Weisheiten 416

Dem Esel nützt goldener Hafer nichts.

Dem Esel predigen ist vergeben Arbeit.

Dem Esel schreibt man die Weisheit auf den Rücken.

Dem Esel singen.
z] Vnnutz ding thun.

Dem Esel träumt von Disteln, wenn man ihn auch mit Hafer füttert.
ho] Geef een' ezel haver, hij loopt tot de distels.

Dem Esel, der das Korn zur Mühle trägt, wird die Spreu.

Dem ess Dreck onge der Lehm gemangt worde.
Bedburg

Dem ess e Loch durch de Nas gebôt wurden.
Bedburg
i] Die Sache hat für ihn einen unangenehmen Ausgang genommen. Um Überlistung, Übervorteilung, Hintergehung u.s.w. auszudrücken, noch folgende: Dä ess ens räet en der Dreck gerippe wurde. Dä ess üvver der Löffel balbêt wurde. Dä äss ens räet öm et Liet gefôt wueden. Dä ess geschnigge wueden ohne Mätz. Dä ess geschniggen un heel. Dä ess en Ei en et Nese gelât wueden. Hä let em Dreck. Dä ess ens räet an de Liemroth kumme. Dem ess 'ne Strech durch de Rechnung gemacht wueden. Dä hät den Papst drüvver kriegen. Dat ess im 'ne Schlag en de Bocks. Hä hät de Ferke geschoren un dä (ein anderer) de Schafe. Dem esse Lus an der Pelz gesatz wuede. Dä hät dem e Brünkchen on gestrichen. Bedburg

Dem Essen kann man sich ja nicht widersetzen.
Estland

Dem Esser legt man nach vorn, dem Wegtragenden nach hinten.
Estland

Dem Esser unterlaufen viele Fehler, dem Arbeitenden nicht.
Estland

Dem Evangelium glauben, löset von Sünden.
Martin Luther, Tischreden

Dem Ewigen, der durch das einzige Wort: 'Werde'! Himmel und Erde erschaffen hat, ist nichts unmöglich.
Herder, Palmblätter

Dem Falken gehört die Welt.

Dem fällt es aus dem Arsch ins Maul.

Dem fällt kein Gröschel aus der Tasche, und wenn man ihn auf den Kopf stellte.

Dem fällt keine Krone vom Kopfe.
ho] De kroon is ons van het hoofd gevallen.

Dem fällt sein trocken Brot in einen Honigtopf.
i] Er hat Glück

Dem fällt's Geld aus der Tasch'.
Prag

Dem Fass der Danaiden gleicht des Undankbaren Herz.
Wieviel man Gutes in ihn gießt: er bleibt doch immer leer.
Lucian, Schriften

Dem Fasse gar den Boden einstoßen.
i] Vollends verderben, was man nicht mehr ausbessern zu können glaubt.

Dem Fasse ist der Boden ausgegangen.

Dem faulen Arbeiter fressen die Ratten den Samen.

Dem Faulen drehen sich die Zeiger stets zu langsam.

Dem Faulen fällt das Faule zu.

Dem Faulen gefelt kein Block, den er kloben (zerschneiden) soll.
fr] Le paresseux voudrait bien manger les amandes, mais il craint jusqu'à la peine de casser les noyaux.

Dem Faulen geht die Arbeit von der Hand, als wie das Pech von der Wand.

Dem Faulen geht's am wohlsten, wenn er schläft.

Dem Faulen ist alle Arbeit schwer.
Estland

Dem Faulen ist am wohlsten, wenn er schläft.

Dem Faulen ist der Sommer immer heiß und der Winter kalt, die Pfote grindig und die Erde gefroren.
Estland

Dem Faulen ist der Tag immer lang, der Kopf schmerzt.
Estland

Dem Faulen ist der Weg voll Dornen.
la] Difficultatis patrocinia praeteximus segnitiae. Quintilianus

Dem Faulen ist jeder Tag ein Festtag.

