Weisheiten 49


D' Stross isch em z' schmal.
Solothurn

D' Stuet'n hat an Eisen zött.
Oberösterreich
i] Von einem Mädchen, die ledig schwanger geworden. Man pflegt Stuten, die besprungen werden sollen, unmittelbar vorher, damit der Beschäler nicht Schaden leide, die hinteren Eisen abzunehmen.

D' Supp' im Glas (Bier, Wein) versparet Salz und Schmalz.

D' Supp ist's best, sagt der Schwab', wenn sie aber zuletzt käme, ässe niemand mehr davon.

D' Tuub is kein Mensch, d' Tuub ist en Chernedieb.
hdt] Die Taube ist kein Mensch, die Taube ist ein Körnerdieb.
i] Wortspiel; der Angeredete soll verstehen: du bist.

D' Vaseljahr abdienen.
Oberösterreich
i] Elternlose Kinder waren, bis Kaiser Joseph II. dies Gesetz aufhob oder die Observanz abschaffte, verpflichtet, bis in das vierzehnte Jahr bei ihrer Herrschaft um Kost und Lohn zu dienen. Auch die jungen Leute über vierzehn Jahre bis zu ihrer Volljährigkeit konnten, so weit sie im älterlichen Hause entbehrt werden konnten, rechtlich gezwungen werden, bei der Herrschaft drei Jahre hindurch um geringes Lohn zu dienen. Man nannte dies 'die Voaseljahrn abdienen'.

D' Viele gid der G'wün (Gewinn), sagte der Zugerbot, als er in Zug Weggli zu ein Zürcherschilling kaufte und in Luzern zu ein Luzerner Schilling verkaufte, aber aufs Dutzend das dreizehnte umsonst erhielt.
Luzern

D' Walliser si hundert Jahr später ufg'stann als di ussere Kantone.

D' Wänd händ Ohre und d' Stude-n Auge.

D' Weiber hand meh Gwalt wie's Schießpulver.
Allgäu

D' Weiber kochen 's Lachen, 's Belln und 's Weinen in oam Hafn.

D' Weiber und d' Füchs ham neunerneunzgerlei List und no an Binkel (= Bündel) voll dazu.

D' Weiber und d' Katze g'höre a is Haus.

D' Weibleut muss man reden lassen und 's Wasser rinnen.

D' Weibleut san wetterwendisch. Vor der Hochzeit munden 's oam und nach der Hochzeit maulen 's oam.

D' Weibsleut muss man reden lassen, und's Wasser rinnen.
Aus Bayern

D' Weisheit aus de Nägel sauge.
Ulm

D' Weißwurscht muaß vor'm Zwölfeläuten sterben.

D' Welt blîbt Welt und riisst si um's Geld.

D' Welt ist kei Strumpf.

D' Welt ist koa Hennagsteign, - Buama gibt's gnua!

D' Wienerfrucht is in Mutterleib nichts nütz.
Wien

D' Zeit lehrt d' Leut.
ho] De tijd leert staög wijzen en onwijzen.

D' Ziegel uf em Dach wissets.
i] Es ist kein Geheimnis mehr, alle Welt weiß es.

D' Zit bringt Rose, aber z'erst Knöpf.

D' Züricher liidet eh en Schaden als e Schand.

Da aber alles, was sich unter Menschen im höheren Sinne ereignet, aus dem ethischen Standpunkte betrachtet, beschaut und beurteilt werden muss...
Goethe, Principes de Philosophie Zoologique

Da aber die Ewigkeit die Zeit nicht verlässt, so scheint sie sich mit der Zeit zu bewegen, obschon die Bewegung in der Ewigkeit Ruhe ist.
Nikolaus von Kues. Über die Schauung Gottes

Da aber in jeder Art der Ehe die Menschen bleiben, was sie vor der Ehe waren, und die Bürger protestantischer Länder meist Philister sind, so bringt es diese protestantische Monogamie im Durchschnitt der besten Fälle nur zur ehelichen Gemeinschaft einer bleiernen Langeweile, die man mit dem Namen Familienglück bezeichnet.
Friedrich Engels, Der Ursprung der Familie...

Da aber zu einer glückseligen Lebensführung die drei früher genannten höchsten Güter der Menschen gehören, Rechtschaffenheit, Vernunft und Lust, so sehen wir demgemäß auch drei Lebensformen, deren eine alle, die im Leben ihr eigener Herr sind, bevorzugen: das politische, das philosophische und das Genussleben.
Aristoteles, Endemische Ethik

Da aber zum Glück die bürgerliche Welt unfähig ist, die Forderungen der Arbeiter auch nur einigermaßen zu befriedigenPestalozzi, die ökonomischen Verhältnisse immer trauriger werden, so gehen die Massen nicht auf den Parlamentsleim, mag ihnen der Sirenengesang noch so verführerisch seitens ihrer bisherigen Vertrauensmänner in die Ohren hallen.
August Bebel (1840-1913), an Friedrich Engels, 19. 6. 1885

Da aber, wo der Hunger unser Handeln lenkt, erwächst Zivilisation mit allem dazugehörigen Bösen, mit allen Lasten und Beschränkungen...
Maxim Gorki (1868-1936), Sofia Andrejewna Tolstaja

Da Adam hackt (reut) und Eua span, wer war da ein Edelmann?
mhd] Da Adam den Acker bawet, und Eua spann, wer was do ein Edelmann?
mhd] Do Adam reutte, und Euv span, wer was do ein eddelman.
mhd] Aller adel am ersten cham, von Eva und von Adam.
i] Wer mehr sein will, als ein gewöhnlicher Adamssohn, muss sich durch edle Handlungen auszeichnen. Nicht Geburts-, sondern Verdienstadel flößt Achtung ein. Aus der Zeit der Bauernkriege, 15. Jh. ff. Unter Kaiser Maximilian I. (1459-1519) hatte jemand obigen Spruch an eine Wand der kaiserlichen Burg geschrieben. Der Kaiser schrieb darunter: Ich bin ein Mann wie ein anderer Mann, nur dass mir Gott die Ehre gan. Der englische Prediger John Ball predigte, nachdem man ihn aus dem Gefängnis befreit hatte, vor etwa 20.000 Menschen über das Sprichwort: When Adam delv'd and Eve span, who was then a gentleman? John Ball wurde am 15. Juli 1382 als Unruhstifter geschleift, gehängt und geköpft.
z] Als Adma grub und Eva spann,
Wer war da wohl ein Edelmann? John, Ball, engl. Prediger
z] Die frömmsten Edelleute fühlen zu einem Zweifel doch Beruf: Warum wol Gott am fünften Tage nicht einen Herrn von Adam schuf.
z] Als Wilhelm wirkt und Bismark spann, Gott hatte seine Freude dran.
G. Hesekiel, Das Buch vom Graf Bismark, Bielefeld 1870
dä] Adam fik en hak, og Eva fik en rok, deraf er al vor adels ferk.
dä] Adam groo og Eva spandt, hvor fandtes da en adelsmand.
en] When Adam delved and Eve span, who was then the gentleman? Prediger John Ball, Bauernaufstand 1381
fr] Ce n'est plus le temps où Berthe filait. (Die Zeit ist vorbei, in der Bertha* spann.) *Königin, Stifterin einer Benediktinerabtei am Genfer See, 10. Jh.
ho] Tom Adam spitte en Eva span, waar vond men toen den edelman?
ho] Wie was die edelman doe Adam graf ende Eva pan?
la] Adam fodiente, quis nobilior, Eva nente? Walther
la] Cum oret coniunx, et humum curaret Adamus vomere, ubi nomen nobilitatis erat?
la] Dum sarriret Adam, sua pensaque duceret Eva, fastus ubi tumida nobilitatis erat? la] Qui genus jactat suum, aliena laudat. Seneca
pl] Gdy Ewa przędła, Adam ziemię kopał, kto wtedy był szlachcicem, a kto komu chłopał?
sd] När Adam plöjde och Eva spann, en hwar war då en adelsman.

Da Allah den Wipfel der Dattelpalme nicht gebeugt hat, gab er der Giraffe einen langen Hals.
Arabien

Da allen denen, welche aufrechtem Wege wandeln, nur Gutes und Rechtes begegnen kann...
Goethe, An Ch. L. F. Schultz, 1.9.1820

Da alles du dahinten lassen und fortziehen musst, du magst wollen oder nicht, warum klammerst du dich an Wertloses an und suchst nicht das, was wertvoll ist?
Mahâbhârata

Da an eine sittliche Selbstbildung nicht gedacht oder vielmehr in früheren, roheren Zeiten nicht daran geglaubt worden, so ist statt derselben die Spezialbeichte eingeführt, da denn niemand sich mit sich selbst herumzuschlagen braucht, eine empfundene Entzweiung nicht selbst zu vereinen und ins Ganze herzustellen aufgefordert ist, sondern darüber einen Mann von Metier zu Rate zieht.
Goethe, Tagebuch, 7. 9. 1807

Dä ass om Altar bedroge wurde.
Bedburg
i] Ist schlecht, unglücklich verheiratet.

Da baut man und baut man. Häuser und Fabriken und was weiß ich. Und sollte doch eigentlich erst mal diese verpfuschte Welt umbauen. Die ist ja nicht zu brauchen, so wie sie ist! Die Nichtstuer haben die besten Plätze...
Weiskopf, Wer keine Wahl hat, hat die Qual

Da behüte mich S. Velten für.

Da beim Menschen nichts Überflüssiges ist, so kann er auch nichts entbehren und verlieren, und was er verliert, kann er deswegen auch nicht ersetzen (Haare und Nägel ausgenommen und die geringe Reproduktionskraft in Rücksicht auf Haut, Fleisch und Knochen), dagegen bei den Tieren, und je niedriger die Tiere stehen, die Reproduktionskraft ebenso wie die Zeugungskraft größer ist. Die Reproduktionskraft ist nur eine unabgelöste Zeugung, und umgekehrt.
Goethe, Riemer, 23.11.1806

Da beisst d' Maus koin Fade a.
Schwaben
i] Das bleibt so, daran wird nichts abgehandelt, zugegeben, nachgelassen, geändert, davon geht nichts ab.
z] Die Chemie geht von dem Satze der Ewigkeit, der Unzerstörbarkeit, der Nichterschaffung der Materie aus; davon beisst keine Maus einen Faden ab.

Da beisst die Maus keinen Faden ab.

Da beisst man mit guten Zähnen übel.
Nürtingen

Da bekam man Ostern und Pfingsten zu sehen.
Ostpreußen

Da bekommt man keine Käsespitze.
i] Nicht das Geringste, Wertloseste. Nach dem Volksglauben sitzt der Hauskobold in der Käsespitze, dem spitzen Ende eines langen Käses, das zuletzt übrig bleibt und das man daher zu essen vermeidet.

Da bellt kein Hund und kräht kein Hahn.
i] Ort, Gegend ohne Leben; Einöde, Wüste.
dä] Hvor man hverken hører hund eller hane.

Da bin i gange und ha der Sack to hange, und hed e niemer g'no, so hanget er iez noh.
Luzern

Da bin ich am Zaun.
i] In dem Sinne: Da stehen die Ochsen am Berge; ich weiß keinen Rat, ich kann nicht weiter.

Da bin ich bekannt wie ein Dreier.
Berlin

Da bin ich daheim wie in meiner Tasche.

Da bin ich ihm zuvorgekommen, sagte der Bauer, da hatte er sein zweites Kind selber getauft.

