Weisheiten 434

Den Bauern riecht der mist fr bisam.

Den Bauern schwillt der Kamm, die Ernte mag gut werden.
la] Semper agricola in novum annum dives.

Den Bauern soll man die Wahrheit durch ein Wildgarn sichten.

Den Bauern trauen auf ihr eid, heisst trauen eim Wolf auf wilder heid.

Den Baum an der Frucht, den Buben an der Zucht.
la] Arbor ut ex fructu , sic nequam noscitur actu.

Den Baum auf baiden achseln (Schultern) tragen.

Den Baum beginnt man nicht vom Wipfel aus zu asten.
Estland

Den Baum draufgehen lassen.

Den Baum erkennt man an der Frucht, den Menschen an der Tat.
bm] Strom po ovoci poznn bv.
d] Tracet kiendes paa frugten.
en] A tree is known by its fruit.
fr] L'arbre se connat ses fruits.
fr] On connat l'arbre son fruit.
fr] On connat le cerf par ses abattures.
fr] On connat l'homme par ses actions.
ho] Aan de vruchten kent men de boom.
it] L'albero si conosce dal frutto.
la] Arbore de dulci dulcia poma cadunt.
la] E fructu cognoscitur arbor.
un] A ft gymlcsrl, az embert erklcsrl knnyen megismerheted.

Den Baum erkennt man an seiner Frucht (o. den Frchten).
Estland

Den Baum kennet man an den Frchten.i] Die Denkart eines Menschen an seinen Handlungen)
en] A tree is known by its fruit.
fr] On connat l'arbre son fruit.
fr] On connat le cerf par ses abattures.
fr] Un connat l'homme par ses actions.
ho] Aan de vruchten kent men de boom.
it] L'albero si conosce dal frutto.
la] Arbore de dulci dulcia poma eadunt.
la] E fructu cognoscitur arbor.
un] A ft gymlcsrl, az embert erklcsrl knnyen megismerheted.

Den Baum muss man biegen, wenn er jung ist.

Den Baum muss man in seiner Jugend biegen.
it] Bisogna piegare l'albero finch giovane.

Den Baum muss man stutzen, der zu hoch will wachsen.

Den Baum soll man abhauen, der keine gute Frucht bringt.

Den baum soll man biegen, weil er jung ist, wird er alt, so will er ungebogen sein.

Den Baum soll man in Ehren halten, davon man Schatten hat.
la] Arbor honoretur, cujus nos umbra tuetur.

Den Baum umhauen, um die Frchte abzupflcken.

Den Baum, darunter man schauern will, soll man ehren.

Den Baum, der dir Schatten gibt, lass nicht niederhauen.
gypten

Den Baum, worauf die Ehre wchst, schttelt jeder gern.

Den Bawren (= Bauern) trawen auff ihr eid, heizt trawen eim Wolff auff wilder heid.

Den Becher nimm mit Vorsicht zur Hand, denn Gott und Teufel sind darin gebannt.

Den Begrbnissen der Reichen fehlt nichts als Leute, die sie bedauern.
China
d] Naar den rige falder af, samles hvermand til hans grav; naar den arme tages bort, kommer neppelig een for port.
la] Cum moritur dives, concurrunt undique cives; cum moritur pauper, vix advenit unus et alter.
sd] Nr den rijke faller af, samblas hvar man til hans graaf; nr den arme tages bort, kommer nplig en fr port.

Den Begriff ?Klage? gibt es im besonderen wie im allgemeinen; denn Klage wird jede Forderung genannt, sei sie persnlich, sei sie dinglich; doch fr gewhnlich nennen wir so persnliche Klagen, mit dem Begriff ?Forderung? hingegen scheinen die dinglichen Klagen bezeichnet zu werden. [RSpW]
la] Actionis verbum et speciale est et generale. Nam omnis actio dicitur sive in personam sive in rem sit petitio. Sed plerumque actiones personales solemus dicere; petitionis autem verbo, in rem actiones significari videntur.

Den Beladenen soll man nicht meiden.

Den Berg belastet der Schnee, den Menschen die Zahl seiner Lebensjahre.
Mongolei

Den Berg hinauflaufen schicket sich wohl.

Den Besen auseinander reien.
i] Eine Sache aus ihrer Stellung, ihrem Zusammenhange bringen, daher nennt Cicero einen schlechten, unordentlichen Menschen einen zerrissenen Besen.

