisst in'n Strann'n.
var] Alle Bate helpt, säd' Metj Hart, un sôp en Näsdröpel vôr Döst.
var] Alle Bate helpt, säd Michel, un pisst in de Eider.

Allbot helpt, säd' de Mügg', dor pisste se in't Haf (o. in de Emse).

Allbot helpt, säd Matz Hast, un söp'n Näsdröppel vör Döst (Nasentropfen gegen den Durst).

Allbot helpt, säd Michel un pisst in die Eider.

Allbot helpt, sae Jürgen, dô nêm he noch en.

Allbot helpt, segt das Müsken un pisst in'n Rin.

Allbot helpt, segt dat Migemken (= Ameise) un pisst in de See.

Allbot helpt.
i] Allbot = Gewinn, Nutzen, Vorteil, Beitrag, Gabe, Zuschuss.

Allbott helpt, harr de Mügg' seggt, harr in d' Ja' pisst.
Oldenburg

Alldagsrock nährt, Sünndagsrock fehrt.
Lübeck

Alle (alte) Mühlen un Fiskedujke maket keinen Biurn rujke.
Soest

Alle (Tage) sind immer Eßtage, nicht alle sind Erwerbstage.
Estland

Alle Aage'blicke andere Geseere.
hdt] Alle Augenblicke eine andere Plage.

Alle aber leben doch nur vom gesprochenen Wort. Die erzählte Anekdote unterscheidet sich von der geschriebenen wie ein schaukelnder Falter vom aufgespießten unter Glas.
S. v. Radecks

Alle Abstraktion ist anthropomorphes Zerdenken.
Oswald Spengler, Urfragen. Fragmente aus dem Nachlass

Alle achtzehn (nämlich Augen) werfen.
i] Vom Würfelspiel entlehnt. Von denen, welchen es besonders glücklich geht. Die Griechen sagten: Achilles hat sechs Würfel geworfen. Lat.: Jecit Achilles dues terreras et quatuor. Von denen, die einen besonders guten Griff getan haben, die das Glück besonders begünstigte, sagte man, sie hätten einen 'Midaswurf getan': Wer einen Midaswurf getan, darf um Rat nicht bange han. Lat.: Midas in tesseris consultor optimus.

Alle Acker geben Zehent.
[RSpW]
i] Stellt die Zehntpflicht als allgemein hin, nur ausnahmsweise konnte es zehntfreies Feld geben.
z] Ale Aecker gebent Zehent, es sei denn, dass einer wisse, womit er sich der Zehentpflicht erwehren könne. Grimm, Weisthümer
mhd] Alle eckere geben zehenden.

Alle allgemeinen Regeln über und Vorschritten für den Menschen sind deswegen nicht ausreichend, weil sie von der falschen Voraussetzung einer ganz oder ziemlich gleichen Beschaffenheit der Menschen ausgehn, welche die Philosophie des Helvetius sogar ausdrücklich aufstellte: während die ursprüngliche Verschiedenheit der Individuen im Intellektuellen und Moralischen unermesslich ist.
Schopenhauer, Neue Paralipomena

Alle alten Frauen neigen zur Völlerei.
Honoré de Balzac (1799-1850), Gesetzbuch für anständige Menschen

Alle Ämter sind schmierig, ausgenommen das des Lichtziehers, das ist fettig.
ho] Alle officiën zijn smerig, behalve dat van Kaarsen niaker, dat 's vettig.

Alle Ämter sind schmierig, sagte des Küsters Weib, und stahl eine Kerze.
ndt] Alle Aemter sünt smerig.
ho] Is het ambt smerig, elk een vlamt er op.
ho] Alle officiën smerig, zei de kosters wrouw, tom zij een eindje kaars nit de kerk krug.
ho] Ik heb een honorabel en profitabel officie, zei wolfert, en hij bediende de schop en bezem plants als substituut.
la] Quodlibet officium lucri pinguedine crassum.

Alle andere Übungen geben dem Gemüt irgendein besondres Geschick, aber setzen ihm dafür auch eine besondere Grenze; die ästhetische allein führt zum Unbegrenzten.
Schiller, Ästhetische Erziehung

Alle anderen Dinge müssen; der Mensch ist das Wesen, welches will.
Schiller, Über das Erabene

Alle anderen Enttäuschungen sind gering im Vergleich zu denen, die wir an uns selbst erleben.
M. von Ebner-Eschenbach, Aphorismen

Alle anderen guten und nutzbaren Eigenschaften des Menschen haben einen Preis, sich gegen andere, die ebensoviel Nutzen schaffen, austauschen zu lassen; das Talent einen Marktpreis, denn der Landes- oder Gutsherr kann einen solchen Menschen auf allerlei Art brauchen; - das Temperament einen Affetionspreis; man kann sich mit ihm gut unterhalten, er ist ein angenehmer Gesellschafter; - aber - der Charakter hat einen inneren Wert und ist über allen Preis erhaben.
Kant, Anthropologie

Alle Angelegenheiten, die sich auf breiter Basis entfalten und auslösen sollen, brauchen viel Zeit.
Arnold Zweig