Da bin ik schön to Markt brögt.
Holstein
i] Da bin ich schlimm wieder weggekommen, da habe ich schlecht eingekauft.

Da bist du schief gewickelt.
i] Du bist im Irrtum, siehst die Sache falsch an.

Da bitte ich um eine Flasche Lebensverlängerungselixir, sagte der Delinquent zum Richter, der ihm erlaubte, sich vor seiner Hinrichtung noch einen Trunk zu wählen.

Da bläst die Katze den Abendsegen.
Franken
i] Da ist nicht viel zu holen.

Da bleiben so viel Äpfel als Feigen.

Da bleibt dem Manne viel zu dulden;
Wo er nur hinsieht, da sind Schulden.
Goethe, Faust, II,
(Der Abgemagerte)

Da bleibt kein alt Weib am Spinnrade.
ho] Dan blijft er geen oud wijf aan haar spinnewiel.

Da bleibt kein Auge trocken, sagte der Betrunkene und begoss auch seine Hühneraugen mit Spirituosen.
[ASpW]

Da bleibt mir der Denker (Verstand) stehen.
Köthen

Dä bliev op em Pfennig dud.
Bedburg
i] Übertriebene Sparsamkeit.

Da blüht ihm keine Rose.
Nürtingen

Da brennt die Hölle.
i] Sinn: Da ist Feuer im Dach.

Da bring' ich's, sagte Paul und - fiel damit zur Tür hinein.
ndt] Da bring ick't, se(de) Hans, un full darmit tor Dör herin.

Da bring' wi dat Swîn (Schwein) na'n Swînmark hen.
Hamburg
i] Rufen die Gassenjungen einem Betrunkenen nach.

Da bringen mich zehn Pferde nicht fort.
ndt] Da krigge mich kein' hundert Pääd derzo. Köln

Da bringt man mich nicht mit zehn Gäulen fort.
Nürtingen
i] So gut gefällt es mir hier.

Da Christus war allein, war er in Teufels Gemein'.

Da dacht ich: ehrlich sein
Ist doch das beste,
War es nur kümmerlich,
So steht es feste.
Goethe, Divan - Buch der Betrachtungen - Wie ich so ehrlich war...

Da dank ich Euch, denn mit den Toten
Hab ich mich niemals gern befangen.
Goethe, Faust, Prolog im Himmel
Mephisto Vs 318

Da danzt Bomholm hen.
i] Als im Jahre 1312 die hanseatischen Seestädte den Übermut des dänischen Königs gezüchtigt und ihn durch einen Besuch in Kopenhagen zum Frieden gezwungen hatten, lud er zum Geburtstage der Königin die Hauptleute der hanseatischen Flotte zu sich aufs Schloss. Der Admiral, der Lübecksche Bürgermeister Johann Wittenberg, lud die Königin zum Tanz ein, welche die Einladung zwar anfänglich ablehnte, aber später unter der Bedingung annahm, dass ihr der Admiral die Insel Bornholm zusicherte. Sie tanzte darauf den ganzen Abend nur mit dem Bürgermeister, die Lübeckschen aber, die es sahen, sagten: 'Da danzt Bornholm hen.'

Da darf auch kein Tipfelchen daran fehlen.
i] Es darf nicht das Geringste, auch nicht ein Stäubchen davon abgehen. Zur Bezeichnung des Sorgfältigen und Pünktlichen, aber auch des Habgierigen, der nicht das Geringste nachlässt.

Da darf man nicht lang zinkfeuerlen.
Nürtingen
i] Keine Zeit mit Vorbereitungen verlieren.

Da das gerstenkorn sitzt, da kann das Rockenkorn nicht hinkommen.
z] Wenn der Magen voller biers ist, so will er kein essen einlassen.
bm] Kde je pivovár, tam netreba pekare.
bm] Kde jecne zrno lezí, tu nemûze lezeti zitné.
lett] Kur meefchu grauds gull, tur rudfu ne warr gulleht.
lit] Kur mezei gul, ruggei ne telpa.

Da das Gold im Rhein liegt.

Da das Halten wilder Tiere gesetzlich verboten ist und die Haustiere mir kein Vergnügen machen, so bleibe ich lieber unverheiratet.
Karl Kraus, Aphorismen

Da das Kamel Hörner begehrte, verlor es auch seine Ohren.

Da das Leben durch unsichere Gefahren fragwürdig ist,
sieh jeden weiteren Tag als Gewinn an.
la] Cum dubia incertis versetur vita periclis,
pro lucro tibi pone diem, quicumque sequetur.

Da das Pferd pflügt, lasst uns den Esel satteln.

Da das Theater immer nur ein gestoppeltes und gestückeltes Wesen bleibt.
Goethe, Lehrjahre V,4

Da das Volk nach den Gesetzen zu leben wünscht, die Mächtigen aber den Gesetzen befehlen zu dürfen glauben, so können sie unmöglich miteinander auskommen.
Niccolò Machiavelli, Geschichte von Florenz

Da das Wohlwollen verschönt und sich jedermann mit Wohlwollen ins Spiegel besieht, so kann man behaupten, dass jeder sich auch mit Wohlgefallen erblicken müsse, selbst wenn er sich dagegen sträuben wollte.
Goethe, Dichtung und Wahrheit II,6

Dä dât kann, dä kann dat, har de Kärl saght, doa harre 'n Snîder üawer de Hûsdüar smieten.
Halver in der Grafschaft Mark

Da Date die Händ hat zugetan, ist Dabitur krumb und lamb worden.

Dä daug vun Huck (Haut) un Hôr nit. Köln

Da deit de Hund wat in.
Hamburg

Da denkt kein Russe dran.
i] Lieblingswort Berliner Gassenjungen.

Da der Arm saß, da war es entweder trucken oder nass.

Da der Bauer den fliegen die stette nicht gunte, und wolt sie mit einem Strohwisch verbrennen, steckte er das gantze Haus an.

Da der Dichter durch Antizipation die Welt vorwegnimmt, so ist ihm die auf ihn losdringende, wirkliche Welt unbequem und störend, sie will ihm geben, was er schon hat, aber anders, das er sich zum zweitenmale zueignen muss.
Goethe, Tag- und Jahreshefte bis 1780

Da der eine Spott und Schaden gekauft hat, da kann ihn der andere umsonst kriegen.

Da der Esel nicht wolte nasse heut tragen, muss er endtlich rauhe Ziegel tragen.

Da der Gipfel dessen, was Kunst und Genie darstellen, eine leichte Erscheinung ist, so werden die Nachkommenden gereizt, sich's leicht zu machen und auf den Schein zu arbeiten.
Goethe, Schriften zur Kunst - Propyläen, Einleitung

Da der größte Teil der Menschen so schwachsinnig ist, an diesen kleinen Dingen Geschmack zu finden, so sind die, welche sich weigern, ihnen um so wohlfeilen Preis gefällig zu sein, in meinenAugen noch schwachsinniger als jene.
Chesterfield, Briefe an seinen Sohn, Bath, 29. 9. 1746

Da der Herrgott seine Esel kannte, ließ er sie alle ohne Hörner.

Da der Kranke genaß, er Gott vergaß.

Da der kranke genaß, je (nie, viel) er ärger was.
z] Vor Zeiten sagten die Klosterleute: Daemon languebat, tunc monachus esse volebat, sed dum convaluit, mansit ut ante fuit.
z] Mancher der spricht, o lieber Gott: ich will fromb werden, hilff aus not; alsbald er aber tut genesen, kehrt er zum vorigen sündlichen wesen.
mhd] Dô der siech man genas, dô was er als er ê was.
mhd] Si gedenken aber an daz Sprichwort nicht: dô der sieche lîp genas, do beliep er, als er ê was.
mhd] Wen sprichet: dô der siech genas, dô was er der er ouch ê was.
mhd] Dem spricht man, dô der siech genas, dô wart er boeser dann er was.
ho] Als de kranke weêr genas, was't erger, dan't te voren was.
la] Quando languebat, monachus bonus esse uolebat: sed cum conualuit, mansit ut ante fuit.
la] Surgens aegrotus reprobus fit denique totus.

Da der Mann von Geist sich immer wieder seiner Unwissenheit bewußt wird, zieht er fast aus allen Büchern Lehren für sich selbst.
Helvetius, Vom Geist

Da der Mensch doch einmal die Sehnsucht nicht los werden soll, so ist es heilsam, wenn sie sich nach einem bestimmten Objekte hinrichtet, wenn sie sich bestrebt, ein abgeschiedenes großes Vergangene ernst und harmlos in der Gegenwart wieder darzustellen.
Goethe, Schriften zur Literatur - Tiecks Dramaturgische Blätter

Da der Mensch einmal von Kindesbeinen an ein eitles und stolzes Geschöpf ist, so schmeichle man seiner Eitelkeit wenigstens in wirklich guten Dingen und halte seinen Stolz auf etwas, das zu seinem wahren Vorteil gereicht.
Locke, Gedanken über Erziehung

Da der Mensch für seine Liebe dieselbe Einheit sucht, die er für seine Vernunft begehrt, so ist er so lange für oder wider Völker parteiisch, als er ihre Unterschiede nicht unter einer höhern Einheit auszugleichen weiß.
Jean Paul, Vorschule der Asthetik

Da der Mensch nicht immer schaffen und hervorbringen kann, obschon solches freilich für ihn das Wünschenswerteste bleibt, so unterhält und erfreut ihn doch, wenn er das Verlorene aufsucht, das Zerstörte wieder herstellt, das Zerstreute sammelt, ordnet und belebt.
Goethe, Schriften zur Kunst - Ausgrabungen

Da der Mensch, wenn er einigermaßen resolut ist, auch das Notwendige selbst zu wollen übernimmt...
Goethe, Dichtung und Wahrheit III,12

Da der Pfaff ein Weib nahm, verschlug er seine Pfaffheit.
i] Der katholische Geistliche, welcher nach empfangener Weihe heiratet, geht seiner geistlichen Würde verlustig.
mhd] Do der phaffe wib nam, do vorslug er die phaffheit.

Da der Schmied den Ambos hämmert, hämmert ihm der Mönch die Frau.

Da der Staat entstanden ist aus dem Bedürfnis, Klassengegensätze im Zaum zu halten, da er aber gleichzeitig mitten im Konflikt dieser Klassen entstanden ist, so ist er in der Regel Staat der mächtigsten, ökonomisch herrschenden Klasse, die vermittelst seiner auch politisch herrschende Klasse wird und so neue Mittel erwirbt zur Niederhaltung und Ausbeutung der unterdrückten Klasse. Engels, Der Ursprung der Familie, des Privateigentums und des Staates

Da der Tor die Törin nahm, ward der Tor der Törin Mann.

Da der wein wächst, da trinkt man den schlechsten.
z] Also diejenigen, und die ort, davon man alle Tugendt und Christlichen wandel lernen und erwarten soll, seind im tun und Leben ärgerlich.

Da der Wirt ein Hahnrei ist, ziehen die Gäste gerne ein.

Da der Wolf gefangen war, da wollt er fromm werden.

Da der Wolf liegt, da beisst er nicht.

Da der Zaun am niedrigsten ist, will jedermann übersteigen.

