Weisheiten 47


Bumsweise tofallen as de Flegen in de Brê.
i] Von Personen, die plump und ungelenk sind und 'pardauz' in die Sache hineinfallen.

Bunde trennen sich, und halten nicht.

Bündnis machen ist leicht, aber halten ist schwer.
dä] Let at gjöre forbund, men besverligt at holde det.

Bündnis macht die Schwachen stark.

Bündnisfall
i] die Verpflichtung, einem Verbündeten zu helfen
la] casus foederis

Bündnisse sind gemeinlich Kuppeln von faulen Stricken.

Bündnisse sind gut, aber wehe dem, der ihrer bedarf auch in ehrlichen Händeln.

Bündnisse sind gut, aber wehe denen, die ihrer bedürfen.
z] Wer Bundnuss macht, muss wol zusehen, dass die, so bey ihm wollen stehen, von Hertzen seine freunde sein, sonst bleibt er in der noth allein.
z] Da kam die ganze Kriegslast dem Churfürsten von Sachsen auff den Hals. Dannenhero ihm das Wort erwachsen, dass er sagt: Bonum est facere foedera, sed vae servanti.

Bündnisse und faule Stricke halten selten lange.

Bundnussen (Bündnisse) verreissen die gesatz.

Bunds- und huntsketten reissen endlich mit bellen und beissen.

Bundschuh reim dich!
Luther
z] Es scheint noch eine andere mit dem in Rede stehenden Worte zusammengesetzte Redensart schon früh im Gebrauch gewesen zu sein, nämlich: 'et cetera buntschuh' und zwar besonders als eine Art scherzhaften Flickreims oder überhaupt Flickworts, das man anwandte, das tautologische 'et cetera und so weiter', worauf dann ein Reim folgte oder nicht.

Bundsketten machen.
i] Meutern, Aufruhr stiften.

Bunt ist meine Lieblingsfarbe.
Walter Gropius

Bunt lett wacker.
Oldenburg
i] Wacker wird im oldenburgischen Plattdeutsch, dem das Wort 'schön' fehlt, besonders von der Kleidung gebraucht und steht dann für niedlich, freundlich, lebhaft.

Bunt sind schon die Wälder,
Gelb die Stoppelfelder,
Und der Herbst beginnt.
Johann Gaudenz von Salis-Sewis, Gedichte

Bunt und wunderlich wie eine Schneiderfahne.

Bunte Blumen riechen nicht.
i] Wider die Putznärrinnen.

Bunte Bullen, bunte Kälber.

Bunte Kleider, bunter Sinn.
dä] Brogede kleder, broget sind.

Bunte Reihe machen.
i] Bei Tafel z.B. Eine solche Ordnung in Betreff der Gäste treffen, dass Männer und Frauen nebeneinander, nicht die Männer auf dieser und die Frauen an der andern Seite der Tafel sitzen. Ebenso wenig darf ein Ehepaar nebeneinander zu sitzen kommen. In einer Kussgesellschaft darf ein Mann nicht den andern, eine Frau nicht die andere, der Mann nicht seine Ehegattin, der Bruder nicht die Schwester oder umgekehrt küssen.

Bunte Reihe, sagte der englische Kriegsminister, da wollte er die Deserteure tätowieren lassen.
i] Es war der Vorschlag (1878) gemacht worden, die wieder ergriffenen Flüchtlinge zu zeichnen (brandmarken).

Bunter as bunt.

Buntes Pferd verkauft man gern.
ho] Bonte paarden zijn zelden goed, maar als ze goed zijn, zijn ze zeer goed.

Buonarroti fing an, den Block zur Büste zu bilden,
Sah, es wurde nichts draus, Freunde, da ließ er ihn stehn.
Goethe/Schiller, Xenien

Bur (Bauer) blift Bûr, wenn 't ôk is up hilge Paskdag (= Ostertag).
la] Rustica gens nulla genus arte domabile.

Bûr blift Bûr, wenn 't ôk is up hilge Paskdag (= Ostertag).
la] Rustica gens nulla genus arte domabile.

Bur blift en Bûr, und slöpt he ok bet Mittag.

Bur is kên Edelmann.

Bur is 'n Bêst, sä Jan Blesene.
Ostfriesland

Bur is 'n Schelm von Natur.
Altmark

Bur, magst ôk Kôfoet (Kohföt = Kuhfüße)?

Bur, pass op dinn Stöck.
Meurs.
i] Aufforderung zur Aufmerksamkeit, Rat auf der Hut zu sein.
ho] Boer pas op je ganzen.

Bur, schaff up!

Bürde bringt Würde.
la] Labores pariunt honores.

Büren vor'n Wâle, da geit de Wind sau kale.
i] Das Dorf Büren vor dem Walde im Hannöverschen Amte Münden liegt so hoch und kalt, dass das Getreide ein paar Wochen später reif wird. Die natürliche Lage des Dorfs ist sprichwörtlich geworden.

Bürge für etwas sein, wie für die Waren im Kram.

Bürge man den Narren hinter der Tür, er steckt die Ohren doch herfür.

Bürge werden hat vil reicher leut verderbt und in armut bracht.

Bürge werden tut Schaden ('schaden) auf Erden.
bm] Kdo se nučí, ten se mučí.
bm] Rukojmĕ býti, jest skodu míti.
bm] Sebe uvazuje, kdo jiného vyvazuje.
bm] Sebe v svízel uvodí, kdo jiného svobodí.

Bürge werden, leih'n und borgen, macht grau Haar und große Sorgen.

Bürgen muss man würgen, aber nicht an den Hals sprechen.
[RSpW] (Die Bürgen haften nur mit dem Gut, nicht mit dem Leben)

Bürgen müssen zahlen.
fr] Il faut payer ou agréer.
ho] Die voor een ander borg blijft, betaalt vor hem.

Bürgen soll (muss) man würgen.
[RSpW]
i] Von der gewaltsamen Ladung und Ziehung vor Gericht zu verstehen, wie dieser Ausdruck auch in dem Evangelium vom Schalksknechte vorkommt. Aus den meisten alten Gesetzen erhellt, dass der Bürge als ein Selbstschuldner angesehen wurde, ja sogar den Tod für den leiden musste. Schiller, Die Bürgschaft.

Bürgen soll man würgen.
var] Den Bürgen muss man würgen.
en] The bail must pay.
fr] Qui répond paye.
it] Chi risponde paga la somma.
sp] El que es fiador es pagador.

Burgen und Fürsten haben keinen Frieden.
i] Der Rechtsfriede war hauptsächlich ein Schutz für den Wehrlosen und Friedfertigen, den die Bewohner der Burgen und die Fürsten weniger nothwendig hatten, da sie sich selbst zu schützen vermochten.

Burgen, Tore, Brücken, Mauern, Deiche, überhaupt Bauwerke, von deren Sicherung sehr viel abhängt, werden dadurch gefeit, dass man lebendige Kinder in sie einmauert.
Aberglaube

Burger (Bürger) und baurn macht gelt zu lauren.

Bürger fragen, Politiker anworten (nicht): ein Politiker betrachtet eine Frage nicht als Aufforderung zur Auskunft, sondern als Erlaubnis zum Reden.
Helmar Nahr

Bürger und Bauer scheidet nichts denn die Mauer.
ndt] Burgen und bawer scheydet nichts denn die Mawer.
i] Bei Bildung der Städte fanden sich auch viele, die sich außerhalb der Bingmauern niederließen, wodurch die Vorstädte entstanden. Da aber die meisten der ersten Einwohner der Vorstädte von schlechter Herkunft, z. B. entlaufene Leibeigene, Diebe und anderes liederliches Gesindel war, die von den in der Stadt wohnenden Bürgern mit Verachtung angesehen wurden, so hatten sie keinen Anteil an den Rechten, Freiheiten und Ehren, die den Bürgern erteilt wurden. Das Sprichwort wollte also sagen, dass die Einwohner in den Vorstädten zum Bauernstand geboren und dass sie daher so gut wie diese zu Frondiensten verbunden und weder Handel, noch ein anderes bürgerliches Gewerbe treiben durften. Dieser Rechtsunterschied hat unter ganz veränderten Verhältnissen aufgehört.
ho] Burger en boer scheiden niets dan die muur.
un] A polgár s paraszt között csak a fal van közben.

Bürger, Gottfried August] Bürger hatte zu mir wohl eine Verwandtschaft als Talent, allein der Baum seiner sittlichen Kultur wurzelte in einem ganz andern Boden und hatte eine ganz andere Richtung.
Goethe, Eckermann, 12.5.1825

Bürger, Gottfried August] Bürgers Talent anzuerkennen, kostete mich nichts, es war immer zu seiner Zeit bedeutend; auch gilt das Echte, Wahre daran noch immer und wird in der Geschichte der deutschen Literatur mit Ehren genannt werden.
Goethe, An Zelter, 6.11.1830

Bürger, Gottfried August] Es ist traurig anzusehen, wie ein außerordentlicher Mensch sich gar oft mit sich selbst, seinen Umständen, seiner Zeit herumwürgt, ohne auf einen grünen Zweig zu kommen. Trauriges Beispiel: Bürger.
Goethe, Maximen und Reflexionen

Bürger, schreib den Rat dir auf,
Erst zahl Steuern und dann sauf!
Inschrift im Ratskeller zu Wiesbaden

Bürgerkrieg ist immer das Fürchterlichste, was man haben kann, in allen Ländern.
Bismarck, im Herrenhaus, 23. März 1887

Bürgerkrieg
la] bellum intestinum

Bürgerkrone
i] für die Lebensrettung in einer Schlacht verliehen
la] corona civica

Bürgerlich-demokratischer Inhalt der Revolution, das heisst Säuberung der sozialen Verhältnisse (der Zustände, der Einrichtungen) des Landes vom Mittelalterlichen, von der Leibeigenschaft, vom Feudalismus.
Lenin, Zum vierten Jahrestag der Oktoberrevolution

Bürgerliche Krieg verheeren Land und Leut.
fr] Les guerres civiles sont les grands jours des cieux.