Dem Faulen ist nichts so labend, als wenn die Glocke schlägt zum Feierabend.

Dem Faulen ist niemals wohler, als wenn er lehnt.

Dem faulen Kerl wird die Zeit lang.
mhd] Dem loien Kêrle wert de tyt lank.
la] Ite dies tarde! queritur male segnis et excors.

Dem Faulen kommt das Wasser in den Ofen.
Estland

Dem faulen Menschen ist die Zeit billig, nicht teuer.
Estland

Dem faulen Schwein ist die Erde immer gefroren.
dä] Jorden er altid froßen for utrevne sviin.

Dem Faulen steht immer ein Löwe quer über dem Weg.
Estland

Dem Faulen tut der Rücken nicht weh.

Dem faulen wächst das sein Under der stauden.
i] Im Gehölz, wo kein Ackerfeld ist, vielleicht ist damit auch auf die Schößlinge der Haselstauden angespielt.
pl] Raczemu guz na brzuchu rosnie, a leniwemu na grzbiecie.

Dem Faulenzer wird beim Essen warm, doch bei der Arbeit kalt.
China

Dem Faulert (o. Faulpelz) geht die Arbeit von der Hand, wie Pech von der Wand.

Dem Faulpelz geht die Arbeit von der Hand wie das Pech von der Wand.

Dem Faun, wenn er die Patsche reicht,
Versagt die Schönste den Tanz nicht leicht.
Goethe, Faust II A I, Weitläufiger Saal (Faunen) Vs 5827

Dem fehlt der Adel, der nichts kennt, als Tadel.

Dem fehlt 's Hirn.
Nürtingen

Dem fehlt zum Unteroffizier nichts als die Tressen.

Dem fehlt's im obern Stock.

Dem fehlt's unter der Erchsen (Achsel).
Rott-Tal
i] Er ist nicht rührig, arbeitet nicht gern

Dem Feigen ist ein Hindernis willkommen.

Dem Feigen kehrt (o. weist) das Glück den Rücken.

Dem Feigen kehrt das Glück den Rücken.

Dem fein Gekleideten ist der Arsch immer nackt, das Gewebe hält sich nicht auf dem Webstuhl fest und der Einschuss hält nicht vor.
Estland

Dem Feind jagt man nach, wo man ihn findet.

Dem Feind oder einem Stärkeren muss man sich beugen.
la] Contra hostem aut fortem oportet esse aut supplicem.

Dem Feind sei ein Feind, dem Friedlichen ein Friedlicher.

Dem feind zuruck weichen, heisst nicht fliehen.
i] Denn nur 'der Starke weicht Mutig zurück'

Dem Feind, der uns als Feind mit offenem Visier entgegentritt, bieten wir lächelnd die Stirn, setzen wir spielend den, Fuß auf den Nacken ... der Feind aber, der uns die Hand zum Wahlbündnis hinstreckt und sich als Freund und Bruder uns aufdrängt - ihn und ihn allein haben wir zu fürchten.
Wilhelm Liebknecht, Kein Kompromiss - kein Wahlbündnis

Dem Feinde das Gesicht weisen.
i] Die Spitze bieten.

Dem Feinde das Weiße im Auge sehen.

Dem Feinde mit Gift nachstellen ist unehrlich.

Dem Feinde muss auf jede Weise Abbruch geschehen.

Dem Feinde wünscht man alles Böse.
la] Si quid mali in Pyrrham.

Dem feindlichen Geschick zum Trutz
Mach auch dein Unglück dir zunutz.
Ramler, Das Reichsgericht der Tiere

Dem Fetten und dem Mageren scheint dieselbe Sonne, nur ihre Schatten sind verschieden.
Tamil, Indien

Dem Feuer Holz zulegen.
z] Burger, Hintersass und Bauer, gehorchet dem Concilio und leget dem Feuer kein Holz zu.

