Weisheiten 463

Denn genau betrachtet, so ist jede Autorität eine Art Überliefenmg. Wir lassen die Existenz, die Würde, die Gewalt von irgendeinem Dinge gelten, ohne dass wir seinen Ursprung, sein Herkommen, seinen Wert deutlich einsehen und erkennen [... Gegen die Autorität verhält sich der Mensch, so wie gegen vieles andere, beständig schwankend [ Das Kind bequemt sich meist mit Ergebung unter die Autorität der Eltern, der Knabe sträubt sich dagegen, der Jüngling entflicht ihr, und der Mann lässt sie wieder gelten.
Goethe, Geschichte der Farbenlehre 3. Abt., Autorität

Denn gerade bei der Preßfreiheit und Preßsicherheit mag man nicht mehr schreiben, man muss immer fürchten, das babylonische Idiom noch mehr zu verwirren.
Goethe, An G. Sartorius v.Waltershausen, 20.7.1817

Denn gerade diese Unentschiedenheit ist es, welche den Scherz zulässig macht, indes der Ernst immer nur eine Seite umfaßt und an dieser mit Ausschließung aller heitern Nebenbeziehungen festhält.
Goethe, J. D. Falk, 25.1.1813

Denn gerade ein 'Literat' ist ein Mensch jener Gattung, die immer von der Geburt bis zum Tod sich zu empören verurteilt ist, alle scharfen Ecken und die Schatten, welche sie werfen, ihrer Seele und ihren Büchern klar einzuprägen.
Block, an W. W. Rosanow, 20. 2. 1909

Denn gerade in solchen anarchischen Zeiten tritt der tüchtige Mann am festesten auf, und der das Gute will, findet sich recht an seinen Platze.
Goethe, Dichtung und Wahrheit III, 12

Denn Gerechtigkeit - plan und verständlich ausgedrückt - ist nichts anderes als das, was allen paßt, wobei alle bestehen können.
Ihering, Der Zweck im Recht

Denn gerne gedenkt ja ein Mann der Trübsal.
Homer, Odyssee

Denn gespannte Erwartung wird selten befriedigt.
Goethe, Unterhaltungen deutscher Ausgewanderten

Denn Gesundheit, wenn man auch noch so gesund sei, müsse man doch immer am höchsten halten.
Goethe, Lili Parthey, 23. 7. 1823

Denn gewiss ist es, dass Männer von Natur bloß heiß oder kalt sind: zur Wärme müssen sie erst gebildet werden. Aber die Frauen sind von Natur sinnlich und geistig warm und haben Sinn für Wärme jeder Art.
Friedrich Schlegel, Lucinde

Denn gewiss, man kann seinen Anteil an einer ausländischen Dicht- und Sinnesart nicht besser ausdrücken, als wenn man sich derselben durch Übersetzen und Nachbilden anzunähern sucht.
Goethe, Schriften zur Literatur - Nationelle Dichtkunst III

Denn gewisse Dinge sind es, die man von anderen lernen und annehmen muss.
Goethe, An Herzog Karl August, 11.8.1787

Denn gewöhnlich musste ich erst etwas im Sinne beisammen haben, eh' ich zur Ausführung schritt.
Goethe, Dichtung und Wahrheit III,14

Denn gewöhnlich wehrt sich der Mensch, solange als er kann, den Toren, den er im Busen hegt, zu verabschieden, einen Hauptirrtum zu bekennen und eine Wahrheit einzugestehen, die ihn zur Verzweiflung bringt.
Goethe, Lehrjahre II,2

Denn gewöhnlich, sagte er, ist nichts lustiger, als wenn Schauspieler von Studieren sprechen, es kommt mir eben so vor, als wenn die Freimäuler von Arbeiten reden.
Goethe, Lehrjahre V, 7

Denn gewöhnlich, wenn die Einsicht eines vorzüglichen Mannes von der Vorstellungsart seiner Zeit zu sehr abweicht, so ist die Ehre, anerkannt zu werden, nur den Manen aufbehalten.
Goethe, An K. Jacobi, 16.8.1799

