Weisheiten 496

Der Edelstein liegt dort, wo alle Augen sich hinwenden.

Der Edelwein am Rhein muss aller König sein.
la] Vinum rhenense decus est et gloria mensae.

Der Edle hat Angst um andere,
Der Gemeine um sich selber.
Pal Ernst, Ein Weltbild in Sprüchen

Der Edle ist auf Rechtlichkeit, der gemeine Mann auf Vorteil bedacht.
Konfuzius

Der Edle leidet an seinen Mängeln, nicht an mangelnder Anerkennung.
Konfuzius

Der Edle liebt bedachte Rede und beherztes Tun.
China

Der edle Mensch beschneidet, wo zuviel ist, damit er es dort hinzufügen kann, wo zu wenig ist. Er wägt die Dinge ab und verteilt sie gerecht.

Der edle Mensch erhebt nicht Menschen wegen ihrer Worte, noch verwirft er Worte wegen Menschen.
Konfizius

Der edle Mensch hat die Tugend im Sinn, der niedrig Gesinnte Besitz, der edle Mensch hat die Satzungen im Sinn, der niedrig Gesinnte Vergünstigungen.
Konfuzius, Gespräche

Der edle Mensch hilft seinen Mitmenschen, das Gute in ihnen zur Reife zu bringen, nicht aber das Schlechte. Der niedrig Gesinnte tut das Gegenteil.
Konfuzius, Gespräche

Der edle Mensch ist der Ehre würdig, ohne sich um Würden zu streiten, er ist gesellig, ohne einem Klüngel anzuhängen.
Konfuzius, Gespräche

Der edle Mensch ist festen Sinnes, doch eigensinnig ist er nicht.
Konfuzius, Gespräche

Der edle Mensch ist frei von Betrübnis und frei von Furcht.
Konfuzius, Gespräche

Der edle Mensch ist gemächlich mit Worten aber schnell mit Taten.

Der edle Mensch ist kein Instrument, das nur einer einzigen Verrichtung dient.

Der edle Mensch ist kein Werkzeug für die Zwecke anderer.

Der edle Mensch ist seinem Herrscher zu Diensten, indem er sich gewissenhaft müht, ihn auf den rechten Weg zu führen, und sein Wille dient einzig der Menschlichkeit.

Der edle Mensch ist zu großmütig, um stolz zu sein. Der gemeine Mensch ist zu stolz, um großmütig zu sein.

Der edle Mensch kann sich in Momenten vernachlässigen, der vornehme nie.
Goethe, Lehrjahre V,16

Der edle Mensch kümmert sich am meisten um Weisheit und Freundschaft. Davon ist diese ein vergängliches, jene ein unvergängliches Gut.
Epikur, Vatikanische Spruchsammlung

Der edle Mensch lässt sich mit einem Edelstein vergleichen: man muss ihn schleifen, um seine wahren Qualitäten hervorzuholen.

Der edle Mensch offenbart die höchste Tugend, indem er alle Dinge bereitwillig annimmt.

Der edle Mensch schämt sich, wenn seine Worte seine Taten übertreffen.

Der edle Mensch scheut keine Mühe, das Leben anderer zu erleichtern. Der gemeine Mensch versucht, sich sein Leben leicht zu machen und lädt anderen alle Mühen auf.

Der edle Mensch sieht nur auf den inneren Wert, der gewöhnliche nur auf das Ansehen.
Konfuzius

Der edle Mensch strebt nach Harmonie, aber er biedert sich nicht an, der Niedriggesinnte biedert sich an, aber er strebt nicht nach Harmonie.
Konfuzius, Gespräche

Der edle Mensch sucht nach Gründen in sich selbst, der niedrig Gesinnte sucht sie in anderen.
Konfuzius, Gespräche

Der edle Mensch verkörpert den Weg der Mitte, der gemeine Mann handelt dem Weg der Mitte zuwider.

Der edle Mensch verlangt alles von sich selbst; der Gemeine verlangt alles von anderen.

Der edle Mensch will Gerechtigkeit, der gewöhnliche Gunst.
Konfuzius

Der Edle schämt sich großer Worte, so tut er mehr, als er zu sagen pflegt.
Konfuzius, Gespräche

Der Edle sieht bei einer Gabe auf die Gesinnung des Gebers, nicht auf den Wert der Gabe.
Plutarch, Denksprüche von Königen

Der Edle strebt beim Essen nicht nach Sattsein und in der Wohnung nicht nach Prunk.
Konfuzius

Der Edle wählt nur langsam seine Worte, doch schnell ist er, wenn es zum Handeln kommt.
Konfuzius, Gespräche

Der edle wein erfrischet das Herz, macht freuden viel und lustigen scherz.

Der edle Wein vom Rhein ist guter Mahlzeit Schein.

Der Edle zürnt nicht lange.

Der Edlen Art ist edle Tat.
Frauenlob, Sprüche

Der Efeu stirbt, wo er sich festhält.
fr] Le lierre meurt où il s'attache.