Bürgerlicher Nationalismus und proletarischer Internationalismus - das sind zwei unversöhnlich feindliche Losungen, die den beiden großen Klassenlagern der ganzen kapitalistischen Welt entsprechen und zwei Arten von Politik (mehr noch: zwei Weltanschauungen) in der nationalen Frage zum Ausdruck bringen.
Lenin, Kritische Bemerkungen zur nationalen Frage

Bürgern und Bauern stehen höfische Zeremonien läppisch an.

Bürgeruneinigkeit bringt nichts den Hertzenleid.

Burgos ist der Städte Krohn.
z] Burgos ist der Städte Kron, Burgos' Cid die Kron der Ritter, Burgos' Dom die Kron der Kirchen.

Bürgschaft erbt niemand.
[RSpW]
i] Im allgemeinen waren die Erben nach altdeutschem Recht für eingegangene Bürgschaften des Erblassers nicht haftbar, worauf sich das obige Sprichwort bezieht, doch gab es Fälle, wo diese Verpflichtung stattfand.
z] Borgschaft ererbet nyemann. Wo der Bürgermeister doktert, da ist nicht gut wohnen.

Bürgschaft müssen die Erben bezahlen.
[RSpW]
i] In dem Falle z.B., wenn der Bürge vor Gericht erklärt hat, dass er die Schuld bezahlen will.

Burgunder für Könige, Champagner für Herzoginnen, Rotwein für Vornehme und Port für den Bürger.
Frankreich

Burgunderwein - ein Wunderwein.

Burn' geliert (= Ohne einen Bauernhof zu besitzen), îs Dachlener worden.
Neumark.

Burns, Robert] Wodurch ist er groß, als dass die alten Lieder seiner Vorfahren im Munde des Volkes lebten, dass sie ihm sozusagen bei der Wiege gesungen wurden, dass er als Knabe unter ihnen heranwuchs, und die hohe Vortrefflichkeit dieser Muster sich ihm so einlebte, dass er darin eine lebendige Basis hatte, worauf er weiter schreiten konnte.
Goethe, Eckermann, 3.5.1827

Bürokratismus bedeutet: die Interessen der Sache den Interessen der Karriere unterordnen, hinter den Posten her sein und die Arbeit links liegen lassen, sich um die Kooptation balgen, anstatt für die Idee zu kämpfen.
Lenin, Ein Schritt vorwärts, zwei Schritte zurück

Bürschen gehen.

Burschen in seinem Alter werden schon verliebt, wenn sie nur eine weiße Schürze auf einem Besenstiel sehen.

Burschenleben, das heisst leben!
Leben ist nicht einerlei.
Freiheit kann nur Freude geben.
Kommersbuch für die deutschen Studenten: Abschiedslied

Burschenschaft ist Burschen schafft, sagt Kamptz.

Bu's (Wo es) verschimmelt Brûd git (gibt), do git's â verschimmelte Tâler.
Henneberg

Busch und Berg soll sein eine gemeine Weid.
mhd] Bosch und berg dz sot sin eine gemeine weid.

Büsche haben Ohren und Felder Augen.

Büsche haben Ohren und Wälder Augen.
Die Wand hat Ohren, der Wind hat eine Stimme.
Die Wände haben Ohren und die Flaschen haben Münder.
Japan
Die Wände haben Ohren, die Fenster Augen.

Buschklepper ist sein Vetter.

Buße gehört auf die Sünd' wie die Laus auf den Grind.
i] Grind = Hautausschlag, der sich zu einer Kruste verhärte.

Buße ist zuweilen nicht zu spät, aber nie zu früh.
dä] Penitentse er undertiden ey for sildig, men aldrig for tiilig.

Buße und Wette gibt man nicht, da man Leib und Leben verwirkt.
mhd] Buze ooch wette gibt man nicht, da man lib oder haut verwirket.

Büßen und recht tun find allzeit Gnad.

Bußväter - Busenväter.
z] Dass die Beichtväter wohl Bauchväter mögen genannt werden, dieweil sie durch die Beicht in untersten und innersten Busen der Frawen und Döchter sehen und tasten können.

Büst du bös, ga mank de Gös, büst du guäd, ga mank de Schâp.
Holstein

Buten (außen) glei, binnen auwai. Lübeck (Bettelstaat)

Buten Beens (Beine) lopen.
i] Ehebruch treiben.

Buten glei (glatt) binnen, o wei.
Holstein
i] Von allem Bettelstaat, der von außen gleisst.

Butke bi Butke.
i] Jeder bei seines Gleichen.

Bütow und Rummelsburg haben zusammen eine Lerche, die abwechselnd, morgens in Bütow, nachmittags in Rummelsburg singt.

Butten bleiben allezeit Plattfische.

Butten sind keine Forellen.
ho] Botten blijven platvisch.

Butten und Schollen sind wol gelattet, aber vbel gedecket.

Butter bei die Fische!

Butter en Brôd is ossen (immer) 't êste en 't lûste.
Franz. Flandern

Butter im Munde, Schwerter im Herzen.
la] Tua in melle lingua sita est, cor in felle atque acerbo aceto.

Butter ist des Morgens Gold, des Mittags Silber und am Abend Blei.

Butter ist dreimal schlecht: Im Sommer, wenn sie schmilzt, im Winter, wenn sie hart ist, und dann, wenn es sie nicht gibt.
Estland

Butter ist lauter Fett und kann doch zu teuer bezahlt werden.
Eifel

Butter ist zu vielen Dingen gut, aber zum Ofenschmieren taugt sie nicht.

Butter schlägt man nicht aus einem schönen Gesicht.

Butter und Brot schmeißen.
i] Ein flaches Stückchen Stein auf eine Wasserfläche so schräg hinwerfen, dass es ein paar mal aufhüpft.

Butter und Käse sind auf einen Tag geboren.
i] Von Gleichem, Ähnlichem, Verwandtem.

Butter und Quarg (Käse), das ist zu arg.
i] Will sagen, dass der, welcher Butter und Käse zugleich zum Brote isst, verschwendet.
ho] Twee zuivels op een brood, dat geeft hongersnood.

Butter und Schmalz zur Suppe geben.
i] Bei einer Sache helfen.

Butter und Schuhwichse auf einem Teller auftragen.
i] Die wunderlichsten Zusammenstellungen machen.
la] Pygmaeorum acrothinia colosso aptare. Suidas

Butter verderbt keine Kost.
i] Durch glimpfliches Verfahren wird nichts verdorben.
en] Soft fire makes sweet mall.
ho] De boter slacht onze lieve vrouw, zij verbetert alles.
un] A bélesnek nem árt a vaj.

Butter vor dem Essen ist Gold, nach dem Essen Silber, auf die Nacht Blei.
Polen

Butter vor und Butter nach gibt ein Alter mit Gemach.
ho] Boterje vóór, boterje na doet honderd jaar leven.

Butter zu Butter macht keine Küche.
Irland
i] Wenn zwei Mädchen sich küssen.

Butter zu den Fischen.

Butterberge sind die Folge von Milchmädchenrechnungen.
Werner Mitsch

Butterbrot (o. Butterschnitten) und Minister fallen immer auf die geschmierte Seite.

Butterbrot fällt auf die Butterseite.
i] Also dahin, wo es am meisten verdorben wird.
Jüdisch-deutsch] Butterbrot fallt uf's Ponim (aufs Gesicht).

Butterbrot schützt die Herde, Fleisch und Brot fahren Dünger aus.
Estland

Butterfingers.
en] Phrase

Butterflies in My Stomach.
en] Idiom

Buttermilch aus dem Kübel vertreibt alle Übel.
ndt] De Buttermilch as'n (aus dem) Küb'l vetreibt alle Übl: abe wenn s' a Bois (ein bisschen) steât, aft (dann) schaug, wia's de geaht. Alpach im Unterinntal

Buttermilch ist Käufer und Molken Bürge.
i] Wenn der Käufer nicht viel und der Bürge womöglich noch weniger wert ist.
ho] Karnemelk is kooper, wie is borg?

Buttermilch und Sauerkraut fressen die Franzosen, und wenn sie das gefressen han, so scheissen's in die Hosen.
Thüringen

Buttermilch und schimmlig Brot sättigen auch in Hungersnot.
dä] Kjerne-melks valde og muller bröd maetter og vel i hungers nöd.

Buttermilch von einer Stund' ist gesund.

Butter's, so buttert's.
i] Wenn man etwas auf gut Glück wagt.
ho] Botert het, dan botert het.

Butterschnitten und Minister fallen immer auf die gestrichene Seite.

Buttert's, so buttert's.

Butterweck salzen und im Rauch dörren, sollte wohl ein gutes Essen sein.

Butz und Benz.
i] Alle miteinander, ohne Ausnahme. Butz = Kürzung des Namens Burkhard oder eines ähnlichen. Die Redensart hat die Bedeutung wie Heinz und Kunz.

Butz, beiss mich nicht.
i] Butz = Larve, Vermummung, Popanz, Schreckbild.

Butz, fäll de Katt von en Stutz.

Butzen sollen kein Geld haben.
i] Butzen = Narr, sonst ist Butz = Larve, Butzengögel = Popanz, Butzi oder Butzibau = vermummte Person, Teufel, Knecht Ruprecht.

Butze-n und Fäge git kei Brod is Hûs.
hdt] Putzen und Fegen gibt kein Brot ins Haus.

Buur ahn Geld is'n Slaav op de Welt.
i] Bauer ohne Geld ist ein Sklave auf der Welt.

