Weisheiten 400

De Jud deit den Christ k Gut.
Rendsburg

De Jugend is wild, hadde de Beadelfr (Pottwif) sagt, do was ear dat Kind (Blage) ut der Kipe fallen.
Westfalen
i] Kipe = ein meist aus Holzschienen geflochtenes Gef, das an Tragriemen auf dem Rcken getragen wird.

De Jugend mot st (erst) de Narrenscho uttreaen.
Bren

De Jung is de Moder r Nadelkissen.
i] Er hengt sich an die Mutter an, wie ihr Nadelkissen, das holsteinische Frauen neben dem Schsselbunde an der Seite zu tragen pflegen.

De Jung is nett (just) so poll (rund und fleischig) as 'n rs'n Kltje.

De Jung is so schitterg as 'n nchtern Kalf.

De Jung is verdwalen (verirrt) as 'n Leferke (Lerche) up de Haide.

De Jung is wranterg (verdriesslich), wi kriegen Unwer.

De Junge is'n rechte Ritensplit.

De Junge wrt grot, wr Vr un Mr man dot.
Grafschaft Mark

De Junge wet sick in heiler Ht (Haut) nich to bergen.
Lippe
i] Sein Mutwille fordert Zchtigung.

De Jungen knt de Olden wall verlaten, man nicht entrathen.
Lathen in Hannover
i] Die Jungen knnen die Alten wohl verlassen, aber sie knnen keinen bessern Rat geben.

De Jungens kann me verhuirathen, wenn me will; over de Drens mot me verhuirathen, wenn me kann.
Sauerland

De Jungfer er Brot steit up't Fenster.

De Jungfer is Brt, r Fr (ihr Feuer) geit t, r Elend geit an.
Ostfriesland

De Jungfern kriegt so lichte enen placken, as ene witte schorte.

De K (Kuh) lft r Klf.
Siebenb.-schsisch

De kacken alle op einen Hup.
Sauerland

De kacken will, mutt de Eers dartodon.
hdt] Wer kacken will, muss den Arsch mitbringen.

De kackt di vr de Dor un bringt di kn Bessem (Besen) mit.
Ostfriesland

De Kalender schrfft on de lewe Gott gfft.

De Km (Kmmel) is manni (mancher) en sin Verdarf.
Rendsburg

De kam wi mit Jan Blaufink her.
i] Rufen die Gassenjungen in Holsteinischen Stdten, wenn sie mit einem betrunkenen Menschen in ihren Karren Gesptt treiben. Fink heisst ein lustiger Geselle, und Blaufink nennt man in Holstein den Jungen, der als Anfhrer oder Narr der Horde gewhnlich mit einer Papiermtze und bemaltem Gesicht mit seinen Grimassen durch die Straen der Stdte zieht.

De Kamm swellt hum.
Ostfriesen

De kann dem Priester de Schrift tleggen.
Pommern

De kann dr 'n eken (eichenes) Brett kken.
Rastede

De kann mehr lge (lgen) als nge Prd renne knnen.

De kann mehr lge, als tin Joch Oe pflge.
Samland

De kann mr as Brot ten.
i] Der Aberglubige von einer alten Frau, die er im Verdacht von Zaubermitteln hat

De kann met de Schaf ut ne Rp (Raufe) frte.
Litauen
i] Scherzhaft von einem Schmalbackigen.

De kann nich schriewe on nich lese, on ss doch Borgemeister.
jdisch-deutsch] Nit schreiben, nit leijenen, n doch a Borjemaster. Warschau

De kann nich verderben, all sitt he ock bet an de beide Ohren in 't Salt.
i] All = k, so viel als: aber, auch, obschon, obgleich.

De kann nu up den Dm (Daumen) floiten.
Rastede

De kann ook ut Dreck Quark maken.

De kann Schafktel vr Rosin'n verkp'n.
Pommern
i] Ist sehr schlau und geschftsgewandt.
ho] Wij moeten malkander geene schapen keuteltjes voor lange rozijnen in de hand stoppen.

De kann sn Arschloch mt em Pfennig bedecken.
Korkehmen

De kann singen un fltet dat.
Pommern
i] Sehr geschickt, er kann sogar das Unmgliche.