Der Egel hat zwo Töchter: Bring her, bring her!
la] Sanguisugae duae sunt filiae dicentes: affer, affer!

Der Egel lässt nicht ab, er sei denn Blutes voll.

Der Egel lässt nicht von der Haut, bis er berstet.

Der Eggenstaub und Winterfrost machen die Bauern wohlgetrost.

Der Egoismus alter Jungfern ist schrecklich. Er will sich an der ganzen Umwelt für die Leere ihrer vereisten Herzen rächen.
Herzen, Mein Leben

Der Egoismus besteht darin, sein Glück auf Kosten anderer zu machen.
Fliegende Blätter

Der Egoismus denkt nicht daran, etwas aufzuopfern, sich etwas zu vergeben, er entscheidet: Was ich brauche, muss ich haben und will ich mir verschaffen.
Max Stirner, Der Einzige und sein Eigentum

Der Egoismus der Frauen besteht etwa darin, dass wir ihnen immerwährend von uns selbst erzählen müssen.
Fliegende Blätter

Der Egoismus glücklicher Menschen ist leichtsinnig, seiner selbst unbewusst. Der Egoismus unglücklicher Menschen ist verbissen, bitter und von seinem Recht zu bestehen überzeugt.
Marie von Ebner-Eschenbach, Aphorismen

Der Egoismus ist der Motor der Welt.
Rolland, Jugenderinnerungen

Der Egoismus ist eine Droge, die es bestimmten Menschen ermöglicht, mit sich selbst auszukommen.
Unbekannt

Der Egoismus ist etwas Spätes und immer noch Seltenes: die Herden-Gefühle sind mächtiger und älter! Zum Beispiel noch immer schätzt sich der Mensch so hoch, als die andern ihn schätzen (Eitelkeit). Noch immer will er gleiche Rechte mit den anderen und hat ein Wohlgefühl bei dem Gedanken daran.
Nietzsche, Nachlaß (Unschuld des Werdens)

Der Egoismus lenkt alle unsere Taten.
August Strindberg, Der Sohn der Magd

Der Egoismus treibt stets sein Spiel mit dem Menschen.
Tschernyschewski, Was tun?

Der Ego-Shooter ist die Vollendung der abendländischen Metaphysik.
Alexander Eilers

Der Ehebrecher steigt im dunckeln zum Fenster ein.

Der Ehebruch im Herzen ist' doch wohl ebenso große Sünde wie ein Ehebruch mit besseren Voraussetzungen.
Diderot, Unterhaltung eines Philosophen mit der Marschallin von C.

Der Ehebruch ist nur dann eine Missetat, wenn er Diebstahl ist; aber was einem geschenkt wird, das stiehlt man nicht.
Voltaire (1694-1778), Philosophisches Wörterbuch

Der Ehebruch kann nur mit der Ehe selbst verschwinden.
Simone de Beauvoir, Das andere Geschlecht

Der Ehelieb Magd und Hoff Jungfrau ist trübniss und leid.

Der Ehemann darf keiner einzigen Freundin seiner Frau trauen.
Honoré de Balzac, Physiologie der Ehe

Der Ehemann der Hure ist ein elender Wicht, nach seinem eigenen Zeugnis.

Der Ehemann ist keine Blume, mit der du dein Haupt schmückst.
Libanon
i] Er kann nicht bei dir sitzen, sondern muss zur Arbeit

Der Ehemann ist seiner Frau ausgeliefert auf Geweih und Verderb.
Alexander Roda Roda

Der Ehemann sollte bei allem Tadeln und Befehlen an seine Frau vorzüglich bedenken, dass ihr - da sie sich untergeordnet und unterwürfig dem Recht oder der Gewalt fühlt, alles viel härter vorkommt.
Jean Paul, Gedanken

Der Ehemann wird zu Lebzeiten maßlos verdächtigt und nach seinem Tode maßlos bewundert.
Fliegende Blätter

Der Ehepartner, der seinen Willen durchsetzt, liebt nicht.
Fliegende Blätter

Der Ehestand der heiligst orden, sintemal er alle anderen Orden in sich hat.
dä] Egteskab er en hellig orden, hvoraf de andre komme.

Der Ehestand hat einen güldenen Boden.

Der Ehestand hat viele Kinder: Reue, Zwietracht, Armut, Eifersucht, Krankheit, Trübsal, Ekel.
Jonathan Swift (1667-1745), Gedanken über verschiedene Gegenstände

Der Ehestand hat vier andere Orden in sich: das Kussjahr der Benediktiner, den Predigerorden (Gardinenpredigten), den Orden der Teutsch-Herren, wenn der Mann zum Schwert greift, den Barfüsserorden, wenn man dem Weib kein Geld gibt.

Der Ehestand ist der echte Jesuiter-Orden, in welchem Jesus der Abt ist.

Der Ehestand ist der heiligste Orden.

Der Ehestand ist ein Hühnerhaus, Der eine will hinein, der andre will hinaus (o. heraus).

Der ehestand ist ein rechter und heiliger Creutzorden.