Denn gibt es wohl eine trostlosere Beschäftigung auf der Welt, als irdische Güter anzuhäufen und das Vermögen zu vermehren?
Déry, Die Geschichte vom Leben und Sterben des heiligen Ambrosius

Denn glauben Sie mir, der Mensch muss ein Handwerk haben, das ihn nähre.
Goethe, An J. F. Krafft, 9.9.1779

Denn gleich hauen die Männer über die Schnur, wenn man ihnen ein bisschen Luft lässt.
Goethe, Was wir bringen. Lauchstädt Sz 18 (Mutter)

Denn gleich sind Geburt und Tod hienieden.
Pedro Calderón de la Barca, Das Leben ein Traum (König Basilius)

Denn Glück] Das Glück ist wohl hauptsächlich Frieden. Weniger Arbeit und weniger Luxus.
August Strindberg, Der Sohn der Magd

Denn glücklich ist, wer seine Wünsche in das rechte Verhältnis zu seinen Mitteln zu bringen... vermag...
Pestalozzi, an Greaves, 25. 4. 1819

Denn Gott hat uns nicht einen Geist der Verzagtheit gegeben, sondern einen Geist der Kraft, der Liebe und der Besonnenheit.
2 Timotheus 1, 7

Denn Gott ist Licht,
Und nirgends denn in unnahbarem Lichte
Wohnt er seit Ewigkeit.
Milton, Das verlorene Paradies

Denn Gott ist nicht ein Gott der Unordnung, sondern ein Gott des Friedens.
Neues Testament, Paulus (1 Korinther 14, 33)

Denn Gott lohnt Gutes, hier
Getan auch hier noch. Geh! - Begreifst du aber,
Wie viel andächtig Schwärmen leichter, als
Guthandeln ist? wie gern der schwächste Mensch
Andächtig schwärmt, um nur - ist er zuzeiten
Sich schon der Absicht deutlich nicht bewußt -
Um nur gut handeln nicht zu dürfen?
Lessing, Nathan der Weise, I, 2 (Nathan)

Denn Gott nimmt dem die Speise, der seinen Trunk nicht mag.
England

Denn große Flüsse haben wie das Meeresufer immer etwas Belebendes...
Goethe, Dichtung und Wahrheit II,6

Denn großer Rat und kleine Tat mahnt nur an Donquichotterie und Gaskonade.
Zschokke, Hans Dampf in allen Gassen

Denn großherziger Taten Preis
Ist die Zierde der Toten.
Euripides, Herakles

Denn haben wir nicht meistenteils die Schwäche, dass wir jemanden auch zu seinem Besten nicht gern quälen mögen?
Goethe, Wahlverwandtschaften II,17

Denn Harmonie ist Zusammentönen, Zusammentönen aber ist Übereinstimmen. Übereinstimmung kann aber unmöglich aus Gegensätzen bestehen, solange sie auseinander streben.
Platon, Das Gastmahl

Denn hat Ruhe je gefunden,
Wer dem Tor (Amor) zu Füßen lieget,
Der nur lohnen kann mit Wunden?
Joh. Gottfr. Herder, Stimmen der Völker in Liedern (1807). Die Sorge

Denn hat, wie in der Liebe geschieht, ein Mann sein Inneres aufgeschlossen und sich hingegeben, so ist das ein Geschenk, das er nicht zurücknehmen kann, und es würde unmöglich sein, ein ehemals geliebtes Wesen zu beschädigen oder ungeschützt zu lassen.
Goethe, Biographische Einzelnheiten - Zum Jahre 1804

Den'n hemmen de Schwien ut de Braak wäuhlt un de Kreigen tau Dörp dragen.
i] Das außereheliche Kind

Den'n Herrn sîn Brôt ick ät', den'n sîn Lêd ick sing'.
Mecklenburg

Denn historische Kenntnisse reichen überall hin, und Leutseligkeit schließt sich überall an.
Goethe, Dichtung und Wahrheit III,11