De kann swgen, de ht ten kann.
Holstein
i] Man meint, wer hei z.B. Suppe essen knne, habe die Gabe zu schweigen.

De kann up den Propp (Pfropfen) rken.
Rastede
i] Sagt man von dem, der sein Vermgen durchgebracht oder auch auf andere Weise verloren hat, auch scherzhaft zu dem, der sich bei seltenem Wein etwas zugute tun will, ohne die Mittel dazu zu besitzen.

De Karoliner Klockendefe.
i] Die Carolinensieler sollen einmal aus dem Esenser Turm eine Glocke gestohlen und dieselbe, weil ihnen die Esenser auf der Spur waren, nahe bei Carolinensiel in einen Kolk, Waal genannt, versenkt haben, wo sie noch zuweilen unter dem Wasser gehrt wird, eine Sage, die sich auch an anderen Orten findet.

De Kau (Kuh) melkt dorch de Stroote, un et Haun leit dorch'n Kropp.
i] Ohne gut Futter weder Milch noch Eier.

De Kau (Kuh) mot dr den Hals emulken wern.
i] emulken = das plattdeutsche 'melken' bezeichnet melken und milchen.

De Kae (Kuh), d den Kalwern am mesten noa blket, vergitet se am ersten.
Iserlohn

De Kauh vergett, dat sei ok ees 'n Kalf wst is.

De k'n Dreelink (Dreier) acht, wart knen Dlers Harr.
Mecklenburg-Schwerin.
i] Nur wer Kleines zusammenhlt, kann wohlhabend werden

De Kerbess (Krbis) bln des Owest.

De Kettel (Kitzel) steckt em darna.

De Kierl rkt noch n 't Kinnerdauk.

De Kinnenk (Knige) dinken, se trften den Angtertnen nor de ge lossen, dat se dermt schr knden.

De Kinner (Kinder), de se mitnander telet, will ik ok wohl mit'n Ellbogen grot sgen.

De Kirmes is innse an die Menscher (seins) au.
Agnetendorf im Kreise Hirschberg

De Klnn (Kleinen) missa de Pauka trn (tragen), on wenns om heilja Tache es.

De klauken (kluffen) Hoiner (Hhner) legget ok in de Neteln un verbrennt sek den Nors.
Gttingen

De klein' Dew (Diebe) hangt 'n, de grt'n ltt 'n lop'n.
Altmark

De klin Drckeltcher schtinjken rger w de grssen.

De klinn Dbe (Diebe) hengt ma, de grssen lest ma lfen.
Breslau

De Klock geit, as de Kster de Kopp steit.
Ostfriesland

De Klock ld ik slwen, sd' de Br, dr strr he den Kster von sn Fru.

De Klock mag gahn as se will, 'n wse Mann wt sn Td.
i] Ein ordentlicher Mann wei, wenn es Zeit ist, aus dem Wirtshause heimzugehen

De Klocke is koppern, wenn man wat itt, so is 't Mahltid.

De Klkste gifft na, s de Buer to sein Ossen, Osse, giv nu na!

De Klkste gifft na, s de Buur, dor neih he vr'n Bullen ut.

De Kn steit fr.
Ostfriesland

De Kndl sein 'gessen, jetzt waar was zum Essen recht.

De Knppel liggt jmmer bi'n Hund.

De K (Kuh) fret mit ff (fnf) Mnde.
Ostfriesland
i] Wenn das Land durch langen Regen erweicht ist, zertreten die Khe viermal mehr Gras als sie fressen.
ho] De koeijen eten met vijf monden.

De Koe (Kuh) mit'n Kalve krig'n.

De Koh (Kuh) gifft'n Emmer vull Melk, un schmitt hum weer um.

De Koh (Kuh) kost't nich mehr, weil se bunt is.

De Koh (Kuh) sett de Tafel to.
i] Rhmt den groen Nutzen der Kuh.

De Koh (Kuh) vergitt, dat se n Kalv west is.
Holstein

De Koh (Kuh) will drch denn Hals melkt sin.
Rendsburg

De Koh (Kuh), de e schmrge Zogel heft, schleit m sck on makt ok andre schmrig.

De Koh is slanker as de Katt.
i] Keine Empfehlung der Kuh', da sie dann sehr mager sein muss.

