Weisheiten 442

Den Hund aus dem Ofen locken.

Den Hund bei den Ohren zwacken.

Den Hund beim Schwanz und den Wolf beim Ohr halten.

Den Hund der Bengel bendig macht, zuchtruth der Jugend legt den pracht.

Den Hund d'rschlag'n.
Grafschaft Mark
i] Das Dreschen enden. Wer von den Dreschern den letzten Streich getan, der hat den Hund derschlagen und wird verlacht.

Den Hund erkennt man an den Haaren.
Estland

Den Hund erkennt man ja von weitem.
Estland

Den Hund erkennt man weder an den Haaren noch an den Zähnen.
Estland

Den Hund hinken lassen.
z] Alse nun solckes Jochim Rosin erfahren dat de vornemsten und meisten des Caspels neuenst dem wanckelmödigen gemeinen Mann den hund hincken leten und by em stünden alse de Hase by synen Jungen, hafft se sick gudt willich vth der Stadt begeuen.
z] drumb ließ ers (= er sie) selten auff die gassen, denn sie den hund pflag hincken lassen
i] Geil sein; sich, oder irgendeine Sache, unbesorgt, vielleicht leichtsinnig gehen zu lassen.
z] Den hunt gern hincken lan.
z] Ich lass mich nicht mercken wie du. Ich kann den Hund fein lassen hincken, thu jr mit einem Aug nur wincken, so weiß sie schon, wie, wo und wenn.
ho] Hij laat den hond hinken.

Den Hund in Grôm (Graben) trecken.
i] Verächtlich gebraucht

Den Hund liebkosen um des Herrn willen.
it] Si ha rispetto al cane per il padrone.

Den Hund locke mit einem Knochen.
Estland

Den Hund mit Pasteten füttern.

Den Hund muss man (schon) im voraus schlagen.
Estland

Den Hund nach der Wurst (Bratwurst) schicken.

Den Hund nicht hinken lassen.
i] Nicht zu nachsichtig sein

Den Hund reiten.
i] Aus Wohlstand in Notstand kommen

Den Hund schätzt man nicht nach den Haaren, sondern nach den Zähnen.

Den Hund schickt man nicht nach Bratwürsten.

Den Hund schlafen lassen.

Den Hund schlagen und den Esel meinen.
fr] Battre le chien devant le loup.
la] Canem caedere, coram leone.

Den Hund schlägt man, und den Herrn meint man.

Den Hund über den Schmerleib setzen.

Den Hund vor dem Wilde schlagen.
i] Ihn auf eine unkluge Weise entmutigen

Den Hund vorm Löwen (o. Wolf) schlagen.
i] a) Einen Schwächern in Gegenwart eines Mächtigern bestrafen, damit dieser sich eine Lehre darausziehe. Etwa wie: Den Sack schlagen und den Esel meinen. b) Sich stellen, als ob man mit einem uneins wäre, um einen dritten gemeinschaftlich zu hintergehen.
fr] Battre le chien devant le lion (o. loup).
fr] Pour douter (par crainte) bat-on le chien devant le lyon.

Den Hund zum Jagen tragen.
i] Etwas ohne innern Beruf tun
la] Bovibus aratrum praeferre.
la] Inivitas canes venatum ducere.
la] Invita Minerva (aliquid facere). Horaz
la] Invitis canibus venator nil capit ullus.

Den Hund, der einmal gebissen wurde, beißen die Hunde immer wieder.
sp] Al can mordido todos le muerden.

Den Hund, der immer bellt, sieht niemand; der selten bellt, wird immerfort gesehen.
Estland

Den Hund, der kläfft, fürchte nicht, sondern den, der nicht bellt.

Den Hunden ausläuten.
i] Die Füße wie zwei Perpendikel hin und wieder bewegen, wenn man sitzt. O. mit den Füßen unterm Tische schlenkern.

Den Hunden das Lamm befehlen.
la] Objicere canibus agnos.

Den Hunden ist böse zu betten, sie bezahlen ihre Kammerdiener mit Flöhen.

Den Hunden schadet es nicht, wenn man sie wie Vieh behandelt.

Den Hundsfott auf sich sitzen lassen.

Den Hundsfott in de Fick schtecken.

Den Hunger in den Kopf verlegen.
Elias Canetti, Die Provinz des Menschen

Den Hunger mit Wind stillen.
i] Sich oder andere mit Idealen füttern

Den Hunger nennt ihr Liebe, und wo ihr nichts mehr seht, da wohnen eure Götter.
Friedrich Hölderlin, Hyperion

Den Hunger zu stillen, kostet nicht viel, aber sich den Magen zu verderben, braucht man viel Geld.

