Weisheiten 456

Den wirr i (dem werde ich) 's Maul sauber halt'n.
Franken
i] Er wird davon nichts bekommen.

Den Wirt bezahlt man auf dem Boden.
i] In der Schweiz durfte der Wirt dem Gast nur dann auf Borg einschenken, wenn er trockene und unblutige Pfänder gab, die dann verkauft wurden, sobald das angestochene Fass leer getrunken war, da auf dem Fassboden jeder Ausstand bezahlt werden soll.

Den Wirt findet man überall daheim, wohin man laufen mag.
la] Cauponi inest mens, ut quidem visum est mihi.

Den Wirt kennt man mittags, den Gast am Morgen.

Den Wirt muss man nicht fragen, ob er guten Wein hat.
it] Non domandar mai all' hoste, se hà buon vino.

Den Wirt nach gutem Weine fragen.

Den Wocken, so ich angefangen, will ich vollend abspinnen.

Den Wolf an den Ohren halten
z] Von Menschen, die sich in einer äußerst verwickelten Lage befinden, in der sie, ohne Gefahr zu laufen, weder vor- noch rückwärts können. Der Wolf hat sehr kurze Ohren und lässt sich schwer dabei halten.
z] So hat mich die Sache verwirrt. Ich halte jetzt recht den Wolf bei den Ohren!

Den Wolf beim Ohr fassen ist schwer.

Den Wolf bellen viele Hunde an, doch wenige gehen nah an ihn heran.

Den Wolf erkennt man an seinem Pelz.

Den Wolf ernähren seine Beine.

Den Wolf haben.
i] Von ungewohntem Reiten an den innern Schenkeln verwundet sein.

Den Wolf in den Schafstall einlassen (einschließen.)
ho] Den wolf in de schaapskooi sluiten.

Den Wolf kennt man bei den Haaren.
la] Noticia didimus est suspicione lupinus.
sd] Weff aer ödhkavndir man.

Den Wolf mit beiden oren halten.
schweiz] Er hät de Wolf bin Ohre.
bm] Vlka za usi drzeti, a hady v klínĕ nositi.
en] To have a wolf by the ears.
fr] Tenir le loup par les oreilles.
ho] Hij heeft den wolf bij den ooren, en weet niet, hoe hij hem zal vashouden of loslaten.
la] tenere lupum auribus

Den Wolf mit dem Zobel decken.
i] Innere Falschheit mit äußerer.

Den Wolf schert es wenig, dass die Schafe gezählt sind.

Den Wolf schlage nicht, und das Schaf lass nicht hungern.
i] Sei liebreich und mild gegen Freund und Feind. Unter den vielen in Kairo umlaufenden Sprichwörtern soll dies, nach der einzige Grundsatz sein, welcher allgemeine Menschenliebe empfiehlt.

Den Wolf tötet man nicht mit einer Stecknadel.
Finnland

Den Wolf treibt der Hunger zum Stehlen und Rauben, den Menschen aber der Neid und die Habsucht.

Den Wolf über den Schafstall setzen.
i] Seine Sache verkehrt anfangen. Eine Wunde zuheilen, ehe sie ausgeheilt ist, ein äußeres Übel nach innen treiben.
fr] Donner la brebis à garder au loup.
fr] Enfermer le loup dans la bergerie.
ho] Den wolf over de schapen stellen.

Den Wolf z'risse hab'n.
i] Sagt man in Oberösterreich von Kindern, wenn sie aus dem Walde mit einem Munde kommen, der vom Heidelbeeressen geschwärzt ist.

Den Wolf zum Hirten der Renntiere machen.
Russland

Den Wolf zum Schäfer machen.

Den Wölfen die Zähne besehen.
z] Besahe den Wölffen die Zän.

Den Wölfen soll man kein Schaf anvertrauen.

Den Wollenden führen die Geschicke, den Nichtwollenden ziehen sie mit.
la] Ducunt volentem fata, nolentem trahunt.
Seneca, Epistolae

Den wollt ich deussen (jagen).
Trebnitz

Den Worten anderer ist man ausgeliefert, den eigenen preisgegeben.
Benyoëtz

Den Worten folgt die Tat.
la] Dicta fides sequitur.

Den wunden Fleck treffen.
v] den wunden Punkt berühren - den Finger auf die wunde Stelle legen
en] to put o's finger on the sore spot - to touch s. o. on the raw
fr] trouver le point sensible - mettre le doigt dessus (o. sur la plaie)
it] toccare un punto doloroso - mettere il dito sulla piaga - colpire qd. nel vivo - pungere qd. sul vivo - toccare qd. dove gli prude

Den würd' ich noch nach dem Abendbrot verspeisen.
bm] Necht' se obouvá jeste v mé skorne.

