Weisheiten 42


Betrug verkauft den Wind.

Betrug vorn, Betrug hinden.
ho] Het bedrog is't lands meester.

Betrug währt so lange, als der Soldaten Hoffart und der Witwen Andacht.
en] Fraud and deceit are always in haste.
en] Fraud and frost end foul.
it] Con arte e con inganno si vive mezzo l'anno, con inganno e con arte, si vive l'altra parte.

Betrug war alles, Lug und Schein!
Goethe, Faust I, Auerbachs Keller
Siebel Vs 2333

Betrug zeigt mit einer Hand Brot, mit der andern Stein.

Betrug zu verheimlichen ist Betrug.
la] Fraus est celare fraudem.
[RSpW]

Betrüge den Bettler nicht mit dem Fladen.
Estland

Betrüge den Juden, so küsst er dich; küsse den Juden, so betrügt er dich.
Russland

Betrüge einen anderen Hund mit diesem Knochen.

Betrüge einen Juden, und er wird dich küssen, küß ihn, und er wird dich betrügen.
Russland

Betrüge mich im Preis, aber nicht in der Ware.
Spanien
sp] Engáñame en el precio, y no en lo que merco.

Betrüge nicht den Dummen, betrüge den Klugen, wenn er sich betrügen lässt.
Estland

Betrüge nicht! Du hast nicht Rast
Noch Ruh, wenn du betrogen hast.
Claudius, Wandsbeker Bote: Ein silbern ABC

Betrügen geschieht mit guten Worten.
la] Sub specie veri nos fallunt saepe severi.

Betrügen im Haus und schinden im Stall, bringt Hof und Gewissen sicher zum Fall.

Betrügen ist ehrlicher (o. feiner) als stehlen.
i] Soll wohl heißen: gewöhnlicher und etwas anständiger.
dä] Bedraget er snart det samme som sliaalet.
la] Si non vis falli, fugias consortia calvi.

Betrügen ist gemein, sicherlich, doch verbergens etlich meisterlich.
la] Si non uis falli, fugias consortia calui.

Betrügen macht nur kurz Vergnügen.
la] Falli miserum est imus non falli miserium.

Betrügen und betrogen werden;
Nichts ist gewöhnlicher auf Erden.
Seume, Gedichte: Verlangtes Gutachten

Betrüger sind der Warheit Secretary.

Betrüger und Dieb stammen aus einem Nest.

Betrüger und Raubvögel nisten gern im Dunkeln.

Betrüger werden oft selbst betrogen.

Betrüglich Handel ist jetzt aller Welt Sitte.

Betrüglich schloss die Furcht mit der Gefahr
Ein enges Bündnis: beide sind Gesellen.
Goethe, Iphigenie A IV Sz 4
Pylades Vs 1638

Betrüglich sind die Güter dieser Erden.
Schiller, Maria Stuart V, 6

Betrügliche Hand macht arm.
ho] De bedriegelijke hand maakt arm.

Betrugsabsicht
la] animus fraudandi

Betrügst du mich einmal, so traue ich dir nicht wieder.

Betrügt die, die euch betrügen!
la] Fallite fallentes!

Betrunken lege dich schlafen, gealtert lege dich sterben.
Litauen

Betrunken wie ein Schwein.

Betrunken wie eine Rodehacke.
i] Ursprünglich heisst es Rothhacke, woraus man Rodehacke gemacht hat. Zur Zeit Ludwig's XIV. trugen vornehme Leute, namentlich sogenannte Lebemänner, an den Schuhen rote Hacken und zwar von solcher Größe, dass sie den Trägern das Gehen erschwerten und sie oft veranlasste, sich der Wagen zu bedienen, namentlich dann, wenn sie zu viel getrunken hatten. Daraus entstand die Redensart: beditselt wie eine Rothhacke, d.i. ein Wüstling, der so viel getrunken hat, dass er nicht mehr auf den Beinen stehen kann, sondern nach Hause gefahren werden muss. Dresdener Nachrichten, 4. Juni 1872

Betrunkene Leute und kleine Kinder reden die Wahrheit.

Betrunkene Menschen fliegen. Die Nüchternen sehen sie zwar hin und her wanken, in Wahrheit aber fliegen Betrunkene mit unsichtbaren Schwingen und erreichen jeden Ort eher, als sie es selbst gehofft haben.
Kosztolányi, Lerche

Betrunkene und Kinder sagen die Wahrheit.

Betrunkene und Wütende sagen alles, was sie denken.
fr] Ivres et forcenés disent toute leur pensée.

Betrunkenen Menschen stößt kein Unglück zu.
Niederlande

Betrunkenen und Narren müssen weichen Wagen und Karren.
Eifel

Betrunkenen und tollen Hunden geht man aus dem Wege.

Bett ist Bett, sagte das Schwein und wälzte sich auf einem Blumenbeet.
en] Such a bed as this is a perfect luxury, as the pig said, when he rolled amongst the tulips.

Bett und Nest müssen nicht kalt werden.
masur] Jak sobie kto posćiele, tak się wyspi.

Bette dich weich, so ruhst du nicht hart.

Bettel hat einen langen Zettel, man trägt aller Welt Garn darein.
i] Zusatz: Zertrennet dannoch beym Weber täglich das Tuch.
la] Expensas fugere solet omnis, qui caret aere.
la] Mendicus ubique habet saccum paratum.
un] Beszél a barát, alamizsna a vége.

Bettel hat langen Zettel: man trägt aller Welt Garn darin.

Bettel ist ein Orden, darin viel zu Herren sind worden.

Bettel und Armut dies Haus verwehren tut.
i] In einem Haus, in dem arme Leute und Bettler wohnen, geht niemand um Geld oder Geldeswert zu holen.
la] Harum aedium custos est paupertas.
i] Als Hausinschrift gegen zudringliche Besucher. In frühern Zeiten machte man auch wohl das Postzeichen daran, um unliebsame Besucher abzuschrecken.

Bettel und Geiz kann niemand erfüllen (o. stillen).

Bettel und Stolz (o. Hochmut, Dünkel, Anmaßung) stehen nicht gut auf einem Holz.
ho] Eene bedelaars beurs en een trotsch gemoed passen niet bij een.
sd] Fatighman höghburin aer laghir i hedher.

Bettelbriefe führen ins Galgenland.

Bettelbriefe werden nicht gestempelt.

Bettelbrocken schmecken süß.

Bettelbrot - Galgentod.

Bettelbrot - Schandbrot.
Rheinhessen

Bettelbrot - teuer Brot.
i] Denn es muss mit Schimpf und Schande bezahlt werden.
ho] Gebedeld brood is goed voor lazarij.

Bettelbrot bringt bittre Not, Diebesbrot bringt Galgentod, aber Arbeit segnet Gott.

Bettelbrot ist bitter zu sammeln.
Estland

Bettelbrot ist immer das letzte.
Estland

Bettelbrot macht faul.
Kamnitz

Bettelbrot macht frech.
Niederlausitz

Bettelbrot schmeckt bitta.
Ukermark

Bettelbrot, teuer Brot.

Bettelei erzeugt Betrügerei.

Bettelei ist das beste Gewerbe.
ho] Daar is niets rijker dan de bedelarij.

Bettelei schmeckt wohl einem unverschämten Maul.

Bettelglocke klingt: Soll, soll! Mir, mir! trag' her, affer.

Bettelkauf - teurer Kauf
ndt] Beadelkaup, düer Kaup. Westfalen

Bettelleut' schlafen am ruhigsten.

Bettelleut seind Sommervögel, und nicht ein Störck, der ein federpelz an hat.

Bettelleut und landsknecht stand, die sind mit einander so nah verwandt, dass sie nicht dürften me einander die kinder geben zur ee.