Der ehestand ist eine hohe schul dess Menschlichen lebens, darinn niemand alles kan rein ausslernen.

Der Ehestand ist eine Prozession, wo immer das Kreuz vorangeht.
ndt] Der Ehstand is a Prozession, wo allm' 's Kreuz vorangeht.

Der Ehestand ist Gold, der Papisten Geistlicher eheloser Stand ist Dreck.

Der ehestand ist Gottes werkzeug.

Der Ehestand ist Himmel oder Hölle.
dä] Egteskab er himmerige og helvede, ligesom man skikker sig deri til.

Der Ehestand ist kein Schleck, drum geh hinein als Schneck.
ho] De echtestaat heeft veel in en geeft veel uit.

Der Ehestand ist nicht genug Artznei für Hurerei und unzucht, sonst würde es nicht so viel Ehbruch geben.

Der Ehestand kommt von des Schicksals Hand,
Das Horn wächst von Natur.
Shakespeare, Ende gut, alles gut (Narr)

Der ehestand nährt und mehrt, der weltliche wehrt, der geistliche lehrt.

Der Ehestandt fängt in den Flitterwochen an.
z] Hernach tretten die Eheleut in sechss Mönchorden, da jmmer einer härter ist, als der ander, vorharren eine kurtze Zeit in der Benediktiner Orden, in welchem alles recht und wol zugehet, treten aber bald in der Prediger Orden, da einer dem anderen saget, was ihm nicht gefallet, und lisst ihm die Epistel länger als ihm lieb ist. Von diesem wenden sie sich zu der Barfoter Orden, in welchem trawren und Weheklagen die beste Freude ist. Auss diesem begeben sie sich zu den Peitschbrüdern, da man sich mit Ruten häuwet. Von denen wandern sie in der Carthäuser Kloster, da man maulen, stillschweigen, von Tisch und Bett sich absondern thut. Theatrum Diabolorum

Der Ehestandt ist ein beschert Ding.

Der Eheteufel findet statt schon seit Asmodi's Übeltat.

Der Ehre Leiter hat keine eiserne Sprossen.

Der Ehre Saat
Gedeiht weit minder durch der Ahnen Tat
Als eignen Wert.
en] Honours thrive
When rather from our acts we them derive,
Than our foregoers.
Shakespeare, Ende gut, alles gut, II, 3 (König)

Der Ehre Schlepp'
Ist länger als ihr Vorderkleid.
en] Honour's train
Is longer than his foeskirt.
Shakespeare, König Heinrich VIII. II,3

Der Ehre
Gedanke herrscht allein in aller Brust.
en] Honour's thought
Reigns solely in the breast of every man.
Shakespeare, König Heinrich V. II, Prolog

Der Ehre
Stoff ist freilich ein so zarter,
dass ein Blick sie schon erschüttert,
dass ein Lufthauch sie bemakelt.
Calderón de la Barca, Das Leben ein Traum

Der Ehren sein.
i] So viel Ehre haben. Keiner von ihnen war der Ehren, d.i. hatte so viel Ehre, das Glas zu bieten.

Der Ehrenmann hierzulande ist nicht der, welcher rechtschaffen handelt, sondern der, welcher schöne Dinge sagt.
Jean-Jacques Rousseau, Julie oder Die neue Héloïse (Saint-Preux)

Der Ehrgeiz dieses Cäsar
(So angeschwollen, dass er fast zersprengte
Den Bau der Welt) warf ohne Schein und Vorwand
Dies Joch auf uns.
en] Caesar's ambition,
Which swelled so much that it did almost stretch
The sides o'th' world, against all colour here
Did put the yoke upon 's.
Shakespeare, Cymbelin III,1

Der Ehrgeiz erfordert in hohem Maße Mut, Umsicht und Vermögen, muss sich gegen tausend Gefahren und Widerstände behaupten und ist in einem Menschenalter zu selten erfolgreich, um allgemein bemerkt zu werden.
Jonathan Swift (1667-1745), The Examiner

Der Ehrgeiz ergreift die kleinen Seelen leichter als die großen, so wie das Feuer leichter Stroh ergreift, leichter die Hütten als die Paläste.
Chamfort, Maximes et pensées

Der Ehrgeiz gleicht der Galle, einem Saft des menschlichen Körpers, der den Menschen tätig, beharrlich, wach und rührig macht, solange seine Ausgänge nicht verstopft sind. Ist das aber der Fall und hat sie nicht den notwendigen Abfluss, so wird sie brandig und dadurch bösartig und giftig.
Francis Bacon (1561-1626), Über den Ehrgeiz

Der Ehrgeiz ist der größte aller Schmeichler.
La Rochefoucauld, Maximes

Der Ehrgeiz ist unerbittlich, und jedes Verdienst, das ihm nicht dient, gilt als verächtlich in seinen Augen.
Joseph Joubert, Gedanken, Versuche und Maximen

Der Ehrgeiz ist's, stets einem Gipfel zuzustreben.
Verhaeren, Les Flammes hautes: La Via ardente

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