Weisheiten 406

De Snnabend gehrt de Fro, de Wk (Woche) dem Manne.
Holstein
i] Sagen scheuerlustige Frauen. ber den Sonnabend hat die Frau zu gebieten und lsst sich an diesem Tage das Scheuerfest nicht nehmen, ber die brigen Wochentage der Mann.

De Sunne gibt ei a Frist,
gelobt sei Jeses Christ!
De is a ganza Tag gerannt,
s hd r niemand orscht gedankt.
Itz giht de liebe Sunne ei a Frist,
gelobt seist du, Herr Jesu Christ!
Du bist geloofen und gerannt,
s hot dir noch ke Mensch gedankt,
bezhl dirs Got viel tausendmool.
Oberschlesien

De Sunne verdrwet nits.
hdt] Die Sonne verdirbt nichts.

De Supp' is na Bramborg fuert.
i] Sie ist angebrannt.

De st ut as 'n Spk.
hdt] Er sieht aus wie ein Spuk (wei, blass, mager).

De stt ut, as wenn he up de Gaarwiensch eren Bn (Boden) spkt (gespukt) har.
i] Als htte er bei der Leichenwrterin als Ermordeter vorgespukt. Von einem Menschen bleicher, hsslicher Gestalt
ho] Hij ziet en uit, av of hij in de maan gebakken was. - Hij ziet er uit, of hij den oven geblazen had.

De swarte Oss (Ochse) het er (ihr) al up den Ft treden.
Ostfriesland
i] Swarte Oss bildlich fr Teufel. In der Bedeutung: Er ist ein Pechvogel. In Schlesien und auch anderwrts sagt man dafr: Die schwarze Kuh hat ihn getreten, um zu sagen: die Not hat ihn gelehrt; fast nur von bermtigen, Verschwendern, Groprahlern u.s.w. angewandt, welche in der Schule der Not kirre geworden sind, sich die Hrner abgestoen haben.

De Swien hllt, hett Speck, de Duben hllt, hett'n Dreck.
hdt] Wer Schweine hlt, hat Speck, wer Tauben hlt, hat einen Dreck.

De Swien sund billig, s de Buur, nu knt wi ja ruhig een doot blieven laten.

De synen Meister nig hren will, de mot den Bddel hren.

De 't all' hebben (haben) will, kriggt nix.
Ostfriesland

De 't all hebben will, krigt nix. Rastede

De 't all Lie' (Leute) recht maken will, de mt fro (frh) upstn.
Oldenburg

De 't Brd itt, is eben s got, as de 't gift.

De 't dn kann, se(de) malle Jan, de gn m 'n slvern Oertje.
Ostfriesland
i] Ein Oertchen = 1/4 Stber = 12/3, preussische Pfennig ist eine Kupfermnze. Dem Malljam wird im Mrchen der kloke Jan als Bruder zugesellt.

De 't Dwattje nimmt um 't Schattje un 't Schattje is vertehrt, dann sitt't Dwattje bi de Herd.
i] Dwattje = ein albernes, verschrobenes Mdchen, Nrrchen, von twass, richtiger dwass, d.i. dwars, dwartsch, dwatsch, quer, verkehrt, dumm, Schattje = Verkleinerungsform von Schatt, Schatz, was hier fr Heiratsgut oder Vermgen steht

D 't Glck nml in de Nrs will, de schadt gn toknipen.
Ostfriesland

D 't Glck hett, geit mit de Brt to Bed', wenn he der k nich mit trd is.
Oldenburg

De 't Glck will, de kalwt (kalbt) de Osse.

De 't langst left (lebt), schall 't all hebben.
Ostfriesland

De 't leste t 't Krs hebben will, den sleit dat Ld (Deckel) up de Nse.
Rastede
i] Kros = zinnerner Krug, Kanne mit Klappdeckel als Gef und als Ma.

De 't Ltje (Kleine) nig ert, is 't Grte nig wert.
Ostfriesland

De 't Lttje verschmht, wurd 't grte nich in Heer.

De 't nich in'n Koppe (Kopf) hett, de mutt et in de Fte hebb'n.

De 't Oertje nich rt, is de Dler nich wert.
Ostfriesland
i] Oertchen eine kleine Mnze, von der hier ungefhr 220 auf einen Taler gehen.

De 't Spiel nich kann, de bliv davan; denn et is lg un swar to drapen: en waken drm un drgsam Hapen (eine trgerische Hoffnung)

De 't Swineringen anfangt, mot sik 't Gren gefallen laten.
Oldenburg
hdt] Wer dem Schwein einen Ring durch die Nase zieht, muss auf das Gren (schwirrend schreien, quicksen, pfeifen wie eine Trangel) gefasst sein. Mittelhochdeutsch girren.

De Tage sind vl, man de Mahlen (Mahlzeiten) noch mehr.
Ostfriesland

De Tall (Zahl) schall't doon, s de Dwel, do freet he Flegen.

