Weisheiten 419

Dem Habgierigen reicht der Magen nicht.

Dem Hahn ist nicht besser als auf seinem Miste.

Dem Hahn müss män a Schkrab anhängen.
Warschau
i] Schkrab = einen ausgetretenen Schuh
i] Um auszudrücken, dass man einen mutwilligen Menschen kirre macht, wie einen Hahn durch das Anhängen eines ausgetretenen Schuhes. Wird besonders auf junge Leute angewandt, die man durch frühes Verheiraten gesetzter und häuslicher machen will.

Dem Hahn muss man auch eine Krabbe (ein Gewicht) umhängen.
Jiddisch
i] Ein junger Mann muss durch Heirat gezähmt werden

Dem Hahn von echtem Kraut und Lot tut gleich ein rechter Anlauf not.
la] Gallus insilit.

Dem Hahn, der zu früh kräht, dreht man den Hals um.
tü] Vakitsiz öten horozun başı kesilir.

Dem Hahn, der zur Unzeit ruft, schneidet man den Hals ab.

Dem Hahne, der zur Unzeit kräht (o. ruft), schneidet man den Hals ab.

Dem Hai die Zähne putzen.

Dem Hai ist nicht zu trauen, wenn er auch auf dem Rücken liegt.
ho] De haai gaat op den rug liggen, om zijn' roof te hoppen.

Dem Handwerker zahle nie voraus, gib nie dein Pferd auf Borg aus dem Haus und führ' kein Weib ohne Mitgift ins Haus.

Dem harten Gegner sei doppelt Gegner.

Dem harten Kopf nicht bald entfällt, was er mit vieler Müh' behält.
la] Firmiter obtusum tenet ingenium sibi fusum.

Dem harten muss bequemt sich Will und Grille.
So sind wir scheinfrei denn nach manchen Jahren
Nur enger dran, als wir am Anfang waren.
Goethe, Gott und Welt. Urworte. Orphisch. Nötigung

Dem Hasen das Fähnlein anvertrauen.
ho] Men beveelt den haas het vaandel.

Dem Hasen das Feld anbefehlen.
i] Sich an den Unrechten wenden

Dem Hasen gehört das Feldlin, der Sau aber nit Berlin.

Dem Hasen ist nicht wohler, als wo er geworfen ist.

Dem Hasen muss man nicht das Fähnlein anvertrauen.

Dem Hasen um das Fell schleichen.

Dem Hass entfloh ich, aber auch der Liebe.
Freiligrath, Der ausgewanderte Dichter

Dem Hasse ward das Schwert, der Liebe das Wort gegeben; wir dürfen reden, denn wir dürfen lieben. Und wenn das sanfte Wort der Liebe nicht bewegt, dann hilft das starke des Zorns.
Börne, Der Narr im Weißen Schwan

Dem hat d' Hos'n zittert.
Nämlich vor Angst.

Dem hat der Hund das Maß genommen.

Dem hat der Teufel auch ein Ei ins Haus gelegt.
i] Wenn z.B. ein uneheliches Kind einbeschert wird.

Dem hät et ongen den Hut gerähnt.
Bedburg
i] Er hat zu viel getrunken. Auch: Dä ess em Thron. Dä ess em Düssel. Hä ess knüll. Hä ess em Stivvel. Hä hät gätt vil Dursch. Dat ess en Spöltonn

Dem hat gewiss vom Racker geträumt.
i] Von jemandem, der Glück im Spiel hat.

Dem hat sich wieder ein Furz gesetzt.
Westfalen
i] Es ist ihm ein kleines Übel zugestoßen, o. er bildet sich wieder ein, krank zu sein

Dem Haufen soll man im vnrechten beginnen weichen, aber jhme sich nicht vergleichen.
dä] Viig den store hob.

Dem Haus, das Gott reich machen will, gibt er Töchter bevor er ihm Söhne gibt.

Dem Hause gibt der Nachbar seinen Wert.
bm] Nekupuj sobe domu, kup souseda; dum koupís, souseda neprodás.
fr] N'acheté pas la maison, mais achète le voisin.
pl] Niekup uj majetnosci, kupaj sasiada.

Dem Hause steht es übel an, wann Henne kräht und piepet der Hahn.
la] Cucurit gallus, gallina gracillat.

Dem heilen Verstande der Leute von Einsicht, gegen die der Rede Angesicht gerichtet ist, kann es nicht verborgen sein, dass die heilsame Perle der guten Lehre angereiht ist an den Faden des schönen Ausdrucks, und die bittere Arznei des guten Rates vermischt ist mit dem Honig des feinen Redeschmucks, damit der Geist des Lesers nicht unlustig und das Buch des Glücks der günstigen Aufnahme nicht verlustig werde.
Saadi, Rosengarten (Schluss)

Dem heiligen Clemens (23. Nov.) traue nicht, denn selten zeigt er ein mild' Gesicht.

Dem heiligen Clemens (23.11.) traue nicht, denn selten hat er ein mild Gesicht.

