Weisheiten 407

D wat hgt, de wat hett.
Holstein
i] hegen= sparen, zu Rate halten, aufheben

De wat hett (hat), de wat frett (frisst).
Oldenburg
i] Eine Menge plattdeutscher Sprichwrter, zu denen das vorstehende gehrt, rhmen die Vorteile und Gensse, die der Reichtum vor der Armut voraushat.

De wat holt, de wat heft, sd' de gde Mann.
Ovelgnne in Oldenburg

De wat kann, de kumt wat, hadde de Snder seggt, hadd 'n Pr Strmpe to verslen (besohlen) krgen (o. do krg he 'n ollen Bxe, en Weste to flick'n, lappen).
Oldenburg

De wat schrift un kann't nt lesen, mutt wohl'n dummen Esel wesen.

De wat spart, de wat hett.
Oldenburg

De watt Lves hett, de geit dern un de wat Sres (Schmerzhaftes, Wundes) hett, de fhlt dern.
Oldenburg
dt] Wer etwas Liebes bat, der geht, und wer was Wehes hat, der sieht oder fhlt danach.

De Wedderslag is nich verbade.

De Wdwe (auch: Wedefroen) Kld is lang, elk trett der up.

De Weg is en Pp (o. 'n Smk) Wegs lang.
Holstein
i] So lang als man braucht, um eine Pfeife auszurauchen, etwa eine halbe bis eine ganze Stunde Entfernung

De Weg will Le hem.
i] Mit den Worten: 'der Weg will Leute haben', entschuldigt man ironisch die unntigen und unntzen Wege, die sich jemand macht.

De Weiber un de Sneggen mt det Hus drg'n uppen Ruggen.

De Weibern muess me nid alles uf d' Nase binde.

De Wein is mi nig im Weg, aver dat Wter.
Holstein
i] Als Antwort, wenn jemand gefragt wird, ob er an der Gicht leide.

De Wein kppet.
Hamburg
i] Er benimmt einem den Kopf.

De weit reist, verendert wohl das gstirn, aber nit das hirn.

De Wete ss m Fack, de Vesperkost m Dack.
i] Wenn der Weizen eingeerntet ist, hrt bei den Arbeitern die Vesperstunde auf.

De Welt heft sick ummekrt, drum so hebbe ick Essel pipen gelrt.
hdt] Die Welt hat sich umgekehrt, drum hab' ich Esel pfeiffen gelernt.
la] Mundus est immutatus ac perversus, ideo asinus fistula canere didicit.

De Welt s ju nich mit Brta verschln.

De Welt, dos wr n Perle, hts ne as viel schlechte Kerle.

De wt Beschd vun en halv Brod, wenn dat heele (Ganze) up is.
i] Wenn jemand etwas Bekanntes zu ergrnden vorgibt. Der Klgling

De wt na 't Schrmest (Schermesser) to liepen (den Mund zu ziehen).

De wet nig van Lll edder Tll.
i] Sie ist gnzlich unerfahren.

De wt van de Mudder, he hett all in de Gte (Gosse) wesst.
Ostfriesland
i] Mudder = Kot, Schmutz, Schlamm

De wett dor Mauen antosetten.
i] Er wei die Sache ordentlich anzugreifen.

De wder (weiter) springen will, as sn Kluwstock reckt (reicht), fallt in 'n Slt (Graben).
i] Der Kluwstock ist ein langer Stock (Springstock mit einer eisernen Klaue, Kluwe) der namentlich in den Marschen gebraucht wird, um vermittels desselben ber die vielen Grben zu springen.

De will hebben sinen Willen, de krigt wat vr sine Billen.
i] Zu eigensinnigen Kindern. Bille, Billen = Lenden, Sitzbacken.

De will leigen, de kan wat nijes seggen.
la] Mentiri cupiens nova quit narrare popello.

De will pusten un holle't (hlt das) Mehl in'n Mund.

De wille Br lppet dr dat Koren.
Westfalen
i] Wird gesagt, wenn das Korn wogt

De Wind blset ut en kld Lok.
hdt] Er weht wie aus einem kalten Loche.

De Wind flggt mit de Hner to Wm un k wedder af.
hdt] Der Wind, welcher sich am Abend erhebt, legt sich am Morgen.