De Tanz kenne ma scho'.
i] Deine Vorspiegelungen sind mir bekannt.

De Teufel is naganern.
i] Er geht dem Menschen buhlerisch und in verfhrerischer Gestalt nach und lsst sich keine Mhe, keine List und Geduld verdrieen, bis er ihn zu seinem Willen hat.

De Teufel scheisst net liewer hin als wu gedngt esch.
Rheinpfalz
i] Wo Vermgen ist, kommt Vermgen zu.

De thunumer Bockhexen.
z] Die Bockhexen sind gleichbedeutend mit den Waalrders, Waolrters oder Nachtmiertjens, wahrscheinlich aus den heidnischen Walkyren entstanden. Die Bockhexen sind nach dem Volksglauben meist Frauen, die bald unsichtbar, bald in Katzengestalt sich auf Schlafende werfen und sie wrgen. Wer sich vor ihnen sichern will, muss die Schuhe verkehrt vors Bett stellen. Auch wird das Zustopfen des Rinnenloches in der Thr und das Verschliessen des Gussloches (Gtegat) in der Aussenmauer empfohlen, weil sie gern durch diese Oeffnungen einschleichen sollen. Wahrscheinlich ist das Dorf Thunum in der Nhe von Esens frher besonders mit Bockhexen gesegnet gewesen.

De Tien (Zeiten) sind vernderlich, dat maket de leiwe April.
i] Der April als Bild der Vernderlichkeit.

De Timmerl hebben de klattergste Husen.
i] Wie die Schuhmacher in der Regel die schlechtesten Schuhe haben, so wohnen die Zimmerleute in den elendesten Husern.

De Tt (Zeit) vergeit, dat Licht verbrennt, Mann, starwst noch nich?

De Tt vergeit, dat Johr ss lang, on dat ole Ww lewt noch.

De Tt vergeit, dat Licht verbrennt, on gedahn ward nischt.

De to 'n Pfennig slagen is, will sn Lw kn Daler wren.
Bremen

De Tod kmmt a 'n Dw un schied 't Ld und Lw.

De Tod kumt nig up en Dunenkssen anrden.
i] Er kommt nicht so sanft.

De tom oertjen slagen is, ward kn stver.

De tom Sechsling tslaen is, de wart nig ligt en Dler t.
Holstein
i] ber die Bestimmung des Armen. Was zum Pfennig geschlagen ist, da - wird nicht leicht ein Taler daraus.

De to'n Esel geboren is, kummt nooit upt Prd.

De Uhr bratet Speck.
i] Wenn sie abluft.

De Ule (Eule) es ja uetkuemen un hit doch so'nen dicken Kopp.
Iserlohn
i] Scherzhafte Erwiderung, wenn jemand sagt: Ich komme nicht aus

De Ulen (Eule) gefellt k hr Jungscht.

De un de Dwel (Teufel) snt in n Nacht junk worden.
Ostfriesland

De ungerchte Heller vertrt den gerchten Daeler.
Paderborn

De unschuldig litt (leidet), de litt wohl.

De Unschuldige mt mit de Schuldige lden.

De unselichsten R'ens hett de mesten Fl.
Iserlohn

De up de Kop (Kopf) steit, ward dwillsk.
Ostfriesland
i] Auch: Dwirlsk = im Kopfe wirr, wie im Fieber, wirsch, schwindlig.

De up gnade denet, mt gnade wachten.

De upsteit, de sn Ste(de) vergeit.
Oldenburg

De upsteit, verlst sien Stede.
Ostfriesland

De Vagels, de so fr an'n Morgen singt, hlt gewnlich noch den Dag wer de Kat.

De van achtern kummt, het kn Geld.

De van nt (nichts) kummt to t (etwas), dat is allemanns (jedermanns) Verdrt (Verdruss).
Ostfriesland
i] Dies ostfriesische Sprichwort kommt im Herzogthum Oldenburg nicht vor, wo man nur allein den Bauer und nicht den Edelmann kennt, wo nur allein der Besitz adelt, wo alle Standesunterschiede nur durch Geld und Geldeswert geschaffen werden. Der oldenburger Arbeiter, der durch Intelligenz und Flei oder durch eine Heirat, der Heuermann oder Krmer, der durch Benutzung glcklicher Konjunkturen 'dem 't man so toflt is' reich geworden und in den Besitz einer Landstelle gelangt ist, steht ganz dem Manne gleich, dessen Vorfahren schon Jahrhunderte Hausleute waren. Er gehrt von dem Augenblick an nicht mehr 'to de ltjen Le,' sondern 'to de Groten.' Er tritt vollstndig in die Reihe der Magnaten des Dorfs und theilt mit ihnen alle Vorteile der bevorzugten hhern Stellung in der Gesellschaft.

