Weisheiten 403

De Mse komet dr den Wind un gt dr den Wind weg.
i] Die Feldmuse erscheinen pltzlich in einer Gegend und sind auch ebenso pltzlich wieder verschwunden, sie fressen daher nicht zwei Ernten ab.

De Musen (Muse) liggen dd vr't Brotschapp.
i] Von jemandem, der viel Staat macht und kein Brot im Schrank hat.

De Musen (Muse) versmachten hum in't Brotschapp.
i] Von Leuten, die viel Aufwand in Kleidern u.s.w. machen und dabei Hunger leiden.

De mut na Nttens und seggen de Keselefern an.

De Mutter Goedes drget de Windeln.
Westfalen
i] Wenn es bei Sonnenschein regnet.

De mtt'n mit de Tang' anfaot'n.
Altmark
ho] Het zijn lieve meisjes, om met eene tang in de goot te dragen.
ho] Men zou haar met geene tang aanraken.
en] I would not touch him with a pair of tongs.

De 'n anderen jgen will, mt slfst mit lopen.
Ostfriesland

De 'n bitjet verdreht is, mutt Leitnant worden.

De 'n bs Wv hett, de hett den Dwel to 'n Swger.
Ostfriesland
i] Das bse Weib muss also des Teufels Schwester sein.

De 'n Buurn bedregen (betrgen) will, mutt 'n Buurn mitbringen.

De 'n grt Ml (Maul) het, mutt k 'n brd'n Rch (Rcken) hebe.
Sderdithmarschen

De 'n Groten spart, he tw verdnt.
Ostfriesland

De 'n Hund hangen will, find't ok sacht'n Strick.
Ostfriesland

De 'n Hund smten (slan) will, finn't k wohl 'n Stn (Knppel).
Mecklenburg

De 'n Spke drinkt, 't is net se gd, as of het in de Bkse pisst.
i] Spke = Schluck Branntwein; net = genau, gerade; Spen = zu saufen geben, ersaufen.

De Nchsten, de Weh'sten.

De Nacht to Hlpe nemen.
i] Spter als gewhnlich arbeiten.

De Nachteul hat em ncht der ebig Abschied g'holet.
i] Um zu sagen, dass ein Kranker dem Tode verfallen sei.

De Nachtfrst blwen mmer noch nich t, sd' jenn oll Fr, darbi wr 't twischen Wnachten un Njr.
Mecklenburg

De Ngel snd em beschneden.

De Nahrung hebben will, mot mennig Hre Jffer heten.
Ostfriesland
i] Geschftsleute, die Kunden gewinnen oder behalten wollen, mssen schmeicheln knnen.

De Namen der Gecken stnnt op alle Ecken.
Bedburg

De nar Heime thet, fragt flitig nan Wege.

De Narre trumt nt G'schids.
Aargau

De Narren bet de Hser, un de Klauken bewnet se.
i] Weil sich so mancher durch Bauen zu Grunde richtet, wodurch das gebaute Haus in andere Hnde kommt.

De Narren un de kleinen Kindere kret t.
i] Narren und kleinen Kindern soll man nichts anvertrauen, weil sie in ihrer Naivitt auch da von der Sache sprechen, wo ein kluger Mensch wegen der mglichen Folgen es bedenklich finden wrde.

De Nas an den Drenpos (Trpfoste) afweschen.
Meurs

De Nase beget'n.

De Nase beklen.
i] Sich betrinken.

De Nase hang'n laten.

De Neerigkeit (Sparsamkeit oder Geiz) bedrgt de Weisheit.
i] Wenn man etwas so lange aufhebt, bis es verdirbt und nicht mehr zu gebrauchen ist, so hat man unweise getan.

De Nerigkeit (Der Geiz) bedrggt de Wiesheit.

De Nrs (Arsch) jckt mi, dat gifft 'n gd Butterjahr.
i] Eine scherzhafte Kalenderregel.

De nt dggt, berkert sck drn'n Bankrott.
hdt] Die nichts taugen, bereichern sich durch einen Bankrott.

De nt sehen will, de helpt gn Brille of Krs.

De nt tld, de der qult.
i] Bezieht sich auf kinderlose Frauen, die oft durch ein unzufriedenes und launenhaftes Wesen ihre Umgebung belstigen sollen. Telen = zeugen, erzeugen, gebren, erziehen u.s.w.