Bettelleute - Beutelleute.

Bettelleute haben die Kinder und die Reichen füttern sie.
ho] Bedelaars fokken kinderen, en laten er de rijken voor zorgen.

Bettelmännisch gesessen ist besser als edelmännisch gestanden.

Bettelmanns Erbe liegt in allen Landen.
ho] Bedelaars erf ligt in alle landen.

Bettelmanns Tasche wird nicht voll.

Bettelmönche sind die Läuse, die der Teufel unserm Herrgott in den Adamspelz setzt.
Luther.

Bettelmönche sind Läuse, die der Teufel unserem Herrgott in den Adamspelz setzt.

Betteln heisst Armut verzetteln.
i] Man soll nicht an Bettler von Gewerbe verschwenden, womit man verschämter und unverschuldeter Armut helfen kann.

Betteln ist besser als (o. denn) stehlen (o. borgen).
ndt] 'T as besser biédeln, ewe stiélen.
en] It is better to be a beggar than a thief.
fr] Il vaut mieux tendre la main que le cou.
fr] Mieux vaut tendre la main que le cou.
it] Accattare è meglio che rubare.
it] È meglio accattare che rubare.
sp] Más vale pedir y mendigar que en la horca pernear.
sp] Mejor es pedir que robar.

Betteln ist besser als borgen.

Betteln ist besser als stehlen.
fr] Il vaut mieux tendre la main que le cou.

Betteln ist besser denn stehlen, arbeiten aber ist besser als betteln.
Russland

Betteln ist ein gülden Handtwerck.
z] So waren zween Bettler, die sagten, sie wünschten sich nicht gesund zu sind, sonsten dürfften sie nicht mehr betteln gahn, müssten jhr gülden Handwerck verlahn.

Betteln ist ein leichter Beruf, nur an der Tür zu stehen ist schwer.
Arabien

Betteln ist ein Orden, darin viel zu Herrn sind worden.

Betteln ist ein Orden, in dem viele zu Herren sind worden.
i] Betteln hieß früher das 'güldene faule Handwerk'. Im 14. Jahrhundert waren in Basel die Bettler als solche noch besteuert, und der Vogt musste darauf sehen, dass zunftgerecht gebettelt wurde. Zu Augsburg an der Brücke saßen (16. Jahrhundert) viel kranke Bettler alle Tage, hoben die Hände in die Höhe und flehten um Barmherzigkeit. Als ein reicher Bürger sie heilen lassen wollte, liefen sie davon bis auf zwei. Die Gesundheit hätte ihnen ihr 'gülden Handwerk' verdorben. Als der Strasburger Bettler Klingelhans eine Erbschaft von 20 Pfund Goldes machte, nahm er sie nicht an, damit er nicht um dieses Bettels willen das reiche Bettelhandwerk aufgeben müsse. In Rom und in katholischen Wallfahrtsorten kann man jetzt einzelne Meister oder ganze Gruppen des 'güldenen faulen Handwerks' finden.

Betteln ist eine Schande, auf der Stelle sterben eine Sünde.

Betteln tut niemand wehe.

Betteln und appellieren steht jedem frei.

Betteln und Brothaschen (o. Brotheischen) geht in einen Sack.

Betteln und Gleisnerei nähret sich von Simonei.

Betteln verderbt niemands, man wird aber seiner gar unwert.
la] Satius est pauperem in terra vivere, quam divitem navigare.

Betteln viele in einen Sack, so wird er bald gefüllt (o. voll).

Betteln vom Bettler macht unsern Herrgott lachen.
i] Gott selbst muss über die Verkehrtheit lachen, wenn ein armer Teufel einen äußerlich großtuenden, aber in Wirklichkeit noch ärmern Teufel um Unterstützung bittet.
Jüdisch-deutsch] Schnor min Haschnor lacht unser Harjet.

Bettelsack hat ein (immer) gähnend Maul.
la] Impedit ire forum defectus denariorum.

Bettelsack ist bodenlos.
en] A beggar's purse is bottomless.
fr] Besace de mendiants n'a pas de fond.
it] La tasca di un mendico non è mai piena.
la] Mendicus est insatiabilis.
sp] Mochila de mendigo no se llena.

Bettelsack kann nicht voll werden.

Bettelsack sagt nie: Ich habe genug.

Bettelsack sagt, ich habe nie genug.

Bettelsack steht allzeit leer.

Bettelsack und Hoffart wohnen gern beisammen.

Bettelsack wird nie voll.

Bettelsack wird nimmer voll, wie man ihn füllt, so bleibt er hohl.Soltau
en] A beggers purse is always empty.
fr] Le sac des mendians n'a point de fonds.
it] Il sacco de mendici non ha fondo.
la] Mendicorum loculi semper inanes. (Zenodot.)
po] Fardel de pedinte nunca he cheio.

Bettelstab nährt, Buchstab verzehrt.

Bettelstab und Bischofsstab sind aus einem Holze.

Bettelstolz wächst auf gemeinem Holz.
i] Der eigentliche (zu unterscheiden von unserm, nur übertragenen) Bettelstolz ist in Italien zu Hause, wo der Bettler noch sein Standesbewusstsein besitzt, wie ein deutscher Junker. Auf sein ihm von der Polizei verliehenes messingenes Schild am Knopfloch, das ihn in den Stand der privilegirten Bettler erhebt, bildet er sich so viel ein als mancher Deutsche auf seine Orden.
it] Brutta cosa è il povero superbo e 'l ricco avaro.

Bettelt ein Mönch um Brot, nimmt er auch Fleisch, wenn man es ihm gibt.
sp] El fraile que pide pan, carne toma si se la dan.

Bettenn und Gleisnerei nähret sich von Simonei.

Better en half Ei, o'se en leddigen Dopp (Schale).
Waldeck

Better en schroen (mageren) Verglîk, o'se en fetten Process.
Waldeck

Better en Stücke Braud in der Kiepe (Tragkorb), o'se ene Fedder upp'm Haude.
Waldeck

Better en Vuggel in der Hand, o'se tehne uppen Dake.
Waldeck

Better ennen Kopp (Kopf) as ennen duwen Dopp.
Meurs
i] Dopp = Holländisch = Schale. - Die Italiener wollen gar lieber zwei Köpfe als einen haben.
it] Due teste son migliore che una.

Better etten (essen), drinken un erwerwen, osse hungeren un verderwen.

Better eunen hebben (haben) osse tweu kruigen (bekommen).
Lippe

Bettest du dir wohl, so liegst du wohl.
ndt] Bettst dir guet, so ligst guet.
Bayern

Bettet doch alte Menschen weich und warm und lasset sie recht genießen, denn weiter vermögen sie nichts mehr, und beschert ihnen gerade im Lebens-Dezember und in ihren längsten Nächten Weihnachtsfeiertage und Christbäume; sie sind ja auch Kinder, ja Zurückwachsende.
Jean Paul, Aphorismen

Bettfreundschaft und Lieb' ist über alle Freundschaft.

Bettle einen Bettler an, und du wirst den schlimmsten Geiz vorfinden.
Afrika, Haussa

Bettle nie bei dem, der hat, sondern bei dem, von dem du weisst, dass er dich liebt (o. gern hat).
Spanien.
sp] Nunca pidas a quien tiene, sino a quine sabes que te quiere.

Bettler aber sollte man ganz abschaffen! Wahrlich, man ärgert sich, ihnen zu geben, und ärgert sich, ihnen nicht zu geben.
Nietzsche, Zarathustra, II, Von den Mitleidigen

Bettler beschmeißen alle Land.

Bettler dürfen nicht wählerisch sein.
en] Beggars must be no choosers.

