Weisheiten 491

Der Deutsche (d.i. der Herr) will ein Geschenk, das Rad Schmiere.
Estland

Der Deutsche (der Herr) beisst vom Überfluss ab, der Bettler beisst vom Hunger ab.
Estland

Der Deutsche (der Herr) fährt mit dem Schlitten, der Bauer mit dem Bauernschlitten, ich mit einem armseligen Rodelschlitten, von hinten komme ich, nach vorn gehe ich.
Estland

Der Deutsche (der Herr) hat hundert Bäuche und tausend Münder.
Estland

Der Deutsche (der Herr) hat tausend Nöte.
Estland

Der Deutsche (der Herr) prügelt, der Deutsche zahlt.
Estland

Der Deutsche (der Herr) rügt des Bettlers Mundvoll, der Bettler des Deutschen (d. i. des Herrn) Mahlzeit.
Estland

Der Deutsche (der Herr) soll ein einziges Auge und auch dieses im Arsch haben.
Estland

Der Deutsche (der Herr) war des Bauern Teufel und der Pastor sein Gott.
Estland

Der Deutsche (der Herr) will ein Geschenk, das Rad Schmiere.
Estland

Der Deutsche allzu höchst in Kunst und Wissen stellt,
Hier, was er nicht versteht, dort, was ihm nicht gefällt.
Grillparzer, Epigramme: Wir Deutschen

Der Deutsche bezahlt und der Ungar regiert.
i] Ein seit 1866 in Österreich entstandenes Sprichwort, welches die Bevorzugung der Ungarn den Deutschen gegenüber bitter charakterisiert.

Der Deutsche Bund - das deutsche bunt.
i] So taufte Ludwig Jahn den Deutschen Bund bei seiner Entstehung

Der Deutsche Bund bracht' uns auf den Hund.

Der deutsche Bundestag ist mal voller und mal leerer, aber immer voller Lehrer.
Otto Graf Lambsdorff

Der Deutsche denkt - und die Polizei lenkt.

Der Deutsche denkt an das, was gewesen, der Franzose an das, was ist, und der Spanier an das, was sein wird.

Der Deutsche denkt es aus,
der Franzose macht's nach zuhaus,
der Brite kommt hinterdrein
und steckt den Nutzen ein.

Der Deutsche denkt und die Polizei lenkt.

Der deutsche Dichter [Goethe], bis ins hohe Alter bemüht, die Verdienste früherer und mitlebender Männer sorgfältig und rein anzuerkennen, indem er dies als das sicherste Mittel eigener Bildung von jeher betrachtete...
Goethe, Schriften zur Literatur - Zum Andenken Lord Byrons

Der Deutsche duldet alles, nur keine Nasenstieber.
z] Der Teutsche lässt alles mit sich machen, nur Nasenstieber verträgt er nicht. Ch. Fr. D. Schubart an Kayser, Ulm 1776

Der Deutsche ehrt in allen Zelten
Der Fürsten heiligen Beruf;
Doch liebt er frei einherzuschreiten
Und aufrecht, wie ihn Gott erschuf.
Uhland, Vaterländische Gedichte: Am 18. Oktober 1815

Der Deutsche fährt nicht wie andere Menschen. Er fährt, um Recht zu haben.
Kurt Tucholsky

Der Deutsche findet es durch Überlegung heraus, der Russe mit den Augen.
Russland

Der Deutsche fragt bei seiner Erziehung nicht: was braucht der Mensch fürs Haus? sondern: was braucht er, wenn er wie Robinson einmal auf eine wüste Insel verschlagen wird? und danach richtet er den Lehrplan ein.
Hebbel, Tagebücher, Wien, 26.1.1854

Der Deutsche fügt sich unter allen zivilisierten Völkern am leichtesten und dauerhaftesten der Regierung, unter der er ist, und ist am meisten von Neuerungssucht und Widersetzlichkeit gegen die eingeführte Ordnung entfernt. Sein Charakter ist mit Verstand verbundenes Phlegma.
Immanuel Kant, Anthropologie in pragmatischer Hinsicht