Dem Heiligen Geiste sind in Rom die Flügel beschroten und die Mönche haben aus den Federn Schlafkissen gemacht.

Dem Heiligen Klemnz (23.1.) traue nicht,
nur selten zeigt er ein mild Gesicht.

Dem heiligen Petrus den Rock nehmen und ihn dem heiligen Paul anziehen.

Dem heiligen Schweinhardus opfern.

Dem helfen nicht Kerzen noch Brillen, der nicht sehen will.

Dem Helfer half der Helfer droben.
Goethe, Faust I, Vor dem Tor/ Alter Bauer Vs 1006

Dem Hemd an Linnen fehlen lassen, was der Gurt an Seide hat.
Russland

Dem Hengst tut's nicht weh, wenn ihn die Stute tritt.
fr] Jamais coup de pied de jument ne fit mal à cheval.

Dem Henker beichten.
i] Teilnahme und Mitleid suchen, wo sie nicht zu finden sind. Um die lateinische Redensart: Apud novercam queri, durch deutsche auszudrücken: (Das Leid) seiner stieffmuter klagen. Er clagts eim rechten. Der esel beicht dem Löwen, das schaf dem wolff. Es ist jm eben so leyd, als so eim esel ein sack entpfelt.
ho] Hij gaat bij den beul te biecht.

Dem Henker die Werkstatt ziehren.

Dem Henker seine Not klagen.
la] Apud novercam quaeri.

Dem Henker zuhören.
ho] Onder den blaauwen hemel komen.

Dem Hennengreifer ist eine rechte Frau nicht hold.

Dem Herkules seine Keule entwinden wollen.
i] Etwas sehr Schweres ausführen wollen
la] Clavam extorquere Herculi.

Dem Herren gilt es ein fahen, dem Knecht ein haben.

Dem Herrgott die Füß' abbeißen.
Oberösterreich
i] Von denen, welche die Fußwundenmale des Crucifixes häufig küssen. Die Redensart wird aber selten gebraucht ohne Beimischung von Spott oder Misstrauen in die Echtheit der Frömmigkeit.

Dem Herrn Beamten geht es auch drüben gut: kaum ist er gestorben, wird er gleich zum Oberteufel ernannt.
Russland

Dem Herrn ein Szepter, dem Knecht ein Knittel, hält Unart fern auf den Rock und Kittel.

Dem Herrn gib das Obere vom Braten und vom gesottenen Fleisch das nahe am Knochen.
Italien

Dem Herrn ist besser zu glauben als dem Knecht.
i] Der Herr ist ein Freier, und im Mittelalter dachte man sich den Freien als im Besitz aller edeln Eigenschaften; was er sagte, war also auch wahr. Lügen konnte nur der Knecht, dem man als unfrei alles Schlimme zutraute.
mhd] Wenn den herrn doch paz ze gelaubeu ist, dann dem chnecht.

Dem Herrn Oberst gebührt die Ehre, sagte der Trompeter, als er durch einen tiefen Fluss vorreiten sollte.

Dem Herz, das ehrlich ist, öffnen sich selbst Steine.
Lju Hsjang

Dem Herzen angeboren ist die Treue.
Wenn uns Gewohntes hold und lieb geworden,
So ängstigt uns, so schmerzt uns fast das Neue.
R. Hamerling, Sinnen und Minnen

Dem Herzen hilft's, wenn der Mund die Not klagt.

Dem Herzen ist nicht alles gesund, was süsse schmeckt dem Mund.
ho] Al wat smaakt aan den mond, is het hart gezond.

Dem Herzen tut's wohl, wenn der Mund seine Not klagt.

Dem Herzen wird es leichter, wenn du auf den Deutschen fluchst.
Russland

Dem Herzhaften naht sich das Glück.

Dem Himmel entriß er den Blitz und das Zepter den Herrschern.
Nach Marc. Manilius, Astronomie, Inschrift an der Büste Benjamin Franklins

Dem Himmel ist alles offenbar.
Hebräer

Dem Himmel ist Betenwollen auch Beten.
Lessing, Emilla Galotti, II, 6 (Claudia)

Dem Himmel Ohrfeigen geben.

Dem Hintern hilft alles Waschen nichts.
i] Von denen, die sich selbst aus einem Übel ins andere stürzen und denen also nicht geholfen werden kann.

Dem Hobel zu viel Eisen geben.
i] Dann macht er zu große Späne; eine Sache rauh behandeln.

Dem Hochmütigen schlägt man auf die Lippe, dem Stolzen schlägt man aufs Ohr.
Estland

Dem höflichen Frager ein höflicher Ablehner.
i] Wenn man eine Bitte nicht gewähren kann, soll man wenigstens die höfliche Art des Bittstellers erwidern
fr] À beau demandeur beau refuseur.

Dem Höhern nachgeben bringt dem Geringern keine Schande.
fr] Avec les grands le plus sûr est de caler la voile.
la] Cedere majori non est pudor inferiori.