Alle Anhäufungen enden mit Vernichtung. Alle Erhebungen mit Herabstürzen; Verbindung endet mit Trennung, das Leben mit dem Tode.
Alles Entstandene endet mit Vergehen, allem Geborenen ist der Tod gewiss; nicht daurend ist in dieser Welt das Bewegliche wie das Unbewegliche.
Mahâbhârata

Alle Anker lichten.
i] Bei einer schweren Fahrt das Äußerste versuchen.
la] Omnem rudentem movere

Alle Anregung ist ein Aufwühlen des inneren Herzgrund, und das Unkraut muss untergepflügt werden, dass es die Wahrheit muss düngen...
Bettina von Arnim (1785-1859), Die Günderode

Alle Arbeiten kann man beenden, nur den Arsch eines Kindes kann man nicht sauber wischen, diese Arbeit ist endlos.
Estland

Alle Arbeiter sind Brüder, und ihr fester Bund ist die einzige Gewähr für das Wohl und das Glück der ganzen Werktätigen und unterdrückten Menschheit.
Lenin, Der erste Mai

Alle Argumente sind nur Variationen eines ersten festgefaßten Meinungs-Thema, deswegen unsere Vorfahren so weislich gesagt haben: mit einem, der deine Prinzipien leugnet, streite nicht.
Goethe, An K. F. Bachmann, 2.2.1822

Alle Armen sind freigebig.
Arabien

Alle Arten, sein Brot zu verdienen, sind einem ehrlichen Manne gleich anständig; Holz spalten oder am Ruder des Staates sitzen. Es kommt seinem Gewissen nicht darauf an, wieviel er nützt, sondern wieviel er nützen wollte.
Lessing, Brief an Friedrich Nicolai, 29. 11. 1756

Alle Arzneien der Welt sind nicht ausreichend für ihre Gifte.
Arabien

Alle Äste am Baum können ja nicht der Gipfel sein.
Estland

Alle auf das Recht anderer Menschen bezogene Handlungen, deren Maxime sich nicht mit der Publizität verträgt, sind unrecht.
Kant

Alle Aufklärung ist nie Zweck, sondern immer Mittel, wird sie jenes, so ist's Zeichen, dass sie aufgehört hat, dieses zu sein.
Johann Gottfried Herder, Journal meiner Reise im Jahr 1769

Alle Auflehnung gegen die Natur, gegen die Seinsbedingungen ist unfruchtbar und krankhaft.
Sully Prudhomme, Intimes Tagebuch

Alle äußeren Güter haben eine Grenze und sind gewissermaßen ein Werkzeug, das zu etwas nützlich ist. Ein Übermaß daran muss den Besitzern schaden oder mindestens keinen Vorteil bringen; von den seelischen Gütern dagegen bringt jedes, in je höherem Grade es vorhanden ist, um so mehr Nutzen, wenn man bei diesen überhaupt außer von ihrer Schönheit auch noch von ihrem Nutzen sprechen soll.
Aristoteles, Politik

Alle Autodidakten leiden an Einseitigkeit und Überschätzung.
Karl Julius Weber, Democritos

Alle Bade halpt, sait sjü Miir, an do passet sjü un Sia (pisste sie in den See).
Nordfriesland

Alle Balken in der Scheune gehören zu der Scheune.
i] Der Zubehör bleibt bei der Hauptsache.
mhd] Alle palcken in der schun gehorn czu der schun.

Alle Bande binden nicht gleich fest.
[RSpW]
i] Bezieht sich auf die bei unseren Vorfahren bei Eingehung eines Vertrages angewandten äußeren Zeichen und Bestärkungsmittel. Als solche Urkunde der Willenseinigung diente z.B. das gleichzeitige Tasten in einen Hut, oder die Übergabe von Hut oder Handschuh. Die einfachste und passendste Form zur Bekundung des erzielten Einverständnisses war überall der Handschlag. Das Zusammentreffen des beiderseitigen Willens ward durch Zusammenfügen der Hände ausgedrückt.
ho] Alle banden binden niet even vast.

Alle Bankerte sind der Herrschaft.
[RSpW]
i] Sie müssen dem Herren dienen. Bankert = Auf der Bank, nicht im Ehebett gezeugtes, also uneheliches Kind.

Alle Bate batt, sach de Mügge, da hadde se in 'n Rhin episset.
Grafsch. Mark

Alle Bate helpet, sagte der Duiwel, da fratt'n de Bûeter met der Mistfoerk.

Alle Bate helpet, segde de Moie (Mücke), un mêg (pisste) in den Rîn (in de Ems).

Alle Bate helpet, segde de Mügge und mêg in den Rin.
Paderborn (Auch: Do pissede ze in'en Rheïn)

Alle Bate helpet, segde de Sueg, un frêt en Mügge.

Alle Bate helpet.
i] Auch eine Kleinigkeit nützt, hat ihren Wert.

Alle Bate helpt, säd' de Schêper, un pisst in'n Strann'n.

Alle Bate helpt, säd' Metj Hart, un sôp en Näsdröpel vôr Döst.

Alle Bate helpt, säd Michel, un pisst in de Eider.

