Weisheiten 432

Demütig gefahren ist besser als hochmüthig gegangen.

Demütige dich, so fürderts dich.

Demütiger mönch, hochfertiger abt.
dä] Ydmyg munk bliver tit hovmodig (stolt) abbed.

Demütiger Mönch, hoflärtiger Abt.

Demütiger Mut bringt Ehr' und Gut, macht freudig Blut, tut allzeit gut.

Demütiger Sinn ist besser als ein geehrter Mann.

Demütigung beschleicht die Stolzen oft.
Goethe, Natürliche Tochter A II Sz 5 (Hofmeisterin) Vs l095

Demzufolge ist das Traumbild die Fortsetzung des geistigen Lebens, die Fortsetzung der psychischen Tätigkeit des Menschen bei Abwesenheit der Kontrolle.
Sostschenko, Schlüssel des Glücks

Den (dem) muss mer mit'n Scheurator winken.
Franken

Den 1. April musst du gut übersteh'n, dann kann dir nichts Böses mehr gescheh'n.

Den Aal beim Schwanze fassen
i] etwas verkehrt anfangen, wenn jemand mit unzuverlässigen, treulosen Menschen zu tun hat

Den Aal helt man nicht wol bei dem Schwanz.

Den Aal man brät, wie man Frauen führet in der Stadt, den Häring wie man Huren treibt aus der Stadt.
dä] Men skal teoge aal som man lader fruer i bye, man sild son man jager skiöger af bye.

Den Aal mit einem Feigenblatt fassen (halten).
i] Fest, weil die Feigenblätter rau sind. Geeignete Mittel gegen den anwenden, der leicht entschlüpft
la] Folio ficulno tenes auguillam.

Den Aal mit Öl bestreichen.
i] Etwas sehr Überflüssiges tun, da ein Aal an sich schon sehr glatt ist

Den Aal schuppen.
la] Anguillae squamis carent.
la] Impossibilita tentare.

Den Aal vom Schwanze häuten

Den Aantvogel (= Ente) kann man nix nehmen, as den Kopp.

Den Aantvogel kann man nix nehmen, as den Kopp.

Den Aar mit dem Uhu vergleichen.

Den Ablass nach Rom tragen
i] etwas Unnötiges, Überflüssiges tun - von Rom aus wird ja der Ablass erteilt

Den Abraham spielen.
i] Vortheilhafte Geschäfte mit seiner Frau machen, wie 1 Mos. 17, 11-13 von Abraham erzählt wird,
ho] Hij speelt Abraham metje.

Den Abschied hinter der Tür nehmen.
Obersachsen

Den Abschied unter die Füße nehmen.

Den Abschiedstrunk tun (das letzte Glas).
i] Den letzten Trank, den der Wirt einem Gaste nach der bezahlten Zeche, während derselbe im Begriff fortzugehen ist, reicht, heisst der Franzose: Vin de l'étrier.

Den Abt reiten lassen.
i] Sich ohne Aufsicht gehen lassen. Sich in Abwesenheit des Abts lustig machen. Wenn der Abt über Land ritt, ließen ihn die Mönche reiten und machten sich einen guten Tag. Der Grundgedanke ist alt, er findet sich zuerst in der Fabel Äsops, wo sich die Mäuse an einen für die Katze unzugänglichen Ort flüchten und nun in Freiheit leben. Die Fabel lehrt, dass Unordnung und Verwirrung überall da herrschen, wohin der Arm der Gerechtigkeit nicht reicht, oder wo es die Obrigkeit an der gehörigen Aufsicht fehlen lässt.
z] Der Abt ist nicht zu Hause,
Er ist auf einem Schmause,
Und wenn er wird nach Hause komm'n,
So wird er schon geklingelt komm'n.

Den Acheron entfesseln.
i] Leidenschaft wecken. Acheron hieß der große Höllenstrom

Den achtet man für klug und weis', der in Zeit und Leut' sich zu schicken weiß.
la] Ille Thalete mihi sapientior esse videtur, qui suus et, pro re, non suus esse solet.

Den Acker bauen ohn' Verdruss gewähret Brot im Überfluss.

Den Acker pflügen und nichts hineinsäen.

Den Acker und die Frau gib an niemand weiter.
China

Den Adel, zu dem du dich nicht kannst selbst erheben,
Kann auch kein Adelsbrief dir geben.
Daniel Sanders, 366 Sprüche (1892)

Den Adler fliegen lehren

Den Adler mit der Nachteule vergleichen.
i] Der Adler, der in die Sonne sehen kann, un die Nachteule, die nicht Tageslicht erträgt
la] Aquilam noctua compares.

Den Adler zum Hüter der Austernbank machen.

Den Advocatus Diaboli spielen.
i] Scherzhaft widersprechen. Der Advocatus diaboli bringt bei Seligsprechungsprozessen Gegengründe gegen die Seligsprechung vor.

