Weisheiten 436

Den Dreispitz in den Sack stoßen.
i] Von denen, die Schweres, Unmögliches anstreben oder mehr tun wollen, als sie vermögen.

Den drieft ewer ok de Lëegen bei ein.
Meurs
i] Ledigen beieinander. Um zu sagen, er geht müßig.

Den drückt die Mütze.
Ostpreußen
i] Es fehlt ihm etwas, er ist durch sein Benehmen aufällig.

Den drückt kein Schuh, der barfuß geht.

Den Dummen fürchte, den Bösen tadle.
Estland

Den Dummen gehört die halbe Welt.
i] Nur nicht was darin ist

Den Dummen ist gut predigen.
la] Inter indoctus et Corydus loquitur.

Den Dummen macht man die Gefängnisse, die Klugen sitzen darin.
Estland

Den Dummen täuscht man mit einem Apfel, den Klugen kann man nicht mal mit einem Taler täuschen.
Estland

Den Dummen trifft's Glück.

Den Dümmsten ist das Glück am meisten hold.

Den Durchlauff im Beutel haben, ist böss.

Den Durchmarsch (Diarrhöe) haben.

Den dürren Baum reiten.
i] Gehängt werden. So einfach eigentlich die Hinrichtung des Hängens ist, so wurde sie doch von der Phantasie der Vorzeit mit schauerlichen Symbolen und unheimlichem Ritus ausgeschmückt. So nahm man nicht den ersten besten Baum des Waldes, sondern suchte vielmehr laublose, verdorrte Bäume dazu aus.

Den Durst löschen
en] to quench (o. slake) o's thirst
fr] apaiser (o. étancher) la soif
it] spegnere (o. smorzare) la sete

Den Durst mit Salzwasser (mit Hering) löschen.

Den duzen die Schöpse auf der Straße.
z] Ich dachte an die Zeit, wo wir in Frankreich sechs Wochen lang Mittags Kartoffeln und Schöps und Abends Schöps und Kartoffeln essen mussten, sodass wir Gefahr liefen, von den Schöpsen auf der Straße geduzt zu werden.

Den dysen, den du gemacket heffst, den möst du afspinnen.
Westfalen
i] Unter Dysen versteht man die Masse Flachs oder Wolle, welche auf einmal an die Kunkel zum Abspinnen gelegt wird

Den echten Dichter wird niemand kennen, als wer dessen Zeit kennt.
Goethe, Schriften zur Literatur - Von Knebels Übersetzung des Lucrez

Den Edelmann auf den Bettelmann setzen.
ho] Het is de edelman of de bedelman.

Den Edelmann spielen.
ho] Hij speelt voor edelman.

Den edeln Wettstreit lasst mich freundlich schlichten.
Schiller, Wilhelm Tell, II, 2 (Rösselmann)

Den Edlen grollen ja die Götter nicht,
Nur für gemeine Seelen ist das Ungemach.
Euripides, Helena (Kastor)

Den edlen Menschen kränkt sein Unvermögen, ihn kränkt nicht, dass man ihn nicht anerkennt.
Konfuzius, Gespräche

Den edlen Müßiggang lehr ich hernach dich schätzen,
Und bald empfindest du mit innigem Ergetzen,
Wie sich Cupido regt und hin- und widerspringt.
Goethe, Faust I, Hexenküche (Mephisto) VS 2596f.

Den Edlen schmerzt die Rede, den Elenden nicht.
Jemen

Den eenen gifft Gott Botter, den annern Schiet.

Den eenen mut ik betalen, dem anderen Geld geben.
i] Es ist einerlei, will damit der Holsteiner sagen, wem ich in die Hände falle, keiner schenkt mir etwas

Den Eenen mut man um sine Legheit, den Annern um sine Godheit to Frünne holn.

Den Eers in die Hand nehmen.
i] Aufstehen und weggehen, vielleicht weil man nach den Kleidern greift, worauf man gesessen, um sie wieder in Ordnung zu bringen.

Den ehefrawen gebürt haussarbeit.

Den Eheleuten kommt es zu, einander auszusuchen. Die gegenseitige Neigung muss ihr erstes Band sein. Ihre Augen, ihre Herzen müssen ihre ersten Führer sein.
Jean-Jacques Rousseau, Emile

Den ehrenhaften Männern, die du siehst, suche zu gleichen. Doch siehst du Männer, die unehrenhaft sind, dann such in dir, was ihnen gleicht.
Konfuzius, Gespräche

Den ehret man wie einen Gott, dess man darff in der not.

Den Ehrgeizigen befriedigen auch misserfolge, weil Erfolge ihm den Vorwand nehmen, ehrgeizig sein zu müssen.
Graff

Den ehrlichen Brauer hab ich lieb, der Wasserdoktor (Fälscher) ist ein Dieb.
dä] Man beder godt for bryggeren, ingen for blauderen.