Bettler fasten selten.

Bettler fürchten die Hunde, angehende Doktoren die Jahresprüfung.
China

Bettler fürchten keine Diebe.
dä] Tiggeren er altid sikker, frygter hverken tyve eller rövere.

Bettler fürchten keinen Krieg.
en] Beggars fear no rebellion.

Bettler geben keine Steuern.

Bettler gehen nit irr, und wissen, was sie haben, nemblich Nichts.
en] The beggar is never out of his way.

Bettler haben ein goldenes Handwerk, sechs Tage feiern sie und den siebenten sitzen sie vor der Kirche.
la] Solent extrema securos facere male.

Bettler haben keine Wahl.

Bettler habens besser als ein Herr.
z] Bettler sind semperfreyen, habens besser als ein Herr.

Bettler können nicht wählerisch sein.
USA
en] Bettlers can't be choosers.

Bettler kriegen die Kinder und die Reichen füttern sie.
en] Beggars breed and rich men feed.

Bettler lieben zerrissene Kleider.
ho] Bedelaars scheuren hunne kleêren, om medelijden te verwekken.

Bettler machen Staat in alten Röcken.
i] Tausende leben in abgelebten Ideen, wie die Lumpen in abgelegten Röcken.

Bettler pfeifen, wenn auch Räuber im Walde streifen.
en] The beggar may sing before the thief.
la] Cantabit vacuus coram latrone viator. Juvenal

Bettler scheuen keine Kosten.
la] A dispendio pauperes tuti.

Bettler schlagen sich um Pfennige.
i] Auf die kleinsten und erbärmlichsten Auszeichnungen sind gemeine Menschen darum so eifersüchtig, weil ihnen ihr eigenes Gewissen sagt, das sie keine großen verdienen und zu hoffen haben.

Bettler seynd nicht zu pochen, denn es ist ein groß Geschlecht.

Bettler sind den Hunden feind und die Hunde den Bettlern.
i] Denn sie sind eines Handwerks, sie leben von der Gunst ihrer Herren.
dä] En stav strygen som maae staaes, med hoer mandshund, gaae om at banke hunde-naeser.
it] La rabbia rimane tra cani.

Bettler sind Freiherren.

Bettler sind Könige, und Könige sind Bettler.
Schiller, Die Räuber, I, 3 (Amalia)

Bettler sind nicht wählerisch.
en] Beggars and borrowers must be no choosers.
en] Beggars must not be choosers.
sp] A quien dan, no escoge.

Bettler sind nicht zu erfüllen.

Bettler sind nicht zu pochen, denn es ist ein groß Geschlecht.

Bettler sind Sommervögel.
i] Mit dünnen Lumpen behängt, die keine Kälte abhalten.

Bettler sind überall zu Hause und nirgend im Elend (d. i. hier Exil).

Bettler und Borger dürfen nicht wählerisch sein.

Bettler und Krämer sind nie vom Wege ab.
fr] Les gueux ne sont jamais hors de leur chemin. = Die Bettler sind nie vom Wege ab [geraten].

Bettler und Läus', Ratzen und Mäus', Hühner und Hahnen, Borgen und Mahnen, Feuer und Rauch, Zwiebeln und Lauch, Rettich und Ruben, Huren und Buben, Hering und Tonnen, Mönch' und Nonnen, Säufer (o. Pfefferkuchen) und Branntwein wollen beieinander sein.

Bettler verderben nicht.
en] Beggars can never be bankrupts.

Bettler wechseln ihre Kleider nicht.

Bettler wollen mit den fünf Worten Fleischbrühe machen.

Bettler, die reich geworden, sind der stolzeste Orden.
fr] Il n'y a rien de plus orgueilleux qu'un riche qui a été gueux.

Bettler: jemand, der sich auf die Hilfe seiner Freunde verlassen hat.
Ambrose Bierce

Bettlerandacht und schimmlig Brot sind eins so gut wie das andere.
ho] Hij doet een bedelaars gebed.

Bettlerhandwerk braucht keine Lehrlingszeit.
Rumänien

Bettlern gibt man kleine Münzen.
la] Exigua pauperibus moneta.

Bettlern ist man allweg geneigter zu geben denn frommen (o. weisen) Leuten.

Bettlers Gut liegt in allen Landen.
ho] Bedelaars erf ligt in alle landen.

Bettlers Haus brennt nicht ab.
dä] Tigger huus forbraend es ey, haus korn fordervers ey, og hand giver ingen told.

Bettlers Säcke haben keinen Boden.

Bettlers Tasch' wird nimmer voll.

Bettlertum ist dauerhafter als Reichtum.
Russland

Bettst dir guet, so ligst guet.

Beug den Heister, ehe hei te dicke wird.
i] Den jungen Baum, besonders ein Eichbäumchen.

Beuge deinem Kind den Hals, wenn es jung ist, so dass er nicht hartnäckig wird.

Beule um Beule!
2 Mos. 21, 24

Beulen und blawmahl helfen oft vor vnfall.
ho] Builen en blaauwe plekken hoeden dikwijls voor ongeval.
la] Contraria contrariis curantur.
la] Malum malo pellere (mederi).

Beunruhige dich nicht über die Frau, die du nehmen willst, aber lerne ihre Familie kennen.

Beunruhigt euch nicht.
la] Nolite turbari.

Beurteile das Schiff nicht, wenn du am Lande stehst.
Italien

Beurteile den Baum nicht nach seiner Rinde.
Frankreich

Beurteile ein Land nach dem Wert seiner Sprichwörter.

Beurteile ein Mädchen am Backtrog und nicht beim Tanze.
Dänemark

Beurteile ein Mädchen nicht nach dem Gesicht, sondern nach der Art.
Estland

Beurteile nicht den Mann nach der Mütze.
Lettland

Beut (Biete) das halb, so wirstu nicht betrogen.
la] Dimidium offer, et non decipieris.

Beute entzweit die Leute.
dä] Det er ondt kive bytte, altage hugend.

Beutelfeger taugt nichts zum Almosen (o. Armen-)pfleger.
fr] De pinsemaille jamais bon aumosnier.
fr] En bien d'Église un aumosnier d'estre se croit maistre vannier.

Beutelsbacher (Wein) macht die Beutel krachen.

Beutelschneiderei ist die beste Kunst.

Beuterecht - eitel Unrecht.

Bevor das Alte untergeht,
Sieht man das Neue marschbereit...
Endre Ady (1877-1919), Wir rennen in die Revolution

Bevor das Unheil da ist, muss man Heilungsmittel schaffen,
Denn gegen ein Geschehnes kann keine Reue nützen.
Saadi, Kitab Sabihije

Bevor dem Wolf die Stunde schlägt, wird er zum Gespött der Hunde.

Bevor der Kranke hinscheidet, erhebt sich schon der Verwalter.
Aramäisch (Sein Nachfolger)

Bevor der Mensch zu einer Wahrheit gelangt, geht er auf so vielen Umwegen, verfängt er sich in so vielen Widersprüchen, tut so viel Falsches, dass er sich nachher selbst über seinen Mangel an Scharfsinn wundert.
Gogol, Über die Architektur unserer Zeit

Bevor der Schmied seine Klinge schärfte, haben Geier und Perlhuhn schon ihre Köpfe geschoren.
Afrika
i] Das Tier ist dem Menschen weit voraus.

Bevor der Schüchterne etwas sagen kann, fällt er sich selbst ins Wort.

Bevor der Vater geboren, steht der Sohn schon auf dem Dache.
i] Von vorzeitigem, verfrühtem Handel in einer Angelegenheit.
jüdisch-deutsch] Eider der Tati is geboren steht der Sühn auf'n Doch.
jüdisch-deutsch] Er schappt (polnisch chapać = haschen, fangen) die Fisch var der Netz. (Die Fische vor dem Netz, d.i. der Sache vorgreifen wollen)

Bevor der Vezir angekleidet ist, sind die Armen gestorben.