Der Deutsche fürchtet nicht, dass er seine Unterhosen verliere.
Bosnien

Der Deutsche geht um das Ding herum, der Franzose fängt den Lichtstrahl auf, den es ihm zuwirft, und geht weiter.
Heinrich von Kleist, an Luise von Zenge, 16. August 1801

Der deutsche Geist ist eine Indigestion, er wird mit nichts fertig.
Nietzsche, Ecco homo, Warum ich so klug bin

Der Deutsche glaubt an Gott wie der Teufel an seine Hörner.
Polen

Der Deutsche gleicht gewissen Weinen, die verschnitten am trinkbarsten sind.
Ernst Jünger

Der Deutsche hängt an seinen Dynastien, und die Dynastien hängen auch an Deutschland.
Bismarck, zu den Vertretern Thüringens in Kissingen, am 2. August 1893

Der Deutsche hat an und für sich eine starke Neigung zur Unzufriedenheit. Ich weiß nicht, wer von uns einen zufriedenen Landsmann kennt. Ich kenne sehr viele Franzosen, die vollständig mit ihrem Geschick, mit ihren Erlebnissen zufrieden sind...; ihr ganzer Ehrgeiz (ist), sich als Rentier bis zu ihrem Lebensende zurückzuziehen.Vergleichen Sie damit den Deutschen; dessen Ehrgeiz ist von Hause aus nicht auf eine nach dem 50. Jahre zu genießende Rente gerichtet - sein Ehrgeiz ist schrankenlos.
Bismarck, Rede im Reichstag, 9.10.1878

Der Deutsche hat den Affen erfunden - ihn zu erfinden ist bei weitem interessanter als der Affe selbst.
Anton F. Tschechow, Notizbücher

Der Deutsche hat die Welt überlistet, beim Litauer verließ ihn sein Glück.
Polen

Der Deutsche hat Freiheit der Gesinnung, und daher merkt er nicht, wenn es ihm an Geschmacks- und Geistesfreiheit fehlt.
Goethe, Maximen und Reflexionen 80

Der Deutsche hat für alles ein Instrument.
Russland

Der Deutsche hat für den Komplex des Daseins eines wirklichen Wesens das Wort Gestalt. Er abstrahiert bei diesem Ausdruck von dem Beweglichen, er nimmt an, dass ein Zusammengehöriges festgestellt, abgeschlossen und in seinem Charakter fixiert sei.
Goethe, Bildung und Umbildung organischer Naturen - Die Absicht eingeleitet

Der Deutsche hat seinen Verstand in den Fingern. Italien

Der Deutsche hat seinen Witz (o. Verstand) in den Fingern.
it] Gl' Inglesi scrivono profondo, i Francesi grazioso, gl' Italiani divino, ma i Tedeschi molto. (Die Deutschen sind Vielschreiber, während der englischen Literatur Tiefsinnigkeit, der französischen Angenehmheit und der italienischen Göttlichkeit zukäme)

Der Deutsche ist dumm, er kauft alles.
Polen

Der Deutsche ist ein Kaulbarsch, ein Lämmchen, eine Rohrdommel, ein Schnadderer, ein Schnarrer, ein Stammeler.
z] Dannen sie einen Bublys - eine Rohrdommel von seiner männlichen Stimme, dann Puykis, einen Kaul-Parsch als der ihnen stachlicht ist, dann Awinelis das Lämmchen, weil er still ist, dann Swaplies, einen Schnadderer, von einem, dem die Rede nicht fliessen will, sprechen sie mekkendams kalba, er stammelt was her, dann knurklys auch klau klas - einen Schnarrer.
Lepner, Der preussische Littauer, Danzig 1744

Der Deutsche ist einfach ein Mensch ohne Groll. Daher kommt ihre große Überlegenheit Sie verlieren die Nerven nicht. Sie werden noch über uns herfallen, wenn der richtige Augenblick gekommen ist.
Clemenceau, Bei Jean Martet, Clemenceau spricht, 26.6.1928

Der Deutsche ist gelehrt,
Wenn er sein Deutsch versteht.
Goethe, Gedichte: Epigrammatisch: Naivität

