Weisheiten 440

Den guten Apostel spielen.
i] Sich sehr ehrlich stellen

Den Guten ehre, damit er dich ehre, und den Schlechten, damit er dich nicht entehre.
pt] Honra ao bom, para que te honre, e ao máo, para que te naõ deshonre.

Den guten Gesellen dürst.

Den guten Knecht spielen.
i] Schmeicheln, um vor andern den Vorzug zu haben.

Den guten Knecht, voll Treu und Geduld, bezahl' ihn noch so gut, du bleibst in seiner Schuld.
Basken

Den guten kompt all ding zu gut.

Den guten Maximen bleibt es nicht erspart, trivial zu werden.
Vauvenargues, Reflexionen und Maximen

Den guten Menschen fehlt es gar oft an Mut, die schlechten belohnen sich gar leicht selbst durch ihre Eitelkeit.
Goethe, Knebel, Anfang April 1810

Den Guten schadet, wer die Schlechten schont.
la] Bonis nocet, si quis malis pepercerit.

Den guten Seemann erkennt man beim schlechten Wetter (o. im Sturm).
Toskana
it] Il buon marinaro si conosce al cattivo tempo.

Den guten Seemann zeigt das schlechte Wetter.
Toskanisch

Den Guten soll kein Dorn verwunden.
i] Unschuld und Tugend erwecken selbst im Bösewicht eine gewisse Scheu

Den guten Spielmann bezahlt man für das Spiel, den schlechten, dass er aufhört.
dä] Betal god spillemand for hand spiller vel; men heller en ond for hand holder op.

Den guten Steuermann erkennt man im Sturm.
dä] God styrmand kiendes ei naar havet er stille og veit til villie.

Den guten Tag kennt man am Morgen.
Serbien
i] Was etwas Vorzügliches, Tüchtiges werden soll, kündigt sich schon zeitig (in der Jugend) an. In Tula heisst es vollständiger: Die schlechten Tage fangen schon mit der Nacht an, die guten erst mit dem Morgen. Russland
it] Il buon di si conesce da (cominciada) mattina.

Den guten Tag muss man (erst) am Abend loben.
i] Es ist ein bemerkenswerter, in den Volkssagen oft wiederkehrender Zug, es dürfe niemand das Gefühl der Abhängigkeit von einer höheren Macht aufgeben, wenn er nicht sofort die Strafe seiner Überhebung empfinden wolle. Die Mythen von Prometheus und seinem morgenländischen Verwandten Satan, der Ring des Polykrates und alle Sagen vom Neide der Götter, der Ammenaberglaube, dass man Kinder nicht loben dürfe, ohne 'unbeschrien' oder 'Gott behüts' hinzuzusetzen sind, wie das vorstehende Sprichwort, sämtlich aus derselben Quelle entsprungen.
mhd] Mer spräkt unde is ôk al ware, allen wärken werd lov gesägd in dem ende, also men se lägt.
mhd] Guoten tac man ze âbent loben sal.
dä] En god dag skal man rose om aftenen.
en] Praise a fair day at night.
it] La vita il fine e'l di loda la sera.
it] Non lodar il bel giorno innanzi sera.
it] Ogni giorno passa an giorno.
la] Diem vesper commendat.
la] Nescimus, quid serus vesper vehat.
un] A' napot nem költtén, hanem esttén dicsérik.

Den guten Tag muss man ins Haus einlassen.
sp] El buen día meterlo en casa.

Den guten Tagen der Freier folgen böse Nächte.
ho] Goede dagen van de vrijers worden gevolgd door kwade nachten.

Den guten Wein selber trinken und das Geläger (die Hefen) Gott geben.

Den guten Wein und tapfern Mann soll man nicht nach seinem Herkommen fragen.

Den Guterzogenen muss man nicht belehren.
en] A well-bred dog hunts by nature.

Den hab' i an Trumpf geben.

Den hab i atrumpft.
Österreich
i] Mit einer scharfen Antwort abgefertigt

Den hab' ich auf der Latte.
ndt] Dean hau-n i auf der Latt'. Bietigheim
i] Auf dem Strich, auf dem Zuge, mit dem hab' ich etwas abzumachen.

Den hab ich das Laufen gelehrt, hat der Jäger gesagt, wie er den Hasen gefehlt hat.

Den hab' ich im Magen.

Den habe ich auf dem Strich.

Den habe ich schon lange auf dem Kieker gehabt.
ndt] Een in'n Kiker hebb'n.
ndt] Enen up den Kiker hebben.
i] Auf jemanden lauern.

Den haben die Narren wieder grüßen lassen.
i] Von einem, der närrische Streiche macht.

Den Habicht anrennen.
i] Sich der höchsten Gefahr aussetzen
z] Die haten den habich angerant. Konrad, Rolandslied in Schilter, Thesaurus Antiquitatum Teutonicorum

Den Habicht muss man nicht zum Taubenkönig machen.

