Weisheiten 474

Der April die Blume macht und Mai gibt ihr die Farbenpracht.
it] Aprile fa il fiore e Maggio si fa il colore.

Der April dit noch, wat hu wl, drift de Klwer n de Schtl.
Siebenbrgisch-schsisch

Der April ist ein Schalk.
fr] April le doux, quand il se fche le pire de tous.
pl] Kwiecien - plecien.

Der April ist keck, er lockt die Alten vom Bette (o. Ofen) weg.
it] Aprile cava la vecchia dal covile.

Der April ist noch so gut - er schneit dem Bauer auf den Hut.

Der April kann rasen, nur der Mai hlt Maen.

Der April kommt wie ein Reh, befreit das Wasser vom Eise und das Land vom Schnee.

Der April lacht und weint und hat der Blumen viel.
it] Aprile - ogni giorno un barole. - Aprile or piange or ride.

Der April macht (o. setzt) das Wetter, wie er will.

Der April macht die Blum und der Mai, hat den Ruhm.
it] Se aprile produce il fiore maggio che se ne fa l'onore.

Der April macht die Blumen und der Mai hat den Dank dafr.
it] Aprile fa il fiore, e maggio ha l' onore.
it] Se aprile produce il fiore maggio che se ne fa l'onore.

Der April mak sin wie a will, he bringet Lb (= Laub) und Gras, un is ch noch so gut, dass er den Bauer setzt en'n weissen Hut.
Dessau

Der April sellet den Roggen, und der Mai den Waitzen.
Sauerland

Der April setzt das Korn wie er will.

Der April soll dem Mai halb Laub und Gras geben.
i] Soll weder zu kalt, noch zu trocken sein
d] April er aldrig saa bs han giver jo lv og grs.

Der April treibt sein Spiel, treibt er's toll, wird die Tenne recht voll.

Der April treibt sein Spiel, wie er will.

Der April tut, was er will.

Der April war nie so gut, er macht dem Ackermann ein weien Hut.

Der Aprilwind enthlt sieben Gifte und siebenerlei Ses.

Der Araber isst, so lang es ihm schmeckt, der Trke bis er verreckt.

Der arbeit in dess Teufels werckstadt, der sich von der Leut krieg und zanck ernehrt.

Der Arbeit Schmutz ist besser als der Faulheit Safran.

Der Arbeitende bekommt zu essen, aber das Aas sieht Hunger (d. i. hungert).
Estland

Der Arbeitende stirbt nie an Hunger.
Estland

Der Arbeiter gewinnt kaum das Brot, der from nehret sich mit Angst und Noth.

Der Arbeiter ist auf die Strae, aufs Pflaster geworfen ... Das macht die Arbeitslosigkeit, die schreckliche Arbeitslosigkeit, die in den Mansarden die Totenglocke lutet. Panik hat alle Industrie zum Stillstand gebracht, und das Geld, das feige Geld, hat sich versteckt.
Zola, Arbeitslos

Der Arbeiter ist nicht Brger, weil er arbeitet, sondern er arbeitet. weil er Brger ist.
Edward Bellamy, Rckblick aus dem Jahr 2000

Der Arbeiter ist seiner Speise wert.
MATTHUS 10, 10

Der Arbeiter ist seines (o. den) Lohnes (o. Speise) wert.
Matth. 10, 10, Luk. 10, 7, 1 Tim. 5, 18
fr] L'ouvrier est digue de son loyer. - Toute peine mrite salaire.
la] Dignus est operarius cibo suo.
it] Ogni fatica ricerca mercede.

Der Arbeiter riecht wie ein Arbeiter.
Estland

Der Arbeiter schlft auch auf der Egge.
Estland

Der Arbeiter soll seine Pflicht tun, der Arbeitgeber soll mehr tun als seine Pflicht.
Marie von Ebner-Eschenbach, Aphorismen

Der Arbeiter wird eine umso wohlfeilere Ware, je mehr Waren er schafft.
Karl Marx

Der Arbeiter wird vom Fabrikanten betrogen, wie der Teufel von seiner Gromutter.