Da die alten Sprichwörter meist auf geographischen, historischen, nationellen und individuellen Verhältnissen ruhen, so enthalten sie einen großen Schatz von reellem Stoff.
Goethe, An Schiller, 16.12.1797

Da die Artischocken in großer Herren Gärten wuchsen, waren sie angenehm, jetzo da sie bey Bauern zu finden, helt man nichts darauf.

Da die bildenden Künste allein vermögend sind, die Schönheit der Form hervorzubringen, da sie hierzu der Hülfe keiner andern Kunst bedürfen, da andere Künste gänzlich darauf Verzicht tun müssen: so ist es wohl unstreitig, dass diese Schönheit nicht anders als ihre Bestimmung sein kann.
Lessing, Laokoon

Da die Ehe (in ihren verschiedenen Formen) eine wirtschaftlichpolitisch-soziale Form ist (und nicht eine sentimentalerotische), so vollzieht sich die Zeugung der nächsten Generation zu allen Zeiten zum großen Teil außer der Ehe.
Oswald Spengler, Urfragen. Fragmente aus dem Nachlass

Da die Götter menschlicher noch waren, waren Menschen göttlicher.
Schiller, Die Götter Griechenlands

Da die Grammatik die Kunst sein soll, die Schwierigkeiten einer Sprache zu lösen, darf der Hebel nicht schwerer sein als die Last.
Antoine Comte de Rivarol, Maximen und Reflexionen

Da die Großen nun auch einmal Menschen sind, so denkt sie der Bürger, wenn er sie lieben will, als seinesgleichen, und das kann er am füglichsten, wenn er sie als liebende Gatten, als zärtliche Eltern, als anhängliche Geschwister, als treue Freunde sich vorstellen darf.
Goethe, Dichtung und Wahrheit I,5

Da die Hitze alle Körper ausdehnt, so sind die Jahre in dem warmen Italien viel länger als in dem kalten Deutschland.
Heinrich Heine

Da die Kirche die Liebe nicht unterdrücken konnte, hat sie sie zumindest desinfizieren wollen, und darum die Ehe eingesetzt.
Charles Baudelaire (1821-1867), Tagebücher

Da die Kunst die Natur nachahmt, und die Natur alles immer so gut wie ihr nur möglich ist macht, ist auch die Kunst irrtumsfrei wie die Natur.
Robert Grosseteste, De gener. son

Da die Menschen in ihrem Tun sich ungern nach der Vorschirft Christi ausrichten ließen, haben sie seine Lehre wie einen Maßstab aus weichem Blei nach den Sitten gestreckt, damit eben beides noch einigermaßen übereinstimme. Ich weiß nicht, was sie damit erreichen, außer dass man mit besserem Gewissen Böses tun darf.
Thomas More, Utopia I

Da die Menschen schlecht sind, ist das Gesetz notwendig, um sie für besser anzusehen, als sie sind.
Charles de Secondat, Baron de la Brède et de Montesquieu, Vom Geist der Gesetze

Da die Menschen so verschiedene Köpfe haben, können sie nicht alle gleich stark von einem Beweis gerührt werden, besonders in Glaubensfragen.
Jean-Jacques Rousseau, Dritter Brief vom Berge

Da die Menschen zu allen Zeiten dieselben Leidenschaften gehabt haben, so sind zwar die Anlässe, welche große Veränderungen hervorbringen, verschieden, die Ursachen aber sind immer die nämlichen.
Montesquieu, Betrachtungen über die Größe der Römer und ihren Verfall

Da die Motive, welche die Erscheinung des Charakters oder das Handeln bestimmen, durch das Medium der Erkenntnis auf ihn einwirken, die Erkenntnis aber veränderlich ist, zwischen Irrtum und Wahrheit oft hin- und herschwankt, in der Regel jedoch im Fortgange des Lebens immer mehr berichtigt wird, freilich in sehr verschiedenen Graden; so kann die Handlungsweise eines Menschen merklich verändert werden, ohne dass man daraus auf eine Veränderung seines Charakters zu schließen berechtigt wäre.
Schopenhauer, Welt als Wille und Vorstellung

Da die Nachkommen gewöhnlich denken, mit ihnen fange die Welt und das Leben erst an, oder wie er [Goethe] es ausdrückte: Ihr Tauftag solle der Schöpfungstag sein.
Goethe, zu Riemer, 1803-1814

Da die Philosophie keinen Weg zur inneren Ruhe hat finden können, der allgemein gültig wäre, muss jeder diesen Weg in seinem Inneren suchen.
Michel Eyquem de Montaigne, Die Essais

Da die Produzenten nützlicher Dinge die einzigen der Gesellschaft nützlichen Menschen sind, sind sie die einzigen, die zusammenwirken sollten, um ihren Lauf zu regeln
Saint-Simon, Die Industrie

Da die Rechtsordnung zugleich Friedensordnung ist, wird ihr in mancher Bagatellsache am besten gedient, wenn um des 'lieben Friedens' willen auch auf das 'gute Recht' verzichtet wird.
Radbruch

Da die Rede die Sinne und das innere Vorstellungsvermögen vertreten muss, so muss sie auch zu diesen reden und der Ausdruck sinnlich und repräsentativ sein.
Goethe, Riemer, 24.12.1810

Da die Schönheit unteilbar ist und uns den Eindruck einer vollkommenen Harmonie verleiht, so lässt sie sich durch eine Folge von Worten nicht darstellen.
Goethe, Schriften zur Kunst - De Gérard: Portraits Historiques

Da die Sprache das Organ gewesen, wodurch ich mich während meines Lebens am meisten und liebsten den Mitlebenden mitteilte, so musste ich darüber, besonders in spätern Zeiten, reflektieren und hierbei hat mir's niemals an trefflichen Freunden gefehlt, die, zu Forschern in diesem Fache berufen, großen und anhaltenden Fleiß darauf verwendeten. Wenn ich nun gleich nach meiner eingebornen Art und Unart auf Korrektheit und Reinlichkeit niemals genugsamen Fleiß zu wenden im Stande war, so habe ich doch aufs deutlichste begreifen lernen, dass die Sprache nur ein Surrogat ist, wir mögen nun das, was uns innerlich beschäftigt, oder das, was uns von außen anregt, ausdrücken wollen.
Goethe, An Ch.L.F.Schultz, 11.3.1816

Da die stolze Kuh keine Milch geben wollte, ward sie zum Reiten abgerichtet.
Jakuten

Da die Trefflichkeit einer Gesellschaft in letzter Linie von der Natur ihrer Bürger abhängt, und da die Natur der Bürger durch eine frühzeitige Gewöhnung mehr beeinflusst werden kann als alles andere, so sind wir genötigt, die Wohlfahrt der Familie als die Grundlage der Wohlfahrt der Gesellschaft zu betrachten.
Spencer, Die Erziehung

Da die Treue ward geborn,
Floh sie in ein Jägerhorn,
Der Jäger blies sie in den Wind,
Daher man sie jetzt selten findt.
Hans Rudolf Grimm, Poetisches Lust-Wäldlein
la] Nusquam tuta fides.
Virgil

Da die Weide Palmen trug, nannte sie sich gleich einen heiligen Baum.

Da die Wespe keinen Honig machen kann, macht sie Galläpfel.

Da die Zeit kurz ist, begrenze deine lange Hoffnung!
Horaz, Lieder

Da diejenigen, welche wissenschaftliche Versuche anstellen, selten wissen, was sie eigentlich wollen und was dabei herauskommen soll, so verfolgen sie ihren Weg meistenteils mit großem Eifer, bald aber, da eigentlich nichts Entschiedenes entstehen will, so lassen sie die Unternehmung fahren und suchen sie sogar anderen verdächtig zu machen.
Goethe, Maximen und Reflexionen 1169

Da diese Welt doch nur ein Gaukelstück,
Hoffst du umsonst in ihr auf wahres Glück.
Und jene Feder, die dein Schicksal schrieb,
Sie kehrt um deinetwillen nicht zurück.

Da dir zu sterben bestimmt, so genieße, was du besitzest;
Aber, des Lebens gedenk, brauche mit sparsamer Hand.
Der heisst weise mit Recht, der, dies und jenes bedenkend,
Brauchend und sparend zugleich, nimmer des Maßes vergisst.
Lukianos

Da Doabm (Darm) ged'n nian aus.
Steiermark
i] Es fehlt ihm nie an Gesprächs- und Unterhaltungsstoff.

Da doch die Aussprüche des Verstandes eigentlich nur einmal, und zwar in dem bestimmtesten Falle, gelten und schon unrichtig werden, wenn man sie auf den nächsten anwendet.
Goethe, Lehrjahre V,1

Da doch sowohl das Beispiel der ältern Weisen als die Erfahrungen an dem neuern Tun und Treiben uns hätten aufmerksam machen sollen, dass man seinen Zweck vernichtet, indem man ihn voraussagt, dass eine Handlung, wenn sie glückt, nicht kostestiert wird, wohl aber nichts mehr Widerspruch erleidet, als eine vor, ja sogar nach der Tat ausgesprochene Maxime.
Goethe, An F. L. Passow, 20.10.1811

Da donnern sie Sanfmut und Duldung aus den Wolken und bringen dem Gott der Liebe Menschenopfer wie einem feuerarmigen Moloch, predigen Liebe des Nächsten und fluchen den achtzigjährigen Blinden von ihren Türen hinweg, stürmen wider den Geiz und haben Peru um goldner Spangen willen entvölkert.
Schiller, Die Räuber II, 3
Moor

Dä drät et Hûs fêl.
Bedburg
i] Vom Plauderer und Schwatzhaften.

Da draußen, stets betrogen,
Saust die geschäft'ge Welt.
Eichendorff, Ahnung und Gegenwart, I, Im Walde der Heimat

Da drehen sich einem die Kutteln um.
Nürtingen
i] Die Eingeweide, Kaldaunen. Um Mitleiden oder Unmut auszudrücken.

Da dreht es sich (wendet sich das Blatt).

Da dreht sich mir der Magen
en] that makes your stomach turn over
fr] ça me soulève le cour
it] mi si rivolta lo stomaco

Da du kein Syrer bist, benimm dich nicht wie einer.
Altgriechisch
i] Wie ein Barbar.

Da du nach dem Stande eines Ehemannes und Vaters trachtest - hast du auch dessen Pflichten recht erwogen?
Jean-Jacques Rousseau, Emile

Da du, o Herr, dich einmal wieder nahst
Und fragst, wie alles sich bei uns befinde,
Und du mich sonst gewöhnlich gerne sahst,
So siehst du mich auch unter dem Gesinde.
Goethe, Faust, I, Prolog im Himmel (Mephisto)

Da dürfft er nich mit ufgezogen kummen.