Denn Hoffen ist aus dem Geist Gottes, aber Verzweifeln ist aus unserm eignen Geist.
Martin Luther, Tischreden

Denn Höflichkeit ist, wie die Rechenpfennige, eine offenkundig falsche Münze: Mit einer solchen sparsam zu sein, beweist Unverstand, hingegen Freigebigkeit mit ihr Verstand.
Arthur Schopenhauer, Aphorismen zur Lebensweisheit

Denn höher vermag sich niemand zu heben, als wenn er vergibt.
Goethe, Reineke Fuchs 12. Gesang Vs 148

Denn ich bin der augenblicklichen anmaßlichen Pfuscherei in jedem Fache so satt, dass ich nicht darnach mehr zum Fenster hinaus sehen mag...
Goethe, An K. F. Zelter, 26.8.1809

Denn ich bin ein Mensch gewesen,
Und das heißt: ein Kämpfer sein.
Goethe, Westöstlicher Divan, Buch des Paradieses

Denn ich bin frischen Mutes und entschlossen,
Zu trotzen standhaft jeglicher Gefahr.
en] For I am fresh of spirit, and resolv'd
To meet all perils very constantly.
Shakespeare, Julius Cäsar V,1

Denn ich bin nichts, wenn ich nicht lästern darf.
Shakespeare, Othello, II, 1 (Jago)

Denn ich bin unbarmherzig, un duldsam gegen alle, die auf ihrem Wege schlendern oder irren und doch für Boten und Reisende gehalten werden wollen.
Goethe, Italienische Reise III, 25.12.1787

Denn ich bin von diesen Glasaugen [Brille], hinter denen man die natürlichen aufsuchen muss, ein großer Feind.
Goethe, An Ch. L. F. Schultz, 1.10.1820

Denn ich finde höchst erfreulich zu erleben, dass die Freundschaft der Väter sich durch Kinder und Kindeskinder durchschlinge ...
Goethe, An E. v. Schiller, 26. 1. 1827

Denn ich fühle recht gut, dass meine Natur nur nach Sammlung und Stimmung strebt und an allem keinen Genuss hat, was diese hindert.
Goethe, An Schiller, 12.8.1797

Denn ich glaube an den Fortschritt, ich glaube, die Menschheit ist zur Glückseligkeit bestimmt... Schon hier auf Erden möchte ich durch die Segnungen freier politischer und industrieller Institutionen jene Seligkeit etablieren.
Heine, Zur Geschichte der Religion

Denn ich habe dich geheiratet, um dich in Gott und nach dem Bedürfnis meines Herzens zu lieben und um in der fremden Weit eine Stelle für mein Herz zu haben, die all ihre dürren Winde nicht erklären, und an der ich die Wärme des heimatlichen Kaminfeuers finde, an das ich mich dränge, wenn es draußen stürmt und friert, nicht aber um eine Gesellschaftsfrau für andere zu haben.
Otto von Bismarck, an seine Frau, 14. Mai 1851

Denn ich habe immer geglaubt, dass es uns zu weit führen könne, wenn wir einmal um des Guten und Nützlichen willen zu betrügen anfangen.
Goethe, Lehrjahre VII,4

Denn ich habe ja nur das Testament Johannis gepredigt: Kindlein liebt euch, und wenn das nicht gehen will: laßt wenigstens einander gelten.
Goethe, An Zelter, 7.11.1816

Denn ich halte dafür, wenn man lange auseinanderbleibt, so soll man sich wechselseitig um das Detail des Lebens nicht bekümmern.
Goethe, An Christiane v.Goethe, 30.3.1807

Denn ich halte davor, der Dichter soll seine Umrisse auf ein weitläufig gewobenes Zeug aufreißen, damit der Musikus vollkommenen Raum habe, seine Stickerei mit großer Freiheit und mit starken oder feinen Fäden, wie es ihm gutdünkt, auszuführen. Der Operntext soll ein Karton sein, kein fertiges Bild.
Goethe, An Zelter, 19.5.1812