Buur blivt'n Buur un slöpt he ok bit an'n Middag.

Buur is'n Buur - 'n Schelm von Natur.

By Have (bei Hofe) gyfft men vele hende und weynich herten.

Bylbrief geht vor Bodmereibrief.
i] Cassius (klassischer Jurist) definiert Blutsverwandte als solche, die durch die Bande des Bluts miteinander verbunden sind.
[RSpW]
la] Consanguineos autem Cassius definit eos, qui sanguine inter se connexi sunt.

By-n-eme böse Nachbar und by-n-ere böse Frau sell me nit säge: strof mi Gott, me-n- isch scho g'stroft g'nue.
Solothurn

Byron, 'Cain'] Man sieht [am 'Cain'] wie einem freien Geiste wie Byron die Unzulänglichkeit der kirchlichen Dogmen zu schaffen gemacht und wie er sich durch ein solches Stück von einer ihm aufgedrungenen Lehre zu befreien sucht.
Goethe, Eckermann, 24.2.1824

Byron, 'Don Juan'] Don Juan ist ein grenzenlos-geniales Werk, menschenfeindlich bis zur herbsten Grausamkeit, menschenfreundlich, in die Tiefen süßester Neigung sich versenkend. [...] Dem wunderlichen, wilden, schonungslosen Inhalt ist auch die technische Behandlung der Verse ganz gemäß, der Dichter schont die Sprache so wenig als die Menschen...
Goethe, Schriften zur Literatur - Byrons Don Juan

Byron, George Noel Gordon] Byron allein lasse ich neben mir gelten!
Goethe, F. v. Müller, 2.10.1823

Byron, George Noel Gordon] Byron hat mich vollkommen verstanden, und ich glaube, ihm zu verstehen.
Goethe, A. G. v. Stroganoff, 1825-1830

Byron, George Noel Gordon] Byron war meist unbewußt ein großer Dichter, selten wurde er seiner selbst froh.
Goethe, F. v. Müller, 17.12. 1824

Byron, George Noel Gordon] Byron wußte zu gut, wo etwas zu holen war, und er war zu gescheit, als dass er aus dieser allgemeinen Quelle des Lichts [Voltaire] nicht auch hätte schöpfen sollen.
Goethe, Eckermann, 16.12.1828

Byron, George Noel Gordon] Denn was soll man von einem Erdgebornen [Byron] sagen, dessen Verdienste durch Betrachtung und Wort nicht zu erschöpfen sind?
Goethe, Schriften zur Literatur - Zum Andenken Byrons

Byron, George Noel Gordon] Er hatte den Gipfel seiner schöpferischen Kraft erreicht, und was er auch in der Folge noch gemacht haben würde, so hätte er doch die seinem Talent gezogenen Grenzen nicht erweitern können. In dem unbegreiflichen Gedicht seines Jüngsten Gerichts hat er das Äußerste getan, was er zu tun fähig war.
Goethe, Eckermann, 18.5.1824

Byron, George Noel Gordon] Ich konnte [in Faust II A III] als Repräsentanten der neuesten poetischen Zeit niemanden gebrauchen als ihn, der ohne Frage als das größte Talent des Jahrhunderts anzusehen ist. Und dann, Byron ist nicht antik und ist nicht romantisch, sondern er ist wie der gegenwärtige Tag selbst. [...] Auch paßte er übrigens ganz wegen seines unbefriedigten Naturells und seiner kriegerischen Tendenz, woran er in Missolunghi zu Grunde ging.
Goethe, Eckermann, 5.7.1827

Byron, George Noel Gordon] Lord Byron ist zu betrachten: als Mensch, als Engländer und als großes Talent. Seine guten Eigenschaften sind vorzüglich vom Menschen herzuleiten; seine schlimmen, dass er ein Engländer und ein Peer von England war; und sein Talent ist inkommensurabel.
Goethe, Eckermann, 24.2.1825

Byron, George Noel Gordon] Lord Byron, der täglich mehrere Stunden im Freien lebte, bald zu Pferd am Strande des Meeres reitend, bald im Boote segelnd oder rudernd, darin sich im Meere badend und seine Körperkraft im Schwimmen übend, war einer der produktivsten Menschen, die je gelebt haben.
Goethe, Eckermann, 11.3.1828

Byron, George Noel Gordon] Seinem stets ins Unbegrenzte strebenden Naturell steht jedoch die Einschränkung, die er sich durch Beobachtung der drei [dramatischen] Einheiten auflegte, sehr wohl. Hätte er sich doch auch im Sittlichen so zu begrenzen gewußt! dass er dieses nicht konnte, war sein Verderben, und es lässt sich sehr wohl sagen, dass er an seiner Zügellosigkeit zu Grunde gegangen ist.
Goethe, Eckermann, 24.2.1825

Byron, 'Manfred'] Dieser seltsame geistreiche Dichter hat meinen Faust in sich aufgenommen und, hypochondrisch, die seltsamste Nahrung daraus gesogen. Er hat die seinen Zwecken zusagenden Motive auf eigne Weise benutzt, so dass keins mehr dasselbige ist, und gerade deshalb kann ich seinen Geist nicht genugsam bewundern. Diese Umbildung ist so aus dem Ganzen, dass man darüber und über die Ähnlichkeit und Unähnlichkeit mit dem Vorbild höchst interessante Vorlesungen halten könnte; wobei ich freilich nicht leugne, dass uns die düstere Glut einer grenzenlosen reichen Verzweiflung am Ende lästig wird.
Goethe, Schriften zur Literatur - Manfred

C. M. B.
i] die Namen der hl. Dreikönige) über der Tür.

Caesars Leben ist nicht lehrreicher für uns als unser eigenes Leben.
Michel Eyquem de Montaigne, Die Essais

Calderon de la Barca, Pedro] Auch Goethe bewundert mehr das wollüstige Farbenspiel, als die Charakteristik Calderons, in der er weit unter Shakespeare stehe. In den Intrigenstücken sei er besonders Meister, und hier müsse der Deutsche noch recht bei ihm in die Schule gehn.
H. Voß, 25.9./9.10.1814

Calderon de la Barca, Pedro] Auf jedem Jahrmarkt getraue ich mir, auf Bohlen über Fässer geschichtet, mit Calderons Stücken, mutatis mutandis, der gebildeten und ungebildeten Masse das höchste Vergnügen zu machen.
Goethe, An H. v. Kleist, 1.2.1808

Calderon de la Barca, Pedro] Bei Calderon dagegen ist dem Zuschauer, dessen Wahl und Wollen nichts überlassen, wir empfangen abgezogenen, höchst rektifizierten Weingeist, mit manchen Spezereien geschärft, mit Süßigkeiten gemildert, wir müssen den Trank einnehmen wie er ist, als schmackhaftes, köstliches Reizmittel, oder ihn abweisen.
Goethe, Schriften zur Literatur - Calderons Tocher der Luft

Calderon de la Barca, Pedro] Bei Calderon finden Sie dieselbe theatralische Vollkommenheit [wie bei Molière], Seine Stücke sind durchaus bretterrecht,es ist in ihnen kein Zug,der nicht für die beabsichtigte Wirkung kalkuliert wäre. Calderon ist dasjenige Genie, was zugleich den größten Verstand hatte.
Goethe, Eckermann, 26.7.1826

Calderon de la Barca, Pedro] Dass mein Aufenthalt im Orient mir den trefflichen Calderon, der seine arabische Bildung nicht verleugnet, nur noch werter macht, wie man edle Stammväter in würdigen Enkeln gern wieder findet und bewundert.
Goethe, An J. D. Gries, 29.3.1816

Calderon, 'Der standhafte Prinz'] Man wird, wie bei den vorigen Stücken, aus mancherlei Ursachen im Genuss des einzelnen, besonders beim ersten Lesen, gestört, wenn man aber durch ist und die Idee sich wie ein Phönix aus den Flammen vor den Augen des Geistes emporhebt, so glaubt man nichts Vortrefflicheres gelesen zu haben [...]+ wenn die Poesie ganz von der Welt verloren ginge, so könnte man sie aus diesem Stück wieder herstellen.
Goethe, An Schiller, 28.1.1804

Calderon, 'Die Tochter der Luft'] Und gewiss, wenn irgendein Verlauf menschlicher Torheiten hohen Stils über Theaterbretter hervorgeführt werden sollte, so möchte genanntes Drama wohl den Preis davontragen.
Goethe, Schriften zur Literatur - Calderons Tochter der Luft

Camisa ist zu gut, um unverständig, und zu schlecht, um verständig genannt zu werden.
Zentralamerika
i] Die Camisa ist ein Damenhemd von äußerst feiner Gaze, das nur bis zu den Hüften reicht.

Carlyle, Thomas] An Carlyle ist es bewundernswürdig, dass er bei Beurteilung unserer deutschen Schriftsteller besonders den geistigen und sittlichen Kern, als das eigentlich Wirksame, im Auge hat. Carlyle ist eine moralische Macht von großer Bedeutung. Es ist in ihm viel Zukunft vorhanden, und es ist gar nicht abzusehen, was er alles leisten und wirken wird.
Goethe, Eckermann, 25.7.1827

Cartesianisch: abgeleitet von Descartes, einem berühmten Philosophen, dem Autor des gefeierten Satzes Cogito ergo sum - mit ihm, so nahm er befriedigt an, habe er die Wirklichkeit der menschlichen Existenz bewiesen. Der Satz musste jedoch folgendermaßen verbessert werden: Cogito cogito ergo cogito sum - 'Ich denke, dass ich denke, also denke ich, dass ich hin': die größte Annäherung an die Gewissheit, die je einem Philosophen gelungen ist.
Bierce

Caseus und caepe, die kommen ad prandia saepe.

Caseus und panis sind köstliche fercula sanis.