Den Ehrlosen siehst du mit den Angelegenheiten seines Nachbarn beschäftigt.

Den Eiertanz tanzen.
i] Sich geschickt zwischen zwei Gegensätzen halten, ohne direkt einen zu verletzen.
z] Das neue Cabinet soll den Eiertanz tanzen, soviel wie möglich neben der Verfassung regieren, aber diese so wenig wie möglich verletzen. Berliner Zeitung, 1865

Den eigenen Buckel (Höcker) sieht man nicht.
i] Die eigenen Fehler
it] Non vede la sua gobba il gobbo, ma quella del compagno.
la] Non videmus manticae quod in tergo est. Catull

Den eigenen Fleiß empfinden wir als notwendiges Übel. Der Fleiß der anderen ist eine Folge ihrer Unfähigkeit.
Gabriel Laub

Den eigenen Füßen zahlt man keinen Lohn.
Estland

Den eigenen Gedanken nachgehen, das kann, je nach Persönlichkeit, die bequemste oder die anstrengendste Beschäftigung sein, die es gibt. Die größten Seelen machen daraus ihren Lebensinhalt.
Michel Eyquem de Montaigne, Die Essais

Den eigenen Namen vergessen.
i] Der Vergessliche.

Den eigenen Wind riecht jeder gern.

Den eigennutz schlegt sein eigen schwert.

Den eigentlichen Adel kann kein Gesetz abschaffen.
Georg Christoph Lichtenberg, Sudelbücher

Den eignen Wind riecht jeder gern.

Den Eindruck also, den alle Dinge sowohl einzeln als in Verbindung mit anderen auf uns machen, wenn er nur aus ihrem vollständigen Dasein entspringt, nennen wir wahr, und wenn dieses Dasein teils auf eine solche Weise beschränkt ist, dass wir es leicht fassen können, und in eineue solchen Verhältnis zu unserer Natur steht, dass wir es gern ergreifen mögen, nennen wir den Gegenstand schön.
Goethe, Schriften zur Natur- und Wissenschaftslehre - Studie nach Spinoza

Den einen (der eine) hält den Bühl (Beutel) open, on den anderen (und der andere) stekt et dren.
Meurs

Den einen hält den Bühl (Beutel) open, on den anderen stekt et dren.
Meurs

Den einen Hund bekümmert's, dass ein anderer in die Küche geht.

Den einen Käsch, den er sich verdient hat, will er sich vor lauter Geiz an die Rippen nageln.

Den einen lacht der Käse an, der andere fällt davon in Ohnmacht.

Den einen lobt man bis in den Dreck hinein, den anderen tadelt man bei ehrlicher Arbeit.
Estland

Den einen sticht man mit der Nadel, den andern mit der Heugabel.
ho] De eene kan men prikken met eene speld, en de ander met eene hooivork.

Den einen sucht das Glück, den anderen drängt's zurück.

Den einen Vogel tupft, den andern rupft man.

Den einen wärmt die Sonne, den andern blendet sie.
ho] De een heeft de zon mede, de ander tegen.

Den einen zieht Schönheit, den andern Hässlichkeit an, so kommen die Mädchen an den Mann.
it] A chi piace le belle, a chi le brutte, così le donne si maritan tutte.

Den einfachen Leuten soll beigebracht werden, was sie zu tun haben, und nicht zu fragen, warum sie es zu tun haben.

Den einfalt muss man auff die Stockfischmül schicken, dass er wol geklopfft werde.

Den Einfältigen volle Hände.
i] Die Dummen haben das meiste Glück
fr] Aux innocents les mains pleines.

Den Eingang und Ausgang Gott bewahr vor falschen Freund und aller G'fahr.

Den Einkauf verstehen.
ho] Hij verstaat zich op den inkoop.

Den einzelnen Verkehrtheiten des Tags sollte man immer nur große weltgeschichtliche Massen entgegensetzen.
Goethe, Maximen und Reflexionen 280

Den Elefanten gesehen haben.
i] Etwas versucht haben, was vielleicht mit großen Schwierigkeiten verbunden war und doch ohne Erfolg blieb.
en] To have seen the elefant.

Den Elenden ist es eine Freude, Genossen ihrer Pein gehabt zu haben.
la] Gaudium est miseris socios habuisse penarum.

Den eltern ist alles zu verzeihen.

Den Eltern ist man viel Dank schuldig, Gott noch mehr.

Den ênen Dag êt ik Brod mit Water, den andern Water mit Brod.
Holstein
i] Gedrängte Zusammenstellung der Speisekarte eines humoristischen Armen.

Den enen helt op, den anderen schropt in. Deutz
z] Der Eine hält auf, der Andere schropt ein, sie helfen einander beim Geld gemein.