Denn ich halte es andererseits auch durchaus nicht für angemessen, dass die Väter durchweg nur hart und streng gegen ihre Kinder sind, sie sollen vielmehr bei Gelegenheit auch nachsichtig gegen deren Fehler sein und sich selbst daran erinnern, dass auch sie einst jung gewesen.
Plutarch, Über Kindererziehung

Denn ich nenn' es [sich] erbauen, wenn man zu dem, was man für das Rechte hält, die Bestätigung und die Belege findet.
Goethe, F. v. Müller, 11.9. 1827

Denn ich sah nur allzu deutlich, wie die Menschen zwar über die Gegenstände und ihre Erscheinung vollkommen einig sein können, dass sie aber über Ansicht, Ableitung, Erklärung niemals übereinkommen werden, selbst diejenigen nicht, welche in Prinzipien einig sind, denn die Anwendung entzweit sie sogleich wieder.
Goethe, An A. Schopenhauer, 28.1.1816

Denn ich schere mich nicht darum, für alt gehalten zu werden, wenn es mir nur Nutzen bringt.
Baldassarre Castiglione, Der Hofmann

Denn ich verehre täglich mehr die mit Gold und Silber nicht zu bezahlende Arbeit des Menschen, der, wenn man ihn recht im Innersten erkennen lernt, an Wahrheit, Erhabenheit und selbst Grazie nur die ersten Italiener zu seinesgleichen hat.
Goethe, An Lavater, 6.3.1780

Denn ich weiß du liebst, das Droben,
Das Unendliche zu schauen,
Wenn sie sich einander loben
Jene Feuer in dem Blauen.
Goethe, Divan - Schenkenbuch - Sommernacht

Denn ich weiß es recht wohl: der einzelne schadet sich selber,
Der sich hingibt, wenn sich nicht alle zum Ganzen bestreben.
Goethe, Hermann und Dorothea 4. Gesang Vs 144

Denn ich, der Herr, dein Gott, bin ein eifersüchtiger Gott: Bei denen, die mir Feind sind, verfolge ich die Schuld der Väter an den Söhnen, an der dritten und vierten Generation.
Altes Testament, Exodus 20, 5-6 (Jahwe)

Denn ihr [allein wißt, was uns frommen kann,
Und schaut der Zukunft ausgedehntes Reich,
Wenn jedes Abends Stern- und Nebelhülle
Die Aussicht uns verdeckt.
Goethe, Iphigenie A III Sz I / Iphigenie Vs 1105f.

Denn ihr allein wisst, was uns frommen kann,
Und schaut der Zukunft ausgedehntes Reich,
Bleibe bei uns, denn es will Abend werden, und der Tag hat sich geneiget.
Lukas 24,29

Denn ihr Mädchen bleibt am Ende doch die Betrognen.
Goethe, Römische Elegien VI

Denn im Busen des Menschen ist stets des unendlichen Haders
Quelle zu fließen geneigt, des ruhigsten Hauses Verderber.
Neid und Herrschsucht und Wunsch des unbedingten Besitzes...
Goethe, Achilleis 1. Gesang Vs 599f.

Denn im gemeinen Leben, abgerechnet die ungünstige Witterung, die uns so oft den Glanzraum des Äthers verbirgt, hindern uns zu Hause bald Dächer und Giebel, auswärts bald Wälder und Felsen, am meisten aber überall die inneren Beunruhigungen des Gemüts, die uns alle Umwelt mehr als Nebel und misswetter zu verdüstern sich hin und her bewegen.
Goethe, Wanderjahre I,10

Denn im Grunde ist dem Menschen nur der Zustand gemäß, worin und wofür er geboren worden. Wen nicht große Zwecke in die Fremde treiben, der bleibt weit glücklicher zu Hause.
Goethe, Eckermann, 22.2.1824

Denn im Osten wie im Westen
Zeugt die Mutter Erde gern.
Goethe, Faust II A II, Am obern Peneios (Greife) Vs 7020

Denn im Rate ist es gut, Gefahren zu sehen; bei der Ausführung hingegen, Gefahren zu übersehen, ausgenommen sie seien sehr groß.
Bacon, Essays