Catholisch Muss Bleiben.
i] In der Niederlausitz liest man die Buchstaben CMB (Caspar, Melchior, Balthasar), welche zu Grossneujahr (6.1.) vom Geistlichen an die Türen der Katholiken geschrieben werden, in dieser Weise.

Catilinarische Existenzen.
i] Diese Redensart datiert aus dem Jahre 1863 und wird dem preussischen Ministerpräsidenten von Bismarck zugeschrieben. Dr. Büchmann zählt sie zu den 'geflügelten Worten', über welche er am 11. Februar 1863 im königlichen Schauspielhause zu Berlin eine Vorlesung hielt. Er brachte Beispiele davon aus der alten und neuen Geschichte, mit Cäsar's 'Veni, vidi, vici' und 'Jacta est alea' beginnend. Auf die neueste Zeit übergehend, führte er die längst sprichwörtlich gewordenen Aussprüche Manteuffel's: 'Der Starke weicht ruhig zurück', des Grafen Brandenburg dreifaches: 'Niemals, niemals, niemals!', des jetzigen preussischen Kriegsministers von Roon: 'Angenehme Temperatur' und von Bismarck's 'Blut und Eisen', wie dessen 'Catilinarische Existenzen' an. (Schles. Morgenblatt, Breslau 1864, Nr. 43.) Hierzu möchten der grössern Vollständigkeit wegen noch kommen des Grafen Schulenburg- Kehnert 1806 in Berlin gesprochenes Wort: 'Ruhe ist die erste Bürgerpflicht', von Kamptz': 'Burschenschaft ist: Burschen, schafft!', von Rochow's: 'Der Untertanenverstand ist beschränkt', von Savigny's: 'Die Gegenwart hat keinen Beruf zur Gesetzgebung', Hansemann's: 'In Geldsachen hört die Gemüthlichkeit auf', Kühlwetter's (1849 bei Errichtung des Constablerinstituts ausgesprochenes): 'Der beste Staat ist der, welcher die meiste Polizei hat', und von Stahl's: 'Die Wissenschaft muss umkehren.' Auch das Rezept: 'Gegen Demokraten helfen nur Soldaten.'

Cato ward in seinem Alter gerichtlich angeklagt, da er denn in seiner Verteidigungsrede hauptsächlich hervorhob, man könne sich vor niemand verteidigen als vor denen, mit denen man gelebt habe. Und er hat vollkommen recht.
Goethe, Maximen und Reflexionen 399

Cato wollte lieber gut sein als seinen.
la] Cato esse, quam videri, bonus malebat.
Sallus, Catilina

Cato wollte wohl andere strafen,
Selbander mocht er gerne schlafen.
Goethe, Zahme Xenien IV

Cato, Marcus Porcius] Cato wollte wohl andere strafen,
Selbander mocht er gerne schlafen.
Goethe, Zahme Xenien IV

Caute! die Bauern verstehen auch Latein.

Caute, caute, ihr Gesellen, der Wirt versteht auch Latein.

Cha me d' Aehri nüme zelle, so lid's Chorn i siebe Woche uf der Selle (= Schwelle, Türselle = Türschwelle).
Luzern

Chalt Händ, früsch Herz.
Luzern

Chapp dich un (ans, in) der fauler Wand.
i] Chappen, polnisch chapać = haschen, greifen. Zur Abwehr einer ungerechten Beschuldigung, falschen Anklage. Um zu sagen: Was willst du von mir? Vergreife dich doch lieber an der Wand.

Charakter hat derjenige, der in den bestimmten Kreisen einer bestimmten Lebensanschauung lebt und waltet, sich gleichsam mit derselben identifiziert und nie in Widerspruch gerät mit seinem Denken und Fühlen.
Heine, Ludwig Börne

Charakter im großen und kleinen ist, dass der Mensch demjenigen eine stete Folge gibt, dessen er sich fähig fühlt.
Goethe, Maximen und Reflexionen 839

Charakter im großen und kleinen ist, daß der Mensch demjenigen eine stete Folge gibt, dessen er sich fähig fühlt.
Goethe, Maximen und Reßexionen 839

Charakter ist also Eigenschaft und Gewohnheit zugleich, jenes a priori angesehen, dieses a posteriori.
Goethe, Riemer, 27.8.1808

Charakter ist das, was man hat, wenn keiner zuschaut.

Charakter ist der Inbegriff des bewussten und unbewussten Willens.
Walter Rathenau, Auf dem Fechtboden des Geistes.

Charakter ist nur Eigensinn. Es lebe die Zigeunerin.
Paul Scheerbart

Charakter ist viel leichter zu erhalten als wiederherzustellen.
England

Charakter nennt man die Gebundenheit der Ansichten, durch Gewöhnung zum Instinkt geworden.
Nietzsche

Charakter polierter Nationen! werft die Münze in den Tiegel, wenn ihr ihren Gehalt wissen wollt, unter dem Gepräge fndet ihr ihn in Ewigkeit nicht. So bald eine Nation poliert ist, so bald hat sie konventionelle Wege, zu denken, zu handeln, zu empfinden, so bald hört sie auf, Charakter zu haben.
Goethe, Schriften zur Literatur - Charakteristik der vornehmsten europäischen Nationen

Charakter wird durch Wohlstand verdorben.
Eskimo

Charakter, Individualität, Neigung, Richtung, Örtlichkeit, Umgebungen und Gewohnheiten bilden zusammen ein Ganzes, in welchem jeder Mensch, wie in einem Elemente, in einer Atmosphäre, schwimmt, worin es ihm allein bequem und behaglich ist.
Goethe, Wahlverwandtschaften II,17

Charakter: die Summe der Tendenzen, in einer bestimmten Weise zu handeln.
Thomas Henry Huxley

Charaktere machen oft die Schwäche zum Gesetz.
Goethe, Maximen und Reßexionen 342

Charaktere müssen im Lustspiel sein,
Nicht bloßer Witz, wie keck er sprühe.
Tu ein Stück Fleisch in den Topf hinein;
Das Salz allein gibt schlechte Brühe.
Heyse, Spruchbüchlein, Theater

Charaktere ohne Handlung sind lahm, Handlungen ohne Charaktere blind.
Hofmannsthal

Charakterfestigkeit besitzen heisst, den Einfluss der anderen auf sich selbst erprobt haben. Also bedarf es der anderen.
Stendhal

Charakterfestigkeit heisst, die Wirkung der andern auf sich selbst erprobt haben, also sind dazu die andern nötig.
Stendhal, Über die Liebe

Charakteristisch für den gegenwärtigen Augenblick ist es jedoch, dass die gewöhnliche Seele sich über ihre Gewöhnlichkeit klar ist, aber die Unverfrorenheit besitzt, für das Recht der Gewöhnlichkeit einzutreten und es überall durchzusetzen.
Ortega y Gasset, Aufstand der Massen, Die Tatsache der Überfüllung

Charakteristisch für die Gedankenlosigkeit ist die Unfähigkeit, in Zusammenhängen denken zu können.
Johannes R. Becher, Auf andere Art so große Hoffnung

Charakteristisch ist es, dass unsern deutschen Schelmen immer eine gewisse Sentimentalität anklebt. Sie sind keine kalten Verstandesspitzbuben, sondern Schufte von Gefühl.
Heine, Geständnisse, Vorwort

Charakterlosigkeit ist ein Mythos, den biedere Individuen geschaffen haben, um damit die Faszinationskraft anderer Leute erklären zu können.
Oscar Wilde

Charakterschwäche und geistige Leere, mit einem Wort alles, was uns hindert, mit uns selbst allein zu sein, bewahrt viele Menschen vor dem Menschenhass.
Chamfort, Maximen und Gedanken

Charaktervoll erscheint ein Mensch weit häufiger, weil er immer seinem Temperament, als weil er immer seinen Prinzipien folgt. Nietzsche, Menschl. Allzumenschl.

Charme ist das, was in anderen ist und das uns zufriedener macht mit uns selbst.
Amiel

Charme ist das, was manche Leute haben, bis sie beginnen, sich darauf zu verlassen.

Charme ist der unsichtbare Teil der Schönheit, ohne den niemand wirklich schön sein kann.

Charme ist die Fähigkeit, den anderen vergessen zu lassen, dass man so aussieht, wie man aussieht.

Charme ist eine besondere Qualität, die jeder Beschreibung trotzt.

Charme wächst, wie die Perle, aus einer kleinen Wunde, die sich langsam schließt.

Charme: die Art, wie ein Mensch «ja» sagt, ohne daß ihm eine bestimmte Frage gestellt worden war.
Albert Camus

Chaser über is treipfe.
i] Wortspiel mit Chaser = Schwein, und dem Zeitwort: überchasern, wiederholen, ähnlich wie: ochsen, büffeln, eseln.

Chasonim sind Narronim.
Jüdisch-deutsch
i] Der Chassen muss ein Narr sein. Chasonim = Mehrzahl von Chassen, Narronim, von Narr, des Reims wegen mit hebräischer Biegung.

Chast nu Täller säge, so git's no e Warst derzue.

Chatzeliebi foot mit Schnoren aa und hört mit Chratzen uuf.
Schwiizertütsch

Chäuf (Kauf) und Läuf göh verschide.
Solothurn
i] Im Handel geht es nicht immer gleich.

Chaufwi (Kaufwein), Bottwi - thüre Wi.
Hauenstein

Chaussee und Vollgesöff sind Herr.

Chelbene gehört nach darunter.
Jüd.- deutsch
i] Nämlich Galbaum (2 Mos. 30, 34), ein stark und widrig riechendes Gummi Syriens, das auch unter das Räucherwerk im Tempel getan wurde, um anzudeuten, dass unter den Frommen auch der Sünder geduldet werden müsse.

