Weisheiten 493

Der Dieb findet den Kelch so leicht wie der Glöckner.
Schweden

Der Dieb findet so leicht, wie der Glöckner den Kelch.
i] Gegen die Ausrede der Diebe, das gestohlene Gut gefunden zu haben

Der Dieb freut sich über die Nacht.

Der Dieb geht nicht einer Rübe wegen in den Garten.
Estland

Der Dieb geht vor und der Henker folgt bei einer Hinrichtung.
i] So sagte ein Witzling, als ein Jurist und ein Arzt sich über die Oberstelle oder den Rang stritten, er meinte, der erste bringe die Leute um ihr Gut, der andere um das Leben.

Der Dieb hält jeden Busch für einen Büttel.

Der Dieb hält sicher nichts von dem Baum, daran er hängen soll.

Der Dieb hat Angst um sein Haus und der Ehebrecher um seine Frau.
Arabien

Der Dieb hat das Herz eines Hasen; er schläft und hat auch dabei noch Angst.

Der Dieb hat die Zähne immer am Haken (d.i. er hungert).
Estland

Der Dieb hat ein einträglich Geschäft, aber es ist gefährlich für seinen Kopf.
en] Thieves and rogues have the best luck, if they do but escape hanging.

Der Dieb hat einen Weg, der Verfolger neun.
Estland

Der Dieb hat eines Diebes Glück.
Estland

Der Dieb hat große Schritte.
Estland

Der Dieb hat immer des Diebes Lohn.
Estland

Der Dieb hat kurze Spuren.
Estland

Der Dieb hat lange Finger.
Estland

Der Dieb hinterläßt einen Pflock in der Mauer, das Feuer nur Asche.
Estland
i] Der Dieb hinterläßt stets ein deutlich sichtbares Merkmal seiner Tat, deutlicher als selbst die vom Feuer übrigbleibende Asche.

Der Dieb hinterläßt Spuren.
Estland

Der Dieb im großen wird geehrt, im kleinen er gar schimpflich fährt.

Der Dieb in der Ferne muss einen Fuß in der Nähe haben.
China

Der Dieb in die Tasche, der Schelm in den Sack.
Litauen

Der Dieb ist am sichersten unter der Mauer der Burg.
Iran

Der Dieb ist des Faulen Putzfrau.
Estland

Der Dieb ist des Lügners ältester Sohn.
Estland

Der Dieb ist einer, und verdächtigt werden tausend.

Der Dieb ist einig mit dem Dieb.
Estland

Der Dieb ist immer arm.
Estland

Der Dieb ist König über den Reichtum der anderen.
Hindi, Indien

Der Dieb ist über den Arzt, wenn er aus einem Hause fortgeht, weiß er, was den Leuten fehlt.

Der Dieb kann die Schlüssel verbergen.

Der Dieb kennt sein Diebswerkzeug.

Der Dieb klagt dem Henker seine Not.

Der Dieb lässt das Stehlen nicht.
i] Alte Gewohnheiten behält man

Der Dieb läßt den Pflock in der Wand, das Feuer läßt auch den nicht.
Estland

Der Dieb läßt ja seinen Pflug nicht zurück.
Estland

Der Dieb leidet immer Mangel.
Estland

Der Dieb mag lügen, der Diebstahl nicht.
Türkei

Der Dieb meint, es sei jeder so ehrlich wie er.
ho] De dief meent, dat ze allen zijn als hij.

Der Dieb meint, sie (o. es) stehlen alle.
v] Was ich selber tu', trau ich anderen zu.
dä] Han holder ingen tyv, men stjæler selv.
dä] Tyv tænker Hvermand stjæler.
en] A thief believes every one also a thief.
fr] Il est a vis au renard que chacun mange poule comme lui.
fr] Le larron pense que tous soient de sa condition.
it] Pensa il ladrone che tutti siano sua condizione.
la] Ut tute es, item omnes censes esse.
sp] Piensa el ladrón que todos son de su condición.

Der Dieb nimmt nur etwas, aber die Flammen nehmen alles zusammen.
Polen

Der Dieb preist sich immer als ehrlichen Menschen an.
Estland

Der Dieb schaut auf den Wagen, die Augen streicheln das Pferd.
Estland

Der Dieb schleicht zum Haus wie ein alter Freund; der Schelm kommt zum Haus, keine Glocke um den Hals.
Estland

Der Dieb schwatzt nicht über seinen Helfershelfer.
Jabo, Afrika

Der Dieb schwört bis zur letzten Sprosse.
Estland

Der Dieb selbst, der zum Einbruch geht, zu Gott noch um Gelingen fleht.
Jüdisch

Der Dieb sieht nicht gern einen anderen einen Korb tragen.
Surinam
i] Hinter dem Strauche, hinter welchem man selber gesteckt hat, sucht man auch andere. Oder: Wer auf krummen Wegen geht, sieht nicht gern, dass ein anderer ihm ins Gehege kommt

Der Dieb sieht wohl das Kalb, aber er denkt nicht an die Knute, die ihm aus dessen Fell erwächst.
Moskau

Der Dieb stiehlt hinter dem Dieb, der große Gott lacht von oben.
Estland

Der Dieb stiehlt immer hinter sich.
Estland

Der Dieb stiehlt so lange, bis er an den Galgen kommt.
fr] Tant prend le larron qu'on le pend.

Der Dieb stiehlt solange, bis das Maß voll wird.