Denn im Unglück altern die armen Sterblichen frühe.
Penelope in Homer, Odyssee 19, 360 (Voß)

Denn im Unglück pflegen die Menschen früher zu altern.
Hesiod, Werke und Tage

Denn immer rüstig sind Soldatenmägen.
en] For soldier's stomachs alqays serve them well.
Shakespeare, König Heinrich VI., Erster Teil, II, 3

Denn immer sind in der physischen und moralischen Welt die Extreme aneinandergeknüpft.
Wilhelm von Humboldt, An Karoline, Januar 1789

Denn immerfort sind vornenan die Frauen,
Wos was zu gaffen, was zu naschen gibt.
Goethe, Faust II A I, Weitlaufiger Saal (Geiz) Vs 5769

Denn immerfort, bei allem was geschah,
Blieb uns ein Gott im Innersten so nah...
Goethe, Prolog zu Eröffnung des Berliner Theaters, Mai 1821 I Muse)

Denn in allen angenehmen und guten Zuständen verliert die Seele das Bewußtsein ihrer selbst, wie der Körper auch, und wird nur durch unangenehme Empfindungen wieder an sich erinnert, und so wird meistenteils, der über sich selbst und seinen vergangenen Zustand schreibt, das enge und schmerzliche aufzeichnen, dadurch denn eine Person, wenn ich so sagen darf, zusammenschrumpft.
Goethe, An Lavater, 4.10.1782

Denn in dem Menschen ist eine bildende Natur, die gleich sich tätig beweist, wann seine Existenz gesichert ist. Sobald er nichts zu sorgen und zu fürchten hat, greift der Halbgott, wirksam in seiner Ruhe, umher nach Stoff, ihm seinen Geist einzuhauchen.
Goethe, Schriften zur Kunst - Von deutscher Baukunst

Denn in den Hauptstädten sind die Menschen zu gewitzigt, um offen, zu zierlich, um wahr zu sein. Schauspieler sind sie, die einander wechselseitig betrügen, und dabei tun, als ob sie es nicht merkten.
Kleist, an Karoline von Schlieben, 18. 7. 1801

Denn in der anthropologischen Analyse stellt die Arbeit die elementare Form der Bewegung dar, die allen anderen Formen der Bewegung wie Zexstreuung, Erholung, Vergnügen, Lust, zugrunde liegt und deren ganzen Inhalt ausmacht. Sie alle besitzen ohne vorangegangene Arbeit keine Realität.
Tschernyschewski, Was tun?

Denn in der Entwicklung der Menschheit ist leider vorläufig der Instinkt stärker als die Vernunft.

Denn in der Ferne sieht man gewöhnlich nur, was fehlt und abgeht...
Goethe, An Zelter, 30.10.1809

Denn in der Gestalt, wie der Mensch die Erde verlässt, wandelt er unter den Schatten...
Goethe, Schriften zur Kunst - Winckelmann und sein Jahrhundert - Hingang

Denn in der immer zunehmend zerstreuten Welt heftet ein so geprägtes Metallstück [Medaille] immer einmal wieder die Aufmerksamkeit des Beschauenden und bringt alterprobte, zwar halb verschollene, doch immer noch fortwirkende Verdienste zur Erinnerung.
Goethe, An Zelter, 12.2.1829

Denn in der Kirche spricht erst und letzt
Der den man hat hinauf gesetzt
Und gläubigt euch und tut so groß
Und schließt euch an und macht euch los
Und ist ein Sünder wie andre Leut
Ach und nicht einmal so gescheut.
Goethe, Der ewige Jude

Denn in der Not sind gute Freunde am sichersten.
Euripides, Hekuba

Denn in der Persönlichkeit liegt doch eigentlich der wahre Grund menschlicher Verhältnisse.
Goethe, An Marie Louise Nicolovius, 27.1.1809

Denn in dieser bürgerlichen Umwelt sah er jeden seinen Vorteil suchen, und nur ihn; er sah Rückversicherungen, Garantien, verklauselte Kontrakte und stets gerissene Partner.
Arnold Zweig, Westlandsaga