Da Ehefrauen sogut wie Prostituierende ihren Lebensunterhalt durch Preisgabe ihrer sexuellen Reize verdienen, geben sie sich nicht mehr nur dann hin, wenn ihr eigener Instinkt es verlangt. Das hat dem Liebesspiel großen Eintrag getan, und gerade das Liebesspiel bildet die naturgemäße Sicherung der sexuellen Leistungsfähigkeit.
Bertrand Russell, Marriage and Morals

Da ein Schriftsteller sich muss gefallen lassen, dass so manches wunderlich genug genommen und beurteilt wird, so findet er sich freilich sehr getröstet, wenn seine Arbeit einmal bei einem gebildeten Individuo als Naturprodukt wirkt, und zwar in seiner ganzen Breite und Tiefe.
Goethe, An Sarah Wulff 9.2.1797

Da ein werdender junger Mensch überall wesentlich aus der Erfahrung lernt, so hat auch das Gebiet der Skandale, mögen sie noch so schmutzig sein, eine lehrreiche Seite.
Hauptmann, Das Abenteuer meiner Jugend

Da eine jede Gesellschaft ein Vertrag ist, kein Vertrag aber recht ist, darinnen Dinge versprochen werden, die dem Gesetze der Natur zuwider laufen, so kann auch keine Gesellschaft recht sein, die etwas zu ihrer Absicht hat, was dem Gesetz der Natur zuwider ist.
Christian Freiherr von Wolf, Vernünfftige Gedancken von dem gesellschaftlichen Leben der Menschen

Da eine Kuh böset, da bösen sie alle miteinander.
i] Lascivire. Gewöhnlich biesen, bisen, bisern, pisen. Vom Rindvieh, wenn es bei großer Hitze von Bremsen gestochen und verfolgt mit aufgestelltem Schwanze hin- und herläuft. Aber auch von lustigen, schwärmenden Menschen.
z] Nemb war, die Kuh hebt an zu bisen, sie scherzt, sam sei sie auf der wiesen.
z] Es hütt ein Knab auf einer Wisen, ließ seine schaf und zigen pisen.
z] Da wer kein Awen feld und Wisen, da nicht die Geiss thet umbher bisen.

Da einer das kröpflein veracht, dem wird das hünlein nicht, sagen die Kinder.

Da einer ins Kloster fuhr, erbt er keinen Pfennig.
[RSpW]
i] Zu den Fällen, welche erbunfähig machten, gehörte auch der Eintritt ins Kloster. Nach dem Sachsenspiegel und den Goslarischen Statuten tritt sofortige Erbfolge ein, als wäre die in den Orden getretene Person schon gestorben, weil der Mönch für die Welt verloren. Auch nach dem kanonischen Rechte verlieren Personen, die ins Kloster treten, die Fähigkeit beerbt zu werden, folglich können sie auch kein Erbe empfangen.
dä] Sidhæn han for i clostær tha æruær han ængæn pænning.

Da einer mit umgehet, das hangt jhm nach.

Da einmal Wasser ist gesin, mag wider wasser kommen hin.
la] Locis quod grauius proponderat undique pondus.

Da er alt ward, fing er an klug zu werden.

Da er das Kamel nicht bewältigen kann, beisst er in den Sattel.

Da er den dritten Tag wollt naschen, wird ihm der Hof abgeblasen.

Da er der Kuh nichts kann, stößt er das Kalb.

Da er es (das Geld) ablehnen wollte und mit einiger Schalkheit zu verstehen gab, dass er nicht so abgebrannt sei, als es aussehen möchte.
Goethe, Dichtung und Wahrheit

Da er seiner Schwiegermutter nicht gewachsen war, band er mit seiner Frau an.
Ägypten
i] Wenn er sieht, dass sein eigentlicher Feind ihm überlegen ist, so greift er einen Schwachen und Unschuldigen an. Schwiegermutter steht hier allgemein für feindliche, widerwärtige Personen.

Da erhebet sich der Bettlertantz.

Da Erkenntnisse immer im Zusammenhang stehen mit sprachlicher Genauigkeit, ist die klassische Literatur die Schöpferin des wissenschaftlichen Geistes in Deutschland.
Heinrich Mann, Die Macht des Wortes

Da erschien ihm ein Engel und gab ihm Kraft.
Lukas 22, 43

Da es aber einmal nicht in unsern Plan geht, und man an seinen Lebensverhältnissen nicht so viel zupfen und zerren, nicht immer was Neues an sie heranziehen soll.
Goethe, Wahlverwandtschaften I,2

Da es aber, im Verfolg wissenschaftlichen Bestrebens, gleich schädlich ist, ausschließlich der Erfahrung als unbedingt der Idee zu gehorchen...
Goethe, Geschichte meines botanischen Studiums

Da es Bücher gibt, so wertvolle und königliche, dass ganze Gelehrtengeschlechter gut verwendet sind, wenn durch ihre Mühe diese Bücher rein erhalten und verständlich erhalten werden diesen Glauben immer wieder zu befestigen, ist die Philologie da.
Nietzsche

Da es dem Narren mislang, die Glut mit Schwefel zu dämpfen, so versucht er, das Feuer mit Öl zu löschen.
Russland

Da es dem Trinker von geworden, da vergehts ihm wieder von.

Da es dem Wolfe nichts hilft, auf die Schafe zu lauern, so holt er sie aus der Hürde.

Da es eine Zeit ist zu spalten und eine andere wieder zu vereinen, eigentlich aber doch nur die Menschen, die Zeit machen, so sehe ich in den jungen Männern, die das letztere bewirken, ganz eigentlich gute Dämonen, welche das Versöhnen und Einen als notwendigen Naturtrieb empfinden.
Goethe, An K. E. Schubarth, 7.11.1821

Da es en rechten Güörtenteller (Grützenzähler).
Iserlohn
i] Ein knickeriger Mensch.
ho] Het is een gorten-teller.

Da es keinen Menschen gibt, der aufwächst und lebt, ohne von der Außenwelt beeinflusst zu werden - also von gesellschaftlichen, das heisst politischen Geschehnissen -, so existiert keine Literatur, die nicht vom ersten bis zum letzten Wort von Politik beeinflusst ist.
M. Scheer, Internationales Seminar der Literatur

Da es mir wohl erging auf Erden, wollten alle meine Freunde werden; da ich kam in Not, waren alle Freunde tot.

Da es nun ferner ausgemacht ist, dass die Frauen sich nur füreinander putzen und untereinander den Putz zu steigern unermüdet sind...
Goethe, Dichtung und Wahrheit III,12

Dä es we' ne Wimpel om Dag.
Köln

Dä es zo domm (dumm), duss zo dun.
Köln

Dä ess ens räet an de Lîmroth (Leimrute) kumen.
Bedburg
i] Zu Schaden, durch List übervorteilt worden.

Dä ess ens räet durch de Zäng getrocke wurde.
Bedburg
i] Durch die Zähne gezogen, durchgehechelt.

Dä ess êns rät öm et Liet (Lid) gefôt wurde.
Bedburg
i] In dem Sinne: über den Löffel barbiert.

Dä ess jetzt wie 'ne Vogel op de Heck.
Bedburg
i] In unsicherer Stellung.

Dä ess von alle Mäede (Märkte) widderkumme.
Bedburg
i] Hat Erfahrung, Weltkenntnis, ist durchtrieben.

Dä ess wie en wasse Nase.
Bedburg
i] Unbeständig, launenhaft.

Da fahr' ich voll drauf ab!

Da fährt des Teufels Braut.
i] Wenn Feuer aus dem Steinen sprüht.

Da fällt der Dreck zu einem Krüppel.
Nürtingen
i] Zunächst von sehr hoch angebrachten Abtritten.

Da fällt mir all' mein Weißzeug bei.

Da Fama tausend Zungen hat, so setzt sie gewöhnlich dem Übel drei Nullen zu.
Goethe, An Ch. G. v. Voigt, 21.6. 1798

Da fängt der Hirsch die Hunde.
la] Cervus canes trahit.

Da Fauli trogg si z'tod, da Flaissigi ged genod.
Steiermark
i] Der Fleißige geht so oft, als es nötig ist.

Da fehlt auch nicht das Pünktlein auf dem i.

Da fehlt die Feile.
i] Die Arbeit ist noch rauh, mangelhaft, bedarf der Politur.
ho] Het heeft de vijl noodig.

Da fehlt nicht das Tüpfli aufs i.
Nürtingen

Da fidei, quae fidei sunt.
Francis Bacon
dt] Gib dem Glauben, was des Glaubens ist.

Da finden sieben Katze keine Maus.
ndt] Dau findet siebe Katze kä Maus. Ulm

Da findt man keinen g'sattelten Gaul.
Nürtingen
i] Zur Bezeichnung arger Unordnung.

Da Flecka (Flecken) helfa heba und lega.
i] Im Glück wie im Unglück der Gemeinde mit Rat und Tat beistehen, unter allen Umständen für das Wohl der Gemeinde wachsam und tätig sein.

Da flehen die Menschen die Götter an um Gesundheit und wissen nicht, dass sie die Macht darüber selbst besitzen. Durch ihre Unmäßigkeit arbeiten sie ihr entgegen und werden so selber durch ihre Begierden zu Verrätern an ihrer Gesundheit.
Demokritos

Da fliegen Scheben, wo Flachs gehechelt wird.

Da folgen die Kinder wie die Orgelpfeifen.
i] Wenn sie so aufeinanderfolgen, dass, wie die Dänen sagen, das eine Kind Zähne, wenn das andere Hände bekommt.

Da fraget Kuntz ohn sorg vil nach.
la] Non est curae Hippoclidi.

Da fragt der Weise den Narren um Rat.
ho] De wijze vraagt den zot om raad.

Da fragt Kuntz on sorgen wenig nach.
la] Non est curae Hippoclidi, non curas, quanti veneat frumentum.

Dä Frau géit (geht), as 'ne Gäus, dä 't Ai nit los wer(d)en kan.
Grafschaft Mark

Da freu' ich mich druf wie der Chosen (Bräutigam) uf die Kalle (Braut).
Jüdisch-deutsch (Auch in ironischer Bedeutung)

Da friert Mark und Bein zusammen.
Nürtingen

Da friss ich (auch) keinen Salzstein.
Nürtingen
i] Keinen Stein Salz, da bleib' ich nicht lange.

Da gaben wir dem Cäsar,
Was dem lieben Gott gehörte.
Heine, Romanzero: Himmelsbraut

Da gab's ein Gerede, man weiß nicht wie,
Das nennt man eine Akademie.
Goethe, Parabolisch: Séance

Da gaoh wi hiär (da gehen wir her), sagg de Kreihe, dao hadd' ehr de Hawk in 't Muel.

Da geb' ich nicht einen faulen Rappen für.

Da geh' ich auf alle Viere über die Ringstrasse.
Wien
i] Zu ergänzen: Ehe ich das tue.

Da gehen achtzehn aufs Dutzend.
z] In allen Stätten, Flecken und Dörffern werden täglich Leut geboren, die hertz und händ haben zu Schiessen, Hawen vnnd Stechen, vnnd kommen oft Achtzehn für ein Dutzet zu Marck.

Da gehen doch eher die Krebse mit dem Hasen davon.
ho] Dan gaan de krabben nog met den haas door.

Da gehen wir Botaniker, sagte die Kuh zum Kräuterweibe.

Da gehen wir Künstler, sagte der Schuhflicker zum Bildhauer.

Da gehen wir Musikanten, sagte die Kuh zum Pfeifer, als sie eine Schelle bekommen hatte.

Da gehet der Wind aus einem andern Loche.

Da gehet es aus einem anderen Fasse.

Da gehet es gut, wenn schon ein ganzes Dorf verbrennt, wenn nur des Pfaffen Haus aufrecht bleibt.

Da gehets zu, wie beim Teufel in der Hölle.

Da gehet's zu, wie im Venusberge.

Da gehst du und siehst einen Hund laufen, der einen Menschenknochen durch die Steppe schleift. Und du bist so müde, dass du keine Lust hast, auf ihn zu schießen.
Siatonow, Februar 1943

Da geht alles widerwärtig zu, wo man den Esel auf den Sack ladet.

Dä geht dem Hohnderei noh un ließ et Gängsenei leggen.
Bedburg

Da geht die Mutter vom Kinde.