Der Dieb stiehlt solange, bis der Halfterstrick (d.i. das Maß) voll wird.
Estland

Der Dieb sucht Schutz unter der Decke der Nacht.
Estland

Der Dieb und der Bestohlene kommen beide in die Hölle.
Jemen
i] Denn auch der Bestohlene war nachlässig

Der Dieb und der Giftmischer stammen aus demselben Mutterleibe.
Kikuju (Kenia)

Der Dieb und der Lügner wohnen unter einem Dach.

Der Dieb verschlingt immer des anderen Blutmühe (d. i. die Arbeit).
Estland

Der Dieb wünscht nichts mehr als eine dunkle Nacht.
Armenien
it] La notte è amica de ladri, e degl' amanti.

Der Dieb zieht dem Dieb die Haut nicht ab.
Estland

Der Diebe Ende fällt Zuchthaus und Galgen in die Hände.

Der Diebsbann ist ein geschriebener Spruch, der an gefährdeten Stellen angebracht oder in der Tasche getragen wird. Der Dieb bleibt gebannt, bis er gelöst wird durch den Sprecher.

Der Diebsteufel ist ein arger Schelm.

Der Diener des Teufels tut mehr, als von ihm verlangt wird.
Frankreich

Der Diener Ehre, der Herren Ehre.
fr] Au serviteur le morceau d'honneur.
fr] En l'onnour dou seignor gaaignent li serjent.

Der Diener eines Mannes kann ein Jahr leben, der Sklave einer Frau stirbt binnen sechs Monaten.
Hindustan

Der diener kan und soll nit besser haben, dann sein herr.

Der Diener muss leiden viel, der großen Herrn nicht heucheln will.

Der Diener seufzt am Morgen, der Waise bei Tagesanbruch.
Estland

Der diener treu und redlichkeit ist eines haus und lands grundfest.

Der Diener, der seinen Herrn nachäfft, wird fortgejagt.
sp] De burlas, ni de veras, con tu amo no parlas peras.

Der dienet der Gemein, dessen Lohn ist klein.

Der Dienst auf dem Gute macht nicht eigen.
mhd] Der dynst, der uff deme gute liet, macht eynen nicht eygen.

Der Dienst gibt uns Schwung,
und wir altern nicht.
Wladimir Majakowski, Die Wanze

Der Dienst, den Gott fordert, ist der Dienst des Herzens, und der ist stets einheitlich, wenn er aufrichtig ist.
Jean-Jacques Rousseau, Emile (Glaubensbekenntnis)

Der Dienstag ist der fleißigste Tag.

Der Dienstmann heißt eigen an der Schrift.
mhd] Alle dienstmann die heizent eigen an der schrift.

Der Dienstweg ist die Verbindung der Sackgasse mit dem Holzweg.
Unbekannt

Der dient der gemein, dessen lohn ist klein.

Der dient übel, welcher nicht ausdient.

Der dient, und der gelt gibt, heben mit einander zugleich auff.

Der Dilettant scheut allemal das Gründliche, überspringt die Erlernung notwendiger Kenntnisse, um zur Ausübung zu gelangen, verwechselt die Kunst mit dem Stoff.
Goethe, Schriften zur Literatur - Über den Dilettantismus

Der Dilettant verhält sich zur Kunst wie der Pfuscher zum Handwerk.
Goethe, Über den sogenannten Dilettantismus

Der Dilettant will mehr, als zehn Künstler können.

Der Dilettantismus folgt der Neigung der Zeit.
Goethe, Schriften zur Literatur - Über den Dilettantismus

Der Dilettantismus negiert den Meister. Die Meisterschaft gilt für Egoismus.
Goethe, Riemer, Juli 1810

Der Dinge erhalten des Leibes Räder: Venus, Wein und Bäder.

Der Dinge Recht bricht Landrecht.
[RSpW]
i] Beratungen und Beschlüsse der gesetzgebenden Macht

Der Dingsda vun Dingskerche.
Rheinpfalz
i] Wenn jemand Personen- und Ortsnamen nicht zu bezeichnen weiß, oder nicht nennen will.

Der Diplomat ist ein Mensch, der zweimal denkt, bevor er - nichts sagt.
Unbekannt

Der dir das Bad schenkt, wird mich zum Diener desselben machen.
Türkei

Der dir entsprossen ist, lehrt dich Vernunft.
Hebräisch

Der Dirnen Keuschheit gilt nur im Dunkeln, aber nicht bei Lichte.
Russland

Der d'lescht lieft (lebt), krit de Bâmbesch.

Der do vorhoret, so wert ere aws. 15. Jh.
hdt] Wer ausharrt, kommt eher zum Ende.

Der Doag fêt sich.
Siebenbürgen/Sachsen
hdt] Der Tag fängt sich, es wird Tag.
sinnverwandt] Der Doag enzangt (entzündet) sich. De Hunne krên schi lang (die Hähne krähen schon lange). Der Hemelswôgen stît af der Teisselt (der Himmelswagen steht auf der Deichsel). Der Doagstärn is erauskun (der Tagstern ist herausgekommen). Em hîrt de Millen nemi klappern (man hört die Mühlen nicht mehr klappern). Em hîrt det Wier nemi rauschen.

Der Docht nährt sich vom Öl, solange er darin schwimmt, taucht er aber darin unter, so löscht er aus.
Arabien

Der Doge von Venedig ist Ratsherr auf dem Rathause, König in seinem Palaste und ein Gefangener in der Stadt.
i] Erklärt sich aus der Geschichte und Verfassung der ehemaligen Republik Venedig.

Der Dogmatismus ist ein Polster zum Einschlafen und das Ende aller Belebung, die gerade das Wohltätige der Philosophie ist.
Kant

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