Dem Honig verkaufen, der Bienen hat.
fr] Vendre du miel à celui qui a des ruches.
it] Vender il miele a chi ha le api.
prt] Vender mel ao colmeiro.

Dem Horcher gehört ein Pisspott.

Dem Hörer, fein und klug, ist wenig schon genug.
fr] A bon entendeur peu de paroles.
it] A buon intenditor poche parole.

Dem Hornstechal (Cornupeta) gab Gott kurze Geren (Hörnerspitzen).
la] Dat deus inmiti cornua curta bovi.

Dem Hufeisen, das klappert, fehlt ein Nagel. Spanien (Man prahlt mit Eigenschaften, die man nicht hat)

Dem Hufeisen, das klappert, fehlt ein Nagel.
Spanien
i] Man prahlt mit Eigenschaften, die man nicht hat

Dem Humor, dem göttlichen Kind, ist nichts verwehrt; auch nicht mit dem Schmerz, dem Elend, dem Tod zu spielen. Wenn die Ironie, der Witz, die Satire das Gleiche versuchen, empfinden wir das als geschmacklos, roh, wenn nicht gar als Blasphemie.
Arthur Schnitzler, Buch der Süruche und Bedenken

Dem Humoristen - und nur ihm unter allen Schriftstellern - ist Weitschweifigkeit erlaubt; ja sie ist unter allen Umständen ein Kunstmittel mehr, dessen er nicht entraten darf und kann.
A. Schnitzler, Buch der Sprüche und Bedenken

Dem Hund darf man glauben, seiner Frau aber darf man nicht glauben.
Estland

Dem Hund des Hundes Lohn (o. Pflicht).
Estland

Dem Hund die Wurst oder dem Kind das Spielzeug.
Estland

Dem Hund die Wurst vertrauen ist Torheit.

Dem Hund muss me di Bä (Beine, Knochen) lass on (und) d'n Bauer di Kermes.

Dem Hund steht es frei, auch den Mond anzubellen.

Dem Hund viel Knochen, gibt im Fell viel Pochen.

Dem Hunde das Bein abjagen, ist bös.

Dem Hunde das Bellen lehren.
fr] On ne peut pas deffendre bien le chien à abaier (aboyer) ne le menteur à jaingler (mentir).
ho] Het is moeijelijk, honden te leeren blaffen.

Dem Hunde den Schwanz aufheben.

Dem Hunde die Bratwurst befehlen.

Dem Hunde die Knochen weisen.
i] Etwas Unnötiges tun; denn er findet sie selber weit besser

Dem Hunde einen Knochen vor (in die Kehle, hin-)werfen.
i] Einen durch etwas Annehmliches zum Schweigen bringen, ihn bestechen
fr] Jetter un os à la gueule d'un chien pour le faire taire.

Dem Hunde ist der Schwanz gewachsen, dass er damit wedele.
i] Aus der Schwanzpredigt des Wiesenpaters zu Ismaring in Bayern, die er über den Text hielt: Johannes soll er heißen. Er legte darin den Bauern ans Herz, sich statt der Schimpfwörter immer diejenigen Namen zu geben, welche ein jeder in der Taufe erhalten habe. Namentlich sollten sie einander nicht 'Schwanz' schimpfen. Der Schwanz ist zwar am rechten Orte eine rechte Sache. Denn warum ist gewachsen dem Hund sein Schwanzerl? Dem Hund sein Schwanz ist gewachsen, damit er damit wedle und wackle, dass ihm nit fahren die Mucken ins Loch. Und seht, wir Geistlichen sind erst die wahren Schwanzerl; wir müssen wedeln und wackeln, damit nit fahren ins Loch der Höllen die Seelen der gläubigen Christen. Also sollt ihr über die Schwänz nit spotten und sie nit brauchen gegeneinander zum Schimpf. Daher erstens sollt ihr den Nächsten nit heißen Biberschwanz, das zeige ich im ersten Teil. Zweitens sollt ihr den Nächsten nit heißen Katzenschwanz, das zeige ich im zweiten Teil. Und drittens sollt ihr den Nächsten nit heißen Sauschwanz und das zeige ich im dritten Teil.

Dem Hunde ist ein Knochen lieber als ein Edelstein.
dä] Hunden holder meere af been end af edelsteen.

Dem Hunde ist schlecht das Bett zu machen.
mhd] Dem hunde is quât dat bedde maken.
la] Maximus est sudor dromadi consternere lectum.

Dem Hunde schmeicheln, bis man einen Stein in der Hand hat.
i] Einem so lange gute Worte geben; bis man ihm die Stirn bieten kann.

Dem Hunde Spreu (Disteln), dem Esel Knochen geben (reichen).
i] Wenn man einem Ungelehrten ein gelehrtes Amt überträgt, dem Gelehrten aber ein Degengehänge gibt.
la] Canis das paleas, asino ossa.

Dem Hunde um des Herrn willen schmeicheln.
fr] Caresser les bras dont on hait le corps.

Dem Hunde Zähn' weisen.

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1 2 3 4
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SPANISCH
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