Den Hungrigen hat man mit neun Decken zugedeckt, trotzdem konnte er nicht schlafen.
tü] Aça dokuz yorgan örtmüşler yine uyuyamamış.

Den Hungrigen ist nicht gut predigen.

Den Hurenjäger hasset jedermann.
mhd] Den horenjeger hatet alle man.
la] Obscoeno gaudens scorto contemnitur omnis.

Den Hurenwagen treiben.

Den Hut auf elf setzen.

Den Hut auf halber zwölf aufsetzen (oder aufhaben).
Steiermark
i] Schief; meist um einen Rausch zu bezeichnen

Den Hut aufs linke Ohr setzen.
la] Omnia susque deque habere.

Den Hut in der Hand, den Dolch im Gewand.

Den Hut in der Hand, den Filz im Herzen.

Den Hut mag man verlieren, wenn man nur den Kopf nicht verliert.
Russland

Den Hut nach dem Winde rücken (drücken, setzen, halten).
mhd] Wann frawen haben kurtzen muot und wenden dick den huot nâch dem wind her und dar.

Den Hut schlägt man, und den Kopf meint man.

Den Hut vor jemand abnehmen.
i] Ausdruck der Achtung

Den i net mog (mag), den sieh ich olle Tog, und der mich erfreut mei Schotz, der is weit!

Den ich glücklich mache, von dem werde ich schwanger.

Den Ihrten selbst beschließen.

Den inneren Frieden dir nicht zu stören,
In andrer Achtung stets zu steigen,
Habe den Mut, die Wahrheit zu hören,
Und die Klugheit, sie zu verschweigen.
Leuthold, Sprüche

Den innern Düppel erobern.
i] Nachdem im April 1864 die preussischen Truppen den Dänen die Düppeler Werke abgenommen hatten, fand man in der feudalen Presse Berlins die Eröffnung, nach Unterzeichnung des Friedens denke man an die Berennung des innern Düppels zu gehen, um dem Kriegszustande im Lande selbst ein Ende zu machen. Was man unter dem innern Düppel verstehe, war zweifelhaft. Einige glaubten, es sei der demokratische Hang der Gegenwart, andere es sei die Opposition im Abgeordnetenhause oder die widerspenstige Presse damit gemeint. Andere bezogen es auf die der Regierung abgeneigten Magistrate und Stadtverordneten. - Wie F. Kossak (Über Land und Meer, Stuttgart 1864) versichert, bezieht sich die von der preussischen Feudalpartei erfundene, auf die neuere Kriegsgeschichte angewandte Redensart auf die preussische Bürokratie. Dieses Institut sollte mit oppositionellen Elementen angefüllt sein, unter der Eroberung des innern Düppel verstehe man die Läuterung desselben und den Ersatz durch gefügige Werkzeuge. Die systematisch erfolgten Nichtbestätigungen gewählter freisinniger Gemeindebeamten erschienen als Sturm gegen das innere Düppel. - Man schien aber unter dem 'innern Düppel' auch Gesetz und Verfassung zu verstehen. In der Sitzung der Abgeordneten vom 5. Mai 1865 sagt der Abgeordnete Dr. Gneist: Wo sich der Militärstand geltend macht, da begeistert er sich wohl zu einem Hurra über das 'innere Düppel' hinaus, d.h. über Verfassung, Verfassungseid und über Gesetz des Landes.

Den innern Richter kann man nicht bestechen, man kann ihn aber überschrein und radebrechen.
i] Die Leidenschaften können ihn betäuben oder sein Urteil entstellen.
la] Nemo nocens se judice absolvitur.

Den Internationalismus hassen ist - die nationale Kraft nicht kennen und nicht ahnen.
Block, Tagebuch 1918

Den irdenen Wasserkrug lässt man an der Tür stehen.

Den irrt ein Strohhalm.
z] Wems vbel geht, bald zornig wirt, ob ihn gleich nur ein strohalm jrrt.
la] Fit cito commotus cui cors contraria totus.

Den Irrtum bekennen, erleichtert die Strafe.

Den Jesusknips empfangen.
i] Mit einem Stocke einen leichten Schlag auf die Stirn bekommen.

Den Jonas ins Wasser werfen.
i] Seine begangenen Sünden mit Tränen bereuen.

Den Judas jagen.
z] So han die schwartzen Münch einschlagen, als wolten sie den Judas jagen und klopffen mit den feisten Henden auf den Büchern an den Wenden.