Da geht die Uhr richtig.
i] Da weht der Wind von der rechten Seite.

Da geht ein Licht auf.
ho] Daar gaat een licht op.

Da geht einem die Pfeife aus.
i] Es ist, um aus der Haut zu fahren, um katholisch, um des Kuckucks, des Teufels, um toll zu werden.
fr] Cela ferait enrager la bête et le marchand.
fr] Cela ferait renier chrême et baptême.
fr] C'est à crever dans sa peau.
fr] Il y aurait de quoi lasser la patience d'un capucin.
fr] Le diable s'en pendrait.

Dä geht en et hundert, dat et tusend voll wird.
Bedburg

Da geht er hin und singt nicht mehr?
F. Gumbert, Die Kunst geliebt zu werden, 18. Szene

Da geht es alle hin, sagte Scheißinsbett.

Da geht es übel, wenn Frevel die Frommen schlägt und Hoffart das Fähnlein trägt.

Da geht Gewalt für Recht.

Da geht ihm ein guter Wurm ab.
i] Dem Spieler, der eine Karte beigeben muss, die er noch gut zu verwerten gerechnet hatte.

Da geht kein Loch durch.
z] Wer theurer verkauft, als die Sache wert, ist des Teufels; da geht kein Loch durch, denn es ist wider die brüderliche Liebe.

Da geht kein Streich verloren, außer der daneben geht.
i] Der verdient sie alle.

Da geht mein (sein) Leib und Gut miteinander.
i] Von denen, die weiter nichts besitzen, als was sie auf dem Leibe tragen.

Da geht mir der Dâm (Daumen) vor.
Oberösterreich
i] Man verweigert mit dieser Redensart etwas unwillig, eine Bitte, ein Verlangen.

Da geht unser Student, sagen die Greifswalder.
i] Um eitle Selbstüberhebung zu verspotten. Von dem alten Witz, dass der einzige greifswalder Student, wenn er sporenklingend durch die Straßen schritt, die gesammte Bürgerschaft an die Fenster trieb und zu dem obigen Ausruf veranlasste.

Da geht's durcheinander wie in einem Ameisenhaufen.
Nürtingen

Da geht's klein unter.
i] Es herrscht dort Dürftigkeit und Armut.

Da geht's nach Gunst und nicht nach Kunst.

Da geht's ordentlich zu, wie bei Nobals Schaffscheren.
i] Wobei gut gegessen wurde.

Da geht's spanisch zu.
ho] Het gaat er Spaansch toe.
ho] Het ziet er Spanisch uit.

Da geht's Tschühü und Doho.
i] Tschühü und Daho sind Fuhrmannsrufe für rechts und links zum Antreiben der Pferde. Wenn es in einem Hause planlos und unordentlich hergeht, so wendet man die obige Redensart an.

Da geht's übel zu, wo Frevel die Trommel schlägt und Hoffart das Fähnlein trägt.

Da geht's warm her.
Oberösterreich
i] Da gibt es etwas zu gewinnen; da wirft's was ab, trägt's was ein.

Da gehts zu als wie im Türkekrieg.

Da geht's zu wie auf der Accise.
i] Wo viel Personen kommen und gehen, viel Besuche sind, ein großer Verkehr ist.

Da gehts zu wie in einem Imen (Bienenstock.)
Nürtingen
Da geht's zu, wie in einem Ameisenhaufen (oder Wespennest).

Da geht's, mein Herr, nicht immer mutig zu;
Doch schmeckt dafür das Essen, schmeckt die Ruh.
Goethe, Faust, I, 12 (Margarete)

Da geiht e hen un holt en Tügen (Zeugen).
i] Der Justizrat C. zu M. schoss auf einer Jagdpartie in demselben Augenblick, als man sich zum Frühstück lagern wollte, einen Hasen. Ein jüngerer Jäger, welcher sich der Beute bemächtigen wollte, wurde von C. mit den Worten zurückgehalten: z] Lassen Sie uns erst ruhig frühstücken, der Hase macht sein Testament.' Aber kaum hatte er das Wort gesprochen, als sich Lampe aufmachte und davonlief. Ein durch seinen Humor bekannter Jagdgefährte, der dies zuerst bemerkte, sagte darauf in seiner trockenen Weise die obigen Worte.

Dä géit (geht) daheär as de Rüe na der Hochtîd.
Grafschaft Mark

Da geit he hen, as de Hund ân Swans.
Holstein
i] Ist übel an- oder weggekommen.

Da geschieht auch der erste Stich zu einem Paar kalbledernen Schuhen, sagte der Bauer, als der Stier auf die Kuh stieg.
Württemberg

Da geschieht fürs Ackern wenig genug,
wo der Bauer lauft vom Pflug,
der Ochse verwirft das Joch
und das Roß sein Kummet noch.

Da getts zua, wi uf an läusige Koupf.
Franken

Da gewt 't wat af.
i] Es setzt Hiebe.

Da gibt es den Ängstlichen, der unter sein Bett schaut, und den Ängstlichen, der sich nicht einmal traut, unter sein Bett zu schauen.
Jules Renard, Ideen, in Tinte getaucht. Aus dem Tagebuch von Jules Renard

Da gibt's arme Ritter in Elendsfett.

Da gibt's keine Würst'l.
Wien
i] Weigern nützt nichts, da hilft kein Widerstreben.

Da gibt's mehr Fische als Wasser.
i] In den Steppen des Orinocogebiets hat man das Sprichwort: Im Apure gibt es mehr Cariben als Wasser. Der Caribe ist, wenn auch nur von der Größe eines Goldfisches, einer der gefährlichsten Süßwasserfische, denn mit seinen sägeförmigen Zähnen durchschneidet er sogar Stahl- und Kupferdrähte.

Da gibts Sache, als wann mar erst g'heiratet hätt.
Oberösterreich

Da gibts viel zu tappen (aber) wenig zu schnappen.
Rotttal

Da gift et keinen andern Rat als Konrad.
Wolfenbüttel
i] Man muss nunmehr zum Stocke greifen.

Da gilt noch Treue und Glauben.

Da ging der Schimmel seinen richtigen Schritt.
i] Es war alles in Ordnung.

Da ging erst der Gaul.
i] Nachdem dies alles geschehen war, kam die Sache erst in Gang.

Da Gold geht den Reichen nach.
var] Es regnet gewöhnlich dahin, wo es schon vorher nass ist.
en] Riches fall on the richest.
fr] Le bien cherche le bien
it] Il denaro è fratello del denaro.
sp] Llueve sobre mojado.
sp] Vase el bien al bien y las abejas á la miel.

Dä gönnt net un mag ah selvs net.
Bedburg

Da Gott den Hahnrey schuff, da schuff er die gut Geduld dabey.

Da Gott den Menschen schuf, hat er auch jedem sein Geschick verliehen.

Da Gott die Wipfel der Palme nicht herabgebeugt hat, so hat er das Haupt der Giraffe emporgehoben.
Abessinien

Da Gott nicht alles alleine machen wollte, schuf er Mütter.

Da Gott so verborgen ist, kann keine Religion, die nicht sagt, dass Gott verborgen ist, wahr sein; und keine Religion, die nicht den Grund für diese Verborgenheit angibt, ist fähig, uns zu unterweisen.
Pascal, Gedanken

Da greifen zehn Katzen nicht eine Maus.
i] Nämlich in einem zerlumpten Kleidungsstück.

Da greoss Hund is san Vöda.
Oberösterreich
hdt] Der große Hund ist sein Vetter. (Er hat einflussreiche Bekannte oder Verwandte)

Da grêsdê Râfâ griagd de meist'n Schlêg.
Niederösterreich
hdt] Der größte Raufer kriegt die meisten Schläge.

Da guckt der Schulmeister heraus.
i] In einigen Sprichwörtern hat das Wort Schulmeister eine verächtliche Nebenbedeutung, doch erhalten die jüdischen Elementarlehrer einen weit weniger ehrenden Beinamen.
jüdisch-deutsch] Var wus is a Melammed (Lehrer) a Schwanz? Weil er geht bejn - Regel le Regel. Warschau (Die jüdischen Elementarlehrer werden mit dem Spitznamen Schwanz-Melammed belegt, weil er (der Lehrer) zwischen den Beinen (Regel) herumschlendert. Das Wort Regel hat nämlich eine doppelte Bedeutung: erstens der Fuß, das Bein und zweitens bezeichnet es jedes der drei großen Feste: Ostern, Wochen- und Laubhüttenfest, an welchen, besonders zu Ostern und Laubhütten als am Beginn des Schulsemesters, der Melammed herumgeht, seine Schüler zu werben. Also er heisst so, weil er zwischen den Beinen oder zwischen den Feiertagen herumgeht.
ho] Hij hangt den schoolmeester uit.

Da guckt man nicht drum zum Fenster 'naus.
Meiningen

Da hab ich deutlich gesehen, dass es vorzügliech darin liegt, dass jeder sein Haus, Frau, Kinder und eine reine menschliche Existenz in der nächsten Notdurft hat: das schließt aneinander, und speit, was feindlich ist, sogleich aus.
Goethe, An Knebel, 30.11.1779

Da hab' ich ein Ei, ich hätt' gern zwei.
Nürtingen
i] Wird mit den Einleitungsworten: 'Da heisst's auch' angewandt, wenn ein Armer einem Wohlhabenden etwas schenkt.

Da hab ich einen Einfall: mir ists, als wenn das Zeichnen mir ein Saugläppchen wäre, dem Kind in [den] Mund gegeben, dass es schweige und in eingebildeter Nahrung ruhe.
Goethe, An Charlotte v. Stein, 13./16.9.1777

Da hab' ich mir eine schöne Geschichte eingefädelt, sagte der Schneider.
i] Etwas Schlimmes eingerührt.
i] Zur Zeit, als der Präsident der Vereinigten Staaten Nordamerikas, Johnson, durch sein verfassungswidriges Verfahren unter Anklage gestellt war, vernahm man dort das obige Wort als Anspielung auf seinen frühern Beruf.

Da hab' ich Naaches (Ruhe, Zufriedenheit) davon, wie von meinem ersten Hemd.
i] Vom ersten Hemd hat man wohl ebenso viel Vergnügen als vom letzten.

Da habe ich nun in meinem Leben viele Verse gemacht, darunter sind ein paar gute und viele mittelmäßige, da macht der Eyck ein solches Bild, das mehr wert ist als alles, was ich gemacht habe.
Goethe, W. Grimm, 20.9./6.10.1815

Da haben die Läuse Rand.
Rottenburg
i] Raum. Von einem, der Kopf und Hals voll Drüsen und Grind hat.

Da haben die Spatzen ihr Nest hineingebaut.
i] Von einem skrofulös zerfressenen Halse.

Da haben die wilden Schweine gegrast.
ho] De wilde zwijnen hebben hier gegraasd.

Da haben sie das Wesen der falschen Ehre. Sie macht uns abhängig von dem Schwankendsten und Willkürlichsten, was es gibt, von dem auf Triebsand aufgebauten Urteile der Gesellschaft, und veranlaßt uns, die heiligsten Gebote, die schönsten und natürlichsten Regungen ebendiesem Gesellschaftsgötzen zum Opfer zu bringen.
Fontane, Schach von Wuthenow

Da haben Sie ja nichts als Sommersprossen, sagte jener, als die Frau sagte, ihre Kinder wären alle in den Monaten Juli und August geboren.