Bevor die große Frau sich nur gebückt, hat die kleine schon das Holz aufgerafft.
Lombardei

bevor die Hähne krähen
i] sehr früh am Morgen
la] prius quam galli cantent

Bevor die Jungen keine Federn haben, darf der Vogel sie nicht aus dem Nest herausbringen.
Estland

Bevor die Mädchen flügge, sind sie voller Tücke.

Bevor die Maus beginnt, am Fuße des Menschen zu knabbern, bläst sie erst einmal daran.

Bevor du aufhörst, die Milch zu rühren, musst du unterm Kessel das Feuer dämpfen!

Bevor du aus dem Hause gehst, geh auf den Abort und binde die Hosen fest!

Bevor du den Büffel schlägst, rufe ihn erst wach.

Bevor du den Hund schlägst, schau dir seinen Herrn an.

Bevor du den Neger weiß gewaschen hast, bist du selber schwarz geworden.

Bevor du dich beweibst,
Sorg selbst erst, wo du bleibst:
Haus, Weinberg, Feld und Garten,
Dann kannst du Glück erwarten.

Bevor du dich daran machst, die Welt zu verändern, gehe dreimal durch dein eigenes Haus.
China

Bevor du dir eine Frau suchst, such dir ein Haus.
it] Prima di cercar moglie, cerca casa.

Bevor du eine Frau heiratest, musst du mit der Schwiegermutter ein Pud Salz aufessen.
Estland

Bevor du einen andern beschuldigst, blick erst auf dein eigenes Leben.
la] Cum accusas alium, propriam prius inspice vitam.

Bevor du einen Mandarin verhaftest, verhafte erst seine Büttel.
China

Bevor du eintrittst irgendwo, geh besser schnell noch mal zum Klo.

Bevor du heiratest, halte deine Augen weit offen - und halb geschlossen danach.
Benjamin Franklin, Des armen Richard Almanach

Bevor du heiratest, sei eines Hauses sicher, wo du wohnen kannst.
England

Bevor du heiratest, sieh, was du tust.

Bevor du heiratest, siehe wohl zu, was du thust, denn es ist kein Knoten, den du aufmachen kannst.

Bevor du heiratest, überlege dir gut, was du tust.
sp] Antes que te cases, mira lo que haces.

Bevor du in den Krieg gehst, bete einmal; gehst du zur See, zweimal - und dreimal bete, bevor du in den Ehestnad eintrittst.

Bevor du in ein Land gehst, frage was dort verboten ist.

Bevor du nicht selbst alt wirst, glaubst du dem Alten nicht.
Estland

Bevor du redest, beschau dich erst selbst im Spiegel.
Japan

Bevor du redest, unterrichte dich, und bevor du krank wirst, sorge für Gesundheit.
Altes Testament, Jesus Sirach 18, 19

Bevor du säen willst, musst du auch pflügen.
Estland

Bevor du Simon und Judas (28.10.) schaust, pflanze Bäume und schneide Kraut.

Bevor du sprichst, denke siebenmal darüber nach!

Bevor du verurteilst, musst du verstehen.
it] Prima di condannare bisogna capire.

Bevor du weisst, was das Leben ist, ist das Leben schon zur Hälfte vorbei.
Estland

Bevor ein Jahr vergangen ist, gleicht schon der Hund seinem Herrn.

Bevor ein junges Paar heiratet, trägt der Teufel sieben Paar Sandalen ab.
Estland

Bevor ein Kind mit dem Alphabet und anderem Wissen von der Welt befaßt wird, sollte es lernen, was die Seele ist, was Wahrheit und Liebe sind, welche Kräfte in der Seele schlummern. Wesentlicher Teil der Bildung müßte sein, daß das Kind unterwiesen wird, wie man im Lebenskampf Haß durch Liebe, Unwahrheit durch Wahrheit, Gewalt durch eigenes Leiden besiegt.
Mahatma Gandhi (1869 - 1948)

Bevor es donnert, gibt es keinen Regen.
tü] Gök gürlemeden yağmur olmaz.

Bevor es donnert, wird der Bauer sich nicht bekreuzigen.
Russland

Bevor es nicht donnert, wird der Bauer sich nicht bekreuzigen.

Bevor es nicht hervorkommt, ist es nicht gewachsen.

Bevor es Sturm gibt, schreien die Gimpel.

Bevor ich ein alter Mann wurde, war ich darauf bedacht, würdig zu leben. Jetzt, im Alter, richtet sich mein ganzes Streben darauf, in Würde zu sterben.
Lucius Annaeus Seneca

Bevor ich esse, seufze ich.
la] Antequam comedam, suspiro.

Bevor ich sterbe, werde ich die Nation vor einer Militärregierung warnen.
Napoleon

Bevor ihr schreiben wollt, erlernt zuerst das Denken.
Boileau, Art poétique

Bevor man am Abend einschläft, frage man sich: was hast du am Tage getan?

Bevor man beginnt, bedarf es der Überlegung und, sobald man überlegt hat, rechtzeitiger Ausführung.
Sallust, Der Catilinarische Krieg

Bevor man den Franzosen die Freiheit gab, hätte man ihnen beibringen müssen, was die Freiheit ist und welchen Gebrauch man von ihr machen muss. Clemenceau, Bei Jean Martet, Clemenceau spricht, 11. 12.1927

Bevor man die Linsen hat, soll man keinen großen Topf dazu auswählen.
la] Ante lentem augere ollam.

Bevor man die Schildkröte nicht hat, schneidet man nicht den Strick für sie ab.
Afrika
ho] Nood geene gasten op het geitje, eer de geit geworpen heeft.

Bevor man die Welt verändert, wäre es wichtiger, sie nicht zugrunde zu richten.

Bevor man einen Missbrauch angreift, sehe man, ob man nicht seine Grundlagen vernichten kann.
Vauvenargues, Réflexions et Maximes

Bevor man nicht selber Großvater ist, vergisst man des Großvaters Sitten nicht.
Estland

Bevor man sich vereinigt und um sich zu vereinigen, muss man sich zuerst entscheiden und bestimmt voneinander abgrenzen. Lenin, Was tun? 1934

Bevor nicht Blut aus dem Euter fliesst, hört der Geizige nicht zu melken auf.
Russland

Bevor nur ein Jahr vergangen ist, gleicht schon der Hund seinem Herrn.

Bevor sie ins Haus kommt, schaut die Katze sich den Herrn des Hauses an.

Bevor wir recht wissen, was Leben heisst, ist es schon halb vorbei.

Bewache die Pfeife wie einen Dieb in der Nacht, sonst plündert (sie) dich splitternackt.
Estland

Bewachte die Katze das Haus, würde der Hund Mäuse fangen.
Russland

Bewahr dein Ehr, dir wird nicht mehr von all deiner Hab, denn nur ein Tuch zum Grab.

Bewahr dein Leib vor großer Kält, vndählich Speiss den Magen gschwelt. Bad, lass, klystier, trinck guten Wein, dein Speiss solln allzeit Gwürzt seyn. Lass hawen Holtz, und führen Mist, und geh nicht bloss, wie schön es ist. Der Hornung gebiert Krankheit bald, vermeid Meth, Bier, und was sey kalt.

Bewahr deine Zung und Herzenspfort'
Vor Lästermaul und Schmeichlerwort.