Der Deutsche ist groß wie eine Pappel, aber dumm wie eine Bohne.
Polen

Der Deutsche ist in Estland guter Russe, im Elsass guter Franzose, in Amerika eifriger Yankee, nur in Deutschland will er nicht Deutscher, selbst nicht ein Coburg-Gothaer, sondern Gothaer oder Coburger sein.
Helmuth Graf von Moltke, Redeentwurf 1868/2

Der Deutsche ist klug bis Mittag, bald danach wird er töricht.
Polen

Der Deutsche ist redlicher als jede Nation; nur er darf die Phrase 'deutsch handeln' für 'gerade handeln' nehmen.
Jean Paul, Freiheitsbüchlein

Der Deutsche ist schlau: er hat den Affen erfunden (o. erdacht).
Russland

Der Deutsche ist schwer in Harnisch zu bringen, aber noch schwerer wieder heraus.

Der Deutsche ist von Natur aus Romantiker und versagt daher gewöhnlich bei realistischen Funktionen.
K. Peltzer, An den Rand geschrieben

Der deutsche Kaiser ist Herr über Könige, der Spanier über Pferde, der Franzose über Esel und der Engländer über Teufel.
i] Es möge ein japanisches Sprichwort Platz finden, welches daran erinnert, dass der japanische Kaiser zu den Großen seines Reichs in einem ähnlichen Verhältnisse steht, wie einst der deutsche Kaiser gestanden hat, nämlich: 'Es muss schlecht um den Kaiser stehen, wenn der Satzuma zwei Jahre ausbleibt.' Nach der Reichsverfassung des japanischen Reichs soll jeder Edelmann täglich den Hof des Taikuns (Wahlkaisers) zu Yeddo besuchen, um auf Begehr seinen Rat zu erteilen; aber viele Daimios (Edelleute) bleiben jahrelang auf ihren Gebieten und begnügen sich, ihren Erben, der noch ein Kind sein kann, oder ihre Gemahlin in Yeddo als Geisel zurückzulassen. Der Fürst von Satzuma, einer der 24 Kurfürsten oder Kaiserwähler, der im obigen Sprichwort erwähnt ist, pflegt sogar sein Missfallen der Regierung durch Fernbleiben von der Hauptstadt auszudrücken.
fr] L'empereur d'Allemagne est le roy des roys; le roy d'Espagne roy des hommes, le roy de Trance roy des ânes, et le roy d'Angleterre roy des diables.

Der Deutsche kommt wie die Weide überall fort, wohin man sie setzt.
Russland

Der Deutsche läuft keine größere Gefahr, als sich mit und an seinen Nachbarn zu steigern. Es ist vielleicht keine Nation geeigneter, sich aus sich selbst zu entwickeln, deswegen es ihr zum größten Vorteil gereichte, dass die Außenwelt von ihr so spät Notiz nahm.
Goethe, Maximen und Reflexionen 764

Der Deutsche lebt von Sauerkraut.

Der Deutsche liebt das Bierglas, der Franzose das Weinglas, der Russe das Schnapsglas.

Der Deutsche liegt im Charakter so zwischen dem Franzosen und dem Engländer in der Mitte, dass unsere Romaneschreiber leicht einen von diesen beiden schildern, wenn sie einen Deutschen nur mit etwas starken Farben malen wollen.
Georg Christoph Lichtenberg, Sudelbücher

Der Deutsche lügt, sobald er höflich ist.
z] Nichts ist widerlicher als jene von der Menge für Bildung gehaltene äußerliche Höflichkeit, die bei allem eiteln Kleinigkeitssinne doch der rechten ungeschminkten Herzensdemut bar und ledig ist, die dem offenen Biedersinne unsers Volkscharakters Hohn spricht, und die jenes bekannte Wort Goethe's rügt: Der Deutsche lügt, sobald er höflich ist.

Der Deutsche macht kein Loch, aber er saugt das Blut aus.
Polen

Der deutsche Magen und die deutschen Zeitungen nehmen alles auf.