Da haben wir das Ei.
i] Die Bescherung.

Da haben wir das Fest und keinen Kuchen.
ndt] Da hebbe we de hilgen Dage un kêne Kauken. (Gerade das nicht, was der Augenblick fordert)

Da haben wir den Dreck, sagte der Pastor und ließ das Kind fallen.

Da haben wir den Dreck.
i] Da haben wir's, nämlich das Unangenehme, die widerwärtige Bescherung.

Da haben wir den Salat und keinen Essig dazu.
Köthen

Da haben wir die Kaltschale.
ndt] Doar hebb'n wî de Kollschâl (auch: Konnschâl). Mecklenburg
i] Soviel wie: Da haben wir die Geschichte.

Da haben wir Gottes Wort schwarz auf weiß, sagte der Bauer, da sah der den Priester auf einem Schimmel.
ndt] Da siacht ma das Wort Gottes schwarz auf weiß, hat der Bauergsagt, wia da Herr Pfarra auf an Schimmel gritten is.

Da haben wir 's liebe Gut, und es ist nicht ausgebacken.
i] Ein junger Mensch, der unwissend, sittenlos und unbrauchbar von der Universität oder von seinen kostspieligen Reisen zurückkommt.

Da habt ihr das Vallentön'l, rief die Hebamme, und warf vor Schrecken das Kind in einen Eimer Wasser.

Da habt ihr den Regen ohne den Wind.
Kreis Nimptsch in Schlesien
i] Beim Eintritt eines unerwarteten Ereignises.

Da habt ihr den Teufel in Leinwandhosen, und 's heisst immer, er hätte keine.
Oberlausitz

Da habt ihr den Teufel, ob er nicht schwarz ist.

Da habt ihr die Pastete.
Köthen
i] Den schlimmen Erfolg, die Unannehmlichkeiten.
ho] Daar ligt eene pastei.

Da habt ihr euern Juden.
Köthen
i] Während der Cholerazeit war in dem Hause eines Einwohners zu Köthen ein alter Jude gestorben, dessen Leiche er ohne Zögern fortgeschafft wissen wollte. Da es ihm nicht gelang, dies durchzusetzen, auch keiner der Glaubensgenossen sich zu der Leiche wagte, lud er dieselbe auf einen Schubkarren und brachte sie so nach der Wohnung des Schames (jüdischen Küsters), indem er die obigen sprichwörtlich gewordenen Worte hineinrief. Sein Verfahren blieb indes nicht ohne Ahndung.

Da habt ihr's nun! mit Narren sich beladen,
Das kommt zuletzt dem Teufel selbst zu Schaden.
Goethe, Faust, II, 1 (Mephisto)

Da habt ihr's, Mutter, beseht's.
z] Sagt ich's nicht? hab' ich nicht geschrieben: du sollst aufrichtig sein?

Da habt jhr das, ist weit besser, dann wolt jhr das.

Da half kein Kumst (Kohl) und kein Schnaps mehr.
z] Der Türke schlug die Russen von der Donau weg und half da (obgleich sie 15-20 Jahre dienen) kein Kumst und kein Schnaps mehr.

Da hängt das Geld fest.
i] Um auszudrücken, dass von der Seite kein Geld zu erhalten sei, dass, wer da etwas zu fordern habe, sich auf keine Zahlung verlassen könne, sagen die Holländer: Het geld is op den rooster geteld.

Da hängt's ihm heraus.
Nürtingen
i] Da will's hinaus.

Da hast die Gans, sagte der Advokat zu seinem Kollegen, ich hab sie b'roft, b'rof sie auch.

Da hast du deinen: 's tut dir nichts.

Da hast du den Korb, geh damit gen Markt.
la] Dulcis amica vale, mandatum do tibi tale.

Da hast du etwas, damit dir der Wachs nicht vergeht.
i] In der Niederlausitz zu Kindern, die von einer Speise, einer Leckerei gern etwas haben wollen. Es scheint die Meinung zu Grunde zu liegen, die unbefriedigte Sehnsucht der Kinder könne ihrer körperlichen Entwickelung, ihrem Wachstum Nachteilig sein.

Da hast du Kuckucks Dank.
i] Weil die jungen Kuckucke ihre Mutter aufressen sollen. Man kann aus jeder Naturgeschichte ersehen, dass der Kuckuck bloß von Insekten lebt.

Da hast du's Birkhuhn, fünf Fallen für Wölfe und du bist darin.
Litauen

Da hast du's, wie's gebacken und gebraten ist.
i] In aller Vollständigkeit und Vollkommenheit.

Da hat a gut Mondstück. Ungar. Bergland
ndt] Sie hot a guat's Mundstück.
Würzburg

Da hat auch ein blind Huhn eine Erbse gefunden.

Da hat das Recht keine Gewalt, wo die Gewalt Recht hat.

Dä hät de Böck geschoren.
Bedburg
i] Den Nutzen davon.

Da hät de Nüss geschlagen.
Bedburg
i] Seinen Nutzen in der Tasche, sein Schäflein geschoren.

Da hat der Dieb den Spitzbuben gefangen.

Da hat der Esel ein Pferd geworfen.

Da hat der Flegel unnütze Mühe, sagte der Autor, als er hörte, der Recensent habe seine Schrift abgedroschenes Zeug genannt.

Da hat der Hund drein g'schissen.
Nürtingen
i] Die Sache ist vereitelt, es ist nichts daraus geworden.

Dä hät der Kopp (Kopf) om räete Fleck.
Bedburg

Da hät der Peps drüvver kriegen.
Bedburg
i] Pips, bei Hühnern, bei Federvieh überhaupt, Schnupfen, d.i. Verstopfung der Nase mit verhärteter Zungenspitze, im 15. Jahrhundert pippus, gekürzt pip, neuniederdeutsch pip oder pipp, während die eigentliche neuhochdeutsche Form: der Pfipfs, Pfips oder wie Adelung verlangt, Pfipps, ziemlich außer Gebrauch gekommen ist.

Da hat der Satan sein Spiel.

Da hat der Teufel Adje gesagt.
Troppau
i] Der Schuldner ist durchgegangen.

Da hat der Teufel mehr als zwölf Apostel, sagte der Hofnarr, als er in den Convent trat.

Da hat der Teufel seinen Sack ausgeschüttet.
i] Da ist der Auswurf, die Grundsuppe der Menschen beisammen.

Da hat dich dein Vater noch im Säckel herumgetragen.
Breslau
i] Da war an dich noch nicht zu denken, du Grünschnabel.

Da hat die Aristokratie ihre Bedeutung [in der Malerei ebenso wie in der Geschichte, nur selten kommen dort wie hier einzelne Heroen vor.
Goethe, an F. Förster, 4. Aug. 1831

Da hat die Armut bankrott gemacht.
la] Certissima paupertas.

Da hat die Welt gar seltsam sich umgewendt, wo die Frau über den Mann führt das Regiment.

Dä hät e Brett vu der Nees.
Bedburg
i] Es ist ihm bei der Taufe ein Dummkopf mit eingebunden worden.

Dä hät e Gewissen we en Münchsmau (Mönchsärmel).
Köln

Dä hät e Würmchen em Kopp.
Bedburg

Dä hät Egypten durchgangen.
Brandenburg
i] Ist durchtrieben, ist in der Wolle gefärbt.

Da hat ein hochedler Rat gekehrt.
i] Dort ist nichts mehr zu finden als der alte Dreck.

Da hat ein Uelk (Iltis) gepisst.
i] Da stinkt es, da taugt es nicht.

Da hat eine Eule die andere gefangen.
ho] Daar heeft de eene uil den anderen gevangen.

Da hat einmal eine blinde Kuh eine Erdbeere gefunden.
Rottenburg
i] Um einen bloßen Glücksfall zu bezeichnen.

Da hat er gar nicht übel dran getan,
Verzähl' er nur weiter, Herr Urian!
Matth. Claudius, Urians Reise um die Welt

Da hat er zu tun, wie Maibom zu Aachen.

Dä hät et dübbel hange de Ohren.
Bedburg

Dä hät et em Rücken.
Bedburg
i] Besitzt zurückgelegtes Vermögen.

Dä hät et Hätz op der Zong.
Bedburg

Dä hät im (ihm) et Fössche gekraut.

Dä hat im der Hals lang gemacht.

Dä hät im et Fössche (Füßchen) gekraut.
Bedburg
i] Geschmeichelt, um einen Zweck zu erreichen.

Dä hät immer et Mûl vüron.
Bedburg
z] Ein aus Sprichwörtern zusammengestelltes Sonett zur Schilderung eines Schwätzers, in dem auch die obige Redensart vorkommt: Ich habe schon öffters gehört: Wagen gewinnt, wagen verliert, und kein Meister fällt vom Himmel; desswegen habe ich auch dießmal einen Mut gefasst, und, so viel meine Kräfte zulassen, einen schwatzhaften in schlesischen Sprichwörtern nach der Ordnung eines Sonetts beschrieben. Mein Trost ist hierbey noch dieser, dass wer in solchen Fällen es niemals bös mache, mache es auch niemals gutt. Es lautet aber also: >Wer reinen Mund nicht hält und ins Gelag hinschreit, wer gerne vor das Maul in allem führet; dieß, was ein anderer mit ihm hat discuriret, alsbald zu Polsten (Bolzen) dreht und aus Leichtsinnigkeit des andern seinen Feind mit solchem Dienst erfreut, wird, wenn er den Credit bei aller Welt verlieret, mit seinem Schaden klug, dieweil er endlich spühret, es mach' ein loses Maul dem leib unruh und Streit; drum, wie man's treibt, so geht's. Ein unverschämter Wäscher wird überall zur Last; und einem Wortedräscher den sieht man niht einmahl nur über Achsel an. Wer Ruh und Frieden liebt, lernt reden und auch schweigen; wenn beydes sol gescheh'n, wird die Vernunfft ihm zeigen; so reuet ihm niemals, was er geredt, gethan.<

Da hat Lazarus das Malz getragen und Simon das Wasser.
Rhöngebirge

Dä hat me gwüss z' Lengnau bin Hebräern g'holt.
Zürich

Da hat mehr als eine Hebamme daran geholfen.
i] Bis es zur Welt gekommen ist.

Dä hät 'ne Schelm em Mau.
Bedburg
i] In seinen Ärmeln steckt ein Schelm, trau ihm nicht.

Da hät 'r sick 'n schönen Dipentaot (Deputat) up 'n Hals leggt.
Altmark
i] Wenn sich jemand eine Abgabe, Last u.s.w. auferlegt hat.

Dä hät säs Pârtskâ'ren Ä'rt op et Lîf.
hdt] Der hat sechs Pferdekarren Erde auf dem Leibe, er ist begraben)

Dä hät sich en Bäll an den hals gehangen.
Bedburg
i] Ausgang mit schlimmen Folgen.

Da hat unser Herrgott das Maas verloren.
Troppau
i] Von einem ungewöhnlich großen Menschen.

Da håt's an (einem) Fåden.
Steiermark
i] Um (meist höhnisch) die Vergeblichkeit eines Ansinnens oder Unternehmens anzudeuten.

Da hat's Mäuse, hat der Ratzemann gesagt.

Da hat's Rettiche gesetzt.

Dä hät't bäter, ass'n Drîweköter, hä brukt kein Kalw in 'n Oars to bîten.