De Wind get all (bereits) wer de Stoppeln, un me hrt de hltenen Klocken (Dreschflegel) goan.
i] Um den Eintritt des Herbstes zu bezeichnen.

De Wind is Ost, de Wind is West, mn Hsje steit up't allerbest.
i] Pflegt der Mller zu sagen.

De Wind ss Noarde, kmmt von Kerspelle.
Alt-Pillau
i] Der Wind ist dann West-Sdwest. Kerspellen volkstmlich fr Craxtepellen, ein Dorf im Kirchspiel Heiligenkreuz, Kr. Fischhausen.

De Wind steit med den Swnen up un geit med den Swnen to bedde.
hdt] Der Wind hebt mit Sonnenaufgang zu wehen an und hrt mit Sonnenuntergang wieder auf.

De Wind, de tegen de Snn upgeit, 't is'n Wunner, dat he nt ewig steit.
i] Man hat beobachtet, dass der Wind, welcher von Westen nach Norden und von da nach Osten geht, sich dort lange hlt.

De Winter fragt, wat de Samer verdnt heft.

De Winter verfrrt nit.

De Wirtschaft, wo 't am besten geit, is de, wo jeder mitarbeidt.

De wiset de Rkning (Rechnung).
i] Spottweis von einem, der, wenn er lacht, sein ganzes Gebiss sehen lsst.

De wohl (gd) hackt, de wohl (gd) kakt (kocht).
Ostfriesland

De wohl sei't, de wohl mei't, de wohl smert, de wohl fhrt.

De woll sitt, late sin Rggen.

De wrdste (strkste) in't Midden, see de Dwel, do gung he tschen tw Papen.
Ostfriesland

De Wurst is mi to krumm, sd' de Voss; da satt de Katt met 'ner Worst oppem Bme.
v] De Wurst is doch to krumm, s de Voss, do hung se hum to hoch.

De Zge drgt (het) dat Fett innewennig.
i] Damit mgen sich zunchst magere Personen trsten; das Sprichwort will aber auch sagen, dass manche Menschen mehr innern Gehalt besitzen, als ihr ueres verspricht.
ho] Magere lieden hebben veel bloed in.

De Zieens (Ziegen) het dat Holt noch nicht alle freaten.
i] Westflische Strafandrohung fr Kinder, es gibt noch Ruten.

De, der dnt (dient), is s gd as de, der lnt.
i] Die Dienstboten sind in Oldenburg den Kindern des Hauses fast vollstndig gleichgestellt, sie gehren ganz mit zur Familie, und da auch die Kinder wohlhabender Landleute dienen, so haben alle dieselben Umgangsformen und finden sich auf dem Lande die Scheidewnde nicht, die sonst wol den Herrn vom Diener trennen.

Dea ged 's Maul wiar a Prechl.
Steiermark
i] Dieser geht das Maul wie eine (Flachs-)Breche.

Dea lebt wia God in Frongraich.
Niedersterreich
ndt] E liewt w ser Hregott (in) Paris. Siebenbrgen/Sachsen
i] Unbekmmert, sorgenfrei.

Dea losed wie d' Sau vor da Mldia.
Niedersterreich
hdt] Er lauscht, horcht, wie die Sau vor der Mhltr.
i] Losen, eigentlich horchen, auch gedankenlos dastehen. In Mhlen werden hufig Schweine gemstet, die oft horchen, was in der Mhle so klappert.

Dea macht a boa'r Augen, wia di Katz wann's dunna'd.
Niedersterreich

Deam brot ma a-n-extra Wurst.

Deam einen fllt de Leiwe (Liebe) up den Butterweck, deam annern up den Koudreck.
Marsberg

Dem geid de Board, as wan h van der Aennekefuet (= Entenbrzel) freten hdde.
Grafschaft Mark.