Den besseren Bissen bewahrt man immer fr spter auf.
Estland

Den bessern Grnden mssen gute weichen.
Shakespeare, Julius Caesar (Brutus)

Den bessten Fot (Fu) vrsettn.
i] Das Beste zuerst, z.B. guten Wein

Den besten Bissen lsst man immer fr den Kranken.
Estland

Den besten Boten schickt man, wenn man selbst geht.

Den besten Kse benagen (o. fressen) die Muse zuerst.
d] Beste ost bliver snarest muus det.

Den besten Kse benagen die Muse zuerst.

Den besten Mausekatzen kann noch eine Maus entrinnen, wie viel mehr den andern.

Den besten Sachen ist am schlimmsten beizukommen.
en] The best things are worst to come by.

Den besten Unterricht zieht man aus vollstndiger Umgebung.
Goethe, Wanderjahre I,4

Den betretenen Weg fortgehen.
ho] Het begane pad volgen.

Den Betrogenen, nicht den Betrgern wird geholfen.
la] Deceptis, non decipientibus opitulatur.

Den Betrunkenen erkennt man an den Beinen.

Den Bettelmann mit dem Kaiser vergleichen.
la] Minervae felem.

Den Bettelsack soll man nicht verleugnen.
Estland

Den Bettelsack umhngen mssen.
fr] tre reduit la besace.

Den Bettelstab ergreifen.

Den Bettler belangen, heisst nichts als Luse fangen.

Den Bettler hngt man nicht, aber den Dieb.
i] Besser betteln als stehlen

Den Bettler spielen.
i] Jdisch-deutsch in Warschau: Er zieht auf sich den Kapzen. - Polnisch kapcan = Bettler. D.h. er zieht den Bettler bei den Haaren herbei, er gebrdet sich wie ein Bettler, ohne es noch zu sein.

Den Bettler verachte (ich) nicht, den Herrn frchte (ich) nicht.
Estland

Den Beutel ziehen.

Den Beweis der Unsterblichkeit muss jeder in sich selbst tragen, auerdem kann er nicht gegeben werden. Wohl ist alles in der Natur Wechsel, aber hinter dem Wechselnden ruht ein Ewiges.
Goethe, F. v. Mller, 13.5.1822

Den beyssel nach dem anderen schlagen.
la] Clavum clavo pellere.

Den Biernarren kann man immer bndigen, den Kwanarren kann niemand bndigen.
Estland

Den Bissen aus dem Munde geben.

Den Bissen verschlucken.
i] Etwas Unangenehmes ertragen

Den bittet man vergebens, der nicht helfen kann.
d] Han bedes forgieves som ey kand hielpe.

Den Blacken (Flecken, Placken) muss man auf das Loch, und nicht daneben setzen.

Den blanken Mann putzen.
i] Etwas berflssiges tun.

Den blauen Rock anziehen.
i] Soldat werden.

Den Bletz neben das Loch setzen.

Den Blick in die Welt kann man mit einer Zeitung versperren.
Lec, Unfrisierte Gedanken

Den Blick zurck und dann nach vorn. Das heisst, aus der Vergangenheit die Aufgabe der Gegenwart und das Ziel der Zukunft erkennen. Die Geschichte ist fr uns nichts Totes, sondern eine lebendige Entwicklung.
Bruno Apitz (1900-1979), Den Blick zurck und dann nach vorn

Den Blitz anbinden wollen.

Den Blden ist das Glck teuer, den Khnen hilft das Abenteuer.
ndt] Dem blden is dat gelukke dure.

Den Blumen im Finstern streichen.

Den blut'gen Lorbeer geb ich hin mit Freuden
Fr's erste Veilchen, das der Mrz uns bringt,
Das duft'ge Pfand der neuverjngten Erde.
Schiller, Piccolomini, 1, 4 (Max)

Den Blutigen scheut, den Milchigen beleckt jeder.
Litauen

Den Blutzger zhlen und den Batzen verwerfen.

Den Bock auf die Haferkiste setzen.
i] Eine Sache verkehrt anfangen. Das, was man sicher verwahren will, dem anvertrauen, bei dem es gerade in der augenscheinlichsten Gefahr ist.
en] To give a wolf the wether to keep.
fr] Donner le chou garder la chvre.
fr] Donner les brebis garder au loup, au plus larron la bourse.
fr] Il ne faut pas enfermer le loup dans la bergerie.
ho] De bok stoot op de haverkist.
ho] Hij is er bij, als de bok op de haverkist.
it] No bisogna dar la lattuca in guardia all' ocche.
it] Non far il nido nella tana, della volpe.
it] Non lasciar le pere in guardia all' orso.
la] Canis canistri malus est custos.
la] Custos ovium lupus. Cicero
un] Okos a kecskt nem teszi kertszsz.