Alle Bauern sind klug, alle Herren hochmütig.
Estland

Alle Bäume haben gespreizte Äste, (aber) nicht alle taugen zur Heugabel.
Estland

Alle Bäume im Wald werden ja nicht auf einmal gefällt.
Estland

Alle Bäume wachsen nicht gleichzeitig bis zum Himmel.
Estland

Alle Bäume werden ja nicht gleichzeitig gefällt.
Estland

Alle bedeutenden Menschen, die in ihrer Lebensweise eine gewisse Regelmäßigkeit und feste Grundsätze besitzen, die viel nachgedacht haben und mit den Angelegenheiten des Lebens kein Spiel treiben, können sehr leicht in den Augen oberflächlicher Beobachter als Pedanten erscheinen.
Goethe, Eckermann, 3.2.1830

Alle Begierden, alle lasterhaffte Neigungen unserer Hertzen ... werden durch Handel und Wandel nicht nur unterhalten, sondern mehr und mehr gereitzet und gestärcket.
Gottsched, Der Biedermann

Alle beißen den gebissenen Hund.
Schottland

Alle Bekehrungsversuche, wenn sie nicht gelingen, machen denjenigen, den man zum Proselyten ausersah, starr und verstockt.
Goethe, Dichtung und Wahrheit III,14

Alle Beklagte henkt man nicht.

Alle Beleidigungen, gnädigster Herr, kommen vom Herzen.
en] All offences, my lord, come from the heart.
Shakespeare, König Heinrich V. IV, 8

Alle Berufe sind Verschwörungen gegen die Laien.
Shaw, Der Arzt am Scheidewege, 1 (Sir Patrick)

Alle beschiedenen Dinge brechen gemeine Dinge.
[RSpw]
i] Das engere Recht kommt dem weitern gegenüber zur Anwendung.
altfries] All beschaidne dinge prechen gemeine dinge.

Alle Beschränkung beglückt.
Arthur Schopenhauer, Aphorismen zur Lebensweisheit

Alle besonderen Erlebnisse, mitreißenden Erfahrungen und wichtigen Lebensvorgänge des Menschen bleiben nicht ohne Einfluss auf sein Seelenleben, seine Vorstellungen und sein Bewußtsein.
Thälmann, an Irma, vermutlich 1934

Alle Bettjes (Bisschen) bate, sêi de Beginn (Nonne, Betschwester), da pisste sei in de Rhinn.
Kleve

Alle Bettler versöhnen sich um den hölzernen Suppennapf.
Goethe, Rameaus Neffe

Alle Beziehungen müssen eine gewöhnliche Grundlage haben. In der Ehe erreicht man sie auf physischem Wege - nicht durch den physischen Akt, sondern einfach durch den inneren Frieden und die Sicherheit, die die Berührung vermittelt.
Anne Morrow Lindbergh, Verschlossene Räume, offene Türen

Alle bisher aufgetauchten Lehren und Schulen der Sozialisten, von Saint-Simon bis Proudhon,... sind armselig, das ist das erste Lallen, das ist ein Buchstabieren, das sind die Therapeuten und Essäer des Alten Orients. Aber wer sieht nicht, wer spürt nicht mit dem Herzen den ungeheuren Gehalt, der durch die einseitigen Versuche hindurchleuchtet, oder wer wird denn Kinder bestrafen, weil das Zahnen nicht ganz glatt geht oder weil die Zähne schief wachsen?
Herzen, Memoiren und Reflexionen. Die russische Druckerei und 'Die GLocke'

Alle bisherige schriftlich überlieferte Geschichte ist die Geschichte von Klassenkämpfen, die Aufeinanderfolge von Herrschaft und Sieg der einen Gesellschaftsklassen über die anderen. Und das wird so lange weitergehen, bis die Grundlagen des Klassenkampfes und der Klassenherrschaft verschwinden: das Privateigentum und die ungeregelte gesellschaftliche Produktion.
Lenin, Friedrich Engels

Alle bisherigen Revolutionen liefen hinaus auf die Verdrängung einer bestimmten Klassenherrschaft durch eine andere; alle bisherigen herrschenden Klassen waren aber nur kleine Minoritäten gegenüber der beherrschten Volksmasse. Eine herrschende Minorität wurde so gestürzt, eine andere Minorität ergriff an ihrer Stelle das Staatsruder und modelte die Staatseinrichtungen nach ihren Interessen um.
Engels, Einleitung zu 'Die Klassenkämpfe in Frankreich', 1895

Alle Blumen in der Welt kannst du nicht pflücken.
Rußland

Alle Blüten müssen vergehn, dass Früchte beglücken,
Blüten und Frucht zugleich gebet ihr, Musen, allein.
Goethe, Vierjahreszeiten, Herbst 48

Alle Boate halpt, zei de Muis (Maus) en he pisste in de Zee.
Flandern

Alle bösen Menschen sind Wassertrinker.
Le Comte de Ségur, Chanson

Alle Bösen werden gefreit, alle Zornigen werden (weg)gebracht, die Kranken bringt niemand weg.
Estland

Alle bösen Wetter klaren auf am (o. gegen den) Abend.

Alle Bosheit ist ein Scherz gegen eines Weibes Bosheit.