Den Wurm schneiden.
i] Gewinn machen, andere überVorteilen, prellen.
z] Im Alamode Politicus sagt jemand von den Bauern, sie 'wären so hochmütig, dass wenn sie Getreyd, Käss und Butter zu Marckt brächten, wüsten sie nicht, wie teuer sie es bieten solten, und wenn man ihrer bedörfft, mit Pferden u.s.w. zu ackern oder säen, so thue es schier Not, dass man einen Erbarn Mantel anlegte, sie Fleißig bet mit tieffen Sitten, davon geschwelle ihnen der Bauch und wären doch so gewaltig schlauch, dreyfach nehmen sie ihren Lohn, woltens doch haben zu gefallen tun, schnitten den Wurm ohn alle Scham.'

Den Zahn wüll wi utslân.
i] Das Vergnügen, diese Lust, den Appetit dazu wollen wir uns vergehen lassen.

Den Zankapfel hinter sich (weg) werfen.
fr] Le procès pendre au clou.
la] Litem a clauo pendere.

Den Zankapfel teilt man.

Den Zappen reinschlagen.
Westfalen
i] Einem Zustande, Dinge u.s.w. Ein Ende machen.

Den Zar sieht nicht jedermann, aber jeder betet für ihn.
Russland

Den Zaren über Gott setzen.
Russland

Den Zaum in der Hand halten.

Den Zaum nicht zu lang lassen.

Den Zaun des Gartens wegen grüßen.
i] Der Mutter z.B. schmeicheln, um die Tochter zu bekommen.

Den Zaun errichte bei Neumond, das Dach decke bei Altmond (= Vollmond).

Den Zaun musst dir anschauen, wann du wissen willst, wie der Hof beisammen ist.

Den Zaun übertretend ist der Wolf größer als das Pferd.

Den Zehnten von Stroh geben.
i] Sehr peinlich in Erfüllung religiöser Satzungen sein, zur Bezeichnung von Frömmlern, Heuchlern, Pharisäern.
jüdisch-deutsch] Ejssev git Maasser vün Stroj. (Esau gibt Zehnten von Stroh. Nach der Sage soll nämlich Esau seinen Vater, um ihm eine hohe Vorstellung von seiner Frömmigkeit beizubringen, gefragt haben, ob man auch von leerem, ausgedroschenem Stroh den Armen Zehnten geben müsse)

Den Ziegel und den bösen Mann niemand rein waschen kann.
mhd] Den zigel und den boesen man nieman volle waschen kann.

Den Ziegenbock zum Gärtner und den Säufer zum Kellner machen.
bm] Kozel v zahradĕ, a ochlasta sklepník.

Den Zierbengel spielen.
ho] Hij speelt den vieze.

Den Zigeuner betrügt der Jude, den Juden der Grieche und den Griechen der Teufel.
bm] Cikána osidí Zid, Zida Rek, a Řeka čert.

Den Zinken blasen.
i] Der Zinken ist ein Blasinstrument, in gerader wie gekrümmter Form. In den Orgeln sind Zinken die Pfeifen, welche den Ton dieses Instruments nachahmen und das sie anziehende Register.
la] Apertis (ut ajunt) tibiis.

Den Zobel kann man streichen, wie man will, er bleibt immer glatt.
i] So ist der rechte Hofmann und auch der ruhige Mann von Weltkenntnis.
bm] Hlad' sobol po srsti i proti srsti, vzdy se hladí.

Den Zoll der Natur bezahlen.
ho] Den tol der natuur betalen.

Den Zoll muss jeder zahlen.
i] Jeder muss sterben; den Ton auf: den.

Den zorn bei dir lass nicht regiern, dan das Gemüt tut er verfürn.
la] Impedit ira animum, ne possit cernere uerum.

Den Zorn eines Fürsten überwindet man am besten durch Flucht.

Den Zorn erlegen ist der besste Sieg.

Den Zorn sich lân bald übergahn, steht übel an eim weysen Mann.

Den Zorn verschieb, wenn's Herz ist trüb.
la] Irae dilatio, mentis pacatio.

Den zottigen Hunden und den faulen Leuten wird g'schwind warm.
Wien

Den zu Boden Liegenden schlägt man nicht.
Russland

Den zu lieben, der dich nicht liebt, heißt den Regen lieben, der in den Wald fällt.
i] Der dir nichts nützt
Bantu

Den zu viel Zivilisierten ist ein kleiner Barbarismus von Nutzen.