Den Habicht nach den Hühnern fragen.
Russland

Den Habicht zum Taubenwächter machen.

Den Hafen kennt man am Klange, den Narren am Gesange.

Den Hafen verlassen.
ho] Hij zeilt de haven uit.

Den Hafer soll man einkleiben, die Gerste einstäuben.
fr] Il faut un homme alerte pour semer les avoines et un homme lent pour semer l'orge.

Den Hafer von der Gans kaufen.
i] Sehr teuer. Etwas vom Krämer kaufen, anstatt es aus der ersten Hand zu nehmen.
dä] Det er ondt at kiøbe havre fra gaasen, kull af smeden, korn af bageren, kiød af katten, pølse af hunden.

Den Hafer will der Gaul wohl, aber nicht den Sattel.

Den Hahn kennt man am Kamm.

Den Hahnen erdantzen wöllen.

Den Hahnen erfreuet mehr ein Regenwürmlein oder Gerstenkorn denn eine Perle oder Edelstein.

Den Hahnen kennt man an den federn, den Mann an den Kleidern.

Den Hahnen kennt man beim Kamm.
ho] Aan kam en sporen kent men den haan.

Den Hähnen, die zur Unzeit krähen, muss man den Kopf abdrehen.
en] The cock that sings untimely, must have its head cut off.

Den Haken beim rechten Stiel fassen.
z] Bey antreffung derselben (der Stettiner Regierung) hat er, wie man sagt, den Hacken bey dem rechten Stiel erhaschet.

Den Haken führen.
i] Lange Finger haben

Den Hals neigen wie die Gänse, wenn sie unter einem Stege durchschwimmen.
i] Kalt, gleichgültig, vornehm grüßen, sich verneigen.

Den Hals über ein bessen abfallen.

Den Hals voll Erde haben.

Den Hals wagen.
ho] Hij heeft er den hals aan gewaagd.

Den Halskranz brechen.

Den halt ich für ein g'lehrten man, so allzeit weisslich leben kan.
la] Doktor erit qui scit sapienter uiuere semper.

Den halt' ich für verdorben, bei welchem Scham und Zucht gestorben.
la] Ego illum periisse duco, cui periit pudor.

Den hält man für ein'n weisen Mann, der zu rechter Zeit reden kann.

Den halt man vor ein weisen Mann, der zu der Sach wohl raten kann.

Den Handel verstehen.
i] Kunstgriffe und Kniffe weghaben

Den Handel wagen.
fr] Hasarder le paquet.

Den Händeln gute Nacht, bei denen kein Wein ist.

Den Hans für den Stoffel ansehen.
fr] Prendre Saint-Pierre pour Saint-Paul.

Den Hans spielen.
i] Diese berliner Redensart beruht auf einem geschichtlichen Vorgange. In Berlin heisst man den Scharfrichter Meister Hans. In früherer Zeit hatte er die Berechtigung, äußere Kuren an Vieh und Menschen vorzunehmen. König Friedrich Wilhelm I. hatte ihn sogar zu seinem Hof- und Leibmedicus ernannt. Die interessanteste Heilung vollzog Meister Hans am Charfreitage 1529. Er war am Gründonnerstage in der Kirche zum schwarzen Kloster gewesen. Der Eingang war von Bettlern aller Art belagert, und er hatte eine Anzahl solcher darunter bemerkt, die sich nur blind, lahm u.s.w. stellten. Meister Hans ging zum Kurfürsten Joachim I. und wirkte sich die Erlaubnis aus, eine Heilung vorzunehmen, die er am folgenden Tage, wo der Eingang zur Kirche in gleicher Weise von Krüppeln belagert ward, derart ausführte, dass er mit seinem Knechte Friedrich vormarschierte, dann einen Knotenstock unter dem Mantel hervorzog und dergestalt auf die, welche sich verstellt hatten, um das Mitleid zu täuschen, einhieb, dass die Lahmen sofort auf die Beine kamen. Der Betrug macht sich auch in unseren Tagen unter den Bettlern breit. In der Lindenstraße lag ein Mädchen schreiend anscheinend in Krämpfen. Die kenne ich, sagte ein vorübergehender Arzt, ich werde sie heilen. Er ging durch die Menge an sie heran und sagte: Man hole schnell ein glühendes Eisen, ich muss sie brennen, das hilft vortrefflich. Kaum hatte er dies gesagt, so sprang das Mädchen auf und lief davon. 'Ich habe den Hans gespielt', sagte er.

Den Hanswurst machen.
i] Sich possenreisserisch geberden
fr] Faire le batteleur.

Den Här (Herr) dä kukd zur Fönsder erraus on säd: es göffd neisd draus.
Trier
i] Wird gesagt, wenn man jemandem etwas abschlägt.

Den Harnisch anlegen.
ho] Hij trekt het harnas aan.

Den Häschern seine Not klagen.
i] Von erfolglosem Klagen
it] Dire le sue ragioni agli sbirri.