Der Deutsche meint, nur trübe Wasser können tief sein.
Alfred Polgar, Kleine Schriften, Band 3, Irrlicht

Der deutsche Mensch seit Anbeginn seiner Geschichte ein Unsteter, ein wenig Faust, ein wenig Ahasver, auch ein wenig ungläubiger Thomas, ist nun zum Berserker geworden - er pocht nicht mehr an die Pforten, er sprengt die Riegel. Der Geist des römischen Sklavenführers scheint über Nacht in ihn gefahren zu sein.
Ossietzky, Das werdende Deutschland

Der deutsche Michel.
i] Entweder der Titel, den man man jenseit des Rheins den biedern, geraden, ehrlichen Deutschen gibt, oder den man diesseits desselben denen beigelegt, oder richtiger früher beilegte, die keine lateinische Schule besucht hatten. Jetzt fängt man an, auch die allmählich zu den Menschen zu rechnen, zu deren Bildung die alten Sprachen nicht mitgewirkt haben. Wohl richtiger die gemeinsame Benennung der Deutschen als Vertreter des gesammten Volks, wie Jan Hagel für Pöbel, John Bull für das englische Volk, Yankees oder Bruder Jonathan für Nordamerikaner gebraucht, der Franzose Jean Foutre und der Holländer Mynheer genannt wird. Es scheint das althochdeutsche mihil, mittelhochdeutsch michel oder groß (unbeholfen, schwerleibig, klotzig) zu sein, womit man sagen will: unbeholfener Deutscher; der deutsche Michel so viel als das ganze schwerleibige deutsche Volk. Man hat zwar versucht, den Ausdruck 'deutscher Michel' von diesem spöttischen Beigeschmack zu befreien, indem man ihn auf eine wirkliche Person zurückführen wollte. Zum Beweis dessen hat man behauptet, der erste Träger desselben sei ein tapferer Soldat, Michael Obertraut, 1620-22 Generallieutenant im Dienste des dänischen Königs gewesen, der sehr erfolgreich gegen die Spanier gekämpft habe. Bei jedem Vorteil, den man errang, hieß es: 'Das haben wir dem deutschen Michel zu verdanken.'
z] Diese Benennung führt Phil. Andr. Bourgoldensis in seinen Discursa ad instrumentum Pacis Osnabrugo-Monasteriensi her von den in dem Dreissigjährigen Kriege durch seine Tapfferkeit berühmten Michaele Obertrautio, welcher als eine Zierde der deutschen Milit. der deutsche Michel genannt wurde, wiewohl dieses Wort jetzund gantz in einem andern Verstande angewendet wird.
z] Anno 1638 ist zu Insprug der deutsche Michel oder ein neues Mengelied wider alle Sprachverderber nachgedruckt worden, das sich anhebt: Ich deutscher Michel versteh schier Nichel in meinem Vaterland. Es ist eine schand, man tut fremde reden in allen Läden. Die Leite reden Latein, Welsch und Französisch, halb japonesisch' u.s.w. Die Bezeichnung 'deutscher Michel' ist aber ältern Ursprungs und hat sich, längst vorhanden, sicher nur an den Vornamen des Generals Obertraut angelehnt, selbst wenn die aus dem Althochdeutschen angeführte Belegstelle: 'Das diutschiu Volk ist mihhil giheissan', unecht und nur von ihm erfunden wäre, was man bei seinen Citaten nicht wissen kann, da sie, wie eben die vorstehende, der Quellenangabe gänzlich ermangeln oder nicht am angeführten Orte zu finden sind. Es erscheint aber fast geboten, hier schließlich noch zu bemerken, dass das Jahr 1870-71 in den Anschauungen und Urteilen über den 'deutschen Michel' als Volksbezeichnung eine wesentliche Änderung herbeigeführt hat. Noch 1845 klagt der Dichter in: Des armen Michel's Lebenslauf. Teutsches Heldengedicht in sechs Klageliedern: 'Ich armer Michelissimus, Weltmutter, was hatt'st du verbrochen, das dich unser lieber Herrgott ließ kommen mit mir in die Wochen?' Und sagt, ihn zu charakterisieren: 'Sie (andere Völker) kräftigten zu Nationen sich, und ich ich blieb der Michel. Ich blieb der Michel und ging nach Haus und legte mich auf den Glauben; denn weil mir die irdischen hingen zu hoch, so schielt' ich nach himmlischen Trauben. So bracht' ich das Mittelalter herum, gehorsam Gott und dem Fürsten, den einen Hang verspürend nur, nach Sauerkraut und Würsten.' Namentlich wurde der 'deutsche Michel' als verschlafen, unerweckbar, als unempfindlich gegen üble Behandlung dargestellt. H. Heine sagt: 'Ich konnte dadurch bei dem schnarchenden Giganten nur ein sanftes Niesen, keineswegs ein Erwachen bewirken. Riss ich auch heftig an seinem Kopfkissen, so rückte er es sich doch wieder zurecht, mit schlaftrunkener Hand. Michel lächelte im Schlummer.' Noch 1849 behauptet die Westdeutsche Zeitung: 'Kein Schriftsteller in der Welt ist stark genug, den deutschen Michel aufzureizen'; er hat aber 1870 bewiesen, dass alles einmal, auch sein Schlaf und seine Geduld ein Ende habe, er hat gezeigt, dass er, wenn er zur rechten Zeit und auf die rechte Weise geweckt wird, aufzustehen und den ihm gebührenden Platz einzunehmen weiß.