Den Zuckerballen zu nahe kommen.
i] Weibliche Brüste.

Den Zufall aber gibt es nicht im Leben, sondern nur Harmonie und Ordnung.
Plotin, Enneaden

Den Zufall bändige zum Glück,
Ergetz am Augentrug den Blick;
Hast Nutz und Spaß von beiden.
Goethe, Gott und Welt - Die Weisen und die Leute - Epikur

Den Zufall bekommt der Eigentümer zu spüren. [RSpW]
la] Casum sentit dominus.

Den Zufall muss man beim Haar fassen.
Holland

Den Zufriedenen machen selbst Armut und Niedrigkeit glücklich, dem Unzufriedenen bringen selbst Reichtum und Ehren Elend.
China

Den Zug nicht abfahren lassen.
i] Die letzte Gelegenheit nicht verpassen

Den Zweck treffen (herausschießen).

Den, der nicht schmeichelt, liebt man nit, das ist yetzunde der welt sitt.
en] Flattery now a days gets friends.
la] Si uis laudari, si uis charusque uocari discas adulari: nam tales sunt modo chari.

Den, der seine Frau zu seinem Meister macht, musst du weiden lassen.

Den, der wirklich Hunger hat, dünkt das trockene Brot Salami.

Den, welchen der Himmel bei seiner Geburt mit Narrheit ausgestattet hat, zu lehren, ist eine Verschwendung des Unterrichts.
China

Denarius Petri
Kirchensprachlich
dt] Peterspfennig
i] freiwillige, zeitweise auch zwangsweise Abgabe an die römische Kurie

Denck jung an den alten man, wiltu nit betlen gahn.
i] Wenn man aber jung ist, so glaubt man, dass man Staub in Gold verwandeln könne.
bm] Mlád jsa pamatuj, ze stár budes.
it] Chi non fa in gioventà, stenta in vecchiezza.
pl] Młodym będąc pamiętaj, że starym będziesz.

Dene Müse ist scho no z' richte.
i] Es wird Müse = Schwierigkeiten, Hindernisse haben.

Denen geschiehet wehe, die kein frucht zeugen in der ehe.

Denen Herrn Kunstrichtern genügt unsere teutsche Sonne, Mond und Sterne, unsere Felsen, Bäume und Kräuter, unsere Ebenen, Seen und Flüsse nicht mehr. Italienisch muss alles sein, um Anspruch auf Größe und Schönheit machen zu können.
Caspar David Friedrich, Äußerung bei Betrachtung einer Sammlung von Gemälden

Denen, die niedrig fliegen, tut der Fall am wenigsten weh.
China

Denen, die viel jagen und finken (Finken fangen), wird das Fleisch im Topfe nicht stinken.

Denen, die wirklich arm sind, muss man helfen.
Martin Luther, Tischreden

Denis Diderot, Über die Frauen

Denjenigen Dingen, die durch Kunst entstehen, wohnt ein Ziel und ein Zweck inne, denn immer wird der Künstler dir über den Grund Rechenschaft geben, aus dem und um dessentwillen er z.B. etwas gemalt hat; und dieser Zweck steht immer höher als das, was um seinetwillen geschieht.
Aristoteles, Protreptikos

Denk am Eingang an den Ausgang.

Denk an alles, was du tust, aber tue nicht alles, was du denkst.
Estland

Denk an das Herausgehen, ehe du hineingehst.
Arabien

Denk an den alten mann.

Denk an den Anfang und an das Ende dieser Welt.

Denk an den königlichen Spruch: 'Den Feind
Verachte nicht, wie klein er immer scheint.'
Virdusi, Schah-nameh, Sohrab

Denk an den Mann im Monde.
i] In Böhmen, um zu sagen: Arbeite nicht am Sonntage.

Denk an den Tag, den niemand meiden mag.
ho] Denkt vry al dickwils op den dag, die niet en mensch voor by en mach.

Denk' an den Tod, ist Gottes Gebot.
la] Ipse jubet mortis te meminise deus.

Denk an den Tod, mein Christ, was denkst du anders viel?
Man denkt nicht Nützlicheres, als wie man sterben will.
Angelus Silesius, Cherubinischer Wandersmann

Denk an den todt und letzte noth.

Denk an den Winter, weil (o. solange es) noch Sommer ist.

Denk an den Wolf und halte stets eine Rute für ihn in Bereitschaft.

Denk an die Menschen nicht,
Denk an die Sachen!
Goethe, Zahme Xenien VII

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