Den Hasen beim Kragen nehmen.
i] Eine Sache da angreifen, wo sie nicht entwischen kann. Die Gelegenheit beim Schopfe.

Den Hasen erkennt man an den Spuren.

Den Hasen gar zu braun machen.
z] Dieser Pater ist gar zu scharf, er macht den Hasen gar zu braun und den Teufel gar zu schwarz, er erschricket gar zu fest.

Den Hasen im Busen haben.

Den Hasen im Sacke kaufen.
bm] Nekupuj zajíce v pytii.
ho] Hazen met den trommel willen vangen.
it] Pigliar la lepre col carro.
pl] Kto lisa w worze kupuje, psa abo kota najduje.

Den Hasen in den Pfeffer rühren.
z] Daas sie (die Juristen) kein sachen nit verlieren, das kompt als sampt von dem glossieren, den hasen in den pfeffer rieren.

Den Hasen in eine fremde Küche jagen.
ptr] Levantar a lebre, para que outrem medre.

Den Hasen in seinem Nest fangen (wollen).
ho] Het wil den haas in zijn leger betrappen.

Den Hasen laufen lassen.
i] Verliebt sein

Den Hasen mit dem Garn fangen.

Den Hasen muss man beim Kragen zu fassen.
Frankreich

Den Hasen rut jagen.
Büren
i] Wenn man auf einem Acker eine Arbeit vollendet, z.B. ein Feld mit Getreide gemäht hat, so sagt man: 'Ik hewwe den Hasen rut jaget', oder: 'Da löppet de Hase henne.'

Den Hasen zum Trommler machen.
i] Das haben wir schon erlebt; weit schwerer aber ist's, einen Feigen zu mutigen Handlungen zu bewegen.

Den häsenen Käse holen.
Schweiz
i] Wenn von unmöglichen Dingen die Rede ist. Geschieht das, sagt man, so will ich dir einen häsenen (Hasen-)Käse geben. Scherzweise versprach Zwingli auf dem ersten Religionsgespräch zu Zürich dem bischöflichen Vikar als Preis des Siegs einen häsenen Käse, wenn er die Falschheit der vorgelegten Sätze dartue, welchen Preis er aber nicht erringen wollte. Daher bezeichnete man seit der Zeit eine Prahlerei, bei der nichts herauskam, mit der obigen. Redensart.
z] Ja, wan alle rechten das gedencken, ein hessin kess wil ich dir schencken. Murner, Vom luth. Narren

Den Hasenpfad eingehen.
la] Dare terga fugae.

Den hat das sechste Gebot gefressen.
Leipzig

Den hat der Bock gestoßen.
i] In Tolkemit von einem, der Frauenburg passiert hat

Den hat der goldene Schlag gerührt.
Westfalen
i] Er hat sich bestechen lassen.

Den hat der Hund gemacht.

Den hat der Petrus.
z] Sagen die Schneider, wenn sie ein Übriges hinter den Ofen fliegen lassen.

Den hat der reiche Mann in die Helle zu Gaste geladen.
z] Wie man in Meißen redet.

Den hat der Schinder geholt.
i] Er ist zu Grunde gegangen.

Den hat der Teufel gewiegt.
fr] Mal enfant berse qui le diable en dort.
fr] Quand il dort le diable le berse.

Den hat der Teufel hergesandt.
dä] Fanden har ført os alle disse narrer paa.

Den hat der Tod verzimmert.

Den hat ein weiser Mann gemacht, hat ihn aber zu zeitig laufen lassen.
ho] Een wijs man heeft u gemaakt; maar hij is te vroeg van u gescheiden.

Den hat Gott auch in seinem Zorn (o. aus Langerweile, o. aus Versehen) erschaffen.

Den hat keine deutsche Mutter gestillt.
dä] Saa fremt jeg har diet en danne-kone for sød melk.
dä] Saa sandt som jeg har diet en hore.

Den hat nymant lieb, der allzeit spricht: mir auch gib.
Österreich

Den hat Sankt Velten beschissen.
z] Hat mich S. Velten mit euch Welt-Narren beschissen.

Den hat sein Verstand zum Narren gemacht.
bm] Lidé i pro rozum přicházejí o rozum.

Den hätte der Totengräber schon lange bekommen können.
bm] Dobrá to byla hlava-sláva bohu, ze je zemĕ vzala.
bm] Porodila máma-śhoda, ze hned nevzała jáma.

Den hau' ich aus dem ff (oder: aus dem Salz).

Den hau' ich nach Noten.

Den Haut iut den Augen setten können.
Büren
i] Ein gutes Gewissen haben

Den hebbe de Kure behext.
i] Er ist angetrunken. Kuren sind die am Kurischen Haff wohnenden Fischer.

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DEUTSCH
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ENGLISCH
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ITALIENISCH
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LATEINISCH
1 2 3 4
PORTUGIESISCH
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SPANISCH
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