Da hätt ber die Narren.
i] Da haben wir die zu Tage getretene Dummheit, Torheit; da sehen wir, wie wenig Verstand und Einsicht sie haben.

Da hätt' der Herrgott viel zu tun, wenn er nach allen Mücken schlagen müsste.
i] Man soll nicht zu kleinlich sein.

Da hatt' er zu tun wie Meibom zu Aachen.

Da hätt' ich mich recht in die Schollen gestellt.

Da hätt' unser Herrgott viel zu tun, wenn er nach allen Mücken schlagen müsst.
Schwaben

Da hätte Gott viel zu tun, wenn er alles so genau nehmen wollte.
la] Si quoties peccant homines, sua fulmina mittat Jupiter, exiguo tempore inermis erit. Ovid

Da hättest Du ihn sollen reden hören über den Zauber der Phantasie, welche die ungleichsten Dinge verbinde und einen Gegenstand durch den andem verherrliche.
Goethe, H. Voll, 1.4.1817

Dä heäd 'ne Ile (Eile), as want eäm in't Haü réägende.

Dä heäd 'ne Ile, as want in't Häu soll.
Iserlohn

Da hebben wi Gottes Wort swart up witt, säd' de Bur, da sêg he den Prêster up'n Schimmel.
Flensburg

Da hef wî dat Spil gan, säd de Kröpel, un full up sîn Lîer (Leierkasten).
Holstein
hdt] Da haben wir das Spiel getan, nun bin ich mit dem Spiel fertig, sagte der Krüppel, und fiel auf die Leier.

Dâ heff wî dat Spill gân, sär dei Kräpel, da fäll hei up sin Fidel.
Mecklenburg
fr] L'intérêt est la pierre de touche.

Da heisst es: friss, Vogel, oder stirb.

Da heisst es: Hund, friss oder stirb.

Da heisst ja ein Hase den anderen Langohr.

Da heisst's auch: Dreck, fedre (beeile) dich und geh raus, oder bleib drin.
i] Zur Charakterisierung lässiger, flüchtiger Wäscherinnen.

Da heisst's auch: lass den Narren stehen.
Nürtingen

Da heisst's: Friss, Vogel, oder stirb.

Da helpt kên Tuten oder Blasen.
i] Es hilft keine Gegenrede. Wir haben gewonnen.
z] Es hilfet weder tuto noch tota.

Da herrschet Well auf Welle kraftbegeistet,
Zieht sich zurück, und es ist nichts geleistet!
Was zur Verzweiflung mich beängstigen könnte:
Zwecklose Kraft unbändiger Elemente!
Goethe, Faust II A IV, Hochgebirg (Faust) Vs 10216f.

Da het Aalk by'n Putt sêten.
Holstein
i] Wenn ein Unheil angerichtet oder irgendein Spiel verloren ist, wahrscheinlich von einer Alten des Namens, die im Ruf der Hexerei stand.

Dä het jetz der Wenk om Röcken.
Bedburg
hdt] Er hat jetzt den Wind im Rücken.
i] Seine Lage ist günstiger geworden.

Dä het Stöpp en de Uhre.
Bedburg
i] Ist unaufmerksam, hört nicht.

Da hett de Teufel sein Humpstock un Pumpstock herschickt.
i] Allerlei Volk, einen Menschenmischmasch.

Da hett he en Bären brummen.
i] Da ist er schuldig.

Da hett he en Hund utstuppen seen.
Holstein
i] Dort ist's ihm schlimm ergangen; er kommt dahin nicht wieder.

Da hett he mi an 't Mûl (Maul) megen.
i] Er hat mich übervorteilt. Mîgen = pissen, lateinisch mingere.

Da hett seck 'ne Ape lüset, sagt de ole Kampischke, as êr dat Geld stôlen wâs.
Hildesheim

Da hewwi (haben wir) den Düwel un keinen Sack.
Büren

Da hilft ihm kein Doktor davon.

Da hilft kein Geld, wo die Tugend durchlöchert ist.
pl] Skapego dwa razy glowa boli.

Da hilft kein Grobgransen.
Köthen
i] Es hilft alles nichts. Gransen oder granzen für grunzen und dies für heftig weinen.

Da hilft kein Heiliger hat der Bauer zum Pfarrer gesagt, da gehört Mist her.

Da hilft kein Sagen, wenn man nicht danach tun will.
fr] On a beau prêcher à qui n'a cure de bien faire.

Da hilft kein Zappeln für 'n Frost.

Da hilft kein Zorn. Da hilft kein Spott.
Da hilft kein Weinen, hilft kein Beten.
Die Nachricht stimmt! Der liebe Gott
ist aus der Kirche ausgetreten.
Kästner, Neues vom Tage

Da hilft keis Büte nit.
Solothurn
i] Wenn etwas unaufhaltsam seinem Ziele entgegengeht.

Da hilft nun kein Beten mehr.
Shakespeare, Heinrich IV., 1. Teil, 2, 4 (Falstaff)

Da hilft weder Kraut noch pflaster.

Da hilft weder Mahnen noch Warnen.

Da hilft weder Warnen und Weisen.

Dä hiv huch op un schlêt hösch.
i] Er holt weit aus, schlägt aber wenig zu, es fehlt das Streichen.

Da hoat der Teufel seine Bratzen drauf.
Niederösterreich
i] Wenn man etwas verloren oder verlegt hat und dasselbe nicht sogleich finden kann. Ein verwandter Kinderspruch lautet: Teufel, Teufel tua dein Bratzen weg, sonst kummt der Engel und schlägt d'rs weg.

Dä hölgen Berg (die Treppe hinauf) erop met dä Wâchter (mit den Wichtern = Kindern ins Bett).
Köln

Da hört alle Weltgeschichte auf.
i] Alle Einsicht, aller Verstand.

Da hört der Spaß auf.

Da hört der Weg auf.
i] Da stehen die Ochsen am Berge.
z] Hic haeret aqua, mein Herr Pfarr.

Da hört die Gemütlichkeit auf.
Nürtingen

Da hört doch aller Gurkenhandel auf!
z] Wenn erst die Mitglieder der Direction einander Concurrenz machen, dann hört der Gurkenhandel auf. Leipziger Volkszeitung, 1879

Da hört doch Alles auf.

Da hört mein Latein auf.

Da hört nichts auf, weil nichts angefangen hat.

Da Hund had ihm 's Maß g'nomma.
i] Er hat zu viel getan, er hat in der Arbeit das rechte Maß verfehlt.

Da Hund is ma schon vorn Licht umganga.
i] Ich hab's mir schon vorher gedacht, dass es so kommen werde.

Da ich A gesagt, muss ich B sagen.

Da ich bald verstand, dass man nicht diesen oder jenen Krieg nur verhindern soll, sondern den Friedenszustand, den Zustand des unteilbaren Gesamtfriedens in der Welt verwirklichen soll, kam ich zum einzig konsequenten und richtigen Pazifismus, zum revolutionären, zur Revolution.
Leonhard, Wir Kriegsdichter

Da ich das Dasein nicht nutzte, nutzte das Dasein mich ab.
Gustave Flaubert, November

Da ich ein Kind war,
Nicht wußte, wo aus noch ein,
Kehrt ich mein verirrtes Auge
Zur Sonne, als wenn drüber wär
Ein Ohr, zu hören meine Klage,
Ein Herz wie meins,
Sich des Bedrängten zu erbarmen.
Goethe, Prometheus

Da ich für die Wiege gesorgt habe, so sorge du nun für das Kind.
Russland

Da ich ganz ohne Stolz bin, kann ich meiner innerlichen Überzeugung glauben, die mir sagt, dass ich einige Eigenschaften besitze, die zu einem Poeten erfordert werden und dass ich durch Fleiß einmal einer werden könnte. Ich habe von meinem zehnten Jahre angefangen, Verse zu schreiben, und habe geglaubt, sie seien gut.Jetzo in meinem siebzehnten sehe ich, dass sie schlecht sind, aber ich bin doch sieben Jahre älter und mache sie um sieben Jahre besser.
Goethe, An Cornelia Goethe, 11. 5. 1767

Da ich gegen außerordentliche Größen immer auf der Hut bin, habe ich gefunden, dass sie, im ganzen, Menschen wie andere sind.
Montaigne, Essais

Da ich Gott danke, wenn mir hier und da ein brauchbarer Spruch aufgeht, und das ist wahrhaftig alles, was man nötig hat.
Goethe, Zwo biblische Fragen

Da ich hatte und kund geben, kund ich mit Freunden in Frewden leben, nun mir das Gut ist entrunnen, sind mir auch die Freund entsprungen.

Da ich in Jahrtausenden lebe, so kommt es mir immer wunderlich vor, wenn ich von Statuen und Monumenten höre. Ich kann nicht an eine Bildsäule denken, die einem verdienten Manne gesetzt wird, ohne sie im Geiste schon von künftigen Kriegern umgeworfen und zerschlagen zu sehen.
Goethe, Eckermann, 5.7.1827

Da ich kein anderes Bestreben kenne, als mich selbst, nach meiner Weise, soviel als möglich auszubilden, damit ich an dem Unendlichen, in das wir gesetzt sind, immer reiner und froher Anteil nehmen möge...
Goethe, An K. E. Schubarth, 10. 5. 1829

Da ich mich einmal auf das Element der Unverschämtheit begeben habe, so wollen wir sehen, wer es mit uns aufnimmt.
Goethe, Brief an Schiller, Weimar, 6. 10. 1798

Da ich mich in meinem Leben vor nichts so sehr als vor leeren Worten gehütet, und mir eine Phrase, wobei nichts gedacht oder empfunden war, an anderen unerträglich, an mir unmöglich schien...
Goethe, Tag- und Jahreshefte 1803

Da ich mit der Naturwissenschaft, wie sie sich von Tag zu Tage vorwärts bewegt, immer mehr bekannt und verwandt werde, so dringt sich mir gar manche Betrachtung auf über die Vor- und Rückschritte, die zu gleicher Zeit geschehen. Eines nur sei hier ausgesprochen: dass wir sogar anerkannte Irrtümer aus der Wissenschaft nicht los werden. Die Ursache hievon ist ein offenbares Geheimnis.
Goethe, Maximen und Reflexionen 551

Da ich nach meiner Art zu forschen, zu wissen und zu genießen, mich nur an Symbole halten darf...
Goethe, Vergleichende Anatomie - Die Lepaden

Da ich noch ein Kind war, hört ich stets,
der Jugend Führer sei das Alter, beiden sei,
nur wenn sie als Verbundne wandeln, Glück
beschert.
Goethe, Paläophron und Neoterpe (Neoterpe)

Da ich nun einmal nichts aus Büchern lernen kann, so fang ich erst jetzt an, nachdem ich die meilenlangen Blätter unserer Gegenden umgeschlagen habe, auch die Erfahrungen anderer zu studieren und zu nutzen.
Goethe, An Merck, 11. 10. 1780

Da ich nun weiß, dass ich nie etwas fertig mache, wenn ich den Plan zur Arbeit nur irgend vertraut oder jemanden offenbart habe, so will ich lieber mit dieser Mitteilung noch zurückhalten.
Goethe, An Schiller, 28. 4. 1797

Da ich nur denken kam, insofern ich produziere, so wird mir ein solches kühnes Unterfangen [die Ilias fortzusetzen] zur angenehmsten Beschäftigung, und es mag daraus entstehen, was da will, so ist mein Genuss und meine Belehrung im Sichern...
Goethe, An Knebel, 15.3.1799

Da ich nur handelnd denken kann, so habe ich dabei wieder recht artige Erfahrungen gemacht...
Goethe, An Schiller, 12.5.1798

Da ich selbst Psychoanalyse treibe, weiß ich, wie falsch jede Selbstäußerung ist.
Döblin, Autobiographische Skizze

Da ich Treue nicht kann finden, häng' ich den Mantel nach den Winden.
la] Pelle sub agnina lutitat mens saepe lupina.