Chelmer Narrunim (Narren).
Jüdisch-deutsch, Warschau
i] Die Stadt Chelm in Polen steht wegen ihrer Einwohner in einem ähnlichen Rufe wie Schilda, Schöppenstädt, Polkwitz u.a. in Deutschland. Es sind eine Menge ergötzlicher Anekdoten von ihnen im Umlauf, die den Abderitenstreichen und schildaer Stücklein an die Seite gestellt werden können. Unter andern sollen sie den Ofen in der Synagoge dadurch vor dem Wegstehlen geschützt haben, dass sie folgende Inschrift anbringen ließen: 'Dieser Ofen gehört in die Synagoge zu Chelm.'

China und Japan hatte ich vor einem Jahre [in der Lektüre] fleißig durchreist und mich mit jenem Riesenstaat ziemlich bekannt gemacht.
Goethe, An Ch. H. Schlosser, 23.1.1815

Chind erzühe ischt au gwerchet.
Schwiizertütsch

Chinesische Herrscher geben sich nicht mit Barbaren außerhalb der Großen Mauer ab.
China

Chinesische, indische, ägyptische Altertümer sind immer nur Kuriositäten, es ist sehr wohl getan, sich und die Welt damit bekannt zu machen, zu sittlicher und ästhetischer Bildung aber werden sie uns wenig fruchten.
Goethe, Maximen und Reflexionen 763

Chleini Lüt' (Leute), Teufelshüt'.
Aargau

Chlîne Lüt (Leute) hett Gott erschaffen und die große Bengel wachse-n-im Wald.
i] Wortspiel mit Bengel = Knüttel und grober Mensch.

Chlini Ämtli bringe churzi Ehr u lange Chöste.
Luzern

Chlini Beiji steche-n-au.
Solothurn

Chlini Chind - chlis Leid,
grossi Chind - grosses Leid:
sy si chly, so trampe si eim uf d Füess;
sy si gross, so trampe si eim uf ds Härz.
Schwiizertütsch

Chlîni Ding fröuwe d' Ching.
Bern

Chlini Ross blibe lang Füli.
Solothurn
i] Kleine Pferde haben lange ein jugendliches Ansehen, gilt auch von kleinen Menschen.

Chlîni Vögeli chönna d' Schnäbeli o wît ûftûe.
Bern

Chlyni Beiji stächen au. Schwiizertütsch
hdt] Kleine Bienen stechen auch.

Chodowiecki ist ein sehr respektabler und wir sagen idealer Künstler. Seine guten Werke zeugen durchaus von Geist und Geschmack. Mehr Ideales war in dem Kreise, in dem er arbeitete, nicht zu fordern.
Goethe, Maximen und Reflexionen 1131

Chojresch (Bestechung) macht kein Risches, Bosheit, Schlechtigkeit.
Warschau jüdisch-deutsch

Chojsik Narr hot sein eigen Weib nit derkännt.
Jüdisch-deutsch, Warschau
i] Bezieht sich auf eine unbekannte Anekdote.

Chojsik Narr will aushüngern Chelm.
Jüdisch-deutsch, Warschau
i] Der jüdische Eulenspiegel Chojsik drohte einst, die Stadt Chelm auszuhungern, indem er sich vor das Stadttor hinstrecken wollte, um auf diese Weise der Stadt die Zufuhr von Lebensmitteln abzuschneiden.

Chömme d' Schneegäns im Herbst gly zue-n-is, so git's e früeche-n und sträng Winter, göh si aber im Früelig gly wider furt, so git's e früeche'n und warme Summer.
Solothurn

Chordirigent
la] regens chori

Chorherren und Pfeiffern sol man gütlich thun, sie dienen dem beruf.

Chorherrisch leben.
i] Leichtfertig, schimpflich, epikuräisch.

Chräit der Güggel (Hahn) vor Mitternacht, git's wüescht's, chräit er noh Mitternacht, git's schön's Wätter.

Chresdag (Christtag) an der Dühr, Ostern öm et Für.

Chresdag an der Dühr, Ostern öm et Für.

Chrisam: Gleitmittel ins Jenseits.
Alexander Eilers

Chrisamskinder rührt kein Schinder.

Chrischan, lot de Katt de Fisch stahn.
Pommern

Christ hat vns gefreit vor allem leid.

Christ ist ein gemein gut.

Christ, so du kannst ein Kind von ganzem Herzen werden,
So ist das Himmelreich schon deine hier auf Erden.
Angelus Silesius, Cherubinischer Wandersmann

Christen an der König Höf sind Wildtprät.

Christen dürfen nur eine Frau heiraten. Man nennt das Monotonie.
Robert Lembke, Das Beste aus meinem Glashaus. Humoristisches und Satirisches

Christen haben ausswendig streit, inwendig furcht.

Christen haben ein Seel voll Gottes und einen Leib voll leidens.

Christen haben keine Nachbarn.

Christen haben keine Planeten sondern Gott allein zum Propheten.

Christen lassen Gott alles walten.

Christen seind dünn gesehwet.

Christen sind allenthalben in trübsal.

Christen sind dünn gesät.

Christen sind edle seulen der Welt.

Christen sind Kreuzträger.
la] Acerra philologica.

Christen sind nicht weideschaff, sondern schlachtschaff.

Christen sollen wenig Wort und viel That machen.

Christen und Könige sollen wissen, was sie glauben.

Christen werden nicht geboren, sondern wiedergeboren.
i] Man hat dieses Sprichwort, das sich auf Joh. 3, 3 bezieht, den Adelsbrief der Christen genannt.

Christen werden viermal geboren, durch die Mutter, durch die Taufe, durch die Bekehrung und durch den Tod.

Christenglaube gath uff steltzen.

Christengut hat sanften muth.

Christenleut sind auff Erden arme leut, aber in Gott die reichesten.

Christens Görgel, der Bock hat ein Auter (Euter).
Rott-Thal
i] Ausruf bei etwas Seltsamem, Ungewöhnlichem.

Christenthumb erbet (vererbt sich) nicht.

Christentum ist (ein) ewiger Feiertag.

Christentum ist ewiger Feiertag.

Christentum ist Platonismus fürs 'Volk'.
Nietzsche, Jenseits von Gut u. Böse, Vorrede

Christentum muss man nicht so sehr den Arbeitern wie den nicht arbeitenden Herren predigen.
Leo N. Tolstoi, Tagebücher (1906)

Christentum predigen ist gar ein schwer und gefährlich Amt. Hätt ich's etwan gewusst, so wollt ich mich nimmermehr dazu hergeben haben, sondern gesagt mit Mose: Sende, wen Du willst!
Luther, Deutsche Schriften 59

Christentum vererbt sich nicht.

Christentum, Revolution, Aufhebung der Sklaverei, gleiche Rechte, Philanthropie, Friedensliebe, Gerechtigkeit, Wahrheit: alle diese großen Worte haben nur Wert im Kampf, als Standarte: nicht als Realitäten, sondern als Prunkworte für etwas ganz anderes (ja Gegensätzliches!).
Nietzsche, Wille zur Macht

Christi blut ist der Christen bestes gut.
dä] Christ er det navn, som lykke er til god havn.

Christi Bräute sollen nicht von Hosen träumen, predigte Pater Abraham den Nonnen in Wien.

Christi gnad und ehr verdorret falsche lehr.

Christi Himmelfahrt
la] ascensio Domini

Christi Kreuz muss Lästerer haben.

Christi Leben und Wandel sind eines Christen bester Katechismus.

Christi leiden allgemein erlöset gross und klein.

Christi leiden ist genug für alle, kompt aber wenigen zu gut.

Christi Lieb' macht auch seine Boten lieb.

Christi Passion ist unsere Religion.

Christi Ritter müssen leiden vil.

Christi Schifflein mag wol sincken, aber nicht versinken.

Christi schmerz, angst und leid ist unser aller freud.

Christi Triumph hilfft uns ins Himmelreich.

Christi verdienst ist vnser gewinnst.

Christi vnschuld decket unser schuld.

Christi wort ist fett und süss, aber es lest sich nicht leichtlich verdawen.

Christian (3. oder 12.4.) fängt zu säen an.

Christianos ad leonem!
Tertullianus
dt] Werft die Christen den Löwen vor.

Christkindlein trägt die Sünden der Welt,
Sankt Christoph das Kind über Wasser hält,
Sie haben es beid uns angetan,
Es geht mit uns von vornen an.
Goethe, Sprichwörtlich

Christlich getauft sein macht keinen Christen, sondern christlich tun.

Christlich ist es, Sünde hassen, göttlich aber, Sünd' erlassen.

Christlich reden ist keine halsbrechende Arbeit (Tugend).
fr] Parler chrétien.

Christliche Mys tiker sollte es gar nicht geben, da die Religion selbst Mysterien darbietet. Auch gehen sie immer gleich ins Abstruse, in den Abgrund des Subjekts.
Goethe, Maximen und Reflexionen 338

Christliche oder Evangelische Freiheit ist die Freiheit des Gewissens, dadurch das Gewissen frei wird von Werken, nicht also, dass keine geschehen, sondern dass es sich auf keine verlässt.
Luther, Lateinische Schriften

Christliche Treue ist Grund und Anfang aller guten Werke.
dä] Kristiliga tru vera grundvaull ok upphof allra godtverka.

Christlichen dienst soll man nit verkauften.

Christo gelobt man nichts mit schall, es sey dan fast verloren all.
la] Christo quando datur res, spes bona tuus tribulatur.

Christtag (24.12.) feucht und nass, gibt leere Speicher und Fass.

Christum erkennen ist der höchste schatz.
fr] Par argent obtient-on maintes choses caduques et le salut par la grâce en Jesus-Christ.

Christum lieb haben ist besser, denn alles Wissen.
fr] O combien qui en Christ croit est heureux.
la] Si Christum bene scis satis est, si cetera nescis.