Bewahr' Euch Gott vor solchen falschen Freunden!
en] God keep you [...] from such false friends!
Shakespeare, König Richard III. III,1

Bewahr uns davor, dass diese Kuh, kalbt, die es das Kalb ungeleckt lässt.
Estland

Bewahr' uns Gott vor großem Glück.
it] Non hanno gli uomini il maggior nemico che la troppa prosperità.

Bewahr uns vor denen, die loben,
Ehe sie unsern Wert erproben,
Wie vor denen, die schelten,
Ehe sie wissen, was wir gelten.
Rückert, Makamen

Bewahr' uns, Herr, vor Krieg und Pest, vor Hungersnot und - Sängerfest.
z] Mit diesem Spruche wurde das 1874 zu Cleveland in Ohio abgehaltene Sängerfest charakterisiert.

Bewahr, was du hast, damit du es zu etwas bringst.

Bewahre dein Alter vor jedem Schandflecken, denn das Weiße nimmt am leichtesten jeden Schmutz an.
Tausend und eine Nacht, Geschichte Aladdin Alm Schamats

Bewahre deinen guten Ruf.
la] Existimationem retine.

Bewahre den Magen für die Hochzeit auf.
Estland

Bewahre den Schimpf in deinem Herzen, und du kannst nach wie vor mit deinem Beleidiger zusammenkommen.
China

Bewahre die Blume, um die Frucht zu essen.
Bulgarien

Bewahre die Unbescholtenheit deines Namens und bringe ihn rein und makellos auf die Nachwelt. Lass dich durch keinen guten Zweck zu zweideutigen Mitteln hinreißen. Platen, Lebensregeln

Bewahre die Zähne für saures Brot, den Mund für saures Dünnbier auf.

Bewahre du zuerst Frieden in dir selbst, dann kannst du auch anderen Frieden bringen.
Thomas von Kempen

Bewahre einen reinen kindlichen Sinn in dir und folge unbedingt der Stimme deines Innern; denn sie ist das Göttliche in uns und führt uns nicht irre!
Caspar David Friedrich, Über Kunst und Kunstgeist

Bewahre euch Gott vor einem Versuche machenden Arzt und einem schreienden Esel!

Bewahre für morgen Brot, aber nicht die Arbeit auf.

Bewahre mich, Gott, vor dem Freund, vor dem Feind hüte ich mich selbst.

Bewahre uns Gott vor einem Menschen, der nur eine Angelegenheit hat.
fr] Dieu nous garde d'un homme qui n'a qu'une affaire.

Bewahre uns Gott vor vielen Kindern und wenig Brot.

Bewahre, was man dir anvertraut hat.
la] Datum serva.

Bewahren ist so gut wie erwerben.
la] Plus est servare repertum, quo quam sivisse decus novum.

Bewahren und verbessern! eine schöne Devise! die schönste, die es für eine weise Regierung am Ende einer Revolution geben kann.
Joubert, Gedanken und Maximen

Bewahret euch vor Weibertücken!
Mozart, Die Zauberflöte, II, 2 (Duett)

Bewährt den Forscher der Natur
Ein frei und ruhig Schauen,
So folge Meßkunst seiner Spur
Mit Vorsicht und Vertrauen.
Zwar mag in Einem Menschenkind
Sich beides auch vereinen,
Doch, dass es zwei Gewerbe sind,
Das lässt sich nicht verneinen.
Goethe, Katzenpastete

Bewege nicht das Übel, das ruhig daliegt.
Altgriechisch

Bewegliche Güter gehören zur Person.
la] Mobilia sequuntur personam.
[RSpW]

Bewegliche Sachen
la] res mobiles

Bewegter Mann nicht wirken kann.

Bewegt-Neuangeregtseinwollende Zeiten lieben Aphorismen. So Nietzsche und die Moderne.
Robert Musil

Bewegung heisst des Lebens Genius. Jul. Hammer, Schau um dich

Bewegung ist köstlich, wenn wir sie in der Gewalt behalten, lenken und zum Stillstand bringen können, sobald sie gefährlich wird.
Shaw, Wegweiser für die intelligente Frau

Bewegung und Ermannung bewirkte eine gewisse Wärme und Gelenkigkeit; das Stillsitzen und Ruhehalten aber trug, wie ich sah, dazu bei, dass das Blut erstarrte...
Xenophon, Anabasis

Bewegung, Mäßigkeit und Ruh', schließt dem Arzt die Türe zu.

Beweibe den, der traurig ist, vermähle die, so klagt, und wenn gemacht der Handel ist, fühlt jeder sich geplagt.
Toscana

Beweine nicht, was du nie gehabt hast.
fr] Ne pleure pas ce que tu n'eus jamais.

Beweis der Werke ist kräftiger als Beweis der Worte.
fries] Bewysinghe der wirken is crefftiger dann bewysinghe der worden.

Beweis geschieht des Richters wegen.

Beweise sind besser als Argumente.

Beweisen macht wahr.
Schlesien

Beweisen zu wollen, dass ich recht habe, hieße zuzugeben, dass ich Unrecht haben kann.
Beaumarchais, Die Hochzeit des Figaro, I, 1

Beweismittel aus den Nebenumständen
la] argumenta ex adiunctis

Beweist der Kläger nicht, so ist der Beklagte frei.
[RSpW]

Bewerte den Tag vom Untergang, nicht vom Aufgang der Sonne an.
var] Man soll den Tag nicht vor dem Abend loben.
la] casu describe diem, non solis ab orto.

Bewirfst du mich mit einem Stachelschwein, so bewerfe ich dich mit dem Fruchtstand der Ölpalme.
Kosi, Afrika
i] Der ebenfalls stachlig ist.

Bewirte deine Gäste, doch halte sie nicht auf.
var] Bewirte deine Gäste, aber behalte sie nicht.

Bewirte den Beduinen und er wird dir die Kleider stehlen.
Türkei

Bewirte einen Gast drei Tage lang, eh du ihm Fragen stellst.
Arabien (Beduinisch)

Bewölkter Himmel und geschminkte Frauen sind nicht von langer Dauer.

Bewundern ist und Liebe(n) eins beim Weib.
Gutzkow, Uriel Acosta, I, 1

Bewundert viel und viel gescholten...
Goethe, Faust II A III, Vor dem Palast des Menelas (Helena) Vs 8488

Bewunderung ist die Tochter von Unwissenheit.

Bewunderung ist ein Zeichen von Schwäche, wenn sie zu leichtfertig gezollt wird.
Honoré de Balzac (1799-1850), Verlorene Illusionen

Bewunderung selbst dem Feinde abzutrotzen, das ist süß.
Heine, Atta Troll

Bewunderung verdient ein Wunder wohl,
Doch scheint ein Weib kein echtes Weib zu sein
Sobald es nur Bewunderung verdient.
Pisten, Der gläserne Pantoffel

Bewunderung, die man erfährt, macht klein, Geringschätzung groß.
Gerhart Hauptmann, Aufzeichnungen

Bewundrung von Kindern und Affen,
Wenn euch darnach der Gaumen steht...
Goethe, Faust I, Nacht
Faust Vs 543

Bewußtsein verarbeitet.
Lenin, Die Aufgaben der Jugendverbände

Bey allen Heiligen gilts gleich, wer hinterm Offen thut vnd wer es aussfegt.

Bey Alten findt man alten Rath.

Bey alten Leuten lernen die Jungen gute Sitten.

Bey ander Leut Feuer kann man sich auch wärmen.

Bey armen leuten gibts kleine beuten.

Bey armen Leuten ist man gemeinigklich am frölichsten.

Bey böser gesellschafft wirdt einer Hauptsiech.

Bey dem geiz ist wenig glück.

Bey dem ich ass (esse) und nicht tranck, dem wüst ichs keinen danck.

Bey den bauren muss man in die krüge und sackpfeiffen blasen.