Den Advokaten muss man güldene Lichter anzünden, wenn sie das Recht finden sollen.

Den Aes tauknipen.
i] sterben

Den Aes torügge trecken.
Westfalen

Den Affen aus dem Ärmel springen lassen.
i] Seine Gesinnung zeigen. Diese Redensart ist, wie viele andere, von den weiten Ärmeln entlehnt, die man ehedem trug und in denen man viel verbergen konnte.

Den Affen bekleiden, scheren, und mit purpur schmücken.

Den Affen geigen lehren.
z] Ich lehr' viel eh'r einen Affen geygen, denn eine böse Zunge schweigen.

Den Affen im Garn finden.

Den Affen in Stiefeln zu sehen und die Sau im Chorrock, ist eine Lust.

Den Affen kennt jeder, der Affe kennt niemand.
dä] Alle kiende abe, abe kiender ingen.
sd] Alla känna apa, apa käner ingers.

Den Affen legen.
i] Eine Summe Geldes zahlen

Den Affen loslassen.
i] Lustig sein
z] Traugott, laß den Affen los,
Kleene Kinder sind nicht groß,
Große Kinder sind nicht kleen,
Traugott, laß den Affen steh'n!

Den Affen mit (o. in) Purpur kleiden.
la] Simia in purpura.

Den Affen nähen.
z] Die Weiber können all ein kunst, d.i. den Narren been, den Affen neen, den Rappen das muss einstreichen, und was sich zum bösen reimbt.

Den Affen tanzen lassen.
fr] Payer en monnoye de singe
i] Die Jongleurs sollten nach einer Zollverordnung Ludwigs IX. von 1229 keinen Zoll geben, aber entweder einen Vers singen oder ihren Affen tanzen lassen. Hieraus lässt sich schließen, dass diese Jongleurs eben nicht die respektabelsten Personen gewesen sein müssen, da sie auch - vielleicht nach Art unserer deutschen Bärenführer und Dudelsackpfeifer - Affen mit sich geführt haben.

Den Affen tragen.
i] Den Tornister

Den Affen weisen.

Den Affenweg gehen.
i] Weg der Torheit. 'Ihr sagt, jr kündt den Himmelsteg, was lauffend jr dann den Affenweg!'

Den Ahnungslosen schenkt der Herr einen leichten Schlaf.
Gaius Iulius Cäsar

Den aiss auffthun.
i] Die Eiterbeule aufstechen.
la] Tangere ulcus.
la] Quid minus necesse fuit, quam hoc ulcus tangere.

Den aiss rühren.
i] In dem Sinne: das Äderlein treffen

Den Allerglücklichsten nenne ich den, der noch träumend in der Wiege liegt.
Türkei

Den allzeit zu frü dunckt (dünkt) , der kompt gewisslich zu spat.
it] Non ha mai tempo chi tempo aspetta.

Den Alt singen

Den Alte noh, sie heud au ghuset.
Luzern

Den Alten (od. den Eltern) gehört der Alten (od. Eltern) Recht.
Estland

Den alten Adam ausziehen (o. austreiben, ersäufen).
i] Ein neuer Mensch werden
i] An verschiedenen Stellen (vgl. 1. Eph 4,22, Kol 3,9, Kor. 15,21, 45, 46, Röm 6,6) stellt Paulus den alten Adam als den Urheber der Sünde und des Todes in Gegensatz zu dem neuen Adam, dem Geiste der Wiedergeburt und Urheber der Wiederauferstehung.
z] Ziehet den alten Menschen (mit seinen Werken) aus.
Paulus, an die Koloßer 3, 9
z] Was bedeutet denn solch Wassertaufen? Es bedeutet, dass der alte Adam in uns durch tägliche Reue und Buße ersäuft werden soll.
Luther im vierten Hauptstück seines Katechismus
z] Von rechtem Unterschied und Verstand, was der alt und neu Mensche sei, was Adam und was Gottes Kind sei, und wie Adam in uns ersterben und Christus erstehen soll
Luther, Theologia Deutsch, 1518
z] Der Faulenzer alter Adam, der nicht gerne arbeitet, um sein Brot zu erwerben.
Luther, Kaufshandlung und Wucher, 1524
z] Expers peccati pro peccatoribus amplum
Fis pretium, veteremque novus vice faenoris Adam,
Dum moreris, de morte rapis. (Auf den Opfertod Christi, in dem Christus in der Menschwerdung angeredet wird)
Sidonius Apollinaris, 465 n. Chr.
en] To put off the old man. - To lay aside (to shake off) the old Adam.
fr] Dépouiller le vieil homme.
it] Cambiar vita. - Spogliarsi del vecchio uomo.
ho] De oude Adam afleggen. - Adams rok uittrekken.
schwed] Afkläda sig den gamla menniskan.