Den Juden ein Ärgernis und den Griechen eine Torheit.
1. Kor., 1, 23

Den Juden erschreckt sein eigener Pelzmantel. Jiddisch

Den Juden erschreckt sein eigener Pelzmantel.
Jiddisch

Den Juden handeln (wuchern) lehren.

Den Juden hänget der Schelm im Busen, weil sie leben.

Den Judenspieß führen.

Den Jungen betrachtet man beim Essen, das Mädchen beim Anziehen von Schuhen.
Estland

Den Jungen gehört die Welt, und die Alten bewirtschaften, benutzen und beherrschen sie. Eltern, die Schule, Erziehung, der Staat alle sorgen nur für die Hochbejahrten, und die Jugend ist verdammt, die Magd des Alters zu sein!
Börne, Aus meinem Tagebuche, 29.4. 1830

Den Jungen hängt der Himmel immer voller Geigen.
bm] Mladému nebe kotlem se vidí.
pl] Młodemu niebo kotłem się widzi.

Den Jungen ist der Tod auf dem Rücken, den Alten vor Augen.
fr] Aussitôt meurt jeunee que vieux.

Den jungen Tag ein jeder mag.
it] Di novello tutto par bello.

Den Jungfern, die pfeifen, den Hühnern, die krähen, soll man den Hals umdrehen.

Den Jüngling ziert Bescheidenheit.
Grillparzer, Die Ahnfrau, I, 3

Den Käfig zuschließen, wenn die Vögel heraus sind.

Den Kahlen um eine Locke bitten.

Den Kaiser macht das Heer.
i] Wie das Heer den Kaiser wählt, so gebietet er über dasselbe.
mhd] Den keiser macht daz heer.

Den Kakerlaken geschieht nie ihr Recht, wenn Hühner die Richter sind.
Jamaika

Den Kalfakter machen.
i] Allerhand kleine, namentlich niedrige Geschäfte besorgen, sich wohl auch dazu drängen, auch wohl als Aushorcher, Spion dienen.

Den Kamm aufblasen.
i] Von Zornigen. Von den Vögeln mit Kämmen entlehnt.

Den Kamm aufsetzen.
i] Übermütig werden.
fr] Lever la crête.

Den Kamm hoch tragen.

Den Kampfpreis gibt man erst zuletzt.
it] Il palio si dà da ultimo.

Den kan kein Stockfischklopfer erweichen.

Den kann der Schinder nicht brauchen.

Den kann man aussieden.
Nürtingen
i] So schmutzig ist er

Den kann man nicht einmal in einer Leichenrede loben.
dä] Som ikke kand roses i sin liig-prædikan.

Den kann me ock as Hendwîser gebrucken.
Meurs
i] Von einem, der eine bedeutende Länge besitzt

Den kann 'n ok mitten Vaterunser dörch de Backen bläsen (lesen, pfeifen, pusten).
i] Dem Magern, der bloß aus Haut und Knochen besteht.

Den kann nicht jeder verknusen.
i] Er ist nur für wenige genießbar.
la] Paucorum hominum (homo). Terenz

Den kann ock kennen Hering van de Roster blosen.
Meurs

Den kann wal met de Müüs (Mäuse) dôr de Tralljes (Gitterwerk) frêten.

Den kannst du dir heiraten.
i] Scherzwort der Mädchen in Bezug auf einen Buckeligen. Redensarten, die man in Breslau (oder Schlesien) zur Bezeichnung der Buckeligen scherzhaft gebraucht: Den kannst du mir (den werd' ich dir) zu Weihnachten schenken. Das ist ein Bild; nê, gar ein - Krüppelbild. Oder man ruft: Piccolomini (Anspielung auf picklich für buckelig) oder Kriegskasse Ziethen

Den kannst in'n Sod versöpen, hei kümmt wedder rut un hett noch een Fisch fungen.
hdt] Ihn kannst du im Brunnen ersaufen, er kommt wieder heraus und hat einen Fisch gefangen.

Den Kanzelsprung tun.
i] Von Brautleuten, die aufgeboten werden.
z] Da sollt ihr ein Flüstern hören durch die Stühl und auf den Chören, wenn den Kanzelsprung wir tun.

Den Kargen ist Freigebigkeit einzuimpfen, so indes, dass damit keineswegs dem Verschwender die Zügel gelockert werden. Den Verschwendern ist Sparsamkeit vorzuhalten, so indes, dass damit nicht die Genügsamen zum Aufwand veranlasst werden.
Hrabanus Maurus, Von der Unterweisung der Geistlichen

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