Der arbeitet, was unntz ist, wer an Ketten will legen einen Fist (= Furz).

Der Arbeitgeber ist dem Arbeiter ein Fremder.
Lorenz von Stein, Die socialen Bewegungen der Gegenwart

Der Arbeitsamen Beil ist scharf, des Faulen Messer schneidet nie.

Der arge Mrz hat ein bses Herz, alte Weiber schlgt er auf den Perz und lsst den Bauern greifen nach dem Sterz.
i] Der Mrz gilt fr falsch, treulos, vernderlich.

Der argen Welt tut niemand recht.

Der rger der Mnner whrt nicht so lange wie der der Frauen.
Kikuju (Kenia)

Der rger gleicht
'nem berhitz'gen Pferd, das, gebt ihr Freiheit (o. lsst man ihm den Lauf),
Am eignen Feu'r ermdet.
en] Anger is like
A full-hot horse, who being allow's his way,
Self-mettle tires him.
Shakespeare, Knig Heinrich VIII. (1613) I, 1 (Norfolk)

Der rger von denen, die sich lieben, ist wie ein Spinngewebe.
Venedig

Der rgste Fehler, den Ihr habt, ist verliebt zu sein.
en] The worst fault have is to be in love.
Shakespeare, Wie es euch gefllt III,2

Der rgste Feind des Narren ist er selber.
Brecht, Der kaukasische Kreidekreis

Der rgste Feind ist in uns selber.
i] Die eigenen Schwchen
la] Gravior inimicus, qui latet sub pectore.

Der rgste Hagel fllt immer auf die Felder der Armen.

Der rgste Schlag
Ist doch nur Tod, und Tod will seinen Tag.
Shakespeare, Knig Richard III., III, 3 (Knig Richard)

Der rgste Tod ist der, der gar zu langsam ttet;
Die rgste Not ist die, die gar zu lange ntet.
Logau, Langsamer Tod

Der Argwohn ist des Teufels Lieblingsjnger (o. -jger).
d] Mistanke er hver mands plage, men mest hos store herrer.

Der Argwohn ist ein gegen alle gerichteter Verdacht, es geschehe etwas Unrechtes.
Theophrast, Charaktere

Der Argwohn ist ein Schalk, und wie er ist, verdenkt er jedermann.

Der Argwohn ist eine Schlange, die man nicht fttern darf, der man sofort den Kopf zertreten muss.
la] Suspicionibus securis.

Der Argwohn ist unter den Gedanken, was die Fledermuse unter den Vgeln sind: sie flattern stets im Dmmerlicht.
Bacon, ber den Argwohn

Der Argwohn klopft auch an eines ehrlichen Mannes Haus an.
la] In bonum virum non cadit suspicio.

Der Argwohn macht vor eines Frommen Haus ein gro Unwesen.

Der Argwohn riecht den Braten, ehe das Kalb noch gestochen ist.

Der Argwohn vermutet im Dunkeln den Schatten eines Menschen.

Der Argwohn, der sich von selbst im Geiste einstellt, ist nichts als Mckengesumm, allein der knstlich genhrte und durch Klatsch und Gezischel anderer zugetragene Argwohn hat einen Stachel.
Bacon, ber den Argwohn

Der Argwohn
Der Knige wird Grber nicht durchsuchen.
Das Ohr der Neugier liegt nur an den Tren
Des Glckes und der Leidenschaft.
Die Welt
Hrt auf in diesen Mauern.
Schiller, Don Karlos 2,14, Prior

Der argwhnische Liebhaber gleicht einem Kater, dem bei Nebelluft die Ohren jucken.
Denis Diderot, Die geschwtzigen Kleinode

Der Arm der Frau Fortun' kann mehr als hundert Helden tun.

Der Arm des Essers hat sechs Glieder.
Estland

Der arm gast ist gotskast.

Der Arm hat keinen Nutzen, wenn er dem Reichen (o. Mchtigen) will trutzen.
sp] Al pobre no es pro vechoso, acompaarse con el pederoso.