De nt tld, de word qult.
i] Sie wird geneckt oder durch krperliche Leiden geplagt

De nett de Lpelskte (Lffelseuche).
i] Scherzhafter Ausdruck zur Bezeichnung des Unwohlseins des Viehes aus Hunger. Besonders im Bezug auf Pferde gebruchlich, die von ihren Besitzern knapp gehalten, schlecht und sprlich, wie mit dem Lffel, gefttert werden. Von einem Menschen, der infolge der Entbehrungen elend aussieht.

De nich dow is, mt vl hren, hadde malle Jan segt.
Ostfriesland
hdt] Wer nicht taub ist, muss viel hren.
ho] Die lang leeft en noch blind noch doof wordt, ziet en hoort veel.

De nich fege is, starvt nich.
i] Das Wort 'feige' bezeichnet hier nicht wie in der hochdeutschen Schriftsprache unwrdige Furcht vor dem Tode, sondern: fr den Tod bestimmt, dem Tode geweiht sein. Es ist von Fe, Fee, Fei, Feine abzuleiten. 'In den Feen verehrte der altdeutsche Volksglaube gttliche Frauenerscheinungen, welche die Schlachten und Kmpfe lenkten, den Helden Sieg oder Tod brachten. Die Stammsilbe mag mit dem Fe in Feod (dargeliehenes, bertragenes Gut) gleichbedeutend sein und soviel heien als 'Spenderin des Schicksals', die auch Walkre genannt wurde. Da der Volksglaube auch Wasser- und Hhlengeister u.s.w. kannte, so knnen hier viele Verwechselungen vorgekommen sein, sodass man bei dem Namen Fee im allgemeinen ziemlich die Walkre bis auf den obigen Ausdruck vergessen hat.' Nach dieser Vorausschickung bedeutet 'feige' den Zustand eines Menschen, welcher der Fei, der Walkre, verfallen ist, welcher den Einfluss der Gottheit fhlt und einsieht, dass er verloren ist. Spter bezeichnete man mit dem Worte 'feige' nicht blo den im Gefecht Verlorenen, sondern jeden, dem die Auflsung bevorsteht, jeden, der dem Grabe verfallen scheint. Da alte Helden in dem Augenblicke, da sie von der Fee angehaucht wurden, oft den starren Mut verloren, so mag das Wort dadurch seine jetzige unedle und abgeleitete Bedeutung in der Schriftsprache erhalten haben.

De nich geit, de nich kummt.
Oldenburg

De nich getn (gegessen) hett, de pleggt nich to hungern.

De nich in 't Fr (Feuer) loppt, brennt sick uck nich.
Rastede

De nich kummt (kommt), brkt k nich wer (wieder) weg gn.
Ostfriesland

De nich kummt, de nich mahnt.
Oldenburg

De nich old weere will, mutt sik junk uphangen.

De nich spinnt, de nich winnt.

De nickkoppt, de gift nichts.
Oldenburg
i] Rhrt von der Sitte her, dass der, welcher beim Umgange des Klingelbeutels in der Kirche mit dem Kopfe nickt, nichts geben will.

De nig kumt to rechter Td, de geit sine Maltd quid.
Holstein

De nimmt sick vl up de Hrn.
Altmark
i] Er nimmt sich viel vor, brdet sich viel auf

De Nonne im Hiuse un der Duibel op'n Schortstein.
Sauerland

De Norrn (Narren) war ne olle.

De Ns (Nase) stt der schlm.
Siebenbrgen/Sachsen
i] Schief, d.h. du lgst.

De Ns (Nase) stt em net derno.
Siebenbrgen/Sachsen
i] Davon versteht er nichts.

De Not dt (lehrt) der Esel trappe.
la] Miseris venit solertia rebus.

De Not wier't ne, awer de bidderschte Armuoth.

De Not, de Not drifft den Ossen inn Sod.

De Nter (Natter) verrkt nit vun rem Gft.
Siebenbrgen/Sachsen

De Oalen mot me den Helpup allemangsens (bisweilen) in de Hand rken.
Mnster
i] Helpup = Den Hilfauf, die Bettquaste, um sich daran im Bett aufzurichten. Man muss die Alten so viel als mglich untersttzen

De oalle (alte) Grppel es dot un de junge hiat noch kaine Tine.
Iserlohn
i] Zur Beruhigung fr Kinder gegen das Grauen

De Oalle maut fr ghon, sach de Junge, doa stodd'n sin Vr de Trappe af.