Der Deutsche muss einen Zopf haben.
Amerika
i] Die personifizierte Kleinigkeitskrämerei oder ein sklavischer Anhänger an überkommenen Formen

Der Deutsche nichts lieber kaut als Bratwurst und Sauerkraut.

Der deutsche Philister scheut, eben weil er ein tatloses Subjekt ist, nichts sosehr wie den Vorwurf, tatlos zu sein.
F. Mehring, Positivitis

Der deutsche Philister, das bleibet der Mann,
Auf den die Regierung vertrauen noch kann.
August Heinrich Hoffmann von Fallersleben, Lied vom deutschen Philister

Der deutsche Priester ist, - was seiner Religiosität Ehre macht, - weil sein Nationalgefühl schwach entwickelt ist, in erster Linie Priester und dann erst Deutscher.
Bismarck im Herrenhaus des Preußischen Landtages, am 12. April 1866

Der Deutsche rechnet auf einen Koch drei Kellner.
i] Mehr trinken als essen

Der Deutsche schießt auf wie eine Weide, wo er auch hingepflanzt ist.
Russland

Der Deutsche sieht nur Stoff und glaubt, wenn er gegen ein Gedicht Stoff zurückgäbe, so hätte er sich gleichgestellt, über das Silbenmaß hinaus erstreckt sich ihr Begriff von Form nicht.
Goethe, An Schiller, 7.12.1796

Der Deutsche sitzt verständig zu Gericht.
Goethe, Drei Gedichte über den Faust - Abkündigung

Der Deutsche soll alle Sprachen lernen, damit ihm zu Hause kein Fremder unbequem, er aber in der Fremde überall zuhause ist.
Goethe, Maximen und Reflexionen

Der Deutsche spricht mit Verstand, der Franzose mit Witz. Das Gespräch des erstern ist wie eine Reise zum Nutzen, das Gespräch des andern wie ein Spaziergang zum Vergnügen.
Kleist, an Luise von Zenge, 16. 8. 1801

Der deutsche Stamm führt nichts Gutes gegen die Slawen im Schilde.
Russland

Der Deutsche trinkt das meiste, der Engländer isst das meiste, der Flandrer isst und trinkt das meiste.