De van nix kummt so Brot, de deit Gott un de Dwel nich gd.
Ostfriesland

De vl fragt, wart vl ws (gewahr).
Oldenburg
i] Erfhrt viel

De vele deit pulken (oft trinken), mt k vele tulken.
Lbben

De vele snackt, mt vele legen (lgen).

De veracht't wurden will, mutt freen, de prsen wurden will, mutt starwen.

De Vernnerunge ist oft grut, de Verbtterung schlecht.
Sauerland

De verdnt nich det Salz op en Prckl (ein zugespitztes Stckchen).

De Verleumder het mmer den Dwel up der Tunge.

De Verrter schlft nicht.

De Versoek is 't Nste.
i] Der Versuch ist das Nchte, Beste.

De Verspeger (Verrter) schleppt nich.

De Verstand kummt mit de Jahre und de Verstand geit mit de Jahre.
ho] Het verstand slijt met de jaren.

De Verwandtschaft geit't, s' de Schnder, doa sprung 'r in 'n Dk un treckte 'n Zickenbuck 'rut.

De Vesper s hinjder der Prdich.
Siebenbrgen/Sachsen

De Vesper s lenker w de Kerch.
Siebenbrgen/Sachsen
i] Wenn die Unterkleider hervorhngen und sichtbar werden.

De Vgel buitet nit schrper s in hrem Neste.
Sauerland

De Vgel fangen will, mt nich mit Knppel dana schmten.
Oldenburg

De Vggel, de so fr fleit'n, bitt an Daog de Katt 'n Kopp aff.

De von de Not to Broot kamen sind, dat sind de Slimmsten!

De vr dartig Jahr ritt, mutt na dartig Jr to Fte gahn.
Ostfriesland

De vr de Hll wahnt, mt'n Dwel to Frn'n hollen (halten).
Mecklenburg

De vrher warnt, dat is min Frnd, de mi naher warnt, de hett mi 't gnnt.
Schleswig-Holstein

De vr'n Busk (Busch) gro't, kummt nmmer to Holt.
Bremen

De vr'n Dbbeltje sln is, kann nmmer vr'n Drstver tgefen warr'n.
i] Dbbeltje = Doppelstber, Zweistber. - Nach der Weserzeitung kommt dies ostfriesische Sprichwort, das von den Vorzgen der Geburt handelt, in Oldenburg, wo der Besitz ausschliesslich die gesellschaftliche Stellung bestimmt, nicht vor.

De Vorschlag che me 'n em Hund an Schwanz henke.
Schaffhausen
i] Man kann damit nach Belieben verfahren.

De vorwrts will, mt den Dmen stf holen.

De Voss (Fuchs) sall to'm Lok herut.
Holstein
i] Die Sache soll zur Sprache kommen

De Voss bruet (o. badet sik).
Holstein
i] Wenn im Sommer kurz nach Sonnenuntergang ein dichter Nebel ber Flssen, Bchen und den ihnen benachbarten Wiesen liegt, so sagt man: Der Fuchs brauet, und man erblickt darin ein Zeichen von anhaltend schnem Wetter.

De Voss stelt nt in d' Naberschap.
i] Er wrde zu leicht entdeckt und dann verfolgt werden.

De Voss wt mehr as n Lock.

De Vegel, d so fr singet, d frietet de Katte op am Namiddage.
Iserlohn

De Vgel, de esu frh singe, kritt zicklich de Katz.
Kln
d] Den fugl som piber tiilig om morgenen, tager gierne dam katten fr aftenen.
it] Chi canta il venerdi piange la domenica.

De vun Schollen drmt, itt grn Butte.
i] Schellfisch, hollndisch: schel, englisch: shell.

De wad ok bol mt Pferd belt (belutet).
i] Er hat kein anderes Gelute verdient.

De Wahrheit blift oben.
Hannover

De Wahrheit ess n got Fett, dat schwemmt bowen.
Lippe

De Wahrheit findet keine Herberge.
ho] De waarheid vindt geene plaats.
ho] De waarheid vindt zelden herberging.

De ward bl op e markhssche Spker kamn.
i] Markhausen ist ein Vorwerk zwischen Heilsberg und Landsberg. An dem Speicher daselbst erhalten der Sage nach alte Jungfern, die ohne Aussicht auf Verheiratung sind, ihre Wohnung. In der Gegend von Gerdauen ist der Speicher zu Kanoten demselben Zweck gewidmet.

De ward ok kn Martinskohl ten.
Elbing
i] Er wird kein Jahr im Dienste dort bleiben.

De wasche gheyt dik alzo en kaf.
hdt] Die Wsche geht dir wie Spreu in dem Mund. Haverkaf = Spreu, Kleinigkeit; ebenso kafsack, ein Scheltwort: swich stille, du olle kafsack.

De Wsche von'n Tun, de Komdianten komet.
i] Aufgepasst, in Acht genommen.

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LATEINISCH
1 2 3 4
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SPANISCH
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