Der Arm ist mehr als der rmel.

Der Arm ist schneller gebrochen als geheilt.

Der Arm ist zu kurz.

Der arm leidt und wird verdruckt durch Wucher, geitz und bse tck.

Der Arm muss allenthalben das liecht halten, das Gelag bezalen, und noch darzu sein Haar lassen und jedermans fusstuch sind.

Der Arm muss sich schmucken (o. schmiegen) und bucken, achen und krachen.

Der Arm, der fr die Gerechtigkeit das Schwert fhrt, wird nimmer mde.

Der arme (und geringe) Luther macht viele zu reichen Hansen.
i] So sagte Erasmus, als einigen, die gegen Luther geschrieben hatten, Bistmer erteilt wurden.

Der Arme baut ein kleines Haus.

Der Arme bedarf Gottes so gut, als wer hat.
d] Sva tharf fataeke mader Guds, sem hiem er meira a.

Der Arme bedarf viel Hlfe.
ndt] De arme behovet vele hulpe.
la] Indiget auxilio pauper regumque favore.

Der Arme bedarf wenig zum Leben im Land: den Weg vor sich und den Stock in der Hand.

Der Arme behlt seine Hhner, der Reiche seine Tchter nicht lange.

Der Arme bekommt auch in der Kirche Prgel.
Estland

Der Arme bekommt keine Taufgste, der Reiche bekommt sogar Drescher.
Estland

Der Arme bittet an vielen Tren, aber er bekommt nicht vor jeder eine Gabe.
la] Indigus implorat sed eum qui malit honorat.
sd] Han bedhis ther thorff thaen wether som wil.

Der arme bleibt doch stts dahinden, thut er kein gelt im beutel finden.
la] Pauper ubique iacet, dum sua bursa tacet.

Der Arme bleibt nicht ungespottet.

Der Arme braucht andere, aber der Reiche wird allein fertig.
Estland

Der Arme braucht sehr viele Sachen, der Habgierige braucht alles, was es auf der Welt gibt.
Estland

Der Arme braucht sich nicht vor dem Dieb zu frchten.
Estland

Der Arme ernhrt den Reichen.
Estland

Der Arme fngt den Fuchs, der Reiche trgt den Pelz.
en] Beggars breed and rich men feed.
fr] L'un a battu les buissons, l'autre a pris les oisillons.
pl] Biedak lisy łowi, bogacz w futrze chodzi.

Der Arme fastet gern zu Gottes Ehren, so oft er nichts hat zu verzehren.

Der Arme findet berall eher einen Frosch im Netz als einen Krebs.
bm] Cbudmu vzdycky spse v saku zbanez rak.

Der Arme freut sich dreimal ber sein Kleid: wenn's neu, wenn's alt und dann, wenn's neu geflickt.

Der Arme friert, der Geizige erfriert.
d] Den fattige lider mod sin villie, den gjerrige med sin villie.
la] Pauper ubique jacet.

Der Arme gehrt hinter die Tr.
bm] Chud vsude mus za dvře aneb pod lavici se vtis knouti.
pl] Kto niema codal, musi u drzwi sta.

Der Arme geht ohn Geld, wie ein Schaf.

Der Arme gibt ein Hhnerei, um ein Gansei wieder zu erhalten.
la] Quem galline fert pauper vt auferat ance.
sd] Fatigh kona fre hna aeg at hon maffa gaas aegh.

Der Arme gibt seinem Sohne keinen einzigen Schlag, er schtzt ihn stets hoch.
Sumerer
i] Weil seine Arbeitskraft unentbehrlich ist

Der Arme gibt von (seiner) Armut, der Reiche gibt nicht von (seinem) Reichtum.
Estland

Der Arme hat alle Tag' drei Gerichte: Kerscht, Kroom und drg' Brod.

Der Arme hat die Geduld, es kochen, aber nicht, es abkhlen zu lassen.
Finnland

Der Arme hat die meisten Kinder.

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