Christum predigen ist gar ein schwer und gefährlich Amt; hätte ich's etwan gewußt, so wollt ich mich nimmermehr dazu hergegeben haben, sondern gesagt mit Mose: Sende, wen du willst!
Luther, Deutsche Schriften

Christus bekehrt keine Hohepriester, wol aber ihre Jünger.

Christus buss'n (küssen) wollen, und 'n Juden treffen.
Oberösterreich
i] Eine jemandem zugedachte Gunst oder Ehre infolge eines Zufalls, eines Missverständnisses einer Person erweisen, der sie nicht bestimmt war. Von gläubigen Katholiken entlehnt, welche die Figur Christi oder irgend eines Heiligen aus Verehrung küssen.

Christus dachte einen alleinigen Gott, dem er alle die Eigenschaften beilegte, die er in sich selbst als Vollkommenheiten empfand. Er ward das Wesen seines eigenen schönen Innern, voll Güte und Liebe wie er selber.
Goethe, zu Eckermann, 28. Febr. 1831

Christus der recht Held ist sieghafft, wider den todt und all sein krafft.
la] Est pugilfortis, qui frangit uincula mortis.

Christus ein Gott vom Himmel kam,
Ein Mensch auf Erden wundersam,
Als Gott und Mensch, als Mensch und Gott,
Anbetung ward ihm, Schand und Spott,
Zuletzt zu unserer Seligkeit
Ging er durchs Grab zur Herrlichkeit.
Goethe, Invectiven

Christus hat den Juden nicht den Fuchsschwanz durchs Maul gezogen, sondern ihnen gestrelet mit der Hechel.

Christus hat dich allein erlöset, drum ruff jhn an, und sey getröst, gib ihm allein allzeit die ehr, du bedarffst sonst keine mutter mehr.
la] Sola diuina saluandus sum medicina.

Christus hat durch erstes Kommen
uns des Teufels Reich genommen.
Kommt er jetzt nicht bald hernieder,
kriegt der Teufel alles wieder.
Friedrich Logau, Sinngedichte, Die Zukunft Christi

Christus hat durch seine wunden vnsern schaden verbunden.

Christus hat gesagt: ich bin ein Hirt (o. Säemann, Weinstock), hätte er gesagt: ich bin ein Junker, wehe uns gemeinen Leuten.

Christus hat kein Glück auf Erden.

Christus hat Recht, uns auf die Kinder zu weisen, von ihnen kann man leben lernen und selig werden.
Goethe, An Charlotte v. Stein, 22.9.1781

Christus hat vergebens gelebt und ist vergebens gestorben, wenn er uns nicht gelehrt hätte, unser ganzes Leben nach dem ewigen Gesetz der Liebe einzurichten.
Mahatma Gandhi (1869 - 1948)

Christus hat viele Diener, aber wenig Nachfolger.

Christus in allem trübsal ist vnser bestes labsal.

Christus in Zachäi Haus war ein lieber Gast.

Christus ist der allgemeine Ablas Meister, der das Fegfewer aussgelescht.

Christus ist der Papisten Weisenberg, aber nicht Kronen Weisenberg.

Christus ist der rechte Hertzog in Oesterreich.

Christus ist der Welt Widerchrist.
Sebastian Franck bei Zinkgref, Apophth.

Christus ist mein Leben und Sterben Gewinn.
la] Mihi enim vivere Christus est et mori lucrum.

Christus ist mein unmittelbarer, wie sie sagen, Bischof, Abt, Prior, Herr, Vater und Meister. Einen andern kenne ich nicht mehr.
Luther, Lateinische Schriften

Christus ist nicht in der Kammer.

Christus ist nicht Steuermann, sondern Steuerknecht im römischen Schiff der guten Werke.

Christus ist sauer essens nit ungewohnt, und kan widerumb noch viel sauers kochen, wehe denen, die es essen müssen.

Christus ist um Geld verraten worden.
Neugriechisch

Christus ist unbegreiflich, niemand kann ihn in diesem Leben auslernen, dass er recht verstünde, was und wer er wäre; denn er ist Gott.
Luther, Deutsche Schriften

Christus ist uns schon viele Jahre vorausgegangen, deswegen muss man wol beritten sein, wenn man ihm folgen will, sagte der Abt, als ihn einer fragte, warum er reite, während sein Herr und Meister zu Fuße gegangen sei.

Christus ist unser Fleisch und wir sein Gebein.

Christus ist unsers lebens zielstatt, zweck und fürbild.

Christus konnte wol die Reichthümer verachten, er bedurfte ihrer nicht, hätte er aber alles kaufen müssen, er würde anders gesprochen haben.

Christus lässt wohl sinken, aber nicht ertrinken.

Christus leidet am meisten von den Gelehrten.

Christus möge segnen, was gut begonnen ist.
la] Christus bene coepta secundet.
Erasmus, Colloquia familiaria, Auspicanti quippiam

Christus muss wachsen, ich aber abnehmen, sagt Johannes.
i] So sagt man am Tage der Geburt Johannes, weil die Tage um diese Zeit abnehmen und Christi Geburt näher rückt.

Christus regiert, Christus überwindet, Christus triumphiert.
Karl der Große bei Zinkgref, Apophth.

Christus segne dieses Haus.
la] C. M. B.
i] Christus mansionem benedicat bzw. Caspar, Melchior, Balthasar.

Christus und Belial lassen sich nicht vertragen.

Christus und der Belial stehen nimmer in einem Stall.

Christus verdient's, der Glaube begreift's, die Werke bezeugen's.

Christus wäre nimmermehr bei Zachäo eingekehrt, wenn er nicht vom Maulbeerbaum herabgestiegen wäre.
i] Empfiehlt Bescheidenheit.

Christus wird noch täglich gekreuzigt.

Christus, da er Menschen ziehen wollte, musste er Mensch werden. Sollen wir Kinder ziehen, so müssen wir auch Kinder mit ihnen werden.
Luther, Deutsche Schriften

Christus, vnser rüster, ist aller Christen muster.

Chromatische Betrachtung und Gleichnisse. Lieben und Hassen, Hoffen und Fürchten sind auch nur differente Zustände unseres trüben Inneren, durch welches der Geist entweder nach der Licht oder Schattenseite hinsieht. Blicken wir durch diese trübe organische Umgebung nach dem Lichte hin, so lieben und hoffen wir, blicken wir nach dem Finstern, so hassen und fürchten wir. Beide Seiten haben ihr Anziehendes und Reizendes, für manche Menschen sogar die traurige mehr als die heitere.
Goethe, Tagebuch, 25.5.1807

Chuder (Kauder) im Chopf hâ.
i] Närrisch, verrückt, verwirrt sein.
ho] Men weet wel, in welk gezelschap men is, als ratten en muizen koeterwaalsch spreken.

Chuma (kommen) n'i nid hütt, so chuma n'i de morn und vilicht gar üb'rmorn.
Bern
i] Trostspruch der Faulen und Lahmen.

Churzi Haar sî glî b'bürstet.
Bern

Churzi Predigt, langi Brootwürst.
Schweiz

Churzi Ross und längi Rind, e rychi Frau und weni Chind, das hilft huse.
Solothurn

Chutzpe (Dreistigkeit, Keckheit, Frechheit) muss mer habe' (wenn man im Leben fortkommen will).
Jüdisch-deutsch

Chutzpe muss mer habe'.

Claudius, Matthias] Irrtum wolltest du bringen und Wahrheit, o Bote von Wandsbeck,
Wahrheit, sie war dir zu schwer, Irrtum, den brachtest du fort!
Goethe, Xenien 18 - Erreurs et vérité

Claus speiset mit worten.
la] Verba importat Hermodorus.

Clauss meint, es sei geritten, wenn er den Sattel auf'm Kopfe getragen.
i] Um einen einfältigen Menschen zu schildern.

Co Komin, to Dunin.
i] Dem berühmten Peter Dunin soll die heilige Jungfrau versprochen haben, dass seine Nachkommenschaft sich in so viel Familien ausbreiten solle, als er Kirchen bauen werde; und deren soll er 77 erbaut haben.

Coellen (Köln) in Duyschlant, London in engelant, Parijs in vrankrych, Roma in Italien.
i] In der Köhlhof'schen Chronik von 1499, in der dieses Sprichwort vorkommt, wird Köln die 'hochwürdige und heilige Stadt', die 'Metropolis und Hauptstadt vom ganzen deutschen Lande' genannt.

Cogito ergo sum. Ich denke und mithin so bin ich; Ist das eine nur wahr, ist es das andre gewiss.
Goethe/Schiller, Xenien

Cöllen (Köln) eine Kroin boven allen Städten schoin.
i] Altdeutscher Spruch, der sich unter dem Bilde auf dem silbernen Tafelaufsatz befindet, den 1858 die Stadt Köln dem Prinzen Friedrich Wilhelm von Preußen, jetzigem Kronprinz (1869), zum Hochzeitsgeschenk überreichte.

Columbus, Christoph] Ein merkwürdiges Beispiel, wie die Nachwelt irgendeinem Vorfahren die Ehre zu rauben geneigt ist, sehen wir an den Bemühungen, die man sich gab, Christoph Colomb die Ehre der Entdeckung der neuen Welt zu entreißen. Freilich hatte die Einbildungskraft den westlichen Ozean schon längst mit Inseln und Land bevölkert. [... Freilich waren die Nachrichten von Asien her schon weit herangerückt, Kühngesinnten und Wagehälsen genügte die Küstenschiffahrt nicht mehr, durch die glückliche Unternehmung der Portugiesen war die ganze Welt in Erregung, aber es gehörte dem doch zuletzt ein Mann dazu, der das alles zusammenfaßte, um Fabel und Nachricht, Wahn und Überlieferung in Wirklichkeit zu verwandeln.
Goethe, Schriften zur Natur- und Wissenschaftslehre - Erfinden und Entdecken

Concilium hin, Concilium her, ist's Menschenlehr, so gilt's nicht mehr.