Bey den bawren (= Bauern) muss man in die krüge vnd sackpfeiffen blasen.

Bey den Christen will jedermann fewer holen und Ritter an jhnen werden.

Bey den feinden ist böss rath zu suchen.

Bey den Gottlosen hat man gewisse Post in die Höll.

Bey den Gottlosen ist beid Leben und Sterben lauter Verlust.

Bey den Großvätern ist die Weißheit, und der Verstand bey den Eltern.

Bey den guten wirdt man gut, und bey den bösen böss.
mhd] Ich hân gehort sagen ie, der guote boum bring schoene bluot unt frühte baere süeze unt guot. ouch sprichet her Davît fürbaz unt bediutet in dem salter daz, daz man bî guoten werde guot unt bî argen übels tuot. 14. Jahrhundert

Bey den Heiligen ist gott heilig, bey den frommen from, bey den reinen rein, bey den verkherten verkhert.

Bey der gesellschaft erkennt man den Mann.
i] Weil sich jeder gern die Gesellschaft nach seinen Neigungen auszusuchen pflegt.
bm] Jaký kdo sám jest, s takým rád obcuje.

Bey der gewalt hat der glaub kein gstalt.

Bey einem Brunnen muss man einen Eymer haben.

Bey einem glück seindt zwey vnglück.

Bey einem guten Büchsenschuss.

Bey einem Hor (Haar) het e mich getruffen.

Bey frommen Leuten ist gut wesen, bei den man glücklich kan genesen.

Bey Geschäfften darff man den Senff nicht mit sich bringen, man wirdt jhn finden.

Bey geschäfften stimmen Anfang und end selten zusammen, ist der anfang Süß, so ist das Ende Sawer, tut der anfang Wehe, so tut das Endt wohl.

Bey Gesellschaft begräbt man oft die lebenden und erweckt die todten.

Bey Gott ist kein betrug.

Bey Gott ist Raht und Tat, krafft und stärcke.

Bey Gott mann allzeit hülffe findt wider der Welt vntrew geschwind.

Bey Gott seind alle dinge möglich.

Bey Gott stehet das Recht.

Bey Gott und allen helygen schweren.

Bey Gottes Wort und gutem rheinischen Wein geblieben, ist kein böss Arbeit.

Bey großem fewer kan sich einer wohl wärmen.

Bey großem geschrey ist wenig klugheit.

Bey großem gewinn ist gar großer betrug.

Bey großem glück ist große fahr.

Bey großem Glück ist selten Bestand.

Bey großem Gut ist vbel forcht.

Bey großer Gewalt ist große Narrheit.
mhd] Grôz gewalt und irdisch guot verkerent wîser liute muot.
fr] Où force domine, raison n'a pas lieu.

Bey gutem glück fürcht vnglück.

Bey guter Gesellschafft ist gut sitzen.
i] Hier nicht in dem Sinne der sogenannten 'guten Gesellschaft.

Bey hals und bauch verbieten.
i] Bei Leib und Leben.

Bey Hals und Kopff verbotten.

Bey kleinem glück ist kleine sorge.

Bey vil Handwerk ist Bettlen das beste.

Bey vilen uberkompt der betler (= Bettler) vil.
fr] Une besace bien promenée, nourrit son maître.

Bey wichtigen Geschäfften soll man Gravitet und nicht Schertz brauchen.
la] Difficile esse inter magna negotia non aliquando desipere.

Bey zeit ist dem feuer am besten zu wehren.

Beym essen sol man frôlich sind.

Beym gefährten kan man einen kennen, den man sunst nicht därfft einen Schalk nennen.

Beym geringen jsset man auch satt.

Beym Geringen lebt man am besten.

Beym Hundsimbis trinckt man keinen Wein.

Beym stück Brot lassen.

Beyne gibt man nicht von hofe.

Beyss mit Eulen, hast keyne kautzen.

Beyzeit geben macht die gabe wert.

Bezahl' das Böse mit Gut und hab' einen fröhlichen (geduldigen) Mut.

Bezahl denner Mutter arst örn Brei.
Henneberg

Bezahle, dann verlange Rückerstattung!
la] Solve et repete! [RSpW]

Bezahle, was du schuldig bist, so wirst du wissen, was dein ist.

Bezahlen ist besser als bürgen.
dä] Jeg vil heller böde ond svaerge med ham.

Bezahlen und wenig haben, ist besser als schuldig sein bei vollem Beutel.
it] E meglio pagare, e poco havere, che molto havere, e più dovere.

Bezahlen wir die Musik, so wollen wir auch tanzen.

Bezahlstag kompt.

Bezahlt ein jeder seine Zech', so gibt's kein Schuldenpech.

Bezahlt Gott nicht zur Stunden, so bezahlt er zuletzt mit Heller und Pfunden.
ho] God betaalt alle weken niet, maar hij betaalt eens op het einde.

Bezahlt man den Mann, so sind die Wunden quitt.
[RSpW]
i] War nach altdeutschem Recht die Buße für ein einem andern zugefügtes Unrecht bezahlt, der Verletzte befriedigt; dann war die Wunde quitt, d.h. der Rechtsfrieden wieder gesichert. Nicht selten gab sogar die Feierlichkeit der Bußzahlung und die darauf erfolgte Wiederversöhnung Anlass zu nachher entstehender enger Freundschaft.
fries] Betale he den man, so sind de wunden quitt.

Bezahlte Schuld ist die beste.

Bezahlung riecht niemals schlecht.
Hawaii

Bezahlung wäscht von Schande rein.

Bezähm dich selbst; nur wer sich selbst bezähmt,
Mag des Gesetzes scharfe Zügel lenken!
Grillparzer, Ein treuer Diener seines Herrn

Bezähme deinen Zorn und überlasse dem die Rache,
Der besser als du selbst kann führen deine Sache!

Bezähme die Zunge, und halte das Herz gepreßt in der Faust.

Bezeichne die Sache mit ihrem Namen.
la] Signa suo nomine!

Bezeichnest du die Malerei als stumme Dichtung, so kann der Maler erst recht die Dichtung als blinde Malerei bezeichnen.
Leonardo da Vinci, Tagebücher und Aufzeichnungentraktat über die Malerei

Beziehungen anknüpfen.
en] To establish contacts.
fr] Nouer des relations.
it] Stringere rapporti.

Beziehungen sind mehr wert, als ein Haufen Gerechtigkeit.

Bezüglich des ersten Punktes, warum in dem so gebrechlichen Geschlechte der Weiber eine größere Menge Hexen sich findet als unter Männern, frommt es nicht, Argumente für das Gegenteil herzuleiten, da außer den Zeugnissen der Schriften und Glaubwürdiger die Erfahrung selbst solches glaubwürdig macht.
Heinrich Institoris/Jakob Sprenger, Malleus maleficarum ('Hexenhammer')

Bezweifle immer das, was wahrscheinlich zu sein scheint. Frankreich

Bezweifle immer das, was wahrscheinlich zu sein scheint.
Frankreich

Bezwing deinen Groll!
la] Compesce mentem!

Bezwinge sich, wer meinen Schmerz gefühlt.
Schiller, Wilhelm Tell, III, 3 (Tell)

Bezwingt des Herzens Bitterkeit! Es bringt
Nicht gute Frucht, wenn Hass dem Hass begegnet.
Schiller, Maria Stuart, III, 3 (Shrewsbury)

Bi an suarten Seddel maghet'm ham lacht suttag.
Nordfriesland
i] Bei einem schwarzen Kessel macht man sich leicht rußig.

Bi anner Lüe (Leute) över de Däle wesen.
i] Auf fremder Diele sein, bei oder mit andern Leuten zusammen wohnen. Mit andern ein gemeinschaftliches Familienleben führen.