Denn in einer so absoluten Einsamkeit, wo man durch gar nichts zerstreut und auf sich selbst gestellt ist, fühlt man erst recht und lernt begreifen, wie lang ein Tag sei.
Goethe, an Schiller, 10. August 1799

Denn in ihr (der Einsamkeit) fühlt der Jämmerliche seine ganze Jämmerlichkeit, der große Geist seine ganze Größe, kurz jeder sich, als was er ist.
Arthur Schopenhauer, Aphorismen zur Lebensweisheit

Denn in keinem Lande herrsche eben Egoismus mehr vor, kein Volk sei vielleicht wesentlich inhumaner in politischen und Privatverhältnissen...
Goethe, Fürst Pückler, 15.9.1826

Denn in seiner Meinung zu irren, zeugt zwar nicht von Weisheit, ist aber doch menschlich; aber andre dessen zu bezichtigen,was man selbst tut, wie kann man dafür mit anständigen Worten die verdiente Bezeichnung finden?
Plutarch, Wider Kolotes

Denn in sich ganz und einfach ist das Große.
Geibel, Sonette: Herbstblätter

Denn in Wahrheit spricht erst der Tod das Urteil über das Glück der Sterblichen.
Petrarca, an Stefano Colonna den Alten in Rom

Denn in welchem Lande der Welt sind nicht Sanftmut und Mitleid der Frauen liebenswürdiger Anteil?
Jean-Jacques Rousseau, Julie oder Die neue Héloïse (Julie)

Denn indem alles Urteil aus den Prämissen entspringt und, genau besehen, jedermann von besonderen Prämissen ausgeht, so wird im Abschluß jederzeit eine gewisse Differenz bleiben, die dem einzelnen Wissenden angehört und erst recht von der Unendlichkeit des Gegenstandes zeugt, mit denn wir uns beschäftigen, es sei nun, dass wir uns selbst, oder die Welt, oder was über uns beiden ist, als Ziel unsrer Betrachtungen ins Auge fassen.
Goethe, An J. Müller, 23.2.1826

Denn indem das Angenehme einer Person sich auch über ihre Hülle verbreitet, so glaubt man sie immer wieder von neuem und anmutiger zu sehen, wenn sie ihre Eigenschaften einer neuen Umgebung mitteilt.
Goethe, Wahlverwandtschaften I,6

Denn indem der Mensch auf den Gipfel der Natur gestellt ist, so sieht er sich wieder als eine ganze Natur an, die in sich abermals einen Gipfel hervorzubringen hat. Dazu steigert er sich, indem er sich mit allen Vollkommenheiten und Tugenden durchdringt, Wahl, Ordnung, Harmonie und Bedeutung aufruft und sich endlich bis zur Produktion des Kunstwerks erhebt, das neben seinen übrigen Taten und Werken einen glänzenden Platz einnimmt.
Goethe, Schriften zur Kunst. Winkelmann und sein Jahrhundert. Schönheit

Denn indem man die höchste Vollkommenheit, die freilich weit genug von uns, in einer unerreichbaren Region, zu Hause ist, unverrückt im Auge hat und auf sie loszugehen glaubt, so schätzt man nicht genug das nähere Verdienst, das auf den Zwischenstufen steht, von dem und an dem gar manches zu lernen ist.
Goethe, An Herzog Karl August, 28.9.1802

Denn indem man die Kinder für einen weiteren Kreis zu bilden gedenkt, treibt man sie leicht ins Grenzenlose, ohne im Auge zu behalten, was denn eigentlich die innere Natur fordert. Hier liegt die Aufgabe, welche mehr oder weniger von den Erziehern gelöst oder verfehlt wird.
Goethe, Wahlverwandtschaften II,7

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ENGLISCH
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FRANZÖSISCH
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ITALIENISCH
1 2 3 4
LATEINISCH
1 2 3 4
PORTUGIESISCH
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SPANISCH
1 2 3 4 5 6 7 8 9 10