Der Deutsche tut alles für Geld, der Schwede alles für 'n Schnaps.
Schweden

Der Deutsche versteht sich auf die Schleichwege zum Chaos.
Friedr. Nietzsche, Jenseits von Gut und Böse

Der Deutsche war in der Literatur auf gutem Weg und wird ihn gleich wiederfinden, sobald er das schädliche Bestreben aufgibt, die Nibelungen der Ilias gleichzustellen.
Goethe, Schriften zur Literatur - Urteilsworte französischer Kritiker

Der Deutsche wird dem Tschechen erst günstig sein, wenn sich die Schlange auf dem Eise wärmt.
Tschechien und Slowakien

Der Deutsche wird schon noch so klug werden als der Litauer.
Litauen

Der Deutsche, seit beinahe zwei Jahrhunderten in einem unglücklichen tumultuarischen Zustande verwildert, begab sich bei den Franzosen in die Schule, um lebensartig zu werden, und bei den Römern, um sich würdig auszudrücken.
Goethe, Dichtung und Wahrheit II,7

Der Deutschen (d. i. der Herren) Sache geht in die Breite.
Estland (Die Herren leben ausschweifend).

Der Deutschen (d.i. der Herren) Bettler sind die armseligsten.
Estland

Der Deutschen (d.i. der Herren) Kessel kocht, bis der Kohl unter dem Deckel dünstet; bricht er einmal aus, dann ist es zuviel.
Estland

Der Deutschen (der Herren) Bettler sind die armseligsten.
Estland

Der Deutschen (der Herren) Sache geht in die Breite.
Estland
i] Die Herren leben ausschweifend

Der Deutschen Herzhaftigkeit, mut und Tapferkeid ist ein A.B.C. Papier und Tinten, und erlischt die Seel in worten.

Der Deutschen Lob besteht auf guter Rüstung und nicht auf stolzen Kleidern.
Kaiser Rudolf I.

Der deutschen Poesie fehlte es an einem öffentlichen und nationalen Gehalt, sie drehte sich in einem gemütlichen [gemütvollen] Privatkreise, diese Richtung hat sie nie verlassen, wenn gleich manche Versuche geschehen sind, sie davon zu entfernen. Die deutsche, die Poesie einer verzettelten Menge oder, wenn man es glimpflicher ausdrücken will, Poesie von Individuen zu Individuen. Alle ihre Tugenden und Mängel lassen sich hieraus ableiten.
Goethe, Dichtung und Wahrheit - Entwurf zu Buch 7

Der Deutschen Sauferei,
der Italiener Liebeshunger
und der Spanier Klauerei
kann man keine Grenzen setzen.

Der deutschen Ströme König bist du, Rhein!
Matthisson, Der Genfer See

Der deutschen Zwietracht mitten ins Herz.
Gerhart Hauptmann, Florian Geyer

Der dialektische Materialismus ist eine Weltanschauung, er ist ein Blick bis zu den Wurzeln, die allem Saft geben, was heute lebt, und allem, was heute vegetiert, bis zu den Wurzeln, aus denen sowohl der heutige Wohlstand als auch das heutige Elend erwachsen, auch jene Krise der Intelligenz.
Fucik, Der Köhlerglaube

Der Dialog ist eine flüchtige Form der Lüge.
Claude Sautet

Der Diamand schicket sich nur in das Gold.

Der Dichter aber, der seiner Natur nach [in politischen Fällen] unparteiisch sein und bleiben muss, sucht sich von den Zuständen beider kämpfender Teile zu durchdringen, wo er denn, wenn Vermittlung unmöglich wird, sich entschließen muss, tragisch zu endigen.
Goethe, Kampagne in Frankreich - Münster, November 1792

Der Dichter bringt Bilder des Lebens, menschliche Charaktere und Situationen vor die Phantasie, setzt das alles in Bewegung und überlässt nun jedem, bei diesen Bildern so weit zu denken, wie seine Geisteskraft reicht.
Arthur Schopenhauer, Über Philosophie und ihre Methode

Der Dichter darf sich nicht vor dem Volk fürchten.
P. Neruda, Ich bekenne, ich habe gelebt

Der Dichter eines musikalischen Stücks, wie er es dem Komponisten hingibt, muss es ansehen wie einen Sohn oder Zögling, den er eines neuen Herren Diensten widmet.
Goethe, An Ph. Ch. Kayser, 5.5.1786

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ITALIENISCH
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LATEINISCH
1 2 3 4
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SPANISCH
1 2 3 4 5 6 7 8 9 10