Concordia ist zu allen Dingen gut.

Corneille hat, wenn ich so sagen darf, große Menschen dargestellt, und Racine vornehme Personen.
Goethe, Lehrjahre III,17

Corneille, Pierre] Corneille hat, wenn ich so sagen darf, große Menschen dargestellt, und Racine vornehme Personen.
Goethe, Lehrjahre III,17

Corneille, Pierre] Durch die despotische Unvernunft des Kardinal Richelieu war Corneille an sich selbst irre geworden.
Goethe, Maximen und Reflexionen 94

Corneille, Pierre] Eine tiefe innere Selbständigkeit ist der Grund aller seiner Charaktere, Stärke des Geistes in allen Situationen ist das Liebste, was er schildert.
Goethe, Theatralische Sendung II,2

Corneille, Pierre] Von Corneille ging eine Wirkung aus, die fähig war, Heldenseelen zu bilden. Das war etwas für Napoleon, der ein Heldenvolk nötig hatte, weshalb er denn von Corneille sagte, dass, wenn er noch lebte, er ihn zum Fürsten machen würde.
Goethe, Eckermann, 1.4.1827

Cöslin darf eine Torheit tun, und darf sie auch bezahlen.
i] Zur Zeit der Reformation lebte dort ein katholischer Barbier, der eines Tages zu viel trank und sich zur Störung des Gottesdienstes mit einem Glase Branntwein in der Hand und einer quakenden Ente unter dem Arme in die Kirche hineindrängte. Darüber gerieten die Cösliner in solche Entrüstung, dass sie ihn in einen Sack näheten und lebendig ersäuften. Sie mussten wegen dieser Tat nicht allein 4000 Gulden bezahlen, sie erhielten auch den Namen Sacksöfers deshalb. Sie haben aber auch noch andere Spitznamen gehabt. So sagte man Horsa Cöslin, weil sie einmal gegen ihren Landesherrn Bogislaf X. zwar einen mutigen, aber unbesonnenen Angriff gemacht hatten. Man schimpfte sie dann auch wieder Musum Cöslin, oder Mus Cöslin, weil ihr Bürgermeister Heidenreich ihnen den Ratsschatz mausete und damit nach Lübeck entwich, der Lübecker Rat aber den Schatz mit Beschlag belegte und davon einen festen Turm baute, den man dort Musum Cöslin nannte.

Courage ist gut, aber Ausdauer ist besser. Ausdauer, das ist die Hauptsache.
Theodor Fontane, Der Stechlin

Courage schützt vor Blamage.

Courage, Kraut und Lot (Pulver und Blei) hilft manchem aus der Not.

Courage, verlass mich nicht, wenn's angeht, so entlauf' ich.
Schwaben

Courier ist ein großes Naturtalent, das Züge von Byron hat, sowie von Beaumarchais und Diderot. Er hat von Byron die große Gegenwart aller Dinge, die ihm als Argument dienen, von Beaumarchais die große advokatische Gewandtheit, von Diderot das Dialektische, und zudem ist er so geistreich, dass man es nicht in höherm Grade sein kann.
Goethe, Eckermann, 21.3.1831

Cousin, Viktor] Was Cousin betrifft, so kann er zwar uns Deutschen wenig geben, indem die Philosophie, die er seinen Landsleuten als etwas Neues bringt, uns seit vielen Jahren bekannt ist, allein er ist für die Franzosen von großer Bedeutung.
Goethe, Eckermann, 3.2.1830

Cras, cras ist der Raben Sang.

Cras, cras schreyen die Raben, d.h. morgen, morgen will ich Busse tun.

Cresole, ein armer Ort, man hat nicht Brot, nicht Krümchen dort.
it] A Cresole - non v' è nè pan nè fregole (= briccioli).

Cretenser seind lügner, faul beuch, und böse vihe.
la] Cretensis cretensem.

Crispin macht den Armen um Gotteslohn Schu, er stahl aus Erbarmen das Leder dazu.

Crispinus stillt dat Ledder, un gift de Schoh um Gotts willen.
i] Die stahlen das Leder und machten armen Leuten Schuhe daraus.

Cum pleno titulo ist Eifersucht des Teufels Zuflucht, und fast in der ganzen Welt kein größere Torheit als diese.
Abraham a Santa Clara (1644-1709), Der eifersüchtige Narr

Cura prima finxit: Dieses Seiende hat den Ursprung seines Seins in der Sorge. Cura teneat, quamdiu vixerit: Das Seiende wird von diesem Ursprung nicht entlassen, sondern festgehalten, von ihm durchherrscht, solange dieses Seiende, in der Welt ist.
Martin Heidegger, Sein und Zeit, 1. Hälfte

Cuvier, der große Naturkenner, ist bewundernswürdig durch seine Darstellung und seinen Stil. Niemand exponiert ein Faktum besser als er. allein er besitzt fast gar keine Philosophie.
Goethe, Eckermann, 3.2.1830

Cuvier, Georges] Cuvier, der große Naturkenner, ist bewundernswürdig durch seine Darstellung und seinen Stil. Niemand exponiert ein Faktum besser als er. allein er besitzt fast gar keine Philosophie.
Goethe, Eckermann, 3.2.1830

Cyprian von Karthago erzählt von einem Kind, das Überreste einer heidnischen Opfermahlzeit genossen hatte und sich von dem Diakonen, der ihm den Kelch des Herrn reichen wollte, abwandte. Dem Diakon gelang es aber doch, dem Kind etwas Wein einzuflößen. Da erbrach es sich, denn der zum Blut des Herrn geweihte Trunk konnte nicht in dem entheiligten Magen bleiben.
Aberglaube

D' Advokaten wissen, wia ma die wächserne Nasn draht.

D' alt'n Glâb'n (Glauben) und d' alt'n Zäu(ne) fallen ei'.
Innsbruck

D' Arbat is koa Frosch, die hupft oam net davo.

D' Arbeit ist kein Has', die lauft nicht davon.

D' Auge uf oder der Geldseckel.
Luzern
ndt] D'Aen oder der Beidel op. Luxemburg

D' Batenberger hei' d's Mul über der Nase.
Schweiz
i] Die Batenberger wohnen nämlich am Thunersee in der Höhe auf einem Vorsprunge, welcher die 'Nase' heisst.

D' Bedenke' kann e kengem ferdenken.

D' Biérge' begene' sech net, ower d' Leit.

D' Blaumüüler (= Silberstücke) sind die beste Reiskamerade.
Schweiz.

D' Box (Hose) unhun.

D' Brunnenliese hätt' g'sat: Lug' d' Bire a.
i] So antwortet man in St.-Gallen dem, welcher gute Ware zu teuer findet. Die Brunnenliese gab ihre Birnen zwar teuer, hatte aber immer vortreffliches Obst, daher sie zu den über den Preis sich beschwerenden Käufern wohl sagen konnte: Lug d' Bire a, d.h. sieh was für gute Früchte du für dein Geld bekommst.

D' Bure lure so lang si dure.
Solothurn

D' Bure si Lure und Schelme vo Nature.
Emmental, Schweiz
mhd] So wist dat nijt so sugr, inis as van arde em gebugr, wan e dat hie up stigende is, hie is gijr ind valsch, des sijt gecoijs.

D' Chind si eim nid am Schiibei gwachse.
Schwiizertütsch

D' Chriesi hend Stei für keinen allein, d' Chriesi hend Stiel, 's 'kas essen, wer will.

D' Chue (Kuh) machen.
Luzern
i] Der Narr im Spiel sein.

D' Ehrlichkeit isch us der Welt g'reist und der Kredit is närrisch worden.
Solothurn

D' Eltere erzühed d Chind und d Nochbere verhürootet s.
Schwiizertütsch

D' Engele mach'ns Bett.
Elsass
i] Wird gesagt, wenn's schneit.

D' Feindschaft hat an kloan Kopf, findt überall eini.

D' Flejel (Flügel) lapple lon.
i] Entmutigt sein, keine Anstrengung mehr machen, den Fittich hängen lassen.

D' Frau ha Hosen a und ist Meister un nit de Ma.
i] Wahrscheinlich schrieb auch deshalb Luther an seine Frau: 'Lieber Herr Käthe.'

D' Freud' leit (liegt) im Bach.
Würtemberg

D' frühen Vögl falln gern aus 'm Nest.

D' Fuchswildhaub'n afhab'n.
Oberösterreich
i] In leidenschaftlicher Aufregung, fuchswild sein.

D' Gofa ond d' Narra (oder die: rüschiga Lüt) sägid d' Wohreht.
i] Gof = ein niedriger, doch in der Schweiz nicht auffallender Ausdruck für das in der edlern Sprache gebräuchliche Chend (Kind).

D' Gurgel is iem z' weit.
Ob der Enns
i] Von einem starken Trinker.

D' Güte isch mengsmol es Stuck vo d'r Liederlichkeit.
Aargau

D' G'vaternhund beißen a.
Oberösterreich
i] Die Hunde der Gevattersleute beißen auch.

D' Haar einzeln ausgrissn ist no lang net geschorn.

D' Hammel muss mer scheren, so lang er Wolle hat.
Teplitz

D' Händ an' Emm b'schissa.
i] Durch den Umgang mit jemand in Schande kommen.

D' Hand drüber schloh.
Luzern
i] Beschwichtigen.

D' Händ öber enand tue.
i] Müßig sein, die Hände in den Schoß legen.

D' Händ unter d' Füß lege.
Luzern

D' hand von der Buttn, - san Weinbeerln drein!

D' Händle versteckt, dass kei Mäusle dra schmeckt.
Ulm
i] Zu kleinen Kindern.