Deam geit de Board s der Hitte (= Ziege) na Micheili.
i] Von jemandem, der beim Sprechen isst. Die Ziegen werden nach Michaeli auf die Weide getrieben

Deam gucket d' Liederlichkeit us alle Knopflcher aus.
Ulm

Deam guckt Dommheit bei de Oahra (o. bei alle Knopflcher) raus.
Schwaben

Deam isch Dommheit ans Hira (an die Stirne) g'schrieba.
Schwaben

Deam isch ds a'geboara wia 's Stinka em Bock.
Schwaben

Deam ist seine Haut ber d' Kopf nausg'wachse.
Ulm
i] Dem Kahlkpfigen

Deam ist's Herz in d' Hose gefalle.
Ulm

Deam kann ma au vormacha, unser Herrgott heie Lorenz.

Deam kommt's wia 'm alta Weible 's Tanza.
Schwaben

Deam rinnet d' Auge, und d' Ns trpflet wie Schleifers Kbele oder Giessfssle, deam sein Hhnle nett recht zugriba ist.

Deam scheisst me auf de Kopf, no hat er a Kopp ohne Noht (Naht).
Schwaben

Deam sind d' Weisheitszhn au no net komme(n).
Ulm

Deam stot's an wie der alte Kuh 's Bisa.
i] Das lustige bermtige Umherspringen

Deam th i koin rothe Heller anvertraun.
Ulm

Deam will i de Nabel scho 'nein drucka.
i] Den will ich demtigen, kleinkriegen, zchtigen.

Dean hat me au nur mit Darnhndsche (Dornhandschuh) gfange.
Schwaben
i] Um einen Wildfang, einen lebhaften, unruhigen Charakter, einen wilden Burschen zu bezeichnen.

Dean kann me in lle drei Felder brauche, wie auf em Misthaufe.

Den Langeslper (Langschlfer) Goedd ernert, wai fre oppstoit, suin Gued verterd.
Lippstadt

Den Pot schimpft en Ketel Schwartoarsch.
Neumark

Der Bettelman lpt sich nischt m.
Neunmark

Dear bleibt au ledig wie der Gaissbock.
Hohenstatt

Dear dreht de Stiel um. Stielum machen.
Ulm

Dear druckt (drckt) ned, wia der Michel in Himmel.
Ulm

Dear fahrt drei nei wia d'r Bau'r in d'Stiefel.
Schwaben

Dear fahrt oin a wia d'Sau im Sack (o. wia da Narr im Kachelofa).
Schwaben

Dear flaucht, dass d'Steara vom Himmel rafallet.
Schwaben

Dear fluacht wia a Hoid (o. wia a Reiter, wia a Landsknecht).
Schwaben

Dear goht mit'm Sach um, wia d'Sau mit'm Stroah.
i] So verschwenderisch
Schwaben

Dear hat en Kopf wie a Simmer (Simri).
Ulm

Dear haut (o. hot) meahr Ausreda as a jonger Hond Flah.
Schwaben

Dear haut a G'weg (Behndigkeit, Beweglichkeit) wia a Wiesele.
Schwaben

Dear haut a Ns wia en Birahaugga (Birnhaken) (o. wia a Dobbanudl).
Schwaben

Dear haut en Bart wia a Jud.
Schwaben

Dear haut en Bauch wia a armer Herr Pfarr.
Schwaben

Dear haut Ngel wia a Schinder (o. wia d'r Schinder Jrg; wia a Krotaschaber).
Schwaben

Dear haut nei wia a Drescher.
Schwaben

Dear haut's im Griff wia d'r Metzger da Stich.
Schwaben

Dear haut's wichtiger wia a legata Henn'.
Schwaben

Dear haut's wichtiger wia 's Bettelweible am Kirweihsamste.
Schwaben

Dear heart d' Fleah huschta und 's Gras wachsa.
Schwaben

Dear heinet wia a Schlossho(n)d.
Schwaben

Dear het lle Forbe (Farbe) wie Bustmacher.
Ulm
i] Beim Spiel, wenn einer alle Couleuren hat

Dear hockt dau, wia de oischischte Henna of'm Mischt (o. wia a krank's Heahle; wia 's Ke(n)d beim Dreck).
Schwaben

Dear hot (o. haut) en Grind wia a Prlat (o. wia en Metza; wia en Immakorb).
Schwaben

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ITALIENISCH
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LATEINISCH
1 2 3 4
PORTUGIESISCH
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SPANISCH
1 2 3 4 5 6 7 8 9 10