Alle brauchbaren Menschen sollen in Bezug untereinander stehen, wie sich der Bauherr nach dem Architekten und dieser nach Maurer und Zimmermann umsieht.
Goethe, WanderjahreIII,9

Alle Bräute sind schön, alle Verstorbenen sind fromm.
Jiddisch

Alle Brücken im Lande Polen, die Mönch in Böhmen unverholen, das Kriegsvolk aus Mittagsland, die Nonnen in Schwaben wohlbekannt, der Spanier und Wenden Treu', der Preußen Glaub' und harte Reu', der Franzosen Beständigkeit und der Deutschen Nüchternheit sammt der Walen Andacht sind einer Bohne wert geacht't.

Alle Bücher bekennen es: Die erste der Tugenden ist kindliche Liebe und Rechtschaffenheit.
China

Alle Buckligen verachten jeden ohne Buckel; alle krummen Nasen rümpfen sich verächtlich, wenn sie einer geraden begegnen.
Daudet, Tartarin in den Alpen

Alle Buhler sind mit einem Narren besteckt (o. behaftet).
mhd] Alle bolers sint mit einem narren besteken.
la] Omnis amans docto corpus sine pectore gestat.

Alle Bülow sind ehrlich.
i] Der rühmliche Nachhall der Vorzeit ist ein großer Sporn der Nacheiferung für die künftigen Geschlechter. Wie mächtig muss auf einen jungen Bülow dies Sprichwort wirken, und kann sein Wert wohl durch den ältesten Stammbaum aufgewogen werden?

Alle Bündnisse erfordern Gleichheit, nicht eben der Größe, aber des Zwecks; ihr Grund ist redliches Vertrauen auf gemeinsamen Willen.
Joh. v. Müller (Nach Gelzer: Worte der Wahrheit)

Alle Charaktere sind aus denselben Elementen zusammengesetzt, nur die Proportionen machen den Unterschied aus.
Théodore Jouffroy, Das grüne Heft

Alle charmanten Leute sind verwöhnt. Darin liegt das Geheimnis ihrer Anziehungskraft.
Oscar Wilde

Alle Chinesen sehen gleich aus.
USA

Alle Christen müssen befürchten, eines Tages aus Christi eigenem Munde die Worte zu vernehmen: 'Ich habe Hunger gehabt, und du hast mir nichts zu essen gegeben'
Simone Weil

Alle Christen sollen Brüder sein.
ndt] Alle Christen Lüde schölen alle Bröder wasen. Schleswig
dk] Allae cristnae maens kolae brothaer waernae.

Alle Dâg andersch on am Sinndag sûre Komst.
Wehlau
i] Auf die Frage: wie heisst du?

Alle Darstellung der Form ohne Farbe ist symbolisch, die Farbe allein macht das Kunstwerk wahr, nähert es der Wirklichkeit.
Goethe, Schriften z. Kunst - Diderots Versuch ü. d. Malerei

Alle Darstellung der Vergangenheit ist ein Trauerspiel im eigentlichen Sinn - Alle Darstellung des Kommenden - des Zukünftigen - ein Lustspiel.
Novalis, Poeticismen

Alle das Neigen
Von Herzen zu Herzen,
Ach, wie so eigen
Schaffet das Schmerzen!
Goethe, Rastlose Liebe

Alle deine Versprechungen sind leere Worte.
en] All your swans are geese.

Alle denken gewiss, in kurzen Tages zur Heimat
Wiederzukehren, so pflegt sich stets der Vertriebne zu schmeicheln...
Goethe, Hermann und Dorothea 7. Gesang Vs 85

Alle Denkvorgänge unseres Geistes sind Vergleiche.
Saint-Simon, Sokrates an seine Schüler

Alle Deutschen (d. i. Herren) sind reich, alle Bauern arm.
Estland

Alle Dichtung ist zeitlos, weil das Wesen der Dinge zeitlos ist.
Heinrich Waggerl, Wagrainer Bilderbuch

Alle die falsch Urteil finden, soll der Teufel ewig binden.
z] Und die falsche orteil vinden sol dir tewfil ewig binden.
i] Die alten Rechtsbücher sprachen sehr scharf gegen ungerechte Richter, seien sie es nun aus Rechtsunkenntnis oder Fahrlässigkeit, oder was am schlimmsten, aus Käuflichkeit und mit Vorbedacht.
z] Sein Urteil fällt auf ihn zurück und er wird aller Teufel Geselle.
z] Rossdiebe und Kuhdiebe erschlägt man an Hundesstatt, und dasselbe Ende gehört einem schlechten Richter.