Dem Feuer ist es gleichgültig, wessen Mantel es anbrennt.
Dänemark

Dem feuer kann man fürkommen, aber nicht dem wasser.

Dem Feuer Öl angießen.

Dem Feuer und dem Wasser hat Gott den freien Willen gegeben.
Russland

Dem Fisch den Köder, der Maus den Speck.

Dem Fisch wird ein Köder, der Maus ein Specklein geschenkt.

Dem Fischer bleiben Kaulbarschgräten nie im Halse stecken.

Dem Fischer die Karpfen kennen lehren.

Dem Flachs geht's immer vbel, wenn er nicht gar geradbrecht wird.

Dem fleiß steht nicht vor.

Dem Fleiß und Schweiß wird Rüstigkeit (o. Süßigkeit) zu Preis.

Dem Fleiße würzt Gott die Speise.

Dem Fleißigen genügt es, wenn man die Rute hebt, der Faule spürt auch den Stock nicht.
Estland

Dem Fleißigen guckt der Hunger wohl zuweilen ins Fenster, aber ins Haus darf er nicht kommen.

Dem Fleißigen guckt der Hunger wohl zuweilen zum Fenster hinein, aber ins Haus darf er (ihm) nicht kommen.
ho] De honger kijkt bij den vlijtige wel eens de deur in, maar hij durft niet binnen komen.

Dem fleißigen Hamster schadet kein Winter (o. der Winter nicht)

Dem fleißigen Manne guckt der Hunger wohl ins Fenster, aber ins Haus darf er nicht kommen.

Dem Fleißigen schadet der Winter nicht.
Sachsen

Dem Fleißigen schenkt Gott alles.

Dem fliegen die Vögel gebraten ins Maul.

Dem fliehenden Feinde baue goldene Brücken!
en] Build golden bridges for the flying foe.
en] For a flying enemy make a golden bridge.
fr] Un pont d'or à l'ennemi qui s'enfuit.
it] Al nemico che fugge ponti d'oro.
la] Fugientem hostem adiuva.
sp] Al enemigo que huye puente de plata.
sp] Al enemigo, si vuelva la espalda, la puente de plata.

Dem fliehenden Feinde soll man goldene Brücken bauen.
en] Build golden bridges for the flying foe.
en] For a flying enemy make a golden bridge.
fr] Il faut faire un pont d'or à (son l')ennemi qui s'éloigne (o. fuit).
fr] Un pont d'or à l'ennemi qui s'enfuit.
it] A nemico che fugge ponti d'oro.
la] Fugientem hostem adiuva.
sp] Al enemigo que huye puente de plata.
sp] Al enemigo, si vuelva la espalda, la puente de plata.

Dem Flinken wächst der Knopf auf den Bauch, auf den Rücken aber dem faulen Gauch.

Dem Fluchenden hat er nicht mit Fluch geantwortet, hätte er zurückgeflucht, so hätte man ihm mit (weiteren) Flüchen geantwortet.
Sumerer
i] Man soll Flüche ignorieren

Dem Flüchtigen soll man (ver)folgen.
ho] Den vlienden sol man volghen.
la] Qui fugit hic vel ibi, solet hoste sequente fugari.

Dem fragenden Kind wird ja nicht gegeben.
Estland

Dem Fragenden schlägt man ja nicht auf den Mund, aber man schlägt auf des Nehmenden Hand.
Estland

Dem französischen Stolz kann man beikommen, weil er mit Eitelkeit verbrüdert ist, dem englischen Hochmut aber nicht, weil er, kaufmännisch, auf der Würde des Goldes ruht.
Goethe, An Knebel, 9.3.1814

Dem Frauenherz erscheint ein junger Bursche als Mann, sobald er von anderen Frauen geachtet und geliebt wird.
Sand, Die kleine Fadette

Dem Freigebigen bleiben (nur) die Finger in der Hand.

Dem Freigebigen bleiben die Perlen.

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