Den Bock erkennt man am Bart (o. an den Hrnern).
d] Man skal ikke tage bukken efter haarene.

Den Bock ziehen.
i] In der alten Chronik des Barons v. Valvasor finden sich Schilderungen mehrerer Charivaris. In der Beschreibung von Wibpach (Kreis Adelsberg in Illyrien) erzhlt er folgenden Brauch: 'Wenn die ledige Pursch sichere und gewisse Nachricht haben, dass eine Jungfrau in ihr dreissigstes Jahr gehet, und doch noch unversprochen ist, so muss sie sich mit den Pursch vergleichen und denselben etwas spendiren oder widrigenfalls 'den Bock ziehen.' Sie nehmen eine Haus- oder Stubentr und binden ihr dieselbe an. Solche Tr muss sie, und zwar am Aschermittwoch, ziehen. Ungefhr vor 35 Jahren hat also zu H. Creutz, welches zwar schon im Grtzerischen Lande, doch gleich an der Crainerischen Grenze ligt, eine Kolinder den Bock ziehen mssen.' Der genannte Chronist fgt hinzu: 'Mit besserm Fuge sollten solche junge Tlpel und Klotzen selbst jedweder den Bock ziehen, darum, dass keiner ihrer sich angenommen hat.

Den Bock zum Grtner setzen (o. machen).
ndt] He hett denn Wulf as Schper insett'.
d] At binde hunden ved polsen.
d] At lade bukken vogte haven (ulven faarene, hgen hnsene').
en] To give the wolf the wether to keep.
fr] Au plus larron la bourse.
la] Malus janitor.
la] Mustelae sevum committere.
schwed] Stta bocken till trdgrdsmstare.

Den Boden des Sackes untersuchen. (Einer Sache auf den Grund gehen, genau prfen)

Den Boden fr einen anonymen Ackerknecht fruchtbar zu machen, das ist die wahre Zukunft des wahren Soldaten.
Louis Ferdinand Celine, Reise ans Ende der Nacht (1932)

Den Boden lecken.
i] Das letzte verzehren, auf der Neige sparen

Den Boden unter den Fen fhlen (gewinnen, verlieren).

Den Boden unter die Fe nehmen.
i] Fliehen

Den Bodensatz bekommen.
la] Vinum in dolio sub dyametris.

Den Bogen (noch immer) hher spannen.
z] Vnd weil jhnen der Handel allenthalben glcklich, und nach jhren Wunsch fortgangen, haben sie den Bogen noch hher spannen wollen.

Den Bogen abschieen und den Vogel treffen ist zweyerlei.
d] Buen skychez, men duen kurrez.

Den Bogen bricht Spannen und Nachlassen den Zorn.

Den Bogen spannen, heilt die Wunde nicht.
it] Arco per rallentar, piaga non sana.

Den Bogen berspannen.

Den Bolzen auflegen.

Den Bolzen fiedern.
i] jemandem zu seinem Vorhaben behilflich sein, ihm Mittel und Wege dazu an die Hand geben.

Den Bm (= Baum), de mi Schatten gift, mutt ich nich verachten.
Bremen

Den Bsen rgert das Glck der Guten.
d] De onde deres had lider ey de fromme deres lykke.

Den Bsen geht es wohl auff Erd, als die hie seind auff jhrem Heerd.

Den bsen Hund mit Bratwrsten werfen.
i] Einen Grobian mit Hflichkeit abwehren

Den Bsen ist das meiste.

Den bsen Mann lasse niemals Unheil an dir wissen.
i] Verbirg deine Schwchen vor dem Feind

Den Bsen missfallen, ist ein (o. das rechte) Lob.
la] Malos displicere laudari est.
la] Vera ac ficta simul spargebat fama per urbem.

Den Bsen oft zuteile ward, was man den Frommen abgespart.

Den Bsen sind sie los, die Bsen sind geblieben.
Goethe's Faust, Hexenkche (Mephistopheles)

Den Bsen strafen heisst dem Frommen Ruhe schaffen.

Den Bra'n (Braten) dreihn, so lange as he drppet.

Den Brand schren.

Den Brandstifter plagt das Feuer.

Den Braten htt' ich gern, doch sollen ihn andere schieen.
la] Catus amat piscem, sed non vult tangere flumen.

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LATEINISCH
1 2 3 4
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