Bi Brunkohl hört Speck un Malligkeit.
i] Lachen hilft die schwere Speise verdauen.

Bi da Hund begrûnt, begrôt er auch.
Ungar. Bergland
i] Wie er begrünt, d.i. beginnt, anfängt, begraut er auch; für: Jung gewohnt, alt getan.

Bi dat Botterfass früen.
Holstein
i] Gut essen und trinken, beim Butterfass auf die Freie gehen.

Bi de Lüden (Leuten) is de Nahrung.
la] Ubi hominum frequentia, ibi quaestus.

Bi de Nase dael sehen.
Lauremberg
i] Herunter zur Erde sehen, d.i. niedergeschlagen sein.

Bi dem hopst de Figenbôm (Feigenbaum) ôk mit de Düvelsklau.
i] Der wird von seinen Gläubigern hart gedrängt, ist dem Falliment nahe.

Bi den Alte isch me ghalte.
Schwiizertütsch

Bi den Lüen (Leuten) is de Nârunge, sacht de Schärensliper, un schof met de Kâr in de Kiârke (Kirche).
Iserlohn

Bi der Nacht arnen (ernten).
Westfalen
i] Stehlen.

Bi der Rewi esst nix Grünes, es muss belese sein.
i] Spottweise vom Frömmler, besonders in Bezug auf den Umgang mit dem weiblichen Geschlecht. Die strengfrommen Juden essen nämlich kein grünes Gemüse, ohne dass es vor dem Kochen wegen der verbotenen Insekten, die sich darauf befinden könnten, sorgfältig 'belesen' worden ist.

Bi der Wäsche maut man 't Tüg drügen in 'n Somer, dat et klappet, in 'n Winter, dat et knacket.
i] Im Sommer muss man den Zeug bei der Wäsche trocknen, dass er klappt, im Winter, dass er knackt.

Bi di hêt dat: Klock sla, Dag gah, Mahltît kumm bald.
Mecklenburg (Von einem Faulenzer)
hdt] Bei dir heisst es: Glocke schlage, Tag geh', Mahlzeit komm.

Bi di Leut, so des Gezeuk (Gerät, Werkzeug).
i ] Wie der Herr, so es Gescherr (Geschirr, namentlich vom Fuhrwerk).

Bî döm geit et hinderût as de Hoiner kleiet.

Bi d'r Gaus (Gänsen) sin.
Grafschaft Mark
i] Bewusstlos, ohnmächtig.

Bi em es Laven (Loben) un Geven ênerlei.
i] Er lässt sich nichts abdingen. Laven steht hier in der Bedeutung einen Preis für eine Ware fordern. Wat lâv ji dat Pärd, d.h. was soll das Pferd kosten?

Bi em hungern de Müs' (Mäuse) in't Schapp dôd.
Bützow

Bi em is Hochwasser.
i] Er kann den Urin nicht halten.

Bi em meste de Lewark und plögt de Ritworm.
hdt] Bei ihm mistet (düngt) die Lerche und pflügt der Ritwurm.
i] Zur Verspottung eines faulen und nachlässigen Landmanns.

Bi em öss (glîk) Kopp (Kopf) on Narsch tosamen. Stallupönen
i] Er gerät leicht in Zorn.

Bi frümmeden Lüden (Leuten) is gut wanken, äwwer nit gut kranken.

Bi Gebreck van Höner (Hühner) ett de Bur Krein.

Bi Gebreck von Lüde (Leute) wurd mien Söhn noch wohl Grosskanzler.
Ostfriesland
jüdisch-deutsch] Be-Mukem (= an einem Orte) sche-ejn (wo kein) Isch (Mensch) ist Häring auch Fisch.
i] Wenn man nichts Besseres hat, muss man mit etwas Geringerm fürlieb nehmen. Man muss Heringe essen, wenn keine bessern Fische da sind; und man muss oft jemand ein Amt anvertrauen, der es nicht erhalten würde, wenn man tüchtigere und geeignetere Personen dazu fände.

Bi Gebrek (Gebrechen) van Lüde wurd mîn Sön noch wohl Großkanzler.

Bi Gebrek van Volk word de Schnîder Karkvogd.
i] In Ermangelung von andern Leuten. Der Volksschwank erzählt, dass ein Felnk ersten Ranges zu dem Ehrenposten eines Kirchenältesten gewählt wurde. Die Ehre sagte ihm zu; aber der Dienst, das Tragen des Klingelbeutels war ihm das Schwierigste bei der Sache. Als er sorgenschwer darüber nachsann, fiel ihm seine große Zipfelmütze in den Schos, die ihn ihrer Form nach an den Klingelbeutel erinnerte. Er stand sofort auf, ergriff eine zweizinkige Heugabel steckte sie auf die Zinken nahm eine faltenreiche Amtsmiene an, 'as 'n Propp van 'n Suurpülle', und sah sich nach den geeigneten Vertretern der Kirchgänger um, um Probe zu gehen. Da er zufällig nach den Viehställen sah, so war es ihm sofort klar, an wen er sich zu wenden habe. Bedächtigen Ganges näherte er sich der ersten Kuh, klingelte pro formell und hielt ihr den Opferbeutel unter die Nase. Die Kuh sah ihn an, senkte aber den Kopf sofort wieder zum Heubündel, an dem sie eben beschäftigt war. 'Dat is gaud', sagte er, 'Nikkoppers gäven niks', und fuhr in seinem Probegang unbeirrt fort. Alles ging ihm nach Wunsch; jedes Vieh senkte das Haupt vor dem Klingelbeutel. In der letzten Abteilung des Stalles stand aber ein Bulle; als diesem der Zipfel vorgehalten wurde, warf er den Kopf in die Höhe und fing zu brummen an. Schnell zog der neue Kirchenälteste den Beutel zurück und sprach besänftigend: 'I denn, de nich will, hövet ja ök nich göver.'

Bi Gebrek vun Volk, ward de Snîder Karkvâgd.
i] Gebrek = Gebrechen, Mangel.
i] Weil es an anderen Leuten fehlte, wurde der Schneider Kirchvogt.
ho] Bij gebrek van eenen wijze zet men den zot in den zetel.

Bi Gebrekk (Gebrechen) von Höner frett de Bûr grise Kraien.

Bi Geld is gôd wân'n (wohnen).
Ostfriesland

Bi Klick un Klack.
i] Klicken = einen hellen Ton hören lassen, dem Klick nachgebildet ist Klippen = klappen, holländisch klacken, französisch claquer = klatschen.

Bi 'm Pund Wachs.
i] So wurden bei Gemeinde-, Zunft- u. dgl. Versammlungen die alten Strafen ausgedrückt, bei welchen die Mitglieder zu den Zusammenkünften gefordert wurden.

Bi magt (Macht) hollen, wat man toseggt.
i] Sein Versprechen erfüllen.

Bi me sich stellt, so wöred me gekrellt.
Henneberg
i] Krellen, sich krellen, wird in der Regel nur die Empfindung genannt, welche z.B. ein mit einem Beile oder dergleichen Werkzeuge auf ein hohlliegendes Stück Brett, Holz u.s.w. geführter Schlag der Hand oder dem Arme verursacht. Das Sprichwort wird gebraucht, wenn durch ungeschicktes, tölpelhaftes Benehmen bei irgendeiner Arbeit, einem Geschäft, jemand zu Schaden gekommen ist. Krellen, kratzen, besonders von der Katze.

Bi 'n Drunk kennt man den Narr.

Bi 'n rechten Kôpmann (Kaufmann) kam'n.
i] Ironisch für: schlimm ankommen, seinen Mann finden.