D' Henna (Henne) badid si, es ged ruh (regnerisches) Wetter.

D' Herre (Geistlichen) zeige eim allemal d'r Weg in Himmel und - göhnd en selber nit.
Aargau

D' Herre esse Schnepfedreck, d' Bure esse Krut und Speck, und äser eins soll geng nüt ha.
Bern

D' Hoa (Haare) senn ma dapai ge Pea gstign.
Steiermark

D' Hoasa (Hase) drascha bain'm.
Troppau
i] Ist in Furcht, besonders in Fällen, wenn jemand seiner Handlungen wegen entdeckt zu werden fürchtet.

D' Hörner ausstrecke.
Schwaben

D' Hühner göh gern y (ins Hühnerhaus), 's git schön Wätter.
Solothurn

D' Hühner göh nit gern y, 's git wüescht Wätter.
Solothurn
i] wüescht = von wüst = unansehnlich, schlecht, hässlich, z.B. wüst tun = lärmen, zanken; ein wüstes (d.h. abgenutztes hässliches) Kleid; wüste, d.i. schmuztige Hände; wenn der Himmel sich überzieht, sagt man: es wüstet.

D' Hühner si uff de Bäume, 's git wüescht Wätter.
Solothurn

D' Hühner und d' Rebe gänd nüd vergebe.
Luzern

D' Hund bissid en and nid.
Luzern

D' Hund und d' Herrn lassen die Türen offen.
Oberösterreich

D' Hündle versteckt, dass koi Mäusle dran schmeckt.
Ulm

D' Ima (Imme) thüend nüd ala Lüta guet.
i] Entschieden denen nicht, die sie nicht angemessen und gut behandeln.

D' Jugend muss tobet ha, hätt de Bettelma g'seit, do ischt em s Chind zum Bündel usgheit.
Schwiizertütsch
i] Keiten = fallen.

D' Jungfraun und d' Oar derf ma net z' lang aufhebn.

D' Karte müsse's gebe, hat der Beckabu g'sait, hat's Zaindle sammt de Wecke verspielt.

D' Kend'r (Kinder) macht ma mid'm Pôp'l forchtich, d' Grûssa mid'm Taif'l.
Österreich-Schlesien

D' Kirch' ist sein G'vatterin.
Schwaben

D' Knödel sein gessen - jetz waar was zum Essen recht!

D' Koh (Kuh) melkt dörch'n Hals.
Seehausen
i] Je besser sie gefüttert wird, desto mehr Milch gibt sie.

D' Kotz kreit mer de Buckel nauf.
Ulm
hdt] Die Katze kriecht mir den Buckel hinauf.

D' Kriesi (Kirschen) händ Stiel, s' cha näh, wer will; d' Kriesi händ Stei, si g'höre nid eim allei.
Luzern

D' Kroide (Kreide) schrîb and'rsch.
i] Es kam nicht so, wie erwartet war.

D' Kue (Kuh) schlot em de Kübel um.
i] Seine Bestrebungen misslingen ihm.

D' Kuh vergisst, dass sie a Kalb gewea ist.
Württhemberg
dä] Koen har glemt at hun var kalv.
fr] Il est advis à vielle vache qu'elle ne fust oncques et veau.
ho] De koe is vergeten, dat zij een kalf geweest is.
sd] Koon will intet meer witta aff at hon haar warit kalff.

D' Kundschaft verschla.
dt] Die Kundschaft verlieren
i] Den Kredit, den guten Namen einbüßen.

D' Kuttelfleck kommen aus dem Dreck, kommen wieder drein, müssen immer Kuttelfleck sein.
Augsburg
i] Die zur Speise zubereiteten Kaldaunen.

D' Längi macht d' Strängi.

D' Laubagüss kimt ganz gwis.
Oberösterreich
i] Vom Laubfall im Oktober.

D' Leut lässt ma redn - d' Küah schelln - und d' Hund belln.

D' Leut lernst aufm Markt kennen, net in der Kirchen.

D' Leut lernt man auf'm Markt kennen, net in der Kirchen.

D' Leut' müss'n was z' rede haba, d' Hund was z' belle.
Oberösterreich

D' leut nemen sich zu tod.

D' Leut reden viel, wenn der Tag lang is.

D' Leut redn immer vom Saufen, aber nia vom Durscht.

D' leut sindt nit guldin.

D' Liab (Liebe) is a narrisch Ding, den måchts schwer und den måchts g'ring, den machts kålt und den machts warm, den machts reich und den machts arm.
Wien

D' Liab druckt 's Herz und da Knödl 'n Magen.

D' Liab macht blind - beim Arsch und beim Grind (= Kopf).

D' Lieb neigt sich auf dö Seit'n, wo d' Taschen hängt.
Österreich
la] Amor vergit ad crumenam.
sd] Kiärleken hånger wed taskan.

D' Liebe mues zangget ha, und wenn si enangere mit Schitere würf.
Schwiizertütsch

D' Liebi dringt dur d' Händsche dure.
Schwiizertütsch
ho] De liefde klapt uit hare oogen, en dringt door den handschoen heen.

D' Liebi ist blind, fallt ebe so liecht uf e Küedr as uf e liebs Kind.

D' Liebi ist blind; es küsst e Mueter ihres rotzig Kind.

D' Liebi muess zangget ha, und wan si enangere mit Schitere würf.
Oberaargau

D' Lippe hänge, wie e Ross vor der Schmidd.
Münstertal

D' Lippe îs g'schwolla wî a Bänd'r pôtscha.
Österreich-Schlesien

D' Lob hoam gea.
i] Erlittenes Unrecht rächen, wieder vergelten.

D' Lumpe si Lüt, und us Narre gits nüt.
Solothurn

D' Lüt (Leute) lan rede, d' Hünd lan waulen, d' Vögel lan gappen und geng grad usi de rächt Weggen.

D' Lüt thüend doch nie schüliger, as um die hälig Zit umme.
i] Die meisten Ausschweifungen fallen in die Zeit der kirchlichen Feste.

D' machst j'a a G'sichte, wie de Kotze, wenn's dunnert (waterlecht).
Freistadt

D' Manne hei alli es Schît im Rügge, wenn 's nit brönnt, so mottet's.
Schwiizertütsch

D' Manne hei Chnöpfli u d' Wiber Häftli.
Bern

D' Maus gat no oimaul in d' Fall'.
Ulm

D' Max'n sein ihm ausgegangen.
i] Die Maxdore; das Geld ist zu Ende.

D' Midicha- und d' Montabräut' habet nie koan rechte Freud'.
Oberösterreich
i] Es herrscht der Glaube, dass Ehen, die Montags und Mittwochs geschlossen werden, nicht glücklich seien. An vielen Orten halten Brautleute, von denen ein Teil verwitwet ist, an diesen Tagen Hochzeit. Mädchen, wurden und werden in der Regel nur noch au Dienstagen 'z'samgöben' oder getraut. Ein Rest von Tagewählerei, wovon sich im Volksglauben noch reiche Spuren finden. Die Heiden wählten für ihre Unternehmungen die Tage aus; und da die Taufe nicht kräftig genug ist, allen Aberglauben, alle verkehrten Ansichten abzuwaschen, so ist auch sie ins Christentum wie vieles andere übergegangen. Wenn ein Fremder am Montage zur Stubentür hineinsieht, ohne ganz hineinzugehen, so folgt daraus, dass der Mann seine Frau schlägt. Wer am Grünen Donnerstag oder drei Freitage hintereinander fastet, der ist dasselbe Jahr vom Fieber frei, wer es hat, verliert es. Freitags soll man Kinder nicht baden, weil sie aus ihrer Ruhe kommen. Wenn Sonnabends der Wocken nicht abgesponnen wird, so wird aus dem Flachs und Werch kein gut Garn und bleicht sich nicht weiß. Am Mittwoch geborene Kälber sollen von der besten Art sein, dagegen soll man am Mittwoch kein Kalb anbinden, man soll an diesem Tage nicht ein- oder ausziehen u.s.w. Einige halten den Mittwoch, andere den Donnerstag, andere den Freitag zu Unternehmungen für unglücklich u.s.w.

D' Miller unn d' Becke händle mit nander.
Elsass

D' Moasenfâa soll ma' alsand hâa.
Oberösterreich
hdt] Die Meisenfänger soll man allesammt hängen.
i] Weil die Meisen zu den vorzüglichsten Insektenvertilgern gehören. Die Weisthümer setzen auf ihren Fang die höchste Buße; aber erst in neuerer Zeit haben die Tierschutzvereine wieder für ihre Schonung gewirkt.

D' Morgastund hat Gold im Mund, sie hat aber ganz natürlig pfundweis Blei im Fürlig (= Hintern).

D' Müller und d' Becke stäled nid, me bringt ne's.

D' Müller, Schnîder und Wäber wöred nid g'hänkt, 's Handwerk ging sust ûs.

D' Nachbarschaft dakena.
Oberösterreich
i] Die Nachbarschaft er- oder anerkennen, auch nachbarlich sein, sagt man in Oberösterreich von Nachbarn, die in gutem Einvernehmen, das sich besonders dadurch ausspricht, dass die Männer an Feiertagen gern zusammenkommen, sich mit Gespräch und Spiel unterhalten.

D' Nacht, d' Liebi und de Wî gänd verkehrti Gedanken ii.
Schwiizertütsch

D' Narre (Narren) si au Lüt.
Schweiz

D' Narre si au Lüt, aber nid wie ander.

D' Narre si au Lüt, aber nit all' Lüt Narre.
Solothurn

D' Narre tüend e Zeiche.
Schweiz

D' Narre wachse, me brûcht si nid z' b'schütte.
i] B'schütte = mit Dünger begießen.

D' Nase z'vorderst ha.
Luzern
i] Der erste sein wollen.

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