Alle die glauben, man könne eine Idee an die Wand stellen, vermochten doch nicht zu verhindern, dass fern von allen Lügenfabriken und Pressehöllen sich langsam die Schönheit einer weiten menschenfreundlichen Organisation bildete, welche zum erstenmal auf dieser Erde die Erneuerer Russlands zu verwirklichen versucht haben.
Henri Barbusse (1873-1935), Der Schimmer im Abgrund

Alle die Grausamen werden geheiratet, alle Elenden fortgetragen, aber niemand übernimmt den Kranken.
Estland

Alle die 'Komforts' unsrer so bedürfnislosen Zeit verderben die Luft.
Hesse, an Wiegand, 6. 2. 1929

Alle die Lippen, die für uns beten,
Alle die Herzen, die wir zertreten,
Tröste und stütze sie, ewiger Gott.
Körner, Bundeslied vor der Schlacht

Alle die Lüste und Späße der Erfinder und Entdecker, die Triumphgefühle der Befreier müssen von unserm Theater gelehrt werden.
Brecht, Politik auf dem Theater

Alle die unleugbaren Mängel, die einen jeden von der Vollkommenheit ablenken, sollen ausgeglichen werden durch den Begriff der Gottheit, die sich, in der Mitte der Zeiten, in die menschliche Natur herabgesenkt, um ihr früheres Ebenbild vollkommen wiederherzustellen.
Goethe, Dichtung und Wahrheit III, 14

Alle diejenigen, die so schnell mit Ratgeben bei der Hand sind, kennen die Wichtigkeit und Schwierigkeit des Amtes nicht, dem sie sich unterziehen, und diejenigen, die sein Gewicht genug einsehen, scheuen sich, es zu verwalten, eben weil sie fühlen, wie schwer und selbst wie gefährlich es ist.
Kleist, an C. E. Martini, 18. 3. 1799

Alle Dienste, die eines Feindes Hand uns erweist, haben keinen Wert und verpflichten uns zu nichts.
Molière, Don Juan

Alle Dienstleute gehören mutterhalb.
mhd] De denstmanne horen al na moderhawen.

Alle diese Aus- und Widersprüche sind sämtlich einzelne Seiten des Wahren und bezeichnen zusammen das Wesen und führen zur Annäherung der Wahrheit selber.
Eckermann, Gespräche mit Goethe, 31. 10. 1835

Alle diese Märchen hatten in den Zeiten, in denen sie entstanden, ihre tiefen sozialen Wurzeln. Sie trösteten den Menschen, der an Unkenntnis litt, sie waren Ausdruck seines Suchens und seines Entdeckens, sie drängten ihn vorwärts, waren sein Schutz, waren Ausdruck seines Erfassens und allmählichen Beherrschens der Welt.
Fucik, Über Kinderliteratur

Alle diese vortrefflichen Menschen, zu denen Sie nun ein angenehmes Verhältnis haben, das ist es, was ich eine Heimat nenne, zu der man immer gerne wieder zurückkehrt.
Goethe, Eckermann, 3.11.1823

Alle diese Widersprüche, die mich von der Erkenntnis der Religion am weitesten zu entfernen schienen, haben mich gerade am raschesten zu der wahrhaftigen geführt.
Pascal, Gedanken

Alle diese Zeiten sind dahin, was folgt, wird auch dahin gehen: der Körper wird wie ein Kleid zerreißen, aber Ich, das wohlbekannte Ich, Ich bin.
Goethe, Lehrjahre VI - Bekenntnisse einer schönen Seele

Alle ding ein weil.
ho] Alles dinghes een wile.
la] Stant modica puncta mundana negocia cuncta.

Alle ding haben ihr zeit und ziel, und gehen vor sich, wie Gott will.

Alle Ding hat sein Zeit und ort.

Alle ding hat sein zeit, wann es aufgehen und fallen soll.
fr] Tout passe, tout casse, tout lasse.
la] Omnium rerum vicissitudo est. Terenz

Alle Ding mit Maßen soll man tun und lassen.

Alle ding mit sinnen.

Alle Ding sind Gift und nichts ohn Gift. Allein die Dosis macht, dass ein Ding kein Gift ist.
Paracelsus, Septem Defensiones

Alle Ding sind Gott möglich, aber ein Ding ist ihm unmöglich, dass er ein demütiges Herz soll verdammen.
z] Haben unsere Vorfahren pflegen zu sagen.

Alle ding sind gut, darnach man tracht, so derjenig gut ist, der sie hat und recht gebraucht.
dk] Aldting er, som man ind bilder sig det.

Alle ding sind möglich dem, der da glaubt.

Alle ding sind ursach.

Alle Ding sind wandelbar.
la] Omnium rerum vicissitudo.
Ludwig der Fromme

Alle ding sind, wie derjenig ist, der sie hat.

Alle Ding stehen in einer Wegscheiden.

Alle Ding werden (von tag zu tag) ärger.

Alle ding wollen ein anfang haben.
dk] Alting maa have en begyndelse.

Alle ding zu bedenken, ehe sie geschehen.
la] Antequam incipias consulto.
la] Mature consulto opus facto.

Alle Dinge ändern sich.
dk] Alting er allene bestandig i ubestandighed.

Alle Dinge ärgern dich, und die Katze bricht dir das Herz.
Schottland
i] Du lässt dich von Kleinigkeiten aus der Fassung bringen.

Alle Dinge behagen des Popen Augen und des Pfaffen Magen.
Polen

Alle Dinge brechen, weil sie schwach, der Mensch allein, weil er (sich) zu stark (glaubt).
Türkei

Alle Dinge denken ist nicht menschlich.
i] Ein Mensch kann nicht alles wissen, auch der Richter ist nicht Allmann (Allmensch).