Da ich viel allein verbleibe,
Pflege weniges zu sagen,
Da ich aber gerne schreibe,
Mögens meine Leser tragen!
Sollte heißen: gern diktiere,
Und das ist doch auch ein Sprechen,
Wo ich keine Zeit verliere:
Niemand wird mich unterbrechen.
Goethe, Zahme Xenien VI

Da ich von der Unsterblichkeit der Seele überzeugt bin, sehe ich keinen vernünftigen Grund, die Möglichkeit des Erscheinens jener Menschen zu bestreiten, die sich nach Verlassen dieses Lebens um das Ergehen derer kümmern, die sie einst geliebt und denen sie nun erscheinen, um ihnen weise Ratschläge zu erteilen.
J. Charpignon, Med. Physiologie

Da ich weder Blick noch Schritt in fremde Lande getan, als in der Absicht, das allgemein Menschliche, was über den ganzen Erdboden verbreitet und verteilt ist, unter den verschiedensten Formen kennen zu lernen und solches in meinem Vaterlande wieder zu finden, anzuerkennen, zu fördern...
Goethe, An J.L.Büchter, 14.6.1820

Da ich zwar kein Widerchrist, kein Unchrist aber doch ein dezidierter Nichtchrist bin...
Goethe, An Lavater, 29. 7. 1782

Da ick meine Dienste anbot, ward min Lohn nich grôt.

Da ihm bekannt, ich liebe meine Bücher,
Gab er mir Bänd' aus meinem Büchersaal,
Mehr wert mir als mein Herzogtum.
en] Knowing I loved my books, he furnish'd me
From mine own library with volumes that
I prize above my dukedom.
Shakespeare, Der Sturm I, 2

Da ihr durch Geburt oder Wahl Bürger eines gemeinsamen Landes seid, hat dieses Land ein Recht, eure Neigung für sich zu beanspruchen.
Washington, Abschiedsbotschaft

Da im Wissen sowohl als in der Reflexion kein Ganzes zusammengebracht werden kann, weil jenen das Innre, dieser das Äußere fehlt, so müssen wir uns die Wissenschaft notwendig als Kunst denken, wenn wir von ihr irgendeine Art von Ganzheit erwarten.
Goethe, Aufsätze zur allg. Pflanzenkunde - Erwiderung

Da immer ein Geschichtchen das andere hervorruft...
Goethe, Dichtung und Wahrheit II,10

Da in allen Wissenschaften und Künsten letztes Ziel das Gute ist, so gilt dies ganz besonders und ist das Ideal der höchsten von ihnen allen in der Staatskunst.
Aristoteles, Politik

Da in der Achtung dieser Welt
so mancher Wicht wird hochgestellt,
gilt mir nur der als rechter Mann,
der ehrlich selbst sich achten kann.
Friedrich von Bodenstedt, Mirza Schaffy

Da in der wirklichen Welt doch immer nur das Mögliche beisammensteht, und sie deshalb, ungeachtet aller Mannigfaltigkeit und scheinbarer Verwirrung, immer noch in allen ihren Teilen etwas Geregeltes hat.
Goethe, Dichtung und Wahrheit III,14

Da in irdischen Dingen so viel vorübergeht, so muss man festhalten an dem Bleibenden.
Goethe, An S. Boisserée, 4.4.1825

Da indessen die Menschen aus jedem Verlust und Unglück sich wieder einen Spaß herauszubilden suchen...
Goethe, An Zelter, 1.6.1805

Da is Drifft achter, wat se seggt.
i] Er spricht mit Nachdruck.

Da is en P vörschrêben.
Holstein

Da is Fotsen Trumpf.
Holstein
i] Da geht's gemein her.

Da is kaan Untätche dran.
i] Kein Makel, nichts Untüchtiges, Krankhaftes, Schadhaftes.

Da is kên Gold so rôt, et mut hen vör Brod.
Holstein
i] Selbst der Sparpfennig, der gewöhnlich in Gold besteht, muss daran, wenn man Lebensunterhalt bedarf und mit dem Silber nicht ausreicht.
nordfries] Thiar as mian Gul so road, of hat mut wech för Broad.
ho] Geen goud zoo rood, of 't moet om brood.

Da is kên Schand so grôd, da is immer Woddel (Vorteil) darbi.
Rendsburg

Da is nig Putt nog Pann'.
i] Eine arme Haushaltung, in der es weder Topf noch Pfanne gibt, in der es an allem fehlt.

Da is schad ums Schmalz.
Wien
i] Wird gesagt, wenn sich jemand viele und doch erfolglose Mühe um etwas gibt.

Da is wierin an heilgen Grab.
Oberösterreich
i] Die heiligen Gräber werden in den letzten Tagen der Karwoche in den Kirchen aufgerichtet, mit künstlicher buntfarbiger Beleuchtung bei verhängten Fenstern. Priester und alle anderen Anwesenden beten, aber nur leise.

Dä isch d'm Tüüf'l ab'm Chara g'heit.
Bern
hdt] Der ist dem Teufel vom Karren gefallen.

Dä isch Meister, wo der Flueg i's Feld führet.
Solothurn

Dä isch nid d' Schuld, dass d' Fröscha keni Stîla (Schwänze) hei.
Bern

Da isst man nichts als Schnitz.
Schweiz

Da ist (liegt) der ganze Kram.
z] Dar hastu den ganzen Krâm.
i] Alles was da ist.
ho] Als den bras, de gansche kraam.

Da ist (o. steckt) der Wurm drin
en] there is s. th. fishy about it - there's a bug in it somewhere
fr] il y a qc. de louche (o. de boiteux) là-dedans
it] questo puzza di losco

Da ist alles zu haben, wie in Auerbachs Laden.

Da ist bei Gott keine Gnade.
i] Wenn's so weit kommt, ist keine Hoffnung mehr, es ist kein anderer Ausweg, die Sache muss sein, zB. der Zahn muss heraus.

Da ist Bettelmanns Umkehr.
Ulm

Da ist bös rupfen, wo weder Haare noch Federn sind.
it] Dove non n'è, non se ne può torre.
un] A' hol nincs, ott ne keres.

Da ist Bûr de best.
i] Da geht es lustig her.

Da ist das Fleisch, wo bleibt die Katze?
i] Als spöttische Entgegnung, wenn jemand sich bei einer Verkürzung, Unterschlagung u.s.w. auf eine offenbar unwahre Weise verteidigen will. Nach einer Anekdote.

Da ist das Kraut versalzen.

Da ist das Pferd alle.
i] Nun kann ich nicht weiter fort; hier weiß ich weiter keinen Rat. Die Ochsen stehen am Berge.

Da ist das Zeislein auf seinem Reislein.
ho] Daar is het sijsje nu op zijn rijsje.

Da ist der Bilwitz gegangen.
i] Da der Bauer recht wohl wusste, dass das Gedeihen des Getreides nicht bloß vom Pflügen, Eggen und Säen, sondern noch von etwas anderem abhing, so schrieb er diese Einwirkungen nicht der Witterung allein, sondern auch geistigen und geisterhaften Wesen zu, die bald einen günstigen, bald einen nachtheiligen Einfluss auf die Feldfrüchte äusserten. Am meisten fürchtete man in letzter Hinsicht den grauenhaften Bilwitz, der ausserordentlich mager ist, einen Rock mit sehr langen Schössen und einen kleinen dreieckigen Hut trägt, und immer seine knöchernen Hände in den Rocktaschen verbirgt. Entweder um Walpurgis oder um Johannis, wenn kein Mond am Himmel steht, schleicht er sich in der Mitternacht hinaus aufs Feld. Leise ist sein Gang, unhörbar sein Tritt. Bei dem Acker angelangt, den er zum Schauplatz seines unheimlichen Werkes erkoren, schnallt der Tückische den rechten Schuh ab, nimmt ihn unter den Arm und bindet an die große Zehe seines rechten Fußes eind kleine scharfe Sichel. So bewaffnet wandelt er nun kreuz und quer, oft in Schwankungen durch das von seiner vernichtenden Nähe schauernde Getreide und mäht schmale lange Gassen. Bis zum Morgen sind alle abgeschnittenen Halme verschwunden, sodass der Eigenthümer, wenn er sein Feld besucht, nur die trostlosen öden Gänge des frevelhaft geschändeten Ackers gewahrt. Den Bilwitzschnitter zu entdecken ist schwierig und gefährlich. In Thüringen hengt man zu diesem Behuf an dem Heiligkeits-Sonntage oder am Johannistage einen Spiegel um den Hals, setzt sich auf einen Hollunderstrauch und schaut nach allen Seiten um, die Nachforschung wird aber selten unternommen, weil sie todbringend verlaufen kann. Denn wenn der Forschende sich selbst zuerst im Spiegel erblickt, muss er sterben, nur wenn der Bilwitz sich im Spiegel des nach ihm Forschenden sieht, geht es an dessen Leben, das dann kein Jahr mehr währt. Dem boshaften Bilwitz entgegen zu wirken, gibt es viele, nach den verschiedenen Gegenden verschiedene Mittel. Über die Bocksreiter, die das Volk auch Bilwitzschneider nennt: Zur Zeit der Kornblüte in den Sonnenwende-Nächten wird von irgend einem schlimmen, habsüchtigen Bauer schädliche Zauberei geübt. Ein solcher setzt sich in Bund mit dem Teufel während des Gebetläutens auf einen schwarzen Bock oder Esel rücklings, bindet sich eine Sichel an den linken Fuss und reitet so durch das Getreidefeld der Nachbarn, die dann in ihren Aeckern fussbreite Durchschnitte finden, die sie Bilwitzschnitt nennen. Das abgeschnittene Getreide wächst nun durch die Macht des Teufels in dem Acker des Bilwitzschneiders und dieser gewinnt an Ertrag, was die Felder der Beschädigten verlieren. Die Macht des Teufels in dem Acker des Bilwitzschneiders währt aber nur so lange, als der Zauber des Gebetläutens dauert, und wird deshalb so kurz als möglich geläutet und zwar besonders am Johannisabend. Drei Nächte muss aber geläutet werden.

Da ist der Hase (im Kohl).
i] Da ist, was wir suchen.

Da ist der Kohl versalzen.

Da ist der Kuckuck drinnen.
i] So sagt man in München den Kindern, wenn eine Semmel hohl ist.

Da ist der Mou oum ärmsten, wenn de Kinner Rouz zu'n Brat essen.
Franken
hdt] Da ist der Mann am ärmsten, wenn die Kinder Rotz zum Brot eggen.
i] So lange sie noch sehr klein sind.

Da ist der Segen des Propheten Elia.
jüdisch-deutsch] Da is Eeljeh-Rowis Brooche drin.

Da ist der Sieg nicht schwer, wo der Feind nicht kämpft.
it] Que l'inimico non contrasta facil è la vittoria.

Da ist der Tanz aus.
la] Fuerunt quondam strenui Milesii.

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