Den Alten darf man nicht verspotten. man wird auch selbst alt, das Kind darf man nicht stoßen: man ist auch selbst Kind gewesen.
Estland

Den Alten gebührt die Ehre.
i] Gilt für die Weisen der Vorzeit

Den alten Groll fahren lassen.
z] Ich war mit ihm versöhnt und hatte den alten Span und Groll begraben.

Den alten Heiligen gibt man keinen Weihrauch mehr.
Italien

Den alten Hund ist schwer Bellen lehren.
un] Késö az agg ebet tánzra tanitani.

Den alten Kot rühren.

Den Alten macht Hunger zur Leiche, den Jungen die Seuche.

Den alten Mann braucht man wie der Appenzeller die Schuhe.
i] Ein im Thurgau übliches Sprichwort, das man einem sagt, wenn er nicht weiß, wie er eine Sache anfangen soll.

Den alten Mann mit grauem Bart lieben selten die Mägdlein zart.
la] Senis amplexus culta puella fugit. Tibull

Den Alten muss (mag) man glauben.
la] Priscis et veteribus credendum est. Cicero
la] Utile doctrinis praebere senilibus aures.

Den Alten muss (o. mag) man glauben.
la] Priscis et veteribus credendum est. Cicero
la] Utile doctrinis praebere senilibus aures.

Den Alten verdrießt es, dass man ihn beim Bart zieht.i] Man reize niemanden unnötig)
var] Es verdrießt den Alten, dass man ihn am Barte zupft.

Den Alten zu dienen ist Pflicht, seinen Altersgenossen zu dienen ist Freundlichkeit und den Jungen zu dienen eine Erniedrigung.
Serbien

Den altenbergschen Richtsteig gehen.
i] Einen Umweg machen. Nur in der Umgegend von Königsberg gebräuchlich. Altenberg ist ein Dorf in der Nähe dieser Stadt.

Den Alter get fir.
Luxemburg
fr] Lorsqu'un vieux fait l'amour, la mort court à l'entour.
it] Quando i vecchi pigliano moglie, le campane suonano a morto.
la] Senibus debetur veneratio.
un] Jobb a vénnek árnyéka mintsem az ifjunak kardja.
sd] Ung hustru är gammal mans död.

Den Älteren kommt es zu, Achtung zu genießen.
Estland

Den am Boden Liegenden schlägt man nicht.
Estland

Den Ammen kommen die Kinder nicht von Herzen, so kommen sie ihnen auch nicht hinein.

Den Amtschimmel will jedermann reiten.

Den Amtsschimmel reiten.
i] Vorschriften genau befolgen

Den Amtsschimmel will jedermann reiten.
en] Red tape.

Den anderen (2. Januar) ein klarer Sonnenschein, bringt gute und vil Fisch herein.

Den anderen ehrend trägt der Mund kein verfaultes Holz und die Zunge keinen Balken.
Estland

Den anderen versteht jedermann zu lehren.
Estland

Den Andreas sieht man lieber dürr als nass.

Den Anfang eurer Rede haben wir wieder vergessen und das Letzte nicht verstanden.
Herodot, 3, 46 (Die Spartaner)

Den Anfechtungen deiner Sinnlichkeit siehe lachend so zu wie der Ausführungen eines gegen die verabredeten, dir aber gesteckten Schelmenstreichs!
Arthur Schopenhauer, Neue Paralipomena 21

Den angefangenen Rocken vollends abspinnen.

Den Angel wirfft man oft ins Meer und zeucht jhn wider rausser leer.

Den Angelhaken im Branntwein hält der Teufel an der Leine.
i] Sagen die Mitglieder der Enthaltsamkeitsvereine

Den angenommenen Sitten folgen die angeborenen leise nach.
Arabien

Den angreifen, der auf seiner Hut, ist selten gut.
fr] Il ne fait pas bon d'attaque celui qui est sur ses gardes.

Den Angriffen der Gemeinheit gegenüber ist es schwer, nicht in Selbstüberhebung zu verfallen.
Marie von Ebner-Eschenbach, Aphorismen

Den Anker achtern Herd hebben.
i] Schon etwas vor sich gebracht, seine Schäflein im Trockenen haben

Den Antoniustag (17. I) feiert man gegen Krankheiten, den Matthiastag (24. II) gegen Schlangen.
Estland

Den Antoniustag feiert man gegen Krankheiten, den Matthiastag (24.2.) gegen Schlangen.
Estland

Den Apen de Loge (Lauge) up 'n Kopp bruwen.
i] Spöttische Bezeichnung dafür, dass den Katholiken in den Fasten die mit Asche belegten Köpfe mit Weihwasser besprengt werden

Den Apfelschuss tun.
i] Sehr gewagten, aber glücklichen. Nach der Tellsage

<<< operone >>>

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