Alle Dinge der Vergangenheit starben gestern, alle Dinge der Zukunft wurden heute geboren.
China

Alle Dinge haben ein paar Ursachen.
Goethe, Götz A I, Im Bischöflichen Palast, Speisesaal
Liebetraut

Alle Dinge haben ihr Ende!
ho] Alle ding heeft een einde, behalve God.

Alle Dinge haben ihr Geheimnis, und die Poesie ist das Geheimnis, das alle Dinge haben.
Federico Garcia Lorca, Über Dichtung und Theater

Alle Dinge haben ihre Zeit, auch die guten.
Michel Eyquem de Montaigne, Die Essais

Alle Dinge haben ihren Handgriff.
ho] Alle dingen hebben een handvatsel, en de koekepan een' steel.

Alle Dinge haben zwei Seiten.
ho] Alle dingen hebben twe handvatsels.

Alle Dinge in der Welt haben ihre Ursache.
Herder, Briefe zu Beförderung der Humanität

Alle Dinge kann kein lebender Mann.

Alle Dinge kann man doppelt betrachten: als Faktum und als Geheimnis.

Alle Dinge lassen sich sagen.
ho] Alle dinc leet hem segghen.
la] Quaevis res seculi de se fort plurima dici.

Alle Dinge mit Bedacht.
dk] Alting met betænksomhed.

Alle Dinge mit Maßen, das eine soll man tun, das andere nicht lassen.
ndt] All Ding mit Maten, dat êne soll man dôn, dat ander nig laten.
ho] Al ding met maten, mag men doen en laten (of: die dat kan, 't zal baten).

Alle Dinge mit Maten, sä de Snîder, do ho he sîn Wîf mit de Ellstock.
hdt] Alle Dinge mit Maßen, sagte der Schneider, und schlug seine Frau mit der Elle.

Alle Dinge mit Willen, so gibt's keinen Krieg.

Alle Dinge sind des Reiches.
[RSpW]
i] Spricht den Gedanken aus, dass ursprünglich alles Eigentum der großen Gesamtgemeinde (Volk) gehörte und erst im Laufe der Zeit in den Besitz einzelner überging.
mhd] Alle ding (res) sind des riches.

Alle Dinge sind doppelt, alle Dinge enstehen durch die Begegnung der Gegensätze.
Paul La Cour

Alle Dinge sind gut, hat die Liebste kein gelb Haar, so hat sie einen gelben Hut.
Holland
bm] Ne ten milý, kdo krásný; ale ten krásný, kdo milý.

Alle Dinge sind schwierig, ehe sie leicht sind.
England

Alle Dinge sollen gemein, wie Luft und Sonnenschein.

Alle Dinge sollen sein in des Mannes Gewalt.
[RSpw]
i] Der Ehemann erschien von Anbeginn der Ehe als der natürliche Vormund seiner Frau und hatte deshalb auch die gesammte Verwaltung des Vermögens in seiner Hand.

Alle Dinge sollen sein in des Mannes Hand.
mhd] Alle dinck sullen sin in dez mannes hant.

Alle Dinge verkehren sich, außer das Weite in den Hosen, das bleibt immer oben, und der Kuhschwanz bleibt immer vor der Tür.
dk] Alting forkeerer sig uden viide ende af hosen, den bliver altid øverst.

Alle Dinge werden billiger, wenn sie sich vermehren, außer dem Verstand.
Arabien

Alle Dinge, die über Maß und Ziel gehen, sind von kurzer Dauer.
Boccaccio, Decamerone

Alle Disharmonie ist Unwahrheit.
Bettina von Arnim, Tagebuch

Alle Doag is kên Jahrmarkt.
Strelitz
hdt] Alle Tage ist kein Jahrmarkt.

Alle Döhntjes mutt m' nich utsingen.
hdt] Alle Lieder muss man nicht zu Ende singen.
i] Döhntjes = Dichterische Erzählung, Fabel, Märchen, Lied. Vom mittelhochdeutschen Ton, Melodie. - Nicht alles sagen, was man weiß.

Alle Doktores haben das Mittelstück.

Alle dramatischen Arbeiten (und vielleicht Lustspiel und Farce zuerst) sollten rhythmisch sein, und man würde alsdann eher sehen, wer was machen kann.
Goethe, An Schiller, 25.11.1797

Alle drei habt ihr erkannt, dass das Glück aus der Arbeit und der gern erfüllten Pflicht gegenüber den Mitmenschen erwächst.
Pelin, Was ist Glück?

Alle dummen Laffen schulmeistern gern die Pfaffen.

Alle echte Kunst ist immer mit etwas Heimlichem oder Geheimem verbunden.
Urzidil, Das Elefantenblatt

Alle Edelleute sind Vettern und alle Schliffel Gevattern.
i] Schliffel = Lümmel, Grobiane.
fr] Tous gentilshommes sont cousins et tous vilains son compères.