Bi n'n Stücke Brât is gaud reisen. (Es ist gut auf der Reise ein Stück Brot bei sich zu führen)

Bi n'n Stücke Brât is gaud reisen.
i] Es ist gut auf der Reise ein Stück Brot bei sich zu führen.

Bi Schepels un bi Lepels tomäten.
i] Vollauf.

Bi schmeckt d's Wasser so gut, hätt' ich me Häusle noch.
Meiningen
i] Sagte jener, als er sein Haus in Wein vertrunken hatte.

Bi 't Brugen (Brauen) un Backen hebb'n de Frugen den Düwel in 'n Nacken.
Strelitz

Bi 't Kinnerspill (Kinderspiel) is 't Schreien dat Best.
i] Der Oldenburger liebt Ruhe und verzeiht ein Überströmen jugendlicher Lust nur Kindern. Das Sprichwort hat nur die Erwachsenen im Auge, deren Heiterkeit sich lärmend äußert.

Bi wellt mal sehen, bu de Lame danssen kann, sach de Blinne.
Grafschaft Mark

Biäen un Düngen ies kein Abergläuwen.
Soest
hdt] Beten und Düngen ist kein Aberglaube.

Biän (wen) uese Hiärguot (Herrgott) well strafen am Liwe, diäm giet he 'n Kuok arr 'ne Kamerjuffer taum Wiwe.
Iserlohn

Biän me imme Sacke finnt, diän schütt me derin ut.
Iserlohn

Biärch un dâl begignet sick nitt, oawer en Mensk dem annern.

Biater dat de Bûk bäst (berstet), all dat de Kost verdarf.
Ravensberg

Biäter en half Ei, äs en liägen Dop.
Soest

Biäter en hewwen (haben), äs en kruigen.
Soest

Biäter en Hewwîk ässe Härrik.
Soest
i] Wortspiel mit Hewwik (hab' ich) und Hawik (Habicht).

Biäter en Lülink in der Hant, as en Kranek oppem Dâke.
Iserlohn
i] Auch Lüning, Leining = Sperling.

Biäter en Toak (= oberflächliche, flüchtige Flickerei), as en Loak (= Loch).

Biäter en Toak äs en Loak (Loch).
i] Toak = ein schlechtes Flickwerk, ein toaken = flüchtig, oberflächlich zu nähen.

Biäter heww ik, ässe härr' ik (= hätte ich).
Soest

Biäter 'n schlûten Wif, äs 'n kîwen (keifendes) Wîf.
Münster
schlûten = verschlossen, schweigsam

Biäter 'n Stück Braut in der Kîpen, as Fîeren (Federn) un Flünke an'n Hôr (Hut).
Münster

Biäter 'n Stück Brot in der Taske, as ne Fiär omme Haue (auf dem Hut).
Iserlohn

Biatter te fiell as te wennig.
Attendorn

Biatter te frou (früh) as te late (spät).
Attendorn

Bibel der Armen
la] biblia pauperum

Bibel und Schreibfeder stehen selten in einem Stalle bei Regenten und Kriegsleuten.

Bibel, Bubel, Babel.
i] Bibel bezeichnet die Heilige Schrift, Babel eine verlarvte Person und Babel die bekannte Stadt. Luther erwähnt dieses Sprichwort und schreibt es den Wiedertäufern zu, welche die Bibel gering achten. Wahrscheinlich hat man durch die Zusammenstellung mit Babel ausdrücken wollen, dass die Bibel die Menschen verwirre.

Biber und Otter haben keine Hege.

Bibergeil und Frauenkutt ist für den Krampf gut.

Biblical phrases.
en] Phrase

Bibliomanie: Sucht, Bücher zu besitzen und zu sammeln.
Jean Baptiste le le Rond d'Alembert (1717-1783), Bibliomanie

Bibliotheken... sind die kostbarsten Monumente der Menschheit, gebaut aus nichts als zwei Dutzend Zeichen.
Weisenborn, Memorial

Bie Geld hört Geld.
i] Zu Geld gehört Geld.

Bie Gott is kien Ding unmöglick, segg de Buur, do satt de Hahn up't Höhnernöst.

Biecht an den Bäumen deutet vor Weihnacht Brot, nach Weihnacht Tod.
Luzern
i] Biecht = Duft, gefrorner Nebel, Brot = reiche Getreideernte, Tod = Krankheiten.

Biedere Leute glauben keiner Hure.

Biederleute sind dünn gesäet.

Biedermann soll Krümme schlichten und Arme als die Hohen richten.

Biedermanns Erbe liegt in allen Landen.

Bieg den Baum heute gerade.
Estland

Bieg den Baum, solang er jung ist.

Biege das Krummholz, wenn es jung und schwach ist.
Estland

Biege den Baum, soviel du magst, er wächst doch immer nach oben.

Biege dich mit dem Baum, der sich mit dir biegt.
Irland

Biege die Äste gerade, solang es noch geht.

Biege die Rute, solange sie noch grün ist.

Biege die Rute, wenn die Rute sich (noch) biegt.
Estland

Biege jung des Sohnes Rücken.
Estland

Biegst du ihn langsam, so krümmt sich nachgiebig der Zweig an dem Baume,
aber du brichst ihn entzwei, brauchst du rohe Gewalt.
Ovid, Die Liebeskunst

Bielbrief geht vor Bodmereibrief.
[RSpW]
i] Unter Bielbrief wird ein Schuldschein für Gelder verstanden, die zum Ausrüsten eines Schiffe gegen dessen Verpfändung, aber unter der Bedingung dargeliehen worden sind, dass dasselbe nicht eher vom Stapel laufe, bis die Rückzahlung erfolgt sei. Der Bodmereibrief nimmt an, dass das Schiff in See geht.
fr] On endure tout hors le trop aise.
ho] Bijlbrief gaat voor bodmeriebrief.
it] Ogni cosa si opporta, eccetto il buon tempo.

Bienen bezahlen ihre Hausmiete wohl.
dä] Bien giver nytte og lyst, gavner meget, kost er lidet, thi intet creatur betaler bedre sin huuse-lye.

Bienen haben ihren König, Fliegen und Mücken schweben vmbher ohn Herren.
dä] Bierne have deres viisere, og storke deres anförere.

Bienen haben kurze Schnäbel und scharfe Säbel, und machen kleine Wunden, die schmerzen etliche Stunden.

Bienen kleiden dich in Samt und Seide, das Schwein frisst dir sogar die Augen aus dem Kopf.
Estland

Bienen kommen so weit als Bären.
i] Weil die Mettrinker eben so viel vermögen, als die Fleischesser.

Bienen ohne Königin sind ein verlorener Stock.

Bienen ohne Mutter sind verdorbene Kinder.

Bienen Sie sind voll Honig, die Blumen;
Aber die Biene nur findet die Süßigkeit aus.
Goethe, Der neue Pausias

Bienen sind wohl gute Tierlein, aber sie bleiben bei schönem Wetter nicht gerne daheim.
dä] Bien er godt goaeg, dog onde at forvare thi man kand ey baare forden.

Bienen und Schafe ernähren den Mann (o. Menschen) im Schlafe.
Hannover

Bienen und Schafe stehen nicht zugleich.
z] Wenn es viel regnet, so schwitzen die Blumen viel Honig, die Bienen stehen gut, aber die Schafe werden faul.

Bienen und Wespen fliegen (wohnen) nicht mit einander (beisammen).
fr] Les abeilles ne deviennent point frelons.

Bienen wollen nicht beim Abtritt stehen.
z] Warum nicht? Die Bienen lieben den Abtritt und suchen in den Exkrementen das Salz, das ihnen gesund ist.

Bienenwachs ist reines Geld.
Estland

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