De oallen Wwer (Weiber) schtt' et Bedde ut.

De Oawends (= Abends) in der Julen (= Dmmerung, Zeit der Eulen) dann spinnet de Fiulen, geit dat Rad de Klipp de Klapp, se hdden so geren upen Haspel wat. Westfalen

De Oawends in der Julen (= Dmmerung, Zeit der Eulen) dann spinnet de Fiulen, geit dat Rad de Klipp de Klapp, se hdden so geren upen Haspel wat.
Westfalen

De Obrigkeit drepp (trifft) selten den Rechten.
Rendsburg

De Obrigkeit muss en'm so tief eis Maul sahn as'm andern, sagte der Bettelvogt, und schlug beiden (Bettlern) die Zhne aus.

De Ochsen giehn ne hie, wu se ne hie men.
Oberlausitz

De Oetzer vertoat'nmlelen, die Lngerfelder verstreiten, die Slder verhoachzeiten und die Umhauser verleitkofe'.
i] Es werden durch dies Sprichwort die Einwohner der Gemeinden des Oetztals in Tirol charakterisiert, indem behauptet wird, die Oetzner vertten das Ihrige in Totenmhlern, die Lngerfelder in Prozessen, die Sldener in Hochzeiten und die Umhauser durch Vorkufe; von verleitkaufen = durch vorlufige Darangabe (Leitkauf) kaufen.

De Oewe (Ofen) is katolsk.
Westfalen
i] Scherzweis, wenn er heiss ist; ob wegen der Lauthnlichkeit aus calidus zusammengezogen?

De ogen uopen, adder den bl.
Westfalen

De Ogen upsparr'n.

De Og'n snd grtter ass de Mund.
Altmark

De Oktober mket de Pre pwer.
hdt] Der Oktober macht die Pferde pauvre.
i] Bringt sie herunter, weil sie ihr Sommerhaar abwerfen und dafr Winterhaar bekommen. Sie bedrfen in dieser angreifenden Periode einer besonders guten Ftterung.
en] Good Oktober, a good blast, to blow the hog acorn and mast.

De l Sau frett Fladen. Tilsit
i] Wenn jemand mit sich und seinen Verhltnissen ohne Grund prahlt.

De le (alte) Mensch s wie e Schatte, wenn hei wer den Tn stgt, dann ss hei oppe andere St.

De le Adam jkt em.
Holstein
z] Wenn einem schon der Brotkorb hoch hngt, lsset einem doch der alte Adam nicht ungefoppet.
ho] De oude Adam zit er al vroeg in.

De le Amtmann weer noch mitn Buck tofrdn, disse awer will de ganze Hrde.
Oldenburg

De ole Mann ward al dummerhaftig.

De olen Bunken (Knochen) snt swar.

De Oll is schwienplitsch, he treckt sich nich ihre ut, as bet ha to Bedd geht.
Greifswald

De olle Mme.
i] Mme = Mutter in verchtlichem Ausdruck; 'de olle Mme', ein Schreckbild, von dem man Kindern vorsagt.

De Ollen gn vr, sd' de Jung, sttt snen Vader t de Lk.
hdt] Das Alter geht vor, sagte der Junge, stie seinen Vater aus der Luke.

De ollen Hunde snd qud t bnnigen.

De ollen Propheten sund dd, de nen ward Hals vull schten.

De ollen Propheten snd dood un de jungen snd nett (just) so gd Brodeters as wi alle.

De Oll'n goahn vr, so de Jong, un stt snen Vaader ut de Luk.

De Olt mkt Eier un h mkt dpp (Eierschalen).
Mecklenburg
i] Der Sohn bringt das vom Vater Erworbene durch, zersplittert es

De ren stv hollen
en] to keep a stiff upper lip - to keep o's chin (o. sl. pecker) up
fr] prendre son courage deux mains
it] farsi forza e coraggio

De Oss (Ochse) kikt in de Bibel.
i] Wenn jemand etwas vornimmt, wovon er nichts versteht.
la] Bos in civitate.

De Oss fallt nig up den ersten Slag.
Holstein
hdt] Der Ochs fllt nicht auf den ersten Schlag.
i] Von harten, festen Menschen, die von einem Unglck nicht niedergeschlagen werden.

De Oss het so vl Bn as de Hirsch und luft doch nicht so schnell.