Den ênen mut ik betalen (bezahlen), den annern Geld geven.
Holstein
i] Es ist einerlei, wem ich in die Hände falle, es schenkt mir keiner etwas
ho] Den een moet men betalen, en den ander geld geven.

Den Engeln die Augen ausstechen.
i] Legt man, heisst es, einen Rechen so, dass die Zähne über sich stehen, so sticht man dadurch den Engeln die Zähne aus. Gleicher Übeltat macht man sich schuldig, wenn man ein Messer so legt, dass die Schneide über sich steht
Aberblaube

Den Engeln seine Flöhe (Läuse) verkaufen.
Österreich
i] Ins Kloster gehen

Den Enthusiasmus für irgend eine Frau muss man einer anderen niemals anvertrauen, sie kennen sich unter einander zu gut, um sich einer solchen ausschließlichen Verehrung würdig zu halten.
Goethe, Wanderjahre II,4

Den entscheidenden Schritt tun
en] to take the final (o. great) plunge
fr] sauter le pas
it] saltare il fosso - fare il gran passo

Den Erfolg der Mittelmäßigen nennt man nationalen Ruhm.
Nowaczynski

Den Êrs to knipn.
hdt] Den Arsch zukneifen.
i] Sterben

Den ersten April musst überstehn,
Dann kann dir manches Guts geschehn.
Goethe, Jahr aus, Jahr ein

Den ersten besten Tag.
ho] De eerste dag de beste.

Den ersten Mai führt man den Ochsen ins Heu.

Den ersten März muss der Bauer seinen Pflug sterz.

Den ersten mäßig, den andern fräßig, den dritten toll und voll, so bekommt uns das Aderlassen wohl.
fr] Selon le bras la saignée. (Nach dem Arme der Aderlass)

Den ersten mäßig,
Den anderen fräßig,
Den dritten toll und voll,
Den ersten Tag ein Gast,
Den zweiten eine Last,
Den dritten stinkt er fast.

Den ersten mäßig,
Den andern fräßig,
Den dritten toll und voll,
So bekommt uns das Aderlassen wohl.

Den ersten rat mag man vom Weib hören und nicht den zweiten.
dä] Hør det første raad af en qvinde og ei det andet.
fr] Prend le premier conseil de la femme, non pas le second.
la] Primo crede mulieris consilio, secundo noli.

Den ersten Schlag tu weidlich,
Wo Schläge unvermeidlich.
Persien

Den ersten Schritt tun
en] to make the first move
fr] faire les premiers pas
it] fare il primo passo

Den ersten Stein auf einen werfen.
Joh. 8, 7
i] Bei der jüdischen Strafe der Steinigung musste der Ankläger den ersten Stein werfen.
ho] Hij werpt den eersten steen op hem.

Den ersten Stein werfen
en] to throw (o. cast) the first stone
fr] jeter la première pierre
it] scagliare la prima pietra

Den ersten Stich lobt jeder Fechter.
i] Beim Kartenspiel.

Den ersten Tag ein Gast, den andern eine Last, den dritten stinkt er fast.

Den ersten Tag ein Gast, den zweiten eine Last, den dritten ein Greuel, den vierten ein Geheul, den fünften eine Maus (die sich nicht darf sehen lassen und verstohlen leben muss), den sechsten schlag ihn naus.

Den ersten Tag ein Gast,
Den zweiten eine Last,
Den dritten stinkt er fast.

Den ersten Tag ist einer ein Gast, den andern eine Last, den dritten ein Stanck, den vierdten heisst es: eile wie ein Flüchtiger, den fünften: gehe, du Kahlkopf.

Den ersten Tag mäßig, den zweiten gefräßig, den dritten aber toll und voll, so gerät der Aderlass wohl.
ndt] Der erst Tag g'mäss, der zweit Tag g'fräss, der dritt Tag voll, thuet der ganze Lüßi wohl. Schweiz
i] Aus der Aderlassperiode. Unter Tag ist nicht gerade ein Zeitraum von vierundzwanzig Stunden zu verstehen. Der gesunde Mensch, von dem hier nur die Rede ist, wird durch den Aderlass geschwächt, muss also unmittelbar darauf sehr mäßig leben, später bedarf er als Ersatz nährender Speisen; und um bald wieder Aderlassen zu können, muss er sich drittens toll und voll saufen.
la] Stans in punctura.

Den ersten Wurf von jungen Hunden ertränkt man am besten.
Lettland
i] Der erste Versuch ist meistens unzulänglich

Den es boven Jan.
Niederrhein
i] Er ist geborgen.

Den es ok van Haltern.
Niederrhein
i] Dorf im Kreise Rees. Gibt nicht gern

Den es so voll Komplimenten as den Bock voll Köttels (Kot).
Meurs

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DEUTSCH
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LATEINISCH
1 2 3 4
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SPANISCH
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