De Koh schall nich vergeten, dat se ok mal Kalf wesen is!

De Koh vergittet jmmer dat se en Kalf gewesst is.

De koherde (Kuhhede) unde de swne blaset sik selfvest t dem Dorp.
Lbben

De Kommerschaft schad (scheidet, trennt) de Freindschafd.
Trier
i] Kommer fr das hochdeutsche Kummer und Verdruss; Kommerschafd aber wird durch Eigennutz erklrt.

De knnt Awens (Ofen) utschmere.
i] Der Bettler.

De Kpmann (Kaufmann) seggt: Was wollen Sie haben (sich holen)? Der Prster seggt: Was bringen Sie'?
Pommern

De Kopp (Kopf) is dog nig dran fast.
i] Die Sache ist doch so wichtig und der Fehler so gro nicht.

De Kr laowt sn Kl un wenn se k ng'n Krmm ht.
Altmark
i] Jeder hlt seine Sachen fr die besten.

De Krbm scht (sucht), de Flbm find't.
Oldenburg
i] Krbom = Baum, den man prfend whlt, erkieset, von kiesen, kren. Wer lange whlt, trifft es nicht immer am besten; wer lange unschlssig bei seiner Wahl ist, allerlei Schwierigkeiten findet und Bedenken hat, bekommt oft am Ende das Schlechteste. Sie hat zu lange gewhlt, hat lange Krbe ausgeteilt und ist darber zur alten Jungfer geworden; vom Wahlbaum auf den Faulbaum. Der Faulbaum hat den Namen von seinem schlechten Geruch. Die darauf warten, bis ihnen die gebratenen Tauben ins Maul fliegen, krbaumen, oder die sich mit Wahlgeschften abgeben.

De Krnmoder kmmt.
Ostpreuss. Oberland

De Kster (Kster) es de Selfkant von de Geislechkeit.
Meurs
i] Selkant = Saum, Einfassung, Rand des Tuches

De Kster (Kster) un de Hund verdeent ehr Geld mit'n Mund.

De Kranke sitt up 't Bed(de), de Fge sitt dervr.
Ostfriesland
i] Fge = Vom Geschick zum Tode bestimmt, dafr reif, den Keim des Todes in sich tragend. Das Wort kommt im Niederdeutschen noch in der Redensart vor: er ist noch nicht fge, d.h. er wird noch nicht bald sterben. Es kommt ja hufig vor, dass der Kranke genest und der Krankenpfleger stirbt. Der Gedanke des obigen Sprichworts wird in den Nibelungen so ausgedrckt: Ez sterbent wan die veigen.
ho] De kranke ligt op het bed, en de veege staat ervoor.

De Krtta verhaua; 's Blech gwrma.
Oepfingen
i] Auereheliche Kinder zeugen.

De Kraug geit sau lange tau Wter, bet he brekt.

De Kraus (Krug) gett sau lange te Wter, bitt'e bricket.

De krgnen eischen Willkm (Willkommen).
i] Sagt man, wenn ein Ankommender mit Scheltworten oder Schlgen empfangen wird.

De Krepp lf dem Prd noch.
Bedburg
hdt] Die Krippe luft dem Pferd nach.
i] Wird unter anderm gebraucht, wenn sich der weibliche Teil um eine eheliche Verbindung ber die Schranken der Sitte bemht.
ho] De kribbe loopt naar't paard.

De Kribbken inn Kopp krig'n.
i] Grillen.

De Krieg ldt kei Prbli.
Schweiz
bm] Vlka zdn rady netrp.

De Kr (Krhe) mcht det Kst aus Drm.

De Kroe (Krhe) krsche n Schn.
Siebenbrgen/Sachsen

De krggt de Schlang det Ei weg, dat se nich e mal zischt.

De Kruke gt so lang to Water, bet se breke.
Pommern
i] Was man tglich braucht, wird abgenutzt. Was lange gut gegangen ist, kann auch einmal ein bel Ende nehmen.

De Krt (Kraut) un Bickbeern plcken will, de bruk sin Holtschen un sin Brill; dar ligt in mannich dsterm Lake verdeckt en Tcke oder Saake.

De Kbel umstoe (umschtten).
Schaffhausen
i] Sich unbeliebt machen.

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