Alle Ehemänner haben es nötig, zum heiligen Werdebesser zu gehen.
Frankreich

Alle Ehemänner sind hässlich.
Charles de Secondat, Baron de la Brède et de Montesquieu, Meine Gedanken

Alle Ehepaare der Welt sind schlecht verheiratet...
Fernando Pessoa, Das Buch der Unruhe des Hilfsbuchhalters Bernardo Soares

Alle Ehre beruht zuletzt auf Nützlichkeitsrücksichten.
Schopenhauer, Aphorismen zur Lebensweisheit

Alle Eide kann man nicht halten.
i] Nicht alle guten Vorsätze. Von erzwungenen Eiden oder solchen, die ein unsittliches Verhältnis oder Versprechen bekräftigen. Die Prüfung solcher Eide war Sache der geistlichen Gerichtsbarkeit, die nach Umständen davon entbinden konnte.

Alle Eier in ein Nest legen.
fr] Mettre tous ses oeufs dans an même panier.

Alle Eindrücke sind polar, unterscheiden etwas im Gegensatz zu etwas anderem.
Oswald Spengler, Urfragen. Fragmente aus dem Nachlass

Alle Eintracht hängt ab von der Einheit in den Willenskräften.
Dante Alighieri, Über die Monarchie

Alle Einwohner werden unter ein Recht gehalten.
[RSpW]
i] Die streitenden Parteien haben vor dem Richter gleiche Rechte.

Alle Empfindungen, die wir beherrschen, sind rechtmäßig, alle, die uns beherrschen, sind verbrecherisch.
Jean-Jacques Rousseau, Emile

Alle Empiriker streben nach der Idee und können sie in der Mannigfaltigkeit nicht entdecken, alle Theoretiker suchen sie im Mannigfaltigen und können sie darinne nicht auffinden. Beide jedoch finden sich im Leben, in der Tat, in der Kunst zusammen, und das ist so oft gesagt, wenige aber verstehen, es zu nutzen.
Goethe, Maximen und Reflexionen 803, 804

Alle Engländer sind als solche ohne eigentliche Reflexion, die Zerstreuung und der Parteigeist lassen sie zu keiner ruhigen Ausbildung kommen. Aber sie sind groß als praktische Menschen.
Goethe, Eckermann, 24.2.1825

Alle Enttäuschungen sind gering im Vergleich zu denen, die wir an uns selbst erleben.
Marie von Ebner-Eschenbach, Aphorismen

Alle Entwicklung ist bis jetzt nichts weiter als ein Taumeln von einem Irrtum in den anderen.
Henrik lbsen

Alle Epochen der Welt- und Menschengeschichte, in denen der Glaube herrscht waren glänzend, herzerhebend und fruchtbar für Mitund Nachwelt, während die Perioden des Unglaubens ein kümmerliches Dasein fristeten.
Goethe

Alle Epochen, in welchen der Glaube herrscht, unter welcher Gestalt er auch wolle, sind glänzend, herzerhebend und fruchtbar für Mitwelt und Nachwelt. Alle Epochen dagegen, in welchen der Unglaube, in welcher Form es sei, einen kümmerlichen Sieg behauptet, und wenn sie auch einen Augenblick mit einem Scheinglanze prahlen sollten, verschwinden vor der Nachwelt, weil sich niemand gern mit Erkennis des Unfruchtbaren abquälen mag.
Goethe, Divan, Noten und Abhandlungen - Israel

Alle Erbinnen sind schön.
England

Alle Erblehen sind unsterblich.

Alle Ereignisse sind in dieser besten aller möglichen Welten ineinander verkettet.
Voltaire, Candide oder Die beste der Welten

Alle Erfindungen gehören dem Zufall zu, die eine näher, die andre weiter vom Ende.
Georg Christoph Lichtenberg, Sudelbücher

Alle erfolgreichen Schmöker der letzten Jahrhunderte und aller Länder haben den Sieger über das Leben zum Thema - die Ritter, die wilden Räuber, die Seehelden, den Detektiv, den großen Verbrecher... es sind alles Leute, die kühner, größer, ungebärdiger als die Leser sind, solche, die das tun, was er gern tun möchte, aber nicht tun darf.
Tucholsky, Rudolf Herzog - ein deutscher Mann

Alle erhabnen Leidenschaften haben ihre süßen Tränen.
Pananti

Alle Erinnerung ist Gegenwart.
Novalis, Poeticismen

Alle Eroberer sind einander irgendwo ähnlich in ihren Plänen, in ihrem Geist und Charakter.
Joseph Joubert, Gedanken, Versuche und Maximen

Alle Erscheinungen des Lebens lassen sich auf eine einzige wesentliche zurückführen: auf die Entwicklung der Erkenntnis- und der Arbeitstechnik, auf das Sammeln von Erfahrungen, die notwendig sind für den Aufbau einer neuen Welt.
Maxim Gorki (1868-1936), Über verantwortungslose Menschen und über das Kinderbuch unserer Zeit

Alle erschöpften Menschen verlieren nicht die Fähigkeit, sich im höchsten Grade zu erregen, aber die Erregung hält nicht lange vor, und es stellt sich danach eine große Apathie ein.
Tschechow, an A. S. Suworin, 30. 12. 1888