De ss holl m Arsch, wie Zache Adebar.
i] Er ist unsinnig, verrckt

De Oss lpt nich, werst he hllt t.
hdt] Der Ochse luft zwar nicht, aber er hlt aus.

De ss rund wie e Pussrad.
Wehlau

De Oss unner 'n Sadel un 't Prd unner 't Joch werden nicht viel leisten.

De ss vereifert wie de Enderweit op de Katt.
Tilsit

De ss vornehm, hei kann sck mt de Tung de Nt wsche.

De ver de Hund kummt, kummt k ver de Strt.

De Padd ht sich ball kmmt.

De Pape (Pfaffe) lest keine twe Missen vor n Geld.
Westfalen
ho] De paap doet geene twe missen voor een geld.

<<< operone >>>

DEUTSCH
001 002 003 004 005 006 007 008 009 010 011 012 013 014 015 016 017 018 019 020 021 022 023 024 025 026 027 028 029 030 031 032 033 034 035 036 037 038 039 040 041 042 043 044 045 046 047 048 049 050 051 052 053 054 055 056 057 058 059 060 061 062 063 064 065 066 067 068 069 070 071 072 073 074 075 076 077 078 079 080 081 082 083 084 085 086 087 088 089 090 091 092 093 094 095 096 097 098 099 100 101 102 103 104 105 106 107 108 109 110 111 112 113 114 115 116 117 118 119 120 121 122 123 124 125 126 127 128 129 130 131 132 133 134 135 136 137 138 139 140 141 142 143 144 145 146 147 148 149 150 151 152 153 154 155 156 157 158 159 160 161 162 163 164 165 166 167 168 169 170 171 172 173 174 175 176 177 178 179 180 181 182 183 184 185 186 187 188 189 190 191 192 193 194 195 196 197 198 199 200 201 202 203 204 205 206 207 208 209 210 211 212 213 214 215 216 217 218 219 220 221 222 223 224 225 226 227 228 229 230 231 232 233 234 235 236 237 238 239 240 241 242 243 244 245 246 247 248 249 250 251 252 253 254 255 256 257 258 259 260 261 262 263 264 265 266 267 268 269 270 271 272 273 274 275 276 277 278 279 280 281 282 283 284 285 286 287 288 289 290 291 292 293 294 295 296 297 298 299 300 301 302 303 304 305 306 307 308 309 310 311 312 313 314 315 316 317 318 319 320 321 322 323 324 325 326 327 328 329 330 331 332 333 334 335 336 337 338 339 340 341 342 343 344 345 346 347 348 349 350 351 352 353 354 355 356 357 358 359 360 361 362 363 364 365 366 367 368 369 370 371 372 373 374 375 376 377 378 379 380 381 382 383 384 385 386 387 388 389 390 391 392 393 394 395 396 397 398 399 400 401 402 403 404 405 406 407 408 409 410 411 412 413 414 415 416 417 418 419 420 421 422 423 424 425 426 427 428 429 430 431 432 433 434 435 436 437 438 439 440 441 442 443 444 445 446 447 448 449 450 451 452 453 454 455 456 457 458 459 460 461 462 463 464 465 466 467 468 469 470 471 472 473 474 475 476 477 478 479 480 481 482 483 484 485 486 487 488 489 490 491 492 493 494 495 496 497 498 499 500 501 502 503 504 505 506 507 508 509 510 511 512 513 514 515 516 517 518 519 520 521 522 523 524 525 526 527 528 529 530 531 532 533 534 535 536 537 538 539 540 541 542 543 544 545 546 547 548 549 550 551 552 553 554 555 556 557 558 559 560 561 562 563 564 565 566 567 568 569 570 571 572 573 574 575 576 577 578 579 580 581 582 583 584 585 586 587 588 589 590 591 592 593 594 595 596 597 598 599
ENGLISCH
1 2 3 4 5 6 7 8 9 10 11 12 13 14 15 16 17 18 19 20
FRANZÖSISCH
1 2 3 4 5 6 7 8 9 10 11 12 13 14 15 16 17 18 19 20 21 22 23 24 25 26 27 28 29 30 31 32 33 34 35 36 37 38 39 40 41 42 43 44 45 46 47 48 49
ITALIENISCH
1 2 3 4
LATEINISCH
1 2 3 4
PORTUGIESISCH
1 2 3 4 5 6 7 8 9 10 11 12 13 14 15 16 17 18 19 20
SPANISCH
1 2 3 4 5 6 7 8 9 10