Alle Erziehung ist nur Handreichung zur Selbsterziehung.
Eduard Spranger

Alle Erziehung, ja alle geistige Beeinflussung beruht vornehmlich auf Bestärken und Schwächen. Man kann niemanden zu etwas bringen, der nicht schon dunkel auf dem Wege dahin ist und niemanden von etwas abbringen, der nicht schon geneigt ist, sich ihm zu entfremden.
Christian Morgenstern, Stufen

Alle eure Stützen sind zu schwach, wenn euer Staat die Tendenz nach der Erde behält. Aber knüpft ihn durch eine höhere Sehnsucht an die Höhen des Himmels, gebt ihm eine Beziehung aufs Weltall, dann habt ihr eine nie ermüdende Feder in ihm und werdet eure Bemühungen, reichlich belohnt sehn.
Novalis, Die Christenheit oder Europa

Alle Faulen loben dieses Land, wo man nicht zu arbeiten braucht.
Estland

Alle fehlen wir darin alltäglich, dass wir Wohltaten und Freundlichkeiten aufschlucken wie ein sandiger Boden das Wasser. Das Bestreben, uns dankbar zu erweisen, ist keine Triebkraft in unserem gewöhnlichen Leben.
Albert Schweitzer, Straßburger Predigten 1900-1919, 27. Juli 1919

Alle Fehler nämlich sind, offen zu Tage, weniger wirksam: Auch Krankheiten neigen dann zur Gesundung, wenn sie aus dem Verborgenen hervorbrechen und ihre Kraft deutlich machen.
Lucius Annaeus Seneca, Briefe über Ethik

Alle Fehler, die den Frauen vorwerfen könnte, sind das Werk der Männer, der Gesellschaft und vor allem einer falsch verstandenen Erziehung.
Melchior Grimm, Über die Frauen

Alle finanz macht die schuh ganz.

Alle Finger lang.
Nürtingen

Alle Fische im Meere stehen Gott zu gebot.

Alle Fische schnellen den Schwanz, selbst das Alte Weib (Name eines Fisches).
Surinam
i] Auch der Unbedeutendste sucht sich geltend zu machen. Oder ironisch: Der auch! Der wird's Kraut fett machen.

Alle Flinke laufen sich zu Tode, alle Faule tragen sich zu Tode.

Alle Flügel tragen nicht in die gleiche Höhe.
Estland

Alle Flüsse fließen ins Meer, das Meer wird nicht voll. Zu dem Ort, wo die Flüsse entspringen, kehren sie zurück, um wieder zu entspringen.
Altes Testament, Kohelet 1, 7

Alle Flüsse laufen ins Meer, und doch ist das Meer nicht voll.
China

Alle Flüsse laufen ins Meer.
Prediger Salomo 1, 7
fr] Les rivières retournent à la mer.
ho] Alle rivieren lopen in die see.
la] Ad mare declivus omnis currit cito rivus.

Alle Formen der Herrschaft ist dies gemeinsam: jede besitzt mehr Macht als die gegebenen Bedingungen es erfordern.
Buber

Alle Formen des Stils sind gut, wenn man sie nur geschmackvoll anwendet, es gibt eine Menge Ausdrücke, die Fehler bei den einen, Schönheiten bei den andern sind.
Joubert, Gedanken und Maximen

Alle Frachten lichten (o. leichtern), sagte der Schiffer, da warf er seine Frau über Bord.
ndt] Alle Frachten lichten, seggt dei Schipper, da schmêt hei sîn Fru äwer Bürd.
Mecklenburg
ho] Alle beetjes helpen en alle vrachtjes ligten, zei de schipper, en hij smeet zijne vrouw over boord.

Alle Fragen sind frei.

Alle Frauen heißen Eva.

Alle Frauen lieben die Geister, die in jungen Körpern wohnen, und Seelen, die schöne Augen haben.
Joseph Joubert, Gedanken, Versuche und Maximen

Alle Frauen müssen mit dem Tod kämpfen, um ihre Kinder zu behalten.
Wilde, Eine Frau ohne Bedeutung

Alle Frauen sind Evas Töchter.
dk] Alle mandfolk ere Adams sönner og quindfolk Evæ døttre.

Alle Frauen sind furchtsam. Und es ist ein Glück, dass sie es sind, denn wer möchte sich sonst mit ihnen einlassen?
Honore de Balzac, Die Physiologie der Ehe

Alle Frauen sind gut zu etwas oder nichts.
England

Alle Frauen sind gute Lutheraner, denn sie möchten lieber predigen als der Messe zuhören.
Dänemark

Alle Frauen sind voller Klugheit, vor allem wenn es darum geht, ihre Schwäche zu übertreiben.
Francis M. de Picabia, Aphorismen

Alle Frauen und Katzen sind schwarz in der Dunkelheit.
Bosnien

Alle Frauen, anständig oder nicht, verkaufen sich. Wenn ein Mann Zeit hat, kauft er die Frau, die seine Liebe begehrt, durch eifrige Bewerbung; wenn er es eilig hat..., bedient er sich der Geschenke und sogar des Goldes.
Casanova, Neunundneunzig Abenteuer

Alle Freier sind reich, alle Gefangenen arm.
Estland

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